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	<title>Informationsplattform über Gießen - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-04-08T17:16:49Z</updated>
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		<id>https://www.giessen.wiki/index.php?title=Frauen-Nachttaxi_in_Gie%C3%9Fen&amp;diff=1442</id>
		<title>Frauen-Nachttaxi in Gießen</title>
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		<updated>2014-11-06T22:10:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CUcke: Start des Artikels.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Das Gießener Frauen-Nachttaxi war das erste Projekt dieser Art in der Bundesrepublik Deutschland. Die Gesamtlaufzeit des Projektes belief sich auf 14 Jahre. Es sollte Frauen ermöglichen nachts sicher, und günstiger als mit einem normalen Taxi unterwegs sein zu können. Nach vielen Kontroversen um das Nachttaxi, dessen Nutzen und Nutzergruppen und der finanziellen Belastung für die Stadt, sowie sinkenden Fahrgastzahlen wurde das Projekt 2001 eingestellt. Die Einführung der Nachtbusse als Nachfolgekonzept folgte 2008.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Idee eines Frauen-Nachttaxis ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 1985 machte der Verein „Notruf und Beratung für vergewaltigte Frauen“ darauf aufmerksam, dass viele Frauen laut einer wissenschaftlichen Studie nachts Angst haben alleine unterwegs zu sein oder an Haltestellen von Bus und Bahn zu warten. Somit kam, mit Befürwortung durch SPD und Grüne, die Forderung auf, es Frauen zu ermöglichen nachts Taxen zum Tarif von öffentlichen Verkehrsmitteln nutzen zu können, wobei den Taxiunternehmen die Differenz zum normalen Fahrpreis durch die Stadt erstattet werden sollte. Der Vorschlag orientierte sich an der Einführung eines ähnlichen Angebots in anderen Städten der Bundesrepublik.&amp;lt;ref&amp;gt;''Frauentaxi:Schritt gegen Gewalt und Angst'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.08.1985, Ausgabe 193, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt; In Tübingen, beispielsweise, wurde ein günstiges Nachttaxi eingerichtet; das Frauentaxi wurde dort jedoch abgelehnt.&amp;lt;ref&amp;gt;''Erstes Billig-Nachttaxi in Betrieb genommen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 06.09.1985, Ausgabe 206, Seite 3&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch in Gießen setzten sich CDU und FDP für Sammeltaxen anstelle von Frauentaxen ein. Auch der mögliche Verstoß gegen Personen-Beförderungsbestimmungen und den Gleichheitsgrundsatz durch den Ausschluss von männlichen Fahrgästen wurde diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;''Tübingen: Aus Frauen- wurde ein Sammeltaxi'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 10.01.1986, Ausgabe 8, Seite 29&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Den kritischen Stimmen entgegen gehalten wurde das Argument, das die Frauentaxen nicht öffentlich seien, sondern als Sonderverkehre angesehen werden sollen, sodass auch das [https://de.wikipedia.org/wiki/Personenbef%C3%B6rderungsgesetz_%28Deutschland%29 Personenbeförderungsgesetz] nicht darauf zutreffe.&amp;lt;ref&amp;gt;''SPD:Frauen-Nachttaxi rechtmäßig'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.01.1986, Ausgabe 9, Seite 17&amp;lt;/ref&amp;gt; Den Frauen sollte die Teilnahme am gesellschaftlichen und kulturellen Leben ohne Einschränkungen ermöglicht werden, wozu auch die Verhinderung von Übergriffen zählt.&amp;lt;ref&amp;gt;''Keine Probleme mehr mit Nachttaxi-Akzeptanz'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 27.06.1991, Ausgabe 146, Seite 27&amp;lt;/ref&amp;gt; Dem entsprechenden Antrag für ein Frauen-Nachttaxi der Grünen-Fraktion und der SPD-Fraktion als Koalitionspartner vom 18.11.1985 wurde in der Stadtverordnetenversammlung am 19.12.1985 mehrheitlich zugestimmt (Nein: FDP).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DSI204 aus 1985.pdf | ''Frauen-Nachttaxi'']], Antrag der Fraktionen SPD und Grüne vom 18.11.1985, Vorlage: 0204&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Gießener Nachttaxi-Modell ===&lt;br /&gt;
Mitte August 1986 wurde ein Modell zur Einführung des Frauen-Nachttaxis zum 1. Oktober desselben Jahres vorgestellt. Dieses beinhaltete die Voraussetzung, dass die Nutzerin ein Mindestalter von 14 Jahren hat und ohne männliche Begleitung das Taxi zu nutzen gedenkt. Der Fahrbereich sollte in Tarifzonen eingeteilt werden, wobei die Kosten für eine Fahrt unabhängig von der Personenzahl im Kernstadtbereich und von dort in einen Randbereich 2,50 DM (1,28 Euro) betragen sollten, von einem Randbereich zum anderen jedoch 4 DM (2,05 Euro). Für unterschiedliche Zielorte in gleicher Fahrtrichtung sollte noch einmal zusätzlich je eine DM (0.512 Euro) verlangt werden. Die Betriebszeit des Angebots wurde im Sommer auf Zeiten von 21 bis 4 Uhr und im Winter von 19 bis 4 Uhr festgelegt. Allen Gießener Beförderungsunternehmen wurde freigestellt sich an der Aktion zu beteiligen, wobei einem Missbrauch vonseiten der Fahrgäste durch regelmäßige Kontrollen Einhalt geboten werden sollte. Die geplanten 40.000 DM (20.451,68 Euro) aus der Haushaltskasse von 1986 der Stadt Gießen zum Ausgleich der Verluste für die Taxiunternehmen sollten dadurch keinesfalls überschritten werden.&amp;lt;ref&amp;gt;''Frauen-Nachttaxi soll jetzt auf Touren kommen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.08.1986, Ausgabe 185, Seite 13&amp;lt;/ref&amp;gt; Dem Antrag des Magistrats vom 06.08.1986 zur definitiven Einführung des Frauen-Nachttaxis wurde in der Stadtverordnetenversammlung vom 04.09.1986 mehrheitlich zugestimmt (Ja: SPD, Grüne; Nein: CDU, FDP).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DSI397 aus 1986.pdf | ''Einführung eines Frauen-Nachttaxis'']], Antrag des Magistrats vom 06.08.1986, Vorlage: 0397&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritik am geplanten Projekt kam vonseiten der CDU, welche auf die angespannte finanzielle Lage der Stadt hinwies.&amp;lt;ref&amp;gt;''Lob und Tadel für Frauen-Nachttaxi'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 14.08.1986, Ausgabe 186, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese stimmte gemeinsam mit der FDP im Änderungsantrag zum Haushalt 1986, die geplanten 40.000 DM (20.451,68 Euro) für das Projekt zu streichen, da sie das Konzept als unausgereift ansahen. Diese Anträge vom 05.04. und 12.04.1986 wurden in der Stadtverordnetenversammlung vom 14.05.1986 mehrheitlich abgelehnt (Ja: CDU, FDP; Nein:SPD, Grüne).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DSI312 aus 1986.pdf | ''Frauennachttaxi'']], Antrag der CDU-Fraktion vom 05.04.1986, Vorlage: 0312&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DSI313 aus 1986.pdf | ''Frauennachttaxi'']], Antrag der FDP-Fraktion vom 12.04.1986, Vorlage: 0313&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch sprachen diese sich für ein Sammeltaxi aus, um allen Fahrgästen gerecht werden zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;''Das Frauen-Nachttaxi bleibt umstritten'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.08.1986, Ausgabe 194, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Taxiunternehmen wiederum bemängelten das Angebot der Stadt, den Unternehmen für jede Fahrt eine DM im Kernstadtbereich bzw. 1,50 DM (0.77 Euro) für die Beförderung in Randbereiche und 4 DM (2,05 Euro) für Fahrten von Randbereich zu Randbereich zurückzuerstatten, als Verlustgeschäft. Auch die Kalkulation mit 200 Fahrten pro Nacht sahen diese als viel zu hoch an.&amp;lt;ref&amp;gt;''Beförderung von Männern ist ein Verstoß'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 15.08.1986, Ausgabe 187, Seite 13&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Verhandlungen der Stadt mit den Taxiunternehmen wurde jedoch trotz Parlamentsbeschluss schnell deutlich das das Konzept in der geplanten Form nicht umgesetzt werden können würde, da der Verwaltungsaufwand zu hoch und die Einnahmen für die Unternehmen von diesen als zu niedrig angesehen wurden. &amp;lt;ref&amp;gt;''Frauen-Nachttaxi vorerst gescheitert'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.09.1986, Ausgabe 215, Seite 16&amp;lt;/ref&amp;gt; So wurde eine vereinfachte Ausfertigung des Fahrnachweises vereinbart, um den Verwaltungsaufwand zu reduzieren, wobei dieser teils auf die Stadt übertragen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;''Neuer Lösungsvorschlag für Frauen-Nachttaxi'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 09.10.1986, Ausgabe 234, Seite 17&amp;lt;/ref&amp;gt; Negativ äußerte sich auch der Verband der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft Gießen zu den Planungen für das Frauentaxi. Dieser kritisierte vor allem das unzureichende Angebot für die Zeit zwischen 5 und 6 Uhr morgens, sowohl Linienbusse als auch die Möglichkeit der Erweiterung des Frauentaxis betreffend. Viele Arbeitnehmerinnen hätten zu dieser Zeit Schwierigkeiten sicher zur Arbeit nach Gießen zu kommen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Und Frauen, die früh zur Arbeit müssen?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.09.1986, Ausgabe 225, Seite 30&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den vorangegangenen Schwierigkeiten zwischen Stadt und Taxiunternehmen sich auf die Konditionen zu verständigen, wurde im Februar 1987 die endgültige Lösung bekannt gegeben und der Beginn der dreimonatigen Probezeit auf Mitte April 1987 festgelegt. Dafür wurden Verträge mit fünf Unternehmen ausgehandelt, welche auch der Magistrat abnickte. Zur Einigung kam es aufgrund neuer Vereinbarungen zugunsten der Taxiunternehmen. Diese beinhalteten vor allem die Erhöhung der Zuschüsse für die Unternehmen vonseiten der Stadt, um die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens aufseiten der Taxiunternehmen garantieren zu können. Für 1987 wurden für das Vorhaben 80.000 DM (40.903,35 Euro) zur Verfügung gestellt. Auch eine wissenschaftliche Begleituntersuchung für Korrekturen und zur Verbesserung des Angebots wurde angekündigt. Vonseiten der Opposition aus CDU und FDP gab es für diesen Vorstoß reichlich Kritik.&amp;lt;ref&amp;gt;''Frauen-Nachttaxi fährt ab dem 15. April'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.02.1987, Ausgabe 40, Seite 17&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Projektstart ===&lt;br /&gt;
Beginn der, offiziell ''Frauen-Nachtfahrten'' genannten, Frauen-Nachtaxen war am 15. April 1987.&amp;lt;ref&amp;gt;''Ab heute abend rollt des Frauen-Nachttaxi'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 15.04.1987, Ausgabe 89, Seite 18&amp;lt;/ref&amp;gt; Bereits nach zweimonatiger Probezeit wurde das Projekt nochmals um mehrere Monate bis Mitte November 1987 verlängert, um die Frequentierung und die Auswirkungen des möglichen Mitnahmeeffektes,  d.h. die Nutzung, der Frauen-Nachtaxen durch Fahrgäste welche ohnehin ein Taxi bestellt hätten, hinreichend feststellen zu können. Bis dato wurden jede Nacht im Durchschnitt 100 der genannten Fahrten in Anspruch genommen, wobei diese hauptsächlich in den Grenzen der Kernstadt verliefen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Das Frauen-Nachttaxi rollt vorerst weiter'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 19.06.1987, Ausgabe 138, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein im Oktober des gleichen Jahres vorgelegter Bericht des Stadtkämmerers registrierte den Anstieg der Fahrten in den vorangegangenen Monaten von 100 auf 130-140 pro Nacht mit Kosten für die Stadt von 7.000 DM (3.579,04 Euro) im Monat. Eine Tatsache, welche dieser als Erfolg des Projektes bewertete, wobei der befürchtete Mitnahmeeffekt offenbar weitgehend ausblieb. Kritik an der Einrichtung kam vor allem vonseiten des wettbewerbsführenden Taxiunternehmens für die Nachtfahrten. Dieses befürchtete vor allem im Winter Umsatzeinbußen durch Wartezeiten für die übrige Kundschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;''Funktaxis plädieren für Einstellung'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.10.1987, Ausgabe 244, Seite 17&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Dezember 1987 wurde auch ein weiteres Problem deutlich. Es zeigte sich, dass immer häufiger Frauen von den Taxifahrern stehen gelassen wurden, um stattdessen lukrativere Fahrten anzunehmen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Gülle (Grüne): Haben nicht viel gemeinsam mit der SPD'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.12.1987, Ausgabe 288, Seite 18&amp;lt;/ref&amp;gt; Rechtlich war dieses Vorgehen jedoch ein Vertragsbruch.&amp;lt;ref&amp;gt;''Nachttaxi: Fahrer lassen Frauen stehen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 19.12.1987, Ausgabe 294, Seite 17&amp;lt;/ref&amp;gt; Die meisten der Taxifahrer sprachen sich gegen die ausgehandelten Bedingungen der Fahrten aus, welche zu einem Verlustgeschäft im Gegensatz zu normalen Fahrten führten.&amp;lt;ref&amp;gt;''Funk-Taxi fühlt sich diffamiert'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 14.01.1988, Ausgabe 11, Seite 18&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die steigende Zahl der Fahrten, vor allem im Winterhalbjahr, entschloss sich der Magistrat das Angebot einzuschränken, sodass dieses, trotz starker Frequentierung, nur noch bis 2 Uhr nachts in Anspruch genommen werden können sollte, wofür 1988 120 000 DM und 1989 140 000 DM zur Verfügung stehen sollten.&amp;lt;ref&amp;gt;''Frauen-Nachtfahrten nur noch bis 2 Uhr'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.05.1988, Ausgabe 104, Seite 17&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Der entsprechende Antrag des Magistrats vom 21.06.1988 wurde in der Stadtverordnetenversammlung vom 21.07.1988 zurückgezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DSI995 aus 1988.pdf | ''Durchführung von Frauen-Nacht-Fahrten'']], Antrag des Magistrats vom 21.06.1988, Vorlage: 0995&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Grünen, welche das Projekt auf den Weg gebracht hatten, sprachen sich gegen die Verschmälerung des Angebots aus.&amp;lt;ref&amp;gt;''Grüne rügen patriarchalische Haltung'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 07.06.1988, Ausgabe 130, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; Bald stellte sich heraus, dass für 1988 bereits eine überplanmäßige Ausgabe in Höhe von 80 000 DM eingesetzt werden müsste, um das Angebot, mit Einschränkungen, aufrechterhalten zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;''Magistrat will weniger Frauen-Nachtfahrten'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.06.1988, Ausgabe 148, Seite 18&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der Verhandlungen um die Zukunft des Frauen-Nachttaxis schlugen die Grünen dann vor zunächst die Abrechnungen zu überprüfen, da es vermehrt zu Vorfällen gekommen sei, wobei die Taxifahrer frei erfundene Fahrten mit der Stadt haben abrechnen lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Verhandlungsangebot der Grünen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 16.07.1988, Ausgabe 163, Seite 33&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Kompromiss von den Koalitionspartnern SPD und Grüne vom Juli 1988 inkludierte dann, das Frauen-Nachttaxi wie gehabt fortzuführen.&amp;lt;ref&amp;gt;''SPD und Grüne verabschieden Etat 89'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.07.1988, Ausgabe 168, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch stimmten beide Koalitionspartner der überplanmäßigen Ausgabe von 80 000 DM im Antrag vom 21.06.1988 zur Fortführung des Nachttaxis in der Stadtverordnetenversammlung vom 21.07.1988 zu (Ja: SPD, Grüne; Nein: CDU, FDP).&amp;lt;ref&amp;gt;''Hubing: Keine Stadt folgt ''Modell'' Frauen-Nachttaxi'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.07.1988, Ausgabe 169, Seite 34&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DSI997 aus 1988.pdf | ''Genehmigung einer überplanmäßigen Ausgabe gemäß §100 HGO - Sozialamt - Frauen-Nacht-Fahrten'']], Antrag des Magsistrats vom 21.06.1988, Vorlage:  0997&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Frühjahr des Folgejahres 1989 kündigte die SPD dennoch an, die Konditionen des Nachttaxis verändern zu wollen. So strebte diese an, das Ende der Laufzeit auf 1:30 Uhr anstatt 4 Uhr zu legen, den Service jedoch am frühen Morgen für berufstätige Frauen anbieten zu wollen. Im Zuge dessen sollte auch der Eigenbetrag erhöht werden.&amp;lt;ref&amp;gt;''SPD: Frauen-Nachtfahrten werden teuer und kürzer'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 10.02.1989, Ausgabe 35, Seite 17&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch wurde deutlich, dass der Zuschussbedarf weit höher ausfallen würde als geplant, sodass für 1989 225 000 DM im Haushalt für diese Ausgabe bereitgehalten werden mussten.&amp;lt;ref&amp;gt;''Aufwand für Frauen-Nachtfahrten steigt weiter'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.07.1989, Ausgabe 159, Seite 17&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Antrag der CDU-Fraktion vom 11.07.1989, keine Mittel mehr für das Frauennachttaxi wegen des steigenden Mehrbedarfs mehr bereitstellen zu wollen, wurde in der Stadtverordnetenversammlung am 13.07.1989 mehrheitlich abgelehnt (Ja: CDU, FDP; Nein:SPD, Grüne).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DSI73 aus 1989.pdf | ''Frauennachtfahrten'']], Antrag der CDU-Fraktion vom 11.07.1989, Vorlage: 0073&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Mitte 1991 wurden dann geringe Fahrpreiserhöhungen mit den verbliebenen Minicarunternehmen vereinbart, wobei diese noch immer weit unter den Normaltarifen lagen. Außerdem wurde der Stadtbereich in nunmehr nur noch 2 Tarifzonen gegliedert. Einige Taxiunternehmen waren zwischenzeitig aus den Verträgen mit der Stadt ausgestiegen und die Fahrten sollten nur noch von 3 Beförderungsunternehmen durchgeführt werden. Die Subventionierung des Projektes vonseiten der Stadt sollte 200.000 DM (102.258,38 Euro) jährlich jedoch nicht überschreiten.&amp;lt;ref&amp;gt;''Koalition billigt höhere Preise bei Frauen-Nachttaxi'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 15.03.1991, Ausgabe 63, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Vertrag mit den verbliebenen 3 Unternehmen wurde Mitte 1993 dahin gehend verändert als das die Fahrpreise leicht nach oben korrigiert wurden und die Fahrtzeit bis 6 Uhr morgens ausgedehnt wurde. Diesem wurde in der Stadtverordnetenversammlung vom 22.07.1993 mehrheitlich zugestimmt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DS18 aus 1993.pdf | ''Vertrag zur Durchführung von Frauennachtfahrten'']], Antrag des Magistrats vom 10.05.1993, Vorlage: 0018&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 1995 zeichnete sich ab, dass die Fahrten ab Anfang Juli desselben Jahres wegen fehlender Gelder im Haushalt der Stadt eingestellt werden sollten. Daraufhin bot die Inhaberin eines der beteiligten Minicarunternehmen an, den Dienst weiterführen zu wollen, wobei das Angebot über dem Fahrpreis für die subventionierten Fahrten liegen sollte, jedoch unter dem des regulären Minicars.&amp;lt;ref&amp;gt;''Frauen fahren nachts weiter günstiger'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 27.06.1995, Ausgabe 146, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt; Neu war die Anbindung an weiter außerhalb liegende Gemeinden wie [https://de.wikipedia.org/wiki/Dutenhofen Dutenhofen] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Watzenborn-Steinberg Watzenborn] durch das Minicarunternehmen, welches im Juli die Weiterführung des Angebots verkündete. Ab Dezember wurde dieses auch wieder durch die Stadt mit 144.000 DM (73.626,03 Euro) bezuschusst.&amp;lt;ref&amp;gt;''Das Frauen-Nachttaxi rollt wieder bezuschusst'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 01.12.1995, Ausgabe 280, Seite 24&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 1998 schrieb die Stadt den Auftrag neu aus, da das Angebot des Minicarunternehmens, welches das Projekt übernommen hatte, verbesserungswürdig erschien. Das Angebot sollte nun ein Taxiunternehmen übernehmen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Frauen-Nachttaxi ab Januar unter neuer Regie'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.11.1998, Ausgabe 256, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Ausweitung des Angebots auf Heuchelheim wurde 1999 im Sozialausschuss aus finanziellen Gründen abgelehnt.&amp;lt;ref&amp;gt;''Keine Mehrheiten für ein Frauen-Nachttaxi'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 14.05.1999, Ausgabe 110, Seite 30&amp;lt;/ref&amp;gt; In 2000 wurden die Fahrpreise erneut leicht erhöht auf 5 DM (2.56 Euro) innerhalb der Kernstadt und 6,50 DM (3,32 Euro) auf allen anderen Strecken.&amp;lt;ref&amp;gt;''Frauennachtfahrten: Preise steigen zum April'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.03.2000, Ausgabe 57, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Nachfolgekonzepte===&lt;br /&gt;
Ende des Jahres 2001 musste das Angebot wegen stark sinkender Fahrtenzahlen eingestellt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;''Frauennachttaxi: Vertrag endet einvernehmlich'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.10.2001, Ausgabe 238, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Antrag der SPD-Fraktion vom 16.10.2001 an den Magistrat, die Kündigung des Frauennachttaxis zurückzunehmen, wurde mehrheitlich abgelehnt (Ja: SPD, Grüne, PDS; Nein: CDU, FWG, FDP; StE:BLG).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DS241 aus 2001.pdf | ''Frauennachttaxi'']], Antrag der SPD-Fraktion vom 16.10.2001, Vorlage:241/01&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses sollte, den Koalitionsvereinbarungen zufolge, durch ein Anrufsammeltaxi mit der gleichen Bezuschussungshöhe ersetzt werden. 2002 und 2004 wurde dann erneut der Einsatz eines Nachttaxi-Angebots bzw. Angebots von Busanschlussfahrten überdacht, wobei dafür verschiedene Zielgruppen ins Auge gefasst wurden, wie Senioren, Frauen oder Jugendliche.&amp;lt;ref&amp;gt;''Wiederbelebung nach dem ''Modell Hannover''?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.07.2003, Ausgabe 168, Seite 18&amp;lt;/ref&amp;gt; Beide Anträge der SPD-Fraktion für solch ein Nachfolgekonzept wurden in der Stadtverordnetenversammlung mehrheitlich abgelehnt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DS351 aus 2002.pdf | ''Nachfolgekonzept für das nicht mehr existierende Frauennachttaxi'']], Antrag der SPD-Fraktion vom 26.02.2002, Vorlage:0351&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DS1007 aus 2004.pdf | ''Nachfolgekonzept für das nicht mehr existierende Frauennachttaxi'']], Antrag der SPD-Fraktion vom 26.02.2004, Vorlage:1007&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2006 forderte die SPD ein Nachfolgekonzept für die Frauen-Nachtfahrten. Dieses Nachtverkehrsangebot sollte auch auf andere Zielgruppen, wie Senioren und Jugendliche, ausgeweitet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=8796 ''Entwicklung eines Nachfolgekonzeptes Frauennachtfahrten''], Antrag der SPD-Fraktion vom 29.08.2006, Vorlage: STV/0324/2006&amp;lt;/ref&amp;gt; Das genannte Nachfolgekonzept wurde dann 2007 in Form eines Nachtbussystems für alle Bürger Gießens an Wochenenden mit Anschlusstaxen in umliegende Orte wie Rödgen oder Allendorf, vorgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=9851&amp;amp;search=1 ''Nachtverkehrsangebot in der Stadt Gießen''], Antrag des Magistrats vom 03.12.2007, Vorlage:STV/1393/2007&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wurde einstimmig beschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{End}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Notruf und Beratung für vergewaltigte und belästigte Frauen/Lesben und Mädchen e.V.]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verkehr]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CUcke</name></author>
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		<title>Nachtverkehr in Gießen</title>
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		<updated>2014-10-30T19:49:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CUcke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Vorlage:UnvollständigeSeite}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Oktober 2008 wurden die beiden Nachtbuslinien &amp;quot;Venus&amp;quot; und &amp;quot;Saturn&amp;quot;, sowie Anschlusstaxis in die Stadtteile Rödgen, Allendorf und Lützellinden eingerichtet. Die Benutzung der Nachtbusse ist kostenlos.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Saturn-und-Venus-auf-Laufbahn-geschossen-_arid,67221_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''»Saturn« und »Venus« auf Laufbahn »geschossen«''], Gießener Allgemeine Zeitung, abgerufen am 20. Dezember 2013&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Linien verkehren im Stundentakt ab der Haltestelle Berliner Platz in der Betriebszeit von 0:27 Uhr bis 5:15 Uhr.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.stadtwerke-giessen.de/fileadmin/user_upload/PDF/Produkte_und_Dienstleistungen/Verkehr/2014/Nachtbus_VENUS.pdf ''Fahrplan Nachtbuslinie Venus''], abgerufen am 20. Dezember 2013&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.stadtwerke-giessen.de/fileadmin/user_upload/PDF/Produkte_und_Dienstleistungen/Verkehr/2014/Nachtbus_SATURN.pdf ''Fahrplan Nachtbuslinie Saturn''], abgerufen am 20. Dezember 2013&amp;lt;/ref&amp;gt; Die beiden Linien sind auf einer Ost-West und einer Nord-Süd-Verbindung in der Stadt unterwegs. Aus Kostengründen und Gründen der Frequentierung ist das Nachtbusangebot auf das Wochenende und die Nacht vor Feiertagen beschränkt.&amp;lt;ref&amp;gt;''Bis 4.30 Uhr: Stadt führt zwei Nachtbuslinien ein'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 16.01.2008, Ausgabe 13, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
'''Frauennachttaxi'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
(1985 - 1989)&lt;br /&gt;
* Frauennachttaxi, Antrag der SPD-Fraktion (Sitzung: 10 / Top: 3)&lt;br /&gt;
* Frauennachttaxi - Änderungsantrag zum Haushalt 1986, Antrag der FDP-Fraktion (Sitzung: 14 / Top: 8)&lt;br /&gt;
* Frauennachttaxi - Änderungsantrag zum Haushalt 1986, Antrag der CDU-Fraktion (Sitzung: 14 / Top: 8)&lt;br /&gt;
* Einführung eines Frauennachttaxis (Sitzung: 16 / Top: 3)&lt;br /&gt;
* Frauennachttaxi - Haushalt 1987, Antrag der CDU-Fraktion und FDP-Fraktion (Sitzung: 19 / Top: 2)&lt;br /&gt;
* Frauennachttaxi - Haushalt 1988, Antrag der CDU-Fraktion und FDP-Fraktion (Sitzung: 19 / Top: 2)&lt;br /&gt;
* Erstattung eines Berichtes zur Einführung der Frauennachtfahrten in Gießen, Antrag der CDU-Fraktion (Sitzung: 21 / Top: 30)&lt;br /&gt;
* Frauennachtfahrten - Nachtragshaushalt 1988, Antrag der CDU-Fraktion (Sitzung: 32 / Top: 4a)&lt;br /&gt;
* Frauennachtfahrten - Nachtragshaushalt 1988, Antrag der Fraktion Die Grünen (Sitzung: 32 / Top: 4a)&lt;br /&gt;
* Frauennachtfahrten - Haushalt 1989, Antrag der Fraktion Die Grünen (Sitzung: 32 / Top: 4)&lt;br /&gt;
* Durchführung von Frauennachtfahrten (Sitzung: 32 / Top: 10a)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1989 - 1993)&lt;br /&gt;
* Frauennachtfahrten, Antrag der CDU-Fraktion, Vorlage: DS I/73 (Sitzung: 4 / Top: 9)&lt;br /&gt;
* Frauen-Nacht-Fahrten, Antrag des Magistrats vom 12.04.1991, Vorlage: DS I/486 (Sitzung: 17 / Top: 19)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1993 - 1997)&lt;br /&gt;
* Vertrag zur Durchführung von Frauennachtfahrten, Antrag des Magistrats vom 10.05.1993, Vorlage: DS 0018 (Sitzung: 4 / Top: 14)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(2001 - 2006)&lt;br /&gt;
* Frauennachttaxi, Antrag der SPD-Fraktion vom 16.10.2001 (Sitzung: 9 / Top: 35) &amp;amp; (Sitzung: 10 / Top: 33) &amp;amp; (Sitzung: 13 / Top: 8)&lt;br /&gt;
* Nachfolgekonzept für das nicht mehr existierende Frauennachttaxi, Antrag der SPD-Fraktion vom 26.02.2002 (Sitzung: 14 / Top: 17) &amp;amp; (Sitzung: 15 / Top: 17) &amp;amp; (Sitzung: 32 / Top: 27)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einrichtung von Sonderverkehr an Silvester'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Am 28.11.1996 hat die Stadtverordnetenversammlung einstimmig (Ja: SPD, GR; StE: CDU, FDP, REP, Stv. Schuster) beschlossen, dass zum Jahreswechsel 1996/1997 ein stündlicher ÖPNV-Nachtverkehr eingerichtet werden soll.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DS1216_aus_1996.pdf | ''ÖPNV-Nachtverkehr'']], Antrag der SPD-Fraktion und der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen vom 05.11.1996, Vorlage: DS1216&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Angebot wurde auf die folgenden Silvesternächte ausgedehnt. Zurzeit fahren in den in den Silvesternächten drei Linien als sogenannte Silvestershuttles.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.stadtwerke-giessen.de/fileadmin/user_upload/PDF/Produkte_und_Dienstleistungen/Verkehr/2013/Silvester-Shuttle_1.pdf  ''Fahrplan 2013 des Silvester-Shuttles 1''], Webseite der Stadwerke Gießen ([https://web.archive.org/web/20140810191006/http://www.stadtwerke-giessen.de/fileadmin/user_upload/PDF/Produkte_und_Dienstleistungen/Verkehr/2013/Silvester-Shuttle_1.pdf Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.stadtwerke-giessen.de/fileadmin/user_upload/PDF/Produkte_und_Dienstleistungen/Verkehr/2013/Silvester-Shuttle_2.pdf  ''Fahrplan 2013 des Silvester-Shuttles 2''], Webseite der Stadwerke Gießen ([https://web.archive.org/web/20140810191052/http://www.stadtwerke-giessen.de/fileadmin/user_upload/PDF/Produkte_und_Dienstleistungen/Verkehr/2012/Silvester-Shuttle_2.pdf Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.stadtwerke-giessen.de/fileadmin/user_upload/PDF/Produkte_und_Dienstleistungen/Verkehr/2013/Silvester-Shuttle_3.pdf  ''Fahrplan 2013 des Silvester-Shuttles 3''], Webseite der Stadwerke Gießen ([https://web.archive.org/web/20140810191145/http://www.stadtwerke-giessen.de/fileadmin/user_upload/PDF/Produkte_und_Dienstleistungen/Verkehr/2013/Silvester-Shuttle_3.pdf Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einrichtung von regulären Nachtbussen im Stadtgebiet'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [http://www.parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=8796 Entwicklung eines Nachfolgekonzeptes Frauennachtfahrten, Antrag der SPD-Fraktion vom 29.08.2006, Vorlage: STV/0324/2006]&lt;br /&gt;
* [http://www.parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=9851 Nachtverkehrsangebot in der Stadt Gießen, Antrag des Magistrats vom 03.12.2007, Vorlage: STV/1393/2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nachtbuslinien wurden von 2008 bis 2013 von der [[MIT.BUS GmbH]] betrieben. Ab Feburar 2013 wurde die ESE Verkehrsgesellschaft mbH bis 30.09.2013&amp;lt;ref&amp;gt;''Neuvergabe des Nachtbusbetriebs in der Stadt Gießen für den Zeitraum Februar bis September 2013'', Magistratsvorlage, Vorlage: MAG/1351/2013&amp;lt;/ref&amp;gt;, 31.3.2014 bzw. 31.12.2014&amp;lt;ref&amp;gt;''Fortsetzung des Nachtbusbetriebs in der Stadt Gießen für den Zeitraum 1. April 2014 bis 31. Dezember 2014'', Magistratsvorlage, Vorlage: MAG/2003/2014&amp;lt;/ref&amp;gt; beauftragt die Linien zu bedienen. Hintergrund war, dass die Mit.Bus GmbH auf Grund von Sicherheitsbedenken nur noch mit Sicherheitsleuten fahren wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Gewalt-und-Rassismus-gefaehrden-Nachtbusse-_arid,381688_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''Gewalt und Rassismus gefährden Nachtbusse''], Gießener Allgemeine Zeitung, abgerufen am 20. Dezember 2013&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Nachtbusse-ab-sofort-mit-Videoueberwachung-_arid,398219_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''Nachtbusse ab sofort mit Videoüberwachung''], Gießener Allgemeine Zeitung, abgerufen am 20. Dezember 2013&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nachtverbindung von/nach Frankfurt'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In einem von der Stadtverordnetenversammlung am 05.06.2014 beschlossenen Antrag der PIRATEN-Fraktion wird der Magistrat beauftragt zu prüfen, ob eine Nachtverbindung zwischen Gießen und Frankfurt per Bus oder Zug möglich ist.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://www.parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=14446 ''Prüfung einer Nachtverbindung von/nach Frankfurt''], Antrag der PIRATEN-Fraktion vom 12.05.2014, Vorlage: STV/2175/2014&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Finanzierung ==&lt;br /&gt;
Die Nachtbuslinien werden komplett von der Stadt finanziert. Im Zuge des Beitritts zum [https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunaler_Schutzschirm Kommunale Schutzschirm] hat sich die Stadt verpflichtet das Geld einzusparen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessen.de/PDF/Ma%C3%9Fnahmenliste_f%C3%BCr_Beitritt_zum_Schutzschirm.PDF?ObjSvrID=684&amp;amp;ObjID=9566&amp;amp;ObjLa=1&amp;amp;Ext=PDF&amp;amp;WTR=1&amp;amp;_ts=1355405953 ''Maßnahmenliste für Beitritt zum Schutzschirm''], Stadt Gießen, abgerufen am 20. Dezember 2013&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus diesem Grund soll die Linie in den [[Nahverkehrsplan 2014]] eingearbeitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Den-Nachtbus-nutzen-vor-allem-Studierende-_arid,137149_regid,1_puid,1_pageid,113.html Gießener Allgemeine: Den Nachtbus nutzen vor allem Studierende]&lt;br /&gt;
* [http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Nachtbusse-im-Vorjahr-noch-staerker-genutzt-_arid,239076_regid,1_puid,1_pageid,113.html Gießener Allgemeine: Nachtbusse im Vorjahr noch stärker genutzt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{End}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verkehr]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:ÖPNV]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CUcke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.giessen.wiki/index.php?title=Gummiinsel&amp;diff=1427</id>
		<title>Gummiinsel</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.giessen.wiki/index.php?title=Gummiinsel&amp;diff=1427"/>
		<updated>2014-10-30T19:35:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CUcke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{UnvollständigeSeite}}&lt;br /&gt;
: Siehe auch: [http://de.wikipedia.org/wiki/Gummiinsel Wikipedia zur Gummiinsel] &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Läufertsröderweg-Leimenkauterweg-Gießen.jpeg|thumb|right|300px|Die Gummiinsel von der Ecke Läufertsöder Weg/Leimenkauter Weg]]&lt;br /&gt;
Die Gummiinsel ist eine Siedlung aus 15 Blöcken von einstöckigen Rotklinkerhäuschen zwischen dem Läufertsröder Weg, dem Leimenkauter Weg und dem Alter Krofdorfer Weg und gilt/galt als sozialer Brennpunkt der Stadt.&lt;br /&gt;
Der Name 'Gummiinsel' leitet sich sowohl vom gummiverarbeitenden Betrieb Poppe GmbH ab&amp;lt;sub&amp;gt; (siehe auch [[Poppe-Gelände]]) &amp;lt;/sub&amp;gt;, für den die Siedlung zu Beginn ein Arbeiterviertel war, als auch ihre soziale Lage und ihre Nähe zur Lahn, die zu Überflutungen der Siedlung führte.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Siedlung, die nach anfänglichen Protesten zwischen 1936 und 1939 errichtet wurde, diente von Beginn an als Wohnort für Hausierer, Schausteller und Artisten. Auch einige Sinti und Roma siedelten sich dort an, durch die dort lokal die [http://de.wikipedia.org/wiki/Manische_Sprache Manische Sprache] einen höheren Stellenwert erhielt, jedoch inzwischen kurz vor dem Aussterben ist.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://www.uni-giessen.de/cms/kultur/universum/geschichte/geschichte-giessens/manisch Tsche wa! - Aufgepasst! (uni-giessen.de) &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die einheitlichen, in 15 Häuserblöcken á vier bis sechs Wohneinheiten eingeteilten 77 Wohneinheiten der Siedlung befinden sich auf einer Fläche von 1,6 Hektar und bieten je 52,18m² bzw. vereinzelt 104,36m² Wohnfläche und stehen unter Denkmalschutz. Dabei sind die im Besitz der [[Wohnbau Gießen GmbH]] befindlichen Gebäude bis heute hauptsächlich Wohnort für sozial schwache Menschen und Familien. Der Mietpreis beläuft sich für sie auf ca. 4€ pro m².&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/2403/2014&amp;quot;&amp;gt; [http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=14692&amp;amp;voselect=3231 Bewerbung um Aufnahme in das Bundesprogramm &amp;quot;Nationale Projekte des  Städtebaus&amp;quot;; hier: Bereich Gummiinsel] - Antrag des Magistrats vom 17.09.2014 STV/2403/2014 &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Allgemeine 11.01.14&amp;quot;&amp;gt; [http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/gummiinsel-behutsame-sanierung-gefragt_13772989.htm &amp;quot;Gummiinsel&amp;quot;: Behutsame Sanierung Gefragt, Gießener Anzeiger, 11.01.2014 ([https://web.archive.org/web/20140116130507/http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/gummiinsel-behutsame-sanierung-gefragt_13772989.htm Archivierte Version]) &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Sanierungen ==&lt;br /&gt;
Seit dem Bau der Häuser in den dreißiger Jahren wurden bei vielen Wohnungen bisher keine Sanierungen vorgenommen. Zwar hätte es ab den 80er Jahren bereits Bestrebungen gegeben, diese kamen aber aufgrund von Differenzen zwischen Mietern und Vermietern oder dem Denkmalschutz zum Stopp.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Allgemeine 11.01.14&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
So kam es - bis auf einen Anschluss an das Fernwärmenetz durch die Wohnbau Gießen GmbH in den 90er Jahren - einzig zu privaten Sanierungsmaßnahmen einzelner Mieter.&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/2403/2014&amp;quot;/&amp;gt; Durch diese ist allerdings der Zustand der Wohnanlagen sehr unterschiedlich, sodass eine grundlegende Sanierung erschwert wird. Gleichzeitig schritt der Verfall einzelner Wohngebiete voran, die u.a. mit Feuchtigkeit und dem damit einhergehenden Schimmelbefall zu kämpfen haben. Drei Wohnungen gelten aufgrund ihre Zustandes bereits als nicht mehr vermietbar und stehen leer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Allgemeine 11.01.14&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:FinanzierungSanierungGummiinsel.jpeg|thumb|right|300px|Die Aufteilung der Kosten für die geplante Sanierung]]&lt;br /&gt;
Der Eigentümer, die Wohnbau Gießen GmbH, hingegen sah sich in den letzten Jahren jedoch stark in einem Dilemma. Da die Siedlung unter Denkmalschutz steht konnte sie nicht im Zuge der Sanierung sozialer Brennpunkte in den 1980er und 1990er Jahren einfach abgerissen und neu gebaut werden, sondern &amp;quot;aufgehübscht'' werden. Die dadurch gering gebliebenen Mietpreise wären jedoch nach dem damaligen Geschäftsführer Volker Behneke beträchtlich angestiegen, sodass sich etliche Bewohner das Niveau nicht mehr hätten leisten können. Hingegen wolle die Wohnbau jedoch den Menschen die Gelegenheit bieten, im Viertel zu bleiben - auch, sollte sich die Wohnbau entscheiden, die Häuser zu verkaufen. Daher dachte die Vermietergesellschaft auch über eine Möglichkeit zu mehr Mietereigentum nach, in der die Mieter ihre Gebäude eigenständig sanieren. Die hiervon nicht betroffenen Gebäude müssten jedoch auch saniert werden, was eine Mieterhöhung zur Folge gehabt hätte.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Gummiinsel-Wohnbau-sieht-sich-in-Dilemma-_arid,369390_regid,1_puid,1_pageid,113.html Gummiinsel: Wohnbau sieht sich im Dilemma] Gießener Allgemeine vom 20.09.2012 ([https://web.archive.org/web/20120922075350/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Gummiinsel-Wohnbau-sieht-sich-in-Dilemma-_arid,369390_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version]) &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses Vorhaben stoppte der Aufsichtsrat der Wohnbau daraufhin im April 2013, da der Preis für die Wohngebäude, der auf 50 000-60 000€ angesetzt wurde, nur von wenigen Mietern aufzubringen wäre. Vielmehr gäbe es Bedenken, dass ein Großteil der Anwohner zu solchen Kraftanstrengungen nicht in der Lage sei. Wie es weiter gehe, solle Aufgabe des auf selbiger Versammlung gewählten neuen Geschäftsführers Reinhard Thies sein. Ein Verkauf der Wohngebäude war damit allerdings vom Tisch.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-GummiinselWohnbau-stoppt-die-Verkaufsgespraeche-_arid,417291_regid,1_puid,1_pageid,113.html Gummiinsel: Wohnbau stoppt die Verkaufsgespräche] Gießener Allgemeine vom 30.04.2013 ([https://web.archive.org/web/20130504025714/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-GummiinselWohnbau-stoppt-die-Verkaufsgespraeche-_arid,417291_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version]) &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aufgrund der weiterhin baulich sehr schlechten Situation der Gebäude erstrebt die Stadt Gießen nun gemeinsam mit der Wohnbau Gießen und Fördermitteln des Bundes aus dem Bundesprogramm &amp;quot;Nationale Projekte des Städtebaus&amp;quot; eine Sanierung von sechs Musterhäusern bzw. einer Reihenhauszeile. Die vorraussichtlichen Kosten dafür in Höhe von 966.000€ verteilen sich dabei zu unterschiedlichen Teilen auf die Wohnbau Gießen GmbH, die Stadt Gießen, dem Bund und der Gemeinwesearbeit Gießen West (Projekt der Diakonie Hessen) aufteilt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/2403/2014&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ziel dieses Projekts sind u.a. die sozialverträgliche, behutsame und denkmalgerechte Sanierung und Modernisierung des Kulturdenkmals mit der Schaffung zeitgemäßer Wohn- und Lebensbedingungen. Dabei ist aufgrund der sozial schwachen Bewohnerschaft&lt;br /&gt;
insbesondere auf die Vermeidung von unangemessenen Mieterhöhungen zu achten.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Reihenhauszeile soll zusätzlich als Modell für die übrigen Gebäude dienen, für dessen Sanierung eine Folgefinanzierung z.B: aus dem Bund-Länder-Programm der Sozialen Stadt notwendig sei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/2403/2014&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch wird angedacht, im Rahmen von Ausbildungsprojekten dern Baubereich der Jugendwerkstatt konkrete Aufgaben bei den Sanierungsarbeiten zu übergeben. Auf diese Weise könnten Jugendliche und Erwachsene aus der Weststadt an der Sanierung ihres eigenen Stadtteils direkt mitarbeiten.&lt;br /&gt;
== Soziale Projekte ==&lt;br /&gt;
==== Stadtteilarbeitskreis Gießen-West ====&lt;br /&gt;
Im Jahr 1994 wurde der Stadtteilarbeitskreis Gießen-West ins Leben gerufen, der unter der Federführung der Gemeinwesenarbeit Gießen West des Diakonischen Werks Gießen steht. In diesem Arbeitskreis arbeiten verschiedene soziale Einrichtungen mit, die in der Gießener Weststadt aktiv sind. Zu ihnen gehören vier Kindertagesstätten, drei Schulen, die Evangelische Stephanusgemeinde, eine Jugendwerkstatt sowie der Jugendtreff Holzpalast, die Gemeimwesenarbeit Gießen West und der allgemeine Soziale Dienst des Jugendamtes wie auch das Jobcenter.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier werden im Zweimonatsrhythmus aktuelle Themen und Entwickungen des Stadtteils besprochen und Maßnahmen abgestimmt und koordiniert, wie auch gemeinsame Projekte und Feste veranstaltet. Aus ihnen entstand u.a. die Broschüre &amp;quot;Aktiv durch die Weststadt&amp;quot; oder eine &amp;quot;Projektwoche Ernährung&amp;quot;, die mit einem Gemeinsamen Fest (&amp;quot;Die längste Tafel der Weststadt&amp;quot;) beendet wurde. Zusätzlich wird im Dreijahresrhythmus ein gemeinsames Weststadtfest veranstaltet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/2403/2014&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
==== Jugendwerkstatt Gießen e.V. ====&lt;br /&gt;
Die Jugendwerkstatt Gießen e.V. wurde 1982 gegründet und begann ihre Arbeit mit einer kleinen Fahrradwerkstatt und einer Metallausbildung im Jahr 1983. Seitdem wurden die Aktivitäten kontinuierlich auf neue Gebiete (z.B. die Ausbildung für Tischler) ausgedehnt.&lt;br /&gt;
1998 wurde zudem mit der Eröffnung des Möbel-Recycling-Zentrums und dessen Um- und Ausbau moderne Werkstätten und eine Gebrauchtmöbel-Kaufhaus in Betrieb genommen. Hierdurch wurde auch ein Fokus auf die ökologische Orientierung gelegt. Seit 2003 wird an der Konzentration und Zusammenlegung der Werkstätten gearbeitet.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://www.jugendwerkstatt-giessen.de/diejw/index.html Website der Jugendwerkstatt Gießen/Die Jugendwerkstatt] ([https://web.archive.org/web/20130522230208/http://www.jugendwerkstatt-giessen.de/diejw/index.html Archivierte Version]) &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Innerhalb der Gießener Werkstatt bietet die Jugendwerkstatt zahlreiche Ausbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten in den Bereichen Metall, Elektrotechnik, Fahrradmechanik sowie mineralisches Bauen, Zimmerei und Heizung-Lüftung-Sanitär an. Darüber hinaus gibt es auch Angebote zur Berufsorientierung. Auch bietet die Jugendwerkstatt die Möglichkeit an, den Hauptschulabschluss nachzuholen.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://www.jugendwerkstatt-giessen.de/diejw/historie/index.html Website der Jugendwerkstatt Gießen/Die Jugendwerkstatt/Historie] ([https://web.archive.org/web/20130203094701/http://www.jugendwerkstatt-giessen.de/diejw/historie/index.html Archivierte Version]) &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---&lt;br /&gt;
Anträge:&lt;br /&gt;
(1985-1989)&lt;br /&gt;
* 21. Sitzung TOP 10&lt;br /&gt;
* 31. Sitzung TOP 10&lt;br /&gt;
(2011-2016)&lt;br /&gt;
* [http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=14692&amp;amp;voselect=3231 Bewerbung um Aufnahme in das Bundesprogramm &amp;quot;Nationale Projekte des Städtebaus&amp;quot;; hier: Bereich Gummiinsel] - Antrag des Magistrats vom 17.09.2014 STV/2403/2014&lt;br /&gt;
---&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Galerie}}&lt;br /&gt;
{{End}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CUcke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.giessen.wiki/index.php?title=Gummiinsel&amp;diff=1426</id>
		<title>Gummiinsel</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.giessen.wiki/index.php?title=Gummiinsel&amp;diff=1426"/>
		<updated>2014-10-30T19:32:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CUcke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{UnvollständigeSeite}}&lt;br /&gt;
: Siehe auch: [http://de.wikipedia.org/wiki/Gummiinsel Wikipedia zur Gummiinsel] &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Läufertsröderweg-Leimenkauterweg-Gießen.jpeg|thumb|right|300px|Die Gummiinsel von der Ecke Läufertsöder Weg/Leimenkauter Weg]]&lt;br /&gt;
Die Gummiinsel ist eine Siedlung aus 15 Blöcken von einstöckigen Rotklinkerhäuschen zwischen dem Läufertsröder Weg, dem Leimenkauter Weg und dem Alter Krofdorfer Weg und gilt/galt als sozialer Brennpunkt der Stadt.&lt;br /&gt;
Der Name 'Gummiinsel' leitet sich sowohl vom gummiverarbeitenden Betrieb Poppe GmbH ab&amp;lt;sub&amp;gt; (siehe auch [[Poppe-Gelände]]) &amp;lt;/sub&amp;gt;, für den die Siedlung zu Beginn ein Arbeiterviertel war, als auch ihre soziale Lage und ihre Nähe zur Lahn, die zu Überflutungen der Siedlung führte.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Siedlung, die nach anfänglichen Protesten zwischen 1936 und 1939 errichtet wurde, diente von Beginn an als Wohnort für Hausierer, Schausteller und Artisten. Auch einige Sinti und Roma siedelten sich dort an, durch die dort lokal die [http://de.wikipedia.org/wiki/Manische_Sprache Manische Sprache] einen höheren Stellenwert erhielt, jedoch inzwischen kurz vor dem Aussterben ist.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://www.uni-giessen.de/cms/kultur/universum/geschichte/geschichte-giessens/manisch Tsche wa! - Aufgepasst! (uni-giessen.de) &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die einheitlichen, in 15 Häuserblöcken á vier bis sechs Wohneinheiten eingeteilten 77 Wohneinheiten der Siedlung befinden sich auf einer Fläche von 1,6 Hektar und bieten je 52,18m² bzw. vereinzelt 104,36m² Wohnfläche und stehen unter Denkmalschutz. Dabei sind die im Besitz der [[Wohnbau Gießen GmbH]] befindlichen Gebäude bis heute hauptsächlich Wohnort für sozial schwache Menschen und Familien. Der Mietpreis beläuft sich für sie auf ca. 4€ pro m².&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/2403/2014&amp;quot;&amp;gt; [http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=14692&amp;amp;voselect=3231 Bewerbung um Aufnahme in das Bundesprogramm &amp;quot;Nationale Projekte des  Städtebaus&amp;quot;; hier: Bereich Gummiinsel] - Antrag des Magistrats vom 17.09.2014 STV/2403/2014 &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Allgemeine 11.01.14&amp;quot;&amp;gt; [http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/gummiinsel-behutsame-sanierung-gefragt_13772989.htm &amp;quot;Gummiinsel&amp;quot;: Behutsame Sanierung Gefragt, Gießener Anzeiger, 11.01.2014 ([https://web.archive.org/web/20140116130507/http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/gummiinsel-behutsame-sanierung-gefragt_13772989.htm Archivierte Version]) &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Sanierungen ==&lt;br /&gt;
Seit dem Bau der Häuser in den dreißiger Jahren wurden bei vielen Wohnungen bisher keine Sanierungen vorgenommen. Zwar hätte es ab den 80er Jahren bereits Bestrebungen gegeben, diese kamen aber aufgrund von Differenzen zwischen Mietern und Vermietern oder dem Denkmalschutz zum Stopp.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Allgemeine 11.01.14&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
So kam es - bis auf einen Anschluss an das Fernwärmenetz durch die Wohnbau Gießen GmbH in den 90er Jahren - einzig zu privaten Sanierungsmaßnahmen einzelner Mieter.&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/2403/2014&amp;quot;/&amp;gt; Durch diese ist allerdings der Zustand der Wohnanlagen sehr unterschiedlich, sodass eine grundlegende Sanierung erschwert wird. Gleichzeitig schritt der Verfall einzelner Wohngebiete voran, die u.a. mit Feuchtigkeit und dem damit einhergehenden Schimmelbefall zu kämpfen haben. Drei Wohnungen gelten aufgrund ihre Zustandes bereits als nicht mehr vermietbar und stehen leer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Allgemeine11.01.14&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:FinanzierungSanierungGummiinsel.jpeg|thumb|right|300px|Die Aufteilung der Kosten für die geplante Sanierung]]&lt;br /&gt;
Der Eigentümer, die Wohnbau Gießen GmbH, hingegen sah sich in den letzten Jahren jedoch stark in einem Dilemma. Da die Siedlung unter Denkmalschutz steht konnte sie nicht im Zuge der Sanierung sozialer Brennpunkte in den 1980er und 1990er Jahren einfach abgerissen und neu gebaut werden, sondern &amp;quot;aufgehübscht'' werden. Die dadurch gering gebliebenen Mietpreise wären jedoch nach dem damaligen Geschäftsführer Volker Behneke beträchtlich angestiegen, sodass sich etliche Bewohner das Niveau nicht mehr hätten leisten können. Hingegen wolle die Wohnbau jedoch den Menschen die Gelegenheit bieten, im Viertel zu bleiben - auch, sollte sich die Wohnbau entscheiden, die Häuser zu verkaufen. Daher dachte die Vermietergesellschaft auch über eine Möglichkeit zu mehr Mietereigentum nach, in der die Mieter ihre Gebäude eigenständig sanieren. Die hiervon nicht betroffenen Gebäude müssten jedoch auch saniert werden, was eine Mieterhöhung zur Folge gehabt hätte.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Gummiinsel-Wohnbau-sieht-sich-in-Dilemma-_arid,369390_regid,1_puid,1_pageid,113.html Gummiinsel: Wohnbau sieht sich im Dilemma] Gießener Allgemeine vom 20.09.2012 ([https://web.archive.org/web/20120922075350/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Gummiinsel-Wohnbau-sieht-sich-in-Dilemma-_arid,369390_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version]) &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses Vorhaben stoppte der Aufsichtsrat der Wohnbau daraufhin im April 2013, da der Preis für die Wohngebäude, der auf 50 000-60 000€ angesetzt wurde, nur von wenigen Mietern aufzubringen wäre. Vielmehr gäbe es Bedenken, dass ein Großteil der Anwohner zu solchen Kraftanstrengungen nicht in der Lage sei. Wie es weiter gehe, solle Aufgabe des auf selbiger Versammlung gewählten neuen Geschäftsführers Reinhard Thies sein. Ein Verkauf der Wohngebäude war damit allerdings vom Tisch.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-GummiinselWohnbau-stoppt-die-Verkaufsgespraeche-_arid,417291_regid,1_puid,1_pageid,113.html Gummiinsel: Wohnbau stoppt die Verkaufsgespräche] Gießener Allgemeine vom 30.04.2013 ([https://web.archive.org/web/20130504025714/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-GummiinselWohnbau-stoppt-die-Verkaufsgespraeche-_arid,417291_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version]) &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aufgrund der weiterhin baulich sehr schlechten Situation der Gebäude erstrebt die Stadt Gießen nun gemeinsam mit der Wohnbau Gießen und Fördermitteln des Bundes aus dem Bundesprogramm &amp;quot;Nationale Projekte des Städtebaus&amp;quot; eine Sanierung von sechs Musterhäusern bzw. einer Reihenhauszeile. Die vorraussichtlichen Kosten dafür in Höhe von 966.000€ verteilen sich dabei zu unterschiedlichen Teilen auf die Wohnbau Gießen GmbH, die Stadt Gießen, dem Bund und der Gemeinwesearbeit Gießen West (Projekt der Diakonie Hessen) aufteilt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/2403/2014&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ziel dieses Projekts sind u.a. die sozialverträgliche, behutsame und denkmalgerechte Sanierung und Modernisierung des Kulturdenkmals mit der Schaffung zeitgemäßer Wohn- und Lebensbedingungen. Dabei ist aufgrund der sozial schwachen Bewohnerschaft&lt;br /&gt;
insbesondere auf die Vermeidung von unangemessenen Mieterhöhungen zu achten.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Reihenhauszeile soll zusätzlich als Modell für die übrigen Gebäude dienen, für dessen Sanierung eine Folgefinanzierung z.B: aus dem Bund-Länder-Programm der Sozialen Stadt notwendig sei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/2403/2014&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch wird angedacht, im Rahmen von Ausbildungsprojekten dern Baubereich der Jugendwerkstatt konkrete Aufgaben bei den Sanierungsarbeiten zu übergeben. Auf diese Weise könnten Jugendliche und Erwachsene aus der Weststadt an der Sanierung ihres eigenen Stadtteils direkt mitarbeiten.&lt;br /&gt;
== Soziale Projekte ==&lt;br /&gt;
==== Stadtteilarbeitskreis Gießen-West ====&lt;br /&gt;
Im Jahr 1994 wurde der Stadtteilarbeitskreis Gießen-West ins Leben gerufen, der unter der Federführung der Gemeinwesenarbeit Gießen West des Diakonischen Werks Gießen steht. In diesem Arbeitskreis arbeiten verschiedene soziale Einrichtungen mit, die in der Gießener Weststadt aktiv sind. Zu ihnen gehören vier Kindertagesstätten, drei Schulen, die Evangelische Stephanusgemeinde, eine Jugendwerkstatt sowie der Jugendtreff Holzpalast, die Gemeimwesenarbeit Gießen West und der allgemeine Soziale Dienst des Jugendamtes wie auch das Jobcenter.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier werden im Zweimonatsrhythmus aktuelle Themen und Entwickungen des Stadtteils besprochen und Maßnahmen abgestimmt und koordiniert, wie auch gemeinsame Projekte und Feste veranstaltet. Aus ihnen entstand u.a. die Broschüre &amp;quot;Aktiv durch die Weststadt&amp;quot; oder eine &amp;quot;Projektwoche Ernährung&amp;quot;, die mit einem Gemeinsamen Fest (&amp;quot;Die längste Tafel der Weststadt&amp;quot;) beendet wurde. Zusätzlich wird im Dreijahresrhythmus ein gemeinsames Weststadtfest veranstaltet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/2403/2014&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
==== Jugendwerkstatt Gießen e.V. ====&lt;br /&gt;
Die Jugendwerkstatt Gießen e.V. wurde 1982 gegründet und begann ihre Arbeit mit einer kleinen Fahrradwerkstatt und einer Metallausbildung im Jahr 1983. Seitdem wurden die Aktivitäten kontinuierlich auf neue Gebiete (z.B. die Ausbildung für Tischler) ausgedehnt.&lt;br /&gt;
1998 wurde zudem mit der Eröffnung des Möbel-Recycling-Zentrums und dessen Um- und Ausbau moderne Werkstätten und eine Gebrauchtmöbel-Kaufhaus in Betrieb genommen. Hierdurch wurde auch ein Fokus auf die ökologische Orientierung gelegt. Seit 2003 wird an der Konzentration und Zusammenlegung der Werkstätten gearbeitet.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://www.jugendwerkstatt-giessen.de/diejw/index.html Website der Jugendwerkstatt Gießen/Die Jugendwerkstatt] ([https://web.archive.org/web/20130522230208/http://www.jugendwerkstatt-giessen.de/diejw/index.html Archivierte Version]) &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Innerhalb der Gießener Werkstatt bietet die Jugendwerkstatt zahlreiche Ausbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten in den Bereichen Metall, Elektrotechnik, Fahrradmechanik sowie mineralisches Bauen, Zimmerei und Heizung-Lüftung-Sanitär an. Darüber hinaus gibt es auch Angebote zur Berufsorientierung. Auch bietet die Jugendwerkstatt die Möglichkeit an, den Hauptschulabschluss nachzuholen.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://www.jugendwerkstatt-giessen.de/diejw/historie/index.html Website der Jugendwerkstatt Gießen/Die Jugendwerkstatt/Historie] ([https://web.archive.org/web/20130203094701/http://www.jugendwerkstatt-giessen.de/diejw/historie/index.html Archivierte Version]) &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---&lt;br /&gt;
Anträge:&lt;br /&gt;
(1985-1989)&lt;br /&gt;
* 21. Sitzung TOP 10&lt;br /&gt;
* 31. Sitzung TOP 10&lt;br /&gt;
(2011-2016)&lt;br /&gt;
* [http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=14692&amp;amp;voselect=3231 Bewerbung um Aufnahme in das Bundesprogramm &amp;quot;Nationale Projekte des Städtebaus&amp;quot;; hier: Bereich Gummiinsel] - Antrag des Magistrats vom 17.09.2014 STV/2403/2014&lt;br /&gt;
---&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Galerie}}&lt;br /&gt;
{{End}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CUcke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.giessen.wiki/index.php?title=Nachtverkehr_in_Gie%C3%9Fen&amp;diff=1398</id>
		<title>Nachtverkehr in Gießen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.giessen.wiki/index.php?title=Nachtverkehr_in_Gie%C3%9Fen&amp;diff=1398"/>
		<updated>2014-10-16T13:04:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CUcke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Vorlage:UnvollständigeSeite}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Oktober 2008 wurden die beiden Nachtbuslinien &amp;quot;Venus&amp;quot; und &amp;quot;Saturn&amp;quot;, sowie Anschlusstaxis in die Stadtteile Rödgen, Allendorf und Lützellinden eingerichtet. Die Benutzung der Nachtbusse ist kostenlos.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Saturn-und-Venus-auf-Laufbahn-geschossen-_arid,67221_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''»Saturn« und »Venus« auf Laufbahn »geschossen«''], Gießener Allgemeine Zeitung, abgerufen am 20. Dezember 2013&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Linien verkehren im Stundentakt ab der Haltestelle Berliner Platz in der Betriebszeit von 0:27 Uhr bis 5:15 Uhr.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.stadtwerke-giessen.de/fileadmin/user_upload/PDF/Produkte_und_Dienstleistungen/Verkehr/2014/Nachtbus_VENUS.pdf ''Fahrplan Nachtbuslinie Venus''], abgerufen am 20. Dezember 2013&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.stadtwerke-giessen.de/fileadmin/user_upload/PDF/Produkte_und_Dienstleistungen/Verkehr/2014/Nachtbus_SATURN.pdf ''Fahrplan Nachtbuslinie Saturn''], abgerufen am 20. Dezember 2013&amp;lt;/ref&amp;gt; Die beiden Linien sind auf einer Ost-West und einer Nord-Süd-Verbindung in der Stadt unterwegs. Aus Kostengründen und Gründen der Frequentierung ist das Nachtbusangebot auf das Wochenende beschränkt.&amp;lt;ref&amp;gt;''Bis 4.30 Uhr: Stadt führt zwei Nachtbuslinien ein'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 16.01.2008, Ausgabe 13, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
'''Frauennachttaxi'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
(1985 - 1989)&lt;br /&gt;
* Frauennachttaxi, Antrag der SPD-Fraktion (Sitzung: 10 / Top: 3)&lt;br /&gt;
* Frauennachttaxi - Änderungsantrag zum Haushalt 1986, Antrag der FDP-Fraktion (Sitzung: 14 / Top: 8)&lt;br /&gt;
* Frauennachttaxi - Änderungsantrag zum Haushalt 1986, Antrag der CDU-Fraktion (Sitzung: 14 / Top: 8)&lt;br /&gt;
* Einführung eines Frauennachttaxis (Sitzung: 16 / Top: 3)&lt;br /&gt;
* Frauennachttaxi - Haushalt 1987, Antrag der CDU-Fraktion und FDP-Fraktion (Sitzung: 19 / Top: 2)&lt;br /&gt;
* Frauennachttaxi - Haushalt 1988, Antrag der CDU-Fraktion und FDP-Fraktion (Sitzung: 19 / Top: 2)&lt;br /&gt;
* Erstattung eines Berichtes zur Einführung der Frauennachtfahrten in Gießen, Antrag der CDU-Fraktion (Sitzung: 21 / Top: 30)&lt;br /&gt;
* Frauennachtfahrten - Nachtragshaushalt 1988, Antrag der CDU-Fraktion (Sitzung: 32 / Top: 4a)&lt;br /&gt;
* Frauennachtfahrten - Nachtragshaushalt 1988, Antrag der Fraktion Die Grünen (Sitzung: 32 / Top: 4a)&lt;br /&gt;
* Frauennachtfahrten - Haushalt 1989, Antrag der Fraktion Die Grünen (Sitzung: 32 / Top: 4)&lt;br /&gt;
* Durchführung von Frauennachtfahrten (Sitzung: 32 / Top: 10a)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1989 - 1993)&lt;br /&gt;
* Frauennachtfahrten, Antrag der CDU-Fraktion, Vorlage: DS I/73 (Sitzung: 4 / Top: 9)&lt;br /&gt;
* Frauen-Nacht-Fahrten, Antrag des Magistrats vom 12.04.1991, Vorlage: DS I/486 (Sitzung: 17 / Top: 19)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1993 - 1997)&lt;br /&gt;
* Vertrag zur Durchführung von Frauennachtfahrten, Antrag des Magistrats vom 10.05.1993, Vorlage: DS 0018 (Sitzung: 4 / Top: 14)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(2001 - 2006)&lt;br /&gt;
* Frauennachttaxi, Antrag der SPD-Fraktion vom 16.10.2001 (Sitzung: 9 / Top: 35) &amp;amp; (Sitzung: 10 / Top: 33) &amp;amp; (Sitzung: 13 / Top: 8)&lt;br /&gt;
* Nachfolgekonzept für das nicht mehr existierende Frauennachttaxi, Antrag der SPD-Fraktion vom 26.02.2002 (Sitzung: 14 / Top: 17) &amp;amp; (Sitzung: 15 / Top: 17) &amp;amp; (Sitzung: 32 / Top: 27)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einrichtung von Sonderverkehr an Silvester'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Am 28.11.1996 hat die Stadtverordnetenversammlung einstimmig (Ja: SPD, GR; StE: CDU, FDP, REP, Stv. Schuster) beschlossen, dass zum Jahreswechsel 1996/1997 ein stündlicher ÖPNV-Nachtverkehr eingerichtet werden soll.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DS1216_aus_1996.pdf | ''ÖPNV-Nachtverkehr'']], Antrag der SPD-Fraktion und der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen vom 05.11.1996, Vorlage: DS1216&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Angebot wurde auf die folgenden Silvesternächte ausgedehnt. Zurzeit fahren in den in den Silvesternächten drei Linien als sogenannte Silvestershuttles.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.stadtwerke-giessen.de/fileadmin/user_upload/PDF/Produkte_und_Dienstleistungen/Verkehr/2013/Silvester-Shuttle_1.pdf  ''Fahrplan 2013 des Silvester-Shuttles 1''], Webseite der Stadwerke Gießen ([https://web.archive.org/web/20140810191006/http://www.stadtwerke-giessen.de/fileadmin/user_upload/PDF/Produkte_und_Dienstleistungen/Verkehr/2013/Silvester-Shuttle_1.pdf Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.stadtwerke-giessen.de/fileadmin/user_upload/PDF/Produkte_und_Dienstleistungen/Verkehr/2013/Silvester-Shuttle_2.pdf  ''Fahrplan 2013 des Silvester-Shuttles 2''], Webseite der Stadwerke Gießen ([https://web.archive.org/web/20140810191052/http://www.stadtwerke-giessen.de/fileadmin/user_upload/PDF/Produkte_und_Dienstleistungen/Verkehr/2012/Silvester-Shuttle_2.pdf Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.stadtwerke-giessen.de/fileadmin/user_upload/PDF/Produkte_und_Dienstleistungen/Verkehr/2013/Silvester-Shuttle_3.pdf  ''Fahrplan 2013 des Silvester-Shuttles 3''], Webseite der Stadwerke Gießen ([https://web.archive.org/web/20140810191145/http://www.stadtwerke-giessen.de/fileadmin/user_upload/PDF/Produkte_und_Dienstleistungen/Verkehr/2013/Silvester-Shuttle_3.pdf Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einrichtung von regulären Nachtbussen im Stadtgebiet'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [http://www.parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=8796 Entwicklung eines Nachfolgekonzeptes Frauennachtfahrten, Antrag der SPD-Fraktion vom 29.08.2006, Vorlage: STV/0324/2006]&lt;br /&gt;
* [http://www.parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=9851 Nachtverkehrsangebot in der Stadt Gießen, Antrag des Magistrats vom 03.12.2007, Vorlage: STV/1393/2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nachtbuslinien wurden von 2008 bis 2013 von der [[MIT.BUS GmbH]] betrieben. Ab Feburar 2013 wurde die ESE Verkehrsgesellschaft mbH bis 30.09.2013&amp;lt;ref&amp;gt;''Neuvergabe des Nachtbusbetriebs in der Stadt Gießen für den Zeitraum Februar bis September 2013'', Magistratsvorlage, Vorlage: MAG/1351/2013&amp;lt;/ref&amp;gt;, 31.3.2014 bzw. 31.12.2014&amp;lt;ref&amp;gt;''Fortsetzung des Nachtbusbetriebs in der Stadt Gießen für den Zeitraum 1. April 2014 bis 31. Dezember 2014'', Magistratsvorlage, Vorlage: MAG/2003/2014&amp;lt;/ref&amp;gt; beauftragt die Linien zu bedienen. Hintergrund war, dass die Mit.Bus GmbH auf Grund von Sicherheitsbedenken nur noch mit Sicherheitsleuten fahren wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Gewalt-und-Rassismus-gefaehrden-Nachtbusse-_arid,381688_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''Gewalt und Rassismus gefährden Nachtbusse''], Gießener Allgemeine Zeitung, abgerufen am 20. Dezember 2013&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Nachtbusse-ab-sofort-mit-Videoueberwachung-_arid,398219_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''Nachtbusse ab sofort mit Videoüberwachung''], Gießener Allgemeine Zeitung, abgerufen am 20. Dezember 2013&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nachtverbindung von/nach Frankfurt'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In einem von der Stadtverordnetenversammlung am 05.06.2014 beschlossenen Antrag der PIRATEN-Fraktion wird der Magistrat beauftragt zu prüfen, ob eine Nachtverbindung zwischen Gießen und Frankfurt per Bus oder Zug möglich ist.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://www.parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=14446 ''Prüfung einer Nachtverbindung von/nach Frankfurt''], Antrag der PIRATEN-Fraktion vom 12.05.2014, Vorlage: STV/2175/2014&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Finanzierung ==&lt;br /&gt;
Die Nachtbuslinien werden komplett von der Stadt finanziert. Im Zuge des Beitritts zum [https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunaler_Schutzschirm Kommunale Schutzschirm] hat sich die Stadt verpflichtet das Geld einzusparen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessen.de/PDF/Ma%C3%9Fnahmenliste_f%C3%BCr_Beitritt_zum_Schutzschirm.PDF?ObjSvrID=684&amp;amp;ObjID=9566&amp;amp;ObjLa=1&amp;amp;Ext=PDF&amp;amp;WTR=1&amp;amp;_ts=1355405953 ''Maßnahmenliste für Beitritt zum Schutzschirm''], Stadt Gießen, abgerufen am 20. Dezember 2013&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus diesem Grund soll die Linie in den [[Nahverkehrsplan 2014]] eingearbeitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Den-Nachtbus-nutzen-vor-allem-Studierende-_arid,137149_regid,1_puid,1_pageid,113.html Gießener Allgemeine: Den Nachtbus nutzen vor allem Studierende]&lt;br /&gt;
* [http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Nachtbusse-im-Vorjahr-noch-staerker-genutzt-_arid,239076_regid,1_puid,1_pageid,113.html Gießener Allgemeine: Nachtbusse im Vorjahr noch stärker genutzt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{End}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verkehr]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:ÖPNV]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CUcke</name></author>
	</entry>
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		<id>https://www.giessen.wiki/index.php?title=Nachtverkehr_in_Gie%C3%9Fen&amp;diff=1397</id>
		<title>Nachtverkehr in Gießen</title>
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		<updated>2014-10-16T12:56:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CUcke: Weitere Informationen zum ersten Paragraph hinzugefügt.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Vorlage:UnvollständigeSeite}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Oktober 2008 wurden die beiden Nachtbuslinien &amp;quot;Venus&amp;quot; und &amp;quot;Saturn&amp;quot;, sowie Anschlusstaxis in die Stadtteile Rödgen, Allendorf und Lützellinden eingerichtet. Die Benutzung der Nachtbusse ist kostenlos.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Saturn-und-Venus-auf-Laufbahn-geschossen-_arid,67221_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''»Saturn« und »Venus« auf Laufbahn »geschossen«''], Gießener Allgemeine Zeitung, abgerufen am 20. Dezember 2013&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Linien verkehren im Stundentakt ab der Haltestelle Berliner Platz in der Betriebszeit von 0:27 Uhr bis 5:15 Uhr.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.stadtwerke-giessen.de/fileadmin/user_upload/PDF/Produkte_und_Dienstleistungen/Verkehr/2014/Nachtbus_VENUS.pdf ''Fahrplan Nachtbuslinie Venus''], abgerufen am 20. Dezember 2013&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.stadtwerke-giessen.de/fileadmin/user_upload/PDF/Produkte_und_Dienstleistungen/Verkehr/2014/Nachtbus_SATURN.pdf ''Fahrplan Nachtbuslinie Saturn''], abgerufen am 20. Dezember 2013&amp;lt;/ref&amp;gt; Die beiden Linien verkehren auf einer Ost-West und einer Nord-Süd-Verbindung in der Stadt. Aus Kostengründen und Gründen der Frequentierung ist das Nachtbusangebot auf das Wochenende beschränkt.&amp;lt;ref&amp;gt;''Bis 4.30 Uhr: Stadt führt zwei Nachtbuslinien ein'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 16.01.2008, Ausgabe 13, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
'''Frauennachttaxi'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
(1985 - 1989)&lt;br /&gt;
* Frauennachttaxi, Antrag der SPD-Fraktion (Sitzung: 10 / Top: 3)&lt;br /&gt;
* Frauennachttaxi - Änderungsantrag zum Haushalt 1986, Antrag der FDP-Fraktion (Sitzung: 14 / Top: 8)&lt;br /&gt;
* Frauennachttaxi - Änderungsantrag zum Haushalt 1986, Antrag der CDU-Fraktion (Sitzung: 14 / Top: 8)&lt;br /&gt;
* Einführung eines Frauennachttaxis (Sitzung: 16 / Top: 3)&lt;br /&gt;
* Frauennachttaxi - Haushalt 1987, Antrag der CDU-Fraktion und FDP-Fraktion (Sitzung: 19 / Top: 2)&lt;br /&gt;
* Frauennachttaxi - Haushalt 1988, Antrag der CDU-Fraktion und FDP-Fraktion (Sitzung: 19 / Top: 2)&lt;br /&gt;
* Erstattung eines Berichtes zur Einführung der Frauennachtfahrten in Gießen, Antrag der CDU-Fraktion (Sitzung: 21 / Top: 30)&lt;br /&gt;
* Frauennachtfahrten - Nachtragshaushalt 1988, Antrag der CDU-Fraktion (Sitzung: 32 / Top: 4a)&lt;br /&gt;
* Frauennachtfahrten - Nachtragshaushalt 1988, Antrag der Fraktion Die Grünen (Sitzung: 32 / Top: 4a)&lt;br /&gt;
* Frauennachtfahrten - Haushalt 1989, Antrag der Fraktion Die Grünen (Sitzung: 32 / Top: 4)&lt;br /&gt;
* Durchführung von Frauennachtfahrten (Sitzung: 32 / Top: 10a)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1989 - 1993)&lt;br /&gt;
* Frauennachtfahrten, Antrag der CDU-Fraktion, Vorlage: DS I/73 (Sitzung: 4 / Top: 9)&lt;br /&gt;
* Frauen-Nacht-Fahrten, Antrag des Magistrats vom 12.04.1991, Vorlage: DS I/486 (Sitzung: 17 / Top: 19)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1993 - 1997)&lt;br /&gt;
* Vertrag zur Durchführung von Frauennachtfahrten, Antrag des Magistrats vom 10.05.1993, Vorlage: DS 0018 (Sitzung: 4 / Top: 14)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(2001 - 2006)&lt;br /&gt;
* Frauennachttaxi, Antrag der SPD-Fraktion vom 16.10.2001 (Sitzung: 9 / Top: 35) &amp;amp; (Sitzung: 10 / Top: 33) &amp;amp; (Sitzung: 13 / Top: 8)&lt;br /&gt;
* Nachfolgekonzept für das nicht mehr existierende Frauennachttaxi, Antrag der SPD-Fraktion vom 26.02.2002 (Sitzung: 14 / Top: 17) &amp;amp; (Sitzung: 15 / Top: 17) &amp;amp; (Sitzung: 32 / Top: 27)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einrichtung von Sonderverkehr an Silvester'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Am 28.11.1996 hat die Stadtverordnetenversammlung einstimmig (Ja: SPD, GR; StE: CDU, FDP, REP, Stv. Schuster) beschlossen, dass zum Jahreswechsel 1996/1997 ein stündlicher ÖPNV-Nachtverkehr eingerichtet werden soll.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DS1216_aus_1996.pdf | ''ÖPNV-Nachtverkehr'']], Antrag der SPD-Fraktion und der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen vom 05.11.1996, Vorlage: DS1216&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Angebot wurde auf die folgenden Silvesternächte ausgedehnt. Zurzeit fahren in den in den Silvesternächten drei Linien als sogenannte Silvestershuttles.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.stadtwerke-giessen.de/fileadmin/user_upload/PDF/Produkte_und_Dienstleistungen/Verkehr/2013/Silvester-Shuttle_1.pdf  ''Fahrplan 2013 des Silvester-Shuttles 1''], Webseite der Stadwerke Gießen ([https://web.archive.org/web/20140810191006/http://www.stadtwerke-giessen.de/fileadmin/user_upload/PDF/Produkte_und_Dienstleistungen/Verkehr/2013/Silvester-Shuttle_1.pdf Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.stadtwerke-giessen.de/fileadmin/user_upload/PDF/Produkte_und_Dienstleistungen/Verkehr/2013/Silvester-Shuttle_2.pdf  ''Fahrplan 2013 des Silvester-Shuttles 2''], Webseite der Stadwerke Gießen ([https://web.archive.org/web/20140810191052/http://www.stadtwerke-giessen.de/fileadmin/user_upload/PDF/Produkte_und_Dienstleistungen/Verkehr/2012/Silvester-Shuttle_2.pdf Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.stadtwerke-giessen.de/fileadmin/user_upload/PDF/Produkte_und_Dienstleistungen/Verkehr/2013/Silvester-Shuttle_3.pdf  ''Fahrplan 2013 des Silvester-Shuttles 3''], Webseite der Stadwerke Gießen ([https://web.archive.org/web/20140810191145/http://www.stadtwerke-giessen.de/fileadmin/user_upload/PDF/Produkte_und_Dienstleistungen/Verkehr/2013/Silvester-Shuttle_3.pdf Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einrichtung von regulären Nachtbussen im Stadtgebiet'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [http://www.parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=8796 Entwicklung eines Nachfolgekonzeptes Frauennachtfahrten, Antrag der SPD-Fraktion vom 29.08.2006, Vorlage: STV/0324/2006]&lt;br /&gt;
* [http://www.parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=9851 Nachtverkehrsangebot in der Stadt Gießen, Antrag des Magistrats vom 03.12.2007, Vorlage: STV/1393/2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nachtbuslinien wurden von 2008 bis 2013 von der [[MIT.BUS GmbH]] betrieben. Ab Feburar 2013 wurde die ESE Verkehrsgesellschaft mbH bis 30.09.2013&amp;lt;ref&amp;gt;''Neuvergabe des Nachtbusbetriebs in der Stadt Gießen für den Zeitraum Februar bis September 2013'', Magistratsvorlage, Vorlage: MAG/1351/2013&amp;lt;/ref&amp;gt;, 31.3.2014 bzw. 31.12.2014&amp;lt;ref&amp;gt;''Fortsetzung des Nachtbusbetriebs in der Stadt Gießen für den Zeitraum 1. April 2014 bis 31. Dezember 2014'', Magistratsvorlage, Vorlage: MAG/2003/2014&amp;lt;/ref&amp;gt; beauftragt die Linien zu bedienen. Hintergrund war, dass die Mit.Bus GmbH auf Grund von Sicherheitsbedenken nur noch mit Sicherheitsleuten fahren wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Gewalt-und-Rassismus-gefaehrden-Nachtbusse-_arid,381688_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''Gewalt und Rassismus gefährden Nachtbusse''], Gießener Allgemeine Zeitung, abgerufen am 20. Dezember 2013&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Nachtbusse-ab-sofort-mit-Videoueberwachung-_arid,398219_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''Nachtbusse ab sofort mit Videoüberwachung''], Gießener Allgemeine Zeitung, abgerufen am 20. Dezember 2013&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nachtverbindung von/nach Frankfurt'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In einem von der Stadtverordnetenversammlung am 05.06.2014 beschlossenen Antrag der PIRATEN-Fraktion wird der Magistrat beauftragt zu prüfen, ob eine Nachtverbindung zwischen Gießen und Frankfurt per Bus oder Zug möglich ist.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://www.parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=14446 ''Prüfung einer Nachtverbindung von/nach Frankfurt''], Antrag der PIRATEN-Fraktion vom 12.05.2014, Vorlage: STV/2175/2014&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Finanzierung ==&lt;br /&gt;
Die Nachtbuslinien werden komplett von der Stadt finanziert. Im Zuge des Beitritts zum [https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunaler_Schutzschirm Kommunale Schutzschirm] hat sich die Stadt verpflichtet das Geld einzusparen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessen.de/PDF/Ma%C3%9Fnahmenliste_f%C3%BCr_Beitritt_zum_Schutzschirm.PDF?ObjSvrID=684&amp;amp;ObjID=9566&amp;amp;ObjLa=1&amp;amp;Ext=PDF&amp;amp;WTR=1&amp;amp;_ts=1355405953 ''Maßnahmenliste für Beitritt zum Schutzschirm''], Stadt Gießen, abgerufen am 20. Dezember 2013&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus diesem Grund soll die Linie in den [[Nahverkehrsplan 2014]] eingearbeitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Den-Nachtbus-nutzen-vor-allem-Studierende-_arid,137149_regid,1_puid,1_pageid,113.html Gießener Allgemeine: Den Nachtbus nutzen vor allem Studierende]&lt;br /&gt;
* [http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Nachtbusse-im-Vorjahr-noch-staerker-genutzt-_arid,239076_regid,1_puid,1_pageid,113.html Gießener Allgemeine: Nachtbusse im Vorjahr noch stärker genutzt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{End}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verkehr]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:ÖPNV]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CUcke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.giessen.wiki/index.php?title=Samen-Hahn-Gel%C3%A4nde&amp;diff=984</id>
		<title>Samen-Hahn-Gelände</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.giessen.wiki/index.php?title=Samen-Hahn-Gel%C3%A4nde&amp;diff=984"/>
		<updated>2014-09-24T13:42:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CUcke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Sahmen-Hahn.jpg|thumb|right|400px|Das Samen-Hahn Gebäude vor dem Abriss (2012)]]&lt;br /&gt;
Das ehemalige Samen-Hahn-Gebäude an der Bahnhofsstraße 35/Reichensand 2 war ein seit über 30 Jahren leer stehendes und zu diesem Zeitpunkt bereits einsturzgefährdetes ehemals denkmalgeschütztes Gebäude, das am 22.Juni 2012 abgerissen wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gaz-2012-06-23&amp;quot;&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Hessen/Artikel,-Samen-Hahn-Nach-114-Jahren-kommt-der-Abrissbagger-_arid,350354_regid,1_puid,1_pageid,11.html ''Nach 114 Jahren kommt der Abrissbagger''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.06.2012 ([https://web.archive.org/web/20140818222456/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Hessen/Artikel,-Samen-Hahn-Nach-114-Jahren-kommt-der-Abrissbagger-_arid,350354_regid,1_puid,1_pageid,11.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 1898 im spätgründerzeitlichen Stil errichtete Gebäude, das zwischenzeitlich auch als Weinstube und Möbelhaus genutzt wurde, bestand aus klar gliedernden Formelementen wie z.B. in Sandstein ausgeführten Fenstergewänden und -bögen und Mansarddach. Zudem besaß das Gebäude eine qualitätvolle Verarbeitung des zweifarbigen Klinkermaterials, weswegen der Bau eine Einstufung als Kulturdenkmal aus künstlerischen Gründen einforderte. Darüber hinaus ist das Haus städtebaulich besonders wichtig, da ein optischer Bezug zu weiteren dortigen Gebäuden besteht.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?obj=60382&amp;amp;event=Query.Details Samen-Hahn Gebäude auf denkmalpflege-hessen.de] ([https://web.archive.org/web/20140804152556/http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?obj=60382&amp;amp;event=Query.Details Archivierte Version]) &amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem ist das Gebäude Teil der denkmalgeschützten Gesamtanlage &amp;quot;Gesamtanlage I&amp;quot;, die Bahnhofstraße und Westanlage umfasst.&lt;br /&gt;
== Samen-Hahn im Besitz von Shobeiri ==&lt;br /&gt;
==== Grundstücksverkauf und Gebäudeabriss auf ehemaligem Samen-Hahn-Gelände ====&lt;br /&gt;
Am 1. Juli 1981 ging das gesamte Samen-Hahn-Gelände für zwei Millionen DM an die Shobeiri GmbH und Co. KG. Nur einen Tag später wurde bereits ein Biedermeierhaus von 1830 auf dem Gelände abgerissen. Es war eines der ĺetzten Gebäude dieser Art in Gießen. Unter Berufung auf die Aussagen des Bezirksdenkmalpflegers, dass das Biedermeierhaus jedoch mit seiner Lage als Hinterhofhaus nicht in das moderne Stadtbild integriert und daher auch nicht als denkmalschutzwürdig eingestuft werden konnte,&amp;lt;ref name=&amp;quot;81/7/11&amp;quot;&amp;gt;''Beyer: &amp;quot;Es lagen Erkenntnisse auf mögliche Besetzung vor&amp;quot; Walldorf: &amp;quot;Wir brauchen Zusage für Wohnraum-Schaffung&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 07.11.1981, Ausgabe Nr. 157, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; entschied sich der damalige Bürgermeister für den Abriss.Tatsächlich lag die Entscheidung des Denkmalpflegers zum Zeitpunkt des Abrisses noch nicht vor und der Abriss wurde somit ohne dessen Zustimmung durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Den Denkmalpfleger trifft keine Schuld&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.02.1982, Ausgabe Nr. 46, Seite 14&amp;lt;/ref&amp;gt;Auch gab es widersprüchliche Aussagen von Seiten der Polizeibehörde was die Gefahr der Besetzung der Gebäude betraf.&amp;lt;ref&amp;gt;''Abriß Samen-Hahn nun auch Landtagsthema'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.10.1981, Ausgabe Nr. 246, Seite 11&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzig das oben beschriebene Eckhaus Reichensand 2/Bahnhofstraße 35 sollte erhalten bleiben. Geplant war damals ein neues 18-Millionen-DM teures Gebäude mit einer Kombination aus Wohnungen und Geschäftsräumen zur Stärkung von Arbeitsmarkt und Wirtschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;''Die Bagger griffen nach Bausubstanz von 1830 und 1880: Kulturdenkmäler machen für 18-Millionen-Projekt Platz'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 03.07.1981, Ausgabe 150, Seite 13&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Abriss zog ein breites Echo in der Öffentlichkeit mit sich, unter anderem einen &amp;quot;Schweigemarsch&amp;quot; mit 250 Demonstranten&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Schweigemarsch&amp;quot; bei den Trümmern in der Bahnhofstraße'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.07.1981, Ausgabe Nr. 154, Seite 11&amp;lt;/ref&amp;gt; und Beschwerden seitens des Mietervereins zur Zerstörung von bei Wohnungsknappheit nutzbaren Anwesen, zum Beispiel als Studentenwohnungen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;Magistrat stelte Politik der Zerstörung einmal mehr unter Beweis&amp;quot;, Gießener Allgemeine Zeitung vom 10.07.1981, Ausgabe Nr. 156, Seite 10&amp;lt;/ref&amp;gt;Auch das Eckhaus Reichensand 2 / Bahnhofsstraße 35 wurde erst am 21. Juli 1981 vollständig in die Denkmalliste eingetragen, sodass auch dieses bis dahin vom Abriss gefährdet war.&amp;lt;ref&amp;gt;''Woher kommen die eindeutigen Widersprüche?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.08.1981, Ausgabe Nr. 193, Seite 28&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Erste Bauvorhaben für das Doppelhaus Ecke Reichensand/Bahnhofstraße ====&lt;br /&gt;
Nach dem Abriss der Gebäude auf dem Samen-Hahn-Gelände, mit Ausnahme des Eckhauses, wurde die Freifläche zunächst als Parkplatz genutzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;82/8/14/&amp;quot;&amp;gt;''Bauvoranfrage ist am Mittwoch im Bauausschuß: Stimmt RP der Bebauungsplan-Befreiung zu?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 14.08.1982, Ausgabe Nr. 186, Seite 27&amp;lt;/ref&amp;gt;Die Eigentümer stellten nun für das verbliebene Doppelhaus eine Bauvoranfrage für ein Wohn- und Geschäftsgebäude mit fünf Geschossen, welche vom Magistrat genehmigt wurde unter der Voraussetzung, dass für die geplante geschlossene Bebauung statt der offenen ein Architektenwettbewerb stattfindet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DSI395 aus 1982.pdf | ''Bauvoranfrage der H.Shobeiri GmbH &amp;amp; Co KG zum Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses in Gießen'']], Antrag des Magistrats vom 07.07.1982, Vorlage: DS I/395&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Architektenbüro hatte bereits den Zuschlag, als im April 1983 die Stadt bekannt gab das die Pläne Shobeiris nicht ganz ihren Vorstellungen entsprächen, da diese mit dem umliegenden Stadtbild nicht vereinbar wären, sodass keine Baugenehmigung ausgestellt werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;''Noch keine Genehmigung für &amp;quot;Shobeiri-Bau&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.04.1983, Ausgabe 80, Seite 18&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Juni 1983 gab es dann bereits die ersten Überlegungen den Erker des Eckgebäudes in einem Neubau &amp;quot;nachzuempfinden&amp;quot; und im Bereich des Daches eine Glaskuppel zu installieren&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;&amp;gt;''Auch das Vorderhaus wird verschwinden'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.06.1983, Ausgabe Nr. 127, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt;, wobei der Erhalt der Baussubstanz oder der Fassade als sehr kostspielig verworfen wurden, obwohl die Fassade auf Grund ihres Baustils schon in der Gründerzeit als schützenswert eingestuft und ins vorläufige Denkmalbuch eingetragen worden war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;/&amp;gt; Daher wurden auch auf diesen Beschluss wieder Stimmen laut, die Stadt möge doch unter dem Druck von Seiten des Bauinteressenten den Denkmalschutz nicht vernachlässigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;/&amp;gt; Die ständige Veränderung der Baupläne durch den Eigentümer führte dazu, dass die Stadt ihm eine Baugenehmigung immer wieder verwehren musste (Stand 26. August 1983).&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/8/26&amp;quot;&amp;gt;''Bleibt der Reichensand-Komplex ein Phantom?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 26.08.1983, Ausgabe Nr. 197, Seite 16&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Neubewertung in Denkmalschutzfragen und Entscheidung gegen den Abriss ====&lt;br /&gt;
Die bedauernde Einschätzung des Denkmalpflegers von 1983, das Doppelhaus sei stark sanierungsbedürftig und die Beseitigung der Mängel könnte dem Eigentümer, vor allem finanziell, nicht zugemutet werden, wurde 1985 neu überdacht. Infolgedessen schätzte die Untere Denkmalschutzbehörde das Gebäude wieder als schützenswert ein und aus diesem Grund wurde der Abbruchantrag Shobeiris im Dezember 1985 abgelehnt. Als Begründung für dieses Umdenken wurden städtebauliche, geschichtliche und künstlerische Gründe genannt.&amp;lt;ref&amp;gt; Streit geht weiter: Kulturdenkmal oder nicht? Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.07.1990, Ausgabe Nr. 175, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt;Die Stadt gab auf den offenen Brief der Bürgerinitiative und die Kritik des Mietervereins bekannt, das aus rechtlichen Gründen erst die entgültige Ablehnung des Antrages auf Abriss des Gebäudes von Seiten der Bauaufsicht zum Verbot der Wohnraumzweckentfremdung für das Eckgebäude führen kann. Die Befreiung von diesem Verbot wurde 1983 für das genannte Gebäude festgelegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/1/14&amp;quot;&amp;gt;''Magistrat fühlt sich von Shobeiri &amp;quot;veralbert&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 14.01.1987, Ausgabe Nr. 11, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Widerspruch Shobeiris auf die Ablehnung der Abrissgenehmigung von Seiten des Anhörungsausschusses ging mit der Vorlage dieses Begehrens nun im Januar 1987 an den Regierungspräsidenten.Im April 1987 wurde der Widerspruch Shobeiris gegen die Ablehnung des Abbruchantrags von 1985 abgewehrt, woraufhin er Klage beim Verwaltungsgericht einreichte. Er stützte seine Klage dabei auf die Auffassung eines Gutachters, welcher ihm bestätigte das der Erhalt des Gebäudes in diesem Zustand nicht zumutbar sei, obwohl die Fassade zur Bahnhofstraße grundsätzlich schützenswürdig sei &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürgerinitiative Mühlstraße wendete sich im November 1986 in einem offenen Brief an den Bürgermeister, in welchem sie ihre Bedenken gegen den Verfall und Abriss des Gebäudes als denkmalschutzwürdiges Ensemble &amp;lt;ref&amp;gt;''Gegen Abrißerlaubnis für Eckbau Reichensand'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.11.1986, Ausgabe Nr. 277, Seite 29&amp;lt;/ref&amp;gt; äußerte und damit die Genehmigung der Stadt zur Zweckentfremdung des Komplexes ohne zeitliche Begrenzung von Seiten Shobeiris in Frage stellte. Im Juli 1987 wendete sich diese Bürgerinitiative erneut an die Presse und beschrieb den ihrer Ansicht nach &amp;quot;desolaten Zustand&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;&amp;gt;''Schleichender Verfall eines Gründerstilhauses'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.07.1987, Ausgabe Nr. 172, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt; des Gebäudes, welcher bei einer Besichtigung der Innenräume durch die Mitglieder dieser Bürgerinitiative zu Tage kam. Demnach drang durch zerstörte Fenster Feuchtigkeit ein, der Holzschwamm habe sich massiv ausgebreitet und mehrere Propangasflaschen stellten außerdem ein Explosionsrisiko dar. Nach Einschätzung der Bürgerinitiative seien &amp;quot;diese Schäden nicht durch bloßen Verfall des Hauses enstanden, sondern vorsätzlich herbeigeführt worden, um den Verfall des Gebäudes zu beschleunigen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;/&amp;gt; In Bezug auf diese Annahmen äußerten sie auch große Bedenken den Eigentümer betreffend, welcher ein &amp;quot;Spekulant&amp;quot; sei und versuche &amp;quot;das wenig aussichtsreiche Verfahren einer Abbruchgenehmigung zu umgehen und hinter dem Rücken der Öffentlichkeit mit einer gezielten Verwahrlosung des Gebäudes vollendete Tatsachen zu schaffen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;/&amp;gt;In diesem Fall ging es konkret um 500 qm Wohnraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die SPD-Mitte forderte daraufhin im Februar 1988 einen neuen Bebauungsplan mit Veränderungssperre, sodass der Klage Shorbeiris auf Abriss des Gebäudes nicht irgendwann stattgegeben hätte werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;88/2/13&amp;quot;/&amp;gt; Darauffolgend wurde sogleich die geforderte Veränderungssperre angewandt, welche mit den Stimmen von SPD, Grünen und FDP in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen worden war.&amp;lt;ref&amp;gt;''Das &amp;quot;Gaststättendorf&amp;quot; kann nicht entstehen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.02.1988, Ausgabe Nr. 37, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; So wurde auch Shobeiris Antrag für ein Gaststättendorf von September 1987 abgelehnt mit der Begründung das die Gestaltungsvorgaben der Stadt damit nicht umgesetzt würden. Diese Gestaltungsvorgaben beinhalteten einen Bau, welcher zur Straße hin wenigstens dreigeschossig und zur Innenseite terassenförmig verlaufen sollte. Außerdem sah der Magistrat mit Zustimmung des Parlaments die Gewerbeflächen im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss vor, mit Ausnahme von Vergnügungsstätten, sowie zwei Parkdecks mit einer Anzahl von bis zu 120 PKW-Parkplätzen und ein Flachdach mit Dachbegrünung. Diese Vorgaben setzten jedoch voraus dass das Eckgebäude in einem Abstand von sechs Metern zum Neubau erhalten bliebe, was nicht im Sinne des Eigentümers beschlossen worden war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;88/2/13&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gebäudebegehung und Einstufung ====&lt;br /&gt;
[[Datei:EntwurfG1 09.jpeg|thumb|right|350px|Beiplan zum Bebauungsplanentwurf G1/09 von 1990]]&lt;br /&gt;
Im März 1988 entschieden die Fraktionen von CDU, SPD und FDP eine Begehung des Gebäudekomplexes zusammen mit Shobeiri um die Bauplanungen vor Ort erläutert zu bekommen. Die Grünenfraktion wurde von Shobeiri zu diesem Ortstermin nicht eingeladen, da dieser sich von deren Kritik angegriffen fühlte. So stellten die Anwesenden fest, dass bereits vom vorherigen Eigentümer Stahlträger zum Ersatz von tragenden Wänden eingebaut wurden und der Dachstuhl längst baufällig geworden war. Insbesondere die denkmalgeschützte Fassade und die Eckgestaltung erschien den Gutachtern dennoch erhaltenswert. Der Eigentümer plante jedoch den Abriss des kompletten Gebäudes und statt der Erhaltung, die Fassade und den Erker mit dem Originalmaterial in derselben Gestaltung wieder aufzubauen. Die Möglichkeit das Gebäude auszukernen (Komplettabriss bis auf die Fassaden) bestand, wäre jedoch mit sehr großem Aufwand und der Gefahr des Zusammenbrechens der Außenwände verbunden gewesen.&amp;lt;ref&amp;gt; Direkter Kontakt der Fraktionen mit Shobeiri; Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.03.1988, Ausgabe Nr. 60, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;Daraufhin beschloss die Stadt 1989 für das Samen-Hahn Gelände einen neuen, eigenen Bebauungsplan (G 1/09 &amp;quot;Reichensand&amp;quot;) aufzustellen. Dieser sah eine ein- bis zweigeschossige Tiefgarage unter dem Gebiet vor und erwägte, bei zusätzlich benötigten Stellplätzen die Obergeschosse des Gebäudes am Reichensand, das direkt am Parkhaus Westanlage anliegt, mit zu nutzen. Grund für die Aufstellung dieses Bebauungsplanes, der auch Teile des Bebauungsplan 56 &amp;quot;Stadtmitte II&amp;quot; berührt, war, dass er grundlegende Richtwerte setzte für die Gebäude, die zuvor in den Bebauungsplänen nicht definiert wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;&amp;gt;[[Medium:DSI262 aus 1990.pdf | ''1. Aufhebung je eines Teilbereiches der rechtskräftigen Bebauungspläne Nr. 56 &amp;quot;Stadtmitte II&amp;quot; und Nr. 57a &amp;quot;Stadtmitte Ia&amp;quot;; hier: Verfahrenseinleitung und öffentliche Auslegung gem. §2, Abs. 1 und §3, Abs. 2 BauGB, 2. Aufstellung des Bebauungsplans Nr. G1/09 &amp;quot;Reichensand&amp;quot; mit integrierter Satzung gem. § 118 HBO; hier: Entwurfsbeschluß und öffentliche Auslegung gem. §3, Abs. 2 BauGB, 3. Aufstellung einer in den Bebauungsplan zu integrierenden Erhaltungssatzung gem. §172, Abs. 1, Satz 1, Ziff. 1 BauGB; hier: Verfahrenseinleitung und öffentliche Auslegung'']], Antrag des Magistrats vom 19.04.1990, Vorlage: DS I/262&amp;lt;/ref&amp;gt;Gleichzeitig gibt dieser vor, dass bei Sanierung des Samen-Hahn Gebäudes Dach und Außenwände gleich bleiben und die Außenfenster der Gebäude am Reichensand sich am Samen-Hahn Gebäude orientieren müssen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;/&amp;gt;Im Laufe der Aufstellung des Bebauungsplanes kam es insbesondere durch die Industrie- und Handelskammer aus Bedenken gegen den Zweck des Denkmalschutzes und dem Eigentümer zu Protesten gegen den Erhalt des Eckgebäudes. Der Eigentümer schlug somit eine Entkernung bei Erhalt der äußeren Hülle vor. Hingegen kam man seinen Forderungen gegenüber dem Einbau von Wohnungen insoweit nach, dass nur in den obersten Geschossen eine Wohnbebauung vorgeschrieben wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;/&amp;gt;Die Gestaltungsvorgaben, der sogenannte &amp;quot;Bebauungsplan Reichensand&amp;quot;, welcher mit der Veränderungssperre im Februar 1988 festgelegt wurde, ist dann im August 1990 als satzungsreif kategorisiert worden. Außerdem erhielt damit dieser Bebauungsplan auch eine Erhaltungssatzung, womit der Abriss des Gebäudes abgelehnt werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;'' Die &amp;quot;Lex Shobeiri&amp;quot; ist fertig'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.08.1990, Ausgabe Nr. 200, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt;Die Industrie-und Handelskammer Gießen äußerte sich im Februar 1990 mit der Ansicht, dass &amp;quot;die Einstufung als Baudenkmal sachlich nicht gerechtfertigt&amp;quot; sei, da es &amp;quot;im Innern des baufälligen Hauses und an den rückwärtigen Fassaden keine einziges Stilelement aus der Spätgründerzeit&amp;quot; gäbe,&amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;&amp;gt;''Streit geht weiter: Kulturdenkmal oder nicht?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.07.1990, Ausgabe Nr. 175, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; wohingegen der städtische Denkmalpfleger Bachmann das Doppelhaus als &amp;quot;repräsentatives Einzelobjekt der Spätgründerzeit beurteilt hatte, welches unbedingt schützenswert sei. Er nannte dafür &amp;quot;das Mansardendach, die qualitätvolle Verarbeitung des zweifarbigen Klinkermaterials und die sehr gute Ecklösung durch einen vorgehängten Erker mit Balkon&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;/&amp;gt;. Bei diesen Überlegungen wurde jedoch nur der ideelle Wert des Hauses bedacht, während die materielle Zumutbarkeit seiner Erhaltung nicht miteinbezogen wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab Ende März 1991 wurden tatsächlich Teile des Erdgeschosses des Doppelhauses wieder genutzt, wenn auch nur vorübergehend. Ein Teppichhaus entschied die Räume für einen Räumungsverkauf anzumieten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;91/4/04&amp;quot;&amp;gt;''Haus &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; wieder in Nutzung'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.04.1991, Ausgabe Nr. 78, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt; Anfang April bereits wurde dieses durch die IHK Gießen wegen &amp;quot;zahlreicher Rechtsverstöße&amp;quot; jedoch wieder geschlossen.&amp;lt;ref&amp;gt; ''Räumungsverkauf wurde beendet'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 09.04.1991, Ausgabe Nr. 82, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Angebot der Stadt Shobeiri das Reichensand-Gelände für 1026 DM pro Quadratmeter abzukaufen lehnte der als lächerlich ab.&amp;lt;ref name=&amp;quot;91/4/04&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Verbot des Abrisses ====&lt;br /&gt;
Am 9. November 1995 gab der Verwaltungsgerichtshof Kassel schlussendlich bekannt, dass das Gebäude nicht abgerissen werden dürfe. Des weiteren sah dieser den Parkplatz als nicht legal an. Shobeiri war es nicht erlaubt zu diesem Urteil Revision einzulegen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Prognosen '95: Das wäre richtig gewesen...'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.01.1996, Ausgabe Nr. 11, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig kündigte der Eigentümer Habibollah Shobeiri im April 1995 an, aus Resignation vor der Politik der Grünen und dem Stadtrat Dammann, denen er die Schuld am Scheitern seiner Bauvorhaben am Samen-Hahn-Komplex gab, die Stadt Gießen zum Jahresende nach 24 Jahen verlassen zu wollen. Neben Samen-Hahn waren zu diesem Zeitpunkt die Gebäude Westanlage 30/32 und Südanlage 10 im Besitz Shobeiris.&amp;lt;ref&amp;gt;''Shobeiri: Ich werde Gießen verlassen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.04.1995, Ausgabe Nr. 88, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; Tatsächlich blieb er Gießen als Bürger treu.&amp;lt;ref&amp;gt;''Arbeitskämpfer, Prügelknaben und Rekorde'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.02.2008, Ausgabe Nr. 46, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baugebot oder einvernehmliche Lösung? ====&lt;br /&gt;
Aus einem Briefwechsel Shobeiris mit der Stadt im August 1996 wurde ersichtlich dass Shobeiri durchaus bewusst war das der jahrelange Leerstand des Gebäudes bei einer Sanierung seinen Tribut fordert und diese somit entsprechend teuer ausfallen würde. Daher bot er im Zuge dessen der Stadt an das Gebäude für 30 Jahre zu mieten für einen &amp;quot;symbolischen Preis von einem Pfennig pro Jahr&amp;quot;, wohingegen die Stadt dann die Renovierungskosten tragen sollte. Er nannte einen Betrag von 3,5 Millionen DM Renovierungskosten und 750000 DM als Parkplatzablöse falls das geplante Parkhaus nicht seinen Platz finden könnte. Dieses Ansinnen nahm die Stadt jedoch nicht Ernst.&amp;lt;ref&amp;gt;''Areal &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; gammelt weiter vor sich hin'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.08.1996, Ausgabe Nr. 191, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt;Bereits im Dezember 1992 hatte die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat beauftragt, für das Samen-Hahn Gelände ein Baugebot entsprechend des im Vorjahr aufgestellten Bebauungsplanes zum Erlass vorzulegen und auch mit dem Eigentümer über einen möglichen Verkauf zu verhandeln (Ja: SPD, GR, Stv. Micheler; Nein: CDU, FDP). Die im Antrag vorgesehene Zustimmung zur Einleitung eines Enteignungsverfahrens wurde durch einen Initiativantrag der SPD-Fraktion gestrichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DSI920 aus 1992.pdf | ''Erlaß eines Baugebots für das &amp;quot;Samenhahn-Grundstück&amp;quot; am Reichensand/Einleitung eines Enteignungsverfahren'']], Antrag des fraktionsunabhängigen Stadtverordneten Ludwig Micheler vom 16.11.1992, Vorlage: DS I/0920&amp;lt;/ref&amp;gt;Im August 1997 veranlasste der damalige Bürgermeister Schüler kurz vor dem Regierungswechsel ein Instandsetzungsgebot gegen Eigentümer Shobeiri wegen Wohnraumzweckentfremdung. Die Auflagen Schülers gegen Shobeiri beinhalteten dass vier Wohnungen im Ober-und im Dachgeschoss saniert und damit nutzbar gemacht werden solten. Diese Investition sollte sich dann in einer Frist von zehn Jahren mit den Mieteinkünften rentieren. Nach einer Klage Shobeiris gegen dieses Vorhaben scheiterte Schülers Ansinnen im August 1999. Das Verwaltungsgericht stellte fest dass die Kosten für die Investition auch in zehn Jahren nicht wieder eingeholt hätten werden können. Shobeiri gab daraufhin auch bekannt dass sein &amp;quot;Gastronomie-Konzept&amp;quot; zwar planungsrechtlich möglich gewesen sei, aber keine geeigneten Mieter vorhanden gewesen wären und er die guten Zeiten zur Umsetzung eines Bauplanes verpasst habe.&amp;lt;ref&amp;gt;''Späte Niederlage von Schüler gegen Shobeiri'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.08.1999, Ausgabe Nr. 185, Seite 17&amp;lt;/ref&amp;gt; Prompt äußerte sich der ehemalige Bürgermeister Schüler dann in einem Leserbrief in der Gießener Allgemeine Zeitung zu dem Verfahren mit den Worten &amp;quot;Herr Shobeiri benutzt unseren Rechtsstaat nur zu seinem Vorteil. Das Gebot des Grundgesetzes 'Eigentum verpflichtet' lässt er nicht für sich gelten. (...) Leitragende sind die Gießener Bürgerinnen und Bürger, die tagtäglich die Schandflecken in der Bahnhofstraße und in der Südanlage ertragen müssen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;''Shobeiri nutzt Rechtsstaat nur zu seinem Vorteil'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.08.1999, Ausgabe Nr. 190, Seite 28&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bürgergruppen und Kunstprojekte ====&lt;br /&gt;
Zwischenzeitig wurde die Akte Samen Hahn auch zum Thema in einer Bürgergruppe der [[Lokale Agenda 21|Lokalen Agenda 21]]&amp;lt;ref&amp;gt;''Mehr Flair, weniger Autos und ein City-Treff'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 01.11.1999, Ausgabe Nr. 254, Seite 7&amp;lt;/ref&amp;gt; und im, im Dezember 1999, neu gegründeten Arbeitskreis zur Innenstadtentwicklung der SPD-Stadtverordnetenfraktion, welche schnell eine Lösung für die Bebauung der Flächen zu finden gedachten.&amp;lt;ref&amp;gt;''SPD: Bellof Sprecher von AK Innenstadt'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 01.12.1999, Ausgabe Nr. 280, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es beschäftigten sich nun sogar Schüler der zehnten Klassen der Landgraf-Ludwig-Schule im Erdkundeunterricht mit der Bebauung des Areals. Innerhalb von vier Monaten zwischen Februar und Mai 2001 tüftelten diese an einem Plan für die Sanierung des Doppelhauses mit Eigentumswohnungen und Mietwohnungen sowie die Ansiedlung eines Geschäfts im Erdgeschoss. Daneben planten sie einen &amp;quot;dreistöckigen Gebäudekomplex&amp;quot; mit Tiefgarage, welcher unter anderem ein Burger King beherbergen sollte für den kleinen Hunger nach dem Kinobesuch.&amp;lt;ref&amp;gt;''Tunnel ab E-Klo und Burger King bei Samen-Hahn'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 25.05.2001, Ausgabe Nr. 120, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; Sogar ein Kunstprojekt beschäftigte sich mit dem verfallenen ehemaligen Samen-Hahn Doppelhaus. Im Rahmen der Landeskunstausstellung &amp;quot;Hessiale&amp;quot; wurde im April 2002 die &amp;quot;bröckelnde Fassade&amp;quot; der Rückseite des Hauses von Roswitha Berger-Gentsch in ihrem Projekt mit dem Thema &amp;quot;'Wunden sprechen'&amp;quot; mit dem Wort &amp;quot;liebe&amp;quot; in Leuchtfarbe verziert.&amp;lt;ref&amp;gt;''Leibchen an Platanen und Besen an der Bahnüberführung'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 30.04.2002, Ausgabe Nr. 100, Seite 27&amp;lt;/ref&amp;gt; Beim &amp;quot;Kunstspektakulum 'Fluss mit Flair'&amp;quot; 2010 veränderte der Künstler Carsten Hirth in einer Fotografie von der Rückansicht des Samen-Hahn-Hauses das Wort &amp;quot;liebe&amp;quot; in &amp;quot;Gier&amp;quot; und gab diesem damit eine ganz neue Aussage.&amp;lt;ref&amp;gt;''Tausende Menschen flanierten an der Wieseck'' Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.06.2010, Ausgabe Nr. 140, Seite 5&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Neue Eigentümerpläne für eine Markthalle ====&lt;br /&gt;
Aus einer Bauvoranfrage heraus beantragten die Eigentümer, die Shobeiri und Würtele GbR, am 30. Januar 2003 einen vorhabenbezogenen Bebauuungsplan, der vorsah, auf das Gebäude an der Ecke Bahnhofsstraße/Reichensand das Gelände ein völlig neues Gebäude gebaut werden sollte, in das das Eckgebäude integriert werden sollte. Dabei war geplant dass das denkmalgeschützte Gebäude ein Cafe, eine Kindertagesstätte und Lager-/Büroräume beherbergen sollte, während zum Reichensand das Parkhaus Karstadt/Westanlage um ca. 130 Stellplätze erweitert werden sollte bzw. im Erdgeschoss 1250m² Raum für eine Markthalle geboten worden wären.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS694&amp;quot;&amp;gt; [[Medium:DS694 aus 2003.pdf|Bebauungsplan Nr. Gi 1/09 &amp;quot;Reichensand&amp;quot;, 1. Änderung; hier: Beschluss über die Aufstellung eines vorhabenbezogenene Bebauungsplanes'']], Antrag des Magistrats vom 17.02.2003, Vorlage: 694/03&amp;lt;/ref&amp;gt;Auf diese Pläne basierend wäre der Teil des Doppelhauses mit der Adresse Bahnhofstraße 35 abgerissen worden um dort Platz für Markthalle und Parkhaus zu machen. Der kulturhistorisch wertvolle Eckteil des Gebäudes an Reichensand/Bahnhofstraße wäre so erhalten geblieben und in den Neubau integriert worden. Auch die Rekonstruktion des historischen Untergeschosses von Reichensand 2 war Teil des Plans unter Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde.&amp;lt;ref&amp;gt;''Samen-Hahn-Haus müsste teilweise Parkhaus weichen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.01.2003, Ausgabe Nr. 14, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt;Im November 2002 wurde nach der Begehung des Gebäudes eine vollständige Sanierung als unwirtschaftlich eingestuft,&amp;lt;ref&amp;gt;''Aus dem Parlament'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.02.2003, Ausgabe Nr. 33, Seite 31&amp;lt;/ref&amp;gt; sodass die Landesdenkmalpflege im Bezug auf einen möglichen Teilabriss ihre Zustimmung äußerte. Für die Umsetzung dieser Pläne war jedoch zunächste eine Veränderung des Bebauungsplans notwendig.&amp;lt;ref&amp;gt;''Landesdenkmalpflege: Keine Bedenken gegen Teilabriss'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.01.2003, Ausgabe Nr. 18, Seite 24&amp;lt;/ref&amp;gt;Diesen Antrag änderte die Stadtverordnetenversammlung einstimmig dahingehend, dass dem Bebauungsplan mit der Maßgabe stattgegeben werde, dass für den wegfallenden Wohnraum im ehemaligen Samen-Hahn Gebäude Ersatzwohnraum in gleicher Größe geschaffen wird. Der so geänderte Antrag wurde von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen (JA: CDU/SPD/GR/FWG/FDP/BLG; Nein: PDS),&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS694&amp;quot;/&amp;gt; jedoch scheiterte das Projekt am Ende trotz bestehender Baugenehmigung, da die Eigentümer das Projekt nicht weiterführten.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im September 2003 führte die Gießener Allgemeine Zeitung eine Umfrage unter Wochenmarktbeschickern durch, um ein generelles Meinungsbild zur geplanten Markthalle auf dem ehemaligen Samen-Hahn-Gelände zu erlangen. Auch die Eigentümergemeinschaft hatte ein solches Meinungsbild in Form eines &amp;quot;Marktfrühschoppen(s)&amp;quot; für die Beschicker des Wochenmarktes geplant. So äußerten sich die Befragten in der GAZ-Umfrage zu der mit 1600 Quadratmetern möglicherweise zu gering bemessenen Größe der Markthalle sowie zu den Mietpreisen, welche jedoch noch nicht in die Planungen der Eigentümer miteinbezogen wurden. Auch die geplanten Öffnungszeiten wurden eher kritisch beäugt; diese wurden mit täglicher Öffnung von 8 bis 20 Uhr beziffert und zusätzlichen abendlichen Kulturveranstaltungen. Nicht zuletzt sahen einige der Befragten ein Konkurrenzdenken der Eigentümer gegenüber dem traditionellen Gießener Wochenmarkt, welches diese jedoch bestritten. Ihnen sei es ein Anliegen vor allem Erzeuger regionaler Produkte in die Markthalle zu locken; eine Liste von 50-100 Interessenten lag auch bereits vor.&amp;lt;ref&amp;gt;''Markthalle Reichensand: Zustimmung und Skepsis'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.09.2003, Ausgabe Nr. 217, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; 20 Interessenten fanden sich dann zum Marktfrühschoppen im &amp;quot;Alt Gießen&amp;quot; ein, wo ihnen verkündet wurde das bereits Anfang des Jahres 2004 eine Bebauung des Geländes starten sollte. Je nach Standgröße waren 40 bis 70 Plätze geplant. Auch über eine Gepäckaufbewahrung und 150 Parkplätze über der Markthalle wurde nachgedacht. Die Interessenten machten sich vor allem Sorgen über die tatsächliche Frequentierung und Nachfrage durch Kunden des täglich 12 Stunden geöfneten Marktes, äußerten sich sonst jedoch durchaus positiv zum Gesamtkonzept der Kleinmarkthalle.&amp;lt;ref&amp;gt;''Markthalle: &amp;quot;Das Konzept ist hervorragend&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.09.2003, Ausgabe Nr. 220, Seite 7&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Stillstand und städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen ====&lt;br /&gt;
Im März 2004 jedoch gab es noch keine entsprechenden Bauvoranfragen oder einen Bauantrag von Seiten der Eigentümergemeinschaft für das Samen-Hahn-Gelände.&amp;lt;ref&amp;gt;''Noch ist Gießen eine Stadt der Brachflächen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.03.2004, Ausgabe Nr. 71, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Verantwortlich für die Projektentwicklung waren Michael Rosenberg der Carpe Diem GmbH sowie der Architekt Holger Datz aus Langgöns.&amp;lt;ref&amp;gt;''80-Betten-Hotel an der Westanlage geplant'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.06.2004, Ausgabe Nr. 134, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Gießener Verwaltung fehlte es vor allem auch an weiteren Vorgaben der Eigentümer, um eine Änderung des Bauantrages auf den Weg bringen zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;''Der städtebauliche Befreiungsschlag blieb aus'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.04.2005, Ausgabe Nr. 92, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt;Anfang August 2005 ging die S&amp;amp;W Theaterpark GmbH mit Gesellschafterin Sylvia Würtele Pleite. Diese war Teil der Eigentümergemeinschaft und verantwortlich für die Planungen zur Bebauung der Südanlage 10.&amp;lt;ref&amp;gt;''Auch bürgerliche Koalition vorerst an &amp;quot;Schandflecken&amp;quot; gescheitert'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 05.08.2005, Ausgabe Nr. 180, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt; Für dieses Gelände plante die Stadt Anfang 2007 &amp;quot;einen Bebauungsplan mit der 'Zielrichtung einer besonderen städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme'&amp;quot; zu erarbeiten, mit welchem die Eigentümer im Verfahren entscheiden müssten ob es ihnen möglich ist die Bebauung voranzutreiben oder zu verkaufen. Bei der Entscheidung zum Verkauf bekäme die Stadt ein Vorkaufsrecht und würde den Verkehrswert des Geländes an den Eigentümer entrichten.&amp;lt;ref&amp;gt;''Südanlage 10: Koalition setzt Eigentümer unter Druck'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.01.2007, Ausgabe Nr. 11, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Anders als im Fall von der Südanlage 10 war dies beim Samen-Hahn-Gelände nicht möglich, da das Gebäude unter Denkmalschutz stand und es sich sehr viel schwieriger gestaltet hätte dafür einen neuen Investor zu finden, sodass die Stadt nicht &amp;quot;auf den Immobilien sitzen&amp;quot; bliebe. Das Gelände der Südanlage 10 hat die Eigentümergemeinschaft dann auch an die Stadt veräußert. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge der immer wieder scheiternden Gespräche zwischen Stadt und Eigentümer, wie das Samen-Hahn Gelände weiter genutzt werden könne, beschloss die Stadtverordnetenversammlung am 24. März 2011, dem Magistrat umgehend mit der Einleitung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme für den Bereich Samen-Hahn beginnen zu lassen und zudem sämtliche rechtliche zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bis zur letzten Instanz zu nutzen, die zur Umsetzung erforderlich seien (Ja: CDU/GR/FDP/FW/BLG; StE: SPD/LINKE)&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/3554/2011&amp;quot;&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12005 Entwicklungsmaßnahmen &amp;quot;Schandfleck Samen-Hahn&amp;quot;], Antrag der Fraktionen CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP vom 04.02.2011, STV/3554/2011&amp;lt;/ref&amp;gt;, jedoch ist ein Berichtsantrag auf dem März 2012, der nach den seitdem ergriffenen Maßnahmen fragt, bis heute vom Magistrat unbeantwortet geblieben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12859 ''Berichtsantrag betreffend Entwicklungsmaßnahme „Schandfleck Samen Hahn“''], Antrag der CDU-Fraktion vom 25.02.2012, Vorlage: STV/0746/2012&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Abriss des Eckgebäudes ====&lt;br /&gt;
[[Datei:SamenHahn2011.jpg|thumb|right|350px|Rückseite des Eckgebäudes an der Bahnhofstraße/Reichensand, Stand 2011]]&lt;br /&gt;
Im April 2012 beantragte der Eigentümer aufgrund eines Gutachtens, dass das Samen-Hahn Gebäude an der Ecke Reichensand/Bahnhofstraße für akut einsturzgefährdet einstuft, den Abbruch dieses Gebäudes. Dieser, der gemeinsam mit dem Gutachten bei der städtischen Bauverwaltung eingereicht wurde, führte umgehend zu Straßensperrungen am Kreuzungsbereich Bahnhofstraße/Reichensand/Schanzenstraße sowohl für den Fahr- als auch für den Fußverkehr. Infolge dessen wurde von der Stadt eine Überprüfung der Statik beauftragt und ein Gutachten über die Frage der Sicherung und des Erhaltes der Fassaden des denkmalgeschützten Gebäudes in Auftrag gegeben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessen.de/index.phtml?call=detail&amp;amp;css=&amp;amp;La=1&amp;amp;FID=684.8808.1&amp;amp;&amp;amp;sNavID=1894.1&amp;amp;ffmod=pres&amp;amp;ffsm=1 ''Samen-Hahn Gebäude einsturzgefährdet - Straßensperrung''], Pressemitteilung der Stadt Gießen vom 12.04.2012 ([https://web.archive.org/web/20140805152737/http://www.giessen.de/index.phtml?call=detail&amp;amp;css=&amp;amp;La=1&amp;amp;FID=684.8808.1&amp;amp;&amp;amp;sNavID=1894.1&amp;amp;ffmod=pres&amp;amp;ffsm=1 Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;In der Stadtverordnetenversammlung vom 24.05.2012 forderten die Abgeordneten den Magistrat auf, keine Genehmigung für den Abiss der historischen Fassade des Gebäudes &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; zu erteilen, bis der zuständige Fachausschuss in einer kurzfristigen Sondersitzung informiert worden ist (Ja: SPD, CDU, FR, FW, LINKE, FDP; StE: PIR, LB/BLG),&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12980 ''Reichensand/Bahnhofstraße (ehem. Samen-Hahn)''], Antrag der Fraktionen SPD und Bündnis 90/Die Grünen vom 27.04.2012, Vorlage: STV/0856/2012&amp;lt;/ref&amp;gt; zudem wird der Beschluss von 24.03.2011&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/3554/2011&amp;quot;/&amp;gt; bekräftigt, mit der Einleitung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme zu beginnen (Ja: SPD, CDU, GR, FW, LINKE, FPD, LB/BLG; StE: PIR) und den Magistrat zu beauftragen, sämtliche rechtlich zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bis zur letzten Instanz zu nutzen, die zur Umsetzung der Maßnahme erforderlich sind (Ja: SPD, CDU, GR, LINKE, FDP, LB/BLG; Nein: FW; StE: PIR).&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;/&amp;gt; Zudem wurde der Magistrat aufgefordert, die haushaltsrechlichen Möglichkeiten für einen Erwerb des Gebäudes zu schaffen (Ja: SPD, CDU, GR, LINKE, FDP; Nein: FW, LB/BLG; StE: PIR).&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Einreichung eines Gutachtens über die Gefährdung des Einsturzes des Samen-Hahn Doppelhauses, entschied die Stadt das Haus im Juni 2012 nach 114 Jahren einschließlich 30 Jahren Leerstand abzureißen. Dazu gab es dann ganz unterschiedliche Standpunkte aus der Bevölkerung. Während die einen den Abriss bedauerten, äußerten die anderen sich erleichtert darüber dass sich nun endlich etwas bewegte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gaz-2012-06-23&amp;quot;/&amp;gt;In der folgenden Sitzung am 27. Juni 2012 beschloss die Stadtverordnetenversammlung infolge der Entscheidung,das Eckhaus abzureißen einstimmig die Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes &amp;quot;GI 01/36 Reichensand/Bahnhofstraße&amp;quot;, der den gesamten Block zwischen Reichensand, Bahnhofstaße und Westanlage umfasst und setzten als Sanierungsziel fest, dass ein Neubau an der Straßenecke Bahnhofstraße/Reichensand sich in Kubtur, Gestalt und Materialität am Vorgängerbau &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; orientieren muss. Davon sind sowohl Teile des Bebauungsplanes Nr. 56 &amp;quot;Stadtmitte II&amp;quot;, als auch, mit Ausnahme der Vehrkehrsflächen, der gesamte Bebauungsplan G 1/09 betroffen, die durch diesen neuen ersetzt werden sollen. Gleichzeitig gehört das Gebiet zum [[Sanierungsgebiet „Schanzenstraße/Mühlstraße“]], bei dem ein wesentliches Ziel darin besteht, die Blockrandbebauung in der Bahnhofstraße zu erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=13049 ''Aufstellung eines Bebauungsplanes GI 01/36 &amp;quot;Reichensand/Bahnhofstraße&amp;quot;; hier: Einleitungsbeschluss, Bekanntmachung''], Antrag des Magistrats vom 29.05.2012, Vorlage: STV/0920/2012&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser befindet sich weiterhin in Planung. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Planungen zur Neubebauung===&lt;br /&gt;
In einer Umfrage der GAZ nach den Wünschen der Leser für das Jahr 2013 wird deutlich das die anderen Gebäude im Besitz der Eigentümerfamilie Shobeiri, wie beispielsweise die Alte Post nicht das gleiche Schicksal ereilen soll wie dem Samen-Hahn-Gebäude. Außerdem wünschten sich viele Bürger das das freie Gelände doch einer &amp;quot;attraktiven Nachfolgenutzung (...)&amp;quot; zugeführt werden solle.&amp;lt;ref&amp;gt;''Auch Scheich soll Gartenschau-Fan werden'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.01.2013, Ausgabe Nr. 6, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Stadt ließ durch das Frankfurter Büro Meurer mit Architekten, Stadtplanern und Ingenieuren eine Studie ausstellen, welche mögliche Neubauplanungen für die Brachfläche darlegen soll. Diese wurden dann im März 2013 in einem Bürgergespräch im Rathaus vorgestellt und diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Bürgergespräch&amp;quot; zum Samen-Hahn-Areal'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 16.03.2013, Ausgabe Nr. 64, Seite 31&amp;lt;/ref&amp;gt; Professor Dr. Meurer stellte vier unterschiedliche Bebauungsstudien vor, von einem Nachbau des Originals über die Nachahmung der Fassade, einer Kombination aus alter Struktur und neuen modernen Materialien bis zu einem modernen Neubau ohne historische Elemente. Die dritte und vierte Variante besäßen fünf Geschosse, während die erste und zweite wie das abgerissene Samen-Hahn-Gebäude nur vier erreichen würden. Die Stadtverordnetenversammlung beauftragte jedoch bei einem Neubau die Kubatur des Originals zu erhalten. Eine originalgetreue Nachbildung des Gebäudes würde jedoch kaum möglich sein, da dafür nicht ausreichend Dokumente der Gründerzeit vorlägen. Aus diesem Grund wurde die zweite Variante in Betracht gezogen, da mit der Fassadenkonstruktion weniger Probleme anfielen. Diese Planungen beschäftigen sich nur mit dem Neubau des abgerissenen Hauses; es sind jedoch drei weitere Häuser auf der restlichen Freifläche geplant. Hauptsächlich würden die Gebäude dann für Wohnungen genutzt, außerdem eventuell Büro- und Geschäftsräume im Erdgeschoss. Für die PKWs ist eine Tiefgarage angedacht. Professor Meurer versprach eine Bebauung bis 2017. Die anwesenden Bürger äußerten sich gemischt zu den vorgestellten Bebauungsplänen; keine der Varianten wurde abgelehnt. Auch der Grundstückseigentümer Karim Shobeiri interessierte sich für die Planungen und gab an &amp;quot;eine Neubebauung 'so schnell wie möglich umzusetzen'&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Bebauung-bis-2017-_arid,409025_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''Samen-Hahn_bebauung bis 2017?''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.03.2013 ([https://web.archive.org/web/20130323071239/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Bebauung-bis-2017-_arid,409025_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Sitzung des Denkmalbeirats der Stadt Gießen im Dezember 2013 wurde auch besprochen dass von Seiten der Eigentümer ein Lebensmittelmarkt und ein Wohnkonzept für die Neubebauung gewünscht ist, dies jedoch mit den Plänen des Architektenteams für einen offenen Bau nicht zu vereinbaren ist.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---[Datei: Protokoll vom 19.12.2013.pdf]---&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der Stadtverordnetenversammlung im Februar 2014 wurde jedoch geäußert dass die Bebauungspläne von Seiten des Architekten Meurer weiter entwickelt werden könnten um den Wünschen der Eigentümer gerecht zu werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=14235 ''Berichtsantrag zum Grundstück des abgerissenen Samen-Hahn-Gebäudes''], Antrag der CDU-Fraktion vom 12.12.2013, Vorlage: STV/1972/2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Antrag des Magistrats vom 12.09.2014 wurde dann der Entwurfsbeschluss zur Aufstellung des Bebauungsplanes GI 01/36 ''Reichensand/Bahnhofstraße'' angefragt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=14592&amp;amp;search=1 ''Aufstellung eines Bebauungsplanes GI 01/36 ''Reichensand/Bahnhofstraße'', hier: Entwurfsbeschluss und Durchführung der Offenlage] Antrag des Magistrats vom 12.09.2014, STV/2311/2014&amp;lt;/ref&amp;gt;Dabei geht es um die Erweiterung des Plangeltungsbereichs und die Festlegung der, vom Bebauungsplan separierten, Gestaltungssatzung, womit die gestalterischen Anforderungen an die Architektur der Neubebauung einhergehen. Das 2012 mit Beginn des Bebauungsplanverfahrens beschlossene Plangebiet wird im Bereich Reichensand um die Straßenverkehrsfläche erweitert, womit der seit 1991 rechtsgültige Bebauungsplan G1/09 ''Reichensand'' abgelöst und aufgehoben wird. Der seit 1969 rechtskräftige Bebauungsplan 56 ''Stadtmitte II'' wird im Bereich zwischen Reichensand und Bahnhofstraße verändert. Das Plangebiet liegt im Sanierungsgebiet ''Schanzenstraße/Mühlstraße''. Es umfasst einen Geltungsbereich, welcher nördlich von der Bahnhofstraße, westlich von der Westanlage und südlich sowie östlich von der Straße ''Reichensand'' begrenzt wird.&lt;br /&gt;
Dies schließt auch das Parkhaus ''Reichensand'' (Karstadt) und das denkmalgeschützte Gebäude Bahnhofstraße 39 mit ein. Vorrangige Sanierungsziele sind die Neubebauung der Brachfläche und die Aufwertung des gesamten innerstädtischen Quartiers unter Berücksichtigung denkmalschutzrechtlicher Belange und Integration in das Stadtbild. Das Plangebiet soll als Mischgebiet ausgeschrieben werden, mit gewerblicher Nutzung und Nutzung als Wohngebiet unter Ausschluss von Vergnügungsstätten. Das Brachgelände im östlichen Teil des Plangebietes soll zur Wohnbebauung genutzt werden, wobei im Erdgeschoss zur Straße hin eine gewerbliche Nutzung angestrebt wird. Die Neubebauung des abgerissenen Samen-Hahn-Doppelgebäudes muss sich als Nachbildung des historischen Gebäudes diesem in Kubatur, Gestalt und Materialität annähern. Die Fassadengestaltung soll der Inverstechnik (Leistenputz) folgen, welche dem historischen Charakter des abgerissenen Hauses, auch von wirtschaftlicher Seite, am Besten gerecht wird. Gespräche mit der Eigentümerfamilie und interessierten Investoren führten nicht zu einer umsetzbaren Konzeption.&lt;br /&gt;
Die dichte, geschlossene Bebauung und der hohe Versiegelungsgrad sollen durch Dach - und Fassadenbegrünungen und Begrünung der Freiflächen ausgeglichen werden. In der Erdgeschosslage der Plangebietsbebauung sollen zur Bahnhofstraße hin Gastronomie - und Dienstleistungsbetriebe und im restlichen Plangebiet der Einzelhandel einen Platz finden. Das Eckgebäude sowie zwei weitere Gebäude auf dem Grundstück sollen in offener Bauweise drei Solitäre bilden, welche durch einen halböffentlichen Binnenhof verbunden werden. Weitere, für die Neubebauung am Reichensand erforderliche, Stellplätze sollen mit einer Tiefgarage geschaffen werden. Insgesamt sind ca. 44 Wohneinheiten für jeweils 1-2 Personen geplant, wobei in den Wohngebäuden außerdem vier Ladeneinheiten unterkommen können sollen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Counter}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Shobeiri]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan GI 01/36]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan GI 01/09]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan G57a]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CUcke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.giessen.wiki/index.php?title=Samen-Hahn-Gel%C3%A4nde&amp;diff=983</id>
		<title>Samen-Hahn-Gelände</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.giessen.wiki/index.php?title=Samen-Hahn-Gel%C3%A4nde&amp;diff=983"/>
		<updated>2014-09-24T13:40:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CUcke: Mehrere Überschriften gestrichen und Paragraphen zusammengelegt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Sahmen-Hahn.jpg|thumb|right|400px|Das Samen-Hahn Gebäude vor dem Abriss (2012)]]&lt;br /&gt;
Das ehemalige Samen-Hahn-Gebäude an der Bahnhofsstraße 35/Reichensand 2 war ein seit über 30 Jahren leer stehendes und zu diesem Zeitpunkt bereits einsturzgefährdetes ehemals denkmalgeschütztes Gebäude, das am 22.Juni 2012 abgerissen wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gaz-2012-06-23&amp;quot;&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Hessen/Artikel,-Samen-Hahn-Nach-114-Jahren-kommt-der-Abrissbagger-_arid,350354_regid,1_puid,1_pageid,11.html ''Nach 114 Jahren kommt der Abrissbagger''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.06.2012 ([https://web.archive.org/web/20140818222456/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Hessen/Artikel,-Samen-Hahn-Nach-114-Jahren-kommt-der-Abrissbagger-_arid,350354_regid,1_puid,1_pageid,11.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 1898 im spätgründerzeitlichen Stil errichtete Gebäude, das zwischenzeitlich auch als Weinstube und Möbelhaus genutzt wurde, bestand aus klar gliedernden Formelementen wie z.B. in Sandstein ausgeführten Fenstergewänden und -bögen und Mansarddach. Zudem besaß das Gebäude eine qualitätvolle Verarbeitung des zweifarbigen Klinkermaterials, weswegen der Bau eine Einstufung als Kulturdenkmal aus künstlerischen Gründen einforderte. Darüber hinaus ist das Haus städtebaulich besonders wichtig, da ein optischer Bezug zu weiteren dortigen Gebäuden besteht.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?obj=60382&amp;amp;event=Query.Details Samen-Hahn Gebäude auf denkmalpflege-hessen.de] ([https://web.archive.org/web/20140804152556/http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?obj=60382&amp;amp;event=Query.Details Archivierte Version]) &amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem ist das Gebäude Teil der denkmalgeschützten Gesamtanlage &amp;quot;Gesamtanlage I&amp;quot;, die Bahnhofstraße und Westanlage umfasst.&lt;br /&gt;
== Samen-Hahn im Besitz von Shobeiri ==&lt;br /&gt;
==== Grundstücksverkauf und Gebäudeabriss auf ehemaligem Samen-Hahn-Gelände ====&lt;br /&gt;
Am 1. Juli 1981 ging das gesamte Samen-Hahn-Gelände für zwei Millionen DM an die Shobeiri GmbH und Co. KG. Nur einen Tag später wurde bereits ein Biedermeierhaus von 1830 auf dem Gelände abgerissen. Es war eines der ĺetzten Gebäude dieser Art in Gießen. Unter Berufung auf die Aussagen des Bezirksdenkmalpflegers, dass das Biedermeierhaus jedoch mit seiner Lage als Hinterhofhaus nicht in das moderne Stadtbild integriert und daher auch nicht als denkmalschutzwürdig eingestuft werden konnte,&amp;lt;ref name=&amp;quot;81/7/11&amp;quot;&amp;gt;''Beyer: &amp;quot;Es lagen Erkenntnisse auf mögliche Besetzung vor&amp;quot; Walldorf: &amp;quot;Wir brauchen Zusage für Wohnraum-Schaffung&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 07.11.1981, Ausgabe Nr. 157, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; entschied sich der damalige Bürgermeister für den Abriss.Tatsächlich lag die Entscheidung des Denkmalpflegers zum Zeitpunkt des Abrisses noch nicht vor und der Abriss wurde somit ohne dessen Zustimmung durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Den Denkmalpfleger trifft keine Schuld&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.02.1982, Ausgabe Nr. 46, Seite 14&amp;lt;/ref&amp;gt;Auch gab es widersprüchliche Aussagen von Seiten der Polizeibehörde was die Gefahr der Besetzung der Gebäude betraf.&amp;lt;ref&amp;gt;''Abriß Samen-Hahn nun auch Landtagsthema'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.10.1981, Ausgabe Nr. 246, Seite 11&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzig das oben beschriebene Eckhaus Reichensand 2/Bahnhofstraße 35 sollte erhalten bleiben. Geplant war damals ein neues 18-Millionen-DM teures Gebäude mit einer Kombination aus Wohnungen und Geschäftsräumen zur Stärkung von Arbeitsmarkt und Wirtschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;''Die Bagger griffen nach Bausubstanz von 1830 und 1880: Kulturdenkmäler machen für 18-Millionen-Projekt Platz'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 03.07.1981, Ausgabe 150, Seite 13&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Abriss zog ein breites Echo in der Öffentlichkeit mit sich, unter anderem einen &amp;quot;Schweigemarsch&amp;quot; mit 250 Demonstranten&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Schweigemarsch&amp;quot; bei den Trümmern in der Bahnhofstraße'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.07.1981, Ausgabe Nr. 154, Seite 11&amp;lt;/ref&amp;gt; und Beschwerden seitens des Mietervereins zur Zerstörung von bei Wohnungsknappheit nutzbaren Anwesen, zum Beispiel als Studentenwohnungen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;Magistrat stelte Politik der Zerstörung einmal mehr unter Beweis&amp;quot;, Gießener Allgemeine Zeitung vom 10.07.1981, Ausgabe Nr. 156, Seite 10&amp;lt;/ref&amp;gt;Auch das Eckhaus Reichensand 2 / Bahnhofsstraße 35 wurde erst am 21. Juli 1981 vollständig in die Denkmalliste eingetragen, sodass auch dieses bis dahin vom Abriss gefährdet war.&amp;lt;ref&amp;gt;''Woher kommen die eindeutigen Widersprüche?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.08.1981, Ausgabe Nr. 193, Seite 28&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Erste Bauvorhaben für das Doppelhaus Ecke Reichensand/Bahnhofstraße ====&lt;br /&gt;
Nach dem Abriss der Gebäude auf dem Samen-Hahn-Gelände, mit Ausnahme des Eckhauses, wurde die Freifläche zunächst als Parkplatz genutzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;82/8/14/&amp;quot;&amp;gt;''Bauvoranfrage ist am Mittwoch im Bauausschuß: Stimmt RP der Bebauungsplan-Befreiung zu?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 14.08.1982, Ausgabe Nr. 186, Seite 27&amp;lt;/ref&amp;gt;Die Eigentümer stellten nun für das verbliebene Doppelhaus eine Bauvoranfrage für ein Wohn- und Geschäftsgebäude mit fünf Geschossen, welche vom Magistrat genehmigt wurde unter der Voraussetzung, dass für die geplante geschlossene Bebauung statt der offenen ein Architektenwettbewerb stattfindet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DSI395 aus 1982.pdf | ''Bauvoranfrage der H.Shobeiri GmbH &amp;amp; Co KG zum Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses in Gießen'']], Antrag des Magistrats vom 07.07.1982, Vorlage: DS I/395&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Architektenbüro hatte bereits den Zuschlag, als im April 1983 die Stadt bekannt gab das die Pläne Shobeiris nicht ganz ihren Vorstellungen entsprächen, da diese mit dem umliegenden Stadtbild nicht vereinbar wären, sodass keine Baugenehmigung ausgestellt werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;''Noch keine Genehmigung für &amp;quot;Shobeiri-Bau&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.04.1983, Ausgabe 80, Seite 18&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Juni 1983 gab es dann bereits die ersten Überlegungen den Erker des Eckgebäudes in einem Neubau &amp;quot;nachzuempfinden&amp;quot; und im Bereich des Daches eine Glaskuppel zu installieren&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;&amp;gt;''Auch das Vorderhaus wird verschwinden'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.06.1983, Ausgabe Nr. 127, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt;, wobei der Erhalt der Baussubstanz oder der Fassade als sehr kostspielig verworfen wurden, obwohl die Fassade auf Grund ihres Baustils schon in der Gründerzeit als schützenswert eingestuft und ins vorläufige Denkmalbuch eingetragen worden war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;/&amp;gt; Daher wurden auch auf diesen Beschluss wieder Stimmen laut, die Stadt möge doch unter dem Druck von Seiten des Bauinteressenten den Denkmalschutz nicht vernachlässigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;/&amp;gt; Die ständige Veränderung der Baupläne durch den Eigentümer führte dazu, dass die Stadt ihm eine Baugenehmigung immer wieder verwehren musste (Stand 26. August 1983).&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/8/26&amp;quot;&amp;gt;''Bleibt der Reichensand-Komplex ein Phantom?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 26.08.1983, Ausgabe Nr. 197, Seite 16&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Neubewertung in Denkmalschutzfragen und Entscheidung gegen den Abriss ====&lt;br /&gt;
Die bedauernde Einschätzung des Denkmalpflegers von 1983, das Doppelhaus sei stark sanierungsbedürftig und die Beseitigung der Mängel könnte dem Eigentümer, vor allem finanziell, nicht zugemutet werden, wurde 1985 neu überdacht. Infolgedessen schätzte die Untere Denkmalschutzbehörde das Gebäude wieder als schützenswert ein und aus diesem Grund wurde der Abbruchantrag Shobeiris im Dezember 1985 abgelehnt. Als Begründung für dieses Umdenken wurden städtebauliche, geschichtliche und künstlerische Gründe genannt.&amp;lt;ref&amp;gt; Streit geht weiter: Kulturdenkmal oder nicht? Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.07.1990, Ausgabe Nr. 175, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt;Die Stadt gab auf den offenen Brief der Bürgerinitiative und die Kritik des Mietervereins bekannt, das aus rechtlichen Gründen erst die entgültige Ablehnung des Antrages auf Abriss des Gebäudes von Seiten der Bauaufsicht zum Verbot der Wohnraumzweckentfremdung für das Eckgebäude führen kann. Die Befreiung von diesem Verbot wurde 1983 für das genannte Gebäude festgelegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/1/14&amp;quot;&amp;gt;''Magistrat fühlt sich von Shobeiri &amp;quot;veralbert&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 14.01.1987, Ausgabe Nr. 11, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Widerspruch Shobeiris auf die Ablehnung der Abrissgenehmigung von Seiten des Anhörungsausschusses ging mit der Vorlage dieses Begehrens nun im Januar 1987 an den Regierungspräsidenten.Im April 1987 wurde der Widerspruch Shobeiris gegen die Ablehnung des Abbruchantrags von 1985 abgewehrt, woraufhin er Klage beim Verwaltungsgericht einreichte. Er stützte seine Klage dabei auf die Auffassung eines Gutachters, welcher ihm bestätigte das der Erhalt des Gebäudes in diesem Zustand nicht zumutbar sei, obwohl die Fassade zur Bahnhofstraße grundsätzlich schützenswürdig sei &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürgerinitiative Mühlstraße wendete sich im November 1986 in einem offenen Brief an den Bürgermeister, in welchem sie ihre Bedenken gegen den Verfall und Abriss des Gebäudes als denkmalschutzwürdiges Ensemble &amp;lt;ref&amp;gt;''Gegen Abrißerlaubnis für Eckbau Reichensand'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.11.1986, Ausgabe Nr. 277, Seite 29&amp;lt;/ref&amp;gt; äußerte und damit die Genehmigung der Stadt zur Zweckentfremdung des Komplexes ohne zeitliche Begrenzung von Seiten Shobeiris in Frage stellte. Im Juli 1987 wendete sich diese Bürgerinitiative erneut an die Presse und beschrieb den ihrer Ansicht nach &amp;quot;desolaten Zustand&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;&amp;gt;''Schleichender Verfall eines Gründerstilhauses'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.07.1987, Ausgabe Nr. 172, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt; des Gebäudes, welcher bei einer Besichtigung der Innenräume durch die Mitglieder dieser Bürgerinitiative zu Tage kam. Demnach drang durch zerstörte Fenster Feuchtigkeit ein, der Holzschwamm habe sich massiv ausgebreitet und mehrere Propangasflaschen stellten außerdem ein Explosionsrisiko dar. Nach Einschätzung der Bürgerinitiative seien &amp;quot;diese Schäden nicht durch bloßen Verfall des Hauses enstanden, sondern vorsätzlich herbeigeführt worden, um den Verfall des Gebäudes zu beschleunigen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;/&amp;gt; In Bezug auf diese Annahmen äußerten sie auch große Bedenken den Eigentümer betreffend, welcher ein &amp;quot;Spekulant&amp;quot; sei und versuche &amp;quot;das wenig aussichtsreiche Verfahren einer Abbruchgenehmigung zu umgehen und hinter dem Rücken der Öffentlichkeit mit einer gezielten Verwahrlosung des Gebäudes vollendete Tatsachen zu schaffen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;/&amp;gt;In diesem Fall ging es konkret um 500 qm Wohnraum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die SPD-Mitte forderte daraufhin im Februar 1988 einen neuen Bebauungsplan mit Veränderungssperre, sodass der Klage Shorbeiris auf Abriss des Gebäudes nicht irgendwann stattgegeben hätte werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;88/2/13&amp;quot;/&amp;gt; Darauffolgend wurde sogleich die geforderte Veränderungssperre angewandt, welche mit den Stimmen von SPD, Grünen und FDP in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen worden war.&amp;lt;ref&amp;gt;''Das &amp;quot;Gaststättendorf&amp;quot; kann nicht entstehen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.02.1988, Ausgabe Nr. 37, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; So wurde auch Shobeiris Antrag für ein Gaststättendorf von September 1987 abgelehnt mit der Begründung das die Gestaltungsvorgaben der Stadt damit nicht umgesetzt würden. Diese Gestaltungsvorgaben beinhalteten einen Bau, welcher zur Straße hin wenigstens dreigeschossig und zur Innenseite terassenförmig verlaufen sollte. Außerdem sah der Magistrat mit Zustimmung des Parlaments die Gewerbeflächen im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss vor, mit Ausnahme von Vergnügungsstätten, sowie zwei Parkdecks mit einer Anzahl von bis zu 120 PKW-Parkplätzen und ein Flachdach mit Dachbegrünung. Diese Vorgaben setzten jedoch voraus dass das Eckgebäude in einem Abstand von sechs Metern zum Neubau erhalten bliebe, was nicht im Sinne des Eigentümers beschlossen worden war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;88/2/13&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gebäudebegehung und Einstufung ====&lt;br /&gt;
[[Datei:EntwurfG1 09.jpeg|thumb|right|350px|Beiplan zum Bebauungsplanentwurf G1/09 von 1990]]&lt;br /&gt;
Im März 1988 entschieden die Fraktionen von CDU, SPD und FDP eine Begehung des Gebäudekomplexes zusammen mit Shobeiri um die Bauplanungen vor Ort erläutert zu bekommen. Die Grünenfraktion wurde von Shobeiri zu diesem Ortstermin nicht eingeladen, da dieser sich von deren Kritik angegriffen fühlte. So stellten die Anwesenden fest, dass bereits vom vorherigen Eigentümer Stahlträger zum Ersatz von tragenden Wänden eingebaut wurden und der Dachstuhl längst baufällig geworden war. Insbesondere die denkmalgeschützte Fassade und die Eckgestaltung erschien den Gutachtern dennoch erhaltenswert. Der Eigentümer plante jedoch den Abriss des kompletten Gebäudes und statt der Erhaltung, die Fassade und den Erker mit dem Originalmaterial in derselben Gestaltung wieder aufzubauen. Die Möglichkeit das Gebäude auszukernen (Komplettabriss bis auf die Fassaden) bestand, wäre jedoch mit sehr großem Aufwand und der Gefahr des Zusammenbrechens der Außenwände verbunden gewesen.&amp;lt;ref&amp;gt; Direkter Kontakt der Fraktionen mit Shobeiri; Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.03.1988, Ausgabe Nr. 60, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;Daraufhin beschloss die Stadt 1989 für das Samen-Hahn Gelände einen neuen, eigenen Bebauungsplan (G 1/09 &amp;quot;Reichensand&amp;quot;) aufzustellen. Dieser sah eine ein- bis zweigeschossige Tiefgarage unter dem Gebiet vor und erwägte, bei zusätzlich benötigten Stellplätzen die Obergeschosse des Gebäudes am Reichensand, das direkt am Parkhaus Westanlage anliegt, mit zu nutzen. Grund für die Aufstellung dieses Bebauungsplanes, der auch Teile des Bebauungsplan 56 &amp;quot;Stadtmitte II&amp;quot; berührt, war, dass er grundlegende Richtwerte setzte für die Gebäude, die zuvor in den Bebauungsplänen nicht definiert wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;&amp;gt;[[Medium:DSI262 aus 1990.pdf | ''1. Aufhebung je eines Teilbereiches der rechtskräftigen Bebauungspläne Nr. 56 &amp;quot;Stadtmitte II&amp;quot; und Nr. 57a &amp;quot;Stadtmitte Ia&amp;quot;; hier: Verfahrenseinleitung und öffentliche Auslegung gem. §2, Abs. 1 und §3, Abs. 2 BauGB, 2. Aufstellung des Bebauungsplans Nr. G1/09 &amp;quot;Reichensand&amp;quot; mit integrierter Satzung gem. § 118 HBO; hier: Entwurfsbeschluß und öffentliche Auslegung gem. §3, Abs. 2 BauGB, 3. Aufstellung einer in den Bebauungsplan zu integrierenden Erhaltungssatzung gem. §172, Abs. 1, Satz 1, Ziff. 1 BauGB; hier: Verfahrenseinleitung und öffentliche Auslegung'']], Antrag des Magistrats vom 19.04.1990, Vorlage: DS I/262&amp;lt;/ref&amp;gt;Gleichzeitig gibt dieser vor, dass bei Sanierung des Samen-Hahn Gebäudes Dach und Außenwände gleich bleiben und die Außenfenster der Gebäude am Reichensand sich am Samen-Hahn Gebäude orientieren müssen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;/&amp;gt;Im Laufe der Aufstellung des Bebauungsplanes kam es insbesondere durch die Industrie- und Handelskammer aus Bedenken gegen den Zweck des Denkmalschutzes und dem Eigentümer zu Protesten gegen den Erhalt des Eckgebäudes. Der Eigentümer schlug somit eine Entkernung bei Erhalt der äußeren Hülle vor. Hingegen kam man seinen Forderungen gegenüber dem Einbau von Wohnungen insoweit nach, dass nur in den obersten Geschossen eine Wohnbebauung vorgeschrieben wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;/&amp;gt;Die Gestaltungsvorgaben, der sogenannte &amp;quot;Bebauungsplan Reichensand&amp;quot;, welcher mit der Veränderungssperre im Februar 1988 festgelegt wurde, ist dann im August 1990 als satzungsreif kategorisiert worden. Außerdem erhielt damit dieser Bebauungsplan auch eine Erhaltungssatzung, womit der Abriss des Gebäudes abgelehnt werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;'' Die &amp;quot;Lex Shobeiri&amp;quot; ist fertig'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.08.1990, Ausgabe Nr. 200, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt;Die Industrie-und Handelskammer Gießen äußerte sich im Februar 1990 mit der Ansicht, dass &amp;quot;die Einstufung als Baudenkmal sachlich nicht gerechtfertigt&amp;quot; sei, da es &amp;quot;im Innern des baufälligen Hauses und an den rückwärtigen Fassaden keine einziges Stilelement aus der Spätgründerzeit&amp;quot; gäbe,&amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;&amp;gt;''Streit geht weiter: Kulturdenkmal oder nicht?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.07.1990, Ausgabe Nr. 175, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; wohingegen der städtische Denkmalpfleger Bachmann das Doppelhaus als &amp;quot;repräsentatives Einzelobjekt der Spätgründerzeit beurteilt hatte, welches unbedingt schützenswert sei. Er nannte dafür &amp;quot;das Mansardendach, die qualitätvolle Verarbeitung des zweifarbigen Klinkermaterials und die sehr gute Ecklösung durch einen vorgehängten Erker mit Balkon&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;/&amp;gt;. Bei diesen Überlegungen wurde jedoch nur der ideelle Wert des Hauses bedacht, während die materielle Zumutbarkeit seiner Erhaltung nicht miteinbezogen wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab Ende März 1991 wurden tatsächlich Teile des Erdgeschosses des Doppelhauses wieder genutzt, wenn auch nur vorübergehend. Ein Teppichhaus entschied die Räume für einen Räumungsverkauf anzumieten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;91/4/04&amp;quot;&amp;gt;''Haus &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; wieder in Nutzung'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.04.1991, Ausgabe Nr. 78, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt; Anfang April bereits wurde dieses durch die IHK Gießen wegen &amp;quot;zahlreicher Rechtsverstöße&amp;quot; jedoch wieder geschlossen.&amp;lt;ref&amp;gt; ''Räumungsverkauf wurde beendet'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 09.04.1991, Ausgabe Nr. 82, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Angebot der Stadt Shobeiri das Reichensand-Gelände für 1026 DM pro Quadratmeter abzukaufen lehnte der als lächerlich ab.&amp;lt;ref name=&amp;quot;91/4/04&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Verbot des Abrisses ====&lt;br /&gt;
Am 9. November 1995 gab der Verwaltungsgerichtshof Kassel schlussendlich bekannt, dass das Gebäude nicht abgerissen werden dürfe. Des weiteren sah dieser den Parkplatz als nicht legal an. Shobeiri war es nicht erlaubt zu diesem Urteil Revision einzulegen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Prognosen '95: Das wäre richtig gewesen...'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.01.1996, Ausgabe Nr. 11, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig kündigte der Eigentümer Habibollah Shobeiri im April 1995 an, aus Resignation vor der Politik der Grünen und dem Stadtrat Dammann, denen er die Schuld am Scheitern seiner Bauvorhaben am Samen-Hahn-Komplex gab, die Stadt Gießen zum Jahresende nach 24 Jahen verlassen zu wollen. Neben Samen-Hahn waren zu diesem Zeitpunkt die Gebäude Westanlage 30/32 und Südanlage 10 im Besitz Shobeiris.&amp;lt;ref&amp;gt;''Shobeiri: Ich werde Gießen verlassen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.04.1995, Ausgabe Nr. 88, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; Tatsächlich blieb er Gießen als Bürger treu.&amp;lt;ref&amp;gt;''Arbeitskämpfer, Prügelknaben und Rekorde'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.02.2008, Ausgabe Nr. 46, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baugebot oder einvernehmliche Lösung? ====&lt;br /&gt;
Aus einem Briefwechsel Shobeiris mit der Stadt im August 1996 wurde ersichtlich dass Shobeiri durchaus bewusst war das der jahrelange Leerstand des Gebäudes bei einer Sanierung seinen Tribut fordert und diese somit entsprechend teuer ausfallen würde. Daher bot er im Zuge dessen der Stadt an das Gebäude für 30 Jahre zu mieten für einen &amp;quot;symbolischen Preis von einem Pfennig pro Jahr&amp;quot;, wohingegen die Stadt dann die Renovierungskosten tragen sollte. Er nannte einen Betrag von 3,5 Millionen DM Renovierungskosten und 750000 DM als Parkplatzablöse falls das geplante Parkhaus nicht seinen Platz finden könnte. Dieses Ansinnen nahm die Stadt jedoch nicht Ernst.&amp;lt;ref&amp;gt;''Areal &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; gammelt weiter vor sich hin'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.08.1996, Ausgabe Nr. 191, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt;Bereits im Dezember 1992 hatte die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat beauftragt, für das Samen-Hahn Gelände ein Baugebot entsprechend des im Vorjahr aufgestellten Bebauungsplanes zum Erlass vorzulegen und auch mit dem Eigentümer über einen möglichen Verkauf zu verhandeln (Ja: SPD, GR, Stv. Micheler; Nein: CDU, FDP). Die im Antrag vorgesehene Zustimmung zur Einleitung eines Enteignungsverfahrens wurde durch einen Initiativantrag der SPD-Fraktion gestrichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DSI920 aus 1992.pdf | ''Erlaß eines Baugebots für das &amp;quot;Samenhahn-Grundstück&amp;quot; am Reichensand/Einleitung eines Enteignungsverfahren'']], Antrag des fraktionsunabhängigen Stadtverordneten Ludwig Micheler vom 16.11.1992, Vorlage: DS I/0920&amp;lt;/ref&amp;gt;Im August 1997 veranlasste der damalige Bürgermeister Schüler kurz vor dem Regierungswechsel ein Instandsetzungsgebot gegen Eigentümer Shobeiri wegen Wohnraumzweckentfremdung. Die Auflagen Schülers gegen Shobeiri beinhalteten dass vier Wohnungen im Ober-und im Dachgeschoss saniert und damit nutzbar gemacht werden solten. Diese Investition sollte sich dann in einer Frist von zehn Jahren mit den Mieteinkünften rentieren. Nach einer Klage Shobeiris gegen dieses Vorhaben scheiterte Schülers Ansinnen im August 1999. Das Verwaltungsgericht stellte fest dass die Kosten für die Investition auch in zehn Jahren nicht wieder eingeholt hätten werden können. Shobeiri gab daraufhin auch bekannt dass sein &amp;quot;Gastronomie-Konzept&amp;quot; zwar planungsrechtlich möglich gewesen sei, aber keine geeigneten Mieter vorhanden gewesen wären und er die guten Zeiten zur Umsetzung eines Bauplanes verpasst habe.&amp;lt;ref&amp;gt;''Späte Niederlage von Schüler gegen Shobeiri'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.08.1999, Ausgabe Nr. 185, Seite 17&amp;lt;/ref&amp;gt; Prompt äußerte sich der ehemalige Bürgermeister Schüler dann in einem Leserbrief in der Gießener Allgemeine Zeitung zu dem Verfahren mit den Worten &amp;quot;Herr Shobeiri benutzt unseren Rechtsstaat nur zu seinem Vorteil. Das Gebot des Grundgesetzes 'Eigentum verpflichtet' lässt er nicht für sich gelten. (...) Leitragende sind die Gießener Bürgerinnen und Bürger, die tagtäglich die Schandflecken in der Bahnhofstraße und in der Südanlage ertragen müssen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;''Shobeiri nutzt Rechtsstaat nur zu seinem Vorteil'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.08.1999, Ausgabe Nr. 190, Seite 28&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bürgergruppen und Kunstprojekte ====&lt;br /&gt;
Zwischenzeitig wurde die Akte Samen Hahn auch zum Thema in einer Bürgergruppe der [[Lokale Agenda 21|Lokalen Agenda 21]]&amp;lt;ref&amp;gt;''Mehr Flair, weniger Autos und ein City-Treff'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 01.11.1999, Ausgabe Nr. 254, Seite 7&amp;lt;/ref&amp;gt; und im, im Dezember 1999, neu gegründeten Arbeitskreis zur Innenstadtentwicklung der SPD-Stadtverordnetenfraktion, welche schnell eine Lösung für die Bebauung der Flächen zu finden gedachten.&amp;lt;ref&amp;gt;''SPD: Bellof Sprecher von AK Innenstadt'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 01.12.1999, Ausgabe Nr. 280, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es beschäftigten sich nun sogar Schüler der zehnten Klassen der Landgraf-Ludwig-Schule im Erdkundeunterricht mit der Bebauung des Areals. Innerhalb von vier Monaten zwischen Februar und Mai 2001 tüftelten diese an einem Plan für die Sanierung des Doppelhauses mit Eigentumswohnungen und Mietwohnungen sowie die Ansiedlung eines Geschäfts im Erdgeschoss. Daneben planten sie einen &amp;quot;dreistöckigen Gebäudekomplex&amp;quot; mit Tiefgarage, welcher unter anderem ein Burger King beherbergen sollte für den kleinen Hunger nach dem Kinobesuch.&amp;lt;ref&amp;gt;''Tunnel ab E-Klo und Burger King bei Samen-Hahn'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 25.05.2001, Ausgabe Nr. 120, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; Sogar ein Kunstprojekt beschäftigte sich mit dem verfallenen ehemaligen Samen-Hahn Doppelhaus. Im Rahmen der Landeskunstausstellung &amp;quot;Hessiale&amp;quot; wurde im April 2002 die &amp;quot;bröckelnde Fassade&amp;quot; der Rückseite des Hauses von Roswitha Berger-Gentsch in ihrem Projekt mit dem Thema &amp;quot;'Wunden sprechen'&amp;quot; mit dem Wort &amp;quot;liebe&amp;quot; in Leuchtfarbe verziert.&amp;lt;ref&amp;gt;''Leibchen an Platanen und Besen an der Bahnüberführung'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 30.04.2002, Ausgabe Nr. 100, Seite 27&amp;lt;/ref&amp;gt; Beim &amp;quot;Kunstspektakulum 'Fluss mit Flair'&amp;quot; 2010 veränderte der Künstler Carsten Hirth in einer Fotografie von der Rückansicht des Samen-Hahn-Hauses das Wort &amp;quot;liebe&amp;quot; in &amp;quot;Gier&amp;quot; und gab diesem damit eine ganz neue Aussage.&amp;lt;ref&amp;gt;''Tausende Menschen flanierten an der Wieseck'' Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.06.2010, Ausgabe Nr. 140, Seite 5&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Neue Eigentümerpläne für eine Markthalle ====&lt;br /&gt;
Aus einer Bauvoranfrage heraus beantragten die Eigentümer, die Shobeiri und Würtele GbR, am 30. Januar 2003 einen vorhabenbezogenen Bebauuungsplan, der vorsah, auf das Gebäude an der Ecke Bahnhofsstraße/Reichensand das Gelände ein völlig neues Gebäude gebaut werden sollte, in das das Eckgebäude integriert werden sollte. Dabei war geplant dass das denkmalgeschützte Gebäude ein Cafe, eine Kindertagesstätte und Lager-/Büroräume beherbergen sollte, während zum Reichensand das Parkhaus Karstadt/Westanlage um ca. 130 Stellplätze erweitert werden sollte bzw. im Erdgeschoss 1250m² Raum für eine Markthalle geboten worden wären.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS694&amp;quot;&amp;gt; [[Medium:DS694 aus 2003.pdf|Bebauungsplan Nr. Gi 1/09 &amp;quot;Reichensand&amp;quot;, 1. Änderung; hier: Beschluss über die Aufstellung eines vorhabenbezogenene Bebauungsplanes'']], Antrag des Magistrats vom 17.02.2003, Vorlage: 694/03&amp;lt;/ref&amp;gt;Auf diese Pläne basierend wäre der Teil des Doppelhauses mit der Adresse Bahnhofstraße 35 abgerissen worden um dort Platz für Markthalle und Parkhaus zu machen. Der kulturhistorisch wertvolle Eckteil des Gebäudes an Reichensand/Bahnhofstraße wäre so erhalten geblieben und in den Neubau integriert worden. Auch die Rekonstruktion des historischen Untergeschosses von Reichensand 2 war Teil des Plans unter Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde.&amp;lt;ref&amp;gt;''Samen-Hahn-Haus müsste teilweise Parkhaus weichen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.01.2003, Ausgabe Nr. 14, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt;Im November 2002 wurde nach der Begehung des Gebäudes eine vollständige Sanierung als unwirtschaftlich eingestuft,&amp;lt;ref&amp;gt;''Aus dem Parlament'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.02.2003, Ausgabe Nr. 33, Seite 31&amp;lt;/ref&amp;gt; sodass die Landesdenkmalpflege im Bezug auf einen möglichen Teilabriss ihre Zustimmung äußerte. Für die Umsetzung dieser Pläne war jedoch zunächste eine Veränderung des Bebauungsplans notwendig.&amp;lt;ref&amp;gt;''Landesdenkmalpflege: Keine Bedenken gegen Teilabriss'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.01.2003, Ausgabe Nr. 18, Seite 24&amp;lt;/ref&amp;gt;Diesen Antrag änderte die Stadtverordnetenversammlung einstimmig dahingehend, dass dem Bebauungsplan mit der Maßgabe stattgegeben werde, dass für den wegfallenden Wohnraum im ehemaligen Samen-Hahn Gebäude Ersatzwohnraum in gleicher Größe geschaffen wird. Der so geänderte Antrag wurde von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen (JA: CDU/SPD/GR/FWG/FDP/BLG; Nein: PDS),&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS694&amp;quot;/&amp;gt; jedoch scheiterte das Projekt am Ende trotz bestehender Baugenehmigung, da die Eigentümer das Projekt nicht weiterführten.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im September 2003 führte die Gießener Allgemeine Zeitung eine Umfrage unter Wochenmarktbeschickern durch, um ein generelles Meinungsbild zur geplanten Markthalle auf dem ehemaligen Samen-Hahn-Gelände zu erlangen. Auch die Eigentümergemeinschaft hatte ein solches Meinungsbild in Form eines &amp;quot;Marktfrühschoppen(s)&amp;quot; für die Beschicker des Wochenmarktes geplant. So äußerten sich die Befragten in der GAZ-Umfrage zu der mit 1600 Quadratmetern möglicherweise zu gering bemessenen Größe der Markthalle sowie zu den Mietpreisen, welche jedoch noch nicht in die Planungen der Eigentümer miteinbezogen wurden. Auch die geplanten Öffnungszeiten wurden eher kritisch beäugt; diese wurden mit täglicher Öffnung von 8 bis 20 Uhr beziffert und zusätzlichen abendlichen Kulturveranstaltungen. Nicht zuletzt sahen einige der Befragten ein Konkurrenzdenken der Eigentümer gegenüber dem traditionellen Gießener Wochenmarkt, welches diese jedoch bestritten. Ihnen sei es ein Anliegen vor allem Erzeuger regionaler Produkte in die Markthalle zu locken; eine Liste von 50-100 Interessenten lag auch bereits vor.&amp;lt;ref&amp;gt;''Markthalle Reichensand: Zustimmung und Skepsis'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.09.2003, Ausgabe Nr. 217, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; 20 Interessenten fanden sich dann zum Marktfrühschoppen im &amp;quot;Alt Gießen&amp;quot; ein, wo ihnen verkündet wurde das bereits Anfang des Jahres 2004 eine Bebauung des Geländes starten sollte. Je nach Standgröße waren 40 bis 70 Plätze geplant. Auch über eine Gepäckaufbewahrung und 150 Parkplätze über der Markthalle wurde nachgedacht. Die Interessenten machten sich vor allem Sorgen über die tatsächliche Frequentierung und Nachfrage durch Kunden des täglich 12 Stunden geöfneten Marktes, äußerten sich sonst jedoch durchaus positiv zum Gesamtkonzept der Kleinmarkthalle.&amp;lt;ref&amp;gt;''Markthalle: &amp;quot;Das Konzept ist hervorragend&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.09.2003, Ausgabe Nr. 220, Seite 7&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Stillstand und städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen ====&lt;br /&gt;
Im März 2004 jedoch gab es noch keine entsprechenden Bauvoranfragen oder einen Bauantrag von Seiten der Eigentümergemeinschaft für das Samen-Hahn-Gelände.&amp;lt;ref&amp;gt;''Noch ist Gießen eine Stadt der Brachflächen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.03.2004, Ausgabe Nr. 71, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Verantwortlich für die Projektentwicklung waren Michael Rosenberg der Carpe Diem GmbH sowie der Architekt Holger Datz aus Langgöns.&amp;lt;ref&amp;gt;''80-Betten-Hotel an der Westanlage geplant'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.06.2004, Ausgabe Nr. 134, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Gießener Verwaltung fehlte es vor allem auch an weiteren Vorgaben der Eigentümer, um eine Änderung des Bauantrages auf den Weg bringen zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;''Der städtebauliche Befreiungsschlag blieb aus'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.04.2005, Ausgabe Nr. 92, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt;Anfang August 2005 ging die S&amp;amp;W Theaterpark GmbH mit Gesellschafterin Sylvia Würtele Pleite. Diese war Teil der Eigentümergemeinschaft und verantwortlich für die Planungen zur Bebauung der Südanlage 10.&amp;lt;ref&amp;gt;''Auch bürgerliche Koalition vorerst an &amp;quot;Schandflecken&amp;quot; gescheitert'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 05.08.2005, Ausgabe Nr. 180, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt; Für dieses Gelände plante die Stadt Anfang 2007 &amp;quot;einen Bebauungsplan mit der 'Zielrichtung einer besonderen städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme'&amp;quot; zu erarbeiten, mit welchem die Eigentümer im Verfahren entscheiden müssten ob es ihnen möglich ist die Bebauung voranzutreiben oder zu verkaufen. Bei der Entscheidung zum Verkauf bekäme die Stadt ein Vorkaufsrecht und würde den Verkehrswert des Geländes an den Eigentümer entrichten.&amp;lt;ref&amp;gt;''Südanlage 10: Koalition setzt Eigentümer unter Druck'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.01.2007, Ausgabe Nr. 11, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Anders als im Fall von der Südanlage 10 war dies beim Samen-Hahn-Gelände nicht möglich, da das Gebäude unter Denkmalschutz stand und es sich sehr viel schwieriger gestaltet hätte dafür einen neuen Investor zu finden, sodass die Stadt nicht &amp;quot;auf den Immobilien sitzen&amp;quot; bliebe. Das Gelände der Südanlage 10 hat die Eigentümergemeinschaft dann auch an die Stadt veräußert. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge der immer wieder scheiternden Gespräche zwischen Stadt und Eigentümer, wie das Samen-Hahn Gelände weiter genutzt werden könne, beschloss die Stadtverordnetenversammlung am 24. März 2011, dem Magistrat umgehend mit der Einleitung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme für den Bereich Samen-Hahn beginnen zu lassen und zudem sämtliche rechtliche zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bis zur letzten Instanz zu nutzen, die zur Umsetzung erforderlich seien (Ja: CDU/GR/FDP/FW/BLG; StE: SPD/LINKE)&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/3554/2011&amp;quot;&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12005 Entwicklungsmaßnahmen &amp;quot;Schandfleck Samen-Hahn&amp;quot;], Antrag der Fraktionen CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP vom 04.02.2011, STV/3554/2011&amp;lt;/ref&amp;gt;, jedoch ist ein Berichtsantrag auf dem März 2012, der nach den seitdem ergriffenen Maßnahmen fragt, bis heute vom Magistrat unbeantwortet geblieben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12859 ''Berichtsantrag betreffend Entwicklungsmaßnahme „Schandfleck Samen Hahn“''], Antrag der CDU-Fraktion vom 25.02.2012, Vorlage: STV/0746/2012&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Abriss des Eckgebäudes ====&lt;br /&gt;
[[Datei:SamenHahn2011.jpg|thumb|right|350px|Rückseite des Eckgebäudes an der Bahnhofstraße/Reichensand, Stand 2011]]&lt;br /&gt;
Im April 2012 beantragte der Eigentümer aufgrund eines Gutachtens, dass das Samen-Hahn Gebäude an der Ecke Reichensand/Bahnhofstraße für akut einsturzgefährdet einstuft, den Abbruch dieses Gebäudes. Dieser, der gemeinsam mit dem Gutachten bei der städtischen Bauverwaltung eingereicht wurde, führte umgehend zu Straßensperrungen am Kreuzungsbereich Bahnhofstraße/Reichensand/Schanzenstraße sowohl für den Fahr- als auch für den Fußverkehr. Infolge dessen wurde von der Stadt eine Überprüfung der Statik beauftragt und ein Gutachten über die Frage der Sicherung und des Erhaltes der Fassaden des denkmalgeschützten Gebäudes in Auftrag gegeben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessen.de/index.phtml?call=detail&amp;amp;css=&amp;amp;La=1&amp;amp;FID=684.8808.1&amp;amp;&amp;amp;sNavID=1894.1&amp;amp;ffmod=pres&amp;amp;ffsm=1 ''Samen-Hahn Gebäude einsturzgefährdet - Straßensperrung''], Pressemitteilung der Stadt Gießen vom 12.04.2012 ([https://web.archive.org/web/20140805152737/http://www.giessen.de/index.phtml?call=detail&amp;amp;css=&amp;amp;La=1&amp;amp;FID=684.8808.1&amp;amp;&amp;amp;sNavID=1894.1&amp;amp;ffmod=pres&amp;amp;ffsm=1 Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;In der Stadtverordnetenversammlung vom 24.05.2012 forderten die Abgeordneten den Magistrat auf, keine Genehmigung für den Abiss der historischen Fassade des Gebäudes &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; zu erteilen, bis der zuständige Fachausschuss in einer kurzfristigen Sondersitzung informiert worden ist (Ja: SPD, CDU, FR, FW, LINKE, FDP; StE: PIR, LB/BLG),&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12980 ''Reichensand/Bahnhofstraße (ehem. Samen-Hahn)''], Antrag der Fraktionen SPD und Bündnis 90/Die Grünen vom 27.04.2012, Vorlage: STV/0856/2012&amp;lt;/ref&amp;gt; zudem wird der Beschluss von 24.03.2011&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/3554/2011&amp;quot;/&amp;gt; bekräftigt, mit der Einleitung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme zu beginnen (Ja: SPD, CDU, GR, FW, LINKE, FPD, LB/BLG; StE: PIR) und den Magistrat zu beauftragen, sämtliche rechtlich zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bis zur letzten Instanz zu nutzen, die zur Umsetzung der Maßnahme erforderlich sind (Ja: SPD, CDU, GR, LINKE, FDP, LB/BLG; Nein: FW; StE: PIR).&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;/&amp;gt; Zudem wurde der Magistrat aufgefordert, die haushaltsrechlichen Möglichkeiten für einen Erwerb des Gebäudes zu schaffen (Ja: SPD, CDU, GR, LINKE, FDP; Nein: FW, LB/BLG; StE: PIR).&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Einreichung eines Gutachtens über die Gefährdung des Einsturzes des Samen-Hahn Doppelhauses, entschied die Stadt das Haus im Juni 2012 nach 114 Jahren einschließlich 30 Jahren Leerstand abzureißen. Dazu gab es dann ganz unterschiedliche Standpunkte aus der Bevölkerung. Während die einen den Abriss bedauerten, äußerten die anderen sich erleichtert darüber dass sich nun endlich etwas bewegte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gaz-2012-06-23&amp;quot;/&amp;gt;In der folgenden Sitzung am 27. Juni 2012 beschloss die Stadtverordnetenversammlung infolge der Entscheidung,das Eckhaus abzureißen einstimmig die Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes &amp;quot;GI 01/36 Reichensand/Bahnhofstraße&amp;quot;, der den gesamten Block zwischen Reichensand, Bahnhofstaße und Westanlage umfasst und setzten als Sanierungsziel fest, dass ein Neubau an der Straßenecke Bahnhofstraße/Reichensand sich in Kubtur, Gestalt und Materialität am Vorgängerbau &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; orientieren muss. Davon sind sowohl Teile des Bebauungsplanes Nr. 56 &amp;quot;Stadtmitte II&amp;quot;, als auch, mit Ausnahme der Vehrkehrsflächen, der gesamte Bebauungsplan G 1/09 betroffen, die durch diesen neuen ersetzt werden sollen. Gleichzeitig gehört das Gebiet zum [[Sanierungsgebiet „Schanzenstraße/Mühlstraße“]], bei dem ein wesentliches Ziel darin besteht, die Blockrandbebauung in der Bahnhofstraße zu erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=13049 ''Aufstellung eines Bebauungsplanes GI 01/36 &amp;quot;Reichensand/Bahnhofstraße&amp;quot;; hier: Einleitungsbeschluss, Bekanntmachung''], Antrag des Magistrats vom 29.05.2012, Vorlage: STV/0920/2012&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser befindet sich weiterhin in Planung. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Planungen zur Neubebauung===&lt;br /&gt;
In einer Umfrage der GAZ nach den Wünschen der Leser für das Jahr 2013 wird deutlich das die anderen Gebäude im Besitz der Eigentümerfamilie Shobeiri, wie beispielsweise die Alte Post nicht das gleiche Schicksal ereilen soll wie dem Samen-Hahn-Gebäude. Außerdem wünschten sich viele Bürger das das freie Gelände doch einer &amp;quot;attraktiven Nachfolgenutzung (...)&amp;quot; zugeführt werden solle.&amp;lt;ref&amp;gt;''Auch Scheich soll Gartenschau-Fan werden'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.01.2013, Ausgabe Nr. 6, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Stadt ließ durch das Frankfurter Büro Meurer mit Architekten, Stadtplanern und Ingenieuren eine Studie ausstellen, welche mögliche Neubauplanungen für die Brachfläche darlegen soll. Diese wurden dann im März 2013 in einem Bürgergespräch im Rathaus vorgestellt und diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Bürgergespräch&amp;quot; zum Samen-Hahn-Areal'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 16.03.2013, Ausgabe Nr. 64, Seite 31&amp;lt;/ref&amp;gt; Professor Dr. Meurer stellte vier unterschiedliche Bebauungsstudien vor, von einem Nachbau des Originals über die Nachahmung der Fassade, einer Kombination aus alter Struktur und neuen modernen Materialien bis zu einem modernen Neubau ohne historische Elemente. Die dritte und vierte Variante besäßen fünf Geschosse, während die erste und zweite wie das abgerissene Samen-Hahn-Gebäude nur vier erreichen würden. Die Stadtverordnetenversammlung beauftragte jedoch bei einem Neubau die Kubatur des Originals zu erhalten. Eine originalgetreue Nachbildung des Gebäudes würde jedoch kaum möglich sein, da dafür nicht ausreichend Dokumente der Gründerzeit vorlägen. Aus diesem Grund wurde die zweite Variante in Betracht gezogen, da mit der Fassadenkonstruktion weniger Probleme anfielen. Diese Planungen beschäftigen sich nur mit dem Neubau des abgerissenen Hauses; es sind jedoch drei weitere Häuser auf der restlichen Freifläche geplant. Hauptsächlich würden die Gebäude dann für Wohnungen genutzt, außerdem eventuell Büro- und Geschäftsräume im Erdgeschoss. Für die PKWs ist eine Tiefgarage angedacht. Professor Meurer versprach eine Bebauung bis 2017. Die anwesenden Bürger äußerten sich gemischt zu den vorgestellten Bebauungsplänen; keine der Varianten wurde abgelehnt. Auch der Grundstückseigentümer Karim Shobeiri interessierte sich für die Planungen und gab an &amp;quot;eine Neubebauung 'so schnell wie möglich umzusetzen'&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Bebauung-bis-2017-_arid,409025_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''Samen-Hahn_bebauung bis 2017?''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.03.2013 ([https://web.archive.org/web/20130323071239/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Bebauung-bis-2017-_arid,409025_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Sitzung des Denkmalbeirats der Stadt Gießen im Dezember 2013 wurde auch besprochen dass von Seiten der Eigentümer ein Lebensmittelmarkt und ein Wohnkonzept für die Neubebauung gewünscht ist, dies jedoch mit den Plänen des Architektenteams für einen offenen Bau nicht zu vereinbaren ist.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---[Datei: Protokoll vom 19.12.2013.pdf]---&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der Stadtverordnetenversammlung im Februar 2014 wurde jedoch geäußert dass die Bebauungspläne von Seiten des Architekten Meurer weiter entwickelt werden könnten um den Wünschen der Eigentümer gerecht zu werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=14235 ''Berichtsantrag zum Grundstück des abgerissenen Samen-Hahn-Gebäudes''], Antrag der CDU-Fraktion vom 12.12.2013, Vorlage: STV/1972/2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Antrag des Magistrats vom 12.09.2014 wurde dann der Entwurfsbeschluss zur Aufstellung des Bebauungsplanes GI 01/36 ''Reichensand/Bahnhofstraße'' angefragt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=14592&amp;amp;search=1 ''Aufstellung eines Bebauungsplanes GI 01/36 ''Reichensand/Bahnhofstraße'', hier: Entwurfsbeschluss und Durchführung der Offenlage] Antrag des Magistrats vom 12.09.2014, STV/2311/2014&amp;lt;/ref&amp;gt;Dabei geht es um die Erweiterung des Plangeltungsbereichs und die Festlegung der, vom Bebauungsplan separierten, Gestaltungssatzung, womit die gestalterischen Anforderungen an die Architektur der Neubebauung einhergehen. Das 2012 mit Beginn des Bebauungsplanverfahrens beschlossene Plangebiet wird im Bereich Reichensand um die Straßenverkehrsfläche erweitert, womit der seit 1991 rechtsgültige Bebauungsplan G1/09 ''Reichensand'' abgelöst und aufgehoben wird. Der seit 1969 rechtskräftige Bebauungsplan 56 ''Stadtmitte II'' wird im Bereich zwischen Reichensand und Bahnhofstraße verändert. Das Plangebiet liegt im Sanierungsgebiet ''Schanzenstraße/Mühlstraße''. Es umfasst einen Geltungsbereich, welcher nördlich von der Bahnhofstraße, westlich von der Westanlage und südlich sowie östlich von der Straße ''Reichensand'' begrenzt wird. &lt;br /&gt;
Dies schließt auch das Parkhaus ''Reichensand'' (Karstadt) und das denkmalgeschützte Gebäude Bahnhofstraße 39 mit ein. Vorrangige Sanierungsziele sind die Neubebauung der Brachfläche und die Aufwertung des gesamten innerstädtischen Quartiers unter Berücksichtigung denkmalschutzrechtlicher Belange und Integration in das Stadtbild. Das Plangebiet soll als Mischgebiet ausgeschrieben werden, mit gewerblicher Nutzung und Nutzung als Wohngebiet unter Ausschluss von Vergnügungsstätten. Das Brachgelände im östlichen Teil des Plangebietes soll zur Wohnbebauung genutzt werden, wobei im Erdgeschoss zur Straße hin eine gewerbliche Nutzung angestrebt wird. Die Neubebauung des abgerissenen Samen-Hahn-Doppelgebäudes muss sich als Nachbildung des historischen Gebäudes diesem in Kubatur, Gestalt und Materialität annähern. Die Fassadengestaltung soll der Inverstechnik (Leistenputz) folgen, welche dem historischen Charakter des abgerissenen Hauses, auch von wirtschaftlicher Seite, am Besten gerecht wird. Gespräche mit der Eigentümerfamilie und interessierten Investoren führten nicht zu einer umsetzbaren Konzeption. &lt;br /&gt;
Die dichte, geschlossene Bebauung und der hohe Versiegelungsgrad sollen durch Dach - und Fassadenbegrünungen und Begrünung der Freiflächen ausgeglichen werden. In der Erdgeschosslage der Plangebietsbebauung sollen zur Bahnhofstraße hin Gastronomie - und Dienstleistungsbetriebe und im restlichen Plangebiet der Einzelhandel einen Platz finden. Das Eckgebäude sowie zwei weitere Gebäude auf dem Grundstück sollen in offener Bauweise drei Solitäre bilden, welche durch einen halböffentlichen Binnenhof verbunden werden. Weitere, für die Neubebauung am Reichensand erforderliche, Stellplätze sollen mit einer Tiefgarage geschaffen werden. Insgesamt sind ca. 44 Wohneinheiten für jeweils 1-2 Personen geplant, wobei in den Wohngebäuden außerdem vier Ladeneinheiten unterkommen können sollen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Counter}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Shobeiri]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan GI 01/36]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan GI 01/09]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan G57a]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CUcke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.giessen.wiki/index.php?title=Samen-Hahn-Gel%C3%A4nde&amp;diff=982</id>
		<title>Samen-Hahn-Gelände</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.giessen.wiki/index.php?title=Samen-Hahn-Gel%C3%A4nde&amp;diff=982"/>
		<updated>2014-09-24T13:28:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CUcke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Sahmen-Hahn.jpg|thumb|right|400px|Das Samen-Hahn Gebäude vor dem Abriss (2012)]]&lt;br /&gt;
Das ehemalige Samen-Hahn-Gebäude an der Bahnhofsstraße 35/Reichensand 2 war ein seit über 30 Jahren leer stehendes und zu diesem Zeitpunkt bereits einsturzgefährdetes ehemals denkmalgeschütztes Gebäude, das am 22.Juni 2012 abgerissen wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gaz-2012-06-23&amp;quot;&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Hessen/Artikel,-Samen-Hahn-Nach-114-Jahren-kommt-der-Abrissbagger-_arid,350354_regid,1_puid,1_pageid,11.html ''Nach 114 Jahren kommt der Abrissbagger''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.06.2012 ([https://web.archive.org/web/20140818222456/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Hessen/Artikel,-Samen-Hahn-Nach-114-Jahren-kommt-der-Abrissbagger-_arid,350354_regid,1_puid,1_pageid,11.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 1898 im spätgründerzeitlichen Stil errichtete Gebäude, das zwischenzeitlich auch als Weinstube und Möbelhaus genutzt wurde, bestand aus klar gliedernden Formelementen wie z.B. in Sandstein ausgeführten Fenstergewänden und -bögen und Mansarddach. Zudem besaß das Gebäude eine qualitätvolle Verarbeitung des zweifarbigen Klinkermaterials, weswegen der Bau eine Einstufung als Kulturdenkmal aus künstlerischen Gründen einforderte. Darüber hinaus ist das Haus städtebaulich besonders wichtig, da ein optischer Bezug zu weiteren dortigen Gebäuden besteht.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?obj=60382&amp;amp;event=Query.Details Samen-Hahn Gebäude auf denkmalpflege-hessen.de] ([https://web.archive.org/web/20140804152556/http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?obj=60382&amp;amp;event=Query.Details Archivierte Version]) &amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem ist das Gebäude Teil der denkmalgeschützten Gesamtanlage &amp;quot;Gesamtanlage I&amp;quot;, die Bahnhofstraße und Westanlage umfasst.&lt;br /&gt;
== Samen-Hahn im Besitz von Shobeiri ==&lt;br /&gt;
==== Grundstücksverkauf und Gebäudeabriss auf ehemaligem Samen-Hahn-Gelände ====&lt;br /&gt;
Am 1. Juli 1981 ging das gesamte Samen-Hahn-Gelände für zwei Millionen DM an die Shobeiri GmbH und Co. KG. Nur einen Tag später wurde bereits ein Biedermeierhaus von 1830 auf dem Gelände abgerissen. Es war eines der ĺetzten Gebäude dieser Art in Gießen. Unter Berufung auf die Aussagen des Bezirksdenkmalpflegers, dass das Biedermeierhaus jedoch mit seiner Lage als Hinterhofhaus nicht in das moderne Stadtbild integriert und daher auch nicht als denkmalschutzwürdig eingestuft werden konnte,&amp;lt;ref name=&amp;quot;81/7/11&amp;quot;&amp;gt;''Beyer: &amp;quot;Es lagen Erkenntnisse auf mögliche Besetzung vor&amp;quot; Walldorf: &amp;quot;Wir brauchen Zusage für Wohnraum-Schaffung&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 07.11.1981, Ausgabe Nr. 157, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; entschied sich der damalige Bürgermeister für den Abriss.Tatsächlich lag die Entscheidung des Denkmalpflegers zum Zeitpunkt des Abrisses noch nicht vor und der Abriss wurde somit ohne dessen Zustimmung durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Den Denkmalpfleger trifft keine Schuld&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.02.1982, Ausgabe Nr. 46, Seite 14&amp;lt;/ref&amp;gt;Auch gab es widersprüchliche Aussagen von Seiten der Polizeibehörde was die Gefahr der Besetzung der Gebäude betraf.&amp;lt;ref&amp;gt;''Abriß Samen-Hahn nun auch Landtagsthema'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.10.1981, Ausgabe Nr. 246, Seite 11&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzig das oben beschriebene Eckhaus Reichensand 2/Bahnhofstraße 35 sollte erhalten bleiben. Geplant war damals ein neues 18-Millionen-DM teures Gebäude mit einer Kombination aus Wohnungen und Geschäftsräumen zur Stärkung von Arbeitsmarkt und Wirtschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;''Die Bagger griffen nach Bausubstanz von 1830 und 1880: Kulturdenkmäler machen für 18-Millionen-Projekt Platz'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 03.07.1981, Ausgabe 150, Seite 13&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Abriss zog ein breites Echo in der Öffentlichkeit mit sich, unter anderem einen &amp;quot;Schweigemarsch&amp;quot; mit 250 Demonstranten&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Schweigemarsch&amp;quot; bei den Trümmern in der Bahnhofstraße'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.07.1981, Ausgabe Nr. 154, Seite 11&amp;lt;/ref&amp;gt; und Beschwerden seitens des Mietervereins zur Zerstörung von bei Wohnungsknappheit nutzbaren Anwesen, zum Beispiel als Studentenwohnungen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;Magistrat stelte Politik der Zerstörung einmal mehr unter Beweis&amp;quot;, Gießener Allgemeine Zeitung vom 10.07.1981, Ausgabe Nr. 156, Seite 10&amp;lt;/ref&amp;gt;Auch das Eckhaus Reichensand 2 / Bahnhofsstraße 35 wurde erst am 21. Juli 1981 vollständig in die Denkmalliste eingetragen, sodass auch dieses bis dahin vom Abriss gefährdet war.&amp;lt;ref&amp;gt;''Woher kommen die eindeutigen Widersprüche?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.08.1981, Ausgabe Nr. 193, Seite 28&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Erste Bauvorhaben für das Doppelhaus Ecke Reichensand/Bahnhofstraße ====&lt;br /&gt;
Nach dem Abriss der Gebäude auf dem Samen-Hahn-Gelände, mit Ausnahme des Eckhauses, wurde die Freifläche zunächst als Parkplatz genutzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;82/8/14/&amp;quot;&amp;gt;''Bauvoranfrage ist am Mittwoch im Bauausschuß: Stimmt RP der Bebauungsplan-Befreiung zu?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 14.08.1982, Ausgabe Nr. 186, Seite 27&amp;lt;/ref&amp;gt;Die Eigentümer stellten nun für das verbliebene Doppelhaus eine Bauvoranfrage für ein Wohn- und Geschäftsgebäude mit fünf Geschossen, welche vom Magistrat genehmigt wurde unter der Voraussetzung, dass für die geplante geschlossene Bebauung statt der offenen ein Architektenwettbewerb stattfindet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DSI395 aus 1982.pdf | ''Bauvoranfrage der H.Shobeiri GmbH &amp;amp; Co KG zum Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses in Gießen'']], Antrag des Magistrats vom 07.07.1982, Vorlage: DS I/395&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Architektenbüro hatte bereits den Zuschlag, als im April 1983 die Stadt bekannt gab das die Pläne Shobeiris nicht ganz ihren Vorstellungen entsprächen, da diese mit dem umliegenden Stadtbild nicht vereinbar wären, sodass keine Baugenehmigung ausgestellt werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;''Noch keine Genehmigung für &amp;quot;Shobeiri-Bau&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.04.1983, Ausgabe 80, Seite 18&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Juni 1983 gab es dann bereits die ersten Überlegungen den Erker des Eckgebäudes in einem Neubau &amp;quot;nachzuempfinden&amp;quot; und im Bereich des Daches eine Glaskuppel zu installieren&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;&amp;gt;''Auch das Vorderhaus wird verschwinden'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.06.1983, Ausgabe Nr. 127, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt;, wobei der Erhalt der Baussubstanz oder der Fassade als sehr kostspielig verworfen wurden, obwohl die Fassade auf Grund ihres Baustils schon in der Gründerzeit als schützenswert eingestuft und ins vorläufige Denkmalbuch eingetragen worden war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;/&amp;gt; Daher wurden auch auf diesen Beschluss wieder Stimmen laut, die Stadt möge doch unter dem Druck von Seiten des Bauinteressenten den Denkmalschutz nicht vernachlässigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;/&amp;gt; Die ständige Veränderung der Baupläne durch den Eigentümer führte dazu, dass die Stadt ihm eine Baugenehmigung immer wieder verwehren musste (Stand 26. August 1983).&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/8/26&amp;quot;&amp;gt;''Bleibt der Reichensand-Komplex ein Phantom?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 26.08.1983, Ausgabe Nr. 197, Seite 16&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Neubewertung in Denkmalschutzfragen ====&lt;br /&gt;
Die bedauernde Einschätzung des Denkmalpflegers von 1983, das Doppelhaus sei stark sanierungsbedürftig und die Beseitigung der Mängel könnte dem Eigentümer, vor allem finanziell, nicht zugemutet werden, wurde 1985 neu überdacht. Infolgedessen schätzte die Untere Denkmalschutzbehörde das Gebäude wieder als schützenswert ein und aus diesem Grund wurde der Abbruchantrag Shobeiris im Dezember 1985 abgelehnt. Als Begründung für dieses Umdenken wurden städtebauliche, geschichtliche und künstlerische Gründe genannt.&amp;lt;ref&amp;gt; Streit geht weiter: Kulturdenkmal oder nicht? Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.07.1990, Ausgabe Nr. 175, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bürgerbegehren gegen Verfall und Abriss des Doppelhauses ====&lt;br /&gt;
Die Bürgerinitiative Mühlstraße wendete sich im November 1986 in einem offenen Brief an den Bürgermeister, in welchem sie ihre Bedenken gegen den Verfall und Abriss des Gebäudes als denkmalschutzwürdiges Ensemble &amp;lt;ref&amp;gt;''Gegen Abrißerlaubnis für Eckbau Reichensand'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.11.1986, Ausgabe Nr. 277, Seite 29&amp;lt;/ref&amp;gt; äußerte und damit die Genehmigung der Stadt zur Zweckentfremdung des Komplexes ohne zeitliche Begrenzung von Seiten Shobeiris in Frage stellte. Im Juli 1987 wendete sich diese Bürgerinitiative erneut an die Presse und beschrieb den ihrer Ansicht nach &amp;quot;desolaten Zustand&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;&amp;gt;''Schleichender Verfall eines Gründerstilhauses'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.07.1987, Ausgabe Nr. 172, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt; des Gebäudes, welcher bei einer Besichtigung der Innenräume durch die Mitglieder dieser Bürgerinitiative zu Tage kam. Demnach drang durch zerstörte Fenster Feuchtigkeit ein, der Holzschwamm habe sich massiv ausgebreitet und mehrere Propangasflaschen stellten außerdem ein Explosionsrisiko dar. Nach Einschätzung der Bürgerinitiative seien &amp;quot;diese Schäden nicht durch bloßen Verfall des Hauses enstanden, sondern vorsätzlich herbeigeführt worden, um den Verfall des Gebäudes zu beschleunigen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;/&amp;gt; In Bezug auf diese Annahmen äußerten sie auch große Bedenken den Eigentümer betreffend, welcher ein &amp;quot;Spekulant&amp;quot; sei und versuche &amp;quot;das wenig aussichtsreiche Verfahren einer Abbruchgenehmigung zu umgehen und hinter dem Rücken der Öffentlichkeit mit einer gezielten Verwahrlosung des Gebäudes vollendete Tatsachen zu schaffen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;/&amp;gt;In diesem Fall ging es konkret um 500 qm Wohnraum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Fatale Folgen übereilter Baupolitik&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.12.1986, Ausgabe Nr. 287, Seite 24&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt; ''Direkter Kontakt der Fraktionen mit Shobeiri'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.03.1988, Ausgabe Nr. 60, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Entscheidung der Stadt gegen den Abriss ====&lt;br /&gt;
Die Stadt gab auf den offenen Brief der Bürgerinitiative und die Kritik des Mietervereins bekannt das aus rechtlichen Gründen erst die entgültige Ablehnung des Antrages auf Abriss des Gebäudes von Seiten der Bauaufsicht zum Verbot der Wohnraumzweckentfremdung für das Eckgebäude führen kann. Die Befreiung von diesem Verbot wurde 1983 für das genannte Gebäude festgelegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/1/14&amp;quot;&amp;gt;''Magistrat fühlt sich von Shobeiri &amp;quot;veralbert&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 14.01.1987, Ausgabe Nr. 11, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Widerspruch Shobeiris auf die Ablehnung der Abrissgenehmigung von Seiten des Anhörungsausschusses ging mit der Vorlage dieses Begehrens nun im Januar 1987 an den Regierungspräsidenten.Im April 1987 wurde der Widerspruch Shobeiris gegen die Ablehnung des Abbruchantrags von 1985 abgewehrt, woraufhin er Klage beim Verwaltungsgericht einreichte. Er stützte seine Klage dabei auf die Auffassung eines Gutachters, welcher ihm bestätigte das der Erhalt des Gebäudes in diesem Zustand nicht zumutbar sei, obwohl die Fassade zur Bahnhofstraße grundsätzlich schützenswürdig sei &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bebauungsplan mit Veränderungssperre ====&lt;br /&gt;
Die SPD-Mitte forderte daraufhin im Februar 1988 einen neuen Bebauungsplan mit Veränderungssperre, sodass der Klage Shorbeiris auf Abriss des Gebäudes nicht irgendwann stattgegeben hätte werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;88/2/13&amp;quot;/&amp;gt; Darauffolgend wurde sogleich die geforderte Veränderungssperre angewandt, welche mit den Stimmen von SPD, Grünen und FDP in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen worden war.&amp;lt;ref&amp;gt;''Das &amp;quot;Gaststättendorf&amp;quot; kann nicht entstehen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.02.1988, Ausgabe Nr. 37, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; So wurde auch Shobeiris Antrag für ein Gaststättendorf von September 1987 abgelehnt mit der Begründung das die Gestaltungsvorgaben der Stadt damit nicht umgesetzt würden. Diese Gestaltungsvorgaben beinhalteten einen Bau, welcher zur Straße hin wenigstens dreigeschossig und zur Innenseite terassenförmig verlaufen sollte. Außerdem sah der Magistrat mit Zustimmung des Parlaments die Gewerbeflächen im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss vor, mit Ausnahme von Vergnügungsstätten, sowie zwei Parkdecks mit einer Anzahl von bis zu 120 PKW-Parkplätzen und ein Flachdach mit Dachbegrünung. Diese Vorgaben setzten jedoch voraus dass das Eckgebäude in einem Abstand von sechs Metern zum Neubau erhalten bliebe, was nicht im Sinne des Eigentümers beschlossen worden war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;88/2/13&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gebäudebegehung und Einstufung ====&lt;br /&gt;
[[Datei:EntwurfG1 09.jpeg|thumb|right|350px|Beiplan zum Bebauungsplanentwurf G1/09 von 1990]]&lt;br /&gt;
Im März 1988 entschieden die Fraktionen von CDU, SPD und FDP eine Begehung des Gebäudekomplexes zusammen mit Shobeiri um die Bauplanungen vor Ort erläutert zu bekommen. Die Grünenfraktion wurde von Shobeiri zu diesem Ortstermin nicht eingeladen, da dieser sich von deren Kritik angegriffen fühlte. So stellten die Anwesenden fest, dass bereits vom vorherigen Eigentümer Stahlträger zum Ersatz von tragenden Wänden eingebaut wurden und der Dachstuhl längst baufällig geworden war. Insbesondere die denkmalgeschützte Fassade und die Eckgestaltung erschien den Gutachtern dennoch erhaltenswert. Der Eigentümer plante jedoch den Abriss des kompletten Gebäudes und statt der Erhaltung, die Fassade und den Erker mit dem Originalmaterial in derselben Gestaltung wieder aufzubauen. Die Möglichkeit das Gebäude auszukernen (Komplettabriss bis auf die Fassaden) bestand, wäre jedoch mit sehr großem Aufwand und der Gefahr des Zusammenbrechens der Außenwände verbunden gewesen.&amp;lt;ref&amp;gt; Direkter Kontakt der Fraktionen mit Shobeiri; Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.03.1988, Ausgabe Nr. 60, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;Daraufhin beschloss die Stadt 1989 für das Samen-Hahn Gelände einen neuen, eigenen Bebauungsplan (G 1/09 &amp;quot;Reichensand&amp;quot;) aufzustellen. Dieser sah eine ein- bis zweigeschossige Tiefgarage unter dem Gebiet vor und erwägte, bei zusätzlich benötigten Stellplätzen die Obergeschosse des Gebäudes am Reichensand, das direkt am Parkhaus Westanlage anliegt, mit zu nutzen. Grund für die Aufstellung dieses Bebauungsplanes, der auch Teile des Bebauungsplan 56 &amp;quot;Stadtmitte II&amp;quot; berührt, war, dass er grundlegende Richtwerte setzte für die Gebäude, die zuvor in den Bebauungsplänen nicht definiert wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;&amp;gt;[[Medium:DSI262 aus 1990.pdf | ''1. Aufhebung je eines Teilbereiches der rechtskräftigen Bebauungspläne Nr. 56 &amp;quot;Stadtmitte II&amp;quot; und Nr. 57a &amp;quot;Stadtmitte Ia&amp;quot;; hier: Verfahrenseinleitung und öffentliche Auslegung gem. §2, Abs. 1 und §3, Abs. 2 BauGB, 2. Aufstellung des Bebauungsplans Nr. G1/09 &amp;quot;Reichensand&amp;quot; mit integrierter Satzung gem. § 118 HBO; hier: Entwurfsbeschluß und öffentliche Auslegung gem. §3, Abs. 2 BauGB, 3. Aufstellung einer in den Bebauungsplan zu integrierenden Erhaltungssatzung gem. §172, Abs. 1, Satz 1, Ziff. 1 BauGB; hier: Verfahrenseinleitung und öffentliche Auslegung'']], Antrag des Magistrats vom 19.04.1990, Vorlage: DS I/262&amp;lt;/ref&amp;gt;Gleichzeitig gibt dieser vor, dass bei Sanierung des Samen-Hahn Gebäudes Dach und Außenwände gleich bleiben und die Außenfenster der Gebäude am Reichensand sich am Samen-Hahn Gebäude orientieren müssen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;/&amp;gt;Im Laufe der Aufstellung des Bebauungsplanes kam es insbesondere durch die Industrie- und Handelskammer aus Bedenken gegen den Zweck des Denkmalschutzes und dem Eigentümer zu Protesten gegen den Erhalt des Eckgebäudes. Der Eigentümer schlug somit eine Entkernung bei Erhalt der äußeren Hülle vor. Hingegen kam man seinen Forderungen gegenüber dem Einbau von Wohnungen insoweit nach, dass nur in den obersten Geschossen eine Wohnbebauung vorgeschrieben wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;/&amp;gt;Die Gestaltungsvorgaben, der sogenannte &amp;quot;Bebauungsplan Reichensand&amp;quot;, welcher mit der Veränderungssperre im Februar 1988 festgelegt wurde, ist dann im August 1990 als satzungsreif kategorisiert worden. Außerdem erhielt damit dieser Bebauungsplan auch eine Erhaltungssatzung, womit der Abriss des Gebäudes abgelehnt werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;'' Die &amp;quot;Lex Shobeiri&amp;quot; ist fertig'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.08.1990, Ausgabe Nr. 200, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt;Die Industrie-und Handelskammer Gießen äußerte sich im Februar 1990 mit der Ansicht, dass &amp;quot;die Einstufung als Baudenkmal sachlich nicht gerechtfertigt&amp;quot; sei, da es &amp;quot;im Innern des baufälligen Hauses und an den rückwärtigen Fassaden keine einziges Stilelement aus der Spätgründerzeit&amp;quot; gäbe,&amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;&amp;gt;''Streit geht weiter: Kulturdenkmal oder nicht?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.07.1990, Ausgabe Nr. 175, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; wohingegen der städtische Denkmalpfleger Bachmann das Doppelhaus als &amp;quot;repräsentatives Einzelobjekt der Spätgründerzeit beurteilt hatte, welches unbedingt schützenswert sei. Er nannte dafür &amp;quot;das Mansardendach, die qualitätvolle Verarbeitung des zweifarbigen Klinkermaterials und die sehr gute Ecklösung durch einen vorgehängten Erker mit Balkon&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;/&amp;gt;. Bei diesen Überlegungen wurde jedoch nur der ideelle Wert des Hauses bedacht, während die materielle Zumutbarkeit seiner Erhaltung nicht miteinbezogen wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorübergehende Nutzung für Räumungsverkauf ====&lt;br /&gt;
Ab Ende März 1991 wurden tatsächlich Teile des Erdgeschosses des Doppelhauses wieder genutzt, wenn auch nur vorübergehend. Ein Teppichhaus entschied die Räume für einen Räumungsverkauf anzumieten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;91/4/04&amp;quot;&amp;gt;''Haus &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; wieder in Nutzung'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.04.1991, Ausgabe Nr. 78, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt; Anfang April bereits wurde dieses durch die IHK Gießen wegen &amp;quot;zahlreicher Rechtsverstöße&amp;quot; jedoch wieder geschlossen.&amp;lt;ref&amp;gt; ''Räumungsverkauf wurde beendet'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 09.04.1991, Ausgabe Nr. 82, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Angebot der Stadt Shobeiri das Reichensand-Gelände für 1026 DM pro Quadratmeter abzukaufen lehnte der als lächerlich ab.&amp;lt;ref name=&amp;quot;91/4/04&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Verbot des Abrisses ====&lt;br /&gt;
Am 9. November 1995 gab der Verwaltungsgerichtshof Kassel schlussendlich bekannt, dass das Gebäude nicht abgerissen werden dürfe. Des weiteren sah dieser den Parkplatz als nicht legal an. Shobeiri war es nicht erlaubt zu diesem Urteil Revision einzulegen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Prognosen '95: Das wäre richtig gewesen...'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.01.1996, Ausgabe Nr. 11, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig kündigte der Eigentümer Habibollah Shobeiri im April 1995 an, aus Resignation vor der Politik der Grünen und dem Stadtrat Dammann, denen er die Schuld am Scheitern seiner Bauvorhaben am Samen-Hahn-Komplex gab, die Stadt Gießen zum Jahresende nach 24 Jahen verlassen zu wollen. Neben Samen-Hahn waren zu diesem Zeitpunkt die Gebäude Westanlage 30/32 und Südanlage 10 im Besitz Shobeiris.&amp;lt;ref&amp;gt;''Shobeiri: Ich werde Gießen verlassen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.04.1995, Ausgabe Nr. 88, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; Tatsächlich blieb er Gießen als Bürger treu.&amp;lt;ref&amp;gt;''Arbeitskämpfer, Prügelknaben und Rekorde'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.02.2008, Ausgabe Nr. 46, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baugebot oder einvernehmliche Lösung? ====&lt;br /&gt;
Aus einem Briefwechsel Shobeiris mit der Stadt im August 1996 wurde ersichtlich dass Shobeiri durchaus bewusst war das der jahrelange Leerstand des Gebäudes bei einer Sanierung seinen Tribut fordert und diese somit entsprechend teuer ausfallen würde. Daher bot er im Zuge dessen der Stadt an das Gebäude für 30 Jahre zu mieten für einen &amp;quot;symbolischen Preis von einem Pfennig pro Jahr&amp;quot;, wohingegen die Stadt dann die Renovierungskosten tragen sollte. Er nannte einen Betrag von 3,5 Millionen DM Renovierungskosten und 750000 DM als Parkplatzablöse falls das geplante Parkhaus nicht seinen Platz finden könnte. Dieses Ansinnen nahm die Stadt jedoch nicht Ernst.&amp;lt;ref&amp;gt;''Areal &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; gammelt weiter vor sich hin'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.08.1996, Ausgabe Nr. 191, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt;Bereits im Dezember 1992 hatte die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat beauftragt, für das Samen-Hahn Gelände ein Baugebot entsprechend des im Vorjahr aufgestellten Bebauungsplanes zum Erlass vorzulegen und auch mit dem Eigentümer über einen möglichen Verkauf zu verhandeln (Ja: SPD, GR, Stv. Micheler; Nein: CDU, FDP). Die im Antrag vorgesehene Zustimmung zur Einleitung eines Enteignungsverfahrens wurde durch einen Initiativantrag der SPD-Fraktion gestrichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DSI920 aus 1992.pdf | ''Erlaß eines Baugebots für das &amp;quot;Samenhahn-Grundstück&amp;quot; am Reichensand/Einleitung eines Enteignungsverfahren'']], Antrag des fraktionsunabhängigen Stadtverordneten Ludwig Micheler vom 16.11.1992, Vorlage: DS I/0920&amp;lt;/ref&amp;gt;Im August 1997 veranlasste der damalige Bürgermeister Schüler kurz vor dem Regierungswechsel ein Instandsetzungsgebot gegen Eigentümer Shobeiri wegen Wohnraumzweckentfremdung. Die Auflagen Schülers gegen Shobeiri beinhalteten dass vier Wohnungen im Ober-und im Dachgeschoss saniert und damit nutzbar gemacht werden solten. Diese Investition sollte sich dann in einer Frist von zehn Jahren mit den Mieteinkünften rentieren. Nach einer Klage Shobeiris gegen dieses Vorhaben scheiterte Schülers Ansinnen im August 1999. Das Verwaltungsgericht stellte fest dass die Kosten für die Investition auch in zehn Jahren nicht wieder eingeholt hätten werden können. Shobeiri gab daraufhin auch bekannt dass sein &amp;quot;Gastronomie-Konzept&amp;quot; zwar planungsrechtlich möglich gewesen sei, aber keine geeigneten Mieter vorhanden gewesen wären und er die guten Zeiten zur Umsetzung eines Bauplanes verpasst habe.&amp;lt;ref&amp;gt;''Späte Niederlage von Schüler gegen Shobeiri'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.08.1999, Ausgabe Nr. 185, Seite 17&amp;lt;/ref&amp;gt; Prompt äußerte sich der ehemalige Bürgermeister Schüler dann in einem Leserbrief in der Gießener Allgemeine Zeitung zu dem Verfahren mit den Worten &amp;quot;Herr Shobeiri benutzt unseren Rechtsstaat nur zu seinem Vorteil. Das Gebot des Grundgesetzes 'Eigentum verpflichtet' lässt er nicht für sich gelten. (...) Leitragende sind die Gießener Bürgerinnen und Bürger, die tagtäglich die Schandflecken in der Bahnhofstraße und in der Südanlage ertragen müssen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;''Shobeiri nutzt Rechtsstaat nur zu seinem Vorteil'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.08.1999, Ausgabe Nr. 190, Seite 28&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bürgergruppen und Kunstprojekte ====&lt;br /&gt;
Zwischenzeitig wurde die Akte Samen Hahn auch zum Thema in einer Bürgergruppe der [[Lokale Agenda 21|Lokalen Agenda 21]]&amp;lt;ref&amp;gt;''Mehr Flair, weniger Autos und ein City-Treff'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 01.11.1999, Ausgabe Nr. 254, Seite 7&amp;lt;/ref&amp;gt; und im, im Dezember 1999, neu gegründeten Arbeitskreis zur Innenstadtentwicklung der SPD-Stadtverordnetenfraktion, welche schnell eine Lösung für die Bebauung der Flächen zu finden gedachten.&amp;lt;ref&amp;gt;''SPD: Bellof Sprecher von AK Innenstadt'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 01.12.1999, Ausgabe Nr. 280, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es beschäftigten sich nun sogar Schüler der zehnten Klassen der Landgraf-Ludwig-Schule im Erdkundeunterricht mit der Bebauung des Areals. Innerhalb von vier Monaten zwischen Februar und Mai 2001 tüftelten diese an einem Plan für die Sanierung des Doppelhauses mit Eigentumswohnungen und Mietwohnungen sowie die Ansiedlung eines Geschäfts im Erdgeschoss. Daneben planten sie einen &amp;quot;dreistöckigen Gebäudekomplex&amp;quot; mit Tiefgarage, welcher unter anderem ein Burger King beherbergen sollte für den kleinen Hunger nach dem Kinobesuch.&amp;lt;ref&amp;gt;''Tunnel ab E-Klo und Burger King bei Samen-Hahn'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 25.05.2001, Ausgabe Nr. 120, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; Sogar ein Kunstprojekt beschäftigte sich mit dem verfallenen ehemaligen Samen-Hahn Doppelhaus. Im Rahmen der Landeskunstausstellung &amp;quot;Hessiale&amp;quot; wurde im April 2002 die &amp;quot;bröckelnde Fassade&amp;quot; der Rückseite des Hauses von Roswitha Berger-Gentsch in ihrem Projekt mit dem Thema &amp;quot;'Wunden sprechen'&amp;quot; mit dem Wort &amp;quot;liebe&amp;quot; in Leuchtfarbe verziert.&amp;lt;ref&amp;gt;''Leibchen an Platanen und Besen an der Bahnüberführung'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 30.04.2002, Ausgabe Nr. 100, Seite 27&amp;lt;/ref&amp;gt; Beim &amp;quot;Kunstspektakulum 'Fluss mit Flair'&amp;quot; 2010 veränderte der Künstler Carsten Hirth in einer Fotografie von der Rückansicht des Samen-Hahn-Hauses das Wort &amp;quot;liebe&amp;quot; in &amp;quot;Gier&amp;quot; und gab diesem damit eine ganz neue Aussage.&amp;lt;ref&amp;gt;''Tausende Menschen flanierten an der Wieseck'' Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.06.2010, Ausgabe Nr. 140, Seite 5&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Neue Eigentümerpläne für eine Markthalle ====&lt;br /&gt;
Aus einer Bauvoranfrage heraus beantragten die Eigentümer, die Shobeiri und Würtele GbR, am 30. Januar 2003 einen vorhabenbezogenen Bebauuungsplan, der vorsah, auf das Gebäude an der Ecke Bahnhofsstraße/Reichensand das Gelände ein völlig neues Gebäude gebaut werden sollte, in das das Eckgebäude integriert werden sollte. Dabei war geplant dass das denkmalgeschützte Gebäude ein Cafe, eine Kindertagesstätte und Lager-/Büroräume beherbergen sollte, während zum Reichensand das Parkhaus Karstadt/Westanlage um ca. 130 Stellplätze erweitert werden sollte bzw. im Erdgeschoss 1250m² Raum für eine Markthalle geboten worden wären.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS694&amp;quot;&amp;gt; [[Medium:DS694 aus 2003.pdf|Bebauungsplan Nr. Gi 1/09 &amp;quot;Reichensand&amp;quot;, 1. Änderung; hier: Beschluss über die Aufstellung eines vorhabenbezogenene Bebauungsplanes'']], Antrag des Magistrats vom 17.02.2003, Vorlage: 694/03&amp;lt;/ref&amp;gt;Auf diese Pläne basierend wäre der Teil des Doppelhauses mit der Adresse Bahnhofstraße 35 abgerissen worden um dort Platz für Markthalle und Parkhaus zu machen. Der kulturhistorisch wertvolle Eckteil des Gebäudes an Reichensand/Bahnhofstraße wäre so erhalten geblieben und in den Neubau integriert worden. Auch die Rekonstruktion des historischen Untergeschosses von Reichensand 2 war Teil des Plans unter Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde.&amp;lt;ref&amp;gt;''Samen-Hahn-Haus müsste teilweise Parkhaus weichen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.01.2003, Ausgabe Nr. 14, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt;Im November 2002 wurde nach der Begehung des Gebäudes eine vollständige Sanierung als unwirtschaftlich eingestuft,&amp;lt;ref&amp;gt;''Aus dem Parlament'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.02.2003, Ausgabe Nr. 33, Seite 31&amp;lt;/ref&amp;gt; sodass die Landesdenkmalpflege im Bezug auf einen möglichen Teilabriss ihre Zustimmung äußerte. Für die Umsetzung dieser Pläne war jedoch zunächste eine Veränderung des Bebauungsplans notwendig.&amp;lt;ref&amp;gt;''Landesdenkmalpflege: Keine Bedenken gegen Teilabriss'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.01.2003, Ausgabe Nr. 18, Seite 24&amp;lt;/ref&amp;gt;Diesen Antrag änderte die Stadtverordnetenversammlung einstimmig dahingehend, dass dem Bebauungsplan mit der Maßgabe stattgegeben werde, dass für den wegfallenden Wohnraum im ehemaligen Samen-Hahn Gebäude Ersatzwohnraum in gleicher Größe geschaffen wird. Der so geänderte Antrag wurde von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen (JA: CDU/SPD/GR/FWG/FDP/BLG; Nein: PDS),&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS694&amp;quot;/&amp;gt; jedoch scheiterte das Projekt am Ende trotz bestehender Baugenehmigung, da die Eigentümer das Projekt nicht weiterführten.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im September 2003 führte die Gießener Allgemeine Zeitung eine Umfrage unter Wochenmarktbeschickern durch, um ein generelles Meinungsbild zur geplanten Markthalle auf dem ehemaligen Samen-Hahn-Gelände zu erlangen. Auch die Eigentümergemeinschaft hatte ein solches Meinungsbild in Form eines &amp;quot;Marktfrühschoppen(s)&amp;quot; für die Beschicker des Wochenmarktes geplant. So äußerten sich die Befragten in der GAZ-Umfrage zu der mit 1600 Quadratmetern möglicherweise zu gering bemessenen Größe der Markthalle sowie zu den Mietpreisen, welche jedoch noch nicht in die Planungen der Eigentümer miteinbezogen wurden. Auch die geplanten Öffnungszeiten wurden eher kritisch beäugt; diese wurden mit täglicher Öffnung von 8 bis 20 Uhr beziffert und zusätzlichen abendlichen Kulturveranstaltungen. Nicht zuletzt sahen einige der Befragten ein Konkurrenzdenken der Eigentümer gegenüber dem traditionellen Gießener Wochenmarkt, welches diese jedoch bestritten. Ihnen sei es ein Anliegen vor allem Erzeuger regionaler Produkte in die Markthalle zu locken; eine Liste von 50-100 Interessenten lag auch bereits vor.&amp;lt;ref&amp;gt;''Markthalle Reichensand: Zustimmung und Skepsis'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.09.2003, Ausgabe Nr. 217, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; 20 Interessenten fanden sich dann zum Marktfrühschoppen im &amp;quot;Alt Gießen&amp;quot; ein, wo ihnen verkündet wurde das bereits Anfang des Jahres 2004 eine Bebauung des Geländes starten sollte. Je nach Standgröße waren 40 bis 70 Plätze geplant. Auch über eine Gepäckaufbewahrung und 150 Parkplätze über der Markthalle wurde nachgedacht. Die Interessenten machten sich vor allem Sorgen über die tatsächliche Frequentierung und Nachfrage durch Kunden des täglich 12 Stunden geöfneten Marktes, äußerten sich sonst jedoch durchaus positiv zum Gesamtkonzept der Kleinmarkthalle.&amp;lt;ref&amp;gt;''Markthalle: &amp;quot;Das Konzept ist hervorragend&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.09.2003, Ausgabe Nr. 220, Seite 7&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Stillstand und städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen ====&lt;br /&gt;
Im März 2004 jedoch gab es noch keine entsprechenden Bauvoranfragen oder einen Bauantrag von Seiten der Eigentümergemeinschaft für das Samen-Hahn-Gelände.&amp;lt;ref&amp;gt;''Noch ist Gießen eine Stadt der Brachflächen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.03.2004, Ausgabe Nr. 71, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Verantwortlich für die Projektentwicklung waren Michael Rosenberg der Carpe Diem GmbH sowie der Architekt Holger Datz aus Langgöns.&amp;lt;ref&amp;gt;''80-Betten-Hotel an der Westanlage geplant'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.06.2004, Ausgabe Nr. 134, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Gießener Verwaltung fehlte es vor allem auch an weiteren Vorgaben der Eigentümer, um eine Änderung des Bauantrages auf den Weg bringen zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;''Der städtebauliche Befreiungsschlag blieb aus'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.04.2005, Ausgabe Nr. 92, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt;Anfang August 2005 ging die S&amp;amp;W Theaterpark GmbH mit Gesellschafterin Sylvia Würtele Pleite. Diese war Teil der Eigentümergemeinschaft und verantwortlich für die Planungen zur Bebauung der Südanlage 10.&amp;lt;ref&amp;gt;''Auch bürgerliche Koalition vorerst an &amp;quot;Schandflecken&amp;quot; gescheitert'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 05.08.2005, Ausgabe Nr. 180, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt; Für dieses Gelände plante die Stadt Anfang 2007 &amp;quot;einen Bebauungsplan mit der 'Zielrichtung einer besonderen städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme'&amp;quot; zu erarbeiten, mit welchem die Eigentümer im Verfahren entscheiden müssten ob es ihnen möglich ist die Bebauung voranzutreiben oder zu verkaufen. Bei der Entscheidung zum Verkauf bekäme die Stadt ein Vorkaufsrecht und würde den Verkehrswert des Geländes an den Eigentümer entrichten.&amp;lt;ref&amp;gt;''Südanlage 10: Koalition setzt Eigentümer unter Druck'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.01.2007, Ausgabe Nr. 11, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Anders als im Fall von der Südanlage 10 war dies beim Samen-Hahn-Gelände nicht möglich, da das Gebäude unter Denkmalschutz stand und es sich sehr viel schwieriger gestaltet hätte dafür einen neuen Investor zu finden, sodass die Stadt nicht &amp;quot;auf den Immobilien sitzen&amp;quot; bliebe. Das Gelände der Südanlage 10 hat die Eigentümergemeinschaft dann auch an die Stadt veräußert. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge der immer wieder scheiternden Gespräche zwischen Stadt und Eigentümer, wie das Samen-Hahn Gelände weiter genutzt werden könne, beschloss die Stadtverordnetenversammlung am 24. März 2011, dem Magistrat umgehend mit der Einleitung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme für den Bereich Samen-Hahn beginnen zu lassen und zudem sämtliche rechtliche zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bis zur letzten Instanz zu nutzen, die zur Umsetzung erforderlich seien (Ja: CDU/GR/FDP/FW/BLG; StE: SPD/LINKE)&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/3554/2011&amp;quot;&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12005 Entwicklungsmaßnahmen &amp;quot;Schandfleck Samen-Hahn&amp;quot;], Antrag der Fraktionen CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP vom 04.02.2011, STV/3554/2011&amp;lt;/ref&amp;gt;, jedoch ist ein Berichtsantrag auf dem März 2012, der nach den seitdem ergriffenen Maßnahmen fragt, bis heute vom Magistrat unbeantwortet geblieben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12859 ''Berichtsantrag betreffend Entwicklungsmaßnahme „Schandfleck Samen Hahn“''], Antrag der CDU-Fraktion vom 25.02.2012, Vorlage: STV/0746/2012&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Abriss des Eckgebäudes ====&lt;br /&gt;
[[Datei:SamenHahn2011.jpg|thumb|right|350px|Rückseite des Eckgebäudes an der Bahnhofstraße/Reichensand, Stand 2011]]&lt;br /&gt;
Im April 2012 beantragte der Eigentümer aufgrund eines Gutachtens, dass das Samen-Hahn Gebäude an der Ecke Reichensand/Bahnhofstraße für akut einsturzgefährdet einstuft, den Abbruch dieses Gebäudes. Dieser, der gemeinsam mit dem Gutachten bei der städtischen Bauverwaltung eingereicht wurde, führte umgehend zu Straßensperrungen am Kreuzungsbereich Bahnhofstraße/Reichensand/Schanzenstraße sowohl für den Fahr- als auch für den Fußverkehr. Infolge dessen wurde von der Stadt eine Überprüfung der Statik beauftragt und ein Gutachten über die Frage der Sicherung und des Erhaltes der Fassaden des denkmalgeschützten Gebäudes in Auftrag gegeben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessen.de/index.phtml?call=detail&amp;amp;css=&amp;amp;La=1&amp;amp;FID=684.8808.1&amp;amp;&amp;amp;sNavID=1894.1&amp;amp;ffmod=pres&amp;amp;ffsm=1 ''Samen-Hahn Gebäude einsturzgefährdet - Straßensperrung''], Pressemitteilung der Stadt Gießen vom 12.04.2012 ([https://web.archive.org/web/20140805152737/http://www.giessen.de/index.phtml?call=detail&amp;amp;css=&amp;amp;La=1&amp;amp;FID=684.8808.1&amp;amp;&amp;amp;sNavID=1894.1&amp;amp;ffmod=pres&amp;amp;ffsm=1 Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;In der Stadtverordnetenversammlung vom 24.05.2012 forderten die Abgeordneten den Magistrat auf, keine Genehmigung für den Abiss der historischen Fassade des Gebäudes &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; zu erteilen, bis der zuständige Fachausschuss in einer kurzfristigen Sondersitzung informiert worden ist (Ja: SPD, CDU, FR, FW, LINKE, FDP; StE: PIR, LB/BLG),&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12980 ''Reichensand/Bahnhofstraße (ehem. Samen-Hahn)''], Antrag der Fraktionen SPD und Bündnis 90/Die Grünen vom 27.04.2012, Vorlage: STV/0856/2012&amp;lt;/ref&amp;gt; zudem wird der Beschluss von 24.03.2011&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/3554/2011&amp;quot;/&amp;gt; bekräftigt, mit der Einleitung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme zu beginnen (Ja: SPD, CDU, GR, FW, LINKE, FPD, LB/BLG; StE: PIR) und den Magistrat zu beauftragen, sämtliche rechtlich zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bis zur letzten Instanz zu nutzen, die zur Umsetzung der Maßnahme erforderlich sind (Ja: SPD, CDU, GR, LINKE, FDP, LB/BLG; Nein: FW; StE: PIR).&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;/&amp;gt; Zudem wurde der Magistrat aufgefordert, die haushaltsrechlichen Möglichkeiten für einen Erwerb des Gebäudes zu schaffen (Ja: SPD, CDU, GR, LINKE, FDP; Nein: FW, LB/BLG; StE: PIR).&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Einreichung eines Gutachtens über die Gefährdung des Einsturzes des Samen-Hahn Doppelhauses, entschied die Stadt das Haus im Juni 2012 nach 114 Jahren einschließlich 30 Jahren Leerstand abzureißen. Dazu gab es dann ganz unterschiedliche Standpunkte aus der Bevölkerung. Während die einen den Abriss bedauerten, äußerten die anderen sich erleichtert darüber dass sich nun endlich etwas bewegte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gaz-2012-06-23&amp;quot;/&amp;gt;In der folgenden Sitzung am 27. Juni 2012 beschloss die Stadtverordnetenversammlung infolge der Entscheidung,das Eckhaus abzureißen einstimmig die Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes &amp;quot;GI 01/36 Reichensand/Bahnhofstraße&amp;quot;, der den gesamten Block zwischen Reichensand, Bahnhofstaße und Westanlage umfasst und setzten als Sanierungsziel fest, dass ein Neubau an der Straßenecke Bahnhofstraße/Reichensand sich in Kubtur, Gestalt und Materialität am Vorgängerbau &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; orientieren muss. Davon sind sowohl Teile des Bebauungsplanes Nr. 56 &amp;quot;Stadtmitte II&amp;quot;, als auch, mit Ausnahme der Vehrkehrsflächen, der gesamte Bebauungsplan G 1/09 betroffen, die durch diesen neuen ersetzt werden sollen. Gleichzeitig gehört das Gebiet zum [[Sanierungsgebiet „Schanzenstraße/Mühlstraße“]], bei dem ein wesentliches Ziel darin besteht, die Blockrandbebauung in der Bahnhofstraße zu erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=13049 ''Aufstellung eines Bebauungsplanes GI 01/36 &amp;quot;Reichensand/Bahnhofstraße&amp;quot;; hier: Einleitungsbeschluss, Bekanntmachung''], Antrag des Magistrats vom 29.05.2012, Vorlage: STV/0920/2012&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser befindet sich weiterhin in Planung. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Planungen zur Neubebauung===&lt;br /&gt;
In einer Umfrage der GAZ nach den Wünschen der Leser für das Jahr 2013 wird deutlich das die anderen Gebäude im Besitz der Eigentümerfamilie Shobeiri, wie beispielsweise die Alte Post nicht das gleiche Schicksal ereilen soll wie dem Samen-Hahn-Gebäude. Außerdem wünschten sich viele Bürger das das freie Gelände doch einer &amp;quot;attraktiven Nachfolgenutzung (...)&amp;quot; zugeführt werden solle.&amp;lt;ref&amp;gt;''Auch Scheich soll Gartenschau-Fan werden'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.01.2013, Ausgabe Nr. 6, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Stadt ließ durch das Frankfurter Büro Meurer mit Architekten, Stadtplanern und Ingenieuren eine Studie ausstellen, welche mögliche Neubauplanungen für die Brachfläche darlegen soll. Diese wurden dann im März 2013 in einem Bürgergespräch im Rathaus vorgestellt und diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Bürgergespräch&amp;quot; zum Samen-Hahn-Areal'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 16.03.2013, Ausgabe Nr. 64, Seite 31&amp;lt;/ref&amp;gt; Professor Dr. Meurer stellte vier unterschiedliche Bebauungsstudien vor, von einem Nachbau des Originals über die Nachahmung der Fassade, einer Kombination aus alter Struktur und neuen modernen Materialien bis zu einem modernen Neubau ohne historische Elemente. Die dritte und vierte Variante besäßen fünf Geschosse, während die erste und zweite wie das abgerissene Samen-Hahn-Gebäude nur vier erreichen würden. Die Stadtverordnetenversammlung beauftragte jedoch bei einem Neubau die Kubatur des Originals zu erhalten. Eine originalgetreue Nachbildung des Gebäudes würde jedoch kaum möglich sein, da dafür nicht ausreichend Dokumente der Gründerzeit vorlägen. Aus diesem Grund wurde die zweite Variante in Betracht gezogen, da mit der Fassadenkonstruktion weniger Probleme anfielen. Diese Planungen beschäftigen sich nur mit dem Neubau des abgerissenen Hauses; es sind jedoch drei weitere Häuser auf der restlichen Freifläche geplant. Hauptsächlich würden die Gebäude dann für Wohnungen genutzt, außerdem eventuell Büro- und Geschäftsräume im Erdgeschoss. Für die PKWs ist eine Tiefgarage angedacht. Professor Meurer versprach eine Bebauung bis 2017. Die anwesenden Bürger äußerten sich gemischt zu den vorgestellten Bebauungsplänen; keine der Varianten wurde abgelehnt. Auch der Grundstückseigentümer Karim Shobeiri interessierte sich für die Planungen und gab an &amp;quot;eine Neubebauung 'so schnell wie möglich umzusetzen'&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Bebauung-bis-2017-_arid,409025_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''Samen-Hahn_bebauung bis 2017?''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.03.2013 ([https://web.archive.org/web/20130323071239/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Bebauung-bis-2017-_arid,409025_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Sitzung des Denkmalbeirats der Stadt Gießen im Dezember 2013 wurde auch besprochen dass von Seiten der Eigentümer ein Lebensmittelmarkt und ein Wohnkonzept für die Neubebauung gewünscht ist, dies jedoch mit den Plänen des Architektenteams für einen offenen Bau nicht zu vereinbaren ist.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---[Datei: Protokoll vom 19.12.2013.pdf]---&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der Stadtverordnetenversammlung im Februar 2014 wurde jedoch geäußert dass die Bebauungspläne von Seiten des Architekten Meurer weiter entwickelt werden könnten um den Wünschen der Eigentümer gerecht zu werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=14235 ''Berichtsantrag zum Grundstück des abgerissenen Samen-Hahn-Gebäudes''], Antrag der CDU-Fraktion vom 12.12.2013, Vorlage: STV/1972/2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Antrag des Magistrats vom 12.09.2014 wurde dann der Entwurfsbeschluss zur Aufstellung des Bebauungsplanes GI 01/36 ''Reichensand/Bahnhofstraße'' angefragt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=14592&amp;amp;search=1 ''Aufstellung eines Bebauungsplanes GI 01/36 ''Reichensand/Bahnhofstraße'', hier: Entwurfsbeschluss und Durchführung der Offenlage] Antrag des Magistrats vom 12.09.2014, STV/2311/2014&amp;lt;/ref&amp;gt;Dabei geht es um die Erweiterung des Plangeltungsbereichs und die Festlegung der, vom Bebauungsplan separierten, Gestaltungssatzung, womit die gestalterischen Anforderungen an die Architektur der Neubebauung einhergehen. Das 2012 mit Beginn des Bebauungsplanverfahrens beschlossene Plangebiet wird im Bereich Reichensand um die Straßenverkehrsfläche erweitert, womit der seit 1991 rechtsgültige Bebauungsplan G1/09 ''Reichensand'' abgelöst und aufgehoben wird. Der seit 1969 rechtskräftige Bebauungsplan 56 ''Stadtmitte II'' wird im Bereich zwischen Reichensand und Bahnhofstraße verändert. Das Plangebiet liegt im Sanierungsgebiet ''Schanzenstraße/Mühlstraße''. Es umfasst einen Geltungsbereich, welcher nördlich von der Bahnhofstraße, westlich von der Westanlage und südlich sowie östlich von der Straße ''Reichensand'' begrenzt wird. &lt;br /&gt;
Dies schließt auch das Parkhaus ''Reichensand'' (Karstadt) und das denkmalgeschützte Gebäude Bahnhofstraße 39 mit ein. Vorrangige Sanierungsziele sind die Neubebauung der Brachfläche und die Aufwertung des gesamten innerstädtischen Quartiers unter Berücksichtigung denkmalschutzrechtlicher Belange und Integration in das Stadtbild. Das Plangebiet soll als Mischgebiet ausgeschrieben werden, mit gewerblicher Nutzung und Nutzung als Wohngebiet unter Ausschluss von Vergnügungsstätten. Das Brachgelände im östlichen Teil des Plangebietes soll zur Wohnbebauung genutzt werden, wobei im Erdgeschoss zur Straße hin eine gewerbliche Nutzung angestrebt wird. Die Neubebauung des abgerissenen Samen-Hahn-Doppelgebäudes muss sich als Nachbildung des historischen Gebäudes diesem in Kubatur, Gestalt und Materialität annähern. Die Fassadengestaltung soll der Inverstechnik (Leistenputz) folgen, welche dem historischen Charakter des abgerissenen Hauses, auch von wirtschaftlicher Seite, am Besten gerecht wird. Gespräche mit der Eigentümerfamilie und interessierten Investoren führten nicht zu einer umsetzbaren Konzeption. &lt;br /&gt;
Die dichte, geschlossene Bebauung und der hohe Versiegelungsgrad sollen durch Dach - und Fassadenbegrünungen und Begrünung der Freiflächen ausgeglichen werden. In der Erdgeschosslage der Plangebietsbebauung sollen zur Bahnhofstraße hin Gastronomie - und Dienstleistungsbetriebe und im restlichen Plangebiet der Einzelhandel einen Platz finden. Das Eckgebäude sowie zwei weitere Gebäude auf dem Grundstück sollen in offener Bauweise drei Solitäre bilden, welche durch einen halböffentlichen Binnenhof verbunden werden. Weitere, für die Neubebauung am Reichensand erforderliche, Stellplätze sollen mit einer Tiefgarage geschaffen werden. Insgesamt sind ca. 44 Wohneinheiten für jeweils 1-2 Personen geplant, wobei in den Wohngebäuden außerdem vier Ladeneinheiten unterkommen können sollen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Counter}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Shobeiri]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan GI 01/36]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan GI 01/09]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan G57a]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CUcke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.giessen.wiki/index.php?title=Samen-Hahn-Gel%C3%A4nde&amp;diff=981</id>
		<title>Samen-Hahn-Gelände</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.giessen.wiki/index.php?title=Samen-Hahn-Gel%C3%A4nde&amp;diff=981"/>
		<updated>2014-09-24T13:27:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CUcke: Passagen gestrichen, neuer Paragraph hinzugefügt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Sahmen-Hahn.jpg|thumb|right|400px|Das Samen-Hahn Gebäude vor dem Abriss (2012)]]&lt;br /&gt;
Das ehemalige Samen-Hahn-Gebäude an der Bahnhofsstraße 35/Reichensand 2 war ein seit über 30 Jahren leer stehendes und zu diesem Zeitpunkt bereits einsturzgefährdetes ehemals denkmalgeschütztes Gebäude, das am 22.Juni 2012 abgerissen wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gaz-2012-06-23&amp;quot;&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Hessen/Artikel,-Samen-Hahn-Nach-114-Jahren-kommt-der-Abrissbagger-_arid,350354_regid,1_puid,1_pageid,11.html ''Nach 114 Jahren kommt der Abrissbagger''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.06.2012 ([https://web.archive.org/web/20140818222456/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Hessen/Artikel,-Samen-Hahn-Nach-114-Jahren-kommt-der-Abrissbagger-_arid,350354_regid,1_puid,1_pageid,11.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 1898 im spätgründerzeitlichen Stil errichtete Gebäude, das zwischenzeitlich auch als Weinstube und Möbelhaus genutzt wurde, bestand aus klar gliedernden Formelementen wie z.B. in Sandstein ausgeführten Fenstergewänden und -bögen und Mansarddach. Zudem besaß das Gebäude eine qualitätvolle Verarbeitung des zweifarbigen Klinkermaterials, weswegen der Bau eine Einstufung als Kulturdenkmal aus künstlerischen Gründen einforderte. Darüber hinaus ist das Haus städtebaulich besonders wichtig, da ein optischer Bezug zu weiteren dortigen Gebäuden besteht.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?obj=60382&amp;amp;event=Query.Details Samen-Hahn Gebäude auf denkmalpflege-hessen.de] ([https://web.archive.org/web/20140804152556/http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?obj=60382&amp;amp;event=Query.Details Archivierte Version]) &amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem ist das Gebäude Teil der denkmalgeschützten Gesamtanlage &amp;quot;Gesamtanlage I&amp;quot;, die Bahnhofstraße und Westanlage umfasst.&lt;br /&gt;
== Samen-Hahn im Besitz von Shobeiri ==&lt;br /&gt;
==== Grundstücksverkauf und Gebäudeabriss auf ehemaligem Samen-Hahn-Gelände ====&lt;br /&gt;
Am 1. Juli 1981 ging das gesamte Samen-Hahn-Gelände für zwei Millionen DM an die Shobeiri GmbH und Co. KG. Nur einen Tag später wurde bereits ein Biedermeierhaus von 1830 auf dem Gelände abgerissen. Es war eines der ĺetzten Gebäude dieser Art in Gießen. Unter Berufung auf die Aussagen des Bezirksdenkmalpflegers, dass das Biedermeierhaus jedoch mit seiner Lage als Hinterhofhaus nicht in das moderne Stadtbild integriert und daher auch nicht als denkmalschutzwürdig eingestuft werden konnte,&amp;lt;ref name=&amp;quot;81/7/11&amp;quot;&amp;gt;''Beyer: &amp;quot;Es lagen Erkenntnisse auf mögliche Besetzung vor&amp;quot; Walldorf: &amp;quot;Wir brauchen Zusage für Wohnraum-Schaffung&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 07.11.1981, Ausgabe Nr. 157, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; entschied sich der damalige Bürgermeister für den Abriss.Tatsächlich lag die Entscheidung des Denkmalpflegers zum Zeitpunkt des Abrisses noch nicht vor und der Abriss wurde somit ohne dessen Zustimmung durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Den Denkmalpfleger trifft keine Schuld&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.02.1982, Ausgabe Nr. 46, Seite 14&amp;lt;/ref&amp;gt;Auch gab es widersprüchliche Aussagen von Seiten der Polizeibehörde was die Gefahr der Besetzung der Gebäude betraf.&amp;lt;ref&amp;gt;''Abriß Samen-Hahn nun auch Landtagsthema'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.10.1981, Ausgabe Nr. 246, Seite 11&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzig das oben beschriebene Eckhaus Reichensand 2/Bahnhofstraße 35 sollte erhalten bleiben. Geplant war damals ein neues 18-Millionen-DM teures Gebäude mit einer Kombination aus Wohnungen und Geschäftsräumen zur Stärkung von Arbeitsmarkt und Wirtschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;''Die Bagger griffen nach Bausubstanz von 1830 und 1880: Kulturdenkmäler machen für 18-Millionen-Projekt Platz'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 03.07.1981, Ausgabe 150, Seite 13&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Abriss zog ein breites Echo in der Öffentlichkeit mit sich, unter anderem einen &amp;quot;Schweigemarsch&amp;quot; mit 250 Demonstranten&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Schweigemarsch&amp;quot; bei den Trümmern in der Bahnhofstraße'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.07.1981, Ausgabe Nr. 154, Seite 11&amp;lt;/ref&amp;gt; und Beschwerden seitens des Mietervereins zur Zerstörung von bei Wohnungsknappheit nutzbaren Anwesen, zum Beispiel als Studentenwohnungen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;Magistrat stelte Politik der Zerstörung einmal mehr unter Beweis&amp;quot;, Gießener Allgemeine Zeitung vom 10.07.1981, Ausgabe Nr. 156, Seite 10&amp;lt;/ref&amp;gt;Auch das Eckhaus Reichensand 2 / Bahnhofsstraße 35 wurde erst am 21. Juli 1981 vollständig in die Denkmalliste eingetragen, sodass auch dieses bis dahin vom Abriss gefährdet war.&amp;lt;ref&amp;gt;''Woher kommen die eindeutigen Widersprüche?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.08.1981, Ausgabe Nr. 193, Seite 28&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Erste Bauvorhaben für das Doppelhaus Ecke Reichensand/Bahnhofstraße ====&lt;br /&gt;
Nach dem Abriss der Gebäude auf dem Samen-Hahn-Gelände, mit Ausnahme des Eckhauses, wurde die Freifläche zunächst als Parkplatz genutzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;82/8/14/&amp;quot;&amp;gt;''Bauvoranfrage ist am Mittwoch im Bauausschuß: Stimmt RP der Bebauungsplan-Befreiung zu?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 14.08.1982, Ausgabe Nr. 186, Seite 27&amp;lt;/ref&amp;gt;Die Eigentümer stellten nun für das verbliebene Doppelhaus eine Bauvoranfrage für ein Wohn- und Geschäftsgebäude mit fünf Geschossen, welche vom Magistrat genehmigt wurde unter der Voraussetzung, dass für die geplante geschlossene Bebauung statt der offenen ein Architektenwettbewerb stattfindet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DSI395 aus 1982.pdf | ''Bauvoranfrage der H.Shobeiri GmbH &amp;amp; Co KG zum Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses in Gießen'']], Antrag des Magistrats vom 07.07.1982, Vorlage: DS I/395&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Architektenbüro hatte bereits den Zuschlag, als im April 1983 die Stadt bekannt gab das die Pläne Shobeiris nicht ganz ihren Vorstellungen entsprächen, da diese mit dem umliegenden Stadtbild nicht vereinbar wären, sodass keine Baugenehmigung ausgestellt werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;''Noch keine Genehmigung für &amp;quot;Shobeiri-Bau&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.04.1983, Ausgabe 80, Seite 18&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Juni 1983 gab es dann bereits die ersten Überlegungen den Erker des Eckgebäudes in einem Neubau &amp;quot;nachzuempfinden&amp;quot; und im Bereich des Daches eine Glaskuppel zu installieren&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;&amp;gt;''Auch das Vorderhaus wird verschwinden'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.06.1983, Ausgabe Nr. 127, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt;, wobei der Erhalt der Baussubstanz oder der Fassade als sehr kostspielig verworfen wurden, obwohl die Fassade auf Grund ihres Baustils schon in der Gründerzeit als schützenswert eingestuft und ins vorläufige Denkmalbuch eingetragen worden war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;/&amp;gt; Daher wurden auch auf diesen Beschluss wieder Stimmen laut, die Stadt möge doch unter dem Druck von Seiten des Bauinteressenten den Denkmalschutz nicht vernachlässigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;/&amp;gt; Die ständige Veränderung der Baupläne durch den Eigentümer führte dazu, dass die Stadt ihm eine Baugenehmigung immer wieder verwehren musste (Stand 26. August 1983).&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/8/26&amp;quot;&amp;gt;''Bleibt der Reichensand-Komplex ein Phantom?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 26.08.1983, Ausgabe Nr. 197, Seite 16&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Neubewertung in Denkmalschutzfragen ====&lt;br /&gt;
Die bedauernde Einschätzung des Denkmalpflegers von 1983, das Doppelhaus sei stark sanierungsbedürftig und die Beseitigung der Mängel könnte dem Eigentümer, vor allem finanziell, nicht zugemutet werden, wurde 1985 neu überdacht. Infolgedessen schätzte die Untere Denkmalschutzbehörde das Gebäude wieder als schützenswert ein und aus diesem Grund wurde der Abbruchantrag Shobeiris im Dezember 1985 abgelehnt. Als Begründung für dieses Umdenken wurden städtebauliche, geschichtliche und künstlerische Gründe genannt.&amp;lt;ref&amp;gt; Streit geht weiter: Kulturdenkmal oder nicht? Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.07.1990, Ausgabe Nr. 175, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bürgerbegehren gegen Verfall und Abriss des Doppelhauses ====&lt;br /&gt;
Die Bürgerinitiative Mühlstraße wendete sich im November 1986 in einem offenen Brief an den Bürgermeister, in welchem sie ihre Bedenken gegen den Verfall und Abriss des Gebäudes als denkmalschutzwürdiges Ensemble &amp;lt;ref&amp;gt;''Gegen Abrißerlaubnis für Eckbau Reichensand'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.11.1986, Ausgabe Nr. 277, Seite 29&amp;lt;/ref&amp;gt; äußerte und damit die Genehmigung der Stadt zur Zweckentfremdung des Komplexes ohne zeitliche Begrenzung von Seiten Shobeiris in Frage stellte. Im Juli 1987 wendete sich diese Bürgerinitiative erneut an die Presse und beschrieb den ihrer Ansicht nach &amp;quot;desolaten Zustand&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;&amp;gt;''Schleichender Verfall eines Gründerstilhauses'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.07.1987, Ausgabe Nr. 172, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt; des Gebäudes, welcher bei einer Besichtigung der Innenräume durch die Mitglieder dieser Bürgerinitiative zu Tage kam. Demnach drang durch zerstörte Fenster Feuchtigkeit ein, der Holzschwamm habe sich massiv ausgebreitet und mehrere Propangasflaschen stellten außerdem ein Explosionsrisiko dar. Nach Einschätzung der Bürgerinitiative seien &amp;quot;diese Schäden nicht durch bloßen Verfall des Hauses enstanden, sondern vorsätzlich herbeigeführt worden, um den Verfall des Gebäudes zu beschleunigen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;/&amp;gt; In Bezug auf diese Annahmen äußerten sie auch große Bedenken den Eigentümer betreffend, welcher ein &amp;quot;Spekulant&amp;quot; sei und versuche &amp;quot;das wenig aussichtsreiche Verfahren einer Abbruchgenehmigung zu umgehen und hinter dem Rücken der Öffentlichkeit mit einer gezielten Verwahrlosung des Gebäudes vollendete Tatsachen zu schaffen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;/&amp;gt;In diesem Fall ging es konkret um 500 qm Wohnraum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Fatale Folgen übereilter Baupolitik&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.12.1986, Ausgabe Nr. 287, Seite 24&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt; ''Direkter Kontakt der Fraktionen mit Shobeiri'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.03.1988, Ausgabe Nr. 60, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Entscheidung der Stadt gegen den Abriss ====&lt;br /&gt;
Die Stadt gab auf den offenen Brief der Bürgerinitiative und die Kritik des Mietervereins bekannt das aus rechtlichen Gründen erst die entgültige Ablehnung des Antrages auf Abriss des Gebäudes von Seiten der Bauaufsicht zum Verbot der Wohnraumzweckentfremdung für das Eckgebäude führen kann. Die Befreiung von diesem Verbot wurde 1983 für das genannte Gebäude festgelegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/1/14&amp;quot;&amp;gt;''Magistrat fühlt sich von Shobeiri &amp;quot;veralbert&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 14.01.1987, Ausgabe Nr. 11, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Widerspruch Shobeiris auf die Ablehnung der Abrissgenehmigung von Seiten des Anhörungsausschusses ging mit der Vorlage dieses Begehrens nun im Januar 1987 an den Regierungspräsidenten.Im April 1987 wurde der Widerspruch Shobeiris gegen die Ablehnung des Abbruchantrags von 1985 abgewehrt, woraufhin er Klage beim Verwaltungsgericht einreichte. Er stützte seine Klage dabei auf die Auffassung eines Gutachters, welcher ihm bestätigte das der Erhalt des Gebäudes in diesem Zustand nicht zumutbar sei, obwohl die Fassade zur Bahnhofstraße grundsätzlich schützenswürdig sei &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bebauungsplan mit Veränderungssperre ====&lt;br /&gt;
Die SPD-Mitte forderte daraufhin im Februar 1988 einen neuen Bebauungsplan mit Veränderungssperre, sodass der Klage Shorbeiris auf Abriss des Gebäudes nicht irgendwann stattgegeben hätte werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;88/2/13&amp;quot;/&amp;gt; Darauffolgend wurde sogleich die geforderte Veränderungssperre angewandt, welche mit den Stimmen von SPD, Grünen und FDP in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen worden war.&amp;lt;ref&amp;gt;''Das &amp;quot;Gaststättendorf&amp;quot; kann nicht entstehen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.02.1988, Ausgabe Nr. 37, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; So wurde auch Shobeiris Antrag für ein Gaststättendorf von September 1987 abgelehnt mit der Begründung das die Gestaltungsvorgaben der Stadt damit nicht umgesetzt würden. Diese Gestaltungsvorgaben beinhalteten einen Bau, welcher zur Straße hin wenigstens dreigeschossig und zur Innenseite terassenförmig verlaufen sollte. Außerdem sah der Magistrat mit Zustimmung des Parlaments die Gewerbeflächen im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss vor, mit Ausnahme von Vergnügungsstätten, sowie zwei Parkdecks mit einer Anzahl von bis zu 120 PKW-Parkplätzen und ein Flachdach mit Dachbegrünung. Diese Vorgaben setzten jedoch voraus dass das Eckgebäude in einem Abstand von sechs Metern zum Neubau erhalten bliebe, was nicht im Sinne des Eigentümers beschlossen worden war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;88/2/13&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gebäudebegehung und Einstufung ====&lt;br /&gt;
[[Datei:EntwurfG1 09.jpeg|thumb|right|350px|Beiplan zum Bebauungsplanentwurf G1/09 von 1990]]&lt;br /&gt;
Im März 1988 entschieden die Fraktionen von CDU, SPD und FDP eine Begehung des Gebäudekomplexes zusammen mit Shobeiri um die Bauplanungen vor Ort erläutert zu bekommen. Die Grünenfraktion wurde von Shobeiri zu diesem Ortstermin nicht eingeladen, da dieser sich von deren Kritik angegriffen fühlte. So stellten die Anwesenden fest, dass bereits vom vorherigen Eigentümer Stahlträger zum Ersatz von tragenden Wänden eingebaut wurden und der Dachstuhl längst baufällig geworden war. Insbesondere die denkmalgeschützte Fassade und die Eckgestaltung erschien den Gutachtern dennoch erhaltenswert. Der Eigentümer plante jedoch den Abriss des kompletten Gebäudes und statt der Erhaltung, die Fassade und den Erker mit dem Originalmaterial in derselben Gestaltung wieder aufzubauen. Die Möglichkeit das Gebäude auszukernen (Komplettabriss bis auf die Fassaden) bestand, wäre jedoch mit sehr großem Aufwand und der Gefahr des Zusammenbrechens der Außenwände verbunden gewesen.&amp;lt;ref&amp;gt; Direkter Kontakt der Fraktionen mit Shobeiri; Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.03.1988, Ausgabe Nr. 60, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;Daraufhin beschloss die Stadt 1989 für das Samen-Hahn Gelände einen neuen, eigenen Bebauungsplan (G 1/09 &amp;quot;Reichensand&amp;quot;) aufzustellen. Dieser sah eine ein- bis zweigeschossige Tiefgarage unter dem Gebiet vor und erwägte, bei zusätzlich benötigten Stellplätzen die Obergeschosse des Gebäudes am Reichensand, das direkt am Parkhaus Westanlage anliegt, mit zu nutzen. Grund für die Aufstellung dieses Bebauungsplanes, der auch Teile des Bebauungsplan 56 &amp;quot;Stadtmitte II&amp;quot; berührt, war, dass er grundlegende Richtwerte setzte für die Gebäude, die zuvor in den Bebauungsplänen nicht definiert wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;&amp;gt;[[Medium:DSI262 aus 1990.pdf | ''1. Aufhebung je eines Teilbereiches der rechtskräftigen Bebauungspläne Nr. 56 &amp;quot;Stadtmitte II&amp;quot; und Nr. 57a &amp;quot;Stadtmitte Ia&amp;quot;; hier: Verfahrenseinleitung und öffentliche Auslegung gem. §2, Abs. 1 und §3, Abs. 2 BauGB, 2. Aufstellung des Bebauungsplans Nr. G1/09 &amp;quot;Reichensand&amp;quot; mit integrierter Satzung gem. § 118 HBO; hier: Entwurfsbeschluß und öffentliche Auslegung gem. §3, Abs. 2 BauGB, 3. Aufstellung einer in den Bebauungsplan zu integrierenden Erhaltungssatzung gem. §172, Abs. 1, Satz 1, Ziff. 1 BauGB; hier: Verfahrenseinleitung und öffentliche Auslegung'']], Antrag des Magistrats vom 19.04.1990, Vorlage: DS I/262&amp;lt;/ref&amp;gt;Gleichzeitig gibt dieser vor, dass bei Sanierung des Samen-Hahn Gebäudes Dach und Außenwände gleich bleiben und die Außenfenster der Gebäude am Reichensand sich am Samen-Hahn Gebäude orientieren müssen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;/&amp;gt;Im Laufe der Aufstellung des Bebauungsplanes kam es insbesondere durch die Industrie- und Handelskammer aus Bedenken gegen den Zweck des Denkmalschutzes und dem Eigentümer zu Protesten gegen den Erhalt des Eckgebäudes. Der Eigentümer schlug somit eine Entkernung bei Erhalt der äußeren Hülle vor. Hingegen kam man seinen Forderungen gegenüber dem Einbau von Wohnungen insoweit nach, dass nur in den obersten Geschossen eine Wohnbebauung vorgeschrieben wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;/&amp;gt;Die Gestaltungsvorgaben, der sogenannte &amp;quot;Bebauungsplan Reichensand&amp;quot;, welcher mit der Veränderungssperre im Februar 1988 festgelegt wurde, ist dann im August 1990 als satzungsreif kategorisiert worden. Außerdem erhielt damit dieser Bebauungsplan auch eine Erhaltungssatzung, womit der Abriss des Gebäudes abgelehnt werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;'' Die &amp;quot;Lex Shobeiri&amp;quot; ist fertig'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.08.1990, Ausgabe Nr. 200, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt;Die Industrie-und Handelskammer Gießen äußerte sich im Februar 1990 mit der Ansicht, dass &amp;quot;die Einstufung als Baudenkmal sachlich nicht gerechtfertigt&amp;quot; sei, da es &amp;quot;im Innern des baufälligen Hauses und an den rückwärtigen Fassaden keine einziges Stilelement aus der Spätgründerzeit&amp;quot; gäbe,&amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;&amp;gt;''Streit geht weiter: Kulturdenkmal oder nicht?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.07.1990, Ausgabe Nr. 175, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; wohingegen der städtische Denkmalpfleger Bachmann das Doppelhaus als &amp;quot;repräsentatives Einzelobjekt der Spätgründerzeit beurteilt hatte, welches unbedingt schützenswert sei. Er nannte dafür &amp;quot;das Mansardendach, die qualitätvolle Verarbeitung des zweifarbigen Klinkermaterials und die sehr gute Ecklösung durch einen vorgehängten Erker mit Balkon&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;/&amp;gt;. Bei diesen Überlegungen wurde jedoch nur der ideelle Wert des Hauses bedacht, während die materielle Zumutbarkeit seiner Erhaltung nicht miteinbezogen wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorübergehende Nutzung für Räumungsverkauf ====&lt;br /&gt;
Ab Ende März 1991 wurden tatsächlich Teile des Erdgeschosses des Doppelhauses wieder genutzt, wenn auch nur vorübergehend. Ein Teppichhaus entschied die Räume für einen Räumungsverkauf anzumieten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;91/4/04&amp;quot;&amp;gt;''Haus &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; wieder in Nutzung'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.04.1991, Ausgabe Nr. 78, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt; Anfang April bereits wurde dieses durch die IHK Gießen wegen &amp;quot;zahlreicher Rechtsverstöße&amp;quot; jedoch wieder geschlossen.&amp;lt;ref&amp;gt; ''Räumungsverkauf wurde beendet'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 09.04.1991, Ausgabe Nr. 82, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Angebot der Stadt Shobeiri das Reichensand-Gelände für 1026 DM pro Quadratmeter abzukaufen lehnte der als lächerlich ab.&amp;lt;ref name=&amp;quot;91/4/04&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Verbot des Abrisses ====&lt;br /&gt;
Am 9. November 1995 gab der Verwaltungsgerichtshof Kassel schlussendlich bekannt, dass das Gebäude nicht abgerissen werden dürfe. Des weiteren sah dieser den Parkplatz als nicht legal an. Shobeiri war es nicht erlaubt zu diesem Urteil Revision einzulegen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Prognosen '95: Das wäre richtig gewesen...'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.01.1996, Ausgabe Nr. 11, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig kündigte der Eigentümer Habibollah Shobeiri im April 1995 an, aus Resignation vor der Politik der Grünen und dem Stadtrat Dammann, denen er die Schuld am Scheitern seiner Bauvorhaben am Samen-Hahn-Komplex gab, die Stadt Gießen zum Jahresende nach 24 Jahen verlassen zu wollen. Neben Samen-Hahn waren zu diesem Zeitpunkt die Gebäude Westanlage 30/32 und Südanlage 10 im Besitz Shobeiris.&amp;lt;ref&amp;gt;''Shobeiri: Ich werde Gießen verlassen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.04.1995, Ausgabe Nr. 88, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; Tatsächlich blieb er Gießen als Bürger treu.&amp;lt;ref&amp;gt;''Arbeitskämpfer, Prügelknaben und Rekorde'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.02.2008, Ausgabe Nr. 46, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baugebot oder einvernehmliche Lösung? ====&lt;br /&gt;
Aus einem Briefwechsel Shobeiris mit der Stadt im August 1996 wurde ersichtlich dass Shobeiri durchaus bewusst war das der jahrelange Leerstand des Gebäudes bei einer Sanierung seinen Tribut fordert und diese somit entsprechend teuer ausfallen würde. Daher bot er im Zuge dessen der Stadt an das Gebäude für 30 Jahre zu mieten für einen &amp;quot;symbolischen Preis von einem Pfennig pro Jahr&amp;quot;, wohingegen die Stadt dann die Renovierungskosten tragen sollte. Er nannte einen Betrag von 3,5 Millionen DM Renovierungskosten und 750000 DM als Parkplatzablöse falls das geplante Parkhaus nicht seinen Platz finden könnte. Dieses Ansinnen nahm die Stadt jedoch nicht Ernst.&amp;lt;ref&amp;gt;''Areal &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; gammelt weiter vor sich hin'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.08.1996, Ausgabe Nr. 191, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt;Bereits im Dezember 1992 hatte die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat beauftragt, für das Samen-Hahn Gelände ein Baugebot entsprechend des im Vorjahr aufgestellten Bebauungsplanes zum Erlass vorzulegen und auch mit dem Eigentümer über einen möglichen Verkauf zu verhandeln (Ja: SPD, GR, Stv. Micheler; Nein: CDU, FDP). Die im Antrag vorgesehene Zustimmung zur Einleitung eines Enteignungsverfahrens wurde durch einen Initiativantrag der SPD-Fraktion gestrichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DSI920 aus 1992.pdf | ''Erlaß eines Baugebots für das &amp;quot;Samenhahn-Grundstück&amp;quot; am Reichensand/Einleitung eines Enteignungsverfahren'']], Antrag des fraktionsunabhängigen Stadtverordneten Ludwig Micheler vom 16.11.1992, Vorlage: DS I/0920&amp;lt;/ref&amp;gt;Im August 1997 veranlasste der damalige Bürgermeister Schüler kurz vor dem Regierungswechsel ein Instandsetzungsgebot gegen Eigentümer Shobeiri wegen Wohnraumzweckentfremdung. Die Auflagen Schülers gegen Shobeiri beinhalteten dass vier Wohnungen im Ober-und im Dachgeschoss saniert und damit nutzbar gemacht werden solten. Diese Investition sollte sich dann in einer Frist von zehn Jahren mit den Mieteinkünften rentieren. Nach einer Klage Shobeiris gegen dieses Vorhaben scheiterte Schülers Ansinnen im August 1999. Das Verwaltungsgericht stellte fest dass die Kosten für die Investition auch in zehn Jahren nicht wieder eingeholt hätten werden können. Shobeiri gab daraufhin auch bekannt dass sein &amp;quot;Gastronomie-Konzept&amp;quot; zwar planungsrechtlich möglich gewesen sei, aber keine geeigneten Mieter vorhanden gewesen wären und er die guten Zeiten zur Umsetzung eines Bauplanes verpasst habe.&amp;lt;ref&amp;gt;''Späte Niederlage von Schüler gegen Shobeiri'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.08.1999, Ausgabe Nr. 185, Seite 17&amp;lt;/ref&amp;gt; Prompt äußerte sich der ehemalige Bürgermeister Schüler dann in einem Leserbrief in der Gießener Allgemeine Zeitung zu dem Verfahren mit den Worten &amp;quot;Herr Shobeiri benutzt unseren Rechtsstaat nur zu seinem Vorteil. Das Gebot des Grundgesetzes 'Eigentum verpflichtet' lässt er nicht für sich gelten. (...) Leitragende sind die Gießener Bürgerinnen und Bürger, die tagtäglich die Schandflecken in der Bahnhofstraße und in der Südanlage ertragen müssen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;''Shobeiri nutzt Rechtsstaat nur zu seinem Vorteil'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.08.1999, Ausgabe Nr. 190, Seite 28&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bürgergruppen und Kunstprojekte ====&lt;br /&gt;
Zwischenzeitig wurde die Akte Samen Hahn auch zum Thema in einer Bürgergruppe der [[Lokale Agenda 21|Lokalen Agenda 21]]&amp;lt;ref&amp;gt;''Mehr Flair, weniger Autos und ein City-Treff'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 01.11.1999, Ausgabe Nr. 254, Seite 7&amp;lt;/ref&amp;gt; und im, im Dezember 1999, neu gegründeten Arbeitskreis zur Innenstadtentwicklung der SPD-Stadtverordnetenfraktion, welche schnell eine Lösung für die Bebauung der Flächen zu finden gedachten.&amp;lt;ref&amp;gt;''SPD: Bellof Sprecher von AK Innenstadt'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 01.12.1999, Ausgabe Nr. 280, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es beschäftigten sich nun sogar Schüler der zehnten Klassen der Landgraf-Ludwig-Schule im Erdkundeunterricht mit der Bebauung des Areals. Innerhalb von vier Monaten zwischen Februar und Mai 2001 tüftelten diese an einem Plan für die Sanierung des Doppelhauses mit Eigentumswohnungen und Mietwohnungen sowie die Ansiedlung eines Geschäfts im Erdgeschoss. Daneben planten sie einen &amp;quot;dreistöckigen Gebäudekomplex&amp;quot; mit Tiefgarage, welcher unter anderem ein Burger King beherbergen sollte für den kleinen Hunger nach dem Kinobesuch.&amp;lt;ref&amp;gt;''Tunnel ab E-Klo und Burger King bei Samen-Hahn'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 25.05.2001, Ausgabe Nr. 120, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; Sogar ein Kunstprojekt beschäftigte sich mit dem verfallenen ehemaligen Samen-Hahn Doppelhaus. Im Rahmen der Landeskunstausstellung &amp;quot;Hessiale&amp;quot; wurde im April 2002 die &amp;quot;bröckelnde Fassade&amp;quot; der Rückseite des Hauses von Roswitha Berger-Gentsch in ihrem Projekt mit dem Thema &amp;quot;'Wunden sprechen'&amp;quot; mit dem Wort &amp;quot;liebe&amp;quot; in Leuchtfarbe verziert.&amp;lt;ref&amp;gt;''Leibchen an Platanen und Besen an der Bahnüberführung'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 30.04.2002, Ausgabe Nr. 100, Seite 27&amp;lt;/ref&amp;gt; Beim &amp;quot;Kunstspektakulum 'Fluss mit Flair'&amp;quot; 2010 veränderte der Künstler Carsten Hirth in einer Fotografie von der Rückansicht des Samen-Hahn-Hauses das Wort &amp;quot;liebe&amp;quot; in &amp;quot;Gier&amp;quot; und gab diesem damit eine ganz neue Aussage.&amp;lt;ref&amp;gt;''Tausende Menschen flanierten an der Wieseck'' Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.06.2010, Ausgabe Nr. 140, Seite 5&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Neue Eigentümerpläne für eine Markthalle ====&lt;br /&gt;
Aus einer Bauvoranfrage heraus beantragten die Eigentümer, die Shobeiri und Würtele GbR, am 30. Januar 2003 einen vorhabenbezogenen Bebauuungsplan, der vorsah, auf das Gebäude an der Ecke Bahnhofsstraße/Reichensand das Gelände ein völlig neues Gebäude gebaut werden sollte, in das das Eckgebäude integriert werden sollte. Dabei war geplant dass das denkmalgeschützte Gebäude ein Cafe, eine Kindertagesstätte und Lager-/Büroräume beherbergen sollte, während zum Reichensand das Parkhaus Karstadt/Westanlage um ca. 130 Stellplätze erweitert werden sollte bzw. im Erdgeschoss 1250m² Raum für eine Markthalle geboten worden wären.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS694&amp;quot;&amp;gt; [[Medium:DS694 aus 2003.pdf|Bebauungsplan Nr. Gi 1/09 &amp;quot;Reichensand&amp;quot;, 1. Änderung; hier: Beschluss über die Aufstellung eines vorhabenbezogenene Bebauungsplanes'']], Antrag des Magistrats vom 17.02.2003, Vorlage: 694/03&amp;lt;/ref&amp;gt;Auf diese Pläne basierend wäre der Teil des Doppelhauses mit der Adresse Bahnhofstraße 35 abgerissen worden um dort Platz für Markthalle und Parkhaus zu machen. Der kulturhistorisch wertvolle Eckteil des Gebäudes an Reichensand/Bahnhofstraße wäre so erhalten geblieben und in den Neubau integriert worden. Auch die Rekonstruktion des historischen Untergeschosses von Reichensand 2 war Teil des Plans unter Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde.&amp;lt;ref&amp;gt;''Samen-Hahn-Haus müsste teilweise Parkhaus weichen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.01.2003, Ausgabe Nr. 14, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt;Im November 2002 wurde nach der Begehung des Gebäudes eine vollständige Sanierung als unwirtschaftlich eingestuft,&amp;lt;ref&amp;gt;''Aus dem Parlament'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.02.2003, Ausgabe Nr. 33, Seite 31&amp;lt;/ref&amp;gt; sodass die Landesdenkmalpflege im Bezug auf einen möglichen Teilabriss ihre Zustimmung äußerte. Für die Umsetzung dieser Pläne war jedoch zunächste eine Veränderung des Bebauungsplans notwendig.&amp;lt;ref&amp;gt;''Landesdenkmalpflege: Keine Bedenken gegen Teilabriss'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.01.2003, Ausgabe Nr. 18, Seite 24&amp;lt;/ref&amp;gt;Diesen Antrag änderte die Stadtverordnetenversammlung einstimmig dahingehend, dass dem Bebauungsplan mit der Maßgabe stattgegeben werde, dass für den wegfallenden Wohnraum im ehemaligen Samen-Hahn Gebäude Ersatzwohnraum in gleicher Größe geschaffen wird. Der so geänderte Antrag wurde von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen (JA: CDU/SPD/GR/FWG/FDP/BLG; Nein: PDS),&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS694&amp;quot;/&amp;gt; jedoch scheiterte das Projekt am Ende trotz bestehender Baugenehmigung, da die Eigentümer das Projekt nicht weiterführten.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im September 2003 führte die Gießener Allgemeine Zeitung eine Umfrage unter Wochenmarktbeschickern durch, um ein generelles Meinungsbild zur geplanten Markthalle auf dem ehemaligen Samen-Hahn-Gelände zu erlangen. Auch die Eigentümergemeinschaft hatte ein solches Meinungsbild in Form eines &amp;quot;Marktfrühschoppen(s)&amp;quot; für die Beschicker des Wochenmarktes geplant. So äußerten sich die Befragten in der GAZ-Umfrage zu der mit 1600 Quadratmetern möglicherweise zu gering bemessenen Größe der Markthalle sowie zu den Mietpreisen, welche jedoch noch nicht in die Planungen der Eigentümer miteinbezogen wurden. Auch die geplanten Öffnungszeiten wurden eher kritisch beäugt; diese wurden mit täglicher Öffnung von 8 bis 20 Uhr beziffert und zusätzlichen abendlichen Kulturveranstaltungen. Nicht zuletzt sahen einige der Befragten ein Konkurrenzdenken der Eigentümer gegenüber dem traditionellen Gießener Wochenmarkt, welches diese jedoch bestritten. Ihnen sei es ein Anliegen vor allem Erzeuger regionaler Produkte in die Markthalle zu locken; eine Liste von 50-100 Interessenten lag auch bereits vor.&amp;lt;ref&amp;gt;''Markthalle Reichensand: Zustimmung und Skepsis'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.09.2003, Ausgabe Nr. 217, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; 20 Interessenten fanden sich dann zum Marktfrühschoppen im &amp;quot;Alt Gießen&amp;quot; ein, wo ihnen verkündet wurde das bereits Anfang des Jahres 2004 eine Bebauung des Geländes starten sollte. Je nach Standgröße waren 40 bis 70 Plätze geplant. Auch über eine Gepäckaufbewahrung und 150 Parkplätze über der Markthalle wurde nachgedacht. Die Interessenten machten sich vor allem Sorgen über die tatsächliche Frequentierung und Nachfrage durch Kunden des täglich 12 Stunden geöfneten Marktes, äußerten sich sonst jedoch durchaus positiv zum Gesamtkonzept der Kleinmarkthalle.&amp;lt;ref&amp;gt;''Markthalle: &amp;quot;Das Konzept ist hervorragend&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.09.2003, Ausgabe Nr. 220, Seite 7&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Stillstand und städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen ====&lt;br /&gt;
Im März 2004 jedoch gab es noch keine entsprechenden Bauvoranfragen oder einen Bauantrag von Seiten der Eigentümergemeinschaft für das Samen-Hahn-Gelände.&amp;lt;ref&amp;gt;''Noch ist Gießen eine Stadt der Brachflächen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.03.2004, Ausgabe Nr. 71, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Verantwortlich für die Projektentwicklung waren Michael Rosenberg der Carpe Diem GmbH sowie der Architekt Holger Datz aus Langgöns.&amp;lt;ref&amp;gt;''80-Betten-Hotel an der Westanlage geplant'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.06.2004, Ausgabe Nr. 134, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Gießener Verwaltung fehlte es vor allem auch an weiteren Vorgaben der Eigentümer, um eine Änderung des Bauantrages auf den Weg bringen zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;''Der städtebauliche Befreiungsschlag blieb aus'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.04.2005, Ausgabe Nr. 92, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt;Anfang August 2005 ging die S&amp;amp;W Theaterpark GmbH mit Gesellschafterin Sylvia Würtele Pleite. Diese war Teil der Eigentümergemeinschaft und verantwortlich für die Planungen zur Bebauung der Südanlage 10.&amp;lt;ref&amp;gt;''Auch bürgerliche Koalition vorerst an &amp;quot;Schandflecken&amp;quot; gescheitert'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 05.08.2005, Ausgabe Nr. 180, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt; Für dieses Gelände plante die Stadt Anfang 2007 &amp;quot;einen Bebauungsplan mit der 'Zielrichtung einer besonderen städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme'&amp;quot; zu erarbeiten, mit welchem die Eigentümer im Verfahren entscheiden müssten ob es ihnen möglich ist die Bebauung voranzutreiben oder zu verkaufen. Bei der Entscheidung zum Verkauf bekäme die Stadt ein Vorkaufsrecht und würde den Verkehrswert des Geländes an den Eigentümer entrichten.&amp;lt;ref&amp;gt;''Südanlage 10: Koalition setzt Eigentümer unter Druck'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.01.2007, Ausgabe Nr. 11, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Anders als im Fall von der Südanlage 10 war dies beim Samen-Hahn-Gelände nicht möglich, da das Gebäude unter Denkmalschutz stand und es sich sehr viel schwieriger gestaltet hätte dafür einen neuen Investor zu finden, sodass die Stadt nicht &amp;quot;auf den Immobilien sitzen&amp;quot; bliebe. Das Gelände der Südanlage 10 hat die Eigentümergemeinschaft dann auch an die Stadt veräußert. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge der immer wieder scheiternden Gespräche zwischen Stadt und Eigentümer, wie das Samen-Hahn Gelände weiter genutzt werden könne, beschloss die Stadtverordnetenversammlung am 24. März 2011, dem Magistrat umgehend mit der Einleitung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme für den Bereich Samen-Hahn beginnen zu lassen und zudem sämtliche rechtliche zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bis zur letzten Instanz zu nutzen, die zur Umsetzung erforderlich seien (Ja: CDU/GR/FDP/FW/BLG; StE: SPD/LINKE)&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/3554/2011&amp;quot;&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12005 Entwicklungsmaßnahmen &amp;quot;Schandfleck Samen-Hahn&amp;quot;], Antrag der Fraktionen CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP vom 04.02.2011, STV/3554/2011&amp;lt;/ref&amp;gt;, jedoch ist ein Berichtsantrag auf dem März 2012, der nach den seitdem ergriffenen Maßnahmen fragt, bis heute vom Magistrat unbeantwortet geblieben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12859 ''Berichtsantrag betreffend Entwicklungsmaßnahme „Schandfleck Samen Hahn“''], Antrag der CDU-Fraktion vom 25.02.2012, Vorlage: STV/0746/2012&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Abriss des Eckgebäudes ====&lt;br /&gt;
[[Datei:SamenHahn2011.jpg|thumb|right|350px|Rückseite des Eckgebäudes an der Bahnhofstraße/Reichensand, Stand 2011]]&lt;br /&gt;
Im April 2012 beantragte der Eigentümer aufgrund eines Gutachtens, dass das Samen-Hahn Gebäude an der Ecke Reichensand/Bahnhofstraße für akut einsturzgefährdet einstuft, den Abbruch dieses Gebäudes. Dieser, der gemeinsam mit dem Gutachten bei der städtischen Bauverwaltung eingereicht wurde, führte umgehend zu Straßensperrungen am Kreuzungsbereich Bahnhofstraße/Reichensand/Schanzenstraße sowohl für den Fahr- als auch für den Fußverkehr. Infolge dessen wurde von der Stadt eine Überprüfung der Statik beauftragt und ein Gutachten über die Frage der Sicherung und des Erhaltes der Fassaden des denkmalgeschützten Gebäudes in Auftrag gegeben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessen.de/index.phtml?call=detail&amp;amp;css=&amp;amp;La=1&amp;amp;FID=684.8808.1&amp;amp;&amp;amp;sNavID=1894.1&amp;amp;ffmod=pres&amp;amp;ffsm=1 ''Samen-Hahn Gebäude einsturzgefährdet - Straßensperrung''], Pressemitteilung der Stadt Gießen vom 12.04.2012 ([https://web.archive.org/web/20140805152737/http://www.giessen.de/index.phtml?call=detail&amp;amp;css=&amp;amp;La=1&amp;amp;FID=684.8808.1&amp;amp;&amp;amp;sNavID=1894.1&amp;amp;ffmod=pres&amp;amp;ffsm=1 Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;In der Stadtverordnetenversammlung vom 24.05.2012 forderten die Abgeordneten den Magistrat auf, keine Genehmigung für den Abiss der historischen Fassade des Gebäudes &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; zu erteilen, bis der zuständige Fachausschuss in einer kurzfristigen Sondersitzung informiert worden ist (Ja: SPD, CDU, FR, FW, LINKE, FDP; StE: PIR, LB/BLG),&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12980 ''Reichensand/Bahnhofstraße (ehem. Samen-Hahn)''], Antrag der Fraktionen SPD und Bündnis 90/Die Grünen vom 27.04.2012, Vorlage: STV/0856/2012&amp;lt;/ref&amp;gt; zudem wird der Beschluss von 24.03.2011&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/3554/2011&amp;quot;/&amp;gt; bekräftigt, mit der Einleitung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme zu beginnen (Ja: SPD, CDU, GR, FW, LINKE, FPD, LB/BLG; StE: PIR) und den Magistrat zu beauftragen, sämtliche rechtlich zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bis zur letzten Instanz zu nutzen, die zur Umsetzung der Maßnahme erforderlich sind (Ja: SPD, CDU, GR, LINKE, FDP, LB/BLG; Nein: FW; StE: PIR).&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;/&amp;gt; Zudem wurde der Magistrat aufgefordert, die haushaltsrechlichen Möglichkeiten für einen Erwerb des Gebäudes zu schaffen (Ja: SPD, CDU, GR, LINKE, FDP; Nein: FW, LB/BLG; StE: PIR).&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Einreichung eines Gutachtens über die Gefährdung des Einsturzes des Samen-Hahn Doppelhauses, entschied die Stadt das Haus im Juni 2012 nach 114 Jahren einschließlich 30 Jahren Leerstand abzureißen. Dazu gab es dann ganz unterschiedliche Standpunkte aus der Bevölkerung. Während die einen den Abriss bedauerten, äußerten die anderen sich erleichtert darüber dass sich nun endlich etwas bewegte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gaz-2012-06-23&amp;quot;/&amp;gt;In der folgenden Sitzung am 27. Juni 2012 beschloss die Stadtverordnetenversammlung infolge der Entscheidung,das Eckhaus abzureißen einstimmig die Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes &amp;quot;GI 01/36 Reichensand/Bahnhofstraße&amp;quot;, der den gesamten Block zwischen Reichensand, Bahnhofstaße und Westanlage umfasst und setzten als Sanierungsziel fest, dass ein Neubau an der Straßenecke Bahnhofstraße/Reichensand sich in Kubtur, Gestalt und Materialität am Vorgängerbau &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; orientieren muss. Davon sind sowohl Teile des Bebauungsplanes Nr. 56 &amp;quot;Stadtmitte II&amp;quot;, als auch, mit Ausnahme der Vehrkehrsflächen, der gesamte Bebauungsplan G 1/09 betroffen, die durch diesen neuen ersetzt werden sollen. Gleichzeitig gehört das Gebiet zum [[Sanierungsgebiet „Schanzenstraße/Mühlstraße“]], bei dem ein wesentliches Ziel darin besteht, die Blockrandbebauung in der Bahnhofstraße zu erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=13049 ''Aufstellung eines Bebauungsplanes GI 01/36 &amp;quot;Reichensand/Bahnhofstraße&amp;quot;; hier: Einleitungsbeschluss, Bekanntmachung''], Antrag des Magistrats vom 29.05.2012, Vorlage: STV/0920/2012&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser befindet sich weiterhin in Planung. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Planungen zur Neubebauung===&lt;br /&gt;
In einer Umfrage der GAZ nach den Wünschen der Leser für das Jahr 2013 wird deutlich das die anderen Gebäude im Besitz der Eigentümerfamilie Shobeiri, wie beispielsweise die Alte Post nicht das gleiche Schicksal ereilen soll wie dem Samen-Hahn-Gebäude. Außerdem wünschten sich viele Bürger das das freie Gelände doch einer &amp;quot;attraktiven Nachfolgenutzung (...)&amp;quot; zugeführt werden solle.&amp;lt;ref&amp;gt;''Auch Scheich soll Gartenschau-Fan werden'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.01.2013, Ausgabe Nr. 6, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Stadt ließ durch das Frankfurter Büro Meurer mit Architekten, Stadtplanern und Ingenieuren eine Studie ausstellen, welche mögliche Neubauplanungen für die Brachfläche darlegen soll. Diese wurden dann im März 2013 in einem Bürgergespräch im Rathaus vorgestellt und diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Bürgergespräch&amp;quot; zum Samen-Hahn-Areal'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 16.03.2013, Ausgabe Nr. 64, Seite 31&amp;lt;/ref&amp;gt; Professor Dr. Meurer stellte vier unterschiedliche Bebauungsstudien vor, von einem Nachbau des Originals über die Nachahmung der Fassade, einer Kombination aus alter Struktur und neuen modernen Materialien bis zu einem modernen Neubau ohne historische Elemente. Die dritte und vierte Variante besäßen fünf Geschosse, während die erste und zweite wie das abgerissene Samen-Hahn-Gebäude nur vier erreichen würden. Die Stadtverordnetenversammlung beauftragte jedoch bei einem Neubau die Kubatur des Originals zu erhalten. Eine originalgetreue Nachbildung des Gebäudes würde jedoch kaum möglich sein, da dafür nicht ausreichend Dokumente der Gründerzeit vorlägen. Aus diesem Grund wurde die zweite Variante in Betracht gezogen, da mit der Fassadenkonstruktion weniger Probleme anfielen. Diese Planungen beschäftigen sich nur mit dem Neubau des abgerissenen Hauses; es sind jedoch drei weitere Häuser auf der restlichen Freifläche geplant. Hauptsächlich würden die Gebäude dann für Wohnungen genutzt, außerdem eventuell Büro- und Geschäftsräume im Erdgeschoss. Für die PKWs ist eine Tiefgarage angedacht. Professor Meurer versprach eine Bebauung bis 2017. Die anwesenden Bürger äußerten sich gemischt zu den vorgestellten Bebauungsplänen; keine der Varianten wurde abgelehnt. Auch der Grundstückseigentümer Karim Shobeiri interessierte sich für die Planungen und gab an &amp;quot;eine Neubebauung 'so schnell wie möglich umzusetzen'&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Bebauung-bis-2017-_arid,409025_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''Samen-Hahn_bebauung bis 2017?''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.03.2013 ([https://web.archive.org/web/20130323071239/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Bebauung-bis-2017-_arid,409025_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Sitzung des Denkmalbeirats der Stadt Gießen im Dezember 2013 wurde auch besprochen dass von Seiten der Eigentümer ein Lebensmittelmarkt und ein Wohnkonzept für die Neubebauung gewünscht ist, dies jedoch mit den Plänen des Architektenteams für einen offenen Bau nicht zu vereinbaren ist.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---[Datei: Protokoll vom 19.12.2013.pdf]---&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der Stadtverordnetenversammlung im Februar 2014 wurde jedoch geäußert dass die Bebauungspläne von Seiten des Architekten Meurer weiter entwickelt werden könnten um den Wünschen der Eigentümer gerecht zu werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=14235 ''Berichtsantrag zum Grundstück des abgerissenen Samen-Hahn-Gebäudes''], Antrag der CDU-Fraktion vom 12.12.2013, Vorlage: STV/1972/2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Antrag des Magistrats vom 12.09.2014 wurde dann der Entwurfsbeschluss zur Aufstellung des Bebauungsplanes GI 01/36 ''Reichensand/Bahnhofstraße'' angefragt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=14592&amp;amp;search=1 ''Aufstellung eines Bebauungsplanes GI 01/36 ''Reichensand/Bahnhofstraße'', hier: Entwurfsbeschluss und Durchführung der Offenlage] Antrag des Magistrats vom 12.09.2014, STV/2311/2014&amp;lt;ref/&amp;gt;Dabei geht es um die Erweiterung des Plangeltungsbereichs und die Festlegung der, vom Bebauungsplan separierten, Gestaltungssatzung, womit die gestalterischen Anforderungen an die Architektur der Neubebauung einhergehen. Das 2012 mit Beginn des Bebauungsplanverfahrens beschlossene Plangebiet wird im Bereich Reichensand um die Straßenverkehrsfläche erweitert, womit der seit 1991 rechtsgültige Bebauungsplan G1/09 ''Reichensand'' abgelöst und aufgehoben wird. Der seit 1969 rechtskräftige Bebauungsplan 56 ''Stadtmitte II'' wird im Bereich zwischen Reichensand und Bahnhofstraße verändert. Das Plangebiet liegt im Sanierungsgebiet ''Schanzenstraße/Mühlstraße''. Es umfasst einen Geltungsbereich, welcher nördlich von der Bahnhofstraße, westlich von der Westanlage und südlich sowie östlich von der Straße ''Reichensand'' begrenzt wird. &lt;br /&gt;
Dies schließt auch das Parkhaus ''Reichensand'' (Karstadt) und das denkmalgeschützte Gebäude Bahnhofstraße 39 mit ein. Vorrangige Sanierungsziele sind die Neubebauung der Brachfläche und die Aufwertung des gesamten innerstädtischen Quartiers unter Berücksichtigung denkmalschutzrechtlicher Belange und Integration in das Stadtbild. Das Plangebiet soll als Mischgebiet ausgeschrieben werden, mit gewerblicher Nutzung und Nutzung als Wohngebiet unter Ausschluss von Vergnügungsstätten. Das Brachgelände im östlichen Teil des Plangebietes soll zur Wohnbebauung genutzt werden, wobei im Erdgeschoss zur Straße hin eine gewerbliche Nutzung angestrebt wird. Die Neubebauung des abgerissenen Samen-Hahn-Doppelgebäudes muss sich als Nachbildung des historischen Gebäudes diesem in Kubatur, Gestalt und Materialität annähern. Die Fassadengestaltung soll der Inverstechnik (Leistenputz) folgen, welche dem historischen Charakter des abgerissenen Hauses, auch von wirtschaftlicher Seite, am Besten gerecht wird. Gespräche mit der Eigentümerfamilie und interessierten Investoren führten nicht zu einer umsetzbaren Konzeption. &lt;br /&gt;
Die dichte, geschlossene Bebauung und der hohe Versiegelungsgrad sollen durch Dach - und Fassadenbegrünungen und Begrünung der Freiflächen ausgeglichen werden. In der Erdgeschosslage der Plangebietsbebauung sollen zur Bahnhofstraße hin Gastronomie - und Dienstleistungsbetriebe und im restlichen Plangebiet der Einzelhandel einen Platz finden. Das Eckgebäude sowie zwei weitere Gebäude auf dem Grundstück sollen in offener Bauweise drei Solitäre bilden, welche durch einen halböffentlichen Binnenhof verbunden werden. Weitere, für die Neubebauung am Reichensand erforderliche, Stellplätze sollen mit einer Tiefgarage geschaffen werden. Insgesamt sind ca. 44 Wohneinheiten für jeweils 1-2 Personen geplant, wobei in den Wohngebäuden außerdem vier Ladeneinheiten unterkommen können sollen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Counter}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Shobeiri]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan GI 01/36]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan GI 01/09]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan G57a]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CUcke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.giessen.wiki/index.php?title=Samen-Hahn-Gel%C3%A4nde&amp;diff=979</id>
		<title>Samen-Hahn-Gelände</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.giessen.wiki/index.php?title=Samen-Hahn-Gel%C3%A4nde&amp;diff=979"/>
		<updated>2014-09-24T13:20:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CUcke: Passagen gestrichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Sahmen-Hahn.jpg|thumb|right|400px|Das Samen-Hahn Gebäude vor dem Abriss (2012)]]&lt;br /&gt;
Das ehemalige Samen-Hahn-Gebäude an der Bahnhofsstraße 35/Reichensand 2 war ein seit über 30 Jahren leer stehendes und zu diesem Zeitpunkt bereits einsturzgefährdetes ehemals denkmalgeschütztes Gebäude, das am 22.Juni 2012 abgerissen wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gaz-2012-06-23&amp;quot;&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Hessen/Artikel,-Samen-Hahn-Nach-114-Jahren-kommt-der-Abrissbagger-_arid,350354_regid,1_puid,1_pageid,11.html ''Nach 114 Jahren kommt der Abrissbagger''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.06.2012 ([https://web.archive.org/web/20140818222456/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Hessen/Artikel,-Samen-Hahn-Nach-114-Jahren-kommt-der-Abrissbagger-_arid,350354_regid,1_puid,1_pageid,11.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 1898 im spätgründerzeitlichen Stil errichtete Gebäude, das zwischenzeitlich auch als Weinstube und Möbelhaus genutzt wurde, bestand aus klar gliedernden Formelementen wie z.B. in Sandstein ausgeführten Fenstergewänden und -bögen und Mansarddach. Zudem besaß das Gebäude eine qualitätvolle Verarbeitung des zweifarbigen Klinkermaterials, weswegen der Bau eine Einstufung als Kulturdenkmal aus künstlerischen Gründen einforderte. Darüber hinaus ist das Haus städtebaulich besonders wichtig, da ein optischer Bezug zu weiteren dortigen Gebäuden besteht.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?obj=60382&amp;amp;event=Query.Details Samen-Hahn Gebäude auf denkmalpflege-hessen.de] ([https://web.archive.org/web/20140804152556/http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?obj=60382&amp;amp;event=Query.Details Archivierte Version]) &amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem ist das Gebäude Teil der denkmalgeschützten Gesamtanlage &amp;quot;Gesamtanlage I&amp;quot;, die Bahnhofstraße und Westanlage umfasst.&lt;br /&gt;
== Samen-Hahn im Besitz von Shobeiri ==&lt;br /&gt;
==== Grundstücksverkauf und Gebäudeabriss auf ehemaligem Samen-Hahn-Gelände ====&lt;br /&gt;
Am 1. Juli 1981 ging das gesamte Samen-Hahn-Gelände für zwei Millionen DM an die Shobeiri GmbH und Co. KG. Nur einen Tag später wurde bereits ein Biedermeierhaus von 1830 auf dem Gelände abgerissen. Es war eines der ĺetzten Gebäude dieser Art in Gießen. Unter Berufung auf die Aussagen des Bezirksdenkmalpflegers, dass das Biedermeierhaus jedoch mit seiner Lage als Hinterhofhaus nicht in das moderne Stadtbild integriert und daher auch nicht als denkmalschutzwürdig eingestuft werden konnte,&amp;lt;ref name=&amp;quot;81/7/11&amp;quot;&amp;gt;''Beyer: &amp;quot;Es lagen Erkenntnisse auf mögliche Besetzung vor&amp;quot; Walldorf: &amp;quot;Wir brauchen Zusage für Wohnraum-Schaffung&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 07.11.1981, Ausgabe Nr. 157, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; entschied sich der damalige Bürgermeister für den Abriss.Tatsächlich lag die Entscheidung des Denkmalpflegers zum Zeitpunkt des Abrisses noch nicht vor und der Abriss wurde somit ohne dessen Zustimmung durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Den Denkmalpfleger trifft keine Schuld&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.02.1982, Ausgabe Nr. 46, Seite 14&amp;lt;/ref&amp;gt;Auch gab es widersprüchliche Aussagen von Seiten der Polizeibehörde was die Gefahr der Besetzung der Gebäude betraf.&amp;lt;ref&amp;gt;''Abriß Samen-Hahn nun auch Landtagsthema'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.10.1981, Ausgabe Nr. 246, Seite 11&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzig das oben beschriebene Eckhaus Reichensand 2/Bahnhofstraße 35 sollte erhalten bleiben. Geplant war damals ein neues 18-Millionen-DM teures Gebäude mit einer Kombination aus Wohnungen und Geschäftsräumen zur Stärkung von Arbeitsmarkt und Wirtschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;''Die Bagger griffen nach Bausubstanz von 1830 und 1880: Kulturdenkmäler machen für 18-Millionen-Projekt Platz'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 03.07.1981, Ausgabe 150, Seite 13&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Abriss zog ein breites Echo in der Öffentlichkeit mit sich, unter anderem einen &amp;quot;Schweigemarsch&amp;quot; mit 250 Demonstranten&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Schweigemarsch&amp;quot; bei den Trümmern in der Bahnhofstraße'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.07.1981, Ausgabe Nr. 154, Seite 11&amp;lt;/ref&amp;gt; und Beschwerden seitens des Mietervereins zur Zerstörung von bei Wohnungsknappheit nutzbaren Anwesen, zum Beispiel als Studentenwohnungen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;Magistrat stelte Politik der Zerstörung einmal mehr unter Beweis&amp;quot;, Gießener Allgemeine Zeitung vom 10.07.1981, Ausgabe Nr. 156, Seite 10&amp;lt;/ref&amp;gt;Auch das Eckhaus Reichensand 2 / Bahnhofsstraße 35 wurde erst am 21. Juli 1981 vollständig in die Denkmalliste eingetragen, sodass auch dieses bis dahin vom Abriss gefährdet war.&amp;lt;ref&amp;gt;''Woher kommen die eindeutigen Widersprüche?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.08.1981, Ausgabe Nr. 193, Seite 28&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Erste Bauvorhaben für das Doppelhaus Ecke Reichensand/Bahnhofstraße ====&lt;br /&gt;
Nach dem Abriss der Gebäude auf dem Samen-Hahn-Gelände, mit Ausnahme des Eckhauses, wurde die Freifläche zunächst als Parkplatz genutzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;82/8/14/&amp;quot;&amp;gt;''Bauvoranfrage ist am Mittwoch im Bauausschuß: Stimmt RP der Bebauungsplan-Befreiung zu?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 14.08.1982, Ausgabe Nr. 186, Seite 27&amp;lt;/ref&amp;gt;Die Eigentümer stellten nun für das verbliebene Doppelhaus eine Bauvoranfrage für ein Wohn- und Geschäftsgebäude mit fünf Geschossen, welche vom Magistrat genehmigt wurde unter der Voraussetzung, dass für die geplante geschlossene Bebauung statt der offenen ein Architektenwettbewerb stattfindet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DSI395 aus 1982.pdf | ''Bauvoranfrage der H.Shobeiri GmbH &amp;amp; Co KG zum Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses in Gießen'']], Antrag des Magistrats vom 07.07.1982, Vorlage: DS I/395&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Architektenbüro hatte bereits den Zuschlag, als im April 1983 die Stadt bekannt gab das die Pläne Shobeiris nicht ganz ihren Vorstellungen entsprächen, da diese mit dem umliegenden Stadtbild nicht vereinbar wären, sodass keine Baugenehmigung ausgestellt werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;''Noch keine Genehmigung für &amp;quot;Shobeiri-Bau&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.04.1983, Ausgabe 80, Seite 18&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Juni 1983 gab es dann bereits die ersten Überlegungen den Erker des Eckgebäudes in einem Neubau &amp;quot;nachzuempfinden&amp;quot; und im Bereich des Daches eine Glaskuppel zu installieren&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;&amp;gt;''Auch das Vorderhaus wird verschwinden'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.06.1983, Ausgabe Nr. 127, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt;, wobei der Erhalt der Baussubstanz oder der Fassade als sehr kostspielig verworfen wurden, obwohl die Fassade auf Grund ihres Baustils schon in der Gründerzeit als schützenswert eingestuft und ins vorläufige Denkmalbuch eingetragen worden war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;/&amp;gt; Daher wurden auch auf diesen Beschluss wieder Stimmen laut, die Stadt möge doch unter dem Druck von Seiten des Bauinteressenten den Denkmalschutz nicht vernachlässigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;/&amp;gt; Die ständige Veränderung der Baupläne durch den Eigentümer führte dazu, dass die Stadt ihm eine Baugenehmigung immer wieder verwehren musste (Stand 26. August 1983).&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/8/26&amp;quot;&amp;gt;''Bleibt der Reichensand-Komplex ein Phantom?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 26.08.1983, Ausgabe Nr. 197, Seite 16&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Neubewertung in Denkmalschutzfragen ====&lt;br /&gt;
Die bedauernde Einschätzung des Denkmalpflegers von 1983, das Doppelhaus sei stark sanierungsbedürftig und die Beseitigung der Mängel könnte dem Eigentümer, vor allem finanziell, nicht zugemutet werden, wurde 1985 neu überdacht. Infolgedessen schätzte die Untere Denkmalschutzbehörde das Gebäude wieder als schützenswert ein und aus diesem Grund wurde der Abbruchantrag Shobeiris im Dezember 1985 abgelehnt. Als Begründung für dieses Umdenken wurden städtebauliche, geschichtliche und künstlerische Gründe genannt.&amp;lt;ref&amp;gt; Streit geht weiter: Kulturdenkmal oder nicht? Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.07.1990, Ausgabe Nr. 175, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bürgerbegehren gegen Verfall und Abriss des Doppelhauses ====&lt;br /&gt;
Die Bürgerinitiative Mühlstraße wendete sich im November 1986 in einem offenen Brief an den Bürgermeister, in welchem sie ihre Bedenken gegen den Verfall und Abriss des Gebäudes als denkmalschutzwürdiges Ensemble &amp;lt;ref&amp;gt;''Gegen Abrißerlaubnis für Eckbau Reichensand'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.11.1986, Ausgabe Nr. 277, Seite 29&amp;lt;/ref&amp;gt; äußerte und damit die Genehmigung der Stadt zur Zweckentfremdung des Komplexes ohne zeitliche Begrenzung von Seiten Shobeiris in Frage stellte. Im Juli 1987 wendete sich diese Bürgerinitiative erneut an die Presse und beschrieb den ihrer Ansicht nach &amp;quot;desolaten Zustand&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;&amp;gt;''Schleichender Verfall eines Gründerstilhauses'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.07.1987, Ausgabe Nr. 172, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt; des Gebäudes, welcher bei einer Besichtigung der Innenräume durch die Mitglieder dieser Bürgerinitiative zu Tage kam. Demnach drang durch zerstörte Fenster Feuchtigkeit ein, der Holzschwamm habe sich massiv ausgebreitet und mehrere Propangasflaschen stellten außerdem ein Explosionsrisiko dar. Nach Einschätzung der Bürgerinitiative seien &amp;quot;diese Schäden nicht durch bloßen Verfall des Hauses enstanden, sondern vorsätzlich herbeigeführt worden, um den Verfall des Gebäudes zu beschleunigen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;/&amp;gt; In Bezug auf diese Annahmen äußerten sie auch große Bedenken den Eigentümer betreffend, welcher ein &amp;quot;Spekulant&amp;quot; sei und versuche &amp;quot;das wenig aussichtsreiche Verfahren einer Abbruchgenehmigung zu umgehen und hinter dem Rücken der Öffentlichkeit mit einer gezielten Verwahrlosung des Gebäudes vollendete Tatsachen zu schaffen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;/&amp;gt;In diesem Fall ging es konkret um 500 qm Wohnraum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Fatale Folgen übereilter Baupolitik&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.12.1986, Ausgabe Nr. 287, Seite 24&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt; ''Direkter Kontakt der Fraktionen mit Shobeiri'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.03.1988, Ausgabe Nr. 60, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Entscheidung der Stadt gegen den Abriss ====&lt;br /&gt;
Die Stadt gab auf den offenen Brief der Bürgerinitiative und die Kritik des Mietervereins bekannt das aus rechtlichen Gründen erst die entgültige Ablehnung des Antrages auf Abriss des Gebäudes von Seiten der Bauaufsicht zum Verbot der Wohnraumzweckentfremdung für das Eckgebäude führen kann. Die Befreiung von diesem Verbot wurde 1983 für das genannte Gebäude festgelegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/1/14&amp;quot;&amp;gt;''Magistrat fühlt sich von Shobeiri &amp;quot;veralbert&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 14.01.1987, Ausgabe Nr. 11, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Widerspruch Shobeiris auf die Ablehnung der Abrissgenehmigung von Seiten des Anhörungsausschusses ging mit der Vorlage dieses Begehrens nun im Januar 1987 an den Regierungspräsidenten.Im April 1987 wurde der Widerspruch Shobeiris gegen die Ablehnung des Abbruchantrags von 1985 abgewehrt, woraufhin er Klage beim Verwaltungsgericht einreichte. Er stützte seine Klage dabei auf die Auffassung eines Gutachters, welcher ihm bestätigte das der Erhalt des Gebäudes in diesem Zustand nicht zumutbar sei, obwohl die Fassade zur Bahnhofstraße grundsätzlich schützenswürdig sei &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bebauungsplan mit Veränderungssperre ====&lt;br /&gt;
Die SPD-Mitte forderte daraufhin im Februar 1988 einen neuen Bebauungsplan mit Veränderungssperre, sodass der Klage Shorbeiris auf Abriss des Gebäudes nicht irgendwann stattgegeben hätte werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;88/2/13&amp;quot;/&amp;gt; Darauffolgend wurde sogleich die geforderte Veränderungssperre angewandt, welche mit den Stimmen von SPD, Grünen und FDP in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen worden war.&amp;lt;ref&amp;gt;''Das &amp;quot;Gaststättendorf&amp;quot; kann nicht entstehen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.02.1988, Ausgabe Nr. 37, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; So wurde auch Shobeiris Antrag für ein Gaststättendorf von September 1987 abgelehnt mit der Begründung das die Gestaltungsvorgaben der Stadt damit nicht umgesetzt würden. Diese Gestaltungsvorgaben beinhalteten einen Bau, welcher zur Straße hin wenigstens dreigeschossig und zur Innenseite terassenförmig verlaufen sollte. Außerdem sah der Magistrat mit Zustimmung des Parlaments die Gewerbeflächen im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss vor, mit Ausnahme von Vergnügungsstätten, sowie zwei Parkdecks mit einer Anzahl von bis zu 120 PKW-Parkplätzen und ein Flachdach mit Dachbegrünung. Diese Vorgaben setzten jedoch voraus dass das Eckgebäude in einem Abstand von sechs Metern zum Neubau erhalten bliebe, was nicht im Sinne des Eigentümers beschlossen worden war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;88/2/13&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gebäudebegehung und Einstufung ====&lt;br /&gt;
[[Datei:EntwurfG1 09.jpeg|thumb|right|350px|Beiplan zum Bebauungsplanentwurf G1/09 von 1990]]&lt;br /&gt;
Im März 1988 entschieden die Fraktionen von CDU, SPD und FDP eine Begehung des Gebäudekomplexes zusammen mit Shobeiri um die Bauplanungen vor Ort erläutert zu bekommen. Die Grünenfraktion wurde von Shobeiri zu diesem Ortstermin nicht eingeladen, da dieser sich von deren Kritik angegriffen fühlte. So stellten die Anwesenden fest, dass bereits vom vorherigen Eigentümer Stahlträger zum Ersatz von tragenden Wänden eingebaut wurden und der Dachstuhl längst baufällig geworden war. Insbesondere die denkmalgeschützte Fassade und die Eckgestaltung erschien den Gutachtern dennoch erhaltenswert. Der Eigentümer plante jedoch den Abriss des kompletten Gebäudes und statt der Erhaltung, die Fassade und den Erker mit dem Originalmaterial in derselben Gestaltung wieder aufzubauen. Die Möglichkeit das Gebäude auszukernen (Komplettabriss bis auf die Fassaden) bestand, wäre jedoch mit sehr großem Aufwand und der Gefahr des Zusammenbrechens der Außenwände verbunden gewesen.&amp;lt;ref&amp;gt; Direkter Kontakt der Fraktionen mit Shobeiri; Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.03.1988, Ausgabe Nr. 60, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;Daraufhin beschloss die Stadt 1989 für das Samen-Hahn Gelände einen neuen, eigenen Bebauungsplan (G 1/09 &amp;quot;Reichensand&amp;quot;) aufzustellen. Dieser sah eine ein- bis zweigeschossige Tiefgarage unter dem Gebiet vor und erwägte, bei zusätzlich benötigten Stellplätzen die Obergeschosse des Gebäudes am Reichensand, das direkt am Parkhaus Westanlage anliegt, mit zu nutzen. Grund für die Aufstellung dieses Bebauungsplanes, der auch Teile des Bebauungsplan 56 &amp;quot;Stadtmitte II&amp;quot; berührt, war, dass er grundlegende Richtwerte setzte für die Gebäude, die zuvor in den Bebauungsplänen nicht definiert wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;&amp;gt;[[Medium:DSI262 aus 1990.pdf | ''1. Aufhebung je eines Teilbereiches der rechtskräftigen Bebauungspläne Nr. 56 &amp;quot;Stadtmitte II&amp;quot; und Nr. 57a &amp;quot;Stadtmitte Ia&amp;quot;; hier: Verfahrenseinleitung und öffentliche Auslegung gem. §2, Abs. 1 und §3, Abs. 2 BauGB, 2. Aufstellung des Bebauungsplans Nr. G1/09 &amp;quot;Reichensand&amp;quot; mit integrierter Satzung gem. § 118 HBO; hier: Entwurfsbeschluß und öffentliche Auslegung gem. §3, Abs. 2 BauGB, 3. Aufstellung einer in den Bebauungsplan zu integrierenden Erhaltungssatzung gem. §172, Abs. 1, Satz 1, Ziff. 1 BauGB; hier: Verfahrenseinleitung und öffentliche Auslegung'']], Antrag des Magistrats vom 19.04.1990, Vorlage: DS I/262&amp;lt;/ref&amp;gt;Gleichzeitig gibt dieser vor, dass bei Sanierung des Samen-Hahn Gebäudes Dach und Außenwände gleich bleiben und die Außenfenster der Gebäude am Reichensand sich am Samen-Hahn Gebäude orientieren müssen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;/&amp;gt;Im Laufe der Aufstellung des Bebauungsplanes kam es insbesondere durch die Industrie- und Handelskammer aus Bedenken gegen den Zweck des Denkmalschutzes und dem Eigentümer zu Protesten gegen den Erhalt des Eckgebäudes. Der Eigentümer schlug somit eine Entkernung bei Erhalt der äußeren Hülle vor. Hingegen kam man seinen Forderungen gegenüber dem Einbau von Wohnungen insoweit nach, dass nur in den obersten Geschossen eine Wohnbebauung vorgeschrieben wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;/&amp;gt;Die Gestaltungsvorgaben, der sogenannte &amp;quot;Bebauungsplan Reichensand&amp;quot;, welcher mit der Veränderungssperre im Februar 1988 festgelegt wurde, ist dann im August 1990 als satzungsreif kategorisiert worden. Außerdem erhielt damit dieser Bebauungsplan auch eine Erhaltungssatzung, womit der Abriss des Gebäudes abgelehnt werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;'' Die &amp;quot;Lex Shobeiri&amp;quot; ist fertig'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.08.1990, Ausgabe Nr. 200, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt;Die Industrie-und Handelskammer Gießen äußerte sich im Februar 1990 mit der Ansicht, dass &amp;quot;die Einstufung als Baudenkmal sachlich nicht gerechtfertigt&amp;quot; sei, da es &amp;quot;im Innern des baufälligen Hauses und an den rückwärtigen Fassaden keine einziges Stilelement aus der Spätgründerzeit&amp;quot; gäbe,&amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;&amp;gt;''Streit geht weiter: Kulturdenkmal oder nicht?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.07.1990, Ausgabe Nr. 175, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; wohingegen der städtische Denkmalpfleger Bachmann das Doppelhaus als &amp;quot;repräsentatives Einzelobjekt der Spätgründerzeit beurteilt hatte, welches unbedingt schützenswert sei. Er nannte dafür &amp;quot;das Mansardendach, die qualitätvolle Verarbeitung des zweifarbigen Klinkermaterials und die sehr gute Ecklösung durch einen vorgehängten Erker mit Balkon&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;/&amp;gt;. Bei diesen Überlegungen wurde jedoch nur der ideelle Wert des Hauses bedacht, während die materielle Zumutbarkeit seiner Erhaltung nicht miteinbezogen wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorübergehende Nutzung für Räumungsverkauf ====&lt;br /&gt;
Ab Ende März 1991 wurden tatsächlich Teile des Erdgeschosses des Doppelhauses wieder genutzt, wenn auch nur vorübergehend. Ein Teppichhaus entschied die Räume für einen Räumungsverkauf anzumieten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;91/4/04&amp;quot;&amp;gt;''Haus &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; wieder in Nutzung'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.04.1991, Ausgabe Nr. 78, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt; Anfang April bereits wurde dieses durch die IHK Gießen wegen &amp;quot;zahlreicher Rechtsverstöße&amp;quot; jedoch wieder geschlossen.&amp;lt;ref&amp;gt; ''Räumungsverkauf wurde beendet'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 09.04.1991, Ausgabe Nr. 82, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Angebot der Stadt Shobeiri das Reichensand-Gelände für 1026 DM pro Quadratmeter abzukaufen lehnte der als lächerlich ab.&amp;lt;ref name=&amp;quot;91/4/04&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Verbot des Abrisses ====&lt;br /&gt;
Am 9. November 1995 gab der Verwaltungsgerichtshof Kassel schlussendlich bekannt, dass das Gebäude nicht abgerissen werden dürfe. Des weiteren sah dieser den Parkplatz als nicht legal an. Shobeiri war es nicht erlaubt zu diesem Urteil Revision einzulegen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Prognosen '95: Das wäre richtig gewesen...'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.01.1996, Ausgabe Nr. 11, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig kündigte der Eigentümer Habibollah Shobeiri im April 1995 an, aus Resignation vor der Politik der Grünen und dem Stadtrat Dammann, denen er die Schuld am Scheitern seiner Bauvorhaben am Samen-Hahn-Komplex gab, die Stadt Gießen zum Jahresende nach 24 Jahen verlassen zu wollen. Neben Samen-Hahn waren zu diesem Zeitpunkt die Gebäude Westanlage 30/32 und Südanlage 10 im Besitz Shobeiris.&amp;lt;ref&amp;gt;''Shobeiri: Ich werde Gießen verlassen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.04.1995, Ausgabe Nr. 88, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; Tatsächlich blieb er Gießen als Bürger treu.&amp;lt;ref&amp;gt;''Arbeitskämpfer, Prügelknaben und Rekorde'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.02.2008, Ausgabe Nr. 46, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baugebot oder einvernehmliche Lösung? ====&lt;br /&gt;
Aus einem Briefwechsel Shobeiris mit der Stadt im August 1996 wurde ersichtlich dass Shobeiri durchaus bewusst war das der jahrelange Leerstand des Gebäudes bei einer Sanierung seinen Tribut fordert und diese somit entsprechend teuer ausfallen würde. Daher bot er im Zuge dessen der Stadt an das Gebäude für 30 Jahre zu mieten für einen &amp;quot;symbolischen Preis von einem Pfennig pro Jahr&amp;quot;, wohingegen die Stadt dann die Renovierungskosten tragen sollte. Er nannte einen Betrag von 3,5 Millionen DM Renovierungskosten und 750000 DM als Parkplatzablöse falls das geplante Parkhaus nicht seinen Platz finden könnte. Dieses Ansinnen nahm die Stadt jedoch nicht Ernst.&amp;lt;ref&amp;gt;''Areal &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; gammelt weiter vor sich hin'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.08.1996, Ausgabe Nr. 191, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt;Bereits im Dezember 1992 hatte die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat beauftragt, für das Samen-Hahn Gelände ein Baugebot entsprechend des im Vorjahr aufgestellten Bebauungsplanes zum Erlass vorzulegen und auch mit dem Eigentümer über einen möglichen Verkauf zu verhandeln (Ja: SPD, GR, Stv. Micheler; Nein: CDU, FDP). Die im Antrag vorgesehene Zustimmung zur Einleitung eines Enteignungsverfahrens wurde durch einen Initiativantrag der SPD-Fraktion gestrichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DSI920 aus 1992.pdf | ''Erlaß eines Baugebots für das &amp;quot;Samenhahn-Grundstück&amp;quot; am Reichensand/Einleitung eines Enteignungsverfahren'']], Antrag des fraktionsunabhängigen Stadtverordneten Ludwig Micheler vom 16.11.1992, Vorlage: DS I/0920&amp;lt;/ref&amp;gt;Im August 1997 veranlasste der damalige Bürgermeister Schüler kurz vor dem Regierungswechsel ein Instandsetzungsgebot gegen Eigentümer Shobeiri wegen Wohnraumzweckentfremdung. Die Auflagen Schülers gegen Shobeiri beinhalteten dass vier Wohnungen im Ober-und im Dachgeschoss saniert und damit nutzbar gemacht werden solten. Diese Investition sollte sich dann in einer Frist von zehn Jahren mit den Mieteinkünften rentieren. Nach einer Klage Shobeiris gegen dieses Vorhaben scheiterte Schülers Ansinnen im August 1999. Das Verwaltungsgericht stellte fest dass die Kosten für die Investition auch in zehn Jahren nicht wieder eingeholt hätten werden können. Shobeiri gab daraufhin auch bekannt dass sein &amp;quot;Gastronomie-Konzept&amp;quot; zwar planungsrechtlich möglich gewesen sei, aber keine geeigneten Mieter vorhanden gewesen wären und er die guten Zeiten zur Umsetzung eines Bauplanes verpasst habe.&amp;lt;ref&amp;gt;''Späte Niederlage von Schüler gegen Shobeiri'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.08.1999, Ausgabe Nr. 185, Seite 17&amp;lt;/ref&amp;gt; Prompt äußerte sich der ehemalige Bürgermeister Schüler dann in einem Leserbrief in der Gießener Allgemeine Zeitung zu dem Verfahren mit den Worten &amp;quot;Herr Shobeiri benutzt unseren Rechtsstaat nur zu seinem Vorteil. Das Gebot des Grundgesetzes 'Eigentum verpflichtet' lässt er nicht für sich gelten. (...) Leitragende sind die Gießener Bürgerinnen und Bürger, die tagtäglich die Schandflecken in der Bahnhofstraße und in der Südanlage ertragen müssen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;''Shobeiri nutzt Rechtsstaat nur zu seinem Vorteil'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.08.1999, Ausgabe Nr. 190, Seite 28&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bürgergruppen und Kunstprojekte ====&lt;br /&gt;
Zwischenzeitig wurde die Akte Samen Hahn auch zum Thema in einer Bürgergruppe der [[Lokale Agenda 21|Lokalen Agenda 21]]&amp;lt;ref&amp;gt;''Mehr Flair, weniger Autos und ein City-Treff'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 01.11.1999, Ausgabe Nr. 254, Seite 7&amp;lt;/ref&amp;gt; und im, im Dezember 1999, neu gegründeten Arbeitskreis zur Innenstadtentwicklung der SPD-Stadtverordnetenfraktion, welche schnell eine Lösung für die Bebauung der Flächen zu finden gedachten.&amp;lt;ref&amp;gt;''SPD: Bellof Sprecher von AK Innenstadt'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 01.12.1999, Ausgabe Nr. 280, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es beschäftigten sich nun sogar Schüler der zehnten Klassen der Landgraf-Ludwig-Schule im Erdkundeunterricht mit der Bebauung des Areals. Innerhalb von vier Monaten zwischen Februar und Mai 2001 tüftelten diese an einem Plan für die Sanierung des Doppelhauses mit Eigentumswohnungen und Mietwohnungen sowie die Ansiedlung eines Geschäfts im Erdgeschoss. Daneben planten sie einen &amp;quot;dreistöckigen Gebäudekomplex&amp;quot; mit Tiefgarage, welcher unter anderem ein Burger King beherbergen sollte für den kleinen Hunger nach dem Kinobesuch.&amp;lt;ref&amp;gt;''Tunnel ab E-Klo und Burger King bei Samen-Hahn'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 25.05.2001, Ausgabe Nr. 120, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; Sogar ein Kunstprojekt beschäftigte sich mit dem verfallenen ehemaligen Samen-Hahn Doppelhaus. Im Rahmen der Landeskunstausstellung &amp;quot;Hessiale&amp;quot; wurde im April 2002 die &amp;quot;bröckelnde Fassade&amp;quot; der Rückseite des Hauses von Roswitha Berger-Gentsch in ihrem Projekt mit dem Thema &amp;quot;'Wunden sprechen'&amp;quot; mit dem Wort &amp;quot;liebe&amp;quot; in Leuchtfarbe verziert.&amp;lt;ref&amp;gt;''Leibchen an Platanen und Besen an der Bahnüberführung'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 30.04.2002, Ausgabe Nr. 100, Seite 27&amp;lt;/ref&amp;gt; Beim &amp;quot;Kunstspektakulum 'Fluss mit Flair'&amp;quot; 2010 veränderte der Künstler Carsten Hirth in einer Fotografie von der Rückansicht des Samen-Hahn-Hauses das Wort &amp;quot;liebe&amp;quot; in &amp;quot;Gier&amp;quot; und gab diesem damit eine ganz neue Aussage.&amp;lt;ref&amp;gt;''Tausende Menschen flanierten an der Wieseck'' Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.06.2010, Ausgabe Nr. 140, Seite 5&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Neue Eigentümerpläne für eine Markthalle ====&lt;br /&gt;
Aus einer Bauvoranfrage heraus beantragten die Eigentümer, die Shobeiri und Würtele GbR, am 30. Januar 2003 einen vorhabenbezogenen Bebauuungsplan, der vorsah, auf das Gebäude an der Ecke Bahnhofsstraße/Reichensand das Gelände ein völlig neues Gebäude gebaut werden sollte, in das das Eckgebäude integriert werden sollte. Dabei war geplant dass das denkmalgeschützte Gebäude ein Cafe, eine Kindertagesstätte und Lager-/Büroräume beherbergen sollte, während zum Reichensand das Parkhaus Karstadt/Westanlage um ca. 130 Stellplätze erweitert werden sollte bzw. im Erdgeschoss 1250m² Raum für eine Markthalle geboten worden wären.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS694&amp;quot;&amp;gt; [[Medium:DS694 aus 2003.pdf|Bebauungsplan Nr. Gi 1/09 &amp;quot;Reichensand&amp;quot;, 1. Änderung; hier: Beschluss über die Aufstellung eines vorhabenbezogenene Bebauungsplanes'']], Antrag des Magistrats vom 17.02.2003, Vorlage: 694/03&amp;lt;/ref&amp;gt;Auf diese Pläne basierend wäre der Teil des Doppelhauses mit der Adresse Bahnhofstraße 35 abgerissen worden um dort Platz für Markthalle und Parkhaus zu machen. Der kulturhistorisch wertvolle Eckteil des Gebäudes an Reichensand/Bahnhofstraße wäre so erhalten geblieben und in den Neubau integriert worden. Auch die Rekonstruktion des historischen Untergeschosses von Reichensand 2 war Teil des Plans unter Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde.&amp;lt;ref&amp;gt;''Samen-Hahn-Haus müsste teilweise Parkhaus weichen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.01.2003, Ausgabe Nr. 14, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt;Im November 2002 wurde nach der Begehung des Gebäudes eine vollständige Sanierung als unwirtschaftlich eingestuft,&amp;lt;ref&amp;gt;''Aus dem Parlament'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.02.2003, Ausgabe Nr. 33, Seite 31&amp;lt;/ref&amp;gt; sodass die Landesdenkmalpflege im Bezug auf einen möglichen Teilabriss ihre Zustimmung äußerte. Für die Umsetzung dieser Pläne war jedoch zunächste eine Veränderung des Bebauungsplans notwendig.&amp;lt;ref&amp;gt;''Landesdenkmalpflege: Keine Bedenken gegen Teilabriss'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.01.2003, Ausgabe Nr. 18, Seite 24&amp;lt;/ref&amp;gt;Diesen Antrag änderte die Stadtverordnetenversammlung einstimmig dahingehend, dass dem Bebauungsplan mit der Maßgabe stattgegeben werde, dass für den wegfallenden Wohnraum im ehemaligen Samen-Hahn Gebäude Ersatzwohnraum in gleicher Größe geschaffen wird. Der so geänderte Antrag wurde von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen (JA: CDU/SPD/GR/FWG/FDP/BLG; Nein: PDS),&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS694&amp;quot;/&amp;gt; jedoch scheiterte das Projekt am Ende trotz bestehender Baugenehmigung, da die Eigentümer das Projekt nicht weiterführten.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im September 2003 führte die Gießener Allgemeine Zeitung eine Umfrage unter Wochenmarktbeschickern durch, um ein generelles Meinungsbild zur geplanten Markthalle auf dem ehemaligen Samen-Hahn-Gelände zu erlangen. Auch die Eigentümergemeinschaft hatte ein solches Meinungsbild in Form eines &amp;quot;Marktfrühschoppen(s)&amp;quot; für die Beschicker des Wochenmarktes geplant. So äußerten sich die Befragten in der GAZ-Umfrage zu der mit 1600 Quadratmetern möglicherweise zu gering bemessenen Größe der Markthalle sowie zu den Mietpreisen, welche jedoch noch nicht in die Planungen der Eigentümer miteinbezogen wurden. Auch die geplanten Öffnungszeiten wurden eher kritisch beäugt; diese wurden mit täglicher Öffnung von 8 bis 20 Uhr beziffert und zusätzlichen abendlichen Kulturveranstaltungen. Nicht zuletzt sahen einige der Befragten ein Konkurrenzdenken der Eigentümer gegenüber dem traditionellen Gießener Wochenmarkt, welches diese jedoch bestritten. Ihnen sei es ein Anliegen vor allem Erzeuger regionaler Produkte in die Markthalle zu locken; eine Liste von 50-100 Interessenten lag auch bereits vor.&amp;lt;ref&amp;gt;''Markthalle Reichensand: Zustimmung und Skepsis'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.09.2003, Ausgabe Nr. 217, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; 20 Interessenten fanden sich dann zum Marktfrühschoppen im &amp;quot;Alt Gießen&amp;quot; ein, wo ihnen verkündet wurde das bereits Anfang des Jahres 2004 eine Bebauung des Geländes starten sollte. Je nach Standgröße waren 40 bis 70 Plätze geplant. Auch über eine Gepäckaufbewahrung und 150 Parkplätze über der Markthalle wurde nachgedacht. Die Interessenten machten sich vor allem Sorgen über die tatsächliche Frequentierung und Nachfrage durch Kunden des täglich 12 Stunden geöfneten Marktes, äußerten sich sonst jedoch durchaus positiv zum Gesamtkonzept der Kleinmarkthalle.&amp;lt;ref&amp;gt;''Markthalle: &amp;quot;Das Konzept ist hervorragend&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.09.2003, Ausgabe Nr. 220, Seite 7&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Stillstand und städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen ====&lt;br /&gt;
Im März 2004 jedoch gab es noch keine entsprechenden Bauvoranfragen oder einen Bauantrag von Seiten der Eigentümergemeinschaft für das Samen-Hahn-Gelände.&amp;lt;ref&amp;gt;''Noch ist Gießen eine Stadt der Brachflächen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.03.2004, Ausgabe Nr. 71, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Verantwortlich für die Projektentwicklung waren Michael Rosenberg der Carpe Diem GmbH sowie der Architekt Holger Datz aus Langgöns.&amp;lt;ref&amp;gt;''80-Betten-Hotel an der Westanlage geplant'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.06.2004, Ausgabe Nr. 134, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Gießener Verwaltung fehlte es vor allem auch an weiteren Vorgaben der Eigentümer, um eine Änderung des Bauantrages auf den Weg bringen zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;''Der städtebauliche Befreiungsschlag blieb aus'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.04.2005, Ausgabe Nr. 92, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt;Anfang August 2005 ging die S&amp;amp;W Theaterpark GmbH mit Gesellschafterin Sylvia Würtele Pleite. Diese war Teil der Eigentümergemeinschaft und verantwortlich für die Planungen zur Bebauung der Südanlage 10.&amp;lt;ref&amp;gt;''Auch bürgerliche Koalition vorerst an &amp;quot;Schandflecken&amp;quot; gescheitert'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 05.08.2005, Ausgabe Nr. 180, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt; Für dieses Gelände plante die Stadt Anfang 2007 &amp;quot;einen Bebauungsplan mit der 'Zielrichtung einer besonderen städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme'&amp;quot; zu erarbeiten, mit welchem die Eigentümer im Verfahren entscheiden müssten ob es ihnen möglich ist die Bebauung voranzutreiben oder zu verkaufen. Bei der Entscheidung zum Verkauf bekäme die Stadt ein Vorkaufsrecht und würde den Verkehrswert des Geländes an den Eigentümer entrichten.&amp;lt;ref&amp;gt;''Südanlage 10: Koalition setzt Eigentümer unter Druck'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.01.2007, Ausgabe Nr. 11, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Anders als im Fall von der Südanlage 10 war dies beim Samen-Hahn-Gelände nicht möglich, da das Gebäude unter Denkmalschutz stand und es sich sehr viel schwieriger gestaltet hätte dafür einen neuen Investor zu finden, sodass die Stadt nicht &amp;quot;auf den Immobilien sitzen&amp;quot; bliebe. Das Gelände der Südanlage 10 hat die Eigentümergemeinschaft dann auch an die Stadt veräußert. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge der immer wieder scheiternden Gespräche zwischen Stadt und Eigentümer, wie das Samen-Hahn Gelände weiter genutzt werden könne, beschloss die Stadtverordnetenversammlung am 24. März 2011, dem Magistrat umgehend mit der Einleitung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme für den Bereich Samen-Hahn beginnen zu lassen und zudem sämtliche rechtliche zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bis zur letzten Instanz zu nutzen, die zur Umsetzung erforderlich seien (Ja: CDU/GR/FDP/FW/BLG; StE: SPD/LINKE)&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/3554/2011&amp;quot;&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12005 Entwicklungsmaßnahmen &amp;quot;Schandfleck Samen-Hahn&amp;quot;], Antrag der Fraktionen CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP vom 04.02.2011, STV/3554/2011&amp;lt;/ref&amp;gt;, jedoch ist ein Berichtsantrag auf dem März 2012, der nach den seitdem ergriffenen Maßnahmen fragt, bis heute vom Magistrat unbeantwortet geblieben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12859 ''Berichtsantrag betreffend Entwicklungsmaßnahme „Schandfleck Samen Hahn“''], Antrag der CDU-Fraktion vom 25.02.2012, Vorlage: STV/0746/2012&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Abriss des Eckgebäudes ====&lt;br /&gt;
[[Datei:SamenHahn2011.jpg|thumb|right|350px|Rückseite des Eckgebäudes an der Bahnhofstraße/Reichensand, Stand 2011]]&lt;br /&gt;
Im April 2012 beantragte der Eigentümer aufgrund eines Gutachtens, dass das Samen-Hahn Gebäude an der Ecke Reichensand/Bahnhofstraße für akut einsturzgefährdet einstuft, den Abbruch dieses Gebäudes. Dieser, der gemeinsam mit dem Gutachten bei der städtischen Bauverwaltung eingereicht wurde, führte umgehend zu Straßensperrungen am Kreuzungsbereich Bahnhofstraße/Reichensand/Schanzenstraße sowohl für den Fahr- als auch für den Fußverkehr. Infolge dessen wurde von der Stadt eine Überprüfung der Statik beauftragt und ein Gutachten über die Frage der Sicherung und des Erhaltes der Fassaden des denkmalgeschützten Gebäudes in Auftrag gegeben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessen.de/index.phtml?call=detail&amp;amp;css=&amp;amp;La=1&amp;amp;FID=684.8808.1&amp;amp;&amp;amp;sNavID=1894.1&amp;amp;ffmod=pres&amp;amp;ffsm=1 ''Samen-Hahn Gebäude einsturzgefährdet - Straßensperrung''], Pressemitteilung der Stadt Gießen vom 12.04.2012 ([https://web.archive.org/web/20140805152737/http://www.giessen.de/index.phtml?call=detail&amp;amp;css=&amp;amp;La=1&amp;amp;FID=684.8808.1&amp;amp;&amp;amp;sNavID=1894.1&amp;amp;ffmod=pres&amp;amp;ffsm=1 Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;In der Stadtverordnetenversammlung vom 24.05.2012 forderten die Abgeordneten den Magistrat auf, keine Genehmigung für den Abiss der historischen Fassade des Gebäudes &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; zu erteilen, bis der zuständige Fachausschuss in einer kurzfristigen Sondersitzung informiert worden ist (Ja: SPD, CDU, FR, FW, LINKE, FDP; StE: PIR, LB/BLG),&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12980 ''Reichensand/Bahnhofstraße (ehem. Samen-Hahn)''], Antrag der Fraktionen SPD und Bündnis 90/Die Grünen vom 27.04.2012, Vorlage: STV/0856/2012&amp;lt;/ref&amp;gt; zudem wird der Beschluss von 24.03.2011&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/3554/2011&amp;quot;/&amp;gt; bekräftigt, mit der Einleitung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme zu beginnen (Ja: SPD, CDU, GR, FW, LINKE, FPD, LB/BLG; StE: PIR) und den Magistrat zu beauftragen, sämtliche rechtlich zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bis zur letzten Instanz zu nutzen, die zur Umsetzung der Maßnahme erforderlich sind (Ja: SPD, CDU, GR, LINKE, FDP, LB/BLG; Nein: FW; StE: PIR).&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;/&amp;gt; Zudem wurde der Magistrat aufgefordert, die haushaltsrechlichen Möglichkeiten für einen Erwerb des Gebäudes zu schaffen (Ja: SPD, CDU, GR, LINKE, FDP; Nein: FW, LB/BLG; StE: PIR).&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Einreichung eines Gutachtens über die Gefährdung des Einsturzes des Samen-Hahn Doppelhauses, entschied die Stadt das Haus im Juni 2012 nach 114 Jahren einschließlich 30 Jahren Leerstand abzureißen. Dazu gab es dann ganz unterschiedliche Standpunkte aus der Bevölkerung. Während die einen den Abriss bedauerten, äußerten die anderen sich erleichtert darüber dass sich nun endlich etwas bewegte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gaz-2012-06-23&amp;quot;/&amp;gt;In der folgenden Sitzung am 27. Juni 2012 beschloss die Stadtverordnetenversammlung infolge der Entscheidung,das Eckhaus abzureißen einstimmig die Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes &amp;quot;GI 01/36 Reichensand/Bahnhofstraße&amp;quot;, der den gesamten Block zwischen Reichensand, Bahnhofstaße und Westanlage umfasst und setzten als Sanierungsziel fest, dass ein Neubau an der Straßenecke Bahnhofstraße/Reichensand sich in Kubtur, Gestalt und Materialität am Vorgängerbau &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; orientieren muss. Davon sind sowohl Teile des Bebauungsplanes Nr. 56 &amp;quot;Stadtmitte II&amp;quot;, als auch, mit Ausnahme der Vehrkehrsflächen, der gesamte Bebauungsplan G 1/09 betroffen, die durch diesen neuen ersetzt werden sollen. Gleichzeitig gehört das Gebiet zum [[Sanierungsgebiet „Schanzenstraße/Mühlstraße“]], bei dem ein wesentliches Ziel darin besteht, die Blockrandbebauung in der Bahnhofstraße zu erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=13049 ''Aufstellung eines Bebauungsplanes GI 01/36 &amp;quot;Reichensand/Bahnhofstraße&amp;quot;; hier: Einleitungsbeschluss, Bekanntmachung''], Antrag des Magistrats vom 29.05.2012, Vorlage: STV/0920/2012&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser befindet sich weiterhin in Planung. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Planungen zur Neubebauung===&lt;br /&gt;
In einer Umfrage der GAZ nach den Wünschen der Leser für das Jahr 2013 wird deutlich das die anderen Gebäude im Besitz der Eigentümerfamilie Shobeiri, wie beispielsweise die Alte Post nicht das gleiche Schicksal ereilen soll wie dem Samen-Hahn-Gebäude. Außerdem wünschten sich viele Bürger das das freie Gelände doch einer &amp;quot;attraktiven Nachfolgenutzung (...)&amp;quot; zugeführt werden solle.&amp;lt;ref&amp;gt;''Auch Scheich soll Gartenschau-Fan werden'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.01.2013, Ausgabe Nr. 6, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Stadt ließ durch das Frankfurter Büro Meurer mit Architekten, Stadtplanern und Ingenieuren eine Studie ausstellen, welche mögliche Neubauplanungen für die Brachfläche darlegen soll. Diese wurden dann im März 2013 in einem Bürgergespräch im Rathaus vorgestellt und diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Bürgergespräch&amp;quot; zum Samen-Hahn-Areal'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 16.03.2013, Ausgabe Nr. 64, Seite 31&amp;lt;/ref&amp;gt; Professor Dr. Meurer stellte vier unterschiedliche Bebauungsstudien vor, von einem Nachbau des Originals über die Nachahmung der Fassade, einer Kombination aus alter Struktur und neuen modernen Materialien bis zu einem modernen Neubau ohne historische Elemente. Die dritte und vierte Variante besäßen fünf Geschosse, während die erste und zweite wie das abgerissene Samen-Hahn-Gebäude nur vier erreichen würden. Die Stadtverordnetenversammlung beauftragte jedoch bei einem Neubau die Kubatur des Originals zu erhalten. Eine originalgetreue Nachbildung des Gebäudes würde jedoch kaum möglich sein, da dafür nicht ausreichend Dokumente der Gründerzeit vorlägen. Aus diesem Grund wurde die zweite Variante in Betracht gezogen, da mit der Fassadenkonstruktion weniger Probleme anfielen. Diese Planungen beschäftigen sich nur mit dem Neubau des abgerissenen Hauses; es sind jedoch drei weitere Häuser auf der restlichen Freifläche geplant. Hauptsächlich würden die Gebäude dann für Wohnungen genutzt, außerdem eventuell Büro- und Geschäftsräume im Erdgeschoss. Für die PKWs ist eine Tiefgarage angedacht. Professor Meurer versprach eine Bebauung bis 2017. Die anwesenden Bürger äußerten sich gemischt zu den vorgestellten Bebauungsplänen; keine der Varianten wurde abgelehnt. Auch der Grundstückseigentümer Karim Shobeiri interessierte sich für die Planungen und gab an &amp;quot;eine Neubebauung 'so schnell wie möglich umzusetzen'&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Bebauung-bis-2017-_arid,409025_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''Samen-Hahn_bebauung bis 2017?''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.03.2013 ([https://web.archive.org/web/20130323071239/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Bebauung-bis-2017-_arid,409025_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Sitzung des Denkmalbeirats der Stadt Gießen im Dezember 2013 wurde auch besprochen dass von Seiten der Eigentümer ein Lebensmittelmarkt und ein Wohnkonzept für die Neubebauung gewünscht ist, dies jedoch mit den Plänen des Architektenteams für einen offenen Bau nicht zu vereinbaren ist.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---[Datei: Protokoll vom 19.12.2013.pdf]---&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der Stadtverordnetenversammlung im Februar 2014 wurde jedoch geäußert dass die Bebauungspläne von Seiten des Architekten Meurer weiter entwickelt werden könnten um den Wünschen der Eigentümer gerecht zu werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=14235 ''Berichtsantrag zum Grundstück des abgerissenen Samen-Hahn-Gebäudes''], Antrag der CDU-Fraktion vom 12.12.2013, Vorlage: STV/1972/2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Counter}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Shobeiri]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan GI 01/36]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan GI 01/09]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan G57a]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CUcke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.giessen.wiki/index.php?title=Samen-Hahn-Gel%C3%A4nde&amp;diff=977</id>
		<title>Samen-Hahn-Gelände</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.giessen.wiki/index.php?title=Samen-Hahn-Gel%C3%A4nde&amp;diff=977"/>
		<updated>2014-09-24T13:01:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CUcke: Passagen gestrichen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Sahmen-Hahn.jpg|thumb|right|400px|Das Samen-Hahn Gebäude vor dem Abriss (2012)]]&lt;br /&gt;
Das ehemalige Samen-Hahn-Gebäude an der Bahnhofsstraße 35/Reichensand 2 war ein seit über 30 Jahren leer stehendes und zu diesem Zeitpunkt bereits einsturzgefährdetes ehemals denkmalgeschütztes Gebäude, das am 22.Juni 2012 abgerissen wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gaz-2012-06-23&amp;quot;&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Hessen/Artikel,-Samen-Hahn-Nach-114-Jahren-kommt-der-Abrissbagger-_arid,350354_regid,1_puid,1_pageid,11.html ''Nach 114 Jahren kommt der Abrissbagger''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.06.2012 ([https://web.archive.org/web/20140818222456/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Hessen/Artikel,-Samen-Hahn-Nach-114-Jahren-kommt-der-Abrissbagger-_arid,350354_regid,1_puid,1_pageid,11.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 1898 im spätgründerzeitlichen Stil errichtete Gebäude, das zwischenzeitlich auch als Weinstube und Möbelhaus genutzt wurde, bestand aus klar gliedernden Formelementen wie z.B. in Sandstein ausgeführten Fenstergewänden und -bögen und Mansarddach. Zudem besaß das Gebäude eine qualitätvolle Verarbeitung des zweifarbigen Klinkermaterials, weswegen der Bau eine Einstufung als Kulturdenkmal aus künstlerischen Gründen einforderte. Darüber hinaus ist das Haus städtebaulich besonders wichtig, da ein optischer Bezug zu weiteren dortigen Gebäuden besteht.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?obj=60382&amp;amp;event=Query.Details Samen-Hahn Gebäude auf denkmalpflege-hessen.de] ([https://web.archive.org/web/20140804152556/http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?obj=60382&amp;amp;event=Query.Details Archivierte Version]) &amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem ist das Gebäude Teil der denkmalgeschützten Gesamtanlage &amp;quot;Gesamtanlage I&amp;quot;, die Bahnhofstraße und Westanlage umfasst.&lt;br /&gt;
== Samen-Hahn im Besitz von Shobeiri ==&lt;br /&gt;
==== Grundstücksverkauf und Gebäudeabriss auf ehemaligem Samen-Hahn-Gelände ====&lt;br /&gt;
Am 1. Juli 1981 ging das gesamte Samen-Hahn-Gelände für zwei Millionen DM an die Shobeiri GmbH und Co. KG. Nur einen Tag später wurde bereits ein Biedermeierhaus von 1830 auf dem Gelände abgerissen. Es war eines der ĺetzten Gebäude dieser Art in Gießen. Unter Berufung auf die Aussagen des Bezirksdenkmalpflegers, dass das Biedermeierhaus jedoch mit seiner Lage als Hinterhofhaus nicht in das moderne Stadtbild integriert und daher auch nicht als denkmalschutzwürdig eingestuft werden konnte,&amp;lt;ref name=&amp;quot;81/7/11&amp;quot;&amp;gt;''Beyer: &amp;quot;Es lagen Erkenntnisse auf mögliche Besetzung vor&amp;quot; Walldorf: &amp;quot;Wir brauchen Zusage für Wohnraum-Schaffung&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 07.11.1981, Ausgabe Nr. 157, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; entschied sich der damalige Bürgermeister für den Abriss.Tatsächlich lag die Entscheidung des Denkmalpflegers zum Zeitpunkt des Abrisses noch nicht vor und der Abriss wurde somit ohne dessen Zustimmung durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Den Denkmalpfleger trifft keine Schuld&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.02.1982, Ausgabe Nr. 46, Seite 14&amp;lt;/ref&amp;gt;Auch gab es widersprüchliche Aussagen von Seiten der Polizeibehörde was die Gefahr der Besetzung der Gebäude betraf.&amp;lt;ref&amp;gt;''Abriß Samen-Hahn nun auch Landtagsthema'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.10.1981, Ausgabe Nr. 246, Seite 11&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzig das oben beschriebene Eckhaus Reichensand 2/Bahnhofstraße 35 sollte erhalten bleiben. Geplant war damals ein neues 18-Millionen-DM teures Gebäude mit einer Kombination aus Wohnungen und Geschäftsräumen zur Stärkung von Arbeitsmarkt und Wirtschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;''Die Bagger griffen nach Bausubstanz von 1830 und 1880: Kulturdenkmäler machen für 18-Millionen-Projekt Platz'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 03.07.1981, Ausgabe 150, Seite 13&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Abriss zog ein breites Echo in der Öffentlichkeit mit sich, unter anderem einen &amp;quot;Schweigemarsch&amp;quot; mit 250 Demonstranten&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Schweigemarsch&amp;quot; bei den Trümmern in der Bahnhofstraße'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.07.1981, Ausgabe Nr. 154, Seite 11&amp;lt;/ref&amp;gt; und Beschwerden seitens des Mietervereins zur Zerstörung von bei Wohnungsknappheit nutzbaren Anwesen, zum Beispiel als Studentenwohnungen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;Magistrat stelte Politik der Zerstörung einmal mehr unter Beweis&amp;quot;, Gießener Allgemeine Zeitung vom 10.07.1981, Ausgabe Nr. 156, Seite 10&amp;lt;/ref&amp;gt;Auch das Eckhaus Reichensand 2 / Bahnhofsstraße 35 wurde erst am 21. Juli 1981 vollständig in die Denkmalliste eingetragen, sodass auch dieses bis dahin vom Abriss gefährdet war.&amp;lt;ref&amp;gt;''Woher kommen die eindeutigen Widersprüche?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.08.1981, Ausgabe Nr. 193, Seite 28&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Erste Bauvorhaben für das Doppelhaus Ecke Reichensand/Bahnhofstraße ====&lt;br /&gt;
Nach dem Abriss der Gebäude auf dem Samen-Hahn-Gelände, mit Ausnahme des Eckhauses, wurde die Freifläche zunächst als Parkplatz genutzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;82/8/14/&amp;quot;&amp;gt;''Bauvoranfrage ist am Mittwoch im Bauausschuß: Stimmt RP der Bebauungsplan-Befreiung zu?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 14.08.1982, Ausgabe Nr. 186, Seite 27&amp;lt;/ref&amp;gt;Die Eigentümer stellten nun für das verbliebene Doppelhaus eine Bauvoranfrage für ein Wohn- und Geschäftsgebäude mit fünf Geschossen, welche vom Magistrat genehmigt wurde unter der Voraussetzung, dass für die geplante geschlossene Bebauung statt der offenen ein Architektenwettbewerb stattfindet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DSI395 aus 1982.pdf | ''Bauvoranfrage der H.Shobeiri GmbH &amp;amp; Co KG zum Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses in Gießen'']], Antrag des Magistrats vom 07.07.1982, Vorlage: DS I/395&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Architektenbüro hatte bereits den Zuschlag, als im April 1983 die Stadt bekannt gab das die Pläne Shobeiris nicht ganz ihren Vorstellungen entsprächen, da diese mit dem umliegenden Stadtbild nicht vereinbar wären, sodass keine Baugenehmigung ausgestellt werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;''Noch keine Genehmigung für &amp;quot;Shobeiri-Bau&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.04.1983, Ausgabe 80, Seite 18&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Juni 1983 gab es dann bereits die ersten Überlegungen den Erker des Eckgebäudes in einem Neubau &amp;quot;nachzuempfinden&amp;quot; und im Bereich des Daches eine Glaskuppel zu installieren&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;&amp;gt;''Auch das Vorderhaus wird verschwinden'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.06.1983, Ausgabe Nr. 127, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt;, wobei der Erhalt der Baussubstanz oder der Fassade als sehr kostspielig verworfen wurden, obwohl die Fassade auf Grund ihres Baustils schon in der Gründerzeit als schützenswert eingestuft und ins vorläufige Denkmalbuch eingetragen worden war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;/&amp;gt; Daher wurden auch auf diesen Beschluss wieder Stimmen laut, die Stadt möge doch unter dem Druck von Seiten des Bauinteressenten den Denkmalschutz nicht vernachlässigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;/&amp;gt; Die ständige Veränderung der Baupläne durch den Eigentümer führte dazu, dass die Stadt ihm eine Baugenehmigung immer wieder verwehren musste (Stand 26. August 1983).&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/8/26&amp;quot;&amp;gt;''Bleibt der Reichensand-Komplex ein Phantom?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 26.08.1983, Ausgabe Nr. 197, Seite 16&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Neubewertung in Denkmalschutzfragen ====&lt;br /&gt;
Die bedauernde Einschätzung des Denkmalpflegers von 1983, das Doppelhaus sei stark sanierungsbedürftig und die Beseitigung der Mängel könnte dem Eigentümer, vor allem finanziell, nicht zugemutet werden, wurde 1985 neu überdacht. Infolgedessen schätzte die Untere Denkmalschutzbehörde das Gebäude wieder als schützenswert ein und aus diesem Grund wurde der Abbruchantrag Shobeiris im Dezember 1985 abgelehnt. Als Begründung für dieses Umdenken wurden städtebauliche, geschichtliche und künstlerische Gründe genannt.&amp;lt;ref&amp;gt; Streit geht weiter: Kulturdenkmal oder nicht? Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.07.1990, Ausgabe Nr. 175, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bürgerbegehren gegen Verfall und Abriss des Doppelhauses ====&lt;br /&gt;
Die Bürgerinitiative Mühlstraße wendete sich im November 1986 in einem offenen Brief an den Bürgermeister, in welchem sie ihre Bedenken gegen den Verfall und Abriss des Gebäudes als denkmalschutzwürdiges Ensemble &amp;lt;ref&amp;gt;''Gegen Abrißerlaubnis für Eckbau Reichensand'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.11.1986, Ausgabe Nr. 277, Seite 29&amp;lt;/ref&amp;gt; äußerte und damit die Genehmigung der Stadt zur Zweckentfremdung des Komplexes ohne zeitliche Begrenzung von Seiten Shobeiris in Frage stellte. Im Juli 1987 wendete sich diese Bürgerinitiative erneut an die Presse und beschrieb den ihrer Ansicht nach &amp;quot;desolaten Zustand&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;&amp;gt;''Schleichender Verfall eines Gründerstilhauses'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.07.1987, Ausgabe Nr. 172, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt; des Gebäudes, welcher bei einer Besichtigung der Innenräume durch die Mitglieder dieser Bürgerinitiative zu Tage kam. Demnach drang durch zerstörte Fenster Feuchtigkeit ein, der Holzschwamm habe sich massiv ausgebreitet und mehrere Propangasflaschen stellten außerdem ein Explosionsrisiko dar. Nach Einschätzung der Bürgerinitiative seien &amp;quot;diese Schäden nicht durch bloßen Verfall des Hauses enstanden, sondern vorsätzlich herbeigeführt worden, um den Verfall des Gebäudes zu beschleunigen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;/&amp;gt; In Bezug auf diese Annahmen äußerten sie auch große Bedenken den Eigentümer betreffend, welcher ein &amp;quot;Spekulant&amp;quot; sei und versuche &amp;quot;das wenig aussichtsreiche Verfahren einer Abbruchgenehmigung zu umgehen und hinter dem Rücken der Öffentlichkeit mit einer gezielten Verwahrlosung des Gebäudes vollendete Tatsachen zu schaffen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;/&amp;gt;In diesem Fall ging es konkret um 500 qm Wohnraum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Fatale Folgen übereilter Baupolitik&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.12.1986, Ausgabe Nr. 287, Seite 24&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt; ''Direkter Kontakt der Fraktionen mit Shobeiri'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.03.1988, Ausgabe Nr. 60, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Entscheidung der Stadt gegen den Abriss ====&lt;br /&gt;
Die Stadt gab auf den offenen Brief der Bürgerinitiative und die Kritik des Mietervereins bekannt das aus rechtlichen Gründen erst die entgültige Ablehnung des Antrages auf Abriss des Gebäudes von Seiten der Bauaufsicht zum Verbot der Wohnraumzweckentfremdung für das Eckgebäude führen kann. Die Befreiung von diesem Verbot wurde 1983 für das genannte Gebäude festgelegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/1/14&amp;quot;&amp;gt;''Magistrat fühlt sich von Shobeiri &amp;quot;veralbert&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 14.01.1987, Ausgabe Nr. 11, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Widerspruch Shobeiris auf die Ablehnung der Abrissgenehmigung von Seiten des Anhörungsausschusses ging mit der Vorlage dieses Begehrens nun im Januar 1987 an den Regierungspräsidenten.Im April 1987 wurde der Widerspruch Shobeiris gegen die Ablehnung des Abbruchantrags von 1985 abgewehrt, woraufhin er Klage beim Verwaltungsgericht einreichte. Er stützte seine Klage dabei auf die Auffassung eines Gutachters, welcher ihm bestätigte das der Erhalt des Gebäudes in diesem Zustand nicht zumutbar sei, obwohl die Fassade zur Bahnhofstraße grundsätzlich schützenswürdig sei &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bebauungsplan mit Veränderungssperre ====&lt;br /&gt;
Die SPD-Mitte forderte daraufhin im Februar 1988 einen neuen Bebauungsplan mit Veränderungssperre, sodass der Klage Shorbeiris auf Abriss des Gebäudes nicht irgendwann stattgegeben hätte werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;88/2/13&amp;quot;/&amp;gt; Darauffolgend wurde sogleich die geforderte Veränderungssperre angewandt, welche mit den Stimmen von SPD, Grünen und FDP in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen worden war.&amp;lt;ref&amp;gt;''Das &amp;quot;Gaststättendorf&amp;quot; kann nicht entstehen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.02.1988, Ausgabe Nr. 37, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; So wurde auch Shobeiris Antrag für ein Gaststättendorf von September 1987 abgelehnt mit der Begründung das die Gestaltungsvorgaben der Stadt damit nicht umgesetzt würden. Diese Gestaltungsvorgaben beinhalteten einen Bau, welcher zur Straße hin wenigstens dreigeschossig und zur Innenseite terassenförmig verlaufen sollte. Außerdem sah der Magistrat mit Zustimmung des Parlaments die Gewerbeflächen im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss vor, mit Ausnahme von Vergnügungsstätten, sowie zwei Parkdecks mit einer Anzahl von bis zu 120 PKW-Parkplätzen und ein Flachdach mit Dachbegrünung. Diese Vorgaben setzten jedoch voraus dass das Eckgebäude in einem Abstand von sechs Metern zum Neubau erhalten bliebe, was nicht im Sinne des Eigentümers beschlossen worden war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;88/2/13&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gebäudebegehung und Einstufung ====&lt;br /&gt;
[[Datei:EntwurfG1 09.jpeg|thumb|right|350px|Beiplan zum Bebauungsplanentwurf G1/09 von 1990]]&lt;br /&gt;
Im März 1988 entschieden die Fraktionen von CDU, SPD und FDP eine Begehung des Gebäudekomplexes zusammen mit Shobeiri um die Bauplanungen vor Ort erläutert zu bekommen. Die Grünenfraktion wurde von Shobeiri zu diesem Ortstermin nicht eingeladen, da dieser sich von deren Kritik angegriffen fühlte. So stellten die Anwesenden fest, dass bereits vom vorherigen Eigentümer Stahlträger zum Ersatz von tragenden Wänden eingebaut wurden und der Dachstuhl längst baufällig geworden war. Insbesondere die denkmalgeschützte Fassade und die Eckgestaltung erschien den Gutachtern dennoch erhaltenswert. Der Eigentümer plante jedoch den Abriss des kompletten Gebäudes und statt der Erhaltung, die Fassade und den Erker mit dem Originalmaterial in derselben Gestaltung wieder aufzubauen. Die Möglichkeit das Gebäude auszukernen (Komplettabriss bis auf die Fassaden) bestand, wäre jedoch mit sehr großem Aufwand und der Gefahr des Zusammenbrechens der Außenwände verbunden gewesen.&amp;lt;ref&amp;gt; Direkter Kontakt der Fraktionen mit Shobeiri; Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.03.1988, Ausgabe Nr. 60, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;Daraufhin beschloss die Stadt 1989 für das Samen-Hahn Gelände einen neuen, eigenen Bebauungsplan (G 1/09 &amp;quot;Reichensand&amp;quot;) aufzustellen. Dieser sah eine ein- bis zweigeschossige Tiefgarage unter dem Gebiet vor und erwägte, bei zusätzlich benötigten Stellplätzen die Obergeschosse des Gebäudes am Reichensand, das direkt am Parkhaus Westanlage anliegt, mit zu nutzen. Grund für die Aufstellung dieses Bebauungsplanes, der auch Teile des Bebauungsplan 56 &amp;quot;Stadtmitte II&amp;quot; berührt, war, dass er grundlegende Richtwerte setzte für die Gebäude, die zuvor in den Bebauungsplänen nicht definiert wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;&amp;gt;[[Medium:DSI262 aus 1990.pdf | ''1. Aufhebung je eines Teilbereiches der rechtskräftigen Bebauungspläne Nr. 56 &amp;quot;Stadtmitte II&amp;quot; und Nr. 57a &amp;quot;Stadtmitte Ia&amp;quot;; hier: Verfahrenseinleitung und öffentliche Auslegung gem. §2, Abs. 1 und §3, Abs. 2 BauGB, 2. Aufstellung des Bebauungsplans Nr. G1/09 &amp;quot;Reichensand&amp;quot; mit integrierter Satzung gem. § 118 HBO; hier: Entwurfsbeschluß und öffentliche Auslegung gem. §3, Abs. 2 BauGB, 3. Aufstellung einer in den Bebauungsplan zu integrierenden Erhaltungssatzung gem. §172, Abs. 1, Satz 1, Ziff. 1 BauGB; hier: Verfahrenseinleitung und öffentliche Auslegung'']], Antrag des Magistrats vom 19.04.1990, Vorlage: DS I/262&amp;lt;/ref&amp;gt;Gleichzeitig gibt dieser vor, dass bei Sanierung des Samen-Hahn Gebäudes Dach und Außenwände gleich bleiben und die Außenfenster der Gebäude am Reichensand sich am Samen-Hahn Gebäude orientieren müssen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;/&amp;gt;Im Laufe der Aufstellung des Bebauungsplanes kam es insbesondere durch die Industrie- und Handelskammer aus Bedenken gegen den Zweck des Denkmalschutzes und dem Eigentümer zu Protesten gegen den Erhalt des Eckgebäudes. Der Eigentümer schlug somit eine Entkernung bei Erhalt der äußeren Hülle vor. Hingegen kam man seinen Forderungen gegenüber dem Einbau von Wohnungen insoweit nach, dass nur in den obersten Geschossen eine Wohnbebauung vorgeschrieben wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;/&amp;gt;Die Gestaltungsvorgaben, der sogenannte &amp;quot;Bebauungsplan Reichensand&amp;quot;, welcher mit der Veränderungssperre im Februar 1988 festgelegt wurde, ist dann im August 1990 als satzungsreif kategorisiert worden. Außerdem erhielt damit dieser Bebauungsplan auch eine Erhaltungssatzung, womit der Abriss des Gebäudes abgelehnt werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;'' Die &amp;quot;Lex Shobeiri&amp;quot; ist fertig'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.08.1990, Ausgabe Nr. 200, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt;Die Industrie-und Handelskammer Gießen äußerte sich im Februar 1990 mit der Ansicht, dass &amp;quot;die Einstufung als Baudenkmal sachlich nicht gerechtfertigt&amp;quot; sei, da es &amp;quot;im Innern des baufälligen Hauses und an den rückwärtigen Fassaden keine einziges Stilelement aus der Spätgründerzeit&amp;quot; gäbe,&amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;&amp;gt;''Streit geht weiter: Kulturdenkmal oder nicht?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.07.1990, Ausgabe Nr. 175, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; wohingegen der städtische Denkmalpfleger Bachmann das Doppelhaus als &amp;quot;repräsentatives Einzelobjekt der Spätgründerzeit beurteilt hatte, welches unbedingt schützenswert sei. Er nannte dafür &amp;quot;das Mansardendach, die qualitätvolle Verarbeitung des zweifarbigen Klinkermaterials und die sehr gute Ecklösung durch einen vorgehängten Erker mit Balkon&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;/&amp;gt;. Bei diesen Überlegungen wurde jedoch nur der ideelle Wert des Hauses bedacht, während die materielle Zumutbarkeit seiner Erhaltung nicht miteinbezogen wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorübergehende Nutzung für Räumungsverkauf ====&lt;br /&gt;
Ab Ende März 1991 wurden tatsächlich Teile des Erdgeschosses des Doppelhauses wieder genutzt, wenn auch nur vorübergehend. Ein Teppichhaus entschied die Räume für einen Räumungsverkauf anzumieten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;91/4/04&amp;quot;&amp;gt;''Haus &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; wieder in Nutzung'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.04.1991, Ausgabe Nr. 78, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt; Anfang April bereits wurde dieses durch die IHK Gießen wegen &amp;quot;zahlreicher Rechtsverstöße&amp;quot; jedoch wieder geschlossen.&amp;lt;ref&amp;gt; ''Räumungsverkauf wurde beendet'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 09.04.1991, Ausgabe Nr. 82, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Angebot der Stadt Shobeiri das Reichensand-Gelände für 1026 DM pro Quadratmeter abzukaufen lehnte der als lächerlich ab.&amp;lt;ref name=&amp;quot;91/4/04&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Verbot des Abrisses ====&lt;br /&gt;
Am 9. November 1995 gab der Verwaltungsgerichtshof Kassel schlussendlich bekannt, dass das Gebäude nicht abgerissen werden dürfe. Des weiteren sah dieser den Parkplatz als nicht legal an. Shobeiri war es nicht erlaubt zu diesem Urteil Revision einzulegen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Prognosen '95: Das wäre richtig gewesen...'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.01.1996, Ausgabe Nr. 11, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig kündigte der Eigentümer Habibollah Shobeiri im April 1995 an, aus Resignation vor der Politik der Grünen und dem Stadtrat Dammann, denen er die Schuld am Scheitern seiner Bauvorhaben am Samen-Hahn-Komplex gab, die Stadt Gießen zum Jahresende nach 24 Jahen verlassen zu wollen. Neben Samen-Hahn waren zu diesem Zeitpunkt die Gebäude Westanlage 30/32 und Südanlage 10 im Besitz Shobeiris.&amp;lt;ref&amp;gt;''Shobeiri: Ich werde Gießen verlassen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.04.1995, Ausgabe Nr. 88, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; Tatsächlich blieb er Gießen als Bürger treu.&amp;lt;ref&amp;gt;''Arbeitskämpfer, Prügelknaben und Rekorde'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.02.2008, Ausgabe Nr. 46, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baugebot oder einvernehmliche Lösung? ====&lt;br /&gt;
Aus einem Briefwechsel Shobeiris mit der Stadt im August 1996 wurde ersichtlich dass Shobeiri durchaus bewusst war das der jahrelange Leerstand des Gebäudes bei einer Sanierung seinen Tribut fordert und diese somit entsprechend teuer ausfallen würde. Daher bot er im Zuge dessen der Stadt an das Gebäude für 30 Jahre zu mieten für einen &amp;quot;symbolischen Preis von einem Pfennig pro Jahr&amp;quot;, wohingegen die Stadt dann die Renovierungskosten tragen sollte. Er nannte einen Betrag von 3,5 Millionen DM Renovierungskosten und 750000 DM als Parkplatzablöse falls das geplante Parkhaus nicht seinen Platz finden könnte. Dieses Ansinnen nahm die Stadt jedoch nicht Ernst.&amp;lt;ref&amp;gt;''Areal &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; gammelt weiter vor sich hin'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.08.1996, Ausgabe Nr. 191, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt;Bereits im Dezember 1992 hatte die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat beauftragt, für das Samen-Hahn Gelände ein Baugebot entsprechend des im Vorjahr aufgestellten Bebauungsplanes zum Erlass vorzulegen und auch mit dem Eigentümer über einen möglichen Verkauf zu verhandeln (Ja: SPD, GR, Stv. Micheler; Nein: CDU, FDP). Die im Antrag vorgesehene Zustimmung zur Einleitung eines Enteignungsverfahrens wurde durch einen Initiativantrag der SPD-Fraktion gestrichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DSI920 aus 1992.pdf | ''Erlaß eines Baugebots für das &amp;quot;Samenhahn-Grundstück&amp;quot; am Reichensand/Einleitung eines Enteignungsverfahren'']], Antrag des fraktionsunabhängigen Stadtverordneten Ludwig Micheler vom 16.11.1992, Vorlage: DS I/0920&amp;lt;/ref&amp;gt;Im August 1997 veranlasste der damalige Bürgermeister Schüler kurz vor dem Regierungswechsel ein Instandsetzungsgebot gegen Eigentümer Shobeiri wegen Wohnraumzweckentfremdung. Die Auflagen Schülers gegen Shobeiri beinhalteten dass vier Wohnungen im Ober-und im Dachgeschoss saniert und damit nutzbar gemacht werden solten. Diese Investition sollte sich dann in einer Frist von zehn Jahren mit den Mieteinkünften rentieren. Nach einer Klage Shobeiris gegen dieses Vorhaben scheiterte Schülers Ansinnen im August 1999. Das Verwaltungsgericht stellte fest dass die Kosten für die Investition auch in zehn Jahren nicht wieder eingeholt hätten werden können. Shobeiri gab daraufhin auch bekannt dass sein &amp;quot;Gastronomie-Konzept&amp;quot; zwar planungsrechtlich möglich gewesen sei, aber keine geeigneten Mieter vorhanden gewesen wären und er die guten Zeiten zur Umsetzung eines Bauplanes verpasst habe.&amp;lt;ref&amp;gt;''Späte Niederlage von Schüler gegen Shobeiri'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.08.1999, Ausgabe Nr. 185, Seite 17&amp;lt;/ref&amp;gt; Prompt äußerte sich der ehemalige Bürgermeister Schüler dann in einem Leserbrief in der Gießener Allgemeine Zeitung zu dem Verfahren mit den Worten &amp;quot;Herr Shobeiri benutzt unseren Rechtsstaat nur zu seinem Vorteil. Das Gebot des Grundgesetzes 'Eigentum verpflichtet' lässt er nicht für sich gelten. (...) Leitragende sind die Gießener Bürgerinnen und Bürger, die tagtäglich die Schandflecken in der Bahnhofstraße und in der Südanlage ertragen müssen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;''Shobeiri nutzt Rechtsstaat nur zu seinem Vorteil'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.08.1999, Ausgabe Nr. 190, Seite 28&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bürgergruppe Lokale Agenda 21 und AK Innenstadtentwicklung der SPD ====&lt;br /&gt;
Zwischenzeitig wurde die Akte Samen Hahn auch zum Thema in einer Bürgergruppe der [[Lokale Agenda 21|Lokalen Agenda 21]]&amp;lt;ref&amp;gt;''Mehr Flair, weniger Autos und ein City-Treff'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 01.11.1999, Ausgabe Nr. 254, Seite 7&amp;lt;/ref&amp;gt; und im, im Dezember 1999, neu gegründeten Arbeitskreis zur Innenstadtentwicklung der SPD-Stadtverordnetenfraktion, welche schnell eine Lösung für die Bebauung der Flächen zu finden gedachten.&amp;lt;ref&amp;gt;''SPD: Bellof Sprecher von AK Innenstadt'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 01.12.1999, Ausgabe Nr. 280, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; In einem Vortrag im Juli 2000 ging der Leiter des Stadtplaungsamtes, Dettling, dann auch auf das Grundstück Samen-Hahn ein, wobei er ein Baugebot als &amp;quot;stumpfes Schwert&amp;quot; bezeichnete, da in diesem Fall die Bebauung oder Sanierung zum Zeitpunkt der Diskussion für den Eigentümer &amp;quot;wirtschaftlich (nicht) vertretbar&amp;quot; gewesen sei.&amp;lt;ref&amp;gt;''Nordstadt: Planungsamtschef warnt vor Euphorie'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 06.07.2000, Ausgabe Nr. 154, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Entwicklung des Viertels und Parkplatznutzung ====&lt;br /&gt;
Nachdem die Parkplatznutzung am Reichensand im November 1995 als illegal gestoppt wurde, kam die CDU Gießen im Juli 2000 zu dem Schluss dass, vor allem zu Festen in der Innenstadt, die Parksituation für von auswärts anreisende Gäste kritisch sei. Daher wünschte sich der damalige CDU-Vorsitzende Möller &amp;quot;eine kurzfristige und zeitlich beschränkte Erweiterung des städtischen Parkraumangebotes&amp;quot; im Rahmen einer &amp;quot;Ausnahmeregelung&amp;quot;,&amp;lt;ref&amp;gt;''CDU fordert Konzept für den Marktplatz'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 01.08.2000, Ausgabe Nr. 176, Seite 18&amp;lt;/ref&amp;gt; wobei er seine Ausführungen auch auf das Samen-Hahn-Gelände bezog, wofür aber keine Nutzungsgenehmigung bestand.&amp;lt;ref&amp;gt;''Reichensand und Berliner Platz: Rechtliche Hürden für Parkplatzwünsche der CDU'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.07.2000, Ausgabe Nr. 164, Seite 17&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem forderte der CDU-Vorsitzende im Oktober 2000 ein &amp;quot;Entwicklungskonzept&amp;quot; für den Innenstadtbereich Schanzenstraße/Bahnhofstraße. Er kritisierte die Entwicklung des Viertels hin zu Leerständen von Geschäftshäusern und &amp;quot;Rückgang an Publikumsverkehr&amp;quot;, sodass eine &amp;quot;zunehmende Verschmutzung&amp;quot; und die &amp;quot;Gegenwart zweifelhafter Personenkreise&amp;quot; in diesem Bereich immer mehr zunehme. Er plante die Attraktivität des Viertels für den Einzelhandel, die Kunden und die Anwohner vor allem durch neue Straßenverkehrsregelungen und damit verstärkte Nutzung des Areals zu stärken.&amp;lt;ref&amp;gt; Entwicklungskonzept für Bahnhofstraße gefordert; Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.10.2000, Ausgabe Nr. 253, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung entschied dann auch dafür die Durchfahrtsperre in der Bahnhofstraße aufzuheben und das Viertel somit wieder zu beleben. Außerdem hatte diese sich für eine Ausnahmeregelung bei Gelegenheiten wie größeren Festen, die Parkflächen betreffend, ausgesprochen.&amp;lt;ref&amp;gt; Bahnhofstraße:Koalition will freie Fahrt für Pkw; Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.08.2001, Ausgabe Nr. 179, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kunstprojekte und Bebaungsplanung durch Schüler der LLS ====&lt;br /&gt;
Es beschäftigten sich nun sogar Schüler der zehnten Klassen der Landgraf-Ludiwig-Schule im Erdkundeunterricht mit der Bebauung des Areals. Innerhalb von vier Monaten zwischen Februar und Mai 2001 tüftelten diese an einem Plan für die Sanierung des Doppelhauses mit Eigentumswohnungen und Mietwohnungen sowie die Ansiedlung eines Geschäfts im Erdgeschoss. Daneben planten sie einen &amp;quot;dreistöckigen Gebäudekomplex&amp;quot; mit Tiefgarage, welcher unter anderem ein Burger King beherbergen sollte für den kleinen Hunger nach dem Kinobesuch.&amp;lt;ref&amp;gt;''Tunnel ab E-Klo und Burger King bei Samen-Hahn'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 25.05.2001, Ausgabe Nr. 120, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; Sogar ein Kunstprojekt beschäftigte sich mit dem verfallenen ehemaligen Samen-Hahn Doppelhaus. Im Rahmen der Landeskunstausstellung &amp;quot;Hessiale&amp;quot; wurde im April 2002 die &amp;quot;bröckelnde Fassade&amp;quot; der Rückseite des Hauses von Roswitha Berger-Gentsch in ihrem Projekt mit dem Thema &amp;quot;'Wunden sprechen'&amp;quot; mit dem Wort &amp;quot;liebe&amp;quot; in Leuchtfarbe verziert.&amp;lt;ref&amp;gt;''Leibchen an Platanen und Besen an der Bahnüberführung'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 30.04.2002, Ausgabe Nr. 100, Seite 27&amp;lt;/ref&amp;gt; Beim &amp;quot;Kunstspektakulum 'Fluss mit Flair'&amp;quot; 2010 veränderte der Künstler Carsten Hirth in einer Fotografie von der Rückansicht des Samen-Hahn-Hauses das Wort &amp;quot;liebe&amp;quot; in &amp;quot;Gier&amp;quot; und gab diesem damit eine ganz neue Aussage.&amp;lt;ref&amp;gt;''Tausende Menschen flanierten an der Wieseck'' Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.06.2010, Ausgabe Nr. 140, Seite 5&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Immer wieder wurden auch Bauvoranfragen des Grundstückseigentümers zwar positiv beschieden, jedoch wurde kein Bauantrag gestellt, sodass die Geltungsdauer dieser Voranfragen ungenutzt ablief. Auch seien in Beratungsgesprächen Möglichkeiten einer Bebauung dargestellt worden und Abweichungen, die gefordert wurden, auch in Aussicht gestellt, ohne das etwas durch den Eigentümer verwirklicht worden wäre. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Neue Eigentümerpläne für eine Markthalle ====&lt;br /&gt;
Aus diesen Bauvoranfragen heraus beantragten die Eigentümer, die Shobeiri und Würtele GbR, am 30. Januar 2003 einen vorhabenbezogenen Bebauuungsplan, der vorsah, auf das Gebäude an der Ecke Bahnhofsstraße/Reichensand das Gelände ein völlig neues Gebäude gebaut werden sollte, in das das Eckgebäude integriert werden sollte. Dabei war geplant dass das denkmalgeschützte Gebäude ein Cafe, eine Kindertagesstätte und Lager-/Büroräume beherbergen sollte, während zum Reichensand das Parkhaus Karstadt/Westanlage um ca. 130 Stellplätze erweitert werden sollte bzw. im Erdgeschoss 1250m² Raum für eine Markthalle geboten worden wären.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS694&amp;quot;&amp;gt; [[Medium:DS694 aus 2003.pdf|Bebauungsplan Nr. Gi 1/09 &amp;quot;Reichensand&amp;quot;, 1. Änderung; hier: Beschluss über die Aufstellung eines vorhabenbezogenene Bebauungsplanes'']], Antrag des Magistrats vom 17.02.2003, Vorlage: 694/03&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf diese Pläne basierend wäre der Teil des Doppelhauses mit der Adresse Bahnhofstraße 35 abgerissen worden um dort Platz für Markthalle und Parkhaus zu machen. Der kulturhistorisch wertvolle Eckteil des Gebäudes an Reichensand/Bahnhofstraße wäre so erhalten geblieben und in den Neubau integriert worden. Auch die &amp;quot;&amp;quot;Rekonstruktion des historischen Untergeschosses&amp;quot; von Reichensand 2 war Teil des Plans unter Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde.&amp;lt;ref&amp;gt;''Samen-Hahn-Haus müsste teilweise Parkhaus weichen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.01.2003, Ausgabe Nr. 14, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im November 2002 wurde nach der Begehung des Gebäudes eine vollständige Sanierung als unwirtschaftlich eingestuft,&amp;lt;ref&amp;gt;''Aus dem Parlament'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.02.2003, Ausgabe Nr. 33, Seite 31&amp;lt;/ref&amp;gt; sodass die Landesdenkmalpflege im Bezug auf einen möglichen Teilabriss ihre Zustimmung äußerte. Für die Umsetzung dieser Pläne war jedoch zunächste eine Veränderung des Bebauungsplans notwendig.&amp;lt;ref&amp;gt;''Landesdenkmalpflege: Keine Bedenken gegen Teilabriss'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.01.2003, Ausgabe Nr. 18, Seite 24&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Antrag änderte die Stadtverordnetenversammlung einstimmig dahingehend, dass dem Bebauungsplan mit der Maßgabe stattgegeben werde, dass für den wegfallenden Wohnraum im ehemaligen Samen-Hahn Gebäude Ersatzwohnraum in gleicher Größe geschaffen wird. Der so geänderte Antrag wurde von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen (JA: CDU/SPD/GR/FWG/FDP/BLG; Nein: PDS),&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS694&amp;quot;/&amp;gt; jedoch scheiterte das Projekt am Ende trotz bestehender Baugenehmigung, da die Eigentümer das Projekt nicht weiterführten. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Skizze des Bebauungsplans von Januar 2003 - Vorderseite&amp;lt;ref&amp;gt;''Samen-Hahn-Haus müsste teilweise Parkhaus weichen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.01.2003, Ausgabe Nr. 14, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Annahme des Markthallenkonzepts vor Wochenmarktbeschickern ====&lt;br /&gt;
Im September 2003 führte die Gießener Allgemeine Zeitung eine Umfrage unter Wochenmarktbeschickern durch, um ein generelles Meinungsbild zur geplanten Markthalle auf dem ehemaligen Samen-Hahn-Gelände zu erlangen. Auch die Eigentümergemeinschaft hatte ein solches Meinungsbild in Form eines &amp;quot;Marktfrühschoppen(s)&amp;quot; für die Beschicker des Wochenmarktes geplant. So äußerten sich die Befraten in der GAZ-Umfrage zu der mit 1600 Quadratmetern möglicherweise zu gering bemessenen Größe der Markthalle sowie zu den Mietpreisen, welche jedoch noch nicht in die Planungen der Eigentümer miteinbezogen wurden. Auch die geplanten Öffnungszeiten wurden eher kritisch beäugt; diese wurden mit täglicher Öffnung von 8 bis 20 Uhr beziffert und zusätzlichen abendlichen Kulturveranstaltungen. Nicht zuletzt sahen einige der Befragten ein Konkurrenzdenken der Eigentümer gegenüber dem traditionellen Gießener Wochenmarkt, welches diese jedoch bestritten. Ihnen sei es ein Anliegen vor allem Erzeuger regionaler Produkte in die Markthalle zu locken; eine Liste von 50-100 Interessenten lag auch bereits vor.&amp;lt;ref&amp;gt;''Markthalle Reichensand: Zustimmung und Skepsis'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.09.2003, Ausgabe Nr. 217, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; 20 Interessenten fanden sich dann zum Marktfrühschoppen im &amp;quot;Alt Gießen&amp;quot; ein, wo ihnen verkündet wurde das bereits Anfang des Jahres 2004 eine Bebauung des Geländes starten sollte. Je nach Standgröße waren 40 bis 70 Plätze geplant. Auch über eine Gepäckaufbewahrung und 150 Parkplätze über der Markthalle wurde nachgedacht. Die Interessenten machten sich vor allem Sorgen über die tatsächliche Frequentierung und Nachfrage durch Kunden des täglich 12 Stunden geöfneten Marktes, äußerten sich sonst jedoch durchaus positiv zum Gesamtkonzept der Kleinmarkthalle.&amp;lt;ref&amp;gt;''Markthalle: &amp;quot;Das Konzept ist hervorragend&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.09.2003, Ausgabe Nr. 220, Seite 7&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Stillstand und städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen ====&lt;br /&gt;
Im März 2004 jedoch gab es noch keine entsprechenden Bauvoranfragen oder einen Bauantrag von Seiten der Eigentümergemeinschaft für das Samen-Hahn-Gelände.&amp;lt;ref&amp;gt;''Noch ist Gießen eine Stadt der Brachflächen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.03.2004, Ausgabe Nr. 71, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Verantwortlich für die Projektentwicklung waren Michael Rosenberg der Carpe Diem GmbH sowie der Architekt Holger Datz aus Langgöns.&amp;lt;ref&amp;gt;''80-Betten-Hotel an der Westanlage geplant'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.06.2004, Ausgabe Nr. 134, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Gießener Verwaltung fehlte es vor allem auch an weiteren Vorgaben der Eigentümer, um eine Änderung des Bauantrages auf den Weg bringen zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;''Der städtebauliche Befreiungsschlag blieb aus'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.04.2005, Ausgabe Nr. 92, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang August 2005 ging die S&amp;amp;W Theaterpark GmbH mit Gesellschafterin Sylvia Würtele Pleite. Diese war Teil der Eigentümergemeinschaft und verantwortlich für die Planungen zur Bebauung der Südanlage 10.&amp;lt;ref&amp;gt;''Auch bürgerliche Koalition vorerst an &amp;quot;Schandflecken&amp;quot; gescheitert'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 05.08.2005, Ausgabe Nr. 180, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt; Für dieses Gelände plante die Stadt Anfang 2007 &amp;quot;einen Bebauungsplan mit der 'Zielrichtung einer besonderen städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme'&amp;quot; zu erarbeiten, mit welchem die Eigentümer im Verfahren entscheiden müssten ob es ihnen möglich ist die Bebauung voranzutreiben oder zu verkaufen. Bei der Entscheidung zum Verkauf bekäme die Stadt ein Vorkaufsrecht und würde den Verkehrswert des Geländes an den Eigentümer entrichten.&amp;lt;ref&amp;gt;''Südanlage 10: Koalition setzt Eigentümer unter Druck'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.01.2007, Ausgabe Nr. 11, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Anders als im Fall von der Südanlage 10 war dies beim Samen-Hahn-Gelände nicht möglich, da das Gebäude unter Denkmalschutz stand und es sich sehr viel schwieriger gestaltet hätte dafür einen neuen Investor zu finden, sodass die Stadt nicht &amp;quot;auf den Immobilien sitzen&amp;quot; bliebe. Das Gelände der Südanlage 10 hat die Eigentümergemeinschaft dann auch an die Stadt veräußert. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bürgerstimmen und städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen ====&lt;br /&gt;
Zum 25. 'Geburtstag' des Sorgenkinds Samen-Hahn Anfang Juli 2006 errichtete der SPD-Ortsverein Mitte einen Informationsstand und sammelte Unterschriften der Bürger gegen den &amp;quot;Schandfleck&amp;quot;. Eine Initiative im Parlament sei jedoch nicht geplant gewesen.&amp;lt;ref&amp;gt;''SPD sammelte Unterschriften gegen &amp;quot;Schandfleck&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.07.2006, Ausgabe Nr. 152, Seite 24&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei einer Anliegerversammlung zum Sanierungsgebiet Schanzenstraße/Bahnhofstraße kam durch Rufe aus dem Publikum immer wieder das Thema Samen-Hahn zur Sprache bis der anwesende Habibollah Shobeiri der Eigentümerfamilie sich schließlich auch äußerte und sagte das &amp;quot;das Grundstück im Reichensand 'seit 27 Jahren abgeschrieben'&amp;quot; sei und er es der Stadt für einen Euro anbiete. Baudezernent Rausch nahm dieses Angebot jedoch nicht für bahre Münze.&amp;lt;ref&amp;gt;''Shobeiri will nicht länger &amp;quot;Prügelknabe&amp;quot; sein'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.02.2008, Ausgabe Nr. 44, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sogar ein Wohnungsloser hatte sich auf dem verwahrlosten Gelände im Oktober 2008 schon einmal häuslich eingerichtet.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Aufsuchende&amp;quot; Betreuung lässt auf sich warten'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.10.2008, Ausgabe Nr. 243, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bild?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine GAZ-Leserin schlug vor Herrn Shobeiri doch zum Bau des geplanten Gießener Großkinos auf dem Samen-Hahn-Gelände zu bewegen, welches wegen seiner Innenstadtlage &amp;quot;ideal&amp;quot; (gewesen) wäre.&amp;lt;ref&amp;gt;''Einen anderen Platz für das Großkino suchen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.10.2008, Ausgabe Nr. 249, Seite 33&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
2010 äußerte sich auch die CDU mit der Bitte an die Eigentümerfamilie doch ihre Ideen und Planungen an die Stadt weiter zu geben, damit mit dem Grundstück etwas passieren kann. Der Stadtverbandsvorsitzende Möller war der Meinung dass es &amp;quot;keine Schande&amp;quot; sei, wenn die nötigen finanziellen Mittel für die Sanierung von Seiten der Eigentümer nicht aufgebracht werden könnten, jedoch sei es definitiv &amp;quot;eine Schande&amp;quot; den &amp;quot;Verfall historischer Gebäude, von denen die Stadt ohnehin wenige hat&amp;quot; so ohne weiteres hinzunehmen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-CDU-nimmt-Eigentuemer-von-Samen-Hahn-in-die-Pflicht-_arid,170352_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''CDU nimmt Eigentümer in die Pflicht''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.03.2010 ([https://web.archive.org/web/20140818220743/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-CDU-nimmt-Eigentuemer-von-Samen-Hahn-in-die-Pflicht-_arid,170352_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge der immer wieder scheiternden Gespräche zwischen Stadt und Eigentümer, wie das Samen-Hahn Gelände weiter genutzt werden könne, beschloss die Stadtverordnetenversammlung am 24. März 2011, dem Magistrat umgehend mit der Einleitung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme für den Bereich Samen-Hahn beginnen zu lassen und zudem sämtliche rechtliche zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bis zur letzten Instanz zu nutzen, die zur Umsetzung erforderlich seien (Ja: CDU/GR/FDP/FW/BLG; StE: SPD/LINKE)&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/3554/2011&amp;quot;&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12005 Entwicklungsmaßnahmen &amp;quot;Schandfleck Samen-Hahn&amp;quot;], Antrag der Fraktionen CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP vom 04.02.2011, STV/3554/2011&amp;lt;/ref&amp;gt;, jedoch ist ein Berichtsantrag auf dem März 2012, der nach den seitdem ergriffenen Maßnahmen fragt, bis heute vom Magistrat unbeantwortet geblieben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12859 ''Berichtsantrag betreffend Entwicklungsmaßnahme „Schandfleck Samen Hahn“''], Antrag der CDU-Fraktion vom 25.02.2012, Vorlage: STV/0746/2012&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Abriss des Eckgebäudes ====&lt;br /&gt;
[[Datei:SamenHahn2011.jpg|thumb|right|350px|Rückseite des Eckgebäudes an der Bahnhofstraße/Reichensand, Stand 2011]]&lt;br /&gt;
Im April 2012 beantragte der Eigentümer aufgrund eines Gutachtens, das das Samen-Hahn Gebäude an der Ecke Reichensand/Bahnhofstraße für akut einstürzgefährdet einstuft, den Abbruch dieses Gebäudes. Dieser, der gemeinsam mit dem Gutachten bei der städtischen Bauverwaltung eingereicht wurde, führte umgehend zu Straßensperrungen am Kreuzungsbereich Bahnhofstraße/Reichensand/Schanzenstraße sowohl für den Fahr- als auch für den Fußverkehr. Infolge dessen wurde von der Stadt eine Überprüfung der Statik beauftragt und ein Gutachten über die Frage der Sicherung und des Erhaltes der Fassaden des denkmalgeschützten Gebäudes in Auftrag gegeben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessen.de/index.phtml?call=detail&amp;amp;css=&amp;amp;La=1&amp;amp;FID=684.8808.1&amp;amp;&amp;amp;sNavID=1894.1&amp;amp;ffmod=pres&amp;amp;ffsm=1 ''Samen-Hahn Gebäude einsturzgefährdet - Straßensperrung''], Pressemitteilung der Stadt Gießen vom 12.04.2012 ([https://web.archive.org/web/20140805152737/http://www.giessen.de/index.phtml?call=detail&amp;amp;css=&amp;amp;La=1&amp;amp;FID=684.8808.1&amp;amp;&amp;amp;sNavID=1894.1&amp;amp;ffmod=pres&amp;amp;ffsm=1 Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der Stadtverordnetenversammlung vom 24.05.2012 forderten die Abgeordneten den Magistrat auf, keine Genehmigung für den Abiss der historischen Fassade des Gebäudes &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; zu erteilen, bis der zuständige Fachausschuss in einer kurzfristigen Sondersitzung informiert worden ist (Ja: SPD, CDU, FR, FW, LINKE, FDP; StE: PIR, LB/BLG),&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12980 ''Reichensand/Bahnhofstraße (ehem. Samen-Hahn)''], Antrag der Fraktionen SPD und Bündnis 90/Die Grünen vom 27.04.2012, Vorlage: STV/0856/2012&amp;lt;/ref&amp;gt; zudem wird der Beschluss von 24.03.2011&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/3554/2011&amp;quot;/&amp;gt; bekräftigt, mit der Einleitung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme zu beginnen (Ja: SPD, CDU, GR, FW, LINKE, FPD, LB/BLG; StE: PIR) und den Magistrat zu beauftragen, sämtliche rechtlich zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bis zur letzten Instanz zu nutzen, die zur Umsetzung der Maßnahme erforderlich sind (Ja: SPD, CDU, GR, LINKE, FDP, LB/BLG; Nein: FW; StE: PIR).&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;/&amp;gt; Zudem wurde der Magistrat aufgefordert, die haushaltsrechlichen Möglichkeiten für einen Erwerb des Gebäudes zu schaffen (Ja: SPD, CDU, GR, LINKE, FDP; Nein: FW, LB/BLG; StE: PIR).&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Einreichung eines Gutachtens über die Gefährdung des Einsturzes des Samen-Hahn Doppelhauses, entschied die Stadt das Haus im Juni 2012 nach 114 Jahren einschließlich 30 Jahren Leerstand abzureißen. Dazu gab es dann ganz unterschiedliche Standpunkte aus der Bevölkerung. Während die einen den Abriss bedauerten, äußerten die anderen sich erleichtert darüber dass sich nun endlich etwas bewegte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gaz-2012-06-23&amp;quot; /&amp;gt; Ein Abbruchspezialist äußerte sich dazu mit den Worten &amp;quot;Selten habe man eine derart 'faule Bude' abgerissen&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Abriss-Ab-Donnerstag-sollen-Strassen-wieder-frei-sein-_arid,350637_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''Samen-Hahn-Abriss: Ab Donnerstag sollen Straßen wieder frei sein''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 26.06.2012 ([https://web.archive.org/web/20120630031004/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Abriss-Ab-Donnerstag-sollen-Strassen-wieder-frei-sein-_arid,350637_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der folgenden Sitzung am 27. Juni 2012 beschloss die Stadtverordnetenversammlung infolge der Entscheidung,das Eckhaus abzureißen einstimmig die Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes &amp;quot;GI 01/36 Reichensand/Bahnhofstraße&amp;quot;, der den gesamten Block zwischen Reichensand, Bahnhofstaße und Westanlage umfasst und setzten als Sanierungsziel fest, dass ein Neubau an der Straßenecke Bahnhofstraße/Reichensand sich in Kubtur, Gestalt und Materialität am Vorgängerbau &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; orientieren muss. Davon sind sowohl Teile des Bebauungsplanes Nr. 56 &amp;quot;Stadtmitte II&amp;quot;, als auch, mit Ausnahme der Vehrkehrsflächen, der gesamte Bebauungsplan G 1/09 betroffen, die durch diesen neuen ersetzt werden sollen. Gleichzeitig gehört das Gebiet zum [[Sanierungsgebiet „Schanzenstraße/Mühlstraße“]], bei dem ein wesentliches Ziel darin besteht, die Blockrandbebauung in der Bahnhofstraße zu erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=13049 ''Aufstellung eines Bebauungsplanes GI 01/36 &amp;quot;Reichensand/Bahnhofstraße&amp;quot;; hier: Einleitungsbeschluss, Bekanntmachung''], Antrag des Magistrats vom 29.05.2012, Vorlage: STV/0920/2012&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser befindet sich weiterhin in Planung. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Umfrage der GAZ nach den Wünschen der Leser für das Jahr 2013 wird deutlich das die anderen Gebäude im Besitz der Eigentümerfamilie Shobeiri, wie beispielsweise die Alte Post nicht das gleiche Schicksal ereilen soll wie dem Samen-Hahn-Gebäude. Außerdem wünschten sich viele Bürger das das freie Gelände doch einer &amp;quot;attraktiven Nachfolgenutzung (...)&amp;quot; zugeführt werden solle.&amp;lt;ref&amp;gt;''Auch Scheich soll Gartenschau-Fan werden'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.01.2013, Ausgabe Nr. 6, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Stadt ließ durch das Frankfurter Büro Meurer mit Architekten, Stadtplanern und Ingenieuren eine Studie ausstellen, welche mögliche Neubauplanungen für die Brachfläche darlegen soll. Diese wurden dann im März 2013 in einem Bürgergespräch im Rathaus vorgestellt und diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Bürgergespräch&amp;quot; zum Samen-Hahn-Areal'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 16.03.2013, Ausgabe Nr. 64, Seite 31&amp;lt;/ref&amp;gt; Professor Dr. Meurer stellte vier unterschiedliche Bebauungsstudien vor, von einem Nachbau des Originals über die Nachahmung der Fassade, einer Kombination aus alter Struktur und neuen modernen Materialien bis zu einem modernen Neubau ohne historische Elemente. Die dritte und vierte Variante besäßen fünf Geschosse, während die erste und zweite wie das abgerissene Samen-Hahn-Gebäude nur vier erreichen würde. Die Stadtverordnetenversammlung beauftragte jedoch &amp;quot;bei einem Neubau die Kubatur des Originals zu erhalten&amp;quot;. Eine originalgetreue Nachbildung des Gebäudes würde jedoch kaum möglich sein, da dafür nicht ausreichend Dokumente der Gründerzeit vorlägen. Aus diesem Grund wurde die zweite Variante in Betracht gezogen, da mit der Fassadenkonstruktion weniger Probleme anfielen. Diese Planungen beschäftigen sich nur mit dem Neubau des abgerissenen Hauses; es sind jedoch drei weitere Häuser auf der restlichen Freifläche geplant. Hauptsächlich würden die Gebäude dann für Wohnungen genutzt, außerdem eventuell Büro- und Geschäftsräume im Erdgeschoss. Für die PKWs ist eine Tiefgarage angedacht. Professor Meurer versprach eine Bebauung bis 2017. Die anwesenden Bürger äußerten sich gemischt zu den vorgestellten Bebauungsplänen; keine der Varianten wurde abgelehnt. Auch der Grundstückseigentümer Karim Shobeiri interessierte sich für die Planungen und gab an &amp;quot;eine Neubebauung 'so schnell wie möglich umzusetzen'&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Bebauung-bis-2017-_arid,409025_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''Samen-Hahn_bebauung bis 2017?''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.03.2013 ([https://web.archive.org/web/20130323071239/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Bebauung-bis-2017-_arid,409025_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In mehreren Leserbriefen sprachen sich Bürger für Variante 1 oder eventuell Variante 2 aus, um den Stil des abgerissenen historischen Gebäudes in einem Neubau wieder aufleben zu lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Für Plan Nummer 1'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 10.04.2013, Ausgabe Nr. 83, Seite 27&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;''Magistrat muss sich durchsetzen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 03.04.2013, Ausgabe Nr. 77, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Sitzung des Denkmalbeirats der Stadt Gießen im Dezember 2013 wurde auch besprochen dass von Seiten der Eigentümer ein Lebensmittelmarkt un dein Wohnkonzept für die Neubebauung gewünscht ist, dies jedoch mit den Plänen des Architektenteams für einen offenen Bau nicht zu vereinbaren ist.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---[Datei: Protokoll vom 19.12.2013.pdf]---&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der Stadtverordnetenversammlung im Februar 2014 wurde jedoch geäußert dass die Bebauungspläne von Seiten des Architekten Meurer weiter entwickelt werden könnten um den Wünschen der Eigentümer gerecht zu werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=14235 ''Berichtsantrag zum Grundstück des abgerissenen Samen-Hahn-Gebäudes''], Antrag der CDU-Fraktion vom 12.12.2013, Vorlage: STV/1972/2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Stattdessen wird dieser vorraussichtlich nach der Sommerpause 2014 der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Counter}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Shobeiri]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan GI 01/36]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan GI 01/09]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan G57a]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CUcke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.giessen.wiki/index.php?title=Samen-Hahn-Gel%C3%A4nde&amp;diff=976</id>
		<title>Samen-Hahn-Gelände</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.giessen.wiki/index.php?title=Samen-Hahn-Gel%C3%A4nde&amp;diff=976"/>
		<updated>2014-09-24T12:51:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CUcke: Einige Passagen gestrichen, mehrere verändert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Sahmen-Hahn.jpg|thumb|right|400px|Das Samen-Hahn Gebäude vor dem Abriss (2012)]]&lt;br /&gt;
Das ehemalige Samen-Hahn-Gebäude an der Bahnhofsstraße 35/Reichensand 2 war ein seit über 30 Jahren leer stehendes und zu diesem Zeitpunkt bereits einsturzgefährdetes ehemals denkmalgeschütztes Gebäude, das am 22.Juni 2012 abgerissen wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gaz-2012-06-23&amp;quot;&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Hessen/Artikel,-Samen-Hahn-Nach-114-Jahren-kommt-der-Abrissbagger-_arid,350354_regid,1_puid,1_pageid,11.html ''Nach 114 Jahren kommt der Abrissbagger''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.06.2012 ([https://web.archive.org/web/20140818222456/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Hessen/Artikel,-Samen-Hahn-Nach-114-Jahren-kommt-der-Abrissbagger-_arid,350354_regid,1_puid,1_pageid,11.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 1898 im spätgründerzeitlichen Stil errichtete Gebäude, das zwischenzeitlich auch als Weinstube und Möbelhaus genutzt wurde, bestand aus klar gliedernden Formelementen wie z.B. in Sandstein ausgeführten Fenstergewänden und -bögen und Mansarddach. Zudem besaß das Gebäude eine qualitätvolle Verarbeitung des zweifarbigen Klinkermaterials, weswegen der Bau eine Einstufung als Kulturdenkmal aus künstlerischen Gründen einforderte. Darüber hinaus ist das Haus städtebaulich besonders wichtig, da ein optischer Bezug zu weiteren dortigen Gebäuden besteht.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?obj=60382&amp;amp;event=Query.Details Samen-Hahn Gebäude auf denkmalpflege-hessen.de] ([https://web.archive.org/web/20140804152556/http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?obj=60382&amp;amp;event=Query.Details Archivierte Version]) &amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem ist das Gebäude Teil der denkmalgeschützten Gesamtanlage &amp;quot;Gesamtanlage I&amp;quot;, die Bahnhofstraße und Westanlage umfasst.&lt;br /&gt;
== Samen-Hahn im Besitz von Shobeiri ==&lt;br /&gt;
==== Grundstücksverkauf und Gebäudeabriss auf ehemaligem Samen-Hahn-Gelände ====&lt;br /&gt;
Am 1. Juli 1981 ging das gesamte Samen-Hahn-Gelände für zwei Millionen DM an die Shobeiri GmbH und Co. KG. Nur einen Tag später wurde bereits ein Biedermeierhaus von 1830 auf dem Gelände abgerissen. Es war eines der ĺetzten Gebäude dieser Art in Gießen. Unter Berufung auf die Aussagen des Bezirksdenkmalpflegers, dass das Biedermeierhaus jedoch mit seiner Lage als Hinterhofhaus nicht in das moderne Stadtbild integriert und daher auch nicht als denkmalschutzwürdig eingestuft werden konnte,&amp;lt;ref name=&amp;quot;81/7/11&amp;quot;&amp;gt;''Beyer: &amp;quot;Es lagen Erkenntnisse auf mögliche Besetzung vor&amp;quot; Walldorf: &amp;quot;Wir brauchen Zusage für Wohnraum-Schaffung&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 07.11.1981, Ausgabe Nr. 157, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; entschied sich der damalige Bürgermeister für den Abriss.Tatsächlich lag die Entscheidung des Denkmalpflegers zum Zeitpunkt des Abrisses noch nicht vor und der Abriss wurde somit ohne dessen Zustimmung durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Den Denkmalpfleger trifft keine Schuld&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.02.1982, Ausgabe Nr. 46, Seite 14&amp;lt;/ref&amp;gt;Auch gab es widersprüchliche Aussagen von Seiten der Polizeibehörde was die Gefahr der Besetzung der Gebäude betraf.&amp;lt;ref&amp;gt;''Abriß Samen-Hahn nun auch Landtagsthema'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.10.1981, Ausgabe Nr. 246, Seite 11&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzig das oben beschriebene Eckhaus Reichensand 2/Bahnhofstraße 35 sollte erhalten bleiben. Geplant war damals ein neues 18-Millionen-DM teures Gebäude mit einer Kombination aus Wohnungen und Geschäftsräumen zur Stärkung von Arbeitsmarkt und Wirtschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;''Die Bagger griffen nach Bausubstanz von 1830 und 1880: Kulturdenkmäler machen für 18-Millionen-Projekt Platz'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 03.07.1981, Ausgabe 150, Seite 13&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Abriss zog ein breites Echo in der Öffentlichkeit mit sich, unter anderem einen &amp;quot;Schweigemarsch&amp;quot; mit 250 Demonstranten&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Schweigemarsch&amp;quot; bei den Trümmern in der Bahnhofstraße'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.07.1981, Ausgabe Nr. 154, Seite 11&amp;lt;/ref&amp;gt; und Beschwerden seitens des Mietervereins zur Zerstörung von bei Wohnungsknappheit nutzbaren Anwesen, zum Beispiel als Studentenwohnungen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;Magistrat stelte Politik der Zerstörung einmal mehr unter Beweis&amp;quot;, Gießener Allgemeine Zeitung vom 10.07.1981, Ausgabe Nr. 156, Seite 10&amp;lt;/ref&amp;gt;Auch das Eckhaus Reichensand 2 / Bahnhofsstraße 35 wurde erst am 21. Juli 1981 vollständig in die Denkmalliste eingetragen, sodass auch dieses bis dahin vom Abriss gefährdet war.&amp;lt;ref&amp;gt;''Woher kommen die eindeutigen Widersprüche?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.08.1981, Ausgabe Nr. 193, Seite 28&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Erste Bauvorhaben für das Doppelhaus Ecke Reichensand/Bahnhofstraße ====&lt;br /&gt;
Nach dem Abriss der Gebäude auf dem Samen-Hahn-Gelände, mit Ausnahme des Eckhauses, wurde die Freifläche zunächst als Parkplatz genutzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;82/8/14/&amp;quot;&amp;gt;''Bauvoranfrage ist am Mittwoch im Bauausschuß: Stimmt RP der Bebauungsplan-Befreiung zu?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 14.08.1982, Ausgabe Nr. 186, Seite 27&amp;lt;/ref&amp;gt;Die Eigentümer stellten nun für das verbliebene Doppelhaus eine Bauvoranfrage für ein Wohn- und Geschäftsgebäude mit fünf Geschossen, welche vom Magistrat genehmigt wurde unter der Voraussetzung, dass für die geplante geschlossene Bebauung statt der offenen ein Architektenwettbewerb stattfindet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DSI395 aus 1982.pdf | ''Bauvoranfrage der H.Shobeiri GmbH &amp;amp; Co KG zum Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses in Gießen'']], Antrag des Magistrats vom 07.07.1982, Vorlage: DS I/395&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Architektenbüro hatte bereits den Zuschlag, als im April 1983 die Stadt bekannt gab das die Pläne Shobeiris nicht ganz ihren Vorstellungen entsprächen, da diese mit dem umliegenden Stadtbild nicht vereinbar wären, sodass keine Baugenehmigung ausgestellt werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;''Noch keine Genehmigung für &amp;quot;Shobeiri-Bau&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.04.1983, Ausgabe 80, Seite 18&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Juni 1983 gab es dann bereits die ersten Überlegungen den Erker des Eckgebäudes in einem Neubau &amp;quot;nachzuempfinden&amp;quot; und im Bereich des Daches eine Glaskuppel zu installieren&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;&amp;gt;''Auch das Vorderhaus wird verschwinden'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.06.1983, Ausgabe Nr. 127, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt;, wobei der Erhalt der Baussubstanz oder der Fassade als sehr kostspielig verworfen wurden, obwohl die Fassade auf Grund ihres Baustils schon in der Gründerzeit als schützenswert eingestuft und ins vorläufige Denkmalbuch eingetragen worden war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;/&amp;gt; Daher wurden auch auf diesen Beschluss wieder Stimmen laut, die Stadt möge doch unter dem Druck von Seiten des Bauinteressenten den Denkmalschutz nicht vernachlässigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;/&amp;gt; Die ständige Veränderung der Baupläne durch den Eigentümer führte dazu, dass die Stadt ihm eine Baugenehmigung immer wieder verwehren musste (Stand 26. August 1983).&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/8/26&amp;quot;&amp;gt;''Bleibt der Reichensand-Komplex ein Phantom?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 26.08.1983, Ausgabe Nr. 197, Seite 16&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Neubewertung in Denkmalschutzfragen ====&lt;br /&gt;
Die bedauernde Einschätzung des Denkmalpflegers von 1983, das Doppelhaus sei stark sanierungsbedürftig und die Beseitigung der Mängel könnte dem Eigentümer, vor allem finanziell, nicht zugemutet werden, wurde 1985 neu überdacht. Infolgedessen schätzte die Untere Denkmalschutzbehörde das Gebäude wieder als schützenswert ein und aus diesem Grund wurde der Abbruchantrag Shobeiris im Dezember 1985 abgelehnt. Als Begründung für dieses Umdenken wurden städtebauliche, geschichtliche und künstlerische Gründe genannt.&amp;lt;ref&amp;gt; Streit geht weiter: Kulturdenkmal oder nicht? Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.07.1990, Ausgabe Nr. 175, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bürgerbegehren gegen Verfall und Abriss des Doppelhauses ====&lt;br /&gt;
Die Bürgerinitiative Mühlstraße wendete sich im November 1986 in einem offenen Brief an den Bürgermeister, in welchem sie ihre Bedenken gegen den Verfall und Abriss des Gebäudes als denkmalschutzwürdiges Ensemble &amp;lt;ref&amp;gt;''Gegen Abrißerlaubnis für Eckbau Reichensand'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.11.1986, Ausgabe Nr. 277, Seite 29&amp;lt;/ref&amp;gt; äußerte und damit die Genehmigung der Stadt zur Zweckentfremdung des Komplexes ohne zeitliche Begrenzung von Seiten Shobeiris in Frage stellte. Im Juli 1987 wendete sich diese Bürgerinitiative erneut an die Presse und beschrieb den ihrer Ansicht nach &amp;quot;desolaten Zustand&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;&amp;gt;''Schleichender Verfall eines Gründerstilhauses'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.07.1987, Ausgabe Nr. 172, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt; des Gebäudes, welcher bei einer Besichtigung der Innenräume durch die Mitglieder dieser Bürgerinitiative zu Tage kam. Demnach drang durch zerstörte Fenster Feuchtigkeit ein, der Holzschwamm habe sich massiv ausgebreitet und mehrere Propangasflaschen stellten außerdem ein Explosionsrisiko dar. Nach Einschätzung der Bürgerinitiative seien &amp;quot;diese Schäden nicht durch bloßen Verfall des Hauses enstanden, sondern vorsätzlich herbeigeführt worden, um den Verfall des Gebäudes zu beschleunigen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;/&amp;gt; In Bezug auf diese Annahmen äußerten sie auch große Bedenken den Eigentümer betreffend, welcher ein &amp;quot;Spekulant&amp;quot; sei und versuche &amp;quot;das wenig aussichtsreiche Verfahren einer Abbruchgenehmigung zu umgehen und hinter dem Rücken der Öffentlichkeit mit einer gezielten Verwahrlosung des Gebäudes vollendete Tatsachen zu schaffen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;/&amp;gt;In diesem Fall ging es konkret um 500 qm Wohnraum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Fatale Folgen übereilter Baupolitik&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.12.1986, Ausgabe Nr. 287, Seite 24&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt; ''Direkter Kontakt der Fraktionen mit Shobeiri'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.03.1988, Ausgabe Nr. 60, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Entscheidung der Stadt gegen den Abriss ====&lt;br /&gt;
Die Stadt gab auf den offenen Brief der Bürgerinitiative und die Kritik des Mietervereins bekannt das aus rechtlichen Gründen erst die entgültige Ablehnung des Antrages auf Abriss des Gebäudes von Seiten der Bauaufsicht zum Verbot der Wohnraumzweckentfremdung für das Eckgebäude führen kann. Die Befreiung von diesem Verbot wurde 1983 für das genannte Gebäude festgelegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/1/14&amp;quot;&amp;gt;''Magistrat fühlt sich von Shobeiri &amp;quot;veralbert&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 14.01.1987, Ausgabe Nr. 11, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Widerspruch Shobeiris auf die Ablehnung der Abrissgenehmigung von Seiten des Anhörungsausschusses ging mit der Vorlage dieses Begehrens nun im Januar 1987 an den Regierungspräsidenten.Im April 1987 wurde der Widerspruch Shobeiris gegen die Ablehnung des Abbruchantrags von 1985 abgewehrt, woraufhin er Klage beim Verwaltungsgericht einreichte. Er stützte seine Klage dabei auf die Auffassung eines Gutachters, welcher ihm bestätigte das der Erhalt des Gebäudes in diesem Zustand nicht zumutbar sei, obwohl die Fassade zur Bahnhofstraße grundsätzlich schützenswürdig sei &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bebauungsplan mit Veränderungssperre ====&lt;br /&gt;
Die SPD-Mitte forderte daraufhin im Februar 1988 einen neuen Bebauungsplan mit Veränderungssperre, sodass der Klage Shorbeiris auf Abriss des Gebäudes nicht irgendwann stattgegeben hätte werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;88/2/13&amp;quot;/&amp;gt; Darauffolgend wurde sogleich die geforderte Veränderungssperre angewandt, welche mit den Stimmen von SPD, Grünen und FDP in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen worden war.&amp;lt;ref&amp;gt;''Das &amp;quot;Gaststättendorf&amp;quot; kann nicht entstehen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.02.1988, Ausgabe Nr. 37, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; So wurde auch Shobeiris Antrag für ein Gaststättendorf von September 1987 abgelehnt mit der Begründung das die Gestaltungsvorgaben der Stadt damit nicht umgesetzt würden. Diese Gestaltungsvorgaben beinhalteten einen Bau, welcher zur Straße hin wenigstens dreigeschossig und zur Innenseite terassenförmig verlaufen sollte. Außerdem sah der Magistrat mit Zustimmung des Parlaments die Gewerbeflächen im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss vor, mit Ausnahme von Vergnügungsstätten, sowie zwei Parkdecks mit einer Anzahl von bis zu 120 PKW-Parkplätzen und ein Flachdach mit Dachbegrünung. Diese Vorgaben setzten jedoch voraus dass das Eckgebäude in einem Abstand von sechs Metern zum Neubau erhalten bliebe, was nicht im Sinne des Eigentümers beschlossen worden war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;88/2/13&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gebäudebegehung und Einstufung ====&lt;br /&gt;
[[Datei:EntwurfG1 09.jpeg|thumb|right|350px|Beiplan zum Bebauungsplanentwurf G1/09 von 1990]]&lt;br /&gt;
Im März 1988 entschieden die Fraktionen von CDU, SPD und FDP eine Begehung des Gebäudekomplexes zusammen mit Shobeiri um die Bauplanungen vor Ort erläutert zu bekommen. Die Grünenfraktion wurde von Shobeiri zu diesem Ortstermin nicht eingeladen, da dieser sich von deren Kritik angegriffen fühlte. So stellten die Anwesenden fest, dass bereits vom vorherigen Eigentümer Stahlträger zum Ersatz von tragenden Wänden eingebaut wurden und der Dachstuhl längst baufällig geworden war. Insbesondere die denkmalgeschützte Fassade und die Eckgestaltung erschien den Gutachtern dennoch erhaltenswert. Der Eigentümer plante jedoch den Abriss des kompletten Gebäudes und statt der Erhaltung, die Fassade und den Erker mit dem Originalmaterial in derselben Gestaltung wieder aufzubauen. Die Möglichkeit das Gebäude auszukernen (Komplettabriss bis auf die Fassaden) bestand, wäre jedoch mit sehr großem Aufwand und der Gefahr des Zusammenbrechens der Außenwände verbunden gewesen.&amp;lt;ref&amp;gt; Direkter Kontakt der Fraktionen mit Shobeiri; Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.03.1988, Ausgabe Nr. 60, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;Daraufhin beschloss die Stadt 1989 für das Samen-Hahn Gelände einen neuen, eigenen Bebauungsplan (G 1/09 &amp;quot;Reichensand&amp;quot;) aufzustellen. Dieser sah eine ein- bis zweigeschossige Tiefgarage unter dem Gebiet vor und erwägte, bei zusätzlich benötigten Stellplätzen die Obergeschosse des Gebäudes am Reichensand, das direkt am Parkhaus Westanlage anliegt, mit zu nutzen. Grund für die Aufstellung dieses Bebauungsplanes, der auch Teile des Bebauungsplan 56 &amp;quot;Stadtmitte II&amp;quot; berührt, war, dass er grundlegende Richtwerte setzte für die Gebäude, die zuvor in den Bebauungsplänen nicht definiert wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;&amp;gt;[[Medium:DSI262 aus 1990.pdf | ''1. Aufhebung je eines Teilbereiches der rechtskräftigen Bebauungspläne Nr. 56 &amp;quot;Stadtmitte II&amp;quot; und Nr. 57a &amp;quot;Stadtmitte Ia&amp;quot;; hier: Verfahrenseinleitung und öffentliche Auslegung gem. §2, Abs. 1 und §3, Abs. 2 BauGB, 2. Aufstellung des Bebauungsplans Nr. G1/09 &amp;quot;Reichensand&amp;quot; mit integrierter Satzung gem. § 118 HBO; hier: Entwurfsbeschluß und öffentliche Auslegung gem. §3, Abs. 2 BauGB, 3. Aufstellung einer in den Bebauungsplan zu integrierenden Erhaltungssatzung gem. §172, Abs. 1, Satz 1, Ziff. 1 BauGB; hier: Verfahrenseinleitung und öffentliche Auslegung'']], Antrag des Magistrats vom 19.04.1990, Vorlage: DS I/262&amp;lt;/ref&amp;gt;Gleichzeitig gibt dieser vor, dass bei Sanierung des Samen-Hahn Gebäudes Dach und Außenwände gleich bleiben und die Außenfenster der Gebäude am Reichensand sich am Samen-Hahn Gebäude orientieren müssen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;/&amp;gt;Im Laufe der Aufstellung des Bebauungsplanes kam es insbesondere durch die Industrie- und Handelskammer aus Bedenken gegen den Zweck des Denkmalschutzes und dem Eigentümer zu Protesten gegen den Erhalt des Eckgebäudes. Der Eigentümer schlug somit eine Entkernung bei Erhalt der äußeren Hülle vor. Hingegen kam man seinen Forderungen gegenüber dem Einbau von Wohnungen insoweit nach, dass nur in den obersten Geschossen eine Wohnbebauung vorgeschrieben wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;/&amp;gt;Die Gestaltungsvorgaben, der sogenannte &amp;quot;Bebauungsplan Reichensand&amp;quot;, welcher mit der Veränderungssperre im Februar 1988 festgelegt wurde, ist dann im August 1990 als satzungsreif kategorisiert worden. Außerdem erhielt damit dieser Bebauungsplan auch eine Erhaltungssatzung, womit der Abriss des Gebäudes abgelehnt werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;'' Die &amp;quot;Lex Shobeiri&amp;quot; ist fertig'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.08.1990, Ausgabe Nr. 200, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt;Die Industrie-und Handelskammer Gießen äußerte sich im Februar 1990 mit der Ansicht, dass &amp;quot;die Einstufung als Baudenkmal sachlich nicht gerechtfertigt&amp;quot; sei, da es &amp;quot;im Innern des baufälligen Hauses und an den rückwärtigen Fassaden keine einziges Stilelement aus der Spätgründerzeit&amp;quot; gäbe,&amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;&amp;gt;''Streit geht weiter: Kulturdenkmal oder nicht?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.07.1990, Ausgabe Nr. 175, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; wohingegen der städtische Denkmalpfleger Bachmann das Doppelhaus als &amp;quot;repräsentatives Einzelobjekt der Spätgründerzeit beurteilt hatte, welches unbedingt schützenswert sei. Er nannte dafür &amp;quot;das Mansardendach, die qualitätvolle Verarbeitung des zweifarbigen Klinkermaterials und die sehr gute Ecklösung durch einen vorgehängten Erker mit Balkon&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;/&amp;gt;. Bei diesen Überlegungen wurde jedoch nur der ideelle Wert des Hauses bedacht, während die materielle Zumutbarkeit seiner Erhaltung nicht miteinbezogen wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorübergehende Nutzung für Räumungsverkauf ====&lt;br /&gt;
Ab Ende März 1991 wurden tatsächlich Teile des Erdgeschosses des Doppelhauses wieder genutzt, wenn auch nur vorübergehend. Ein Teppichhaus entschied die Räume für einen Räumungsverkauf anzumieten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;91/4/04&amp;quot;&amp;gt;''Haus &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; wieder in Nutzung'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.04.1991, Ausgabe Nr. 78, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt; Anfang April bereits wurde dieses durch die IHK Gießen wegen &amp;quot;zahlreicher Rechtsverstöße&amp;quot; jedoch wieder geschlossen.&amp;lt;ref&amp;gt; ''Räumungsverkauf wurde beendet'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 09.04.1991, Ausgabe Nr. 82, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Angebot der Stadt Shobeiri das Reichensand-Gelände für 1026 DM pro Quadratmeter abzukaufen lehnte der als lächerlich ab.&amp;lt;ref name=&amp;quot;91/4/04&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Symbolische Hausbesetzung und Verbot des Abrisses ====&lt;br /&gt;
In regelmäßigen Abständen äußerten sich Bürger zu dem katastrophalen Zustand des leerstehenden Gebäudes, so wie im Mai 1991, wo eine Gruppe von 14 jungen Männern und Frauen das Gebäude besetzte um auf die Wohnungsnot in Gießen aufmerksam zu machen. Schon nach wenigen Stunden jedoch verließen diese bei Polizeiaufgebot friedfertig das Gebäude.&amp;lt;ref&amp;gt;''SPD Nord solidarisch mit Hausbesetzern'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.06.1991, Ausgabe Nr. 132, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; Daraufhin bot Shobeiri den Jungsozialisten das Objekt zur mietfreien Nutzung an bis eine entgültige Entscheidung über das weitere Verfahren feststände. Schnell wurde jedoch klar das auch dieses Versprechen nichts als heiße Luft von Seiten des Eigentümers war.&amp;lt;ref&amp;gt;''Eckhaus Reichensand/Bahnhofstraße bleibt leer'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 25.02.1992, Ausgabe Nr. 47, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 9. November 1995 gab der Verwaltungsgerichtshof Kassel schlussendlich bekannt das das Gebäude nicht abgerissen werden dürfe. Des weiteren sah dieser den Parkplatz als nicht legal an. Shobeiri war es nicht erlaubt zu diesem Urteil Revision einzulegen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Prognosen '95: Das wäre richtig gewesen...'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.01.1996, Ausgabe Nr. 11, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig kündigte der Eigentümer Habibollah Shobeiri im April 1995 an, aus Resignation vor der Politik der Grünen und dem Stadtrat Dammann, denen er die Schuld am Scheitern seiner Bauvorhaben am Samen-Hahn-Komplex gab, die Stadt Gießen zum Jahresende nach 24 Jahen verlassen zu wollen. Neben Samen-Hahn waren zu diesem Zeitpunkt die Gebäude Westanlage 30/32 und Südanlage 10 im Besitz Shobeiris.&amp;lt;ref&amp;gt;''Shobeiri: Ich werde Gießen verlassen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.04.1995, Ausgabe Nr. 88, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; Tatsächlich blieb er Gießen als Bürger treu.&amp;lt;ref&amp;gt;''Arbeitskämpfer, Prügelknaben und Rekorde'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.02.2008, Ausgabe Nr. 46, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ende Januar 1996 äußerte sich dann Bürgermeister Schüler zu dem Urteil und befand weiterhin das eine &amp;quot;einvernehmliche Lösung&amp;quot; mit dem Eigentümer angebracht sei mit dem Bemühen um eine Einigung die Wohnraumzweckentfremdung betreffend.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Wir prozessieren nicht um dann zu verzichten&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.01.1996, Ausgabe Nr. 26, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Eigentümer kam der Schließung des Parkplatzes freiwillig nach, verteilte jedoch auch Flugblätter an die Autofahrer mit welchen er diese zum Einsatz für die Wiederöffnung des Parkplatzes ermutigte. Außerdem gab er bekannt nach Pachtinteressenten für das geplante kombinierte Geschäfts-und Wohngebäude zu suchen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Der Reichensand-Parkplatz ist geschlossen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 06.02.1996, Ausgabe Nr. 31, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Spekulant Shobeiri und der Verfall eines Gründerzeithauses ====&lt;br /&gt;
Aus einem Briefwechsel Shobeiris mit der Stadt im August 1996 wurde ersichtlich dass Shobeiri durchaus bewusst war das der jahrelange Leerstand des Gebäudes bei einer Sanierung seinen Tribut fordert und diese somit entsprechend teuer ausfallen würde. Daher bot er im Zuge dessen der Stadt an das Gebäude für 30 Jahre zu mieten für einen &amp;quot;symbolischen Preis von einem Pfennig pro Jahr&amp;quot;, wohingegen die Stadt dann die Renovierungskosten tragen sollte. Er nannte einen Betrag von 3,5 Millionen DM Renovierungskosten und 750000 DM als Parkplatzablöse falls das geplante Parkhaus nicht seinen Platz finden könnte. Dieses Ansinnen nahm die Stadt jedoch nicht Ernst und vor allem Hagemann, Stadtverordnetenvorsitzende der Grünen, zeigte sich verärgert. Sie machte Shobeiri dann auch darauf aufmerksam dass die Instandsetzung des Gebäudes laut &amp;quot;dem hessischen Wohnraumzweckentfremdungsgesetz&amp;quot; in seiner Verantwortung liegt und er sich den durch die Vernachlässigung entstandenen Schaden selbst zuzuschreiben hat. Sie erklärte jedoch das ein &amp;quot;kaufmännisch korrektes Angebot&amp;quot; von den Grünen durchaus akzeptiert werden könne, um das Gebäude letztlich &amp;quot;gemeinnützigen Zwecken&amp;quot; zuführen zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;''Areal &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; gammelt weiter vor sich hin'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.08.1996, Ausgabe Nr. 191, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der SPD-Parteichef Becker gab eine Erklärung an den Magistrat ab, in welcher er Shobeiris Wohnraumzweckentfremdung und das willentliche verfallen lassen des Gebäudes zu Bedenken gibt. In diesem Zuge solle das &amp;quot;öffentliche Wohl Vorrang vor dem Profitstreben einzelner Immobilienspekulanten&amp;quot; haben.&amp;lt;ref&amp;gt;''Becker: &amp;quot;Verhöhnung des Magistrats&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 03.09.1996, Ausgabe Nr. 205, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt; Zum öffentlichen Wohl gehört sicher auch ein ganzes Anwesen mit umliegendem Gelände nicht vermüllen zu lassen, sodass es über Jahre und Jahrzehnte von den Bürgern nur noch als Schandfleck angesehen werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;''Die Stadt, der Müll, das Programm und die Taten'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.02.1997, Ausgabe Nr. 36, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; So fragten auch immer wieder Leser der Gießener Allgemeinen Zeitung in Leserbriefen und zum Beispiel bei einer Befragung der Spitzenkandidaten zur Kommunalwahl 1997 nach der weiteren Verwertung des Gebäudes und baten den vergammelten Zustand von Gebäude und umliegendem Gelände schnellstmöglich zu beseitigen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Meinungstreff: Gießen im Jubiläumsjahr'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 20.08.1997, Ausgabe Nr. 192, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;''Shobeiri sieht sich und Stadt in der Pflicht'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.02.1998, Ausgabe Nr. 36, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bild: Verwahrloste und vermüllte Rückseite des Hauses&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---&amp;gt;&lt;br /&gt;
==== Baugebot oder einvernehmliche Lösung? ====&lt;br /&gt;
Bereits im Dezember 1992 hatte die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat beauftragt, für das Samen-Hahn Gelände ein Baugebot entsprechend des im Vorjahr aufgestellten Bebauungsplanes zum Erlass vorzulegen und auch mit dem Eigentümer über einen möglichen Verkauf zu verhandeln (Ja: SPD, GR, Stv. Micheler; Nein: CDU, FDP). Die im Antrag vorgesehene Zustimmung zur Einleitung eines Enteignungsverfahrens wurde durch einen Initiativantrag der SPD-Fraktion gestrichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DSI920 aus 1992.pdf | ''Erlaß eines Baugebots für das &amp;quot;Samenhahn-Grundstück&amp;quot; am Reichensand/Einleitung eines Enteignungsverfahren'']], Antrag des fraktionsunabhängigen Stadtverordneten Ludwig Micheler vom 16.11.1992, Vorlage: DS I/0920&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowohl CDU als auch Grüne versprachen den Bürgern bei einer Befragung erneut dem Eigentümer Auflagen zur &amp;quot;wirtschaftlichen Nutzung&amp;quot; des Geländes zu machen, wobei die Grünen einen Bauplan mit Bau-und Erhaltungsgebot in Erwägung zogen.&amp;lt;ref&amp;gt;''AZ-Leser fragen Spitzenkandidaten zur Kommunalwahl (Teil 1)'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 27.02.1997, Ausgabe Nr. 49, Seite 28 &amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Baugebot von Seiten der Stadt hieße das Shobeiri die Sanierung zahlen müsste, während die Stadt sich dann um die Umsetzung kümmerte.&amp;lt;ref&amp;gt;''Gestern jede Menge kostenlose Parkplätze'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 03.05.1997, Ausgabe Nr. 102, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Februar 1998 äußerte sich Stadtplanungsdezernentin Hagemann einmal mehr zu den Vorgängen und Gesprächen zwischen Eigentümer Shobeiri und der Stadt. Sie war der Meinung dass der Eigentümer von sich aus zu einer Lösung kommen müsse, ohne dass ein durch die Stadt initiiertes Baugebot ihn dazu zwingt.&amp;lt;ref&amp;gt; Stadt und Besitzer reden über Samen-Hahn-Areal; Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.02.1998, Ausgabe Nr. 35, Seite 24 &amp;lt;/ref&amp;gt; Immer wieder kamen Bürger auf den &amp;quot;Schandfleck Reichensand/Bahnhofstraße&amp;quot; zu sprechen, so zum Beispiel ein Leser im Meinungstreff der Gießener Allgemeine Zeitung vom Februar 1998. Er bedauerte, ähnlich wie viele andere Gießener, dass das Gebäude nach dem Kauf durch Hernn Shobeiri nie einer sinnvollen Nutzung zugeführt wurde und gab sich auch verärgert über die Duldung des Zustandes von Seiten der Stadt.&amp;lt;ref&amp;gt; Substanz wird wissentlich dem Verfall Preis gegeben; Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.02.1998, Ausgabe Nr. 41, Seite 29 &amp;lt;/ref&amp;gt; Wenn es um &amp;quot;häßliche Baulücken und heruntergekommene Altbauten&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Sehen und Gesehenwerden müssen zählen&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 30.04.1998, Ausgabe Nr. 100, Seite 24&amp;lt;/ref&amp;gt; geht, war und ist das Samen-Hahn-Gelände immer ein Paradebeispiel. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im August 1997 veranlasste der damalige Bürgermeister Schüler kurz vor dem Regierungswechsel ein Instandsetzungsgebot gegen Eigentümer Shobeiri wegen Wohnraumzweckentfremdung. Die Auflagen Schülers gegen Shobeiri beinhalteten dass vier Wohnungen im Ober-und im Dachgeschoss saniert und damit nutzbar gemacht werden solten. Diese Investition sollte sich dann in einer Frist von zehn Jahren mit den Mieteinkünften rentieren. Nach einer Klage Shobeiris gegen dieses Vorhaben scheiterte Schülers Ansinnen im August 1999. Das Verwaltungsgericht stellte fest dass die Kosten für die Investition auch in zehn Jahren nicht wieder eingeholt hätten werden können. Shobeiri gab daraufhin auch bekannt dass sein &amp;quot;Gastronomie-Konzept&amp;quot; zwar &amp;quot;planungsrechtlich&amp;quot; möglich gewesen sei, aber keine geeigneten Mieter vorhanden gewesen wären und er &amp;quot;die guten Zeiten&amp;quot; zur Umsetzung eines Bauplanes &amp;quot;verpasst&amp;quot; habe.&amp;lt;ref&amp;gt;''Späte Niederlage von Schüler gegen Shobeiri'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.08.1999, Ausgabe Nr. 185, Seite 17&amp;lt;/ref&amp;gt; Prompt äußerte sich der ehemalige Bürgermeister Schüler dann in einem Leserbrief in der Gießener Allgemeine Zeitung zu dem Verfahren mit den Worten &amp;quot;Herr Shobeiri benutzt unseren Rechtsstaat nur zu seinem Vorteil. Das Gebot des Grundgesetzes 'Eigentum verpflichtet' lässt er nicht für sich gelten. (...) Leitragende sind die Gießener Bürgerinnen und Bürger, die tagtäglich die Schandflecken in der Bahnhofstraße und in der Südanlage ertragen müssen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;''Shobeiri nutzt Rechtsstaat nur zu seinem Vorteil'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.08.1999, Ausgabe Nr. 190, Seite 28&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
In einem Vortrag im Juli 2000 ging der Leiter des Stadtplanungsamtes, Dettling, dann auch auf das Grundstück Samen-Hahn ein, wobei er ein Baugebot als &amp;quot;stumpfes Schwert&amp;quot; bezeichnete, da in diesem Fall die Bebauung oder Sanierung zum Zeitpunkt der Diskussion für den Eigentümer &amp;quot;wirtschaftlich (nicht) vertretbar&amp;quot; gewesen sei.&amp;lt;ref&amp;gt;''Nordstadt: Planungsamtschef warnt vor Euphorie'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 06.07.2000, Ausgabe Nr. 154, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bürgergruppe Lokale Agenda 21 und AK Innenstadtentwicklung der SPD ====&lt;br /&gt;
Zwischenzeitig wurde die Akte Samen Hahn auch zum Thema in einer Bürgergruppe der [[Lokale Agenda 21|Lokalen Agenda 21]]&amp;lt;ref&amp;gt;''Mehr Flair, weniger Autos und ein City-Treff'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 01.11.1999, Ausgabe Nr. 254, Seite 7&amp;lt;/ref&amp;gt; und im, im Dezember 1999, neu gegründeten Arbeitskreis zur Innenstadtentwicklung der SPD-Stadtverordnetenfraktion, welche schnell eine Lösung für die Bebauung der Flächen zu finden gedachten.&amp;lt;ref&amp;gt;''SPD: Bellof Sprecher von AK Innenstadt'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 01.12.1999, Ausgabe Nr. 280, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; In einem Vortrag im Juli 2000 ging der Leiter des Stadtplaungsamtes, Dettling, dann auch auf das Grundstück Samen-Hahn ein, wobei er ein Baugebot als &amp;quot;stumpfes Schwert&amp;quot; bezeichnete, da in diesem Fall die Bebauung oder Sanierung zum Zeitpunkt der Diskussion für den Eigentümer &amp;quot;wirtschaftlich (nicht) vertretbar&amp;quot; gewesen sei.&amp;lt;ref&amp;gt;''Nordstadt: Planungsamtschef warnt vor Euphorie'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 06.07.2000, Ausgabe Nr. 154, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Entwicklung des Viertels und Parkplatznutzung ====&lt;br /&gt;
Nachdem die Parkplatznutzung am Reichensand im November 1995 als illegal gestoppt wurde, kam die CDU Gießen im Juli 2000 zu dem Schluss dass, vor allem zu Festen in der Innenstadt, die Parksituation für von auswärts anreisende Gäste kritisch sei. Daher wünschte sich der damalige CDU-Vorsitzende Möller &amp;quot;eine kurzfristige und zeitlich beschränkte Erweiterung des städtischen Parkraumangebotes&amp;quot; im Rahmen einer &amp;quot;Ausnahmeregelung&amp;quot;,&amp;lt;ref&amp;gt;''CDU fordert Konzept für den Marktplatz'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 01.08.2000, Ausgabe Nr. 176, Seite 18&amp;lt;/ref&amp;gt; wobei er seine Ausführungen auch auf das Samen-Hahn-Gelände bezog, wofür aber keine Nutzungsgenehmigung bestand.&amp;lt;ref&amp;gt;''Reichensand und Berliner Platz: Rechtliche Hürden für Parkplatzwünsche der CDU'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.07.2000, Ausgabe Nr. 164, Seite 17&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem forderte der CDU-Vorsitzende im Oktober 2000 ein &amp;quot;Entwicklungskonzept&amp;quot; für den Innenstadtbereich Schanzenstraße/Bahnhofstraße. Er kritisierte die Entwicklung des Viertels hin zu Leerständen von Geschäftshäusern und &amp;quot;Rückgang an Publikumsverkehr&amp;quot;, sodass eine &amp;quot;zunehmende Verschmutzung&amp;quot; und die &amp;quot;Gegenwart zweifelhafter Personenkreise&amp;quot; in diesem Bereich immer mehr zunehme. Er plante die Attraktivität des Viertels für den Einzelhandel, die Kunden und die Anwohner vor allem durch neue Straßenverkehrsregelungen und damit verstärkte Nutzung des Areals zu stärken.&amp;lt;ref&amp;gt; Entwicklungskonzept für Bahnhofstraße gefordert; Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.10.2000, Ausgabe Nr. 253, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung entschied dann auch dafür die Durchfahrtsperre in der Bahnhofstraße aufzuheben und das Viertel somit wieder zu beleben. Außerdem hatte diese sich für eine Ausnahmeregelung bei Gelegenheiten wie größeren Festen, die Parkflächen betreffend, ausgesprochen.&amp;lt;ref&amp;gt; Bahnhofstraße:Koalition will freie Fahrt für Pkw; Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.08.2001, Ausgabe Nr. 179, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kunstprojekte und Bebaungsplanung durch Schüler der LLS ====&lt;br /&gt;
Es beschäftigten sich nun sogar Schüler der zehnten Klassen der Landgraf-Ludiwig-Schule im Erdkundeunterricht mit der Bebauung des Areals. Innerhalb von vier Monaten zwischen Februar und Mai 2001 tüftelten diese an einem Plan für die Sanierung des Doppelhauses mit Eigentumswohnungen und Mietwohnungen sowie die Ansiedlung eines Geschäfts im Erdgeschoss. Daneben planten sie einen &amp;quot;dreistöckigen Gebäudekomplex&amp;quot; mit Tiefgarage, welcher unter anderem ein Burger King beherbergen sollte für den kleinen Hunger nach dem Kinobesuch.&amp;lt;ref&amp;gt;''Tunnel ab E-Klo und Burger King bei Samen-Hahn'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 25.05.2001, Ausgabe Nr. 120, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; Sogar ein Kunstprojekt beschäftigte sich mit dem verfallenen ehemaligen Samen-Hahn Doppelhaus. Im Rahmen der Landeskunstausstellung &amp;quot;Hessiale&amp;quot; wurde im April 2002 die &amp;quot;bröckelnde Fassade&amp;quot; der Rückseite des Hauses von Roswitha Berger-Gentsch in ihrem Projekt mit dem Thema &amp;quot;'Wunden sprechen'&amp;quot; mit dem Wort &amp;quot;liebe&amp;quot; in Leuchtfarbe verziert.&amp;lt;ref&amp;gt;''Leibchen an Platanen und Besen an der Bahnüberführung'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 30.04.2002, Ausgabe Nr. 100, Seite 27&amp;lt;/ref&amp;gt; Beim &amp;quot;Kunstspektakulum 'Fluss mit Flair'&amp;quot; 2010 veränderte der Künstler Carsten Hirth in einer Fotografie von der Rückansicht des Samen-Hahn-Hauses das Wort &amp;quot;liebe&amp;quot; in &amp;quot;Gier&amp;quot; und gab diesem damit eine ganz neue Aussage.&amp;lt;ref&amp;gt;''Tausende Menschen flanierten an der Wieseck'' Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.06.2010, Ausgabe Nr. 140, Seite 5&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Immer wieder wurden auch Bauvoranfragen des Grundstückseigentümers zwar positiv beschieden, jedoch wurde kein Bauantrag gestellt, sodass die Geltungsdauer dieser Voranfragen ungenutzt ablief. Auch seien in Beratungsgesprächen Möglichkeiten einer Bebauung dargestellt worden und Abweichungen, die gefordert wurden, auch in Aussicht gestellt, ohne das etwas durch den Eigentümer verwirklicht worden wäre. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Neue Eigentümerpläne für eine Markthalle ====&lt;br /&gt;
Aus diesen Bauvoranfragen heraus beantragten die Eigentümer, die Shobeiri und Würtele GbR, am 30. Januar 2003 einen vorhabenbezogenen Bebauuungsplan, der vorsah, auf das Gebäude an der Ecke Bahnhofsstraße/Reichensand das Gelände ein völlig neues Gebäude gebaut werden sollte, in das das Eckgebäude integriert werden sollte. Dabei war geplant dass das denkmalgeschützte Gebäude ein Cafe, eine Kindertagesstätte und Lager-/Büroräume beherbergen sollte, während zum Reichensand das Parkhaus Karstadt/Westanlage um ca. 130 Stellplätze erweitert werden sollte bzw. im Erdgeschoss 1250m² Raum für eine Markthalle geboten worden wären.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS694&amp;quot;&amp;gt; [[Medium:DS694 aus 2003.pdf|Bebauungsplan Nr. Gi 1/09 &amp;quot;Reichensand&amp;quot;, 1. Änderung; hier: Beschluss über die Aufstellung eines vorhabenbezogenene Bebauungsplanes'']], Antrag des Magistrats vom 17.02.2003, Vorlage: 694/03&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf diese Pläne basierend wäre der Teil des Doppelhauses mit der Adresse Bahnhofstraße 35 abgerissen worden um dort Platz für Markthalle und Parkhaus zu machen. Der kulturhistorisch wertvolle Eckteil des Gebäudes an Reichensand/Bahnhofstraße wäre so erhalten geblieben und in den Neubau integriert worden. Auch die &amp;quot;&amp;quot;Rekonstruktion des historischen Untergeschosses&amp;quot; von Reichensand 2 war Teil des Plans unter Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde.&amp;lt;ref&amp;gt;''Samen-Hahn-Haus müsste teilweise Parkhaus weichen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.01.2003, Ausgabe Nr. 14, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im November 2002 wurde nach der Begehung des Gebäudes eine vollständige Sanierung als unwirtschaftlich eingestuft,&amp;lt;ref&amp;gt;''Aus dem Parlament'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.02.2003, Ausgabe Nr. 33, Seite 31&amp;lt;/ref&amp;gt; sodass die Landesdenkmalpflege im Bezug auf einen möglichen Teilabriss ihre Zustimmung äußerte. Für die Umsetzung dieser Pläne war jedoch zunächste eine Veränderung des Bebauungsplans notwendig.&amp;lt;ref&amp;gt;''Landesdenkmalpflege: Keine Bedenken gegen Teilabriss'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.01.2003, Ausgabe Nr. 18, Seite 24&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Antrag änderte die Stadtverordnetenversammlung einstimmig dahingehend, dass dem Bebauungsplan mit der Maßgabe stattgegeben werde, dass für den wegfallenden Wohnraum im ehemaligen Samen-Hahn Gebäude Ersatzwohnraum in gleicher Größe geschaffen wird. Der so geänderte Antrag wurde von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen (JA: CDU/SPD/GR/FWG/FDP/BLG; Nein: PDS),&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS694&amp;quot;/&amp;gt; jedoch scheiterte das Projekt am Ende trotz bestehender Baugenehmigung, da die Eigentümer das Projekt nicht weiterführten. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Skizze des Bebauungsplans von Januar 2003 - Vorderseite&amp;lt;ref&amp;gt;''Samen-Hahn-Haus müsste teilweise Parkhaus weichen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.01.2003, Ausgabe Nr. 14, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Annahme des Markthallenkonzepts vor Wochenmarktbeschickern ====&lt;br /&gt;
Im September 2003 führte die Gießener Allgemeine Zeitung eine Umfrage unter Wochenmarktbeschickern durch, um ein generelles Meinungsbild zur geplanten Markthalle auf dem ehemaligen Samen-Hahn-Gelände zu erlangen. Auch die Eigentümergemeinschaft hatte ein solches Meinungsbild in Form eines &amp;quot;Marktfrühschoppen(s)&amp;quot; für die Beschicker des Wochenmarktes geplant. So äußerten sich die Befraten in der GAZ-Umfrage zu der mit 1600 Quadratmetern möglicherweise zu gering bemessenen Größe der Markthalle sowie zu den Mietpreisen, welche jedoch noch nicht in die Planungen der Eigentümer miteinbezogen wurden. Auch die geplanten Öffnungszeiten wurden eher kritisch beäugt; diese wurden mit täglicher Öffnung von 8 bis 20 Uhr beziffert und zusätzlichen abendlichen Kulturveranstaltungen. Nicht zuletzt sahen einige der Befragten ein Konkurrenzdenken der Eigentümer gegenüber dem traditionellen Gießener Wochenmarkt, welches diese jedoch bestritten. Ihnen sei es ein Anliegen vor allem Erzeuger regionaler Produkte in die Markthalle zu locken; eine Liste von 50-100 Interessenten lag auch bereits vor.&amp;lt;ref&amp;gt;''Markthalle Reichensand: Zustimmung und Skepsis'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.09.2003, Ausgabe Nr. 217, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; 20 Interessenten fanden sich dann zum Marktfrühschoppen im &amp;quot;Alt Gießen&amp;quot; ein, wo ihnen verkündet wurde das bereits Anfang des Jahres 2004 eine Bebauung des Geländes starten sollte. Je nach Standgröße waren 40 bis 70 Plätze geplant. Auch über eine Gepäckaufbewahrung und 150 Parkplätze über der Markthalle wurde nachgedacht. Die Interessenten machten sich vor allem Sorgen über die tatsächliche Frequentierung und Nachfrage durch Kunden des täglich 12 Stunden geöfneten Marktes, äußerten sich sonst jedoch durchaus positiv zum Gesamtkonzept der Kleinmarkthalle.&amp;lt;ref&amp;gt;''Markthalle: &amp;quot;Das Konzept ist hervorragend&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.09.2003, Ausgabe Nr. 220, Seite 7&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Stillstand und städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen ====&lt;br /&gt;
Im März 2004 jedoch gab es noch keine entsprechenden Bauvoranfragen oder einen Bauantrag von Seiten der Eigentümergemeinschaft für das Samen-Hahn-Gelände.&amp;lt;ref&amp;gt;''Noch ist Gießen eine Stadt der Brachflächen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.03.2004, Ausgabe Nr. 71, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Verantwortlich für die Projektentwicklung waren Michael Rosenberg der Carpe Diem GmbH sowie der Architekt Holger Datz aus Langgöns.&amp;lt;ref&amp;gt;''80-Betten-Hotel an der Westanlage geplant'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.06.2004, Ausgabe Nr. 134, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Gießener Verwaltung fehlte es vor allem auch an weiteren Vorgaben der Eigentümer, um eine Änderung des Bauantrages auf den Weg bringen zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;''Der städtebauliche Befreiungsschlag blieb aus'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.04.2005, Ausgabe Nr. 92, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang August 2005 ging die S&amp;amp;W Theaterpark GmbH mit Gesellschafterin Sylvia Würtele Pleite. Diese war Teil der Eigentümergemeinschaft und verantwortlich für die Planungen zur Bebauung der Südanlage 10.&amp;lt;ref&amp;gt;''Auch bürgerliche Koalition vorerst an &amp;quot;Schandflecken&amp;quot; gescheitert'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 05.08.2005, Ausgabe Nr. 180, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt; Für dieses Gelände plante die Stadt Anfang 2007 &amp;quot;einen Bebauungsplan mit der 'Zielrichtung einer besonderen städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme'&amp;quot; zu erarbeiten, mit welchem die Eigentümer im Verfahren entscheiden müssten ob es ihnen möglich ist die Bebauung voranzutreiben oder zu verkaufen. Bei der Entscheidung zum Verkauf bekäme die Stadt ein Vorkaufsrecht und würde den Verkehrswert des Geländes an den Eigentümer entrichten.&amp;lt;ref&amp;gt;''Südanlage 10: Koalition setzt Eigentümer unter Druck'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.01.2007, Ausgabe Nr. 11, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Anders als im Fall von der Südanlage 10 war dies beim Samen-Hahn-Gelände nicht möglich, da das Gebäude unter Denkmalschutz stand und es sich sehr viel schwieriger gestaltet hätte dafür einen neuen Investor zu finden, sodass die Stadt nicht &amp;quot;auf den Immobilien sitzen&amp;quot; bliebe. Das Gelände der Südanlage 10 hat die Eigentümergemeinschaft dann auch an die Stadt veräußert. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bürgerstimmen und städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen ====&lt;br /&gt;
Zum 25. 'Geburtstag' des Sorgenkinds Samen-Hahn Anfang Juli 2006 errichtete der SPD-Ortsverein Mitte einen Informationsstand und sammelte Unterschriften der Bürger gegen den &amp;quot;Schandfleck&amp;quot;. Eine Initiative im Parlament sei jedoch nicht geplant gewesen.&amp;lt;ref&amp;gt;''SPD sammelte Unterschriften gegen &amp;quot;Schandfleck&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.07.2006, Ausgabe Nr. 152, Seite 24&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei einer Anliegerversammlung zum Sanierungsgebiet Schanzenstraße/Bahnhofstraße kam durch Rufe aus dem Publikum immer wieder das Thema Samen-Hahn zur Sprache bis der anwesende Habibollah Shobeiri der Eigentümerfamilie sich schließlich auch äußerte und sagte das &amp;quot;das Grundstück im Reichensand 'seit 27 Jahren abgeschrieben'&amp;quot; sei und er es der Stadt für einen Euro anbiete. Baudezernent Rausch nahm dieses Angebot jedoch nicht für bahre Münze.&amp;lt;ref&amp;gt;''Shobeiri will nicht länger &amp;quot;Prügelknabe&amp;quot; sein'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.02.2008, Ausgabe Nr. 44, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sogar ein Wohnungsloser hatte sich auf dem verwahrlosten Gelände im Oktober 2008 schon einmal häuslich eingerichtet.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Aufsuchende&amp;quot; Betreuung lässt auf sich warten'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.10.2008, Ausgabe Nr. 243, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bild?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine GAZ-Leserin schlug vor Herrn Shobeiri doch zum Bau des geplanten Gießener Großkinos auf dem Samen-Hahn-Gelände zu bewegen, welches wegen seiner Innenstadtlage &amp;quot;ideal&amp;quot; (gewesen) wäre.&amp;lt;ref&amp;gt;''Einen anderen Platz für das Großkino suchen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.10.2008, Ausgabe Nr. 249, Seite 33&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
2010 äußerte sich auch die CDU mit der Bitte an die Eigentümerfamilie doch ihre Ideen und Planungen an die Stadt weiter zu geben, damit mit dem Grundstück etwas passieren kann. Der Stadtverbandsvorsitzende Möller war der Meinung dass es &amp;quot;keine Schande&amp;quot; sei, wenn die nötigen finanziellen Mittel für die Sanierung von Seiten der Eigentümer nicht aufgebracht werden könnten, jedoch sei es definitiv &amp;quot;eine Schande&amp;quot; den &amp;quot;Verfall historischer Gebäude, von denen die Stadt ohnehin wenige hat&amp;quot; so ohne weiteres hinzunehmen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-CDU-nimmt-Eigentuemer-von-Samen-Hahn-in-die-Pflicht-_arid,170352_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''CDU nimmt Eigentümer in die Pflicht''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.03.2010 ([https://web.archive.org/web/20140818220743/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-CDU-nimmt-Eigentuemer-von-Samen-Hahn-in-die-Pflicht-_arid,170352_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge der immer wieder scheiternden Gespräche zwischen Stadt und Eigentümer, wie das Samen-Hahn Gelände weiter genutzt werden könne, beschloss die Stadtverordnetenversammlung am 24. März 2011, dem Magistrat umgehend mit der Einleitung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme für den Bereich Samen-Hahn beginnen zu lassen und zudem sämtliche rechtliche zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bis zur letzten Instanz zu nutzen, die zur Umsetzung erforderlich seien (Ja: CDU/GR/FDP/FW/BLG; StE: SPD/LINKE)&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/3554/2011&amp;quot;&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12005 Entwicklungsmaßnahmen &amp;quot;Schandfleck Samen-Hahn&amp;quot;], Antrag der Fraktionen CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP vom 04.02.2011, STV/3554/2011&amp;lt;/ref&amp;gt;, jedoch ist ein Berichtsantrag auf dem März 2012, der nach den seitdem ergriffenen Maßnahmen fragt, bis heute vom Magistrat unbeantwortet geblieben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12859 ''Berichtsantrag betreffend Entwicklungsmaßnahme „Schandfleck Samen Hahn“''], Antrag der CDU-Fraktion vom 25.02.2012, Vorlage: STV/0746/2012&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Abriss des Eckgebäudes ====&lt;br /&gt;
[[Datei:SamenHahn2011.jpg|thumb|right|350px|Rückseite des Eckgebäudes an der Bahnhofstraße/Reichensand, Stand 2011]]&lt;br /&gt;
Im April 2012 beantragte der Eigentümer aufgrund eines Gutachtens, das das Samen-Hahn Gebäude an der Ecke Reichensand/Bahnhofstraße für akut einstürzgefährdet einstuft, den Abbruch dieses Gebäudes. Dieser, der gemeinsam mit dem Gutachten bei der städtischen Bauverwaltung eingereicht wurde, führte umgehend zu Straßensperrungen am Kreuzungsbereich Bahnhofstraße/Reichensand/Schanzenstraße sowohl für den Fahr- als auch für den Fußverkehr. Infolge dessen wurde von der Stadt eine Überprüfung der Statik beauftragt und ein Gutachten über die Frage der Sicherung und des Erhaltes der Fassaden des denkmalgeschützten Gebäudes in Auftrag gegeben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessen.de/index.phtml?call=detail&amp;amp;css=&amp;amp;La=1&amp;amp;FID=684.8808.1&amp;amp;&amp;amp;sNavID=1894.1&amp;amp;ffmod=pres&amp;amp;ffsm=1 ''Samen-Hahn Gebäude einsturzgefährdet - Straßensperrung''], Pressemitteilung der Stadt Gießen vom 12.04.2012 ([https://web.archive.org/web/20140805152737/http://www.giessen.de/index.phtml?call=detail&amp;amp;css=&amp;amp;La=1&amp;amp;FID=684.8808.1&amp;amp;&amp;amp;sNavID=1894.1&amp;amp;ffmod=pres&amp;amp;ffsm=1 Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der Stadtverordnetenversammlung vom 24.05.2012 forderten die Abgeordneten den Magistrat auf, keine Genehmigung für den Abiss der historischen Fassade des Gebäudes &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; zu erteilen, bis der zuständige Fachausschuss in einer kurzfristigen Sondersitzung informiert worden ist (Ja: SPD, CDU, FR, FW, LINKE, FDP; StE: PIR, LB/BLG),&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12980 ''Reichensand/Bahnhofstraße (ehem. Samen-Hahn)''], Antrag der Fraktionen SPD und Bündnis 90/Die Grünen vom 27.04.2012, Vorlage: STV/0856/2012&amp;lt;/ref&amp;gt; zudem wird der Beschluss von 24.03.2011&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/3554/2011&amp;quot;/&amp;gt; bekräftigt, mit der Einleitung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme zu beginnen (Ja: SPD, CDU, GR, FW, LINKE, FPD, LB/BLG; StE: PIR) und den Magistrat zu beauftragen, sämtliche rechtlich zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bis zur letzten Instanz zu nutzen, die zur Umsetzung der Maßnahme erforderlich sind (Ja: SPD, CDU, GR, LINKE, FDP, LB/BLG; Nein: FW; StE: PIR).&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;/&amp;gt; Zudem wurde der Magistrat aufgefordert, die haushaltsrechlichen Möglichkeiten für einen Erwerb des Gebäudes zu schaffen (Ja: SPD, CDU, GR, LINKE, FDP; Nein: FW, LB/BLG; StE: PIR).&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Einreichung eines Gutachtens über die Gefährdung des Einsturzes des Samen-Hahn Doppelhauses, entschied die Stadt das Haus im Juni 2012 nach 114 Jahren einschließlich 30 Jahren Leerstand abzureißen. Dazu gab es dann ganz unterschiedliche Standpunkte aus der Bevölkerung. Während die einen den Abriss bedauerten, äußerten die anderen sich erleichtert darüber dass sich nun endlich etwas bewegte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gaz-2012-06-23&amp;quot; /&amp;gt; Ein Abbruchspezialist äußerte sich dazu mit den Worten &amp;quot;Selten habe man eine derart 'faule Bude' abgerissen&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Abriss-Ab-Donnerstag-sollen-Strassen-wieder-frei-sein-_arid,350637_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''Samen-Hahn-Abriss: Ab Donnerstag sollen Straßen wieder frei sein''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 26.06.2012 ([https://web.archive.org/web/20120630031004/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Abriss-Ab-Donnerstag-sollen-Strassen-wieder-frei-sein-_arid,350637_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der folgenden Sitzung am 27. Juni 2012 beschloss die Stadtverordnetenversammlung infolge der Entscheidung,das Eckhaus abzureißen einstimmig die Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes &amp;quot;GI 01/36 Reichensand/Bahnhofstraße&amp;quot;, der den gesamten Block zwischen Reichensand, Bahnhofstaße und Westanlage umfasst und setzten als Sanierungsziel fest, dass ein Neubau an der Straßenecke Bahnhofstraße/Reichensand sich in Kubtur, Gestalt und Materialität am Vorgängerbau &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; orientieren muss. Davon sind sowohl Teile des Bebauungsplanes Nr. 56 &amp;quot;Stadtmitte II&amp;quot;, als auch, mit Ausnahme der Vehrkehrsflächen, der gesamte Bebauungsplan G 1/09 betroffen, die durch diesen neuen ersetzt werden sollen. Gleichzeitig gehört das Gebiet zum [[Sanierungsgebiet „Schanzenstraße/Mühlstraße“]], bei dem ein wesentliches Ziel darin besteht, die Blockrandbebauung in der Bahnhofstraße zu erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=13049 ''Aufstellung eines Bebauungsplanes GI 01/36 &amp;quot;Reichensand/Bahnhofstraße&amp;quot;; hier: Einleitungsbeschluss, Bekanntmachung''], Antrag des Magistrats vom 29.05.2012, Vorlage: STV/0920/2012&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser befindet sich weiterhin in Planung. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Umfrage der GAZ nach den Wünschen der Leser für das Jahr 2013 wird deutlich das die anderen Gebäude im Besitz der Eigentümerfamilie Shobeiri, wie beispielsweise die Alte Post nicht das gleiche Schicksal ereilen soll wie dem Samen-Hahn-Gebäude. Außerdem wünschten sich viele Bürger das das freie Gelände doch einer &amp;quot;attraktiven Nachfolgenutzung (...)&amp;quot; zugeführt werden solle.&amp;lt;ref&amp;gt;''Auch Scheich soll Gartenschau-Fan werden'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.01.2013, Ausgabe Nr. 6, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Stadt ließ durch das Frankfurter Büro Meurer mit Architekten, Stadtplanern und Ingenieuren eine Studie ausstellen, welche mögliche Neubauplanungen für die Brachfläche darlegen soll. Diese wurden dann im März 2013 in einem Bürgergespräch im Rathaus vorgestellt und diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Bürgergespräch&amp;quot; zum Samen-Hahn-Areal'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 16.03.2013, Ausgabe Nr. 64, Seite 31&amp;lt;/ref&amp;gt; Professor Dr. Meurer stellte vier unterschiedliche Bebauungsstudien vor, von einem Nachbau des Originals über die Nachahmung der Fassade, einer Kombination aus alter Struktur und neuen modernen Materialien bis zu einem modernen Neubau ohne historische Elemente. Die dritte und vierte Variante besäßen fünf Geschosse, während die erste und zweite wie das abgerissene Samen-Hahn-Gebäude nur vier erreichen würde. Die Stadtverordnetenversammlung beauftragte jedoch &amp;quot;bei einem Neubau die Kubatur des Originals zu erhalten&amp;quot;. Eine originalgetreue Nachbildung des Gebäudes würde jedoch kaum möglich sein, da dafür nicht ausreichend Dokumente der Gründerzeit vorlägen. Aus diesem Grund wurde die zweite Variante in Betracht gezogen, da mit der Fassadenkonstruktion weniger Probleme anfielen. Diese Planungen beschäftigen sich nur mit dem Neubau des abgerissenen Hauses; es sind jedoch drei weitere Häuser auf der restlichen Freifläche geplant. Hauptsächlich würden die Gebäude dann für Wohnungen genutzt, außerdem eventuell Büro- und Geschäftsräume im Erdgeschoss. Für die PKWs ist eine Tiefgarage angedacht. Professor Meurer versprach eine Bebauung bis 2017. Die anwesenden Bürger äußerten sich gemischt zu den vorgestellten Bebauungsplänen; keine der Varianten wurde abgelehnt. Auch der Grundstückseigentümer Karim Shobeiri interessierte sich für die Planungen und gab an &amp;quot;eine Neubebauung 'so schnell wie möglich umzusetzen'&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Bebauung-bis-2017-_arid,409025_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''Samen-Hahn_bebauung bis 2017?''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.03.2013 ([https://web.archive.org/web/20130323071239/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Bebauung-bis-2017-_arid,409025_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In mehreren Leserbriefen sprachen sich Bürger für Variante 1 oder eventuell Variante 2 aus, um den Stil des abgerissenen historischen Gebäudes in einem Neubau wieder aufleben zu lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Für Plan Nummer 1'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 10.04.2013, Ausgabe Nr. 83, Seite 27&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;''Magistrat muss sich durchsetzen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 03.04.2013, Ausgabe Nr. 77, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Sitzung des Denkmalbeirats der Stadt Gießen im Dezember 2013 wurde auch besprochen dass von Seiten der Eigentümer ein Lebensmittelmarkt un dein Wohnkonzept für die Neubebauung gewünscht ist, dies jedoch mit den Plänen des Architektenteams für einen offenen Bau nicht zu vereinbaren ist.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---[Datei: Protokoll vom 19.12.2013.pdf]---&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der Stadtverordnetenversammlung im Februar 2014 wurde jedoch geäußert dass die Bebauungspläne von Seiten des Architekten Meurer weiter entwickelt werden könnten um den Wünschen der Eigentümer gerecht zu werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=14235 ''Berichtsantrag zum Grundstück des abgerissenen Samen-Hahn-Gebäudes''], Antrag der CDU-Fraktion vom 12.12.2013, Vorlage: STV/1972/2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Stattdessen wird dieser vorraussichtlich nach der Sommerpause 2014 der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Counter}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Shobeiri]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan GI 01/36]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan GI 01/09]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan G57a]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CUcke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.giessen.wiki/index.php?title=Samen-Hahn-Gel%C3%A4nde&amp;diff=975</id>
		<title>Samen-Hahn-Gelände</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.giessen.wiki/index.php?title=Samen-Hahn-Gel%C3%A4nde&amp;diff=975"/>
		<updated>2014-09-24T12:16:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CUcke: Passagen gekürzt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Sahmen-Hahn.jpg|thumb|right|400px|Das Samen-Hahn Gebäude vor dem Abriss (2012)]]&lt;br /&gt;
Das ehemalige Samen-Hahn-Gebäude an der Bahnhofsstraße 35/Reichensand 2 war ein seit über 30 Jahren leer stehendes und zu diesem Zeitpunkt bereits einsturzgefährdetes ehemals denkmalgeschütztes Gebäude, das am 22.Juni 2012 abgerissen wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gaz-2012-06-23&amp;quot;&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Hessen/Artikel,-Samen-Hahn-Nach-114-Jahren-kommt-der-Abrissbagger-_arid,350354_regid,1_puid,1_pageid,11.html ''Nach 114 Jahren kommt der Abrissbagger''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.06.2012 ([https://web.archive.org/web/20140818222456/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Hessen/Artikel,-Samen-Hahn-Nach-114-Jahren-kommt-der-Abrissbagger-_arid,350354_regid,1_puid,1_pageid,11.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 1898 im spätgründerzeitlichen Stil errichtete Gebäude, das zwischenzeitlich auch als Weinstube und Möbelhaus genutzt wurde, bestand aus klar gliedernden Formelementen wie z.B. in Sandstein ausgeführten Fenstergewänden und -bögen und Mansarddach. Zudem besaß das Gebäude eine qualitätvolle Verarbeitung des zweifarbigen Klinkermaterials, weswegen der Bau eine Einstufung als Kulturdenkmal aus künstlerischen Gründen einforderte. Darüber hinaus ist das Haus städtebaulich besonders wichtig, da ein optischer Bezug zu weiteren dortigen Gebäuden besteht.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?obj=60382&amp;amp;event=Query.Details Samen-Hahn Gebäude auf denkmalpflege-hessen.de] ([https://web.archive.org/web/20140804152556/http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?obj=60382&amp;amp;event=Query.Details Archivierte Version]) &amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem ist das Gebäude Teil der denkmalgeschützten Gesamtanlage &amp;quot;Gesamtanlage I&amp;quot;, die Bahnhofstraße und Westanlage umfasst.&lt;br /&gt;
== Samen-Hahn im Besitz von Shobeiri ==&lt;br /&gt;
==== Grundstücksverkauf und Gebäudeabriss auf ehemaligem Samen-Hahn-Gelände ====&lt;br /&gt;
Am 1. Juli 1981 ging das gesamte Samen-Hahn-Gelände für zwei Millionen DM an die Shobeiri GmbH und Co. KG. Nur einen Tag später wurde bereits ein Biedermeierhaus von 1830 auf dem Gelände abgerissen. Es war eines der ĺetzten Gebäude dieser Art in Gießen. Unter Berufung auf die Aussagen des Bezirksdenkmalpflegers, dass das Biedermeierhaus jedoch mit seiner Lage als Hinterhofhaus nicht in das moderne Stadtbild integriert und daher auch nicht als denkmalschutzwürdig eingestuft werden konnte,&amp;lt;ref name=&amp;quot;81/7/11&amp;quot;&amp;gt;''Beyer: &amp;quot;Es lagen Erkenntnisse auf mögliche Besetzung vor&amp;quot; Walldorf: &amp;quot;Wir brauchen Zusage für Wohnraum-Schaffung&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 07.11.1981, Ausgabe Nr. 157, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; entschied sich der damalige Bürgermeister für den Abriss.Tatsächlich lag die Entscheidung des Denkmalpflegers zum Zeitpunkt des Abrisses noch nicht vor und der Abriss wurde somit ohne dessen Zustimmung durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Den Denkmalpfleger trifft keine Schuld&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.02.1982, Ausgabe Nr. 46, Seite 14&amp;lt;/ref&amp;gt;Auch gab es widersprüchliche Aussagen von Seiten der Polizeibehörde was die Gefahr der Besetzung der Gebäude betraf.&amp;lt;ref&amp;gt;''Abriß Samen-Hahn nun auch Landtagsthema'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.10.1981, Ausgabe Nr. 246, Seite 11&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzig das oben beschriebene Eckhaus Reichensand 2/Bahnhofstraße 35 sollte erhalten bleiben. Geplant war damals ein neues 18-Millionen-DM teures Gebäude mit einer Kombination aus Wohnungen und Geschäftsräumen zur Stärkung von Arbeitsmarkt und Wirtschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;''Die Bagger griffen nach Bausubstanz von 1830 und 1880: Kulturdenkmäler machen für 18-Millionen-Projekt Platz'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 03.07.1981, Ausgabe 150, Seite 13&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Abriss zog ein breites Echo in der Öffentlichkeit mit sich, unter anderem einen &amp;quot;Schweigemarsch&amp;quot; mit 250 Demonstranten&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Schweigemarsch&amp;quot; bei den Trümmern in der Bahnhofstraße'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.07.1981, Ausgabe Nr. 154, Seite 11&amp;lt;/ref&amp;gt; und Beschwerden seitens des Mietervereins zur Zerstörung von bei Wohnungsknappheit nutzbaren Anwesen, zum Beispiel als Studentenwohnungen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;Magistrat stelte Politik der Zerstörung einmal mehr unter Beweis&amp;quot;, Gießener Allgemeine Zeitung vom 10.07.1981, Ausgabe Nr. 156, Seite 10&amp;lt;/ref&amp;gt;Auch das Eckhaus Reichensand 2 / Bahnhofsstraße 35 wurde erst am 21. Juli 1981 vollständig in die Denkmalliste eingetragen, sodass auch dieses bis dahin vom Abriss gefährdet war.&amp;lt;ref&amp;gt;''Woher kommen die eindeutigen Widersprüche?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.08.1981, Ausgabe Nr. 193, Seite 28&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Erste Bauvorhaben für das Doppelhaus Ecke Reichensand/Bahnhofstraße ====&lt;br /&gt;
Nach dem Abriss der Gebäude auf dem Samen-Hahn-Gelände, mit Ausnahme des Eckhauses, wurde die Freifläche zunächst als Parkplatz genutzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;82/8/14/&amp;quot;&amp;gt;''Bauvoranfrage ist am Mittwoch im Bauausschuß: Stimmt RP der Bebauungsplan-Befreiung zu?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 14.08.1982, Ausgabe Nr. 186, Seite 27&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eigentümer stellten nun für das verbliebene Doppelhaus eine Bauvoranfrage für ein Wohn- und Geschäftsgebäude mit fünf Geschossen, welche vom Magistrat genehmigt wurde unter der Voraussetzung, dass bei einer geplanten &amp;quot;geschlossenen Bebauung anstelle der festgesetzten offenen Bebauung (...) ein Architektenwettbewerb stattfindet&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DSI395 aus 1982.pdf | ''Bauvoranfrage des Formea H.Shobeiri GmbH &amp;amp; Co KG, zum Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses in Gießen'']], Antrag des Magistrats vom 07.07.1982, Vorlage: DS I/395&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bild des ersten Entwurfs für eine Neugestaltung des Eckgebäudes von 1981 (gaz_1983-08-26_197_16.pdf)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Architektenbüro hatte bereits den Zuschlag als im April 1983 die Stadt bekannt gab das die Pläne Shobeiris nicht ganz ihren Vorstellungen entsprächen, da diese mit dem umliegenden Stadtbild nicht vereinbar wären, sodass keine Baugenehmigung ausgestellt werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;''Noch keine Genehmigung für &amp;quot;Shobeiri-Bau&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.04.1983, Ausgabe 80, Seite 18&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Juni 1983 gab es dann bereits die ersten Überlegungen den Erker des Eckgebäudes in einem Neubau &amp;quot;nachzuempfinden&amp;quot; und im Bereich des Daches eine Glaskuppel zu installieren&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;&amp;gt;''Auch das Vorderhaus wird verschwinden'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.06.1983, Ausgabe Nr. 127, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt;, wobei der Erhalt der Baussubstanz oder der Fassade als sehr kostspielig verworfen wurden, obwohl die Fassade auf Grund ihres Baustils schon &amp;quot;in der Gründerzeit als schützenswert eingestuft und ins vorläufige Denkmalbuch eingetragen&amp;quot; worden war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;/&amp;gt; Daher wurden auch auf diesen Beschluss wieder Stimmen laut, die Stadt möge doch &amp;quot;unter dem Druck von Seiten des Bauinteressenten&amp;quot; den Denkmalschutz nicht vernachlässigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;/&amp;gt; Die ständige Veränderung der Baupläne durch den Eigentümer führte dazu, dass die Stadt ihm eine Baugenehmigung immer wieder verwehren musste (Stand 26. August 1983).&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/8/26&amp;quot;&amp;gt;''Bleibt der Reichensand-Komplex ein Phantom?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 26.08.1983, Ausgabe Nr. 197, Seite 16&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies betrifft zum Beispiel den Bau von einer gewissen Anzahl von PKW-Stellplätzen, welche für den ursprünglichen Vorschlag Shobeiris für ein fünfstöckiges Wohn-und Geschäftsgebäude mit 149 Plätzen, davon 133 im Gebäudekomplex, veranschlagt wurde und so auch genehmigt hätte werden können. So war im Januar 1983 noch angedacht dass im Keller 88 Stellplätze für die künftigen Hausbewohner, 45 durch die Verlängerung des Karstadt-Parkhauses und die restlichen 16 mit einer Ablösesumme an die Stadt hinreichend geplant wären. Im August des selben Jahres führten die Überlegungen des Eigentümers aber schon dazu dass 100 der Parkplätze angemietet werden sollten, so zum Beispiel im Karstadt-Parkhaus und in der Tiefgarage Schanzenstraße. Die Stadt gab Shobeiri dafür ihr Einverständnis, der Regierungspräsident als Bauaufsicht willigte jedoch nicht ein, da die &amp;quot;Stellplatz-Satzung&amp;quot; mit diesem Vorschlag nicht erfüllt werden konnte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/8/26&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Neubewertung in Denkmalschutzfragen ====&lt;br /&gt;
Die bedauernde Einschätzung des Denkmalpflegers von 1983, das Doppelhaus sei stark sanierungsbedürftig und die Beseitigung der Mängel könnte dem Eigentümer, vor allem finanziell, nicht zugemutet werden, wurde 1985 neu überdacht. Infolgedessen schätzte die Untere Denkmalschutzbehörde das Gebäude wieder als schützenswert ein und aus diesem Grund wurde der Abbruchantrag Shobeiris im Dezember 1985 abgelehnt. Als Begründung für dieses Umdenken wurden &amp;quot;städtebauliche, geschichtliche und künstlerische Gründe&amp;quot; genannt.&amp;lt;ref&amp;gt; Streit geht weiter: Kulturdenkmal oder nicht? Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.07.1990, Ausgabe Nr. 175, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im März 1986 bekam Shobeiri für den Bebauungsplan wieder Einschränkungen auferlegt, welche von der vorherigen Regierung bereits aufgehoben worden waren. Darunter zählt die Anzahl der Geschossflächen, welche nun auf 2,0 anstatt 3,0 festgelegt wurde sowie die Miteinbeziehung des Hauses an der Ecke Bahnhofstraße.&amp;lt;ref&amp;gt; Schließung der Baulücke Reichensand in Sicht; Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.03.1986, Ausgabe Nr. 65, Seite 17&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bürgerbegehren gegen Verfall und Abriss des Doppelhauses ====&lt;br /&gt;
Die Bürgerinitiative Mühlstraße wendete sich im November 1986 in einem offenen Brief an den Bürgermeister Schüler, in welchem sie ihre Bedenken gegen den Verfall und Abriss des Gebäudes als &amp;quot;denkmalschutzwürdiges Ensemble&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;''Gegen Abrißerlaubnis für Eckbau Reichensand'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.11.1986, Ausgabe Nr. 277, Seite 29&amp;lt;/ref&amp;gt; äußerte und damit die Genehmigung der Stadt zur &amp;quot;Zweckentfremdung&amp;quot; des Komplexes &amp;quot;ohne zeitliche Begrenzung&amp;quot; von Seiten Shobeiris in Frage stellte. Im Juli 1987 wendet sich diese Bürgerinitiative erneut an die Presse und beschrieb den ihrer Ansicht nach &amp;quot;desolaten Zustand&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;&amp;gt;''Schleichender Verfall eines Gründerstilhauses'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.07.1987, Ausgabe Nr. 172, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt; des Gebäudes welcher bei einer Besichtigung der Innenräume durch die Mitglieder dieser Bürgerinitiative zu Tage kam. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Demnach drang durch zerstörte Fenster Feuchtigkeit ein, der Holzschwamm habe sich massiv ausgebreitet und mehrere Propangasflaschen stellten außerdem ein Explosionsrisiko dar. Nach Einschätzung der Bürgerinitiative seien &amp;quot;diese Schäden nicht durch bloßen Verfall des Hauses enstanden, sondern vorsätzlich herbeigeführt worden, um den Verfall des Gebäudes zu beschleunigen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;/&amp;gt; In Bezug auf diese Annahmen äußerten sie auch große Bedenken den Eigentümer betreffend, welcher ein &amp;quot;Spekulant&amp;quot; sei und versuche &amp;quot;das wenig aussichtsreiche Verfahren einer Abbruchgenehmigung zu umgehen und hinter dem Rücken der Öffentlichkeit mit einer gezielten Verwahrlosung des Gebäudes vollendete Tatsachen zu schaffen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;/&amp;gt; Der der Bürgerinitiative angehörende Rechtsanwalt Michael Roth sprach sich außerdem für den Widerruf der Genehmigung zur Zweckentfremdung aus. Zu den Gründen dafür nannte er die Auflagen unter welchen die Genehmigung überhaupt erst rechtmäßig sei; dazu zählt auch das er Wohnraum dem Verfall überlassen habe und nicht für entsprechenden Ersatz sorgte. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Fall ging es konkret um 500 qm Wohnraum. Denkmalpfleger Bachmann der Stadt Gießen entschied daraufhin die Äußerungen der Bürgerinitiative zunächst prüfen zu wollen, um das zu Beginn des Jahres 1987 in die Arbeitsliste für Kulturdenkmäler aufgenommene Eckhaus vor Witterungsschäden zu bewahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;/&amp;gt; Auch der Mieterverein Gießen kritisierte das Vorgehen der Stadt bezüglich dieser Zweckentfremdung, was auch die Nutzung der Freifläche als Parkplatz einschließt, und forderte diese auf die Genehmigung zu widerrufen und den Abrissantrag entgültig abzulehnen.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Fatale Folgen übereilter Baupolitik&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.12.1986, Ausgabe Nr. 287, Seite 24&amp;lt;/ref&amp;gt; Später stellte sich auch heraus das die Gruppe der Bürgerinitiative unbefugt in das Haus eingedrungen war, worauf sie vom Eigentümer angezeigt, die strafrechtliche Verfolgung jedoch eingestellt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt; ''Direkter Kontakt der Fraktionen mit Shobeiri'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.03.1988, Ausgabe Nr. 60, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bild des Eckhauses von außen und Fußboden eines Innenraums (Stand Juli 1987) (gaz_1987-07-29_172_15.pdf)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---&amp;gt;&lt;br /&gt;
==== Entscheidung der Stadt gegen den Abriss ====&lt;br /&gt;
Die Stadt gab auf den offenen Brief der Bürgerinitiative und die Kritik des Mietervereins bekannt das &amp;quot;aus rechtlichen Gründen&amp;quot; erst die entgültige Ablehnung des Antrages auf Abriss des Gebäudes von Seiten der Bauaufsicht zum Verbot der Wohnraumzweckentfremdung für das Eckgebäude führen kann. Die Befreiung von diesem Verbot wurde 1983 für das genannte Gebäude festgelegt. Baudezernent Dammann äußerte sich jedoch gegenteilig mit der Auffassung dass die Stadt die Möglichkeit habe ohne gravierende Folgen eine Wohnraumzweckentfremdung zu verbieten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/1/14&amp;quot;&amp;gt;''Magistrat fühlt sich von Shobeiri &amp;quot;veralbert&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 14.01.1987, Ausgabe Nr. 11, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Widerspruch Shobeiris auf die Ablehnung der Abrissgenehmigung von Seiten des Anhörungsausschusses ging mit der Vorlage dieses Begehrens nun im Januar 1987 an den Regierungspräsidenten. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadtverordnetenversammlung entschied zu diesem Zeitpunkt eine Abrissgenehmigung des Gebäudes weiterhin abzulehnen. Baudezernent Dammann hingegen plante das Gebäude, trotz eines gescheiterten Versuchs aus dem Jahre 1983, noch unter Denkmalschutz zu stellen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/1/14&amp;quot;/&amp;gt; Zu diesem Zweck waren im Januar 1987 auch weitere Auflagen geplant, welche die &amp;quot;Erhaltung der denkmalschutzwürdigen Häuser&amp;quot; sichern sollten und im Bauauschuss der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurden. Auch das widersprüchliche Verhalten Shobeiris bezüglich seiner Baupläne wurde hier kritisiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/1/14&amp;quot;/&amp;gt; SPD und Grüne stimmten für den Widerruf der 1983 erteilten Genehmigung zur Wohnraumzweckentfremdung, während die CDU sich dagegen entschied mit der Begründung das dies rechtlich nicht durchsetzbar sei.&amp;lt;ref&amp;gt;''Samen-Hahn: Nur die CDU folgt dem Bürgermeister'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 07.02.1987, Ausgabe Nr. 32, Seite 28&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch der Magistrat entschied zu diesem Zeitpunkt gegen den Widerruf der Genehmigung, da er keine rechtliche Grundlage für diesen Vorstoß sah. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im April 1987 wurde der Widerspruch Shobeiris gegen die Ablehnung des Abbruchantrags von 1985 abgewehrt, woraufhin er Klage beim Verwaltungsgericht einreichte. Er stützte seine Klage dabei auf die Auffassung eines Gutachters, welcher ihm bestätigte das der Erhalt des Gebäudes in diesem Zustand nicht zumutbar sei, obwohl die Fassade zur Bahnhofstraße grundsätzlich schützenswürdig sei &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im September 1987 stellte Shobeiri sogar eine neue Bauvoranfrage zur Planung eines nunmehr einstöckigen Gebäudes als &amp;quot;Gaststättendorf&amp;quot; mit zwei zusätzlichen Parkdecks,&amp;lt;ref name=&amp;quot;88/2/13&amp;quot;&amp;gt;''Das &amp;quot;Gaststättendorf&amp;quot; kann nicht entstehen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.02.1988, Ausgabe Nr. 37, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; reichte aber keinen neuen Bauantrag ein, welcher auch mit den Vorstellungen der Stadt hätte vereinbart werden können.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bebauungsplan mit Veränderungssperre ====&lt;br /&gt;
Die SPD-Mitte forderte daraufhin im Februar 1988 einen neuen Bebauungsplan mit Veränderungssperre, sodass der Klage Shorbeiris auf Abriss des Gebäudes nicht irgendwann stattgegeben hätte werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;88/2/13&amp;quot;/&amp;gt; Darauffolgend wurde sogleich die geforderte Veränderungssperre angewandt, welche mit den Stimmen von SPD, Grünen und FDP in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen worden war. Aufgrund &amp;quot;formalrechtlicher Bedenken&amp;quot; beteiligte sich die CDU nicht an dieser Abstimmung.&amp;lt;ref&amp;gt;''Das &amp;quot;Gaststättendorf&amp;quot; kann nicht entstehen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.02.1988, Ausgabe Nr. 37, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; So wurde auch Shobeiris Antrag von September 1987 abgelehnt mit der Begründung das die Gestaltungsvorgaben der Stadt damit nicht umgesetzt würden. Diese Gestaltungsvorgaben beinhalteten einen Bau, welcher zur Straße hin wenigstens dreigeschossig und zur Innenseite terassenförmig verlaufen sollte. Außerdem sah der Magistrat mit Zustimmung des Parlaments die Gewerbeflächen im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss vor, mit Ausnahme von Vergnügungsstätten, sowie zwei Parkdecks mit einer Anzahl von bis zu 120 PKW-Parkplätzen und ein Flachdach mit Dachbegrünung. Diese Vorgaben setzten jedoch voraus dass das Eckgebäude in einem Abstand von sechs Metern zum Neubau erhalten bliebe, was nicht im Sinne des Eigentümers beschlossen worden war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;88/2/13&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gebäudebegehung und Einstufung ====&lt;br /&gt;
[[Datei:EntwurfG1 09.jpeg|thumb|right|350px|Beiplan zum Bebauungsplanentwurf G1/09 von 1990]]&lt;br /&gt;
Im März 1988 entschieden die Fraktionen von CDU, SPD und FDP eine Begehung des Gebäudekomplexes zusammen mit Shobeiri um die Bauplanungen vor Ort erläutert zu bekommen. Die Grünenfraktion wurde von Shobeiri zu diesem Ortstermin nicht eingeladen, da dieser sich von deren Kritik angegriffen fühlte. So stellten die Anwesenden fest, dass bereits vom vorherigen Eigentümer Stahlträger zum Ersatz von tragenden Wänden eingebaut wurden und der Dachstuhl längst baufällig geworden war. Insbesondere die denkmalgeschützte Fassade und die Eckgestaltung erschien den Gutachtern dennoch erhaltenswert. Der Eigentümer plante jedoch den Abriss des kompletten Gebäudes und statt der Erhaltung die Fassade und den Erker mit dem Originalmaterial in derselben Gestaltung wieder aufzubauen. Die Möglichkeit das Gebäude auszukernen (Komplettabriss bis auf die Fassaden) bestand, wäre jedoch mit sehr großem Aufwand und der Gefahr des Zusammenbrechens der Außenwände verbunden gewesen.&amp;lt;ref&amp;gt; Direkter Kontakt der Fraktionen mit Shobeiri; Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.03.1988, Ausgabe Nr. 60, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraufhin beschloss die Stadt 1989 für das Samen-Hahn Gelände zwischen Bahnhofstraße und Reichensand einen neuen, eigenen neuer Bebauungsplan (G 1/09 &amp;quot;Reichensand&amp;quot;) aufzustellen. Dieser sah eine ein- bis zweigeschossige Tiefgarage unter dem Gebiet vor und erwägte, bei zusätzlich benötigten Stellplätzen die Obergeschosse des Gebäudes am Reichensand, das direkt am Parkhaus Westanlage anliegt, mit zu nutzen. Grund für die Aufstellung dieses Bebauungsplanes, der auch Teile des Bebauungsplan 56 &amp;quot;Stadtmitte II&amp;quot; berührt, war dass er grundlegende Richtwerte setzte für die Gebäude, die zuvor in den Bebauungsplänen nicht definiert wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;&amp;gt;[[Medium:DSI262 aus 1990.pdf | ''1. Aufhebung je eines Teilbereiches der rechtskräftigen Bebauungspläne Nr. 56 &amp;quot;Stadtmitte II&amp;quot; und Nr. 57a &amp;quot;Stadtmitte Ia&amp;quot;; hier: Verfahrenseinleitung und öffentliche Auslegung gem. §2, Abs. 1 und §3, Abs. 2 BauGB, 2. Aufstellung des Bebauungsplans Nr. G1/09 &amp;quot;Reichensand&amp;quot; mit integrierter Satzung gem. § 118 HBO; hier: Entwurfsbeschluß und öffentliche Auslegung gem. §3, Abs. 2 BauGB, 3. Aufstellung einer in den Bebauungsplan zu integrierenden Erhaltungssatzung gem. §172, Abs. 1, Satz 1, Ziff. 1 BauGB; hier: Verfahrenseinleitung und öffentliche Auslegung'']], Antrag des Magistrats vom 19.04.1990, Vorlage: DS I/262&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig gibt dieser vor, dass bei Sanierung des Samen-Hahn Gebäudes Dach und Außenwände gleich bleiben und die Außenfenster der Gebäude am Reichensand sich am Samen-Hahn Gebäude orientieren müssen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Laufe der Aufstellung des Bebauungsplanes kam es insbesondere durch die Industrie- und Handelskammer aus Bedenken gegen den Zweck des Denkmalschutzes und dem Eigentümer zu Protesten gegen den Erhalt des Eckgebäudes. Der Eigentümer schlug somit eine Entkernung bei Erhalt der äußeren Hülle vor. Hingegen kam man seinen Forderungen dem Einbau von Wohnungen insoweit nach, dass nur in den obersten Geschossen eine Wohnbebauung vorgeschrieben wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schützenswert oder nicht? ====&lt;br /&gt;
Die Industrie-und Handelskammer Gießen äußerte sich im Februar 1990 mit der Ansicht, dass &amp;quot;die Einstufung als Baudenkmal sachlich nicht gerechtfertigt&amp;quot; sei, da es &amp;quot;im Innern des baufälligen Hauses und an den rückwärtigen Fassaden keine einziges Stilelement aus der Spätgründerzeit&amp;quot; gäbe,&amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;&amp;gt;''Streit geht weiter: Kulturdenkmal oder nicht?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.07.1990, Ausgabe Nr. 175, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; wohingegen der städtische Denkmalpfleger Bachmann das Doppelhaus als &amp;quot;repräsentatives Einzelobjekt der Spätgründerzeit beurteilt hatte, welches unbedingt schützenswert sei. Er nannte dafür &amp;quot;das Mansardendach, die qualitätvolle Verarbeitung des zweifarbigen Klinkermaterials und die sehr gute Ecklösung durch einen vorgehängten Erker mit Balkon&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;/&amp;gt;. Bei diesen Überlegungen wurde jedoch nur &amp;quot;der ideelle Wert des Hauses&amp;quot; bedacht, während &amp;quot;die materielle Zumutbarkeit seiner Erhaltung&amp;quot; nicht miteinbezogen wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gestaltungsvorgaben, der sogenannte &amp;quot;Bebauungsplan Reichensand&amp;quot;, welcher mit der Veränderungssperre im Februar 1988 festgelegt wurde, ist dann im August 1990 als satzungsreif kategorisiert worden. Außerdem erhielt damit dieser Bebauungsplan auch eine Erhaltungssatzung, womit der Abriss des Gebäudes abgelehnt werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;'' Die &amp;quot;Lex Shobeiri&amp;quot; ist fertig'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.08.1990, Ausgabe Nr. 200, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies schmeckte dem Eigentümer folglich gar nicht; dieser wünschte sich das Gebäude komplett abreißen zu können um dessen Architektur nicht in einen Neubau einfließen lassen zu müssen. Erneut gab es daraufhin Proteste aus der Öffentlichkeit. Eine Gruppe von Mitgliedern der Jusos Gießen-Nord machte an dem Doppelhaus mit Plakaten auf die Wohnungsnot in Gießen aufmerksam. Sie kritisierte im Besonderen Shobeiris Vorgehen und forderte ihn dazu auf das Gebäude umgehend sanieren zu lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Mit Transparenten'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 10.12.1990, Ausgabe Nr. 286, Seite 7&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorübergehende Nutzung für Räumungsverkauf ====&lt;br /&gt;
Ab Ende März 1991 wurden tatsächlich Teile des Erdgeschosses des Doppelhauses wieder genutzt, wenn auch nur vorübergehend. Ein Teppichhaus entschied die Räume für einen Räumungsverkauf anzumieten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;91/4/04&amp;quot;&amp;gt;''Haus &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; wieder in Nutzung'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.04.1991, Ausgabe Nr. 78, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt; Anfang April bereits wurde dieses durch die IHK Gießen wegen &amp;quot;zahlreicher Rechtsverstöße&amp;quot; jedoch wieder geschlossen.&amp;lt;ref&amp;gt; ''Räumungsverkauf wurde beendet'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 09.04.1991, Ausgabe Nr. 82, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Angebot der Stadt Shobeiri das Reichensand-Gelände für 1026 DM pro Quadratmeter abzukaufen lehnte der als &amp;quot;lächerlich&amp;quot; ab.&amp;lt;ref name=&amp;quot;91/4/04&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Symbolische Hausbesetzung und Verbot des Abrisses ====&lt;br /&gt;
In regelmäßigen Abständen äußerten sich Bürger zu dem katastrophalen Zustand des leerstehenden Gebäudes, so wie im Mai 1991, wo eine Gruppe von 14 jungen Männern und Frauen das Gebäude besetzte um auf die Wohnungsnot in Gießen aufmerksam zu machen. Schon nach wenigen Stunden jedoch verließen diese bei Polizeiaufgebot friedfertig das Gebäude. Auf diese Aktion folgte auch eine Reaktion der SPD Nord, welche den Polizeieinsatz zur friedlichen &amp;quot;symbolischen&amp;quot; Hausbesetzung als &amp;quot;unverhältnismäßig&amp;quot; einschätzte und Shobeiri aufforderte das Gebäude zu sanieren und wieder als Wohnraum verfügbar zu machen.&amp;lt;ref&amp;gt;''SPD Nord solidarisch mit Hausbesetzern'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.06.1991, Ausgabe Nr. 132, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; Daraufhin bot Shobeiri den Jungsozialisten das Objekt &amp;quot;zur mietfreien Nutzung&amp;quot; an bis eine entgültige Entscheidung über das weitere Verfahren feststände. Im Dezember 1991 erklärten die Jusos dass Shobeiri nicht zu Verhandlungen bereit gewesen sei, während dieser die Ansicht vertrat bloß noch eine Zusicherung über den schnellstmöglichen Auszug von Bewohnern bei vorliegender Entscheidung über die Nutzung beziehungsweise den Abriss des Hauses verlangt hätte. Darunter zählte er eine &amp;quot;Bürgschaftserklärung der Stadt&amp;quot; unter welche auch etwaige Schäden durch Bewohner fallen sollten. Das Ansinnen der Jusos es sei Shobeiris Aufgabe das Anwesen für die Nutzung &amp;quot;bewohnbar zu machen&amp;quot; lehnte dieser strikt ab und stoppte damit alle weiteren Diskussionen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Eckhaus Reichensand/Bahnhofstraße bleibt leer'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 25.02.1992, Ausgabe Nr. 47, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 1993 drückten die Jungsozialisten erneut ihren Unmut über den Stillstand und die Tatenlosigkeit von Seiten des Eigentümers und der Stadt aus. Sie fragten in einem offenen Brief an den Magistrat wegen möglicher Zwangsmaßnahmen bei Wohnraumspekulation und die Dauer des Verwaltungsgerichtsverfahrens zum Gebäudeabriss an.&amp;lt;ref&amp;gt;''Jungsozialisten erinnern an leeres Samen-Hahn-Gebäude'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 25.06.1993, Ausgabe Nr. 144, Seite 16&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Am 9. November 1995 gab der Verwaltungsgerichtshof Kassel schlussendlich bekannt das das Gebäude nicht abgerissen werden dürfe. Des weiteren sah dieser den Parkplatz als nicht legal an. Shobeiri war es nicht erlaubt zu diesem Urteil Revision einzulegen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Prognosen '95: Das wäre richtig gewesen...'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.01.1996, Ausgabe Nr. 11, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig kündigte der Eigentümer Habibollah Shobeiri im April 1995 an, aus Resignation vor der Politik der Grünen und dem Stadtrat Dammann, denen er die Schuld am Scheitern seiner Bauvorhaben am Samen-Hahn-Komplex gab, die Stadt Gießen zum Jahresende nach 24 Jahen verlassen zu wollen. Neben Samen-Hahn waren zu diesem Zeitpunkt die Gebäude Westanlage 30/32 und Südanlage 10 im Besitz Shobeiris.&amp;lt;ref&amp;gt;''Shobeiri: Ich werde Gießen verlassen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.04.1995, Ausgabe Nr. 88, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; Tatsächlich blieb er Gießen als Bürger treu.&amp;lt;ref&amp;gt;''Arbeitskämpfer, Prügelknaben und Rekorde'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.02.2008, Ausgabe Nr. 46, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ende Januar 1996 äußerte sich dann Bürgermeister Schüler zu dem Urteil und befand weiterhin das eine &amp;quot;einvernehmliche Lösung&amp;quot; mit dem Eigentümer angebracht sei mit dem Bemühen um eine Einigung die Wohnraumzweckentfremdung betreffend.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Wir prozessieren nicht um dann zu verzichten&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.01.1996, Ausgabe Nr. 26, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Eigentümer kam der Schließung des Parkplatzes freiwillig nach, verteilte jedoch auch Flugblätter an die Autofahrer mit welchen er diese zum Einsatz für die Wiederöffnung des Parkplatzes ermutigte. Außerdem gab er bekannt nach Pachtinteressenten für das geplante kombinierte Geschäfts-und Wohngebäude zu suchen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Der Reichensand-Parkplatz ist geschlossen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 06.02.1996, Ausgabe Nr. 31, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Spekulant Shobeiri und der Verfall eines Gründerzeithauses ====&lt;br /&gt;
Aus einem Briefwechsel Shobeiris mit der Stadt im August 1996 wurde ersichtlich dass Shobeiri durchaus bewusst war das der jahrelange Leerstand des Gebäudes bei einer Sanierung seinen Tribut fordert und diese somit entsprechend teuer ausfallen würde. Daher bot er im Zuge dessen der Stadt an das Gebäude für 30 Jahre zu mieten für einen &amp;quot;symbolischen Preis von einem Pfennig pro Jahr&amp;quot;, wohingegen die Stadt dann die Renovierungskosten tragen sollte. Er nannte einen Betrag von 3,5 Millionen DM Renovierungskosten und 750000 DM als Parkplatzablöse falls das geplante Parkhaus nicht seinen Platz finden könnte. Dieses Ansinnen nahm die Stadt jedoch nicht Ernst und vor allem Hagemann, Stadtverordnetenvorsitzende der Grünen, zeigte sich verärgert. Sie machte Shobeiri dann auch darauf aufmerksam dass die Instandsetzung des Gebäudes laut &amp;quot;dem hessischen Wohnraumzweckentfremdungsgesetz&amp;quot; in seiner Verantwortung liegt und er sich den durch die Vernachlässigung entstandenen Schaden selbst zuzuschreiben hat. Sie erklärte jedoch das ein &amp;quot;kaufmännisch korrektes Angebot&amp;quot; von den Grünen durchaus akzeptiert werden könne, um das Gebäude letztlich &amp;quot;gemeinnützigen Zwecken&amp;quot; zuführen zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;''Areal &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; gammelt weiter vor sich hin'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.08.1996, Ausgabe Nr. 191, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der SPD-Parteichef Becker gab eine Erklärung an den Magistrat ab, in welcher er Shobeiris Wohnraumzweckentfremdung und das willentliche verfallen lassen des Gebäudes zu Bedenken gibt. In diesem Zuge solle das &amp;quot;öffentliche Wohl Vorrang vor dem Profitstreben einzelner Immobilienspekulanten&amp;quot; haben.&amp;lt;ref&amp;gt;''Becker: &amp;quot;Verhöhnung des Magistrats&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 03.09.1996, Ausgabe Nr. 205, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt; Zum öffentlichen Wohl gehört sicher auch ein ganzes Anwesen mit umliegendem Gelände nicht vermüllen zu lassen, sodass es über Jahre und Jahrzehnte von den Bürgern nur noch als Schandfleck angesehen werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;''Die Stadt, der Müll, das Programm und die Taten'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.02.1997, Ausgabe Nr. 36, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; So fragten auch immer wieder Leser der Gießener Allgemeinen Zeitung in Leserbriefen und zum Beispiel bei einer Befragung der Spitzenkandidaten zur Kommunalwahl 1997 nach der weiteren Verwertung des Gebäudes und baten den vergammelten Zustand von Gebäude und umliegendem Gelände schnellstmöglich zu beseitigen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Meinungstreff: Gießen im Jubiläumsjahr'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 20.08.1997, Ausgabe Nr. 192, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;''Shobeiri sieht sich und Stadt in der Pflicht'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.02.1998, Ausgabe Nr. 36, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bild: Verwahrloste und vermüllte Rückseite des Hauses&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---&amp;gt;&lt;br /&gt;
==== Baugebot oder einvernehmliche Lösung? ====&lt;br /&gt;
Bereits im Dezember 1992 hatte die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat beauftragt, für das Samen-Hahn Gelände ein Baugebot entsprechend des im Vorjahr aufgestellten Bebauungsplanes zum Erlass vorzulegen und auch mit dem Eigentümer über einen möglichen Verkauf zu verhandeln (Ja: SPD, GR, Stv. Micheler; Nein: CDU, FDP). Die im Antrag vorgesehene Zustimmung zur Einleitung eines Enteignungsverfahrens wurde durch einen Initiativantrag der SPD-Fraktion gestrichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DSI920 aus 1992.pdf | ''Erlaß eines Baugebots für das &amp;quot;Samenhahn-Grundstück&amp;quot; am Reichensand/Einleitung eines Enteignungsverfahren'']], Antrag des fraktionsunabhängigen Stadtverordneten Ludwig Micheler vom 16.11.1992, Vorlage: DS I/0920&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowohl CDU als auch Grüne versprachen den Bürgern bei einer Befragung erneut dem Eigentümer Auflagen zur &amp;quot;wirtschaftlichen Nutzung&amp;quot; des Geländes zu machen, wobei die Grünen einen Bauplan mit Bau-und Erhaltungsgebot in Erwägung zogen.&amp;lt;ref&amp;gt;''AZ-Leser fragen Spitzenkandidaten zur Kommunalwahl (Teil 1)'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 27.02.1997, Ausgabe Nr. 49, Seite 28 &amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Baugebot von Seiten der Stadt hieße das Shobeiri die Sanierung zahlen müsste, während die Stadt sich dann um die Umsetzung kümmerte.&amp;lt;ref&amp;gt;''Gestern jede Menge kostenlose Parkplätze'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 03.05.1997, Ausgabe Nr. 102, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Februar 1998 äußerte sich Stadtplanungsdezernentin Hagemann einmal mehr zu den Vorgängen und Gesprächen zwischen Eigentümer Shobeiri und der Stadt. Sie war der Meinung dass der Eigentümer von sich aus zu einer Lösung kommen müsse, ohne dass ein durch die Stadt initiiertes Baugebot ihn dazu zwingt.&amp;lt;ref&amp;gt; Stadt und Besitzer reden über Samen-Hahn-Areal; Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.02.1998, Ausgabe Nr. 35, Seite 24 &amp;lt;/ref&amp;gt; Immer wieder kamen Bürger auf den &amp;quot;Schandfleck Reichensand/Bahnhofstraße&amp;quot; zu sprechen, so zum Beispiel ein Leser im Meinungstreff der Gießener Allgemeine Zeitung vom Februar 1998. Er bedauerte, ähnlich wie viele andere Gießener, dass das Gebäude nach dem Kauf durch Hernn Shobeiri nie einer sinnvollen Nutzung zugeführt wurde und gab sich auch verärgert über die Duldung des Zustandes von Seiten der Stadt.&amp;lt;ref&amp;gt; Substanz wird wissentlich dem Verfall Preis gegeben; Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.02.1998, Ausgabe Nr. 41, Seite 29 &amp;lt;/ref&amp;gt; Wenn es um &amp;quot;häßliche Baulücken und heruntergekommene Altbauten&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Sehen und Gesehenwerden müssen zählen&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 30.04.1998, Ausgabe Nr. 100, Seite 24&amp;lt;/ref&amp;gt; geht, war und ist das Samen-Hahn-Gelände immer ein Paradebeispiel. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im August 1997 veranlasste der damalige Bürgermeister Schüler kurz vor dem Regierungswechsel ein Instandsetzungsgebot gegen Eigentümer Shobeiri wegen Wohnraumzweckentfremdung. Die Auflagen Schülers gegen Shobeiri beinhalteten dass vier Wohnungen im Ober-und im Dachgeschoss saniert und damit nutzbar gemacht werden solten. Diese Investition sollte sich dann in einer Frist von zehn Jahren mit den Mieteinkünften rentieren. Nach einer Klage Shobeiris gegen dieses Vorhaben scheiterte Schülers Ansinnen im August 1999. Das Verwaltungsgericht stellte fest dass die Kosten für die Investition auch in zehn Jahren nicht wieder eingeholt hätten werden können. Shobeiri gab daraufhin auch bekannt dass sein &amp;quot;Gastronomie-Konzept&amp;quot; zwar &amp;quot;planungsrechtlich&amp;quot; möglich gewesen sei, aber keine geeigneten Mieter vorhanden gewesen wären und er &amp;quot;die guten Zeiten&amp;quot; zur Umsetzung eines Bauplanes &amp;quot;verpasst&amp;quot; habe.&amp;lt;ref&amp;gt;''Späte Niederlage von Schüler gegen Shobeiri'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.08.1999, Ausgabe Nr. 185, Seite 17&amp;lt;/ref&amp;gt; Prompt äußerte sich der ehemalige Bürgermeister Schüler dann in einem Leserbrief in der Gießener Allgemeine Zeitung zu dem Verfahren mit den Worten &amp;quot;Herr Shobeiri benutzt unseren Rechtsstaat nur zu seinem Vorteil. Das Gebot des Grundgesetzes 'Eigentum verpflichtet' lässt er nicht für sich gelten. (...) Leitragende sind die Gießener Bürgerinnen und Bürger, die tagtäglich die Schandflecken in der Bahnhofstraße und in der Südanlage ertragen müssen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;''Shobeiri nutzt Rechtsstaat nur zu seinem Vorteil'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.08.1999, Ausgabe Nr. 190, Seite 28&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
In einem Vortrag im Juli 2000 ging der Leiter des Stadtplanungsamtes, Dettling, dann auch auf das Grundstück Samen-Hahn ein, wobei er ein Baugebot als &amp;quot;stumpfes Schwert&amp;quot; bezeichnete, da in diesem Fall die Bebauung oder Sanierung zum Zeitpunkt der Diskussion für den Eigentümer &amp;quot;wirtschaftlich (nicht) vertretbar&amp;quot; gewesen sei.&amp;lt;ref&amp;gt;''Nordstadt: Planungsamtschef warnt vor Euphorie'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 06.07.2000, Ausgabe Nr. 154, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bürgergruppe Lokale Agenda 21 und AK Innenstadtentwicklung der SPD ====&lt;br /&gt;
Zwischenzeitig wurde die Akte Samen Hahn auch zum Thema in einer Bürgergruppe der [[Lokale Agenda 21|Lokalen Agenda 21]]&amp;lt;ref&amp;gt;''Mehr Flair, weniger Autos und ein City-Treff'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 01.11.1999, Ausgabe Nr. 254, Seite 7&amp;lt;/ref&amp;gt; und im, im Dezember 1999, neu gegründeten Arbeitskreis zur Innenstadtentwicklung der SPD-Stadtverordnetenfraktion, welche schnell eine Lösung für die Bebauung der Flächen zu finden gedachten.&amp;lt;ref&amp;gt;''SPD: Bellof Sprecher von AK Innenstadt'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 01.12.1999, Ausgabe Nr. 280, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; In einem Vortrag im Juli 2000 ging der Leiter des Stadtplaungsamtes, Dettling, dann auch auf das Grundstück Samen-Hahn ein, wobei er ein Baugebot als &amp;quot;stumpfes Schwert&amp;quot; bezeichnete, da in diesem Fall die Bebauung oder Sanierung zum Zeitpunkt der Diskussion für den Eigentümer &amp;quot;wirtschaftlich (nicht) vertretbar&amp;quot; gewesen sei.&amp;lt;ref&amp;gt;''Nordstadt: Planungsamtschef warnt vor Euphorie'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 06.07.2000, Ausgabe Nr. 154, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Entwicklung des Viertels und Parkplatznutzung ====&lt;br /&gt;
Nachdem die Parkplatznutzung am Reichensand im November 1995 als illegal gestoppt wurde, kam die CDU Gießen im Juli 2000 zu dem Schluss dass, vor allem zu Festen in der Innenstadt, die Parksituation für von auswärts anreisende Gäste kritisch sei. Daher wünschte sich der damalige CDU-Vorsitzende Möller &amp;quot;eine kurzfristige und zeitlich beschränkte Erweiterung des städtischen Parkraumangebotes&amp;quot; im Rahmen einer &amp;quot;Ausnahmeregelung&amp;quot;,&amp;lt;ref&amp;gt;''CDU fordert Konzept für den Marktplatz'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 01.08.2000, Ausgabe Nr. 176, Seite 18&amp;lt;/ref&amp;gt; wobei er seine Ausführungen auch auf das Samen-Hahn-Gelände bezog, wofür aber keine Nutzungsgenehmigung bestand.&amp;lt;ref&amp;gt;''Reichensand und Berliner Platz: Rechtliche Hürden für Parkplatzwünsche der CDU'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.07.2000, Ausgabe Nr. 164, Seite 17&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem forderte der CDU-Vorsitzende im Oktober 2000 ein &amp;quot;Entwicklungskonzept&amp;quot; für den Innenstadtbereich Schanzenstraße/Bahnhofstraße. Er kritisierte die Entwicklung des Viertels hin zu Leerständen von Geschäftshäusern und &amp;quot;Rückgang an Publikumsverkehr&amp;quot;, sodass eine &amp;quot;zunehmende Verschmutzung&amp;quot; und die &amp;quot;Gegenwart zweifelhafter Personenkreise&amp;quot; in diesem Bereich immer mehr zunehme. Er plante die Attraktivität des Viertels für den Einzelhandel, die Kunden und die Anwohner vor allem durch neue Straßenverkehrsregelungen und damit verstärkte Nutzung des Areals zu stärken.&amp;lt;ref&amp;gt; Entwicklungskonzept für Bahnhofstraße gefordert; Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.10.2000, Ausgabe Nr. 253, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung entschied dann auch dafür die Durchfahrtsperre in der Bahnhofstraße aufzuheben und das Viertel somit wieder zu beleben. Außerdem hatte diese sich für eine Ausnahmeregelung bei Gelegenheiten wie größeren Festen, die Parkflächen betreffend, ausgesprochen.&amp;lt;ref&amp;gt; Bahnhofstraße:Koalition will freie Fahrt für Pkw; Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.08.2001, Ausgabe Nr. 179, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kunstprojekte und Bebaungsplanung durch Schüler der LLS ====&lt;br /&gt;
Es beschäftigten sich nun sogar Schüler der zehnten Klassen der Landgraf-Ludiwig-Schule im Erdkundeunterricht mit der Bebauung des Areals. Innerhalb von vier Monaten zwischen Februar und Mai 2001 tüftelten diese an einem Plan für die Sanierung des Doppelhauses mit Eigentumswohnungen und Mietwohnungen sowie die Ansiedlung eines Geschäfts im Erdgeschoss. Daneben planten sie einen &amp;quot;dreistöckigen Gebäudekomplex&amp;quot; mit Tiefgarage, welcher unter anderem ein Burger King beherbergen sollte für den kleinen Hunger nach dem Kinobesuch.&amp;lt;ref&amp;gt;''Tunnel ab E-Klo und Burger King bei Samen-Hahn'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 25.05.2001, Ausgabe Nr. 120, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; Sogar ein Kunstprojekt beschäftigte sich mit dem verfallenen ehemaligen Samen-Hahn Doppelhaus. Im Rahmen der Landeskunstausstellung &amp;quot;Hessiale&amp;quot; wurde im April 2002 die &amp;quot;bröckelnde Fassade&amp;quot; der Rückseite des Hauses von Roswitha Berger-Gentsch in ihrem Projekt mit dem Thema &amp;quot;'Wunden sprechen'&amp;quot; mit dem Wort &amp;quot;liebe&amp;quot; in Leuchtfarbe verziert.&amp;lt;ref&amp;gt;''Leibchen an Platanen und Besen an der Bahnüberführung'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 30.04.2002, Ausgabe Nr. 100, Seite 27&amp;lt;/ref&amp;gt; Beim &amp;quot;Kunstspektakulum 'Fluss mit Flair'&amp;quot; 2010 veränderte der Künstler Carsten Hirth in einer Fotografie von der Rückansicht des Samen-Hahn-Hauses das Wort &amp;quot;liebe&amp;quot; in &amp;quot;Gier&amp;quot; und gab diesem damit eine ganz neue Aussage.&amp;lt;ref&amp;gt;''Tausende Menschen flanierten an der Wieseck'' Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.06.2010, Ausgabe Nr. 140, Seite 5&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Immer wieder wurden auch Bauvoranfragen des Grundstückseigentümers zwar positiv beschieden, jedoch wurde kein Bauantrag gestellt, sodass die Geltungsdauer dieser Voranfragen ungenutzt ablief. Auch seien in Beratungsgesprächen Möglichkeiten einer Bebauung dargestellt worden und Abweichungen, die gefordert wurden, auch in Aussicht gestellt, ohne das etwas durch den Eigentümer verwirklicht worden wäre. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Neue Eigentümerpläne für eine Markthalle ====&lt;br /&gt;
Aus diesen Bauvoranfragen heraus beantragten die Eigentümer, die Shobeiri und Würtele GbR, am 30. Januar 2003 einen vorhabenbezogenen Bebauuungsplan, der vorsah, auf das Gebäude an der Ecke Bahnhofsstraße/Reichensand das Gelände ein völlig neues Gebäude gebaut werden sollte, in das das Eckgebäude integriert werden sollte. Dabei war geplant dass das denkmalgeschützte Gebäude ein Cafe, eine Kindertagesstätte und Lager-/Büroräume beherbergen sollte, während zum Reichensand das Parkhaus Karstadt/Westanlage um ca. 130 Stellplätze erweitert werden sollte bzw. im Erdgeschoss 1250m² Raum für eine Markthalle geboten worden wären.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS694&amp;quot;&amp;gt; [[Medium:DS694 aus 2003.pdf|Bebauungsplan Nr. Gi 1/09 &amp;quot;Reichensand&amp;quot;, 1. Änderung; hier: Beschluss über die Aufstellung eines vorhabenbezogenene Bebauungsplanes'']], Antrag des Magistrats vom 17.02.2003, Vorlage: 694/03&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf diese Pläne basierend wäre der Teil des Doppelhauses mit der Adresse Bahnhofstraße 35 abgerissen worden um dort Platz für Markthalle und Parkhaus zu machen. Der kulturhistorisch wertvolle Eckteil des Gebäudes an Reichensand/Bahnhofstraße wäre so erhalten geblieben und in den Neubau integriert worden. Auch die &amp;quot;&amp;quot;Rekonstruktion des historischen Untergeschosses&amp;quot; von Reichensand 2 war Teil des Plans unter Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde.&amp;lt;ref&amp;gt;''Samen-Hahn-Haus müsste teilweise Parkhaus weichen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.01.2003, Ausgabe Nr. 14, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im November 2002 wurde nach der Begehung des Gebäudes eine vollständige Sanierung als unwirtschaftlich eingestuft,&amp;lt;ref&amp;gt;''Aus dem Parlament'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.02.2003, Ausgabe Nr. 33, Seite 31&amp;lt;/ref&amp;gt; sodass die Landesdenkmalpflege im Bezug auf einen möglichen Teilabriss ihre Zustimmung äußerte. Für die Umsetzung dieser Pläne war jedoch zunächste eine Veränderung des Bebauungsplans notwendig.&amp;lt;ref&amp;gt;''Landesdenkmalpflege: Keine Bedenken gegen Teilabriss'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.01.2003, Ausgabe Nr. 18, Seite 24&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Antrag änderte die Stadtverordnetenversammlung einstimmig dahingehend, dass dem Bebauungsplan mit der Maßgabe stattgegeben werde, dass für den wegfallenden Wohnraum im ehemaligen Samen-Hahn Gebäude Ersatzwohnraum in gleicher Größe geschaffen wird. Der so geänderte Antrag wurde von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen (JA: CDU/SPD/GR/FWG/FDP/BLG; Nein: PDS),&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS694&amp;quot;/&amp;gt; jedoch scheiterte das Projekt am Ende trotz bestehender Baugenehmigung, da die Eigentümer das Projekt nicht weiterführten. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Skizze des Bebauungsplans von Januar 2003 - Vorderseite&amp;lt;ref&amp;gt;''Samen-Hahn-Haus müsste teilweise Parkhaus weichen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.01.2003, Ausgabe Nr. 14, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Annahme des Markthallenkonzepts vor Wochenmarktbeschickern ====&lt;br /&gt;
Im September 2003 führte die Gießener Allgemeine Zeitung eine Umfrage unter Wochenmarktbeschickern durch, um ein generelles Meinungsbild zur geplanten Markthalle auf dem ehemaligen Samen-Hahn-Gelände zu erlangen. Auch die Eigentümergemeinschaft hatte ein solches Meinungsbild in Form eines &amp;quot;Marktfrühschoppen(s)&amp;quot; für die Beschicker des Wochenmarktes geplant. So äußerten sich die Befraten in der GAZ-Umfrage zu der mit 1600 Quadratmetern möglicherweise zu gering bemessenen Größe der Markthalle sowie zu den Mietpreisen, welche jedoch noch nicht in die Planungen der Eigentümer miteinbezogen wurden. Auch die geplanten Öffnungszeiten wurden eher kritisch beäugt; diese wurden mit täglicher Öffnung von 8 bis 20 Uhr beziffert und zusätzlichen abendlichen Kulturveranstaltungen. Nicht zuletzt sahen einige der Befragten ein Konkurrenzdenken der Eigentümer gegenüber dem traditionellen Gießener Wochenmarkt, welches diese jedoch bestritten. Ihnen sei es ein Anliegen vor allem Erzeuger regionaler Produkte in die Markthalle zu locken; eine Liste von 50-100 Interessenten lag auch bereits vor.&amp;lt;ref&amp;gt;''Markthalle Reichensand: Zustimmung und Skepsis'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.09.2003, Ausgabe Nr. 217, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; 20 Interessenten fanden sich dann zum Marktfrühschoppen im &amp;quot;Alt Gießen&amp;quot; ein, wo ihnen verkündet wurde das bereits Anfang des Jahres 2004 eine Bebauung des Geländes starten sollte. Je nach Standgröße waren 40 bis 70 Plätze geplant. Auch über eine Gepäckaufbewahrung und 150 Parkplätze über der Markthalle wurde nachgedacht. Die Interessenten machten sich vor allem Sorgen über die tatsächliche Frequentierung und Nachfrage durch Kunden des täglich 12 Stunden geöfneten Marktes, äußerten sich sonst jedoch durchaus positiv zum Gesamtkonzept der Kleinmarkthalle.&amp;lt;ref&amp;gt;''Markthalle: &amp;quot;Das Konzept ist hervorragend&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.09.2003, Ausgabe Nr. 220, Seite 7&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Stillstand und städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen ====&lt;br /&gt;
Im März 2004 jedoch gab es noch keine entsprechenden Bauvoranfragen oder einen Bauantrag von Seiten der Eigentümergemeinschaft für das Samen-Hahn-Gelände.&amp;lt;ref&amp;gt;''Noch ist Gießen eine Stadt der Brachflächen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.03.2004, Ausgabe Nr. 71, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Verantwortlich für die Projektentwicklung waren Michael Rosenberg der Carpe Diem GmbH sowie der Architekt Holger Datz aus Langgöns.&amp;lt;ref&amp;gt;''80-Betten-Hotel an der Westanlage geplant'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.06.2004, Ausgabe Nr. 134, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Gießener Verwaltung fehlte es vor allem auch an weiteren Vorgaben der Eigentümer, um eine Änderung des Bauantrages auf den Weg bringen zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;''Der städtebauliche Befreiungsschlag blieb aus'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.04.2005, Ausgabe Nr. 92, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang August 2005 ging die S&amp;amp;W Theaterpark GmbH mit Gesellschafterin Sylvia Würtele Pleite. Diese war Teil der Eigentümergemeinschaft und verantwortlich für die Planungen zur Bebauung der Südanlage 10.&amp;lt;ref&amp;gt;''Auch bürgerliche Koalition vorerst an &amp;quot;Schandflecken&amp;quot; gescheitert'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 05.08.2005, Ausgabe Nr. 180, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt; Für dieses Gelände plante die Stadt Anfang 2007 &amp;quot;einen Bebauungsplan mit der 'Zielrichtung einer besonderen städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme'&amp;quot; zu erarbeiten, mit welchem die Eigentümer im Verfahren entscheiden müssten ob es ihnen möglich ist die Bebauung voranzutreiben oder zu verkaufen. Bei der Entscheidung zum Verkauf bekäme die Stadt ein Vorkaufsrecht und würde den Verkehrswert des Geländes an den Eigentümer entrichten.&amp;lt;ref&amp;gt;''Südanlage 10: Koalition setzt Eigentümer unter Druck'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.01.2007, Ausgabe Nr. 11, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Anders als im Fall von der Südanlage 10 war dies beim Samen-Hahn-Gelände nicht möglich, da das Gebäude unter Denkmalschutz stand und es sich sehr viel schwieriger gestaltet hätte dafür einen neuen Investor zu finden, sodass die Stadt nicht &amp;quot;auf den Immobilien sitzen&amp;quot; bliebe. Das Gelände der Südanlage 10 hat die Eigentümergemeinschaft dann auch an die Stadt veräußert. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bürgerstimmen und städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen ====&lt;br /&gt;
Zum 25. 'Geburtstag' des Sorgenkinds Samen-Hahn Anfang Juli 2006 errichtete der SPD-Ortsverein Mitte einen Informationsstand und sammelte Unterschriften der Bürger gegen den &amp;quot;Schandfleck&amp;quot;. Eine Initiative im Parlament sei jedoch nicht geplant gewesen.&amp;lt;ref&amp;gt;''SPD sammelte Unterschriften gegen &amp;quot;Schandfleck&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.07.2006, Ausgabe Nr. 152, Seite 24&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei einer Anliegerversammlung zum Sanierungsgebiet Schanzenstraße/Bahnhofstraße kam durch Rufe aus dem Publikum immer wieder das Thema Samen-Hahn zur Sprache bis der anwesende Habibollah Shobeiri der Eigentümerfamilie sich schließlich auch äußerte und sagte das &amp;quot;das Grundstück im Reichensand 'seit 27 Jahren abgeschrieben'&amp;quot; sei und er es der Stadt für einen Euro anbiete. Baudezernent Rausch nahm dieses Angebot jedoch nicht für bahre Münze.&amp;lt;ref&amp;gt;''Shobeiri will nicht länger &amp;quot;Prügelknabe&amp;quot; sein'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.02.2008, Ausgabe Nr. 44, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sogar ein Wohnungsloser hatte sich auf dem verwahrlosten Gelände im Oktober 2008 schon einmal häuslich eingerichtet.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Aufsuchende&amp;quot; Betreuung lässt auf sich warten'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.10.2008, Ausgabe Nr. 243, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bild?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine GAZ-Leserin schlug vor Herrn Shobeiri doch zum Bau des geplanten Gießener Großkinos auf dem Samen-Hahn-Gelände zu bewegen, welches wegen seiner Innenstadtlage &amp;quot;ideal&amp;quot; (gewesen) wäre.&amp;lt;ref&amp;gt;''Einen anderen Platz für das Großkino suchen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.10.2008, Ausgabe Nr. 249, Seite 33&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
2010 äußerte sich auch die CDU mit der Bitte an die Eigentümerfamilie doch ihre Ideen und Planungen an die Stadt weiter zu geben, damit mit dem Grundstück etwas passieren kann. Der Stadtverbandsvorsitzende Möller war der Meinung dass es &amp;quot;keine Schande&amp;quot; sei, wenn die nötigen finanziellen Mittel für die Sanierung von Seiten der Eigentümer nicht aufgebracht werden könnten, jedoch sei es definitiv &amp;quot;eine Schande&amp;quot; den &amp;quot;Verfall historischer Gebäude, von denen die Stadt ohnehin wenige hat&amp;quot; so ohne weiteres hinzunehmen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-CDU-nimmt-Eigentuemer-von-Samen-Hahn-in-die-Pflicht-_arid,170352_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''CDU nimmt Eigentümer in die Pflicht''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.03.2010 ([https://web.archive.org/web/20140818220743/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-CDU-nimmt-Eigentuemer-von-Samen-Hahn-in-die-Pflicht-_arid,170352_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge der immer wieder scheiternden Gespräche zwischen Stadt und Eigentümer, wie das Samen-Hahn Gelände weiter genutzt werden könne, beschloss die Stadtverordnetenversammlung am 24. März 2011, dem Magistrat umgehend mit der Einleitung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme für den Bereich Samen-Hahn beginnen zu lassen und zudem sämtliche rechtliche zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bis zur letzten Instanz zu nutzen, die zur Umsetzung erforderlich seien (Ja: CDU/GR/FDP/FW/BLG; StE: SPD/LINKE)&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/3554/2011&amp;quot;&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12005 Entwicklungsmaßnahmen &amp;quot;Schandfleck Samen-Hahn&amp;quot;], Antrag der Fraktionen CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP vom 04.02.2011, STV/3554/2011&amp;lt;/ref&amp;gt;, jedoch ist ein Berichtsantrag auf dem März 2012, der nach den seitdem ergriffenen Maßnahmen fragt, bis heute vom Magistrat unbeantwortet geblieben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12859 ''Berichtsantrag betreffend Entwicklungsmaßnahme „Schandfleck Samen Hahn“''], Antrag der CDU-Fraktion vom 25.02.2012, Vorlage: STV/0746/2012&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Abriss des Eckgebäudes ====&lt;br /&gt;
[[Datei:SamenHahn2011.jpg|thumb|right|350px|Rückseite des Eckgebäudes an der Bahnhofstraße/Reichensand, Stand 2011]]&lt;br /&gt;
Im April 2012 beantragte der Eigentümer aufgrund eines Gutachtens, das das Samen-Hahn Gebäude an der Ecke Reichensand/Bahnhofstraße für akut einstürzgefährdet einstuft, den Abbruch dieses Gebäudes. Dieser, der gemeinsam mit dem Gutachten bei der städtischen Bauverwaltung eingereicht wurde, führte umgehend zu Straßensperrungen am Kreuzungsbereich Bahnhofstraße/Reichensand/Schanzenstraße sowohl für den Fahr- als auch für den Fußverkehr. Infolge dessen wurde von der Stadt eine Überprüfung der Statik beauftragt und ein Gutachten über die Frage der Sicherung und des Erhaltes der Fassaden des denkmalgeschützten Gebäudes in Auftrag gegeben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessen.de/index.phtml?call=detail&amp;amp;css=&amp;amp;La=1&amp;amp;FID=684.8808.1&amp;amp;&amp;amp;sNavID=1894.1&amp;amp;ffmod=pres&amp;amp;ffsm=1 ''Samen-Hahn Gebäude einsturzgefährdet - Straßensperrung''], Pressemitteilung der Stadt Gießen vom 12.04.2012 ([https://web.archive.org/web/20140805152737/http://www.giessen.de/index.phtml?call=detail&amp;amp;css=&amp;amp;La=1&amp;amp;FID=684.8808.1&amp;amp;&amp;amp;sNavID=1894.1&amp;amp;ffmod=pres&amp;amp;ffsm=1 Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der Stadtverordnetenversammlung vom 24.05.2012 forderten die Abgeordneten den Magistrat auf, keine Genehmigung für den Abiss der historischen Fassade des Gebäudes &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; zu erteilen, bis der zuständige Fachausschuss in einer kurzfristigen Sondersitzung informiert worden ist (Ja: SPD, CDU, FR, FW, LINKE, FDP; StE: PIR, LB/BLG),&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12980 ''Reichensand/Bahnhofstraße (ehem. Samen-Hahn)''], Antrag der Fraktionen SPD und Bündnis 90/Die Grünen vom 27.04.2012, Vorlage: STV/0856/2012&amp;lt;/ref&amp;gt; zudem wird der Beschluss von 24.03.2011&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/3554/2011&amp;quot;/&amp;gt; bekräftigt, mit der Einleitung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme zu beginnen (Ja: SPD, CDU, GR, FW, LINKE, FPD, LB/BLG; StE: PIR) und den Magistrat zu beauftragen, sämtliche rechtlich zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bis zur letzten Instanz zu nutzen, die zur Umsetzung der Maßnahme erforderlich sind (Ja: SPD, CDU, GR, LINKE, FDP, LB/BLG; Nein: FW; StE: PIR).&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;/&amp;gt; Zudem wurde der Magistrat aufgefordert, die haushaltsrechlichen Möglichkeiten für einen Erwerb des Gebäudes zu schaffen (Ja: SPD, CDU, GR, LINKE, FDP; Nein: FW, LB/BLG; StE: PIR).&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Einreichung eines Gutachtens über die Gefährdung des Einsturzes des Samen-Hahn Doppelhauses, entschied die Stadt das Haus im Juni 2012 nach 114 Jahren einschließlich 30 Jahren Leerstand abzureißen. Dazu gab es dann ganz unterschiedliche Standpunkte aus der Bevölkerung. Während die einen den Abriss bedauerten, äußerten die anderen sich erleichtert darüber dass sich nun endlich etwas bewegte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gaz-2012-06-23&amp;quot; /&amp;gt; Ein Abbruchspezialist äußerte sich dazu mit den Worten &amp;quot;Selten habe man eine derart 'faule Bude' abgerissen&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Abriss-Ab-Donnerstag-sollen-Strassen-wieder-frei-sein-_arid,350637_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''Samen-Hahn-Abriss: Ab Donnerstag sollen Straßen wieder frei sein''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 26.06.2012 ([https://web.archive.org/web/20120630031004/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Abriss-Ab-Donnerstag-sollen-Strassen-wieder-frei-sein-_arid,350637_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der folgenden Sitzung am 27. Juni 2012 beschloss die Stadtverordnetenversammlung infolge der Entscheidung,das Eckhaus abzureißen einstimmig die Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes &amp;quot;GI 01/36 Reichensand/Bahnhofstraße&amp;quot;, der den gesamten Block zwischen Reichensand, Bahnhofstaße und Westanlage umfasst und setzten als Sanierungsziel fest, dass ein Neubau an der Straßenecke Bahnhofstraße/Reichensand sich in Kubtur, Gestalt und Materialität am Vorgängerbau &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; orientieren muss. Davon sind sowohl Teile des Bebauungsplanes Nr. 56 &amp;quot;Stadtmitte II&amp;quot;, als auch, mit Ausnahme der Vehrkehrsflächen, der gesamte Bebauungsplan G 1/09 betroffen, die durch diesen neuen ersetzt werden sollen. Gleichzeitig gehört das Gebiet zum [[Sanierungsgebiet „Schanzenstraße/Mühlstraße“]], bei dem ein wesentliches Ziel darin besteht, die Blockrandbebauung in der Bahnhofstraße zu erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=13049 ''Aufstellung eines Bebauungsplanes GI 01/36 &amp;quot;Reichensand/Bahnhofstraße&amp;quot;; hier: Einleitungsbeschluss, Bekanntmachung''], Antrag des Magistrats vom 29.05.2012, Vorlage: STV/0920/2012&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser befindet sich weiterhin in Planung. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Umfrage der GAZ nach den Wünschen der Leser für das Jahr 2013 wird deutlich das die anderen Gebäude im Besitz der Eigentümerfamilie Shobeiri, wie beispielsweise die Alte Post nicht das gleiche Schicksal ereilen soll wie dem Samen-Hahn-Gebäude. Außerdem wünschten sich viele Bürger das das freie Gelände doch einer &amp;quot;attraktiven Nachfolgenutzung (...)&amp;quot; zugeführt werden solle.&amp;lt;ref&amp;gt;''Auch Scheich soll Gartenschau-Fan werden'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.01.2013, Ausgabe Nr. 6, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Stadt ließ durch das Frankfurter Büro Meurer mit Architekten, Stadtplanern und Ingenieuren eine Studie ausstellen, welche mögliche Neubauplanungen für die Brachfläche darlegen soll. Diese wurden dann im März 2013 in einem Bürgergespräch im Rathaus vorgestellt und diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Bürgergespräch&amp;quot; zum Samen-Hahn-Areal'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 16.03.2013, Ausgabe Nr. 64, Seite 31&amp;lt;/ref&amp;gt; Professor Dr. Meurer stellte vier unterschiedliche Bebauungsstudien vor, von einem Nachbau des Originals über die Nachahmung der Fassade, einer Kombination aus alter Struktur und neuen modernen Materialien bis zu einem modernen Neubau ohne historische Elemente. Die dritte und vierte Variante besäßen fünf Geschosse, während die erste und zweite wie das abgerissene Samen-Hahn-Gebäude nur vier erreichen würde. Die Stadtverordnetenversammlung beauftragte jedoch &amp;quot;bei einem Neubau die Kubatur des Originals zu erhalten&amp;quot;. Eine originalgetreue Nachbildung des Gebäudes würde jedoch kaum möglich sein, da dafür nicht ausreichend Dokumente der Gründerzeit vorlägen. Aus diesem Grund wurde die zweite Variante in Betracht gezogen, da mit der Fassadenkonstruktion weniger Probleme anfielen. Diese Planungen beschäftigen sich nur mit dem Neubau des abgerissenen Hauses; es sind jedoch drei weitere Häuser auf der restlichen Freifläche geplant. Hauptsächlich würden die Gebäude dann für Wohnungen genutzt, außerdem eventuell Büro- und Geschäftsräume im Erdgeschoss. Für die PKWs ist eine Tiefgarage angedacht. Professor Meurer versprach eine Bebauung bis 2017. Die anwesenden Bürger äußerten sich gemischt zu den vorgestellten Bebauungsplänen; keine der Varianten wurde abgelehnt. Auch der Grundstückseigentümer Karim Shobeiri interessierte sich für die Planungen und gab an &amp;quot;eine Neubebauung 'so schnell wie möglich umzusetzen'&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Bebauung-bis-2017-_arid,409025_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''Samen-Hahn_bebauung bis 2017?''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.03.2013 ([https://web.archive.org/web/20130323071239/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Bebauung-bis-2017-_arid,409025_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In mehreren Leserbriefen sprachen sich Bürger für Variante 1 oder eventuell Variante 2 aus, um den Stil des abgerissenen historischen Gebäudes in einem Neubau wieder aufleben zu lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Für Plan Nummer 1'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 10.04.2013, Ausgabe Nr. 83, Seite 27&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;''Magistrat muss sich durchsetzen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 03.04.2013, Ausgabe Nr. 77, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Sitzung des Denkmalbeirats der Stadt Gießen im Dezember 2013 wurde auch besprochen dass von Seiten der Eigentümer ein Lebensmittelmarkt un dein Wohnkonzept für die Neubebauung gewünscht ist, dies jedoch mit den Plänen des Architektenteams für einen offenen Bau nicht zu vereinbaren ist.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---[Datei: Protokoll vom 19.12.2013.pdf]---&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der Stadtverordnetenversammlung im Februar 2014 wurde jedoch geäußert dass die Bebauungspläne von Seiten des Architekten Meurer weiter entwickelt werden könnten um den Wünschen der Eigentümer gerecht zu werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=14235 ''Berichtsantrag zum Grundstück des abgerissenen Samen-Hahn-Gebäudes''], Antrag der CDU-Fraktion vom 12.12.2013, Vorlage: STV/1972/2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Stattdessen wird dieser vorraussichtlich nach der Sommerpause 2014 der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Counter}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Shobeiri]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan GI 01/36]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan GI 01/09]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan G57a]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CUcke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.giessen.wiki/index.php?title=Samen-Hahn-Gel%C3%A4nde&amp;diff=966</id>
		<title>Samen-Hahn-Gelände</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.giessen.wiki/index.php?title=Samen-Hahn-Gel%C3%A4nde&amp;diff=966"/>
		<updated>2014-09-23T16:43:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CUcke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Sahmen-Hahn.jpg|thumb|right|400px|Das Samen-Hahn Gebäude vor dem Abriss (2012)]]&lt;br /&gt;
Das ehemalige Samen-Hahn-Gebäude an der Bahnhofsstraße 35/Reichensand 2 war ein seit über 30 Jahren leer stehendes und zu diesem Zeitpunkt bereits einsturzgefährdetes ehemals denkmalgeschütztes Gebäude, das am 22.Juni 2012 abgerissen wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gaz-2012-06-23&amp;quot;&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Hessen/Artikel,-Samen-Hahn-Nach-114-Jahren-kommt-der-Abrissbagger-_arid,350354_regid,1_puid,1_pageid,11.html ''Nach 114 Jahren kommt der Abrissbagger''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.06.2012 ([https://web.archive.org/web/20140818222456/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Hessen/Artikel,-Samen-Hahn-Nach-114-Jahren-kommt-der-Abrissbagger-_arid,350354_regid,1_puid,1_pageid,11.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 1898 im spätgründerzeitlichen Stil errichtete Gebäude, das zwischenzeitlich auch als Weinstube und Möbelhaus genutzt wurde, bestand aus klar gliedernden Formelementen wie z.B. in Sandstein ausgeführten Fenstergewänden und -bögen und Mansarddach. Zudem besaß das Gebäude eine qualitätvolle Verarbeitung des zweifarbigen Klinkermaterials, weswegen der Bau eine Einstufung als Kulturdenkmal aus künstlerischen Gründen einforderte. Darüber hinaus ist das Haus städtebaulich besonders wichtig, da ein optischer Bezug zu weiteren dortigen Gebäuden besteht.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?obj=60382&amp;amp;event=Query.Details Samen-Hahn Gebäude auf denkmalpflege-hessen.de] ([https://web.archive.org/web/20140804152556/http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?obj=60382&amp;amp;event=Query.Details Archivierte Version]) &amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem ist das Gebäude Teil der denkmalgeschützten Gesamtanlage &amp;quot;Gesamtanlage I&amp;quot;, die Bahnhofstraße und Westanlage umfasst.&lt;br /&gt;
== Samen-Hahn im Besitz von Shobeiri ==&lt;br /&gt;
==== Grundstücksverkauf und Gebäudeabriss auf ehemaligem Samen-Hahn-Gelände ====&lt;br /&gt;
Am 1. Juli 1981 ging das gesamte Samen-Hahn-Gelände für zwei Millionen DM an die Shobeiri GmbH und Co. KG. Nur einen Tag später wurde bereits ein Biedermeierhaus von 1830 auf dem Gelände abgerissen. Es war eines der ĺetzten Gebäude dieser Art in Gießen. Unter Berufung auf die Aussagen des Bezirksdenkmalpflegers Dr. Bentmann, dass das Biedermeierhaus jedoch mit seiner Lage als Hinterhofhaus nicht in das moderne Stadtbild integriert und daher auch nicht als denkmalschutzwürdig eingestuft werden konnte,&amp;lt;ref name=&amp;quot;81/7/11&amp;quot;&amp;gt;''Beyer: &amp;quot;Es lagen Erkenntnisse auf mögliche Besetzung vor&amp;quot; Walldorf: &amp;quot;Wir brauchen Zusage für Wohnraum-Schaffung&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 07.11.1981, Ausgabe Nr. 157, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; entschied sich der damalige Bürgermeister der CDU-Fraktion Dr. Beyer für den Abriss. Mitglieder der Grünenfraktion sowie der SPD widersprachen dem jedoch mit der Erklärung auf eine Vertagung der Entscheidung über den Abriss durch Bezirksdenkmalpfleger Bentmann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;81/8/22&amp;quot;&amp;gt; Woher kommen die eindeutigen Widersprüche?; Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.08.1981, Ausgabe Nr. 193, Seite 28&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch gab es widersprüchliche Aussagen von Seiten der Polizeibehörde was die Gefahr der Besetzung der Gebäude betraf.&amp;lt;ref&amp;gt;''Abriß Samen-Hahn nun auch Landtagsthema'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.10.1981, Ausgabe Nr. 246, Seite 11&amp;lt;/ref&amp;gt; Wie der SPD-Landtagsabgeordnete Mutz dann im Februar 1982 mitteilte, lag die Entscheidung des Denkmalpflegers zum Zeitpunkt des Abrisses tatsächlich noch nicht vor und der Abriss wurde somit ohne dessen Zustimmung durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Den Denkmalpfleger trifft keine Schuld&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.02.1982, Ausgabe Nr. 46, Seite 14&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzig das oben beschriebene Eckhaus Reichensand 2/Bahnhofstraße 35 sollte erhalten bleiben. Geplant war damals ein neues 18-Millionen-DM teures Gebäude mit einer Kombination aus Wohnungen und Geschäftsräumen zur Stärkung von Arbeitsmarkt und Wirtschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;''Die Bagger griffen nach Bausubstanz von 1830 und 1880: Kulturdenkmäler machen für 18-Millionen-Projekt Platz'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 03.07.1981, Ausgabe 150, Seite 13&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Abriss zog ein breites Echo in der Öffentlichkeit mit sich, unter anderem einen &amp;quot;Schweigemarsch&amp;quot; mit 250 Demonstranten&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Schweigemarsch&amp;quot; bei den Trümmern in der Bahnhofstraße'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.07.1981, Ausgabe Nr. 154, Seite 11&amp;lt;/ref&amp;gt; und Beschwerden seitens des Mietervereins zur Zerstörung von bei Wohnungsknappheit nutzbaren Anwesen, zum Beispiel als Studentenwohnungen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;Magistrat stelte Politik der Zerstörung einmal mehr unter Beweis&amp;quot;, Gießener Allgemeine Zeitung vom 10.07.1981, Ausgabe Nr. 156, Seite 10&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer gesonderten Versammlung während der sitzungsfreien Zeit kam es am 06.07. zu einer hitzigen Debatte über die Richtigkeit und Rechtmäßigkeit des Abrisses, für den, nach Antrag der Grünen-Fraktion, der Magistrat gerügt werden sollte. Hierbei kam es zudem zu Räumungen auf der linken oberen Tribüne, auf der mehrmals Spruchbänder hingehängt wurden. Hingegen wurde jedoch durch die CDU-Mehrheit beschlossen, dem Oberbürgermeister Anerkennung für den Erhalt der Gebäude Bahnhofstraße 35 und Reichensand 2 auszusprechen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DSI47_aus_1981.pdf | ''Abrißgenehmigung Gebäudekomplex &amp;quot;Samenhaus Hahn&amp;quot;'']], Antrag der Stv. Stilke und Wieberg, DIE GRÜNEN vom 06.07.1981, Vorlage: DS I/47&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;''Keine Rüge, sondern Anerkennung für den Magistrat Räumung der Zuschauer-Tribüne wegen Störung'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 10.07.1981, Ausgabe Nr. 156, Seite 11&amp;lt;/ref&amp;gt; Bereits die vormalige Regierung aus FDP und SPD hatte den Abriss der Gebäude und eine vollständige Sanierung des Geländes vorgesehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;81/7/11&amp;quot;/&amp;gt; Trotz gegenteiliger Behauptungen durch Dr. Beyer wurde auch das Eckhaus Reichensand 2 / Bahnhofsstraße 35 erst am 21. Juli 1981 vollständig in die Denkmalliste eingetragen, sodass auch dieses bis dahin vom Abriss gefährdet war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;81/8/22&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Erste Bauvorhaben für das Doppelhaus Ecke Reichensand/Bahnhofstraße ====&lt;br /&gt;
Nach dem Abriss der Gebäude auf dem Samen-Hahn-Gelände, mit Ausnahme des Eckhauses, wurde die Freifläche zunächst als Parkplatz genutzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;82/8/14/&amp;quot;&amp;gt;''Bauvoranfrage ist am Mittwoch im Bauausschuß: Stimmt RP der Bebauungsplan-Befreiung zu?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 14.08.1982, Ausgabe Nr. 186, Seite 27&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eigentümer stellten nun für das verbliebene Doppelhaus eine Bauvoranfrage für ein Wohn- und Geschäftsgebäude mit fünf Geschossen, welche vom Magistrat genehmigt wurde unter der Voraussetzung, dass bei einer geplanten &amp;quot;geschlossenen Bebauung anstelle der festgesetzten offenen Bebauung (...) ein Architektenwettbewerb stattfindet&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DSI395 aus 1982.pdf | ''Bauvoranfrage des Formea H.Shobeiri GmbH &amp;amp; Co KG, zum Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses in Gießen'']], Antrag des Magistrats vom 07.07.1982, Vorlage: DS I/395&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bild des ersten Entwurfs für eine Neugestaltung des Eckgebäudes von 1981 (gaz_1983-08-26_197_16.pdf)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Architektenbüro hatte bereits den Zuschlag als im April 1983 die Stadt bekannt gab das die Pläne Shobeiris nicht ganz ihren Vorstellungen entsprächen, da diese mit dem umliegenden Stadtbild nicht vereinbar wären, sodass keine Baugenehmigung ausgestellt werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;''Noch keine Genehmigung für &amp;quot;Shobeiri-Bau&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.04.1983, Ausgabe 80, Seite 18&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Juni 1983 gab es dann bereits die ersten Überlegungen den Erker des Eckgebäudes in einem Neubau &amp;quot;nachzuempfinden&amp;quot; und im Bereich des Daches eine Glaskuppel zu installieren&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;&amp;gt;''Auch das Vorderhaus wird verschwinden'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.06.1983, Ausgabe Nr. 127, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt;, wobei der Erhalt der Baussubstanz oder der Fassade als sehr kostspielig verworfen wurden, obwohl die Fassade auf Grund ihres Baustils schon &amp;quot;in der Gründerzeit als schützenswert eingestuft und ins vorläufige Denkmalbuch eingetragen&amp;quot; worden war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;/&amp;gt; Daher wurden auch auf diesen Beschluss wieder Stimmen laut, die Stadt möge doch &amp;quot;unter dem Druck von Seiten des Bauinteressenten&amp;quot; den Denkmalschutz nicht vernachlässigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;/&amp;gt; Die ständige Veränderung der Baupläne durch den Eigentümer führte dazu, dass die Stadt ihm eine Baugenehmigung immer wieder verwehren musste (Stand 26. August 1983).&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/8/26&amp;quot;&amp;gt;''Bleibt der Reichensand-Komplex ein Phantom?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 26.08.1983, Ausgabe Nr. 197, Seite 16&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies betrifft zum Beispiel den Bau von einer gewissen Anzahl von PKW-Stellplätzen, welche für den ursprünglichen Vorschlag Shobeiris für ein fünfstöckiges Wohn-und Geschäftsgebäude mit 149 Plätzen, davon 133 im Gebäudekomplex, veranschlagt wurde und so auch genehmigt hätte werden können. So war im Januar 1983 noch angedacht dass im Keller 88 Stellplätze für die künftigen Hausbewohner, 45 durch die Verlängerung des Karstadt-Parkhauses und die restlichen 16 mit einer Ablösesumme an die Stadt hinreichend geplant wären. Im August des selben Jahres führten die Überlegungen des Eigentümers aber schon dazu dass 100 der Parkplätze angemietet werden sollten, so zum Beispiel im Karstadt-Parkhaus und in der Tiefgarage Schanzenstraße. Die Stadt gab Shobeiri dafür ihr Einverständnis, der Regierungspräsident als Bauaufsicht willigte jedoch nicht ein, da die &amp;quot;Stellplatz-Satzung&amp;quot; mit diesem Vorschlag nicht erfüllt werden konnte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/8/26&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Neubewertung in Denkmalschutzfragen ====&lt;br /&gt;
Die bedauernde Einschätzung des Denkmalpflegers von 1983, das Doppelhaus sei stark sanierungsbedürftig und die Beseitigung der Mängel könnte dem Eigentümer, vor allem finanziell, nicht zugemutet werden, wurde 1985 neu überdacht. Infolgedessen schätzte die Untere Denkmalschutzbehörde das Gebäude wieder als schützenswert ein und aus diesem Grund wurde der Abbruchantrag Shobeiris im Dezember 1985 abgelehnt. Als Begründung für dieses Umdenken wurden &amp;quot;städtebauliche, geschichtliche und künstlerische Gründe&amp;quot; genannt.&amp;lt;ref&amp;gt; Streit geht weiter: Kulturdenkmal oder nicht? Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.07.1990, Ausgabe Nr. 175, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im März 1986 bekam Shobeiri für den Bebauungsplan wieder Einschränkungen auferlegt, welche von der vorherigen Regierung bereits aufgehoben worden waren. Darunter zählt die Anzahl der Geschossflächen, welche nun auf 2,0 anstatt 3,0 festgelegt wurde sowie die Miteinbeziehung des Hauses an der Ecke Bahnhofstraße.&amp;lt;ref&amp;gt; Schließung der Baulücke Reichensand in Sicht; Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.03.1986, Ausgabe Nr. 65, Seite 17&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bürgerbegehren gegen Verfall und Abriss des Doppelhauses ====&lt;br /&gt;
Die Bürgerinitiative Mühlstraße wendete sich im November 1986 in einem offenen Brief an den Bürgermeister Schüler, in welchem sie ihre Bedenken gegen den Verfall und Abriss des Gebäudes als &amp;quot;denkmalschutzwürdiges Ensemble&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;''Gegen Abrißerlaubnis für Eckbau Reichensand'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.11.1986, Ausgabe Nr. 277, Seite 29&amp;lt;/ref&amp;gt; äußerte und damit die Genehmigung der Stadt zur &amp;quot;Zweckentfremdung&amp;quot; des Komplexes &amp;quot;ohne zeitliche Begrenzung&amp;quot; von Seiten Shobeiris in Frage stellte. Im Juli 1987 wendet sich diese Bürgerinitiative erneut an die Presse und beschrieb den ihrer Ansicht nach &amp;quot;desolaten Zustand&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;&amp;gt;''Schleichender Verfall eines Gründerstilhauses'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.07.1987, Ausgabe Nr. 172, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt; des Gebäudes welcher bei einer Besichtigung der Innenräume durch die Mitglieder dieser Bürgerinitiative zu Tage kam. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Demnach drang durch zerstörte Fenster Feuchtigkeit ein, der Holzschwamm habe sich massiv ausgebreitet und mehrere Propangasflaschen stellten außerdem ein Explosionsrisiko dar. Nach Einschätzung der Bürgerinitiative seien &amp;quot;diese Schäden nicht durch bloßen Verfall des Hauses enstanden, sondern vorsätzlich herbeigeführt worden, um den Verfall des Gebäudes zu beschleunigen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;/&amp;gt; In Bezug auf diese Annahmen äußerten sie auch große Bedenken den Eigentümer betreffend, welcher ein &amp;quot;Spekulant&amp;quot; sei und versuche &amp;quot;das wenig aussichtsreiche Verfahren einer Abbruchgenehmigung zu umgehen und hinter dem Rücken der Öffentlichkeit mit einer gezielten Verwahrlosung des Gebäudes vollendete Tatsachen zu schaffen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;/&amp;gt; Der der Bürgerinitiative angehörende Rechtsanwalt Michael Roth sprach sich außerdem für den Widerruf der Genehmigung zur Zweckentfremdung aus. Zu den Gründen dafür nannte er die Auflagen unter welchen die Genehmigung überhaupt erst rechtmäßig sei; dazu zählt auch das er Wohnraum dem Verfall überlassen habe und nicht für entsprechenden Ersatz sorgte. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Fall ging es konkret um 500 qm Wohnraum. Denkmalpfleger Bachmann der Stadt Gießen entschied daraufhin die Äußerungen der Bürgerinitiative zunächst prüfen zu wollen, um das zu Beginn des Jahres 1987 in die Arbeitsliste für Kulturdenkmäler aufgenommene Eckhaus vor Witterungsschäden zu bewahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;/&amp;gt; Auch der Mieterverein Gießen kritisierte das Vorgehen der Stadt bezüglich dieser Zweckentfremdung, was auch die Nutzung der Freifläche als Parkplatz einschließt, und forderte diese auf die Genehmigung zu widerrufen und den Abrissantrag entgültig abzulehnen.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Fatale Folgen übereilter Baupolitik&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.12.1986, Ausgabe Nr. 287, Seite 24&amp;lt;/ref&amp;gt; Später stellte sich auch heraus das die Gruppe der Bürgerinitiative unbefugt in das Haus eingedrungen war, worauf sie vom Eigentümer angezeigt, die strafrechtliche Verfolgung jedoch eingestellt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt; ''Direkter Kontakt der Fraktionen mit Shobeiri'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.03.1988, Ausgabe Nr. 60, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bild des Eckhauses von außen und Fußboden eines Innenraums (Stand Juli 1987) (gaz_1987-07-29_172_15.pdf)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---&amp;gt;&lt;br /&gt;
==== Entscheidung der Stadt gegen den Abriss ====&lt;br /&gt;
Die Stadt gab auf den offenen Brief der Bürgerinitiative und die Kritik des Mietervereins bekannt das &amp;quot;aus rechtlichen Gründen&amp;quot; erst die entgültige Ablehnung des Antrages auf Abriss des Gebäudes von Seiten der Bauaufsicht zum Verbot der Wohnraumzweckentfremdung für das Eckgebäude führen kann. Die Befreiung von diesem Verbot wurde 1983 für das genannte Gebäude festgelegt. Baudezernent Dammann äußerte sich jedoch gegenteilig mit der Auffassung dass die Stadt die Möglichkeit habe ohne gravierende Folgen eine Wohnraumzweckentfremdung zu verbieten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/1/14&amp;quot;&amp;gt;''Magistrat fühlt sich von Shobeiri &amp;quot;veralbert&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 14.01.1987, Ausgabe Nr. 11, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Widerspruch Shobeiris auf die Ablehnung der Abrissgenehmigung von Seiten des Anhörungsausschusses ging mit der Vorlage dieses Begehrens nun im Januar 1987 an den Regierungspräsidenten. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadtverordnetenversammlung entschied zu diesem Zeitpunkt eine Abrissgenehmigung des Gebäudes weiterhin abzulehnen. Baudezernent Dammann hingegen plante das Gebäude, trotz eines gescheiterten Versuchs aus dem Jahre 1983, noch unter Denkmalschutz zu stellen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/1/14&amp;quot;/&amp;gt; Zu diesem Zweck waren im Januar 1987 auch weitere Auflagen geplant, welche die &amp;quot;Erhaltung der denkmalschutzwürdigen Häuser&amp;quot; sichern sollten und im Bauauschuss der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurden. Auch das widersprüchliche Verhalten Shobeiris bezüglich seiner Baupläne wurde hier kritisiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/1/14&amp;quot;/&amp;gt; SPD und Grüne stimmten für den Widerruf der 1983 erteilten Genehmigung zur Wohnraumzweckentfremdung, während die CDU sich dagegen entschied mit der Begründung das dies rechtlich nicht durchsetzbar sei.&amp;lt;ref&amp;gt;''Samen-Hahn: Nur die CDU folgt dem Bürgermeister'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 07.02.1987, Ausgabe Nr. 32, Seite 28&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch der Magistrat entschied zu diesem Zeitpunkt gegen den Widerruf der Genehmigung, da er keine rechtliche Grundlage für diesen Vorstoß sah. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im April 1987 wurde der Widerspruch Shobeiris gegen die Ablehnung des Abbruchantrags von 1985 abgewehrt, woraufhin er Klage beim Verwaltungsgericht einreichte. Er stützte seine Klage dabei auf die Auffassung eines Gutachters, welcher ihm bestätigte das der Erhalt des Gebäudes in diesem Zustand nicht zumutbar sei, obwohl die Fassade zur Bahnhofstraße grundsätzlich schützenswürdig sei &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im September 1987 stellte Shobeiri sogar eine neue Bauvoranfrage zur Planung eines nunmehr einstöckigen Gebäudes als &amp;quot;Gaststättendorf&amp;quot; mit zwei zusätzlichen Parkdecks,&amp;lt;ref name=&amp;quot;88/2/13&amp;quot;&amp;gt;''Das &amp;quot;Gaststättendorf&amp;quot; kann nicht entstehen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.02.1988, Ausgabe Nr. 37, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; reichte aber keinen neuen Bauantrag ein, welcher auch mit den Vorstellungen der Stadt hätte vereinbart werden können.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bebauungsplan mit Veränderungssperre ====&lt;br /&gt;
Die SPD-Mitte forderte daraufhin im Februar 1988 einen neuen Bebauungsplan mit Veränderungssperre, sodass der Klage Shorbeiris auf Abriss des Gebäudes nicht irgendwann stattgegeben hätte werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;88/2/13&amp;quot;/&amp;gt; Darauffolgend wurde sogleich die geforderte Veränderungssperre angewandt, welche mit den Stimmen von SPD, Grünen und FDP in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen worden war. Aufgrund &amp;quot;formalrechtlicher Bedenken&amp;quot; beteiligte sich die CDU nicht an dieser Abstimmung.&amp;lt;ref&amp;gt;''Das &amp;quot;Gaststättendorf&amp;quot; kann nicht entstehen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.02.1988, Ausgabe Nr. 37, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; So wurde auch Shobeiris Antrag von September 1987 abgelehnt mit der Begründung das die Gestaltungsvorgaben der Stadt damit nicht umgesetzt würden. Diese Gestaltungsvorgaben beinhalteten einen Bau, welcher zur Straße hin wenigstens dreigeschossig und zur Innenseite terassenförmig verlaufen sollte. Außerdem sah der Magistrat mit Zustimmung des Parlaments die Gewerbeflächen im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss vor, mit Ausnahme von Vergnügungsstätten, sowie zwei Parkdecks mit einer Anzahl von bis zu 120 PKW-Parkplätzen und ein Flachdach mit Dachbegrünung. Diese Vorgaben setzten jedoch voraus dass das Eckgebäude in einem Abstand von sechs Metern zum Neubau erhalten bliebe, was nicht im Sinne des Eigentümers beschlossen worden war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;88/2/13&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gebäudebegehung und Einstufung ====&lt;br /&gt;
[[Datei:EntwurfG1 09.jpeg|thumb|right|350px|Beiplan zum Bebauungsplanentwurf G1/09 von 1990]]&lt;br /&gt;
Im März 1988 entschieden die Fraktionen von CDU, SPD und FDP eine Begehung des Gebäudekomplexes zusammen mit Shobeiri um die Bauplanungen vor Ort erläutert zu bekommen. Die Grünenfraktion wurde von Shobeiri zu diesem Ortstermin nicht eingeladen, da dieser sich von deren Kritik angegriffen fühlte. So stellten die Anwesenden fest, dass bereits vom vorherigen Eigentümer Stahlträger zum Ersatz von tragenden Wänden eingebaut wurden und der Dachstuhl längst baufällig geworden war. Insbesondere die denkmalgeschützte Fassade und die Eckgestaltung erschien den Gutachtern dennoch erhaltenswert. Der Eigentümer plante jedoch den Abriss des kompletten Gebäudes und statt der Erhaltung die Fassade und den Erker mit dem Originalmaterial in derselben Gestaltung wieder aufzubauen. Die Möglichkeit das Gebäude auszukernen (Komplettabriss bis auf die Fassaden) bestand, wäre jedoch mit sehr großem Aufwand und der Gefahr des Zusammenbrechens der Außenwände verbunden gewesen.&amp;lt;ref&amp;gt; Direkter Kontakt der Fraktionen mit Shobeiri; Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.03.1988, Ausgabe Nr. 60, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraufhin beschloss die Stadt 1989 für das Samen-Hahn Gelände zwischen Bahnhofstraße und Reichensand einen neuen, eigenen neuer Bebauungsplan (G 1/09 &amp;quot;Reichensand&amp;quot;) aufzustellen. Dieser sah eine ein- bis zweigeschossige Tiefgarage unter dem Gebiet vor und erwägte, bei zusätzlich benötigten Stellplätzen die Obergeschosse des Gebäudes am Reichensand, das direkt am Parkhaus Westanlage anliegt, mit zu nutzen. Grund für die Aufstellung dieses Bebauungsplanes, der auch Teile des Bebauungsplan 56 &amp;quot;Stadtmitte II&amp;quot; berührt, war dass er grundlegende Richtwerte setzte für die Gebäude, die zuvor in den Bebauungsplänen nicht definiert wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;&amp;gt;[[Medium:DSI262 aus 1990.pdf | ''1. Aufhebung je eines Teilbereiches der rechtskräftigen Bebauungspläne Nr. 56 &amp;quot;Stadtmitte II&amp;quot; und Nr. 57a &amp;quot;Stadtmitte Ia&amp;quot;; hier: Verfahrenseinleitung und öffentliche Auslegung gem. §2, Abs. 1 und §3, Abs. 2 BauGB, 2. Aufstellung des Bebauungsplans Nr. G1/09 &amp;quot;Reichensand&amp;quot; mit integrierter Satzung gem. § 118 HBO; hier: Entwurfsbeschluß und öffentliche Auslegung gem. §3, Abs. 2 BauGB, 3. Aufstellung einer in den Bebauungsplan zu integrierenden Erhaltungssatzung gem. §172, Abs. 1, Satz 1, Ziff. 1 BauGB; hier: Verfahrenseinleitung und öffentliche Auslegung'']], Antrag des Magistrats vom 19.04.1990, Vorlage: DS I/262&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig gibt dieser vor, dass bei Sanierung des Samen-Hahn Gebäudes Dach und Außenwände gleich bleiben und die Außenfenster der Gebäude am Reichensand sich am Samen-Hahn Gebäude orientieren müssen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Laufe der Aufstellung des Bebauungsplanes kam es insbesondere durch die Industrie- und Handelskammer aus Bedenken gegen den Zweck des Denkmalschutzes und dem Eigentümer zu Protesten gegen den Erhalt des Eckgebäudes. Der Eigentümer schlug somit eine Entkernung bei Erhalt der äußeren Hülle vor. Hingegen kam man seinen Forderungen dem Einbau von Wohnungen insoweit nach, dass nur in den obersten Geschossen eine Wohnbebauung vorgeschrieben wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schützenswert oder nicht? ====&lt;br /&gt;
Die Industrie-und Handelskammer Gießen äußerte sich im Februar 1990 mit der Ansicht, dass &amp;quot;die Einstufung als Baudenkmal sachlich nicht gerechtfertigt&amp;quot; sei, da es &amp;quot;im Innern des baufälligen Hauses und an den rückwärtigen Fassaden keine einziges Stilelement aus der Spätgründerzeit&amp;quot; gäbe,&amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;&amp;gt;''Streit geht weiter: Kulturdenkmal oder nicht?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.07.1990, Ausgabe Nr. 175, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; wohingegen der städtische Denkmalpfleger Bachmann das Doppelhaus als &amp;quot;repräsentatives Einzelobjekt der Spätgründerzeit beurteilt hatte, welches unbedingt schützenswert sei. Er nannte dafür &amp;quot;das Mansardendach, die qualitätvolle Verarbeitung des zweifarbigen Klinkermaterials und die sehr gute Ecklösung durch einen vorgehängten Erker mit Balkon&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;/&amp;gt;. Bei diesen Überlegungen wurde jedoch nur &amp;quot;der ideelle Wert des Hauses&amp;quot; bedacht, während &amp;quot;die materielle Zumutbarkeit seiner Erhaltung&amp;quot; nicht miteinbezogen wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gestaltungsvorgaben, der sogenannte &amp;quot;Bebauungsplan Reichensand&amp;quot;, welcher mit der Veränderungssperre im Februar 1988 festgelegt wurde, ist dann im August 1990 als satzungsreif kategorisiert worden. Außerdem erhielt damit dieser Bebauungsplan auch eine Erhaltungssatzung, womit der Abriss des Gebäudes abgelehnt werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;'' Die &amp;quot;Lex Shobeiri&amp;quot; ist fertig'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.08.1990, Ausgabe Nr. 200, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies schmeckte dem Eigentümer folglich gar nicht; dieser wünschte sich das Gebäude komplett abreißen zu können um dessen Architektur nicht in einen Neubau einfließen lassen zu müssen. Erneut gab es daraufhin Proteste aus der Öffentlichkeit. Eine Gruppe von Mitgliedern der Jusos Gießen-Nord machte an dem Doppelhaus mit Plakaten auf die Wohnungsnot in Gießen aufmerksam. Sie kritisierte im Besonderen Shobeiris Vorgehen und forderte ihn dazu auf das Gebäude umgehend sanieren zu lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Mit Transparenten'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 10.12.1990, Ausgabe Nr. 286, Seite 7&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorübergehende Nutzung für Räumungsverkauf ====&lt;br /&gt;
Ab Ende März 1991 wurden tatsächlich Teile des Erdgeschosses des Doppelhauses wieder genutzt, wenn auch nur vorübergehend. Ein Teppichhaus entschied die Räume für einen Räumungsverkauf anzumieten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;91/4/04&amp;quot;&amp;gt;''Haus &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; wieder in Nutzung'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.04.1991, Ausgabe Nr. 78, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt; Anfang April bereits wurde dieses durch die IHK Gießen wegen &amp;quot;zahlreicher Rechtsverstöße&amp;quot; jedoch wieder geschlossen.&amp;lt;ref&amp;gt; ''Räumungsverkauf wurde beendet'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 09.04.1991, Ausgabe Nr. 82, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Angebot der Stadt Shobeiri das Reichensand-Gelände für 1026 DM pro Quadratmeter abzukaufen lehnte der als &amp;quot;lächerlich&amp;quot; ab.&amp;lt;ref name=&amp;quot;91/4/04&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Symbolische Hausbesetzung und Verbot des Abrisses ====&lt;br /&gt;
In regelmäßigen Abständen äußerten sich Bürger zu dem katastrophalen Zustand des leerstehenden Gebäudes, so wie im Mai 1991, wo eine Gruppe von 14 jungen Männern und Frauen das Gebäude besetzte um auf die Wohnungsnot in Gießen aufmerksam zu machen. Schon nach wenigen Stunden jedoch verließen diese bei Polizeiaufgebot friedfertig das Gebäude. Auf diese Aktion folgte auch eine Reaktion der SPD Nord, welche den Polizeieinsatz zur friedlichen &amp;quot;symbolischen&amp;quot; Hausbesetzung als &amp;quot;unverhältnismäßig&amp;quot; einschätzte und Shobeiri aufforderte das Gebäude zu sanieren und wieder als Wohnraum verfügbar zu machen.&amp;lt;ref&amp;gt;''SPD Nord solidarisch mit Hausbesetzern'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.06.1991, Ausgabe Nr. 132, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; Daraufhin bot Shobeiri den Jungsozialisten das Objekt &amp;quot;zur mietfreien Nutzung&amp;quot; an bis eine entgültige Entscheidung über das weitere Verfahren feststände. Im Dezember 1991 erklärten die Jusos dass Shobeiri nicht zu Verhandlungen bereit gewesen sei, während dieser die Ansicht vertrat bloß noch eine Zusicherung über den schnellstmöglichen Auszug von Bewohnern bei vorliegender Entscheidung über die Nutzung beziehungsweise den Abriss des Hauses verlangt hätte. Darunter zählte er eine &amp;quot;Bürgschaftserklärung der Stadt&amp;quot; unter welche auch etwaige Schäden durch Bewohner fallen sollten. Das Ansinnen der Jusos es sei Shobeiris Aufgabe das Anwesen für die Nutzung &amp;quot;bewohnbar zu machen&amp;quot; lehnte dieser strikt ab und stoppte damit alle weiteren Diskussionen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Eckhaus Reichensand/Bahnhofstraße bleibt leer'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 25.02.1992, Ausgabe Nr. 47, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 1993 drückten die Jungsozialisten erneut ihren Unmut über den Stillstand und die Tatenlosigkeit von Seiten des Eigentümers und der Stadt aus. Sie fragten in einem offenen Brief an den Magistrat wegen möglicher Zwangsmaßnahmen bei Wohnraumspekulation und die Dauer des Verwaltungsgerichtsverfahrens zum Gebäudeabriss an.&amp;lt;ref&amp;gt;''Jungsozialisten erinnern an leeres Samen-Hahn-Gebäude'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 25.06.1993, Ausgabe Nr. 144, Seite 16&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Am 9. November 1995 gab der Verwaltungsgerichtshof Kassel schlussendlich bekannt das das Gebäude nicht abgerissen werden dürfe. Des weiteren sah dieser den Parkplatz als nicht legal an. Shobeiri war es nicht erlaubt zu diesem Urteil Revision einzulegen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Prognosen '95: Das wäre richtig gewesen...'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.01.1996, Ausgabe Nr. 11, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig kündigte der Eigentümer Habibollah Shobeiri im April 1995 an, aus Resignation vor der Politik der Grünen und dem Stadtrat Dammann, denen er die Schuld am Scheitern seiner Bauvorhaben am Samen-Hahn-Komplex gab, die Stadt Gießen zum Jahresende nach 24 Jahen verlassen zu wollen. Neben Samen-Hahn waren zu diesem Zeitpunkt die Gebäude Westanlage 30/32 und Südanlage 10 im Besitz Shobeiris.&amp;lt;ref&amp;gt;''Shobeiri: Ich werde Gießen verlassen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.04.1995, Ausgabe Nr. 88, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; Tatsächlich blieb er Gießen als Bürger treu.&amp;lt;ref&amp;gt;''Arbeitskämpfer, Prügelknaben und Rekorde'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.02.2008, Ausgabe Nr. 46, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ende Januar 1996 äußerte sich dann Bürgermeister Schüler zu dem Urteil und befand weiterhin das eine &amp;quot;einvernehmliche Lösung&amp;quot; mit dem Eigentümer angebracht sei mit dem Bemühen um eine Einigung die Wohnraumzweckentfremdung betreffend.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Wir prozessieren nicht um dann zu verzichten&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.01.1996, Ausgabe Nr. 26, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Eigentümer kam der Schließung des Parkplatzes freiwillig nach, verteilte jedoch auch Flugblätter an die Autofahrer mit welchen er diese zum Einsatz für die Wiederöffnung des Parkplatzes ermutigte. Außerdem gab er bekannt nach Pachtinteressenten für das geplante kombinierte Geschäfts-und Wohngebäude zu suchen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Der Reichensand-Parkplatz ist geschlossen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 06.02.1996, Ausgabe Nr. 31, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Spekulant Shobeiri und der Verfall eines Gründerzeithauses ====&lt;br /&gt;
Aus einem Briefwechsel Shobeiris mit der Stadt im August 1996 wurde ersichtlich dass Shobeiri durchaus bewusst war das der jahrelange Leerstand des Gebäudes bei einer Sanierung seinen Tribut fordert und diese somit entsprechend teuer ausfallen würde. Daher bot er im Zuge dessen der Stadt an das Gebäude für 30 Jahre zu mieten für einen &amp;quot;symbolischen Preis von einem Pfennig pro Jahr&amp;quot;, wohingegen die Stadt dann die Renovierungskosten tragen sollte. Er nannte einen Betrag von 3,5 Millionen DM Renovierungskosten und 750000 DM als Parkplatzablöse falls das geplante Parkhaus nicht seinen Platz finden könnte. Dieses Ansinnen nahm die Stadt jedoch nicht Ernst und vor allem Hagemann, Stadtverordnetenvorsitzende der Grünen, zeigte sich verärgert. Sie machte Shobeiri dann auch darauf aufmerksam dass die Instandsetzung des Gebäudes laut &amp;quot;dem hessischen Wohnraumzweckentfremdungsgesetz&amp;quot; in seiner Verantwortung liegt und er sich den durch die Vernachlässigung entstandenen Schaden selbst zuzuschreiben hat. Sie erklärte jedoch das ein &amp;quot;kaufmännisch korrektes Angebot&amp;quot; von den Grünen durchaus akzeptiert werden könne, um das Gebäude letztlich &amp;quot;gemeinnützigen Zwecken&amp;quot; zuführen zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;''Areal &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; gammelt weiter vor sich hin'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.08.1996, Ausgabe Nr. 191, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der SPD-Parteichef Becker gab eine Erklärung an den Magistrat ab, in welcher er Shobeiris Wohnraumzweckentfremdung und das willentliche verfallen lassen des Gebäudes zu Bedenken gibt. In diesem Zuge solle das &amp;quot;öffentliche Wohl Vorrang vor dem Profitstreben einzelner Immobilienspekulanten&amp;quot; haben.&amp;lt;ref&amp;gt;''Becker: &amp;quot;Verhöhnung des Magistrats&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 03.09.1996, Ausgabe Nr. 205, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt; Zum öffentlichen Wohl gehört sicher auch ein ganzes Anwesen mit umliegendem Gelände nicht vermüllen zu lassen, sodass es über Jahre und Jahrzehnte von den Bürgern nur noch als Schandfleck angesehen werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;''Die Stadt, der Müll, das Programm und die Taten'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.02.1997, Ausgabe Nr. 36, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; So fragten auch immer wieder Leser der Gießener Allgemeinen Zeitung in Leserbriefen und zum Beispiel bei einer Befragung der Spitzenkandidaten zur Kommunalwahl 1997 nach der weiteren Verwertung des Gebäudes und baten den vergammelten Zustand von Gebäude und umliegendem Gelände schnellstmöglich zu beseitigen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Meinungstreff: Gießen im Jubiläumsjahr'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 20.08.1997, Ausgabe Nr. 192, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;''Shobeiri sieht sich und Stadt in der Pflicht'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.02.1998, Ausgabe Nr. 36, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bild: Verwahrloste und vermüllte Rückseite des Hauses&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---&amp;gt;&lt;br /&gt;
==== Baugebot oder einvernehmliche Lösung? ====&lt;br /&gt;
Bereits im Dezember 1992 hatte die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat beauftragt, für das Samen-Hahn Gelände ein Baugebot entsprechend des im Vorjahr aufgestellten Bebauungsplanes zum Erlass vorzulegen und auch mit dem Eigentümer über einen möglichen Verkauf zu verhandeln (Ja: SPD, GR, Stv. Micheler; Nein: CDU, FDP). Die im Antrag vorgesehene Zustimmung zur Einleitung eines Enteignungsverfahrens wurde durch einen Initiativantrag der SPD-Fraktion gestrichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DSI920 aus 1992.pdf | ''Erlaß eines Baugebots für das &amp;quot;Samenhahn-Grundstück&amp;quot; am Reichensand/Einleitung eines Enteignungsverfahren'']], Antrag des fraktionsunabhängigen Stadtverordneten Ludwig Micheler vom 16.11.1992, Vorlage: DS I/0920&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowohl CDU als auch Grüne versprachen den Bürgern bei einer Befragung erneut dem Eigentümer Auflagen zur &amp;quot;wirtschaftlichen Nutzung&amp;quot; des Geländes zu machen, wobei die Grünen einen Bauplan mit Bau-und Erhaltungsgebot in Erwägung zogen.&amp;lt;ref&amp;gt;''AZ-Leser fragen Spitzenkandidaten zur Kommunalwahl (Teil 1)'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 27.02.1997, Ausgabe Nr. 49, Seite 28 &amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Baugebot von Seiten der Stadt hieße das Shobeiri die Sanierung zahlen müsste, während die Stadt sich dann um die Umsetzung kümmerte.&amp;lt;ref&amp;gt;''Gestern jede Menge kostenlose Parkplätze'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 03.05.1997, Ausgabe Nr. 102, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Februar 1998 äußerte sich Stadtplanungsdezernentin Hagemann einmal mehr zu den Vorgängen und Gesprächen zwischen Eigentümer Shobeiri und der Stadt. Sie war der Meinung dass der Eigentümer von sich aus zu einer Lösung kommen müsse, ohne dass ein durch die Stadt initiiertes Baugebot ihn dazu zwingt.&amp;lt;ref&amp;gt; Stadt und Besitzer reden über Samen-Hahn-Areal; Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.02.1998, Ausgabe Nr. 35, Seite 24 &amp;lt;/ref&amp;gt; Immer wieder kamen Bürger auf den &amp;quot;Schandfleck Reichensand/Bahnhofstraße&amp;quot; zu sprechen, so zum Beispiel ein Leser im Meinungstreff der Gießener Allgemeine Zeitung vom Februar 1998. Er bedauerte, ähnlich wie viele andere Gießener, dass das Gebäude nach dem Kauf durch Hernn Shobeiri nie einer sinnvollen Nutzung zugeführt wurde und gab sich auch verärgert über die Duldung des Zustandes von Seiten der Stadt.&amp;lt;ref&amp;gt; Substanz wird wissentlich dem Verfall Preis gegeben; Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.02.1998, Ausgabe Nr. 41, Seite 29 &amp;lt;/ref&amp;gt; Wenn es um &amp;quot;häßliche Baulücken und heruntergekommene Altbauten&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Sehen und Gesehenwerden müssen zählen&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 30.04.1998, Ausgabe Nr. 100, Seite 24&amp;lt;/ref&amp;gt; geht, war und ist das Samen-Hahn-Gelände immer ein Paradebeispiel. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im August 1997 veranlasste der damalige Bürgermeister Schüler kurz vor dem Regierungswechsel ein Instandsetzungsgebot gegen Eigentümer Shobeiri wegen Wohnraumzweckentfremdung. Die Auflagen Schülers gegen Shobeiri beinhalteten dass vier Wohnungen im Ober-und im Dachgeschoss saniert und damit nutzbar gemacht werden solten. Diese Investition sollte sich dann in einer Frist von zehn Jahren mit den Mieteinkünften rentieren. Nach einer Klage Shobeiris gegen dieses Vorhaben scheiterte Schülers Ansinnen im August 1999. Das Verwaltungsgericht stellte fest dass die Kosten für die Investition auch in zehn Jahren nicht wieder eingeholt hätten werden können. Shobeiri gab daraufhin auch bekannt dass sein &amp;quot;Gastronomie-Konzept&amp;quot; zwar &amp;quot;planungsrechtlich&amp;quot; möglich gewesen sei, aber keine geeigneten Mieter vorhanden gewesen wären und er &amp;quot;die guten Zeiten&amp;quot; zur Umsetzung eines Bauplanes &amp;quot;verpasst&amp;quot; habe.&amp;lt;ref&amp;gt;''Späte Niederlage von Schüler gegen Shobeiri'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.08.1999, Ausgabe Nr. 185, Seite 17&amp;lt;/ref&amp;gt; Prompt äußerte sich der ehemalige Bürgermeister Schüler dann in einem Leserbrief in der Gießener Allgemeine Zeitung zu dem Verfahren mit den Worten &amp;quot;Herr Shobeiri benutzt unseren Rechtsstaat nur zu seinem Vorteil. Das Gebot des Grundgesetzes 'Eigentum verpflichtet' lässt er nicht für sich gelten. (...) Leitragende sind die Gießener Bürgerinnen und Bürger, die tagtäglich die Schandflecken in der Bahnhofstraße und in der Südanlage ertragen müssen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;''Shobeiri nutzt Rechtsstaat nur zu seinem Vorteil'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.08.1999, Ausgabe Nr. 190, Seite 28&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
In einem Vortrag im Juli 2000 ging der Leiter des Stadtplanungsamtes, Dettling, dann auch auf das Grundstück Samen-Hahn ein, wobei er ein Baugebot als &amp;quot;stumpfes Schwert&amp;quot; bezeichnete, da in diesem Fall die Bebauung oder Sanierung zum Zeitpunkt der Diskussion für den Eigentümer &amp;quot;wirtschaftlich (nicht) vertretbar&amp;quot; gewesen sei.&amp;lt;ref&amp;gt;''Nordstadt: Planungsamtschef warnt vor Euphorie'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 06.07.2000, Ausgabe Nr. 154, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bürgergruppe Lokale Agenda 21 und AK Innenstadtentwicklung der SPD ====&lt;br /&gt;
Zwischenzeitig wurde die Akte Samen Hahn auch zum Thema in einer Bürgergruppe der [[Lokale Agenda 21|Lokalen Agenda 21]]&amp;lt;ref&amp;gt;''Mehr Flair, weniger Autos und ein City-Treff'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 01.11.1999, Ausgabe Nr. 254, Seite 7&amp;lt;/ref&amp;gt; und im, im Dezember 1999, neu gegründeten Arbeitskreis zur Innenstadtentwicklung der SPD-Stadtverordnetenfraktion, welche schnell eine Lösung für die Bebauung der Flächen zu finden gedachten.&amp;lt;ref&amp;gt;''SPD: Bellof Sprecher von AK Innenstadt'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 01.12.1999, Ausgabe Nr. 280, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; In einem Vortrag im Juli 2000 ging der Leiter des Stadtplaungsamtes, Dettling, dann auch auf das Grundstück Samen-Hahn ein, wobei er ein Baugebot als &amp;quot;stumpfes Schwert&amp;quot; bezeichnete, da in diesem Fall die Bebauung oder Sanierung zum Zeitpunkt der Diskussion für den Eigentümer &amp;quot;wirtschaftlich (nicht) vertretbar&amp;quot; gewesen sei.&amp;lt;ref&amp;gt;''Nordstadt: Planungsamtschef warnt vor Euphorie'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 06.07.2000, Ausgabe Nr. 154, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Entwicklung des Viertels und Parkplatznutzung ====&lt;br /&gt;
Nachdem die Parkplatznutzung am Reichensand im November 1995 als illegal gestoppt wurde, kam die CDU Gießen im Juli 2000 zu dem Schluss dass, vor allem zu Festen in der Innenstadt, die Parksituation für von auswärts anreisende Gäste kritisch sei. Daher wünschte sich der damalige CDU-Vorsitzende Möller &amp;quot;eine kurzfristige und zeitlich beschränkte Erweiterung des städtischen Parkraumangebotes&amp;quot; im Rahmen einer &amp;quot;Ausnahmeregelung&amp;quot;,&amp;lt;ref&amp;gt;''CDU fordert Konzept für den Marktplatz'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 01.08.2000, Ausgabe Nr. 176, Seite 18&amp;lt;/ref&amp;gt; wobei er seine Ausführungen auch auf das Samen-Hahn-Gelände bezog, wofür aber keine Nutzungsgenehmigung bestand.&amp;lt;ref&amp;gt;''Reichensand und Berliner Platz: Rechtliche Hürden für Parkplatzwünsche der CDU'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.07.2000, Ausgabe Nr. 164, Seite 17&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem forderte der CDU-Vorsitzende im Oktober 2000 ein &amp;quot;Entwicklungskonzept&amp;quot; für den Innenstadtbereich Schanzenstraße/Bahnhofstraße. Er kritisierte die Entwicklung des Viertels hin zu Leerständen von Geschäftshäusern und &amp;quot;Rückgang an Publikumsverkehr&amp;quot;, sodass eine &amp;quot;zunehmende Verschmutzung&amp;quot; und die &amp;quot;Gegenwart zweifelhafter Personenkreise&amp;quot; in diesem Bereich immer mehr zunehme. Er plante die Attraktivität des Viertels für den Einzelhandel, die Kunden und die Anwohner vor allem durch neue Straßenverkehrsregelungen und damit verstärkte Nutzung des Areals zu stärken.&amp;lt;ref&amp;gt; Entwicklungskonzept für Bahnhofstraße gefordert; Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.10.2000, Ausgabe Nr. 253, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung entschied dann auch dafür die Durchfahrtsperre in der Bahnhofstraße aufzuheben und das Viertel somit wieder zu beleben. Außerdem hatte diese sich für eine Ausnahmeregelung bei Gelegenheiten wie größeren Festen, die Parkflächen betreffend, ausgesprochen.&amp;lt;ref&amp;gt; Bahnhofstraße:Koalition will freie Fahrt für Pkw; Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.08.2001, Ausgabe Nr. 179, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kunstprojekte und Bebaungsplanung durch Schüler der LLS ====&lt;br /&gt;
Es beschäftigten sich nun sogar Schüler der zehnten Klassen der Landgraf-Ludiwig-Schule im Erdkundeunterricht mit der Bebauung des Areals. Innerhalb von vier Monaten zwischen Februar und Mai 2001 tüftelten diese an einem Plan für die Sanierung des Doppelhauses mit Eigentumswohnungen und Mietwohnungen sowie die Ansiedlung eines Geschäfts im Erdgeschoss. Daneben planten sie einen &amp;quot;dreistöckigen Gebäudekomplex&amp;quot; mit Tiefgarage, welcher unter anderem ein Burger King beherbergen sollte für den kleinen Hunger nach dem Kinobesuch.&amp;lt;ref&amp;gt;''Tunnel ab E-Klo und Burger King bei Samen-Hahn'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 25.05.2001, Ausgabe Nr. 120, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; Sogar ein Kunstprojekt beschäftigte sich mit dem verfallenen ehemaligen Samen-Hahn Doppelhaus. Im Rahmen der Landeskunstausstellung &amp;quot;Hessiale&amp;quot; wurde im April 2002 die &amp;quot;bröckelnde Fassade&amp;quot; der Rückseite des Hauses von Roswitha Berger-Gentsch in ihrem Projekt mit dem Thema &amp;quot;'Wunden sprechen'&amp;quot; mit dem Wort &amp;quot;liebe&amp;quot; in Leuchtfarbe verziert.&amp;lt;ref&amp;gt;''Leibchen an Platanen und Besen an der Bahnüberführung'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 30.04.2002, Ausgabe Nr. 100, Seite 27&amp;lt;/ref&amp;gt; Beim &amp;quot;Kunstspektakulum 'Fluss mit Flair'&amp;quot; 2010 veränderte der Künstler Carsten Hirth in einer Fotografie von der Rückansicht des Samen-Hahn-Hauses das Wort &amp;quot;liebe&amp;quot; in &amp;quot;Gier&amp;quot; und gab diesem damit eine ganz neue Aussage.&amp;lt;ref&amp;gt;''Tausende Menschen flanierten an der Wieseck'' Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.06.2010, Ausgabe Nr. 140, Seite 5&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Immer wieder wurden auch Bauvoranfragen des Grundstückseigentümers zwar positiv beschieden, jedoch wurde kein Bauantrag gestellt, sodass die Geltungsdauer dieser Voranfragen ungenutzt ablief. Auch seien in Beratungsgesprächen Möglichkeiten einer Bebauung dargestellt worden und Abweichungen, die gefordert wurden, auch in Aussicht gestellt, ohne das etwas durch den Eigentümer verwirklicht worden wäre. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Neue Eigentümerpläne für eine Markthalle ====&lt;br /&gt;
Aus diesen Bauvoranfragen heraus beantragten die Eigentümer, die Shobeiri und Würtele GbR, am 30. Januar 2003 einen vorhabenbezogenen Bebauuungsplan, der vorsah, auf das Gebäude an der Ecke Bahnhofsstraße/Reichensand das Gelände ein völlig neues Gebäude gebaut werden sollte, in das das Eckgebäude integriert werden sollte. Dabei war geplant dass das denkmalgeschützte Gebäude ein Cafe, eine Kindertagesstätte und Lager-/Büroräume beherbergen sollte, während zum Reichensand das Parkhaus Karstadt/Westanlage um ca. 130 Stellplätze erweitert werden sollte bzw. im Erdgeschoss 1250m² Raum für eine Markthalle geboten worden wären.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS694&amp;quot;&amp;gt; [[Medium:DS694 aus 2003.pdf|Bebauungsplan Nr. Gi 1/09 &amp;quot;Reichensand&amp;quot;, 1. Änderung; hier: Beschluss über die Aufstellung eines vorhabenbezogenene Bebauungsplanes'']], Antrag des Magistrats vom 17.02.2003, Vorlage: 694/03&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf diese Pläne basierend wäre der Teil des Doppelhauses mit der Adresse Bahnhofstraße 35 abgerissen worden um dort Platz für Markthalle und Parkhaus zu machen. Der kulturhistorisch wertvolle Eckteil des Gebäudes an Reichensand/Bahnhofstraße wäre so erhalten geblieben und in den Neubau integriert worden. Auch die &amp;quot;&amp;quot;Rekonstruktion des historischen Untergeschosses&amp;quot; von Reichensand 2 war Teil des Plans unter Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde.&amp;lt;ref&amp;gt;''Samen-Hahn-Haus müsste teilweise Parkhaus weichen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.01.2003, Ausgabe Nr. 14, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im November 2002 wurde nach der Begehung des Gebäudes eine vollständige Sanierung als unwirtschaftlich eingestuft,&amp;lt;ref&amp;gt;''Aus dem Parlament'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.02.2003, Ausgabe Nr. 33, Seite 31&amp;lt;/ref&amp;gt; sodass die Landesdenkmalpflege im Bezug auf einen möglichen Teilabriss ihre Zustimmung äußerte. Für die Umsetzung dieser Pläne war jedoch zunächste eine Veränderung des Bebauungsplans notwendig.&amp;lt;ref&amp;gt;''Landesdenkmalpflege: Keine Bedenken gegen Teilabriss'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.01.2003, Ausgabe Nr. 18, Seite 24&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Antrag änderte die Stadtverordnetenversammlung einstimmig dahingehend, dass dem Bebauungsplan mit der Maßgabe stattgegeben werde, dass für den wegfallenden Wohnraum im ehemaligen Samen-Hahn Gebäude Ersatzwohnraum in gleicher Größe geschaffen wird. Der so geänderte Antrag wurde von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen (JA: CDU/SPD/GR/FWG/FDP/BLG; Nein: PDS),&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS694&amp;quot;/&amp;gt; jedoch scheiterte das Projekt am Ende trotz bestehender Baugenehmigung, da die Eigentümer das Projekt nicht weiterführten. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Skizze des Bebauungsplans von Januar 2003 - Vorderseite&amp;lt;ref&amp;gt;''Samen-Hahn-Haus müsste teilweise Parkhaus weichen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.01.2003, Ausgabe Nr. 14, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Annahme des Markthallenkonzepts vor Wochenmarktbeschickern ====&lt;br /&gt;
Im September 2003 führte die Gießener Allgemeine Zeitung eine Umfrage unter Wochenmarktbeschickern durch, um ein generelles Meinungsbild zur geplanten Markthalle auf dem ehemaligen Samen-Hahn-Gelände zu erlangen. Auch die Eigentümergemeinschaft hatte ein solches Meinungsbild in Form eines &amp;quot;Marktfrühschoppen(s)&amp;quot; für die Beschicker des Wochenmarktes geplant. So äußerten sich die Befraten in der GAZ-Umfrage zu der mit 1600 Quadratmetern möglicherweise zu gering bemessenen Größe der Markthalle sowie zu den Mietpreisen, welche jedoch noch nicht in die Planungen der Eigentümer miteinbezogen wurden. Auch die geplanten Öffnungszeiten wurden eher kritisch beäugt; diese wurden mit täglicher Öffnung von 8 bis 20 Uhr beziffert und zusätzlichen abendlichen Kulturveranstaltungen. Nicht zuletzt sahen einige der Befragten ein Konkurrenzdenken der Eigentümer gegenüber dem traditionellen Gießener Wochenmarkt, welches diese jedoch bestritten. Ihnen sei es ein Anliegen vor allem Erzeuger regionaler Produkte in die Markthalle zu locken; eine Liste von 50-100 Interessenten lag auch bereits vor.&amp;lt;ref&amp;gt;''Markthalle Reichensand: Zustimmung und Skepsis'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.09.2003, Ausgabe Nr. 217, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; 20 Interessenten fanden sich dann zum Marktfrühschoppen im &amp;quot;Alt Gießen&amp;quot; ein, wo ihnen verkündet wurde das bereits Anfang des Jahres 2004 eine Bebauung des Geländes starten sollte. Je nach Standgröße waren 40 bis 70 Plätze geplant. Auch über eine Gepäckaufbewahrung und 150 Parkplätze über der Markthalle wurde nachgedacht. Die Interessenten machten sich vor allem Sorgen über die tatsächliche Frequentierung und Nachfrage durch Kunden des täglich 12 Stunden geöfneten Marktes, äußerten sich sonst jedoch durchaus positiv zum Gesamtkonzept der Kleinmarkthalle.&amp;lt;ref&amp;gt;''Markthalle: &amp;quot;Das Konzept ist hervorragend&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.09.2003, Ausgabe Nr. 220, Seite 7&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Stillstand und städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen ====&lt;br /&gt;
Im März 2004 jedoch gab es noch keine entsprechenden Bauvoranfragen oder einen Bauantrag von Seiten der Eigentümergemeinschaft für das Samen-Hahn-Gelände.&amp;lt;ref&amp;gt;''Noch ist Gießen eine Stadt der Brachflächen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.03.2004, Ausgabe Nr. 71, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Verantwortlich für die Projektentwicklung waren Michael Rosenberg der Carpe Diem GmbH sowie der Architekt Holger Datz aus Langgöns.&amp;lt;ref&amp;gt;''80-Betten-Hotel an der Westanlage geplant'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.06.2004, Ausgabe Nr. 134, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Gießener Verwaltung fehlte es vor allem auch an weiteren Vorgaben der Eigentümer, um eine Änderung des Bauantrages auf den Weg bringen zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;''Der städtebauliche Befreiungsschlag blieb aus'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.04.2005, Ausgabe Nr. 92, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang August 2005 ging die S&amp;amp;W Theaterpark GmbH mit Gesellschafterin Sylvia Würtele Pleite. Diese war Teil der Eigentümergemeinschaft und verantwortlich für die Planungen zur Bebauung der Südanlage 10.&amp;lt;ref&amp;gt;''Auch bürgerliche Koalition vorerst an &amp;quot;Schandflecken&amp;quot; gescheitert'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 05.08.2005, Ausgabe Nr. 180, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt; Für dieses Gelände plante die Stadt Anfang 2007 &amp;quot;einen Bebauungsplan mit der 'Zielrichtung einer besonderen städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme'&amp;quot; zu erarbeiten, mit welchem die Eigentümer im Verfahren entscheiden müssten ob es ihnen möglich ist die Bebauung voranzutreiben oder zu verkaufen. Bei der Entscheidung zum Verkauf bekäme die Stadt ein Vorkaufsrecht und würde den Verkehrswert des Geländes an den Eigentümer entrichten.&amp;lt;ref&amp;gt;''Südanlage 10: Koalition setzt Eigentümer unter Druck'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.01.2007, Ausgabe Nr. 11, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Anders als im Fall von der Südanlage 10 war dies beim Samen-Hahn-Gelände nicht möglich, da das Gebäude unter Denkmalschutz stand und es sich sehr viel schwieriger gestaltet hätte dafür einen neuen Investor zu finden, sodass die Stadt nicht &amp;quot;auf den Immobilien sitzen&amp;quot; bliebe. Das Gelände der Südanlage 10 hat die Eigentümergemeinschaft dann auch an die Stadt veräußert. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bürgerstimmen und städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen ====&lt;br /&gt;
Zum 25. 'Geburtstag' des Sorgenkinds Samen-Hahn Anfang Juli 2006 errichtete der SPD-Ortsverein Mitte einen Informationsstand und sammelte Unterschriften der Bürger gegen den &amp;quot;Schandfleck&amp;quot;. Eine Initiative im Parlament sei jedoch nicht geplant gewesen.&amp;lt;ref&amp;gt;''SPD sammelte Unterschriften gegen &amp;quot;Schandfleck&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.07.2006, Ausgabe Nr. 152, Seite 24&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei einer Anliegerversammlung zum Sanierungsgebiet Schanzenstraße/Bahnhofstraße kam durch Rufe aus dem Publikum immer wieder das Thema Samen-Hahn zur Sprache bis der anwesende Habibollah Shobeiri der Eigentümerfamilie sich schließlich auch äußerte und sagte das &amp;quot;das Grundstück im Reichensand 'seit 27 Jahren abgeschrieben'&amp;quot; sei und er es der Stadt für einen Euro anbiete. Baudezernent Rausch nahm dieses Angebot jedoch nicht für bahre Münze.&amp;lt;ref&amp;gt;''Shobeiri will nicht länger &amp;quot;Prügelknabe&amp;quot; sein'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.02.2008, Ausgabe Nr. 44, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sogar ein Wohnungsloser hatte sich auf dem verwahrlosten Gelände im Oktober 2008 schon einmal häuslich eingerichtet.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Aufsuchende&amp;quot; Betreuung lässt auf sich warten'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.10.2008, Ausgabe Nr. 243, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bild?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine GAZ-Leserin schlug vor Herrn Shobeiri doch zum Bau des geplanten Gießener Großkinos auf dem Samen-Hahn-Gelände zu bewegen, welches wegen seiner Innenstadtlage &amp;quot;ideal&amp;quot; (gewesen) wäre.&amp;lt;ref&amp;gt;''Einen anderen Platz für das Großkino suchen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.10.2008, Ausgabe Nr. 249, Seite 33&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
2010 äußerte sich auch die CDU mit der Bitte an die Eigentümerfamilie doch ihre Ideen und Planungen an die Stadt weiter zu geben, damit mit dem Grundstück etwas passieren kann. Der Stadtverbandsvorsitzende Möller war der Meinung dass es &amp;quot;keine Schande&amp;quot; sei, wenn die nötigen finanziellen Mittel für die Sanierung von Seiten der Eigentümer nicht aufgebracht werden könnten, jedoch sei es definitiv &amp;quot;eine Schande&amp;quot; den &amp;quot;Verfall historischer Gebäude, von denen die Stadt ohnehin wenige hat&amp;quot; so ohne weiteres hinzunehmen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-CDU-nimmt-Eigentuemer-von-Samen-Hahn-in-die-Pflicht-_arid,170352_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''CDU nimmt Eigentümer in die Pflicht''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.03.2010 ([https://web.archive.org/web/20140818220743/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-CDU-nimmt-Eigentuemer-von-Samen-Hahn-in-die-Pflicht-_arid,170352_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge der immer wieder scheiternden Gespräche zwischen Stadt und Eigentümer, wie das Samen-Hahn Gelände weiter genutzt werden könne, beschloss die Stadtverordnetenversammlung am 24. März 2011, dem Magistrat umgehend mit der Einleitung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme für den Bereich Samen-Hahn beginnen zu lassen und zudem sämtliche rechtliche zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bis zur letzten Instanz zu nutzen, die zur Umsetzung erforderlich seien (Ja: CDU/GR/FDP/FW/BLG; StE: SPD/LINKE)&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/3554/2011&amp;quot;&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12005 Entwicklungsmaßnahmen &amp;quot;Schandfleck Samen-Hahn&amp;quot;], Antrag der Fraktionen CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP vom 04.02.2011, STV/3554/2011&amp;lt;/ref&amp;gt;, jedoch ist ein Berichtsantrag auf dem März 2012, der nach den seitdem ergriffenen Maßnahmen fragt, bis heute vom Magistrat unbeantwortet geblieben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12859 ''Berichtsantrag betreffend Entwicklungsmaßnahme „Schandfleck Samen Hahn“''], Antrag der CDU-Fraktion vom 25.02.2012, Vorlage: STV/0746/2012&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Abriss des Eckgebäudes ====&lt;br /&gt;
[[Datei:SamenHahn2011.jpg|thumb|right|350px|Rückseite des Eckgebäudes an der Bahnhofstraße/Reichensand, Stand 2011]]&lt;br /&gt;
Im April 2012 beantragte der Eigentümer aufgrund eines Gutachtens, das das Samen-Hahn Gebäude an der Ecke Reichensand/Bahnhofstraße für akut einstürzgefährdet einstuft, den Abbruch dieses Gebäudes. Dieser, der gemeinsam mit dem Gutachten bei der städtischen Bauverwaltung eingereicht wurde, führte umgehend zu Straßensperrungen am Kreuzungsbereich Bahnhofstraße/Reichensand/Schanzenstraße sowohl für den Fahr- als auch für den Fußverkehr. Infolge dessen wurde von der Stadt eine Überprüfung der Statik beauftragt und ein Gutachten über die Frage der Sicherung und des Erhaltes der Fassaden des denkmalgeschützten Gebäudes in Auftrag gegeben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessen.de/index.phtml?call=detail&amp;amp;css=&amp;amp;La=1&amp;amp;FID=684.8808.1&amp;amp;&amp;amp;sNavID=1894.1&amp;amp;ffmod=pres&amp;amp;ffsm=1 ''Samen-Hahn Gebäude einsturzgefährdet - Straßensperrung''], Pressemitteilung der Stadt Gießen vom 12.04.2012 ([https://web.archive.org/web/20140805152737/http://www.giessen.de/index.phtml?call=detail&amp;amp;css=&amp;amp;La=1&amp;amp;FID=684.8808.1&amp;amp;&amp;amp;sNavID=1894.1&amp;amp;ffmod=pres&amp;amp;ffsm=1 Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der Stadtverordnetenversammlung vom 24.05.2012 forderten die Abgeordneten den Magistrat auf, keine Genehmigung für den Abiss der historischen Fassade des Gebäudes &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; zu erteilen, bis der zuständige Fachausschuss in einer kurzfristigen Sondersitzung informiert worden ist (Ja: SPD, CDU, FR, FW, LINKE, FDP; StE: PIR, LB/BLG),&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12980 ''Reichensand/Bahnhofstraße (ehem. Samen-Hahn)''], Antrag der Fraktionen SPD und Bündnis 90/Die Grünen vom 27.04.2012, Vorlage: STV/0856/2012&amp;lt;/ref&amp;gt; zudem wird der Beschluss von 24.03.2011&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/3554/2011&amp;quot;/&amp;gt; bekräftigt, mit der Einleitung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme zu beginnen (Ja: SPD, CDU, GR, FW, LINKE, FPD, LB/BLG; StE: PIR) und den Magistrat zu beauftragen, sämtliche rechtlich zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bis zur letzten Instanz zu nutzen, die zur Umsetzung der Maßnahme erforderlich sind (Ja: SPD, CDU, GR, LINKE, FDP, LB/BLG; Nein: FW; StE: PIR).&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;/&amp;gt; Zudem wurde der Magistrat aufgefordert, die haushaltsrechlichen Möglichkeiten für einen Erwerb des Gebäudes zu schaffen (Ja: SPD, CDU, GR, LINKE, FDP; Nein: FW, LB/BLG; StE: PIR).&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Einreichung eines Gutachtens über die Gefährdung des Einsturzes des Samen-Hahn Doppelhauses, entschied die Stadt das Haus im Juni 2012 nach 114 Jahren einschließlich 30 Jahren Leerstand abzureißen. Dazu gab es dann ganz unterschiedliche Standpunkte aus der Bevölkerung. Während die einen den Abriss bedauerten, äußerten die anderen sich erleichtert darüber dass sich nun endlich etwas bewegte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gaz-2012-06-23&amp;quot; /&amp;gt; Ein Abbruchspezialist äußerte sich dazu mit den Worten &amp;quot;Selten habe man eine derart 'faule Bude' abgerissen&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Abriss-Ab-Donnerstag-sollen-Strassen-wieder-frei-sein-_arid,350637_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''Samen-Hahn-Abriss: Ab Donnerstag sollen Straßen wieder frei sein''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 26.06.2012 ([https://web.archive.org/web/20120630031004/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Abriss-Ab-Donnerstag-sollen-Strassen-wieder-frei-sein-_arid,350637_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der folgenden Sitzung am 27. Juni 2012 beschloss die Stadtverordnetenversammlung infolge der Entscheidung,das Eckhaus abzureißen einstimmig die Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes &amp;quot;GI 01/36 Reichensand/Bahnhofstraße&amp;quot;, der den gesamten Block zwischen Reichensand, Bahnhofstaße und Westanlage umfasst und setzten als Sanierungsziel fest, dass ein Neubau an der Straßenecke Bahnhofstraße/Reichensand sich in Kubtur, Gestalt und Materialität am Vorgängerbau &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; orientieren muss. Davon sind sowohl Teile des Bebauungsplanes Nr. 56 &amp;quot;Stadtmitte II&amp;quot;, als auch, mit Ausnahme der Vehrkehrsflächen, der gesamte Bebauungsplan G 1/09 betroffen, die durch diesen neuen ersetzt werden sollen. Gleichzeitig gehört das Gebiet zum [[Sanierungsgebiet „Schanzenstraße/Mühlstraße“]], bei dem ein wesentliches Ziel darin besteht, die Blockrandbebauung in der Bahnhofstraße zu erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=13049 ''Aufstellung eines Bebauungsplanes GI 01/36 &amp;quot;Reichensand/Bahnhofstraße&amp;quot;; hier: Einleitungsbeschluss, Bekanntmachung''], Antrag des Magistrats vom 29.05.2012, Vorlage: STV/0920/2012&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser befindet sich weiterhin in Planung. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Umfrage der GAZ nach den Wünschen der Leser für das Jahr 2013 wird deutlich das die anderen Gebäude im Besitz der Eigentümerfamilie Shobeiri, wie beispielsweise die Alte Post nicht das gleiche Schicksal ereilen soll wie dem Samen-Hahn-Gebäude. Außerdem wünschten sich viele Bürger das das freie Gelände doch einer &amp;quot;attraktiven Nachfolgenutzung (...)&amp;quot; zugeführt werden solle.&amp;lt;ref&amp;gt;''Auch Scheich soll Gartenschau-Fan werden'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.01.2013, Ausgabe Nr. 6, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Stadt ließ durch das Frankfurter Büro Meurer mit Architekten, Stadtplanern und Ingenieuren eine Studie ausstellen, welche mögliche Neubauplanungen für die Brachfläche darlegen soll. Diese wurden dann im März 2013 in einem Bürgergespräch im Rathaus vorgestellt und diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Bürgergespräch&amp;quot; zum Samen-Hahn-Areal'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 16.03.2013, Ausgabe Nr. 64, Seite 31&amp;lt;/ref&amp;gt; Professor Dr. Meurer stellte vier unterschiedliche Bebauungsstudien vor, von einem Nachbau des Originals über die Nachahmung der Fassade, einer Kombination aus alter Struktur und neuen modernen Materialien bis zu einem modernen Neubau ohne historische Elemente. Die dritte und vierte Variante besäßen fünf Geschosse, während die erste und zweite wie das abgerissene Samen-Hahn-Gebäude nur vier erreichen würde. Die Stadtverordnetenversammlung beauftragte jedoch &amp;quot;bei einem Neubau die Kubatur des Originals zu erhalten&amp;quot;. Eine originalgetreue Nachbildung des Gebäudes würde jedoch kaum möglich sein, da dafür nicht ausreichend Dokumente der Gründerzeit vorlägen. Aus diesem Grund wurde die zweite Variante in Betracht gezogen, da mit der Fassadenkonstruktion weniger Probleme anfielen. Diese Planungen beschäftigen sich nur mit dem Neubau des abgerissenen Hauses; es sind jedoch drei weitere Häuser auf der restlichen Freifläche geplant. Hauptsächlich würden die Gebäude dann für Wohnungen genutzt, außerdem eventuell Büro- und Geschäftsräume im Erdgeschoss. Für die PKWs ist eine Tiefgarage angedacht. Professor Meurer versprach eine Bebauung bis 2017. Die anwesenden Bürger äußerten sich gemischt zu den vorgestellten Bebauungsplänen; keine der Varianten wurde abgelehnt. Auch der Grundstückseigentümer Karim Shobeiri interessierte sich für die Planungen und gab an &amp;quot;eine Neubebauung 'so schnell wie möglich umzusetzen'&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Bebauung-bis-2017-_arid,409025_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''Samen-Hahn_bebauung bis 2017?''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.03.2013 ([https://web.archive.org/web/20130323071239/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Bebauung-bis-2017-_arid,409025_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In mehreren Leserbriefen sprachen sich Bürger für Variante 1 oder eventuell Variante 2 aus, um den Stil des abgerissenen historischen Gebäudes in einem Neubau wieder aufleben zu lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Für Plan Nummer 1'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 10.04.2013, Ausgabe Nr. 83, Seite 27&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;''Magistrat muss sich durchsetzen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 03.04.2013, Ausgabe Nr. 77, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Sitzung des Denkmalbeirats der Stadt Gießen im Dezember 2013 wurde auch besprochen dass von Seiten der Eigentümer ein Lebensmittelmarkt un dein Wohnkonzept für die Neubebauung gewünscht ist, dies jedoch mit den Plänen des Architektenteams für einen offenen Bau nicht zu vereinbaren ist.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---[Datei: Protokoll vom 19.12.2013.pdf]---&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der Stadtverordnetenversammlung im Februar 2014 wurde jedoch geäußert dass die Bebauungspläne von Seiten des Architekten Meurer weiter entwickelt werden könnten um den Wünschen der Eigentümer gerecht zu werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=14235 ''Berichtsantrag zum Grundstück des abgerissenen Samen-Hahn-Gebäudes''], Antrag der CDU-Fraktion vom 12.12.2013, Vorlage: STV/1972/2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Stattdessen wird dieser vorraussichtlich nach der Sommerpause 2014 der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Counter}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Shobeiri]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan GI 01/36]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan GI 01/09]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan G57a]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CUcke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.giessen.wiki/index.php?title=Neubau_Chemie&amp;diff=846</id>
		<title>Neubau Chemie</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.giessen.wiki/index.php?title=Neubau_Chemie&amp;diff=846"/>
		<updated>2014-08-26T16:47:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CUcke: /* Kontroverse an den Arbeitsbedingungen auf der Baustelle */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Vorlage:UnvollständigeSeite}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Infobox Gebäude&lt;br /&gt;
|Name            = Neubau Chemie&lt;br /&gt;
|Adresse         = Gießen&lt;br /&gt;
|Bild            = [[Datei:ChemieNeubauSeitenansicht.jpg | 300px]]&lt;br /&gt;
|Bauherr         = Land Hessen&lt;br /&gt;
|Betreiber       = Justus-Liebig-Univerität&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Der Neubau der Chemie ist ein aktuelles Bauprojekt der Justus-Liebig-Universität Gießen am Naturwissenschafts-Campus zwischen Heinrich-Buff-Ring und Schwarzacker. Der Spatenstich fand am 29.11.2010 statt und bis zum ersten Quartal 2015 soll dort ein Ersatzgebäude für das alte Chemie-Hochhaus mit über 13000 Quadratmetern Nutzfläche entstehen. In ihm sollen 6 Institute untergebracht werden, die zur Zeit noch auf die Gebäude Heinrich-Buff-Ring 58 und Schubertstraße 60 (Altes Bundeswehrkrankenhaus) aufgeteilt sind, sowie in einem separaten Hörsaalgebäude ein großer Hörsaal mit rund 600 Plätzen, sowie je zwei kleinere mit 300 und 120 Plätzen untergebracht werden. Die Baukosten betragen über 110 Mio. Euro inkl. Ersteinrichtung. Der Chemieneubau wird damit das bis dato zweitteurste Gebäude der Stadt Gießen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Hochschulen/Artikel,-Neue-Chemie-wird-spaeter-fertig-_arid,475932_regid,1_puid,1_pageid,322.html ''Neue Chemie wird später fertig''], Gießener Allgemeine vom 07.02.2014 ([https://web.archive.org/web/20140706194910/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Hochschulen/Artikel,-Neue-Chemie-wird-spaeter-fertig-_arid,475932_regid,1_puid,1_pageid,322.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Planungen für Neubau der Chemie ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 2002 wurden erste Planungen öffentlich, dass ein Neubau der Chemie vor dem existierenden Chemie-Hochhaus und dem Leihgesterner Weg entstehen soll, da dieses in einem inakzeptablen Zustand ist und zum Teil Teile der Aussenfassade schon abgefallen waren. Eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ergab, dass eine Sanierung des Bestandsgebäudes mit 12 Stockwerken und 14000 Quadratmetern Nutzfläche fast 100 Mio. Euro kosten würde und damit mehr als doppelt so teuer wäre wie ein Neubau, welcher rund 40 Mio. Euro kosten würde. Der Neubau wird jeweils zur Hälfte von Bund und Land finanziert, während einzig die Universität für Kosten zur Unterhaltung des Altbaus herangezogen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gaz-2002-06-25&amp;quot;&amp;gt;''Chemie-Neubau für 40 Millionen Euro geplant''', Gießener Allgemeine vom 25.06.2002, Ausgabe 144, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Neubauvorhaben sollte mit 7000m² Nutzfläche weniger Fläche als das alte Gebäude haben, da die Chemie weniger Studierende hat als noch in den 70er und 80er Jahren. In dem dann leerstehenden alten Chemie-Hochhaus könnten dann Bereiche einziehen, die noch im Innenstadtbereich Zeughaus untergebracht sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gaz-2002-06-25&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
SPD Landtagsabgeordneter Schäfer-Gümbel forderte die Landesregierung im Februar 2007 nach einer Anfrage von 2006 auf, den Zeitplan für Sanierung oder bestenfalls Neubau an der JLU nachzukommen, wobei ein Planungsauftrag bis Ende des Vorjahres von Seiten der Regierung geplant gewesen war. Zu diesem Zeitpunkt wurden die Kosten eines Neubaus mit 90 bis 110 Millionen Euro bemessen.&amp;lt;ref&amp;gt;JLU-Chemie sanieren, Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.02.2007, Ausgabe 47, Seite 30&amp;lt;/ref&amp;gt;Das alte Chemie-Hochhaus war zuvor schon aufgrund von Mängeln im Brandschutz und Asbestsanierung für ca. 2 Millionen teils saniert worden.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;Kleine Anfrage des Abgeordneten Schäfer-Gümbel der SPD vom 07.09.2006 betreffend bauliche Situation des Fachbereichs 08 - Chemie an der JLU Gießen und Antwort des Ministers für Wissenschaft und Kunst (Hessischer Landtag, 15.11.2006)''/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
------(Datei: 05897.pdf)------&lt;br /&gt;
Im März 2007 wurde dann bekannt das der Neubau der Chemie mit einer Förderung vom Land Hessen in naher Zukunft durchgeführt werden wird. &amp;lt;ref&amp;gt;540 Millionen Euro für Hochschulstandort Gießen, Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.03.2007, Ausgabe 68, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt;Im Januar 2008 wurde veröffentlicht dass das alte Chemie-Hochhaus im Rahmen einer Neubebauung abgerissen werden soll, da dieses nach mehrfacher Begehung &amp;quot;als nicht sanierungsfähig&amp;quot; &amp;lt;ref name= &amp;quot;gaz-2008-01-24&amp;quot;&amp;gt;Gießener Müllgebühren bleiben vorerst stabil, Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.01.2008, Ausgabe 20, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; eingestuft wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Nächstes Großprojekt im Hochschulbau naht, Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.01.2008, Ausgabe 14, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Neubau sollte dann an der Ecke Leihgesterner Weg/Schwarzacker entstehen, jedoch nicht vor 2012/2013 fertig werden. In 2010 sollte die Baumaßnahme in den Haushalt des Landes Hessen aufgenommen und dann für ca 90 Millionen Euro umgesetzt werden. Auf der Fläche des ehemaligen Chemiehochhauses wurden Grünflächen und eine Mensa eingeplant.&amp;lt;ref name= &amp;quot;gaz-2008-01-24&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Planungsrechtliche Absicherung und Baubeginn ===&lt;br /&gt;
In der Stadtverordnetenversammlung am 07.02.2008 wurde die Einläutung und die Bekanntmachung der 1. Änderung des Bebauungsplans G38 &amp;quot;Südviertel I&amp;quot; einstimmig (Ja: CDU, SPD, GR, LINKE, FDP, FW; StE: Stv. Koch-Michel) beschlossen. Die Änderung eines Teilgebietes des seit 1978 gültigen Bebauungsplanes war nötig für die Absicherung des Neubaus der Chemie, da auf dem vorgesehenen Standort eine unbebaubare Vorhaltefläche für eine in den 70er Jahren geplante Osttangente fesgesetzt ist. Auch soll aufgrund der entlang des Wartweges festgesetzen reinen Wohngebiete eine planungsrechtliche Konfliktlösung zwischen den vorhandenen Universitäts- und Wohnnutzungen erreicht werden. Zusätzlich soll mit dem Plan auch eine Neuordnung der Verkehrsanbindung des Campus planerisch festgeschrieben werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=9877 ''Bebauungsplan G 38 &amp;quot;Südviertel I&amp;quot;, 1. Änderung, hier: Einleitungsbeschluss, Bekanntmachung''], Antrag des Magistrats vom 14.12.2007, Vorlage: STV/1419/2007&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 12.05.2010 fasste die Stadtverordnetenversammlung einstimmig (Ja: CDU, SPD, GR, LINKE, FDP, FW; StE: BLG) den Entwurfsbeschluss und den Beschluss zur Offenlegung.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=11361 ''Bebauungsplan G 38 &amp;quot;Südviertel I&amp;quot;, 1. Änderung hier: Entwurfsbeschluss und Offenlegung''], Antrag des Magistrats vom 11.02.2010, Vorlage: STV/2913/2010&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Satzungsbeschluss mit den Abwägungen wurde am 07.10.2010 von der Stadtverordnetenversammlung einstimmig (Ja: CDU, SPD, GR, FDP, FW; StE: LINKE, BLG) gefasst.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=11733 ''Bebauungsplan G 38 &amp;quot;Südviertel I&amp;quot;, 1. Änderung, hier: Abwägung und Satzungsbeschluss''], Antrag des Magistrats vom 06.09.2010, Vorlage: STV/3283/2010&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Vergabe und Baubeginn ===&lt;br /&gt;
Bei einem städtebaulichen Wettbewerb wurden zum neuen, durch das Hochschulbauprogramm Heureka des Landes Hessen finanzierten, Chemie-Gebäude zwei Vorschläge ausgewählt, die mit je 75.000 Euro dotiert waren. Die zwei prämierten Entwürfe von Gerber Architekten (Dortmund) und Auer + Weber + Assoziierte (München) sahen ein lichtdurchflutetes und offenes Gebäude mit bis zu vier Stockwerken vor, welches im Kontrast zum alten Chemie-Hochhaus steht. Auch Aspekte der Ökologie und Nachhaltigkeit spielten bei der Planung eine große Rolle.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Zwei-Entwuerfe-gemeinsam-vorn-_arid,37580_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''Zwei Entwürfe gemeinsam vorn''], Gießener Allgemeine vom 16.05.2008&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Finale Planung des Neubauvorhabens ==&lt;br /&gt;
Im August 2008 ist die Entscheidung für den finalen Entwurf für das neue Chemiegebäude gefallen. Im bis zu dreigeschossigen Entwurf des Dortmunder Architekturbüros Gerber finden sich auf 13000qm zwei Haupteingänge und im Inneren des Gebäudes eine gläserne Längsachse sowie mehrere Galeriegänge. Außerdem soll die Forschung in einem extra Gebäudeteil untergebracht werden. Auch soll es ein eigenständiges Hörsaalgebäude geben, welches westlich vom Institutsgebäude platziert werden wird. Von den Galeriegängen gehen dann die Institute und Laborübungsräume ab. Die Oberfläche ist durchgängig gläsern mit unterschiedlichen Farben und das Gebäude umschließt einen begrünten Innenhof.&amp;lt;ref&amp;gt;Ein offenes Gebäude mit freigestelltem Hörsaal, Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.08.2008, Ausgabe 197, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 20. April 2009 haben dann die Vorarbeiten zur Sondierung des Untergrundes mit Kernbohrungen begonnen. Die Kosten für den Bau wurden aufgrund von marktbedingten Preissteigerungen mit 110 Millionen Euro berechnet, wovon 11 Millionen Euro für die Erstausstattung eingeplant wurden. &amp;lt;ref&amp;gt;Vorarbeiten für Neubau der Chemie sind angelaufen, Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.04.2009, Ausgabe 94, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Am Montag, 29.11.2010, wurde das Projekt Chemieneubau mit dem Spatenstich auf den Weg gebracht. Es ist von großer Bedeutung für das Fach Chemie an der JLU, welches in den vergangenen Jahren mit Aufschwung vorangekommen ist und vorallem mit neuer hochwertiger Laboreinrichtung konkurrenzfähig bleiben wird. Zu diesem Zeitpunkt war der Bezug des Neubaus für August 2013 geplant, wobei die Zukunft des alten Chemiehochhauses bezüglich Abriss oder Sanierung wieder offen war.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Spatenstich-fuer-neue-JLU-Chemie-_arid,223631_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''&lt;br /&gt;
Spatenstich für neue JLU-Chemie''], Gießener Allgemeine vom 30.11.2010 (Archivierte Version) ([https://web.archive.org/web/20130216105604/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Spatenstich-fuer-neue-JLU-Chemie-_arid,223631_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.uni-giessen.de/cms/ueber-uns/pressestelle/pm/pm293-10 ''Erster Spatenstich für Chemie-Neubau''], Pressemitteilung der Justus-Liebig-Universität vom 25.11.2010 ([https://web.archive.org/web/20140811095516/http://www.uni-giessen.de/cms/ueber-uns/pressestelle/pm/pm293-10 Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;das Richtfest folgte am 19.03.2012 statt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Neue-Chemie-schafft-beste-Arbeitsbedingungen-_arid,328506_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''Neue Chemie schafft beste Arbeitsbedingungen''], Gießener Allgemeine vom 19.03.2012 ([https://web.archive.org/web/20130216105116/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Neue-Chemie-schafft-beste-Arbeitsbedingungen-_arid,328506_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im März 2012 feierte die JLU das Richtfest für den Neubau des Chemiegebäudes. Die konkreten Planungen für das Gelände beziehen sich auf ein neues Instituts- und ein Hörsaalgebäude mit sechs Instituten, Dekanat, Prüfungsamt, Chemikalienlager und Glasbläserei.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Neue-Chemie-schafft-beste-Arbeitsbedingungen-_arid,328506_regid,1_puid,1_pageid,113.html &amp;quot;Neue Chemie schafft beste Arbeitsbedingungen&amp;quot;], Gießener Allgemeine Zeitung vom 20.03.2012 &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.uni-giessen.de/cms/ueber-uns/pressestelle/pm/pm41%20b-12 ''Richtfest für den Neubau des Instituts- und Hörsaalgebäudes Chemie''], Pressemitteilung der Justus-Liebig-Universität vom 19.03.2012 ([https://web.archive.org/web/20140813132608/http://www.uni-giessen.de/cms/ueber-uns/pressestelle/pm/pm41%20b-12 Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im neuen Gebäude sollen fünf Hörsäle enstehen, wobei der größte von diesen Platz für 600 Studierende bieten wird, sowie zwei weitere mit 300 und 120 Sitzplätzen. Für Ende 2013 war bereits der Probebetrieb des Gebäudes angedacht. Die Gesamtlebensdauer des Gebäudes wurde auf 30 Jahre veranschlagt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Hochschulen/Artikel,-Neue-Chemie-Probelauf-startet-Ende-des-Jahres-_arid,400145_regid,1_puid,1_pageid,322.html &amp;quot;Probelauf startet Ende des Jahres&amp;quot;], Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.02.2013&amp;lt;/ref&amp;gt;Entgegen anderslautender Planungen muss das alte Gebäude jedoch noch mindestens ein paar Jahre weiter genutzt werden, da das Altgebäude noch Teile der Biologie, der Biochemie und anderer Disziplininen sowie der Verwaltung beherbergt.&amp;lt;ref&amp;gt;''„Für eine Chemie des 21. Jahrhunderts“, Gießener Anzeiger vom 20.03.2012, Ausgabe 68, Seite 17&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Februar 2014 zeichnet sich dann ab das der geplante Bezugstermin nicht eingehalten werden kann, sodass dieser sich vermutlich bis in das erste Quartal 2015 hinzieht. Die Gründe dafür liegen vorallem in der Installation von Sicherheitsanlagen und Gestaltung der Außenanlagen. Auch werden die beim Richtfest genannten Gesamtkosten vermutlich höher ausfallen als bisher veranschlagt, sodass der Neubau das zweitteuerste Gebäude nach dem Klinikum in Gießen sein wird. Dieser Umstand ist zurückzuführen auf höhere Kosten für Laboreinrichtung und Preissteigerungen im Bausektor.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Hochschulen/Artikel,-Neue-Chemie-wird-spaeter-fertig-_arid,475932_regid,1_puid,1_pageid,322.html ''Neue Chemie wird später fertig''], Gießener Allgemeine vom 07.02.2014 ([https://web.archive.org/web/20140706194910/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Hochschulen/Artikel,-Neue-Chemie-wird-spaeter-fertig-_arid,475932_regid,1_puid,1_pageid,322.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kontroverse an den Arbeitsbedingungen auf der Baustelle ===&lt;br /&gt;
Im November 2013 wurde auch bekannt das bei dem Neubau der Chemie mindestens elf Arbeiter aus Rumänien deutlich mehr als die erlaubten zehn Stunden am Tag bzw. 60 Stunden in der Woche arbeiten mussten.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Baubranche-Gewerkschafter-schlagen-Alarm-_arid,324696_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''Baubranche: Gewerkschafter schlagen Alarm''], Gießener Allgemeine vom 03.03.2012 ([https://web.archive.org/web/20120506102226/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Baubranche-Gewerkschafter-schlagen-Alarm-_arid,324696_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&amp;lt;ref/&amp;gt; Haften muss für diese Verfehlungen der Generalunternehmer, in diesem Fall die Ed. Züblin AG. Diese teilte sogleich mit die rechtlichen Schritte gegen die beauftragten Subunternehmen zu unterstützen und auch zukünftig mit einem strengen Auswahlverfahren solche Verstöße verhindern zu wollen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/beauftragtes-subunternehmen-hat-bei-chemie-neubau-falsche-angaben-gemacht_13615686.htm &amp;quot;Beauftragtes Subunternehmen hat bei Chemie-Neubau falsche Angaben gemacht&amp;quot;], Gießener Anzeiger vom 14.11.2013&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ein Arbeiter kam bei einem Arbeitsunfall am 10.10.2011 ums Leben, als eine Betonsäule umstürzte und dieser mit einem weiteren Arbeiter in die Tiefe stürzte.&amp;lt;ref&amp;gt;''Baustellenunfall: Ein Arbeiter tot'', Gießener Anzeiger vom 13.10.2011, Ausgabe 238, Seite 13&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.katja-bjoern.de/2011/10/11/todlicher-arbeitsunfall-neubau-chemie-jlu-giessen/&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan G38]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:HEUREKA]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Anträge:'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
(2006 - 2011)&lt;br /&gt;
* [http://www.parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=9877 Bebauungsplan G 38 &amp;quot;Südviertel I&amp;quot;, 1. Änderung, hier: Einleitungsbeschluss, Bekanntmachung, Antrag des Magistrats vom 14.12.2007, Vorlage: STV/1419/2007]&lt;br /&gt;
* [http://www.parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=10797 Bürgerinformationsveranstaltung zum Chemikum, Antrag der SPD-Fraktion vom 20.04.2009, Vorlage: STV/2346/2009]&lt;br /&gt;
* [http://www.parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=11361 Bebauungsplan G 38 &amp;quot;Südviertel I&amp;quot;, 1. Änderung hier: Entwurfsbeschluss und Offenlegung, Antrag des Magistrats vom 11.02.2010, Vorlage: STV/2913/2010]&lt;br /&gt;
* [http://www.parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=11733 Bebauungsplan G 38 &amp;quot;Südviertel I&amp;quot;, 1. Änderung, hier: Abwägung und Satzungsbeschluss, Antrag des Magistrats vom 06.09.2010, Vorlage: STV/3283/2010]&lt;br /&gt;
* [http://www.parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=11880 Anordnung der Umlegung &amp;quot;Südviertel I&amp;quot;, Bebauungsplan G 38 Südviertel, 1. Änderung, Antrag des Magistrats vom 16.11.2010, Vorlage: STV/3428/2010]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zeitungsartikel:'''&lt;br /&gt;
* [http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Zwei-Entwuerfe-gemeinsam-vorn-_arid,37580_regid,1_puid,1_pageid,113.html Gießener Allgemeine: Zwei Entwürfe gemeinsam vorn (15.05.2008)] ([https://web.archive.org/web/20140706200427/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Zwei-Entwuerfe-gemeinsam-vorn-_arid,37580_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&lt;br /&gt;
* [http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Hochschulmedizin-erhaelt-einen-Neubau-_arid,96187_regid,1_puid,1_pageid,113.html Gießener Allgemeine: Hochschulmedizin erhält einen Neubau (18.03.2009] ([https://web.archive.org/web/20140706201007/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Hochschulmedizin-erhaelt-einen-Neubau-_arid,96187_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&lt;br /&gt;
* [http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Vorarbeiten-fuer-Neubau-der-Chemie-sind-angelaufen-_arid,102796_regid,1_puid,1_pageid,113.html Gießener Allgemeine: Vorarbeiten für Neubau der Chemie sind angelaufen (22.04.2009)] ([https://web.archive.org/web/20140706195514/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Vorarbeiten-fuer-Neubau-der-Chemie-sind-angelaufen-_arid,102796_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&lt;br /&gt;
* [http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Magistrat-macht-Weg-fuer-mehrere-Bebauungsplaene-frei-_arid,206561_regid,1_puid,1_pageid,113.html Gießener Allgemeine: Magistrat macht Weg für mehrere Bebauungspläne frei (14.09.2010)] ([https://web.archive.org/web/20140706200709/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Magistrat-macht-Weg-fuer-mehrere-Bebauungsplaene-frei-_arid,206561_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&lt;br /&gt;
* [http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Spatenstich-fuer-neue-JLU-Chemie-_arid,223631_regid,1_puid,1_pageid,113.html Gießener Allgemeine: Spatenstich für neue JLU-Chemie (30.11.2010)] ([https://web.archive.org/web/20130216105604/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Spatenstich-fuer-neue-JLU-Chemie-_arid,223631_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&lt;br /&gt;
* [http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Baubranche-Gewerkschafter-schlagen-Alarm-_arid,324696_regid,1_puid,1_pageid,113.html Gießener Allgemeine: Baubranche: Gewerkschafter schlagen Alarm (03.03.2012)] ([https://web.archive.org/web/20120405135042/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Baubranche-Gewerkschafter-schlagen-Alarm-_arid,324696_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&lt;br /&gt;
* [http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Neue-Chemie-schafft-beste-Arbeitsbedingungen-_arid,328506_regid,1_puid,1_pageid,113.html Gießener Allgemeine: Neue Chemie schafft beste Arbeitsbedingungen (19.03.2012)] ([https://web.archive.org/web/20130216105116/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Neue-Chemie-schafft-beste-Arbeitsbedingungen-_arid,328506_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&lt;br /&gt;
* [http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Neue-Chemie-Probelauf-startet-Ende-des-Jahres-_arid,400145_regid,1_puid,1_pageid,113.html Gießener Allgemeine: Neue Chemie: Probelauf startet Ende des Jahres (10.02.2013)] ([https://web.archive.org/web/20140706195819/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Neue-Chemie-Probelauf-startet-Ende-des-Jahres-_arid,400145_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&lt;br /&gt;
* [http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/probebetrieb-soll-ende-2013-anlaufen_12824843.htm Gießener Anzeiger: Probebetrieb soll Ende 2013 anlaufen (11.02.2013)] ([https://web.archive.org/web/20140706202456/http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/probebetrieb-soll-ende-2013-anlaufen_12824843.htm Archivierte Version])&lt;br /&gt;
* [http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/beauftragtes-subunternehmen-hat-bei-chemie-neubau-falsche-angaben-gemacht_13615686.htm Gießener Anzeiger: Beauftragtes Subunternehmen hat bei Chemie-Neubau falsche Angaben gemacht (14.11.2013)] ([https://web.archive.org/web/20140706201916/http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/beauftragtes-subunternehmen-hat-bei-chemie-neubau-falsche-angaben-gemacht_13615686.htm Archivierte Version])&lt;br /&gt;
* [http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Hochschulen/Artikel,-Neue-Chemie-wird-spaeter-fertig-_arid,475932_regid,1_puid,1_pageid,322.html Gießener Allgemeine: Neue Chemie wird später fertig (07.02.2014)] ([https://web.archive.org/web/20140706194910/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Hochschulen/Artikel,-Neue-Chemie-wird-spaeter-fertig-_arid,475932_regid,1_puid,1_pageid,322.html Archivierte Version])&lt;br /&gt;
* [http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/hochschule/einzug-in-chemie-neubau-rueckt-naeher_13884945.htm Gießener Anzeiger: Einzug in Chemie-Neubau rückt näher (18.02.2014)] ([https://web.archive.org/web/20140706202152/http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/hochschule/einzug-in-chemie-neubau-rueckt-naeher_13884945.htm Archivierte Version])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan G38]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gerber Architekten]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heureka]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CUcke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.giessen.wiki/index.php?title=Neubau_Chemie&amp;diff=845</id>
		<title>Neubau Chemie</title>
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		<updated>2014-08-26T16:46:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CUcke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Vorlage:UnvollständigeSeite}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Infobox Gebäude&lt;br /&gt;
|Name            = Neubau Chemie&lt;br /&gt;
|Adresse         = Gießen&lt;br /&gt;
|Bild            = [[Datei:ChemieNeubauSeitenansicht.jpg | 300px]]&lt;br /&gt;
|Bauherr         = Land Hessen&lt;br /&gt;
|Betreiber       = Justus-Liebig-Univerität&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Der Neubau der Chemie ist ein aktuelles Bauprojekt der Justus-Liebig-Universität Gießen am Naturwissenschafts-Campus zwischen Heinrich-Buff-Ring und Schwarzacker. Der Spatenstich fand am 29.11.2010 statt und bis zum ersten Quartal 2015 soll dort ein Ersatzgebäude für das alte Chemie-Hochhaus mit über 13000 Quadratmetern Nutzfläche entstehen. In ihm sollen 6 Institute untergebracht werden, die zur Zeit noch auf die Gebäude Heinrich-Buff-Ring 58 und Schubertstraße 60 (Altes Bundeswehrkrankenhaus) aufgeteilt sind, sowie in einem separaten Hörsaalgebäude ein großer Hörsaal mit rund 600 Plätzen, sowie je zwei kleinere mit 300 und 120 Plätzen untergebracht werden. Die Baukosten betragen über 110 Mio. Euro inkl. Ersteinrichtung. Der Chemieneubau wird damit das bis dato zweitteurste Gebäude der Stadt Gießen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Hochschulen/Artikel,-Neue-Chemie-wird-spaeter-fertig-_arid,475932_regid,1_puid,1_pageid,322.html ''Neue Chemie wird später fertig''], Gießener Allgemeine vom 07.02.2014 ([https://web.archive.org/web/20140706194910/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Hochschulen/Artikel,-Neue-Chemie-wird-spaeter-fertig-_arid,475932_regid,1_puid,1_pageid,322.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Planungen für Neubau der Chemie ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 2002 wurden erste Planungen öffentlich, dass ein Neubau der Chemie vor dem existierenden Chemie-Hochhaus und dem Leihgesterner Weg entstehen soll, da dieses in einem inakzeptablen Zustand ist und zum Teil Teile der Aussenfassade schon abgefallen waren. Eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ergab, dass eine Sanierung des Bestandsgebäudes mit 12 Stockwerken und 14000 Quadratmetern Nutzfläche fast 100 Mio. Euro kosten würde und damit mehr als doppelt so teuer wäre wie ein Neubau, welcher rund 40 Mio. Euro kosten würde. Der Neubau wird jeweils zur Hälfte von Bund und Land finanziert, während einzig die Universität für Kosten zur Unterhaltung des Altbaus herangezogen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gaz-2002-06-25&amp;quot;&amp;gt;''Chemie-Neubau für 40 Millionen Euro geplant''', Gießener Allgemeine vom 25.06.2002, Ausgabe 144, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Neubauvorhaben sollte mit 7000m² Nutzfläche weniger Fläche als das alte Gebäude haben, da die Chemie weniger Studierende hat als noch in den 70er und 80er Jahren. In dem dann leerstehenden alten Chemie-Hochhaus könnten dann Bereiche einziehen, die noch im Innenstadtbereich Zeughaus untergebracht sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gaz-2002-06-25&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
SPD Landtagsabgeordneter Schäfer-Gümbel forderte die Landesregierung im Februar 2007 nach einer Anfrage von 2006 auf, den Zeitplan für Sanierung oder bestenfalls Neubau an der JLU nachzukommen, wobei ein Planungsauftrag bis Ende des Vorjahres von Seiten der Regierung geplant gewesen war. Zu diesem Zeitpunkt wurden die Kosten eines Neubaus mit 90 bis 110 Millionen Euro bemessen.&amp;lt;ref&amp;gt;JLU-Chemie sanieren, Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.02.2007, Ausgabe 47, Seite 30&amp;lt;/ref&amp;gt;Das alte Chemie-Hochhaus war zuvor schon aufgrund von Mängeln im Brandschutz und Asbestsanierung für ca. 2 Millionen teils saniert worden.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;Kleine Anfrage des Abgeordneten Schäfer-Gümbel der SPD vom 07.09.2006 betreffend bauliche Situation des Fachbereichs 08 - Chemie an der JLU Gießen und Antwort des Ministers für Wissenschaft und Kunst (Hessischer Landtag, 15.11.2006)''/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
------(Datei: 05897.pdf)------&lt;br /&gt;
Im März 2007 wurde dann bekannt das der Neubau der Chemie mit einer Förderung vom Land Hessen in naher Zukunft durchgeführt werden wird. &amp;lt;ref&amp;gt;540 Millionen Euro für Hochschulstandort Gießen, Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.03.2007, Ausgabe 68, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt;Im Januar 2008 wurde veröffentlicht dass das alte Chemie-Hochhaus im Rahmen einer Neubebauung abgerissen werden soll, da dieses nach mehrfacher Begehung &amp;quot;als nicht sanierungsfähig&amp;quot; &amp;lt;ref name= &amp;quot;gaz-2008-01-24&amp;quot;&amp;gt;Gießener Müllgebühren bleiben vorerst stabil, Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.01.2008, Ausgabe 20, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; eingestuft wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Nächstes Großprojekt im Hochschulbau naht, Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.01.2008, Ausgabe 14, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Neubau sollte dann an der Ecke Leihgesterner Weg/Schwarzacker entstehen, jedoch nicht vor 2012/2013 fertig werden. In 2010 sollte die Baumaßnahme in den Haushalt des Landes Hessen aufgenommen und dann für ca 90 Millionen Euro umgesetzt werden. Auf der Fläche des ehemaligen Chemiehochhauses wurden Grünflächen und eine Mensa eingeplant.&amp;lt;ref name= &amp;quot;gaz-2008-01-24&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Planungsrechtliche Absicherung und Baubeginn ===&lt;br /&gt;
In der Stadtverordnetenversammlung am 07.02.2008 wurde die Einläutung und die Bekanntmachung der 1. Änderung des Bebauungsplans G38 &amp;quot;Südviertel I&amp;quot; einstimmig (Ja: CDU, SPD, GR, LINKE, FDP, FW; StE: Stv. Koch-Michel) beschlossen. Die Änderung eines Teilgebietes des seit 1978 gültigen Bebauungsplanes war nötig für die Absicherung des Neubaus der Chemie, da auf dem vorgesehenen Standort eine unbebaubare Vorhaltefläche für eine in den 70er Jahren geplante Osttangente fesgesetzt ist. Auch soll aufgrund der entlang des Wartweges festgesetzen reinen Wohngebiete eine planungsrechtliche Konfliktlösung zwischen den vorhandenen Universitäts- und Wohnnutzungen erreicht werden. Zusätzlich soll mit dem Plan auch eine Neuordnung der Verkehrsanbindung des Campus planerisch festgeschrieben werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=9877 ''Bebauungsplan G 38 &amp;quot;Südviertel I&amp;quot;, 1. Änderung, hier: Einleitungsbeschluss, Bekanntmachung''], Antrag des Magistrats vom 14.12.2007, Vorlage: STV/1419/2007&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 12.05.2010 fasste die Stadtverordnetenversammlung einstimmig (Ja: CDU, SPD, GR, LINKE, FDP, FW; StE: BLG) den Entwurfsbeschluss und den Beschluss zur Offenlegung.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=11361 ''Bebauungsplan G 38 &amp;quot;Südviertel I&amp;quot;, 1. Änderung hier: Entwurfsbeschluss und Offenlegung''], Antrag des Magistrats vom 11.02.2010, Vorlage: STV/2913/2010&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Satzungsbeschluss mit den Abwägungen wurde am 07.10.2010 von der Stadtverordnetenversammlung einstimmig (Ja: CDU, SPD, GR, FDP, FW; StE: LINKE, BLG) gefasst.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=11733 ''Bebauungsplan G 38 &amp;quot;Südviertel I&amp;quot;, 1. Änderung, hier: Abwägung und Satzungsbeschluss''], Antrag des Magistrats vom 06.09.2010, Vorlage: STV/3283/2010&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Vergabe und Baubeginn ===&lt;br /&gt;
Bei einem städtebaulichen Wettbewerb wurden zum neuen, durch das Hochschulbauprogramm Heureka des Landes Hessen finanzierten, Chemie-Gebäude zwei Vorschläge ausgewählt, die mit je 75.000 Euro dotiert waren. Die zwei prämierten Entwürfe von Gerber Architekten (Dortmund) und Auer + Weber + Assoziierte (München) sahen ein lichtdurchflutetes und offenes Gebäude mit bis zu vier Stockwerken vor, welches im Kontrast zum alten Chemie-Hochhaus steht. Auch Aspekte der Ökologie und Nachhaltigkeit spielten bei der Planung eine große Rolle.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Zwei-Entwuerfe-gemeinsam-vorn-_arid,37580_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''Zwei Entwürfe gemeinsam vorn''], Gießener Allgemeine vom 16.05.2008&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Finale Planung des Neubauvorhabens ==&lt;br /&gt;
Im August 2008 ist die Entscheidung für den finalen Entwurf für das neue Chemiegebäude gefallen. Im bis zu dreigeschossigen Entwurf des Dortmunder Architekturbüros Gerber finden sich auf 13000qm zwei Haupteingänge und im Inneren des Gebäudes eine gläserne Längsachse sowie mehrere Galeriegänge. Außerdem soll die Forschung in einem extra Gebäudeteil untergebracht werden. Auch soll es ein eigenständiges Hörsaalgebäude geben, welches westlich vom Institutsgebäude platziert werden wird. Von den Galeriegängen gehen dann die Institute und Laborübungsräume ab. Die Oberfläche ist durchgängig gläsern mit unterschiedlichen Farben und das Gebäude umschließt einen begrünten Innenhof.&amp;lt;ref&amp;gt;Ein offenes Gebäude mit freigestelltem Hörsaal, Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.08.2008, Ausgabe 197, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 20. April 2009 haben dann die Vorarbeiten zur Sondierung des Untergrundes mit Kernbohrungen begonnen. Die Kosten für den Bau wurden aufgrund von marktbedingten Preissteigerungen mit 110 Millionen Euro berechnet, wovon 11 Millionen Euro für die Erstausstattung eingeplant wurden. &amp;lt;ref&amp;gt;Vorarbeiten für Neubau der Chemie sind angelaufen, Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.04.2009, Ausgabe 94, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Am Montag, 29.11.2010, wurde das Projekt Chemieneubau mit dem Spatenstich auf den Weg gebracht. Es ist von großer Bedeutung für das Fach Chemie an der JLU, welches in den vergangenen Jahren mit Aufschwung vorangekommen ist und vorallem mit neuer hochwertiger Laboreinrichtung konkurrenzfähig bleiben wird. Zu diesem Zeitpunkt war der Bezug des Neubaus für August 2013 geplant, wobei die Zukunft des alten Chemiehochhauses bezüglich Abriss oder Sanierung wieder offen war.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Spatenstich-fuer-neue-JLU-Chemie-_arid,223631_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''&lt;br /&gt;
Spatenstich für neue JLU-Chemie''], Gießener Allgemeine vom 30.11.2010 (Archivierte Version) ([https://web.archive.org/web/20130216105604/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Spatenstich-fuer-neue-JLU-Chemie-_arid,223631_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.uni-giessen.de/cms/ueber-uns/pressestelle/pm/pm293-10 ''Erster Spatenstich für Chemie-Neubau''], Pressemitteilung der Justus-Liebig-Universität vom 25.11.2010 ([https://web.archive.org/web/20140811095516/http://www.uni-giessen.de/cms/ueber-uns/pressestelle/pm/pm293-10 Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;das Richtfest folgte am 19.03.2012 statt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Neue-Chemie-schafft-beste-Arbeitsbedingungen-_arid,328506_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''Neue Chemie schafft beste Arbeitsbedingungen''], Gießener Allgemeine vom 19.03.2012 ([https://web.archive.org/web/20130216105116/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Neue-Chemie-schafft-beste-Arbeitsbedingungen-_arid,328506_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im März 2012 feierte die JLU das Richtfest für den Neubau des Chemiegebäudes. Die konkreten Planungen für das Gelände beziehen sich auf ein neues Instituts- und ein Hörsaalgebäude mit sechs Instituten, Dekanat, Prüfungsamt, Chemikalienlager und Glasbläserei.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Neue-Chemie-schafft-beste-Arbeitsbedingungen-_arid,328506_regid,1_puid,1_pageid,113.html &amp;quot;Neue Chemie schafft beste Arbeitsbedingungen&amp;quot;], Gießener Allgemeine Zeitung vom 20.03.2012 &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.uni-giessen.de/cms/ueber-uns/pressestelle/pm/pm41%20b-12 ''Richtfest für den Neubau des Instituts- und Hörsaalgebäudes Chemie''], Pressemitteilung der Justus-Liebig-Universität vom 19.03.2012 ([https://web.archive.org/web/20140813132608/http://www.uni-giessen.de/cms/ueber-uns/pressestelle/pm/pm41%20b-12 Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im neuen Gebäude sollen fünf Hörsäle enstehen, wobei der größte von diesen Platz für 600 Studierende bieten wird, sowie zwei weitere mit 300 und 120 Sitzplätzen. Für Ende 2013 war bereits der Probebetrieb des Gebäudes angedacht. Die Gesamtlebensdauer des Gebäudes wurde auf 30 Jahre veranschlagt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Hochschulen/Artikel,-Neue-Chemie-Probelauf-startet-Ende-des-Jahres-_arid,400145_regid,1_puid,1_pageid,322.html &amp;quot;Probelauf startet Ende des Jahres&amp;quot;], Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.02.2013&amp;lt;/ref&amp;gt;Entgegen anderslautender Planungen muss das alte Gebäude jedoch noch mindestens ein paar Jahre weiter genutzt werden, da das Altgebäude noch Teile der Biologie, der Biochemie und anderer Disziplininen sowie der Verwaltung beherbergt.&amp;lt;ref&amp;gt;''„Für eine Chemie des 21. Jahrhunderts“, Gießener Anzeiger vom 20.03.2012, Ausgabe 68, Seite 17&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Februar 2014 zeichnet sich dann ab das der geplante Bezugstermin nicht eingehalten werden kann, sodass dieser sich vermutlich bis in das erste Quartal 2015 hinzieht. Die Gründe dafür liegen vorallem in der Installation von Sicherheitsanlagen und Gestaltung der Außenanlagen. Auch werden die beim Richtfest genannten Gesamtkosten vermutlich höher ausfallen als bisher veranschlagt, sodass der Neubau das zweitteuerste Gebäude nach dem Klinikum in Gießen sein wird. Dieser Umstand ist zurückzuführen auf höhere Kosten für Laboreinrichtung und Preissteigerungen im Bausektor.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Hochschulen/Artikel,-Neue-Chemie-wird-spaeter-fertig-_arid,475932_regid,1_puid,1_pageid,322.html ''Neue Chemie wird später fertig''], Gießener Allgemeine vom 07.02.2014 ([https://web.archive.org/web/20140706194910/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Hochschulen/Artikel,-Neue-Chemie-wird-spaeter-fertig-_arid,475932_regid,1_puid,1_pageid,322.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kontroverse an den Arbeitsbedingungen auf der Baustelle ===&lt;br /&gt;
Im November 2013 wurde auch bekannt das bei dem Neubau der Chemie mindestens elf Arbeiter aus Rumänien deutlich mehr als die erlaubten zehn Stunden am Tag bzw. 60 Stunden in der Woche arbeiten mussten.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Baubranche-Gewerkschafter-schlagen-Alarm-_arid,324696_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''Baubranche: Gewerkschafter schlagen Alarm''], Gießener Allgemeine vom 03.03.2012 ([https://web.archive.org/web/20120506102226/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Baubranche-Gewerkschafter-schlagen-Alarm-_arid,324696_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version]) Haften muss für diese Verfehlungen der Generalunternehmer, in diesem Fall die Ed. Züblin AG. Diese teilte sogleich mit die rechtlichen Schritte gegen die beauftragten Subunternehmen zu unterstützen und auch zukünftig mit einem strengen Auswahlverfahren solche Verstöße verhindern zu wollen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/beauftragtes-subunternehmen-hat-bei-chemie-neubau-falsche-angaben-gemacht_13615686.htm &amp;quot;Beauftragtes Subunternehmen hat bei Chemie-Neubau falsche Angaben gemacht&amp;quot;], Gießener Anzeiger vom 14.11.2013&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ein Arbeiter kam bei einem Arbeitsunfall am 10.10.2011 ums Leben, als eine Betonsäule umstürzte und dieser mit einem weiteren Arbeiter in die Tiefe stürzte.&amp;lt;ref&amp;gt;''Baustellenunfall: Ein Arbeiter tot'', Gießener Anzeiger vom 13.10.2011, Ausgabe 238, Seite 13&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.katja-bjoern.de/2011/10/11/todlicher-arbeitsunfall-neubau-chemie-jlu-giessen/&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan G38]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:HEUREKA]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Anträge:'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
(2006 - 2011)&lt;br /&gt;
* [http://www.parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=9877 Bebauungsplan G 38 &amp;quot;Südviertel I&amp;quot;, 1. Änderung, hier: Einleitungsbeschluss, Bekanntmachung, Antrag des Magistrats vom 14.12.2007, Vorlage: STV/1419/2007]&lt;br /&gt;
* [http://www.parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=10797 Bürgerinformationsveranstaltung zum Chemikum, Antrag der SPD-Fraktion vom 20.04.2009, Vorlage: STV/2346/2009]&lt;br /&gt;
* [http://www.parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=11361 Bebauungsplan G 38 &amp;quot;Südviertel I&amp;quot;, 1. Änderung hier: Entwurfsbeschluss und Offenlegung, Antrag des Magistrats vom 11.02.2010, Vorlage: STV/2913/2010]&lt;br /&gt;
* [http://www.parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=11733 Bebauungsplan G 38 &amp;quot;Südviertel I&amp;quot;, 1. Änderung, hier: Abwägung und Satzungsbeschluss, Antrag des Magistrats vom 06.09.2010, Vorlage: STV/3283/2010]&lt;br /&gt;
* [http://www.parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=11880 Anordnung der Umlegung &amp;quot;Südviertel I&amp;quot;, Bebauungsplan G 38 Südviertel, 1. Änderung, Antrag des Magistrats vom 16.11.2010, Vorlage: STV/3428/2010]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zeitungsartikel:'''&lt;br /&gt;
* [http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Zwei-Entwuerfe-gemeinsam-vorn-_arid,37580_regid,1_puid,1_pageid,113.html Gießener Allgemeine: Zwei Entwürfe gemeinsam vorn (15.05.2008)] ([https://web.archive.org/web/20140706200427/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Zwei-Entwuerfe-gemeinsam-vorn-_arid,37580_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&lt;br /&gt;
* [http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Hochschulmedizin-erhaelt-einen-Neubau-_arid,96187_regid,1_puid,1_pageid,113.html Gießener Allgemeine: Hochschulmedizin erhält einen Neubau (18.03.2009] ([https://web.archive.org/web/20140706201007/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Hochschulmedizin-erhaelt-einen-Neubau-_arid,96187_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&lt;br /&gt;
* [http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Vorarbeiten-fuer-Neubau-der-Chemie-sind-angelaufen-_arid,102796_regid,1_puid,1_pageid,113.html Gießener Allgemeine: Vorarbeiten für Neubau der Chemie sind angelaufen (22.04.2009)] ([https://web.archive.org/web/20140706195514/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Vorarbeiten-fuer-Neubau-der-Chemie-sind-angelaufen-_arid,102796_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&lt;br /&gt;
* [http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Magistrat-macht-Weg-fuer-mehrere-Bebauungsplaene-frei-_arid,206561_regid,1_puid,1_pageid,113.html Gießener Allgemeine: Magistrat macht Weg für mehrere Bebauungspläne frei (14.09.2010)] ([https://web.archive.org/web/20140706200709/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Magistrat-macht-Weg-fuer-mehrere-Bebauungsplaene-frei-_arid,206561_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&lt;br /&gt;
* [http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Spatenstich-fuer-neue-JLU-Chemie-_arid,223631_regid,1_puid,1_pageid,113.html Gießener Allgemeine: Spatenstich für neue JLU-Chemie (30.11.2010)] ([https://web.archive.org/web/20130216105604/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Spatenstich-fuer-neue-JLU-Chemie-_arid,223631_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&lt;br /&gt;
* [http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Baubranche-Gewerkschafter-schlagen-Alarm-_arid,324696_regid,1_puid,1_pageid,113.html Gießener Allgemeine: Baubranche: Gewerkschafter schlagen Alarm (03.03.2012)] ([https://web.archive.org/web/20120405135042/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Baubranche-Gewerkschafter-schlagen-Alarm-_arid,324696_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&lt;br /&gt;
* [http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Neue-Chemie-schafft-beste-Arbeitsbedingungen-_arid,328506_regid,1_puid,1_pageid,113.html Gießener Allgemeine: Neue Chemie schafft beste Arbeitsbedingungen (19.03.2012)] ([https://web.archive.org/web/20130216105116/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Neue-Chemie-schafft-beste-Arbeitsbedingungen-_arid,328506_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&lt;br /&gt;
* [http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Neue-Chemie-Probelauf-startet-Ende-des-Jahres-_arid,400145_regid,1_puid,1_pageid,113.html Gießener Allgemeine: Neue Chemie: Probelauf startet Ende des Jahres (10.02.2013)] ([https://web.archive.org/web/20140706195819/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Neue-Chemie-Probelauf-startet-Ende-des-Jahres-_arid,400145_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&lt;br /&gt;
* [http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/probebetrieb-soll-ende-2013-anlaufen_12824843.htm Gießener Anzeiger: Probebetrieb soll Ende 2013 anlaufen (11.02.2013)] ([https://web.archive.org/web/20140706202456/http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/probebetrieb-soll-ende-2013-anlaufen_12824843.htm Archivierte Version])&lt;br /&gt;
* [http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/beauftragtes-subunternehmen-hat-bei-chemie-neubau-falsche-angaben-gemacht_13615686.htm Gießener Anzeiger: Beauftragtes Subunternehmen hat bei Chemie-Neubau falsche Angaben gemacht (14.11.2013)] ([https://web.archive.org/web/20140706201916/http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/beauftragtes-subunternehmen-hat-bei-chemie-neubau-falsche-angaben-gemacht_13615686.htm Archivierte Version])&lt;br /&gt;
* [http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Hochschulen/Artikel,-Neue-Chemie-wird-spaeter-fertig-_arid,475932_regid,1_puid,1_pageid,322.html Gießener Allgemeine: Neue Chemie wird später fertig (07.02.2014)] ([https://web.archive.org/web/20140706194910/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Hochschulen/Artikel,-Neue-Chemie-wird-spaeter-fertig-_arid,475932_regid,1_puid,1_pageid,322.html Archivierte Version])&lt;br /&gt;
* [http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/hochschule/einzug-in-chemie-neubau-rueckt-naeher_13884945.htm Gießener Anzeiger: Einzug in Chemie-Neubau rückt näher (18.02.2014)] ([https://web.archive.org/web/20140706202152/http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/hochschule/einzug-in-chemie-neubau-rueckt-naeher_13884945.htm Archivierte Version])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan G38]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gerber Architekten]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heureka]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CUcke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.giessen.wiki/index.php?title=Samen-Hahn-Gel%C3%A4nde&amp;diff=827</id>
		<title>Samen-Hahn-Gelände</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.giessen.wiki/index.php?title=Samen-Hahn-Gel%C3%A4nde&amp;diff=827"/>
		<updated>2014-08-19T11:12:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CUcke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Sahmen-Hahn.jpg|thumb|right|400px|Das Samen-Hahn Gebäude vor dem Abriss (2012)]]&lt;br /&gt;
Das ehemalige Samen-Hahn-Gebäude an der Bahnhofsstraße 35/Reichensand 2 war ein seit über 30 Jahren leer stehendes und zu diesem Zeitpunkt bereits einsturzgefährdetes ehemals denkmalgeschütztes Gebäude, das am 22.Juni 2012 abgerissen wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gaz-2012-06-23&amp;quot;&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Hessen/Artikel,-Samen-Hahn-Nach-114-Jahren-kommt-der-Abrissbagger-_arid,350354_regid,1_puid,1_pageid,11.html ''Nach 114 Jahren kommt der Abrissbagger''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.06.2012 ([https://web.archive.org/web/20140818222456/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Hessen/Artikel,-Samen-Hahn-Nach-114-Jahren-kommt-der-Abrissbagger-_arid,350354_regid,1_puid,1_pageid,11.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 1898 im spätgründerzeitlichen Stil errichtete Gebäude, das zwischenzeitlich auch als Weinstube und Möbelhaus genutzt wurde, bestand aus klar gliedernden Formelementen wie z.B. in Sandstein ausgeführten Fenstergewänden und -bögen und Mansarddach. Zudem besaß das Gebäude eine qualitätvolle Verarbeitung des zweifarbigen Klinkermaterials, weswegen der Bau eine Einstufung als Kulturdenkmal aus künstlerischen Gründen einforderte. Darüber hinaus ist das Haus städtebaulich besonders wichtig, da ein optischer Bezug zu weiteren dortigen Gebäuden besteht.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?obj=60382&amp;amp;event=Query.Details Samen-Hahn Gebäude auf denkmalpflege-hessen.de] ([https://web.archive.org/web/20140804152556/http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?obj=60382&amp;amp;event=Query.Details Archivierte Version]) &amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem ist das Gebäude Teil der denkmalgeschützten Gesamtanlage &amp;quot;Gesamtanlage I&amp;quot;, die Bahnhofstraße und Westanlage umfasst.&lt;br /&gt;
== Samen-Hahn im Besitz von Shobeiri ==&lt;br /&gt;
==== Grundstücksverkauf und Gebäudeabriss auf ehemaligem Samen-Hahn-Gelände ====&lt;br /&gt;
Am 1. Juli 1981 ging das gesamte Samen-Hahn-Gelände für zwei Millionen DM an die Shobeiri GmbH und Co. KG. Nur einen Tag später wurde bereits ein Biedermeierhaus von 1830 auf dem Gelände abgerissen. Es war eines der ĺetzten Gebäude dieser Art in Gießen. Unter Berufung auf die Aussagen des Bezirksdenkmalpflegers Dr. Bentmann dass das Biedermeierhaus jedoch mit seiner Lage als Hinterhofhaus nicht in das moderne Stadtbild integriert und daher auch nicht als denkmalschutzwürdig eingestuft werden konnte &amp;lt;ref name=&amp;quot;81/7/11&amp;quot;&amp;gt; Beyer: &amp;quot;Es lagen Erkenntnisse auf mögliche Besetzung vor&amp;quot; Walldorf: &amp;quot;Wir brauchen Zusage für Wohnraum-Schaffung&amp;quot;; Gießener Allgemeine Zeitung vom 07.11.1981, Ausgabe Nr. 157, Seite 21 &amp;lt;/ref&amp;gt;, entschied sich der damalige Bürgermeister der CDU-Fraktion Dr. Beyer für den Abriss. Mitglieder der Grünenfraktion sowie der SPD widersprachen dem jedoch mit der Erklärung auf eine Vertagung der Entscheidung über den Abriss durch Bezirksdenkmalpfleger Bentmann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;81/8/22&amp;quot;&amp;gt; Woher kommen die eindeutigen Widersprüche?; Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.08.1981, Ausgabe Nr. 193, Seite 28&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch gab es widersprüchliche Aussagen von Seiten der Polizeibehörde was die Gefahr der Besetzung der Gebäude betraf.&amp;lt;ref&amp;gt;''Abriß Samen-Hahn nun auch Landtagsthema'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.10.1981, Ausgabe Nr. 246, Seite 11&amp;lt;/ref&amp;gt; Wie der SPD-Landtagsabgeordnete Mutz dann im Februar 1982 mitteilte, lag die Entscheidung des Denkmalpflegers zum Zeitpunkt des Abrisses tatsächlich noch nicht vor und der Abriss wurde somit ohne dessen Zustimmung durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Den Denkmalpfleger trifft keine Schuld&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.02.1982, Ausgabe Nr. 46, Seite 14&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzig das oben beschriebene Eckhaus Reichensand 2/Bahnhofstraße 35 sollte erhalten bleiben. Geplant war damals ein neues 18-Millionen-DM teures Gebäude mit einer Kombination aus Wohnungen und Geschäftsräumen zur Stärkung von Arbeitsmarkt und Wirtschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;''Die Bagger griffen nach Bausubstanz von 1830 und 1880: Kulturdenkmäler machen für 18-Millionen-Projekt Platz'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 03.07.1981, Ausgabe 150, Seite 13&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Abriss zog ein breites Echo in der Öffentlichkeit mit sich, unter anderem einen &amp;quot;Schweigemarsch&amp;quot; mit 250 Demonstranten&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Schweigemarsch&amp;quot; bei den Trümmern in der Bahnhofstraße'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.07.1981, Ausgabe Nr. 154, Seite 11&amp;lt;/ref&amp;gt; und Beschwerden seitens des Mietervereins zur Zerstörung von bei Wohnungsknappheit nutzbaren Anwesen, zum Beispiel als Studentenwohnungen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;Magistrat stelte Politik der Zerstörung einmal mehr unter Beweis&amp;quot;, Gießener Allgemeine Zeitung vom 10.07.1981, Ausgabe Nr. 156, Seite 10&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer gesonderten Versammlung während der sitzungsfreien Zeit kam es am 06.07. zu einer hitzigen Debatte über die Richtigkeit und Rechtmäßigkeit des Abrisses, für den, nach Antrag der Grünen-Fraktion, der Magistrat gerügt werden sollte. Hierbei kam es zudem zu Räumungen auf der linken oberen Tribüne, auf der mehrmals Spruchbänder hingehängt wurden. Hingegen wurde jedoch durch die CDU-Mehrheit beschlossen, dem Oberbürgermeister Anerkennung für den Erhalt der Gebäude Bahnhofstraße 35 und Reichensand 2 auszusprechen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DS 47_aus_1981.pdf | ''Abrißgenehmigung Gebäudekomplex &amp;quot;Samenhaus Hahn&amp;quot;'']], Antrag der Stv. Stilke und Wieberg, DIE GRÜNEN vom 06.07.1981, Vorlage: DS I/47&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;''Keine Rüge, sondern Anerkennung für den Magistrat Räumung der Zuschauer-Tribüne wegen Störung'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 10.07.1981, Ausgabe Nr. 156, Seite 11&amp;lt;/ref&amp;gt; Bereits die vormalige Regierung aus FDP und SPD hatte den Abriss der Gebäude und eine vollständige Sanierung des Geländes vorgesehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;81/7/11&amp;quot;/&amp;gt; Trotz gegenteiliger Behauptungen durch Dr. Beyer wurde auch das Eckhaus Reichensand 2 / Bahnhofsstraße 35 erst am 21. Juli 1981 vollständig in die Denkmalliste eingetragen, sodass auch dieses bis dahin vom Abriss gefährdet war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;81/8/22&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Erste Bauvorhaben für das Doppelhaus Ecke Reichensand/Bahnhofstraße ====&lt;br /&gt;
Nach dem Abriss der Gebäude auf dem Samen-Hahn-Gelände, mit Ausnahme des Eckhauses, wurde die Freifläche zunächst als Parkplatz genutzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;82/8/14/&amp;quot;&amp;gt;''Bauvoranfrage ist am Mittwoch im Bauausschuß: Stimmt RP der Bebauungsplan-Befreiung zu?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 14.08.1982, Ausgabe Nr. 186, Seite 27&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eigentümer stellten nun für das verbliebene Doppelhaus eine Bauvoranfrage für ein Wohn- und Geschäftsgebäude mit fünf Geschossen, welche vom Magistrat genehmigt wurde unter der Voraussetzung, dass bei einer geplanten &amp;quot;geschlossenen Bebauung anstelle der festgesetzten offenen Bebauung (...) ein Architektenwettbewerb stattfindet&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DS 395 aus 1982.pdf | ''Bauvoranfrage des Formea H.Shobeiri GmbH &amp;amp; Co KG, zum Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses in Gießen'']], Antrag des Magistrats vom 07.07.1982, Vorlage: DS I/395&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bild des ersten Entwurfs für eine Neugestaltung des Eckgebäudes von 1981 (gaz_1983-08-26_197_16.pdf)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Architektenbüro hatte bereits den Zuschlag als im April 1983 die Stadt bekannt gab das die Pläne Shobeiris nicht ganz ihren Vorstellungen entsprächen, da diese mit dem umliegenden Stadtbild nicht vereinbar wären, sodass keine Baugenehmigung ausgestellt werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;''Noch keine Genehmigung für &amp;quot;Shobeiri-Bau&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.04.1983, Ausgabe 80, Seite 18&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Juni 1983 gab es dann bereits die ersten Überlegungen den Erker des Eckgebäudes in einem Neubau &amp;quot;nachzuempfinden&amp;quot; und im Bereich des Daches eine Glaskuppel zu installieren&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;&amp;gt;''Auch das Vorderhaus wird verschwinden'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.06.1983, Ausgabe Nr. 127, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt;, wobei der Erhalt der Baussubstanz oder der Fassade als sehr kostspielig verworfen wurden, obwohl die Fassade auf Grund ihres Baustils schon &amp;quot;in der Gründerzeit als schützenswert eingestuft und ins vorläufige Denkmalbuch eingetragen&amp;quot; worden war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;/&amp;gt; Daher wurden auch auf diesen Beschluss wieder Stimmen laut, die Stadt möge doch &amp;quot;unter dem Druck von Seiten des Bauinteressenten&amp;quot; den Denkmalschutz nicht vernachlässigen. &amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;/&amp;gt; Die ständige Veränderung der Baupläne durch den Eigentümer führte dazu, dass die Stadt ihm eine Baugenehmigung immer wieder verwehren musste (Stand 26. August 1983).&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/8/26&amp;quot;&amp;gt;''Bleibt der Reichensand-Komplex ein Phantom?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 26.08.1983, Ausgabe Nr. 197, Seite 16&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies betrifft zum Beispiel den Bau von einer gewissen Anzahl von PKW-Stellplätzen, welche für den ursprünglichen Vorschlag Shobeiris für ein fünfstöckiges Wohn-und Geschäftsgebäude mit 149 Plätzen, davon 133 im Gebäudekomplex, veranschlagt wurde und so auch genehmigt hätte werden können. So war im Januar 1983 noch angedacht dass im Keller 88 Stellplätze für die künftigen Hausbewohner, 45 durch die Verlängerung des Karstadt-Parkhauses und die restlichen 16 mit einer Ablösesumme an die Stadt hinreichend geplant wären. Im August des selben Jahres führten die Überlegungen des Eigentümers aber schon dazu dass 100 der Parkplätze angemietet werden sollten, so zum Beispiel im Karstadt-Parkhaus und in der Tiefgarage Schanzenstraße. Die Stadt gab Shobeiri dafür ihr Einverständnis, der Regierungspräsident als Bauaufsicht willigte jedoch nicht ein, da die &amp;quot;Stellplatz-Satzung&amp;quot; mit diesem Vorschlag nicht erfüllt werden konnte. &amp;lt;ref name=&amp;quot;83/8/26&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Neubewertung in Denkmalschutzfragen ====&lt;br /&gt;
Die bedauernde Einschätzung des Denkmalpflegers von 1983, das Doppelhaus sei stark sanierungsbedürftig und die Beseitigung der Mängel könnte dem Eigentümer, vor allem finanziell, nicht zugemutet werden, wurde 1985 neu überdacht. Infolgedessen schätzte die Untere Denkmalschutzbehörde das Gebäude wieder als schützenswert ein und aus diesem Grund wurde der Abbruchantrag Shobeiris im Dezember 1985 abgelehnt. Als Begründung für dieses Umdenken wurden &amp;quot;städtebauliche, geschichtliche und künstlerische Gründe&amp;quot; genannt.&amp;lt;ref&amp;gt; Streit geht weiter: Kulturdenkmal oder nicht? Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.07.1990, Ausgabe Nr. 175, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im März 1986 bekam Shobeiri für den Bebauungsplan wieder Einschränkungen auferlegt, welche von der vorherigen Regierung bereits aufgehoben worden waren. Darunter zählt die Anzahl der Geschossflächen, welche nun auf 2,0 anstatt 3,0 festgelegt wurde sowie die Miteinbeziehung des Hauses an der Ecke Bahnhofstraße.&amp;lt;ref&amp;gt; Schließung der Baulücke Reichensand in Sicht; Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.03.1986, Ausgabe Nr. 65, Seite 17&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bürgerbegehren gegen Verfall und Abriss des Doppelhauses ====&lt;br /&gt;
Die Bürgerinitiative Mühlstraße wendete sich im November 1986 in einem offenen Brief an den Bürgermeister Schüler, in welchem sie ihre Bedenken gegen den Verfall und Abriss des Gebäudes als &amp;quot;denkmalschutzwürdiges Ensemble&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;''Gegen Abrißerlaubnis für Eckbau Reichensand'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.11.1986, Ausgabe Nr. 277, Seite 29&amp;lt;/ref&amp;gt; äußerte und damit die Genehmigung der Stadt zur &amp;quot;Zweckentfremdung&amp;quot; des Komplexes &amp;quot;ohne zeitliche Begrenzung&amp;quot; von Seiten Shobeiris in Frage stellte. Im Juli 1987 wendet sich diese Bürgerinitiative erneut an die Presse und beschrieb den ihrer Ansicht nach &amp;quot;desolaten Zustand&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;&amp;gt;''Schleichender Verfall eines Gründerstilhauses'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.07.1987, Ausgabe Nr. 172, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt; des Gebäudes welcher bei einer Besichtigung der Innenräume durch die Mitglieder dieser Bürgerinitiative zu Tage kam. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Demnach drang durch zerstörte Fenster Feuchtigkeit ein, der Holzschwamm habe sich massiv ausgebreitet und mehrere Propangasflaschen stellten außerdem ein Explosionsrisiko dar. Nach Einschätzung der Bürgerinitiative seien &amp;quot;diese Schäden nicht durch bloßen Verfall des Hauses enstanden, sondern vorsätzlich herbeigeführt worden, um den Verfall des Gebäudes zu beschleunigen&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;/&amp;gt;. In Bezug auf diese Annahmen äußerten sie auch große Bedenken den Eigentümer betreffend, welcher ein &amp;quot;Spekulant&amp;quot; sei und versuche &amp;quot;das wenig aussichtsreiche Verfahren einer Abbruchgenehmigung zu umgehen und hinter dem Rücken der Öffentlichkeit mit einer gezielten Verwahrlosung des Gebäudes vollendete Tatsachen zu schaffen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;/&amp;gt; Der der Bürgerinitiative angehörende Rechtsanwalt Michael Roth sprach sich außerdem für den Widerruf der Genehmigung zur Zweckentfremdung aus. Zu den Gründen dafür nannte er die Auflagen unter welchen die Genehmigung überhaupt erst rechtmäßig sei; dazu zählt auch das er Wohnraum dem Verfall überlassen habe und nicht für entsprechenden Ersatz sorgte. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Fall ging es konkret um 500 qm Wohnraum. Denkmalpfleger Bachmann der Stadt Gießen entschied daraufhin die Äußerungen der Bürgerinitiative zunächst prüfen zu wollen, um das zu Beginn des Jahres 1987 in die Arbeitsliste für Kulturdenkmäler aufgenommene Eckhaus vor Witterungsschäden zu bewahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;/&amp;gt; Auch der Mieterverein Gießen kritisierte das Vorgehen der Stadt bezüglich dieser Zweckentfremdung, was auch die Nutzung der Freifläche als Parkplatz einschließt, und forderte diese auf die Genehmigung zu widerrufen und den Abrissantrag entgültig abzulehnen.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Fatale Folgen übereilter Baupolitik&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.12.1986, Ausgabe Nr. 287, Seite 24&amp;lt;/ref&amp;gt; Später stellte sich auch heraus das die Gruppe der Bürgerinitiative unbefugt in das Haus eingedrungen war, worauf sie vom Eigentümer angezeigt, die strafrechtliche Verfolgung jedoch eingestellt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt; ''Direkter Kontakt der Fraktionen mit Shobeiri'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.03.1988, Ausgabe Nr. 60, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bild des Eckhauses von außen und Fußboden eines Innenraums (Stand Juli 1987) (gaz_1987-07-29_172_15.pdf)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---&amp;gt;&lt;br /&gt;
==== Entscheidung der Stadt gegen den Abriss ====&lt;br /&gt;
Die Stadt gab auf den offenen Brief der Bürgerinitiative und die Kritik des Mietervereins bekannt das &amp;quot;aus rechtlichen Gründen&amp;quot; erst die entgültige Ablehnung des Antrages auf Abriss des Gebäudes von Seiten der Bauaufsicht zum Verbot der Wohnraumzweckentfremdung für das Eckgebäude führen kann. Die Befreiung von diesem Verbot wurde 1983 für das genannte Gebäude festgelegt. Baudezernent Dammann äußerte sich jedoch gegenteilig mit der Auffassung dass die Stadt die Möglichkeit habe ohne gravierende Folgen eine Wohnraumzweckentfremdung zu verbieten. &amp;lt;ref name=&amp;quot;87/1/14&amp;quot;&amp;gt; Magistrat fühlt sich von Shobeiri &amp;quot;veralbert&amp;quot;; Gießener Allgemeine Zeitung vom 14.01.1987, Ausgabe Nr. 11, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Widerspruch Shobeiris auf die Ablehnung der Abrissgenehmigung von Seiten des Anhörungsausschusses ging mit der Vorlage dieses Begehrens nun im Januar 1987 an den Regierungspräsidenten. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadtverordnetenversammlung entschied zu diesem Zeitpunkt eine Abrissgenehmigung des Gebäudes weiterhin abzulehnen. Baudezernent Dammann hingegen plante das Gebäude, trotz eines gescheiterten Versuchs aus dem Jahre 1983, noch unter Denkmalschutz zu stellen. &amp;lt;ref name=&amp;quot;87/1/14&amp;quot;/&amp;gt; Zu diesem Zweck waren im Januar 1987 auch weitere Auflagen geplant, welche die &amp;quot;Erhaltung der denkmalschutzwürdigen Häuser&amp;quot; sichern sollten und im Bauauschuss der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurden. Auch das widersprüchliche Verhalten Shobeiris bezüglich seiner Baupläne wurde hier kritisiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/1/14&amp;quot;/&amp;gt; SPD und Grüne stimmten für den Widerruf der 1983 erteilten Genehmigung zur Wohnraumzweckentfremdung, während die CDU sich dagegen entschied mit der Begründung das dies rechtlich nicht durchsetzbar sei.&amp;lt;ref&amp;gt;''Samen-Hahn: Nur die CDU folgt dem Bürgermeister'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 07.02.1987, Ausgabe Nr. 32, Seite 28&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch der Magistrat entschied zu diesem Zeitpunkt gegen den Widerruf der Genehmigung, da er keine rechtliche Grundlage für diesen Vorstoß sah. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im April 1987 wurde der Widerspruch Shobeiris gegen die Ablehnung des Abbruchantrags von 1985 abgewehrt, woraufhin er Klage beim Verwaltungsgericht einreichte. Er stützte seine Klage dabei auf die Auffassung eines Gutachters, welcher ihm bestätigte das der Erhalt des Gebäudes in diesem Zustand nicht zumutbar sei, obwohl die Fassade zur Bahnhofstraße grundsätzlich schützenswürdig sei &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im September 1987 stellte Shobeiri sogar eine neue Bauvoranfrage zur Planung eines nunmehr einstöckigen Gebäudes als &amp;quot;Gaststättendorf&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;88/2/13&amp;quot;&amp;gt; Das &amp;quot;Gaststättendorf&amp;quot; kann nicht entstehen; Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.02.1988, Ausgabe Nr. 37, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; mit zwei zusätzlichen Parkdecks, reichte aber keinen neuen Bauantrag ein, welcher auch mit den Vorstellungen der Stadt hätte vereinbart werden können. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bebauungsplan mit Veränderungssperre ====&lt;br /&gt;
Die SPD-Mitte forderte daraufhin im Februar 1988 einen neuen Bebauungsplan mit Veränderungssperre, sodass der Klage Shorbeiris auf Abriss des Gebäudes nicht irgendwann stattgegeben hätte werden können. &amp;lt;ref name=&amp;quot;88/2/13&amp;quot;/&amp;gt; Darauffolgend wurde sogleich die geforderte Veränderungssperre angewandt, welche mit den Stimmen von SPD, Grünen und FDP in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen worden war. Aufgrund &amp;quot;formalrechtlicher Bedenken&amp;quot; beteiligte sich die CDU nicht an dieser Abstimmung. &amp;lt;ref&amp;gt; Das &amp;quot;Gaststättendorf&amp;quot; kann nicht entstehen; Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.02.1988, Ausgabe Nr. 37, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; So wurde auch Shobeiris Antrag von September 1987 abgelehnt mit der Begründung das die Gestaltungsvorgaben der Stadt damit nicht umgesetzt würden. Diese Gestaltungsvorgaben beinhalteten einen Bau, welcher zur Straße hin wenigstens dreigeschossig und zur Innenseite terassenförmig verlaufen sollte. Außerdem sah der Magistrat mit Zustimmung des Parlaments die Gewerbeflächen im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss vor, mit Ausnahme von Vergnügungsstätten, sowie zwei Parkdecks mit einer Anzahl von bis zu 120 PKW-Parkplätzen und ein Flachdach mit Dachbegrünung. Diese Vorgaben setzten jedoch voraus dass das Eckgebäude in einem Abstand von sechs Metern zum Neubau erhalten bliebe, was nicht im Sinne des Eigentümers beschlossen worden war. &amp;lt;ref name=&amp;quot;88/2/13&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gebäudebegehung und Einstufung ====&lt;br /&gt;
[[Datei:EntwurfG1 09.jpeg|thumb|right|350px|Beiplan zum Bebauungsplanentwurf G1/09 von 1990]]&lt;br /&gt;
Im März 1988 entschieden die Fraktionen von CDU, SPD und FDP eine Begehung des Gebäudekomplexes zusammen mit Shobeiri um die Bauplanungen vor Ort erläutert zu bekommen. Die Grünenfraktion wurde von Shobeiri zu diesem Ortstermin nicht eingeladen, da dieser sich von deren Kritik angegriffen fühlte. So stellten die Anwesenden fest, dass bereits vom vorherigen Eigentümer Stahlträger zum Ersatz von tragenden Wänden eingebaut wurden und der Dachstuhl längst baufällig geworden war. Insbesondere die denkmalgeschützte Fassade und die Eckgestaltung erschien den Gutachtern dennoch erhaltenswert. Der Eigentümer plante jedoch den Abriss des kompletten Gebäudes und statt der Erhaltung die Fassade und den Erker mit dem Originalmaterial in derselben Gestaltung wieder aufzubauen. Die Möglichkeit das Gebäude auszukernen (Komplettabriss bis auf die Fassaden) bestand, wäre jedoch mit sehr großem Aufwand und der Gefahr des Zusammenbrechens der Außenwände verbunden gewesen.&amp;lt;ref&amp;gt; Direkter Kontakt der Fraktionen mit Shobeiri; Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.03.1988, Ausgabe Nr. 60, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraufhin beschloss die Stadt 1989 für das Samen-Hahn Gelände zwischen Bahnhofstraße und Reichensand einen neuen, eigenen neuer Bebauungsplan (G 1/09 &amp;quot;Reichensand&amp;quot;) aufzustellen. Dieser sah eine ein- bis zweigeschossige Tiefgarage unter dem Gebiet vor und erwägte, bei zusätzlich benötigten Stellplätzen die Obergeschosse des Gebäudes am Reichensand, das direkt am Parkhaus Westanlage anliegt, mit zu nutzen. Grund für die Aufstellung dieses Bebauungsplanes, der auch Teile des Bebauungsplan 56 &amp;quot;Stadtmitte II&amp;quot; berührt, war dass er grundlegende Richtwerte setzte für die Gebäude, die zuvor in den Bebauungsplänen nicht definiert wurden. &amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;&amp;gt; [[Medium:DS 262 aus 1990.pdf | ''Aufstellung des Bebauungsplanes G 109 &amp;quot;Reichensand&amp;quot; mit integrierter Satzung gem. § 118 HGO'']], Antrag des Magistrats vom 19.04.1990, Vorlage: DS I/262 &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig gibt dieser vor, dass bei Sanierung des Samen-Hahn Gebäudes Dach und Außenwände gleich bleiben und die Außenfenster der Gebäude am Reichensand sich am Samen-Hahn Gebäude orientieren müssen. &amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Laufe der Aufstellung des Bebauungsplanes kam es insbesondere durch die Industrie- und Handelskammer aus Bedenken gegen den Zweck des Denkmalschutzes und dem Eigentümer zu Protesten gegen den Erhalt des Eckgebäudes. Der Eigentümer schlug somit eine Entkernung bei Erhalt der äußeren Hülle vor. Hingegen kam man seinen Forderungen dem Einbau von Wohnungen insoweit nach, dass nur in den obersten Geschossen eine Wohnbebauung vorgeschrieben wurde. &amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schützenswert oder nicht? ====&lt;br /&gt;
Die Industrie-und Handelskammer Gießen äußerte sich im Februar 1990 mit der Ansicht, dass &amp;quot;die Einstufung als Baudenkmal sachlich nicht gerechtfertigt&amp;quot; sei, da es &amp;quot;im Innern des baufälligen Hauses und an den rückwärtigen Fassaden keine einziges Stilelement aus der Spätgründerzeit&amp;quot; gäbe &amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;&amp;gt; Streit geht weiter: Kulturdenkmal oder nicht?; Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.07.1990, Ausgabe Nr. 175, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt;, wohingegen der städtische Denkmalpfleger Bachmann das Doppelhaus als &amp;quot;repräsentatives Einzelobjekt der Spätgründerzeit beurteilt hatte, welches unbedingt schützenswert sei. Er nannte dafür &amp;quot;das Mansardendach, die qualitätvolle Verarbeitung des zweifarbigen Klinkermaterials und die sehr gute Ecklösung durch einen vorgehängten Erker mit Balkon&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;/&amp;gt;. Bei diesen Überlegungen wurde jedoch nur &amp;quot;der ideelle Wert des Hauses&amp;quot; bedacht, während &amp;quot;die materielle Zumutbarkeit seiner Erhaltung&amp;quot; nicht miteinbezogen wurde. &amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gestaltungsvorgaben, der sogenannte &amp;quot;Bebauungsplan Reichensand&amp;quot;, welcher mit der Veränderungssperre im Februar 1988 festgelegt wurde, ist dann im August 1990 als satzungsreif kategorisiert worden. Außerdem erhielt damit dieser Bebauungsplan auch eine Erhaltungssatzung, womit der Abriss des Gebäudes abgelehnt werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;'' Die &amp;quot;Lex Shobeiri&amp;quot; ist fertig'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.08.1990, Ausgabe Nr. 200, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies schmeckte dem Eigentümer folglich gar nicht; dieser wünschte sich das Gebäude komplett abreißen zu können um dessen Architektur nicht in einen Neubau einfließen lassen zu müssen. Erneut gab es daraufhin Proteste aus der Öffentlichkeit. Eine Gruppe von Mitgliedern der Jusos Gießen-Nord machte an dem Doppelhaus mit Plakaten auf die Wohnungsnot in Gießen aufmerksam. Sie kritisierte im Besonderen Shobeiris Vorgehen und forderte ihn dazu auf das Gebäude umgehend sanieren zu lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Mit Transparenten'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 10.12.1990, Ausgabe Nr. 286, Seite 7&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorübergehende Nutzung für Räumungsverkauf ====&lt;br /&gt;
Ab Ende März 1991 wurden tatsächlich Teile des Erdgeschosses des Doppelhauses wieder genutzt, wenn auch nur vorübergehend. Ein Teppichhaus entschied die Räume für einen Räumungsverkauf anzumieten. &amp;lt;ref name=&amp;quot;91/4/04&amp;quot;&amp;gt; Haus &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; wieder in Nutzung; Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.04.1991, Ausgabe Nr. 78, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt; Anfang April bereits wurde dieses durch die IHK Gießen wegen &amp;quot;zahlreicher Rechtsverstöße&amp;quot; jedoch wieder geschlossen.&amp;lt;ref&amp;gt; ''Räumungsverkauf wurde beendet'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 09.04.1991, Ausgabe Nr. 82, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Angebot der Stadt Shobeiri das Reichensand-Gelände für 1026 DM pro Quadratmeter abzukaufen lehnte der als &amp;quot;lächerlich&amp;quot; ab. &amp;lt;ref name=&amp;quot;91/4/04&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Symbolische Hausbesetzung und Verbot des Abrisses ====&lt;br /&gt;
In regelmäßigen Abständen äußerten sich Bürger zu dem katastrophalen Zustand des leerstehenden Gebäudes, so wie im Mai 1991, wo eine Gruppe von 14 jungen Männern und Frauen das Gebäude besetzte um auf die Wohnungsnot in Gießen aufmerksam zu machen. Schon nach wenigen Stunden jedoch verließen diese bei Polizeiaufgebot friedfertig das Gebäude. Auf diese Aktion folgte auch eine Reaktion der SPD Nord, welche den Polizeieinsatz zur friedlichen &amp;quot;symbolischen&amp;quot; Hausbesetzung als &amp;quot;unverhältnismäßig&amp;quot; einschätzte und Shobeiri aufforderte das Gebäude zu sanieren und wieder als Wohnraum verfügbar zu machen.&amp;lt;ref&amp;gt;''SPD Nord solidarisch mit Hausbesetzern'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.06.1991, Ausgabe Nr. 132, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; Daraufhin bot Shobeiri den Jungsozialisten das Objekt &amp;quot;zur mietfreien Nutzung&amp;quot; an bis eine entgültige Entscheidung über das weitere Verfahren feststände. Im Dezember 1991 erklärten die Jusos dass Shobeiri nicht zu Verhandlungen bereit gewesen sei, während dieser die Ansicht vertrat bloß noch eine Zusicherung über den schnellstmöglichen Auszug von Bewohnern bei vorliegender Entscheidung über die Nutzung beziehungsweise den Abriss des Hauses verlangt hätte. Darunter zählte er eine &amp;quot;Bürgschaftserklärung der Stadt&amp;quot; unter welche auch etwaige Schäden durch Bewohner fallen sollten. Das Ansinnen der Jusos es sei Shobeiris Aufgabe das Anwesen für die Nutzung &amp;quot;bewohnbar zu machen&amp;quot; lehnte dieser strikt ab und stoppte damit alle weiteren Diskussionen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Eckhaus Reichensand/Bahnhofstraße bleibt leer'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 25.02.1992, Ausgabe Nr. 47, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 1993 drückten die Jungsozialisten erneut ihren Unmut über den Stillstand und die Tatenlosigkeit von Seiten des Eigentümers und der Stadt aus. Sie fragten in einem offenen Brief an den Magistrat wegen möglicher Zwangsmaßnahmen bei Wohnraumspekulation und die Dauer des Verwaltungsgerichtsverfahrens zum Gebäudeabriss an. &amp;lt;ref&amp;gt;''Jungsozialisten erinnern an leeres Samen-Hahn-Gebäude'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 25.06.1993, Ausgabe Nr. 144, Seite 16&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Am 9. November 1995 gab der Verwaltungsgerichtshof Kassel schlussendlich bekannt das das Gebäude nicht abgerissen werden dürfe. Des weiteren sah dieser den Parkplatz als nicht legal an. Shobeiri war es nicht erlaubt zu diesem Urteil Revision einzulegen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Prognosen '95: Das wäre richtig gewesen...'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.01.1996, Ausgabe Nr. 11, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig kündigte der Eigentümer Habibollah Shobeiri im April 1995 an, aus Resignation vor der Politik der Grünen und dem Stadtrat Dammann, denen er die Schuld am Scheitern seiner Bauvorhaben am Samen-Hahn-Komplex gab, die Stadt Gießen zum Jahresende nach 24 Jahen verlassen zu wollen. Neben Samen-Hahn waren zu diesem Zeitpunkt die Gebäude Westanlage 30/32 und Südanlage 10 im Besitz Shobeiris.&amp;lt;ref&amp;gt;''Shobeiri: Ich werde Gießen verlassen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.04.1995, Ausgabe Nr. 88, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; Tatsächlich blieb er Gießen als Bürger treu.&amp;lt;ref&amp;gt;''Arbeitskämpfer, Prügelknaben und Rekorde'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.02.2008, Ausgabe Nr. 46, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ende Januar 1996 äußerte sich dann Bürgermeister Schüler zu dem Urteil und befand weiterhin das eine &amp;quot;einvernehmliche Lösung&amp;quot; mit dem Eigentümer angebracht sei mit dem Bemühen um eine Einigung die Wohnraumzweckentfremdung betreffend.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Wir prozessieren nicht um dann zu verzichten&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.01.1996, Ausgabe Nr. 26, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Eigentümer kam der Schließung des Parkplatzes freiwillig nach, verteilte jedoch auch Flugblätter an die Autofahrer mit welchen er diese zum Einsatz für die Wiederöffnung des Parkplatzes ermutigte. Außerdem gab er bekannt nach Pachtinteressenten für das geplante kombinierte Geschäfts-und Wohngebäude zu suchen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Der Reichensand-Parkplatz ist geschlossen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 06.02.1996, Ausgabe Nr. 31, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Spekulant Shobeiri und der Verfall eines Gründerzeithauses ====&lt;br /&gt;
Aus einem Briefwechsel Shobeiris mit der Stadt im August 1996 wurde ersichtlich dass Shobeiri durchaus bewusst war das der jahrelange Leerstand des Gebäudes bei einer Sanierung seinen Tribut fordert und diese somit entsprechend teuer ausfallen würde. Daher bot er im Zuge dessen der Stadt an das Gebäude für 30 Jahre zu mieten für einen &amp;quot;symbolischen Preis von einem Pfennig pro Jahr&amp;quot;, wohingegen die Stadt dann die Renovierungskosten tragen sollte. Er nannte einen Betrag von 3,5 Millionen DM Renovierungskosten und 750000 DM als Parkplatzablöse falls das geplante Parkhaus nicht seinen Platz finden könnte. Dieses Ansinnen nahm die Stadt jedoch nicht Ernst und vor allem Hagemann, Stadtverordnetenvorsitzende der Grünen, zeigte sich verärgert. Sie machte Shobeiri dann auch darauf aufmerksam dass die Instandsetzung des Gebäudes laut &amp;quot;dem hessischen Wohnraumzweckentfremdungsgesetz&amp;quot; in seiner Verantwortung liegt und er sich den durch die Vernachlässigung entstandenen Schaden selbst zuzuschreiben hat. Sie erklärte jedoch das ein &amp;quot;kaufmännisch korrektes Angebot&amp;quot; von den Grünen durchaus akzeptiert werden könne, um das Gebäude letztlich &amp;quot;gemeinnützigen Zwecken&amp;quot; zuführen zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;''Areal &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; gammelt weiter vor sich hin'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.08.1996, Ausgabe Nr. 191, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der SPD-Parteichef Becker gab eine Erklärung an den Magistrat ab, in welcher er Shobeiris Wohnraumzweckentfremdung und das willentliche verfallen lassen des Gebäudes zu Bedenken gibt. In diesem Zuge solle das &amp;quot;öffentliche Wohl Vorrang vor dem Profitstreben einzelner Immobilienspekulanten&amp;quot; haben.&amp;lt;ref&amp;gt;''Becker: &amp;quot;Verhöhnung des Magistrats&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 03.09.1996, Ausgabe Nr. 205, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt; Zum öffentlichen Wohl gehört sicher auch ein ganzes Anwesen mit umliegendem Gelände nicht vermüllen zu lassen, sodass es über Jahre und Jahrzehnte von den Bürgern nur noch als Schandfleck angesehen werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;''Die Stadt, der Müll, das Programm und die Taten'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.02.1997, Ausgabe Nr. 36, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; So fragten auch immer wieder Leser der Gießener Allgemeinen Zeitung in Leserbriefen und zum Beispiel bei einer Befragung der Spitzenkandidaten zur Kommunalwahl 1997 nach der weiteren Verwertung des Gebäudes und baten den vergammelten Zustand von Gebäude und umliegendem Gelände schnellstmöglich zu beseitigen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Meinungstreff: Gießen im Jubiläumsjahr'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 20.08.1997, Ausgabe Nr. 192, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;''Shobeiri sieht sich und Stadt in der Pflicht'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.02.1998, Ausgabe Nr. 36, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bild: Verwahrloste und vermüllte Rückseite des Hauses&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---&amp;gt;&lt;br /&gt;
==== Baugebot oder einvernehmliche Lösung? ====&lt;br /&gt;
Bereits im Dezember 1992 hatte die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat beauftragt, für das Samen-Hahn Gelände ein Baugebot entsprechend des im Vorjahr aufgestellten Bebauungsplanes zum Erlass vorzulegen und auch mit dem Eigentümer über einen möglichen Verkauf zu verhandeln (Ja: SPD, GR, Stv. Micheler; Nein: CDU, FDP). Die im Antrag vorgesehene Zustimmung zur Einleitung eines Enteignungsverfahrens wurde durch einen Initiativantrag der SPD-Fraktion gestrichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DS 0920 aus 1992.pdf | ''Erlaß eines Baugebots für das &amp;quot;Samenhahn-Grundstück&amp;quot; am Reichensand/Einleitung eines Enteignungsverfahren'']], Antrag des fraktionsunabhängigen Stadtverordneten Ludwig Micheler vom 16.11.1992, Vorlage: DS I/0920&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowohl CDU als auch Grüne versprachen den Bürgern bei einer Befragung erneut dem Eigentümer Auflagen zur &amp;quot;wirtschaftlichen Nutzung&amp;quot; des Geländes zu machen, wobei die Grünen einen Bauplan mit Bau-und Erhaltungsgebot in Erwägung zogen.&amp;lt;ref&amp;gt;''AZ-Leser fragen Spitzenkandidaten zur Kommunalwahl (Teil 1)'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 27.02.1997, Ausgabe Nr. 49, Seite 28 &amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Baugebot von Seiten der Stadt hieße das Shobeiri die Sanierung zahlen müsste, während die Stadt sich dann um die Umsetzung kümmerte. &amp;lt;ref&amp;gt; Gestern jede Menge kostenlose Parkplätze; Gießener Allgemeine Zeitung vom 03.05.1997, Ausgabe Nr. 102, Seite 25 &amp;lt;/ref&amp;gt; Im Februar 1998 äußerte sich Stadtplanungsdezernentin Hagemann einmal mehr zu den Vorgängen und Gesprächen zwischen Eigentümer Shobeiri und der Stadt. Sie war der Meinung dass der Eigentümer von sich aus zu einer Lösung kommen müsse, ohne dass ein durch die Stadt initiiertes Baugebot ihn dazu zwingt.&amp;lt;ref&amp;gt; Stadt und Besitzer reden über Samen-Hahn-Areal; Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.02.1998, Ausgabe Nr. 35, Seite 24 &amp;lt;/ref&amp;gt; Immer wieder kamen Bürger auf den &amp;quot;Schandfleck Reichensand/Bahnhofstraße&amp;quot; zu sprechen, so zum Beispiel ein Leser im Meinungstreff der Gießener Allgemeine Zeitung vom Februar 1998. Er bedauerte, ähnlich wie viele andere Gießener, dass das Gebäude nach dem Kauf durch Hernn Shobeiri nie einer sinnvollen Nutzung zugeführt wurde und gab sich auch verärgert über die Duldung des Zustandes von Seiten der Stadt.&amp;lt;ref&amp;gt; Substanz wird wissentlich dem Verfall Preis gegeben; Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.02.1998, Ausgabe Nr. 41, Seite 29 &amp;lt;/ref&amp;gt; Wenn es um &amp;quot;häßliche Baulücken und heruntergekommene Altbauten&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt; &amp;quot;Sehen und Gesehenwerden müssen zählen&amp;quot;; Gießener Allgemeine Zeitung vom 30.04.1998, Ausgabe Nr. 100, Seite 24 &amp;lt;/ref&amp;gt; geht, war und ist das Samen-Hahn-Gelände immer ein Paradebeispiel. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im August 1997 veranlasste der damalige Bürgermeister Schüler kurz vor dem Regierungswechsel ein Instandsetzungsgebot gegen Eigentümer Shobeiri wegen Wohnraumzweckentfremdung. Die Auflagen Schülers gegen Shobeiri beinhalteten dass vier Wohnungen im Ober-und im Dachgeschoss saniert und damit nutzbar gemacht werden solten. Diese Investition sollte sich dann in einer Frist von zehn Jahren mit den Mieteinkünften rentieren. Nach einer Klage Shobeiris gegen dieses Vorhaben scheiterte Schülers Ansinnen im August 1999. Das Verwaltungsgericht stellte fest dass die Kosten für die Investition auch in zehn Jahren nicht wieder eingeholt hätten werden können. Shobeiri gab daraufhin auch bekannt dass sein &amp;quot;Gastronomie-Konzept&amp;quot; zwar &amp;quot;planungsrechtlich&amp;quot; möglich gewesen sei, aber keine geeigneten Mieter vorhanden gewesen wären und er &amp;quot;die guten Zeiten&amp;quot; zur Umsetzung eines Bauplanes &amp;quot;verpasst&amp;quot; habe.&amp;lt;ref&amp;gt;''Späte Niederlage von Schüler gegen Shobeiri'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.08.1999, Ausgabe Nr. 185, Seite 17&amp;lt;/ref&amp;gt; Prompt äußerte sich der ehemalige Bürgermeister Schüler dann in einem Leserbrief in der Gießener Allgemeine Zeitung zu dem Verfahren mit den Worten &amp;quot;Herr Shobeiri benutzt unseren Rechtsstaat nur zu seinem Vorteil. Das Gebot des Grundgesetzes 'Eigentum verpflichtet' lässt er nicht für sich gelten. (...) Leitragende sind die Gießener Bürgerinnen und Bürger, die tagtäglich die Schandflecken in der Bahnhofstraße und in der Südanlage ertragen müssen.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt; Shobeiri nutzt Rechtsstaat nur zu seinem Vorteil; Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.08.1999, Ausgabe Nr. 190, Seite 28 &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
In einem Vortrag im Juli 2000 ging der Leiter des Stadtplanungsamtes, Dettling, dann auch auf das Grundstück Samen-Hahn ein, wobei er ein Baugebot als &amp;quot;stumpfes Schwert&amp;quot; bezeichnete, da in diesem Fall die Bebauung oder Sanierung zum Zeitpunkt der Diskussion für den Eigentümer &amp;quot;wirtschaftlich (nicht) vertretbar&amp;quot; gewesen sei. &amp;lt;ref&amp;gt; Nordstadt: Planungsamtschef warnt vor Euphorie; Gießener Allgemeine Zeitung vom 06.07.2000, Ausgabe Nr. 154, Seite 20 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bürgergruppe Lokale Agenda 21 und AK Innenstadtentwicklung der SPD ====&lt;br /&gt;
Zwischenzeitig wurde die Akte Samen Hahn auch zum Thema in einer Bürgergruppe der [[Lokale Agenda 21|Lokalen Agenda 21]] &amp;lt;ref&amp;gt; Mehr Flair, weniger Autos und ein City-Treff; Gießener Allgemeine Zeitung vom 01.11.1999, Ausgabe Nr. 254, Seite 7 &amp;lt;/ref&amp;gt; und im, im Dezember 1999, neu gegründeten Arbeitskreis zur Innenstadtentwicklung der SPD-Stadtverordnetenfraktion, welche schnell eine Lösung für die Bebauung der Flächen zu finden gedachten. &amp;lt;ref&amp;gt; SPD: Bellof Sprecher von AK Innenstadt; Gießener Allgemeine Zeitung vom 01.12.1999, Ausgabe Nr. 280, Seite 26 &amp;lt;/ref&amp;gt; In einem Vortrag im Juli 2000 ging der Leiter des Stadtplaungsamtes, Dettling, dann auch auf das Grundstück Samen-Hahn ein, wobei er ein Baugebot als &amp;quot;stumpfes Schwert&amp;quot; bezeichnete, da in diesem Fall die Bebauung oder Sanierung zum Zeitpunkt der Diskussion für den Eigentümer &amp;quot;wirtschaftlich (nicht) vertretbar&amp;quot; gewesen sei. &amp;lt;ref&amp;gt; Nordstadt: Planungsamtschef warnt vor Euphorie; Gießener Allgemeine Zeitung vom 06.07.2000, Ausgabe Nr. 154, Seite 20 &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Entwicklung des Viertels und Parkplatznutzung ====&lt;br /&gt;
Nachdem die Parkplatznutzung am Reichensand im November 1995 als illegal gestoppt wurde, kam die CDU Gießen im Juli 2000 zu dem Schluss dass, vor allem zu Festen in der Innenstadt, die Parksituation für von auswärts anreisende Gäste kritisch sei. Daher wünschte sich der damalige CDU-Vorsitzende Möller &amp;quot;eine kurzfristige und zeitlich beschränkte Erweiterung des städtischen Parkraumangebotes&amp;quot; im Rahmen einer &amp;quot;Ausnahmeregelung&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt; CDU fordert Konzept für den Marktplatz; Gießener Allgemeine Zeitung vom 01.08.2000, Ausgabe Nr. 176, Seite 18 &amp;lt;/ref&amp;gt; , wobei er seine Ausführungen auch auf das Samen-Hahn-Gelände bezog, wofür aber keine Nutzungsgenehmigung bestand.&amp;lt;ref&amp;gt; Reichensand und Berliner Platz: Rechtliche Hürden für  Parkplatzwünsche der CDU; Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.07.2000, Ausgabe Nr. 164, Seite 17&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem forderte der CDU-Vorsitzende im Oktober 2000 ein &amp;quot;Entwicklungskonzept&amp;quot; für den Innenstadtbereich Schanzenstraße/Bahnhofstraße. Er kritisierte die Entwicklung des Viertels hin zu Leerständen von Geschäftshäusern und &amp;quot;Rückgang an Publikumsverkehr&amp;quot;, sodass eine &amp;quot;zunehmende Verschmutzung&amp;quot; und die &amp;quot;Gegenwart zweifelhafter Personenkreise&amp;quot; in diesem Bereich immer mehr zunehme. Er plante die Attraktivität des Viertels für den Einzelhandel, die Kunden und die Anwohner vor allem durch neue Straßenverkehrsregelungen und damit verstärkte Nutzung des Areals zu stärken.&amp;lt;ref&amp;gt; Entwicklungskonzept für Bahnhofstraße gefordert; Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.10.2000, Ausgabe Nr. 253, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung entschied dann auch dafür die Durchfahrtsperre in der Bahnhofstraße aufzuheben und das Viertel somit wieder zu beleben. Außerdem hatte diese sich für eine Ausnahmeregelung bei Gelegenheiten wie größeren Festen, die Parkflächen betreffend, ausgesprochen.&amp;lt;ref&amp;gt; Bahnhofstraße:Koalition will freie Fahrt für Pkw; Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.08.2001, Ausgabe Nr. 179, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kunstprojekte und Bebaungsplanung durch Schüler der LLS ====&lt;br /&gt;
Es beschäftigten sich nun sogar Schüler der zehnten Klassen der Landgraf-Ludiwig-Schule im Erdkundeunterricht mit der Bebauung des Areals. Innerhalb von vier Monaten zwischen Februar und Mai 2001 tüftelten diese an einem Plan für die Sanierung des Doppelhauses mit Eigentumswohnungen und Mietwohnungen sowie die Ansiedlung eines Geschäfts im Erdgeschoss. Daneben planten sie einen &amp;quot;dreistöckigen Gebäudekomplex&amp;quot; mit Tiefgarage, welcher unter anderem ein Burger King beherbergen sollte für den kleinen Hunger nach dem Kinobesuch. &amp;lt;ref&amp;gt; Tunnel ab E-Klo und Burger King bei Samen-Hahn; Gießener Allgemeine Zeitung vom 25.05.2001, Ausgabe Nr. 120, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; Sogar ein Kunstprojekt beschäftigte sich mit dem verfallenen ehemaligen Samen-Hahn Doppelhaus. Im Rahmen der Landeskunstausstellung &amp;quot;Hessiale&amp;quot; wurde im April 2002 die &amp;quot;bröckelnde Fassade&amp;quot; der Rückseite des Hauses von Roswitha Berger-Gentsch in ihrem Projekt mit dem Thema &amp;quot;'Wunden sprechen'&amp;quot; mit dem Wort &amp;quot;liebe&amp;quot; in Leuchtfarbe verziert. &amp;lt;ref&amp;gt; Leibchen an Platanen und Besen an der Bahnüberführung; Gießener Allgemeine Zeitung vom 30.04.2002, Ausgabe Nr. 100, Seite 27&amp;lt;/ref&amp;gt; Beim &amp;quot;Kunstspektakulum 'Fluss mit Flair'&amp;quot; 2010 veränderte der Künstler Carsten Hirth in einer Fotografie von der Rückansicht des  Samen-Hahn-Hauses das Wort &amp;quot;liebe&amp;quot; in &amp;quot;Gier&amp;quot; und gab diesem damit eine ganz neue Aussage. &amp;lt;ref&amp;gt; Tausende Menschen flanierten an der Wieseck;  Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.06.2010, Ausgabe Nr. 140, Seite 5&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Immer wieder wurden auch Bauvoranfragen des Grundstückseigentümers zwar positiv beschieden, jedoch wurde kein Bauantrag gestellt, sodass die Geltungsdauer dieser Voranfragen ungenutzt ablief. Auch seien in Beratungsgesprächen Möglichkeiten einer Bebauung dargestellt worden und Abweichungen, die gefordert wurden, auch in Aussicht gestellt, ohne das etwas durch den Eigentümer verwirklicht worden wäre. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Neue Eigentümerpläne für eine Markthalle ====&lt;br /&gt;
Aus diesen Bauvoranfragen heraus beantragten die Eigentümer, die Shobeiri und Würtele GbR, am 30. Januar 2003 einen vorhabenbezogenen Bebauuungsplan, der vorsah, auf das Gebäude an der Ecke Bahnhofsstraße/Reichensand das Gelände ein völlig neues Gebäude gebaut werden sollte, in das das Eckgebäude integriert werden sollte. Dabei war geplant dass das denkmalgeschützte Gebäude ein Cafe, eine Kindertagesstätte und Lager-/Büroräume beherbergen sollte, während zum Reichensand das Parkhaus Karstadt/Westanlage um ca. 130 Stellplätze erweitert werden sollte bzw. im Erdgeschoss 1250m² Raum für eine Markthalle geboten worden wären.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS694&amp;quot;&amp;gt; [[Medium:DS694 aus 2003.pdf|Bebauungsplan Nr. Gi 1/09 &amp;quot;Reichensand&amp;quot;, 1. Änderung; hier: Beschluss über die Aufstellung eines vorhabenbezogenene Bebauungsplanes'']], Antrag des Magistrats vom 17.02.2003, Vorlage: 694/03&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf diese Pläne basierend wäre der Teil des Doppelhauses mit der Adresse Bahnhofstraße 35 abgerissen worden um dort Platz für Markthalle und Parkhaus zu machen. Der kulturhistorisch wertvolle Eckteil des Gebäudes an Reichensand/Bahnhofstraße wäre so erhalten geblieben und in den Neubau integriert worden. Auch die &amp;quot;&amp;quot;Rekonstruktion des historischen Untergeschosses&amp;quot; von Reichensand 2 war Teil des Plans unter Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde. &amp;lt;ref&amp;gt; Samen-Hahn-Haus müsste teilweise Parkhaus weichen; Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.01.2003, Ausgabe Nr. 14, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im November 2002 wurde nach der Begehung des Gebäudes eine vollständige Sanierung als unwirtschaftlich eingestuft &amp;lt;ref&amp;gt; Aus dem Parlament; Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.02.2003, Ausgabe Nr. 33, Seite 31&amp;lt;/ref&amp;gt;, sodass die Landesdenkmalpflege im Bezug auf einen möglichen Teilabriss ihre Zustimmung äußerte. Für die Umsetzung dieser Pläne war jedoch zunächste eine Veränderung des Bebauungsplans notwendig. &amp;lt;ref&amp;gt; Landesdenkmalpflege: Keine Bedenken gegen Teilabriss; Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.01.2003, Ausgabe Nr. 18, Seite 24&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Antrag änderte die Stadtverordnetenversammlung einstimmig dahingehend, dass dem Bebauungsplan mit der Maßgabe stattgegeben werde, dass für den wegfallenden Wohnraum im ehemaligen Samen-Hahn Gebäude Ersatzwohnraum in gleicher Größe geschaffen wird. Der so geänderte Antrag wurde von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen (JA: CDU/SPD/GR/FWG/FDP/BLG; Nein: PDS) &amp;lt;ref name=&amp;quot;DS694&amp;quot;/&amp;gt;, jedoch scheiterte das Projekt am Ende trotz bestehender Baugenehmigung, da die Eigentümer das Projekt nicht weiterführten. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Skizze des Bebauungsplans von Januar 2003 - Vorderseite &amp;lt;ref&amp;gt; Samen-Hahn-Haus müsste teilweise Parkhaus weichen; Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.01.2003, Ausgabe Nr. 14, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Annahme des Markthallenkonzepts vor Wochenmarktbeschickern ====&lt;br /&gt;
Im September 2003 führte die Gießener Allgemeine Zeitung eine Umfrage unter Wochenmarktbeschickern durch, um ein generelles Meinungsbild zur geplanten Markthalle auf dem ehemaligen Samen-Hahn-Gelände zu erlangen. Auch die Eigentümergemeinschaft hatte ein solches Meinungsbild in Form eines &amp;quot;Marktfrühschoppen(s)&amp;quot; für die Beschicker des Wochenmarktes geplant. So äußerten sich die Befraten in der GAZ-Umfrage zu der mit 1600 Quadratmetern möglicherweise zu gering bemessenen Größe der Markthalle sowie zu den Mietpreisen, welche jedoch noch nicht in die Planungen der Eigentümer miteinbezogen wurden. Auch die geplanten Öffnungszeiten wurden eher kritisch beäugt; diese wurden mit täglicher Öffnung von 8 bis 20 Uhr beziffert und zusätzlichen abendlichen Kulturveranstaltungen. Nicht zuletzt sahen einige der Befragten ein Konkurrenzdenken der Eigentümer gegenüber dem traditionellen Gießener Wochenmarkt, welches diese jedoch bestritten. Ihnen sei es ein Anliegen vor allem Erzeuger regionaler Produkte in die Markthalle zu locken; eine Liste von 50-100 Interessenten lag auch bereits vor. &amp;lt;ref&amp;gt; Markthalle Reichensand: Zustimmung und Skepsis; Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.09.2003, Ausgabe Nr. 217, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; 20 Interessenten fanden sich dann zum Marktfrühschoppen im &amp;quot;Alt Gießen&amp;quot; ein, wo ihnen verkündet wurde das bereits Anfang des Jahres 2004 eine Bebauung des Geländes starten sollte. Je nach Standgröße waren 40 bis 70 Plätze geplant. Auch über eine Gepäckaufbewahrung und 150 Parkplätze über der Markthalle wurde nachgedacht. Die Interessenten machten sich vor allem Sorgen über die tatsächliche Frequentierung und Nachfrage durch Kunden des täglich 12 Stunden geöfneten Marktes, äußerten sich sonst jedoch durchaus positiv zum Gesamtkonzept der Kleinmarkthalle. &amp;lt;ref&amp;gt; Markthalle: &amp;quot;Das Konzept ist hervorragend&amp;quot;; Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.09.2003, Ausgabe Nr. 220, Seite 7&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Stillstand und städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen ====&lt;br /&gt;
Im März 2004 jedoch gab es noch keine entsprechenden Bauvoranfragen oder einen Bauantrag von Seiten der Eigentümergemeinschaft für das Samen-Hahn-Gelände. &amp;lt;ref&amp;gt; Noch ist Gießen eine Stadt der Brachflächen; Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.03.2004, Ausgabe Nr. 71, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Verantwortlich für die Projektentwicklung waren Michael Rosenberg der Carpe Diem GmbH sowie der Architekt Holger Datz aus Langgöns. &amp;lt;ref&amp;gt; 80-Betten-Hotel an der Westanlage geplant; Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.06.2004, Ausgabe Nr. 134, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Gießener Verwaltung fehlte es vor allem auch an weiteren Vorgaben der Eigentümer, um eine Änderung des Bauantrages auf den Weg bringen zu können. &amp;lt;ref&amp;gt; Der städtebauliche Befreiungsschlag blieb aus; Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.04.2005, Ausgabe Nr. 92, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang August 2005 ging die S&amp;amp;W Theaterpark GmbH mit Gesellschafterin Sylvia Würtele Pleite. Diese war Teil der Eigentümergemeinschaft und verantwortlich für die Planungen zur Bebauung der Südanlage 10. &amp;lt;ref&amp;gt; Auch bürgerliche Koalition vorerst an &amp;quot;Schandflecken&amp;quot; gescheitert; Gießener Allgemeine Zeitung vom 05.08.2005, Ausgabe Nr. 180, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt; Für dieses Gelände plante die Stadt Anfang 2007 &amp;quot;einen Bebauungsplan mit der 'Zielrichtung einer besonderen städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme'&amp;quot; zu erarbeiten, mit welchem die Eigentümer im Verfahren entscheiden müssten ob es ihnen möglich ist die Bebauung voranzutreiben oder zu verkaufen. Bei der Entscheidung zum Verkauf bekäme die Stadt ein Vorkaufsrecht und würde den Verkehrswert des Geländes an den Eigentümer entrichten. &amp;lt;ref&amp;gt; Südanlage 10: Koalition setzt Eigentümer unter Druck Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.01.2007, Ausgabe Nr. 11, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Anders als im Fall von der Südanlage 10 war dies beim Samen-Hahn-Gelände nicht möglich, da das Gebäude unter Denkmalschutz stand und es sich sehr viel schwieriger gestaltet hätte dafür einen neuen Investor zu finden, sodass die Stadt nicht &amp;quot;auf den Immobilien sitzen&amp;quot; bliebe. Das Gelände der Südanlage 10 hat die Eigentümergemeinschaft dann auch an die Stadt veräußert. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bürgerstimmen und städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen ====&lt;br /&gt;
Zum 25. 'Geburtstag' des Sorgenkinds Samen-Hahn Anfang Juli 2006 errichtete der SPD-Ortsverein Mitte einen Informationsstand und sammelte Unterschriften der Bürger gegen den &amp;quot;Schandfleck&amp;quot;. Eine Initiative im Parlament sei jedoch nicht geplant gewesen. &amp;lt;ref&amp;gt; SPD sammelte Unterschriften gegen &amp;quot;Schandfleck&amp;quot;; Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.07.2006, Ausgabe Nr. 152, Seite 24&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei einer Anliegerversammlung zum Sanierungsgebiet Schanzenstraße/Bahnhofstraße kam durch Rufe aus dem Publikum immer wieder das Thema Samen-Hahn zur Sprache bis der anwesende Habibollah Shobeiri der Eigentümerfamilie sich schließlich auch äußerte und sagte das &amp;quot;das Grundstück im Reichensand 'seit 27 Jahren abgeschrieben'&amp;quot; sei und er es der Stadt für einen Euro anbiete. Baudezernent Rausch nahm dieses Angebot jedoch nicht für bahre Münze. &amp;lt;ref&amp;gt; Shobeiri will nicht länger &amp;quot;Prügelknabe&amp;quot; sein; Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.02.2008, Ausgabe Nr. 44, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sogar ein Wohnungsloser hatte sich auf dem verwahrlosten Gelände im Oktober 2008 schon einmal häuslich eingerichtet. &amp;lt;ref&amp;gt; &amp;quot;Aufsuchende&amp;quot; Betreuung lässt auf sich warten; Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.10.2008, Ausgabe Nr. 243, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bild?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine GAZ-Leserin schlug vor Herrn Shobeiri doch zum Bau des geplanten Gießener Großkinos auf dem Samen-Hahn-Gelände zu bewegen, welches wegen seiner Innenstadtlage &amp;quot;ideal&amp;quot; (gewesen) wäre. &amp;lt;ref&amp;gt; Einen anderen Platz für das Großkino suchen; Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.10.2008, Ausgabe Nr. 249, Seite 33&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
2010 äußerte sich auch die CDU mit der Bitte an die Eigentümerfamilie doch ihre Ideen und Planungen an die Stadt weiter zu geben, damit mit dem Grundstück etwas passieren kann. Der Stadtverbandsvorsitzende Möller war der Meinung dass es &amp;quot;keine Schande&amp;quot; sei, wenn die nötigen finanziellen Mittel für die Sanierung von Seiten der Eigentümer nicht aufgebracht werden könnten, jedoch sei es definitiv &amp;quot;eine Schande&amp;quot; den &amp;quot;Verfall historischer Gebäude, von denen die Stadt ohnehin wenige hat&amp;quot; so ohne weiteres hinzunehmen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-CDU-nimmt-Eigentuemer-von-Samen-Hahn-in-die-Pflicht-_arid,170352_regid,1_puid,1_pageid,113.html CDU nimmt Eigentümer in die Pflicht''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.03.2010 ([https://web.archive.org/web/20140818220743/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-CDU-nimmt-Eigentuemer-von-Samen-Hahn-in-die-Pflicht-_arid,170352_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge der immer wieder scheiternden Gespräche zwischen Stadt und Eigentümer, wie das Samen-Hahn Gelände weiter genutzt werden könne, beschloss die Stadtverordnetenversammlung am 24. März 2011, dem Magistrat umgehend mit der Einleitung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme für den Bereich Samen-Hahn beginnen zu lassen und zudem sämtliche rechtliche zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bis zur letzten Instanz zu nutzen, die zur Umsetzung erforderlich seien (Ja: CDU/GR/FDP/FW/BLG; StE: SPD/LINKE) &amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/3554/2011&amp;quot;&amp;gt; [http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12005 Entwicklungsmaßnahmen &amp;quot;Schandfleck Samen-Hahn&amp;quot;], Antrag der Fraktionen CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP vom 04.02.2011, STV/3554/2011 &amp;lt;/ref&amp;gt;, jedoch ist ein Berichtsantrag auf dem März 2012, der nach den seitdem ergriffenen Maßnahmen fragt, bis heute vom Magistrat unbeantwortet geblieben. &amp;lt;ref&amp;gt;[[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12859 ''Berichtsantrag betreffend Entwicklungsmaßnahme „Schandfleck Samen Hahn“''], Antrag der CDU-Fraktion vom 25.02.2012, Vorlage: STV/0746/2012&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Abriss des Eckgebäudes ====&lt;br /&gt;
[[Datei:SamenHahn2011.jpg|thumb|right|350px|Rückseite des Eckgebäudes an der Bahnhofstraße/Reichensand, Stand 2011]]&lt;br /&gt;
Im April 2012 beantragte der Eigentümer aufgrund eines Gutachtens, das das Samen-Hahn Gebäude an der Ecke Reichensand/Bahnhofstraße für akut einstürzgefährdet einstuft, den Abbruch dieses Gebäudes. Dieser, der gemeinsam mit dem Gutachten bei der städtischen Bauverwaltung eingereicht wurde, führte umgehend zu Straßensperrungen am Kreuzungsbereich Bahnhofstraße/Reichensand/Schanzenstraße sowohl für den Fahr- als auch für den Fußverkehr. Infolge dessen wurde von der Stadt eine Überprüfung der Statik beauftragt und ein Gutachten über die Frage der Sicherung und des Erhaltes der Fassaden des denkmalgeschützten Gebäudes in Auftrag gegeben. &amp;lt;ref&amp;gt; [http://www.giessen.de/index.phtml?call=detail&amp;amp;css=&amp;amp;La=1&amp;amp;FID=684.8808.1&amp;amp;&amp;amp;sNavID=1894.1&amp;amp;ffmod=pres&amp;amp;ffsm=1 Samen-Hahn Gebäude einsturzgefährdet - Straßensperrung] - Pressemitteilung der Stadt Gießen vom 12.04.2012 ([https://web.archive.org/web/20140805152737/http://www.giessen.de/index.phtml?call=detail&amp;amp;css=&amp;amp;La=1&amp;amp;FID=684.8808.1&amp;amp;&amp;amp;sNavID=1894.1&amp;amp;ffmod=pres&amp;amp;ffsm=1 Archivierte Version]) &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der Stadtverordnetenversammlung vom 24.05.2012 forderten die Abgeordneten den Magistrat auf, keine Genehmigung für den Abiss der historischen Fassade des Gebäudes &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; zu erteilen, bis der zuständige Fachausschuss in einer kurzfristigen Sondersitzung informiert worden ist (Ja: SPD, CDU, FR, FW, LINKE, FDP; StE: PIR, LB/BLG),&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12980 ''Reichensand/Bahnhofstraße (ehem. Samen-Hahn)''], Antrag der Fraktionen SPD und Bündnis 90/Die Grünen vom 27.04.2012, Vorlage: STV/0856/2012&amp;lt;/ref&amp;gt; zudem wird der Beschluss von 24.03.2011 &amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/3554/2011&amp;quot;/&amp;gt; bekräftigt, mit der Einleitung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme zu beginnen (Ja: SPD, CDU, GR, FW, LINKE, FPD, LB/BLG; StE: PIR) und den Magistrat zu beauftragen, sämtliche rechtlich zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bis zur letzten Instanz zu nutzen, die zur Umsetzung der Maßnahme erforderlich sind (Ja: SPD, CDU, GR, LINKE, FDP, LB/BLG; Nein: FW; StE: PIR). &amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;/&amp;gt; Zudem wurde der Magistrat aufgefordert, die haushaltsrechlichen Möglichkeiten für einen Erwerb des Gebäudes zu schaffen (Ja: SPD, CDU, GR, LINKE, FDP; Nein: FW, LB/BLG; StE: PIR).&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Einreichung eines Gutachtens über die Gefährdung des Einsturzes des Samen-Hahn Doppelhauses, entschied die Stadt das Haus im Juni 2012 nach 114 Jahren einschließlich 30 Jahren Leerstand abzureißen. Dazu gab es dann ganz unterschiedliche Standpunkte aus der Bevölkerung. Während die einen den Abriss bedauerten, äußerten die anderen sich erleichtert darüber dass sich nun endlich etwas bewegte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gaz-2012-06-23&amp;quot; /&amp;gt; Ein Abbruchspezialist äußerte sich dazu mit den Worten &amp;quot;Selten habe man eine derart 'faule Bude' abgerissen&amp;quot;. &amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Abriss-Ab-Donnerstag-sollen-Strassen-wieder-frei-sein-_arid,350637_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''Samen-Hahn-Abriss: Ab Donnerstag sollen Straßen wieder frei sein''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 26.06.2012 ([https://web.archive.org/web/20120630031004/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Abriss-Ab-Donnerstag-sollen-Strassen-wieder-frei-sein-_arid,350637_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der folgenden Sitzung am 27. Juni 2012 beschloss die Stadtverordnetenversammlung infolge der Entscheidung,das Eckhaus abzureißen einstimmig die Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes &amp;quot;GI 01/36 Reichensand/Bahnhofstraße&amp;quot;, der den gesamten Block zwischen Reichensand, Bahnhofstaße und Westanlage umfasst und setzten als Sanierungsziel fest, dass ein Neubau an der Straßenecke Bahnhofstraße/Reichensand sich in Kubtur, Gestalt und Materialität am Vorgängerbau &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; orientieren muss. Davon sind sowohl Teile des Bebauungsplanes Nr. 56 &amp;quot;Stadtmitte II&amp;quot;, als auch, mit Ausnahme der Vehrkehrsflächen, der gesamte Bebauungsplan G 1/09 betroffen, die durch diesen neuen ersetzt werden sollen. Gleichzeitig gehört das Gebiet zum [[Sanierungsgebiet &amp;quot;Schanzenstraße/Mühlstraße&amp;quot;]], bei dem ein wesentliches Ziel darin besteht, die Blockrandbebauung in der Bahnhofstraße zu erhalten. &amp;lt;ref&amp;gt; [http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=13049 ''Aufstellung eines Bebauungsplanes GI 01/36 &amp;quot;Reichensand/Bahnhofstraße&amp;quot;; hier: Einleitungsbeschluss, Bekanntmachung''], Antrag des Magistrats vom 29.05.2012, Vorlage: STV/0920/2012 &amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser befindet sich weiterhin in Planung. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Umfrage der GAZ nach den Wünschen der Leser für das Jahr 2013 wird deutlich das die anderen Gebäude im Besitz der Eigentümerfamilie Shobeiri, wie beispielsweise die Alte Post nicht das gleiche Schicksal ereilen soll wie dem Samen-Hahn-Gebäude. Außerdem wünschten sich viele Bürger das das freie Gelände doch einer &amp;quot;attraktiven Nachfolgenutzung (...)&amp;quot; zugeführt werden solle.&amp;lt;ref&amp;gt;''Auch Scheich soll Gartenschau-Fan werden'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.01.2013, Ausgabe Nr. 6, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Stadt ließ durch das Frankfurter Büro Meurer mit Architekten, Stadtplanern und Ingenieuren eine Studie ausstellen, welche mögliche Neubauplanungen für die Brachfläche darlegen soll. Diese wurden dann im März 2013 in einem Bürgergespräch im Rathaus vorgestellt und diskutiert. &amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Bürgergespräch&amp;quot; zum Samen-Hahn-Areal'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 16.03.2013, Ausgabe Nr. 64, Seite 31&amp;lt;/ref&amp;gt; Professor Dr. Meurer stellte vier unterschiedliche Bebauungsstudien vor, von einem Nachbau des Originals über die Nachahmung der Fassade, einer Kombination aus alter Struktur und neuen modernen Materialien bis zu einem modernen Neubau ohne historische Elemente. Die dritte und vierte Variante besäßen fünf Geschosse, während die erste und zweite wie das abgerissene Samen-Hahn-Gebäude nur vier erreichen würde. Die Stadtverordnetenversammlung beauftragte jedoch &amp;quot;bei einem Neubau die Kubatur des Originals zu erhalten&amp;quot;. Eine originalgetreue Nachbildung des Gebäudes würde jedoch kaum möglich sein, da dafür nicht ausreichend Dokumente der Gründerzeit vorlägen. Aus diesem Grund wurde die zweite Variante in Betracht gezogen, da mit der Fassadenkonstruktion weniger Probleme anfielen. Diese Planungen beschäftigen sich nur mit dem Neubau des abgerissenen Hauses; es sind jedoch drei weitere Häuser auf der restlichen Freifläche geplant. Hauptsächlich würden die Gebäude dann für Wohnungen genutzt, außerdem eventuell Büro- und Geschäftsräume im Erdgeschoss. Für die PKWs ist eine Tiefgarage angedacht. Professor Meurer versprach eine Bebauung bis 2017. Die anwesenden Bürger äußerten sich gemischt zu den vorgestellten Bebauungsplänen; keine der Varianten wurde abgelehnt. Auch der Grundstückseigentümer Karim Shobeiri interessierte sich für die Planungen und gab an &amp;quot;eine Neubebauung 'so schnell wie möglich umzusetzen'&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Bebauung-bis-2017-_arid,409025_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''Samen-Hahn_bebauung bis 2017?''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.03.2013 ([https://web.archive.org/web/20130323071239/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Bebauung-bis-2017-_arid,409025_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In mehreren Leserbriefen sprachen sich Bürger für Variante 1 oder eventuell Variante 2 aus, um den Stil des abgerissenen historischen Gebäudes in einem Neubau wieder aufleben zu lassen. &amp;lt;ref&amp;gt; Für Plan Nummer 1; Gießener Allgemeine Zeitung vom 10.04.2013, Ausgabe Nr. 83, Seite 27&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;''Magistrat muss sich durchsetzen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 03.04.2013, Ausgabe Nr. 77, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Sitzung des Denkmalbeirats der Stadt Gießen im Dezember 2013 wurde auch besprochen dass von Seiten der Eigentümer ein Lebensmittelmarkt un dein Wohnkonzept für die Neubebauung gewünscht ist, dies jedoch mit den Plänen des Architektenteams für einen offenen Bau nicht zu vereinbaren ist.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---[Datei: Protokoll vom 19.12.2013.pdf]---&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der Stadtverordnetenversammlung im Februar 2014 wurde jedoch geäußert dass die Bebauungspläne von Seiten des Architekten Meurer weiter entwickelt werden könnten um den Wünschen der Eigentümer gerecht zu werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=14235 ''Berichtsantrag zum Grundstück des abgerissenen Samen-Hahn-Gebäudes''], Antrag der CDU-Fraktion vom 12.12.2013, Vorlage: STV/1972/2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Stattdessen wird dieser vorraussichtlich nach der Sommerpause 2014 der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Counter}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Shobeiri]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan GI 01/36]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan GI 01/09]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan G57a]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CUcke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.giessen.wiki/index.php?title=Samen-Hahn-Gel%C3%A4nde&amp;diff=826</id>
		<title>Samen-Hahn-Gelände</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.giessen.wiki/index.php?title=Samen-Hahn-Gel%C3%A4nde&amp;diff=826"/>
		<updated>2014-08-19T11:10:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CUcke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Sahmen-Hahn.jpg|thumb|right|400px|Das Samen-Hahn Gebäude vor dem Abriss (2012)]]&lt;br /&gt;
Das ehemalige Samen-Hahn-Gebäude an der Bahnhofsstraße 35/Reichensand 2 war ein seit über 30 Jahren leer stehendes und zu diesem Zeitpunkt bereits einsturzgefährdetes ehemals denkmalgeschütztes Gebäude, das am 22.Juni 2012 abgerissen wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gaz-2012-06-23&amp;quot;&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Hessen/Artikel,-Samen-Hahn-Nach-114-Jahren-kommt-der-Abrissbagger-_arid,350354_regid,1_puid,1_pageid,11.html ''Nach 114 Jahren kommt der Abrissbagger''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.06.2012 ([https://web.archive.org/web/20140818222456/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Hessen/Artikel,-Samen-Hahn-Nach-114-Jahren-kommt-der-Abrissbagger-_arid,350354_regid,1_puid,1_pageid,11.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 1898 im spätgründerzeitlichen Stil errichtete Gebäude, das zwischenzeitlich auch als Weinstube und Möbelhaus genutzt wurde, bestand aus klar gliedernden Formelementen wie z.B. in Sandstein ausgeführten Fenstergewänden und -bögen und Mansarddach. Zudem besaß das Gebäude eine qualitätvolle Verarbeitung des zweifarbigen Klinkermaterials, weswegen der Bau eine Einstufung als Kulturdenkmal aus künstlerischen Gründen einforderte. Darüber hinaus ist das Haus städtebaulich besonders wichtig, da ein optischer Bezug zu weiteren dortigen Gebäuden besteht.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?obj=60382&amp;amp;event=Query.Details Samen-Hahn Gebäude auf denkmalpflege-hessen.de] ([https://web.archive.org/web/20140804152556/http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?obj=60382&amp;amp;event=Query.Details Archivierte Version]) &amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem ist das Gebäude Teil der denkmalgeschützten Gesamtanlage &amp;quot;Gesamtanlage I&amp;quot;, die Bahnhofstraße und Westanlage umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Samen-Hahn im Besitz von Shobeiri ==&lt;br /&gt;
==== Grundstücksverkauf und Gebäudeabriss auf ehemaligem Samen-Hahn-Gelände ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Juli 1981 ging das gesamte Samen-Hahn-Gelände für zwei Millionen DM an die Shobeiri GmbH und Co. KG. Nur einen Tag später wurde bereits ein Biedermeierhaus von 1830 auf dem Gelände abgerissen. Es war eines der ĺetzten Gebäude dieser Art in Gießen. Unter Berufung auf die Aussagen des Bezirksdenkmalpflegers Dr. Bentmann dass das Biedermeierhaus jedoch mit seiner Lage als Hinterhofhaus nicht in das moderne Stadtbild integriert und daher auch nicht als denkmalschutzwürdig eingestuft werden konnte &amp;lt;ref name=&amp;quot;81/7/11&amp;quot;&amp;gt; Beyer: &amp;quot;Es lagen Erkenntnisse auf mögliche Besetzung vor&amp;quot; Walldorf: &amp;quot;Wir brauchen Zusage für Wohnraum-Schaffung&amp;quot;; Gießener Allgemeine Zeitung vom 07.11.1981, Ausgabe Nr. 157, Seite 21 &amp;lt;/ref&amp;gt;, entschied sich der damalige Bürgermeister der CDU-Fraktion Dr. Beyer für den Abriss. Mitglieder der Grünenfraktion sowie der SPD widersprachen dem jedoch mit der Erklärung auf eine Vertagung der Entscheidung über den Abriss durch Bezirksdenkmalpfleger Bentmann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;81/8/22&amp;quot;&amp;gt; Woher kommen die eindeutigen Widersprüche?; Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.08.1981, Ausgabe Nr. 193, Seite 28&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch gab es widersprüchliche Aussagen von Seiten der Polizeibehörde was die Gefahr der Besetzung der Gebäude betraf.&amp;lt;ref&amp;gt;''Abriß Samen-Hahn nun auch Landtagsthema'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.10.1981, Ausgabe Nr. 246, Seite 11&amp;lt;/ref&amp;gt; Wie der SPD-Landtagsabgeordnete Mutz dann im Februar 1982 mitteilte, lag die Entscheidung des Denkmalpflegers zum Zeitpunkt des Abrisses tatsächlich noch nicht vor und der Abriss wurde somit ohne dessen Zustimmung durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Den Denkmalpfleger trifft keine Schuld&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.02.1982, Ausgabe Nr. 46, Seite 14&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzig das oben beschriebene Eckhaus Reichensand 2/Bahnhofstraße 35 sollte erhalten bleiben. Geplant war damals ein neues 18-Millionen-DM teures Gebäude mit einer Kombination aus Wohnungen und Geschäftsräumen zur Stärkung von Arbeitsmarkt und Wirtschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;''Die Bagger griffen nach Bausubstanz von 1830 und 1880: Kulturdenkmäler machen für 18-Millionen-Projekt Platz'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 03.07.1981, Ausgabe 150, Seite 13&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Abriss zog ein breites Echo in der Öffentlichkeit mit sich, unter anderem einen &amp;quot;Schweigemarsch&amp;quot; mit 250 Demonstranten&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Schweigemarsch&amp;quot; bei den Trümmern in der Bahnhofstraße'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.07.1981, Ausgabe Nr. 154, Seite 11&amp;lt;/ref&amp;gt; und Beschwerden seitens des Mietervereins zur Zerstörung von bei Wohnungsknappheit nutzbaren Anwesen, zum Beispiel als Studentenwohnungen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;Magistrat stelte Politik der Zerstörung einmal mehr unter Beweis&amp;quot;, Gießener Allgemeine Zeitung vom 10.07.1981, Ausgabe Nr. 156, Seite 10&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer gesonderten Versammlung während der sitzungsfreien Zeit kam es am 06.07. zu einer hitzigen Debatte über die Richtigkeit und Rechtmäßigkeit des Abrisses, für den, nach Antrag der Grünen-Fraktion, der Magistrat gerügt werden sollte. Hierbei kam es zudem zu Räumungen auf der linken oberen Tribüne, auf der mehrmals Spruchbänder hingehängt wurden. Hingegen wurde jedoch durch die CDU-Mehrheit beschlossen, dem Oberbürgermeister Anerkennung für den Erhalt der Gebäude Bahnhofstraße 35 und Reichensand 2 auszusprechen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DS 47_aus_1981.pdf | ''Abrißgenehmigung Gebäudekomplex &amp;quot;Samenhaus Hahn&amp;quot;'']], Antrag der Stv. Stilke und Wieberg, DIE GRÜNEN vom 06.07.1981, Vorlage: DS I/47&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;''Keine Rüge, sondern Anerkennung für den Magistrat Räumung der Zuschauer-Tribüne wegen Störung'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 10.07.1981, Ausgabe Nr. 156, Seite 11&amp;lt;/ref&amp;gt; Bereits die vormalige Regierung aus FDP und SPD hatte den Abriss der Gebäude und eine vollständige Sanierung des Geländes vorgesehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;81/7/11&amp;quot;/&amp;gt; Trotz gegenteiliger Behauptungen durch Dr. Beyer wurde auch das Eckhaus Reichensand 2 / Bahnhofsstraße 35 erst am 21. Juli 1981 vollständig in die Denkmalliste eingetragen, sodass auch dieses bis dahin vom Abriss gefährdet war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;81/8/22&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Erste Bauvorhaben für das Doppelhaus Ecke Reichensand/Bahnhofstraße ====&lt;br /&gt;
Nach dem Abriss der Gebäude auf dem Samen-Hahn-Gelände, mit Ausnahme des Eckhauses, wurde die Freifläche zunächst als Parkplatz genutzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;82/8/14/&amp;quot;&amp;gt;''Bauvoranfrage ist am Mittwoch im Bauausschuß: Stimmt RP der Bebauungsplan-Befreiung zu?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 14.08.1982, Ausgabe Nr. 186, Seite 27&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eigentümer stellten nun für das verbliebene Doppelhaus eine Bauvoranfrage für ein Wohn- und Geschäftsgebäude mit fünf Geschossen, welche vom Magistrat genehmigt wurde unter der Voraussetzung, dass bei einer geplanten &amp;quot;geschlossenen Bebauung anstelle der festgesetzten offenen Bebauung (...) ein Architektenwettbewerb stattfindet&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DS 395 aus 1982.pdf | ''Bauvoranfrage des Formea H.Shobeiri GmbH &amp;amp; Co KG, zum Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses in Gießen'']], Antrag des Magistrats vom 07.07.1982, Vorlage: DS I/395&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bild des ersten Entwurfs für eine Neugestaltung des Eckgebäudes von 1981 (gaz_1983-08-26_197_16.pdf)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Architektenbüro hatte bereits den Zuschlag als im April 1983 die Stadt bekannt gab das die Pläne Shobeiris nicht ganz ihren Vorstellungen entsprächen, da diese mit dem umliegenden Stadtbild nicht vereinbar wären, sodass keine Baugenehmigung ausgestellt werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;''Noch keine Genehmigung für &amp;quot;Shobeiri-Bau&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.04.1983, Ausgabe 80, Seite 18&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Juni 1983 gab es dann bereits die ersten Überlegungen den Erker des Eckgebäudes in einem Neubau &amp;quot;nachzuempfinden&amp;quot; und im Bereich des Daches eine Glaskuppel zu installieren&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;&amp;gt;''Auch das Vorderhaus wird verschwinden'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.06.1983, Ausgabe Nr. 127, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt;, wobei der Erhalt der Baussubstanz oder der Fassade als sehr kostspielig verworfen wurden, obwohl die Fassade auf Grund ihres Baustils schon &amp;quot;in der Gründerzeit als schützenswert eingestuft und ins vorläufige Denkmalbuch eingetragen&amp;quot; worden war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;/&amp;gt; Daher wurden auch auf diesen Beschluss wieder Stimmen laut, die Stadt möge doch &amp;quot;unter dem Druck von Seiten des Bauinteressenten&amp;quot; den Denkmalschutz nicht vernachlässigen. &amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;/&amp;gt; Die ständige Veränderung der Baupläne durch den Eigentümer führte dazu, dass die Stadt ihm eine Baugenehmigung immer wieder verwehren musste (Stand 26. August 1983).&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/8/26&amp;quot;&amp;gt;''Bleibt der Reichensand-Komplex ein Phantom?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 26.08.1983, Ausgabe Nr. 197, Seite 16&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies betrifft zum Beispiel den Bau von einer gewissen Anzahl von PKW-Stellplätzen, welche für den ursprünglichen Vorschlag Shobeiris für ein fünfstöckiges Wohn-und Geschäftsgebäude mit 149 Plätzen, davon 133 im Gebäudekomplex, veranschlagt wurde und so auch genehmigt hätte werden können. So war im Januar 1983 noch angedacht dass im Keller 88 Stellplätze für die künftigen Hausbewohner, 45 durch die Verlängerung des Karstadt-Parkhauses und die restlichen 16 mit einer Ablösesumme an die Stadt hinreichend geplant wären. Im August des selben Jahres führten die Überlegungen des Eigentümers aber schon dazu dass 100 der Parkplätze angemietet werden sollten, so zum Beispiel im Karstadt-Parkhaus und in der Tiefgarage Schanzenstraße. Die Stadt gab Shobeiri dafür ihr Einverständnis, der Regierungspräsident als Bauaufsicht willigte jedoch nicht ein, da die &amp;quot;Stellplatz-Satzung&amp;quot; mit diesem Vorschlag nicht erfüllt werden konnte. &amp;lt;ref name=&amp;quot;83/8/26&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Neubewertung in Denkmalschutzfragen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bedauernde Einschätzung des Denkmalpflegers von 1983, das Doppelhaus sei stark sanierungsbedürftig und die Beseitigung der Mängel könnte dem Eigentümer, vor allem finanziell, nicht zugemutet werden, wurde 1985 neu überdacht. Infolgedessen schätzte die Untere Denkmalschutzbehörde das Gebäude wieder als schützenswert ein und aus diesem Grund wurde der Abbruchantrag Shobeiris im Dezember 1985 abgelehnt. Als Begründung für dieses Umdenken wurden &amp;quot;städtebauliche, geschichtliche und künstlerische Gründe&amp;quot; genannt.&amp;lt;ref&amp;gt; Streit geht weiter: Kulturdenkmal oder nicht? Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.07.1990, Ausgabe Nr. 175, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im März 1986 bekam Shobeiri für den Bebauungsplan wieder Einschränkungen auferlegt, welche von der vorherigen Regierung bereits aufgehoben worden waren. Darunter zählt die Anzahl der Geschossflächen, welche nun auf 2,0 anstatt 3,0 festgelegt wurde sowie die Miteinbeziehung des Hauses an der Ecke Bahnhofstraße.&amp;lt;ref&amp;gt; Schließung der Baulücke Reichensand in Sicht; Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.03.1986, Ausgabe Nr. 65, Seite 17&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bürgerbegehren gegen Verfall und Abriss des Doppelhauses ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürgerinitiative Mühlstraße wendete sich im November 1986 in einem offenen Brief an den Bürgermeister Schüler, in welchem sie ihre Bedenken gegen den Verfall und Abriss des Gebäudes als &amp;quot;denkmalschutzwürdiges Ensemble&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;''Gegen Abrißerlaubnis für Eckbau Reichensand'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.11.1986, Ausgabe Nr. 277, Seite 29&amp;lt;/ref&amp;gt; äußerte und damit die Genehmigung der Stadt zur &amp;quot;Zweckentfremdung&amp;quot; des Komplexes &amp;quot;ohne zeitliche Begrenzung&amp;quot; von Seiten Shobeiris in Frage stellte. Im Juli 1987 wendet sich diese Bürgerinitiative erneut an die Presse und beschrieb den ihrer Ansicht nach &amp;quot;desolaten Zustand&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;&amp;gt;''Schleichender Verfall eines Gründerstilhauses'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.07.1987, Ausgabe Nr. 172, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt; des Gebäudes welcher bei einer Besichtigung der Innenräume durch die Mitglieder dieser Bürgerinitiative zu Tage kam. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Demnach drang durch zerstörte Fenster Feuchtigkeit ein, der Holzschwamm habe sich massiv ausgebreitet und mehrere Propangasflaschen stellten außerdem ein Explosionsrisiko dar. Nach Einschätzung der Bürgerinitiative seien &amp;quot;diese Schäden nicht durch bloßen Verfall des Hauses enstanden, sondern vorsätzlich herbeigeführt worden, um den Verfall des Gebäudes zu beschleunigen&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;/&amp;gt;. In Bezug auf diese Annahmen äußerten sie auch große Bedenken den Eigentümer betreffend, welcher ein &amp;quot;Spekulant&amp;quot; sei und versuche &amp;quot;das wenig aussichtsreiche Verfahren einer Abbruchgenehmigung zu umgehen und hinter dem Rücken der Öffentlichkeit mit einer gezielten Verwahrlosung des Gebäudes vollendete Tatsachen zu schaffen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;/&amp;gt; Der der Bürgerinitiative angehörende Rechtsanwalt Michael Roth sprach sich außerdem für den Widerruf der Genehmigung zur Zweckentfremdung aus. Zu den Gründen dafür nannte er die Auflagen unter welchen die Genehmigung überhaupt erst rechtmäßig sei; dazu zählt auch das er Wohnraum dem Verfall überlassen habe und nicht für entsprechenden Ersatz sorgte. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Fall ging es konkret um 500 qm Wohnraum. Denkmalpfleger Bachmann der Stadt Gießen entschied daraufhin die Äußerungen der Bürgerinitiative zunächst prüfen zu wollen, um das zu Beginn des Jahres 1987 in die Arbeitsliste für Kulturdenkmäler aufgenommene Eckhaus vor Witterungsschäden zu bewahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;/&amp;gt; Auch der Mieterverein Gießen kritisierte das Vorgehen der Stadt bezüglich dieser Zweckentfremdung, was auch die Nutzung der Freifläche als Parkplatz einschließt, und forderte diese auf die Genehmigung zu widerrufen und den Abrissantrag entgültig abzulehnen.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Fatale Folgen übereilter Baupolitik&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.12.1986, Ausgabe Nr. 287, Seite 24&amp;lt;/ref&amp;gt; Später stellte sich auch heraus das die Gruppe der Bürgerinitiative unbefugt in das Haus eingedrungen war, worauf sie vom Eigentümer angezeigt, die strafrechtliche Verfolgung jedoch eingestellt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt; ''Direkter Kontakt der Fraktionen mit Shobeiri'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.03.1988, Ausgabe Nr. 60, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bild des Eckhauses von außen und Fußboden eines Innenraums (Stand Juli 1987) (gaz_1987-07-29_172_15.pdf)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---&amp;gt;&lt;br /&gt;
==== Entscheidung der Stadt gegen den Abriss ====&lt;br /&gt;
Die Stadt gab auf den offenen Brief der Bürgerinitiative und die Kritik des Mietervereins bekannt das &amp;quot;aus rechtlichen Gründen&amp;quot; erst die entgültige Ablehnung des Antrages auf Abriss des Gebäudes von Seiten der Bauaufsicht zum Verbot der Wohnraumzweckentfremdung für das Eckgebäude führen kann. Die Befreiung von diesem Verbot wurde 1983 für das genannte Gebäude festgelegt. Baudezernent Dammann äußerte sich jedoch gegenteilig mit der Auffassung dass die Stadt die Möglichkeit habe ohne gravierende Folgen eine Wohnraumzweckentfremdung zu verbieten. &amp;lt;ref name=&amp;quot;87/1/14&amp;quot;&amp;gt; Magistrat fühlt sich von Shobeiri &amp;quot;veralbert&amp;quot;; Gießener Allgemeine Zeitung vom 14.01.1987, Ausgabe Nr. 11, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Widerspruch Shobeiris auf die Ablehnung der Abrissgenehmigung von Seiten des Anhörungsausschusses ging mit der Vorlage dieses Begehrens nun im Januar 1987 an den Regierungspräsidenten. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadtverordnetenversammlung entschied zu diesem Zeitpunkt eine Abrissgenehmigung des Gebäudes weiterhin abzulehnen. Baudezernent Dammann hingegen plante das Gebäude, trotz eines gescheiterten Versuchs aus dem Jahre 1983, noch unter Denkmalschutz zu stellen. &amp;lt;ref name=&amp;quot;87/1/14&amp;quot;/&amp;gt; Zu diesem Zweck waren im Januar 1987 auch weitere Auflagen geplant, welche die &amp;quot;Erhaltung der denkmalschutzwürdigen Häuser&amp;quot; sichern sollten und im Bauauschuss der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurden. Auch das widersprüchliche Verhalten Shobeiris bezüglich seiner Baupläne wurde hier kritisiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/1/14&amp;quot;/&amp;gt; SPD und Grüne stimmten für den Widerruf der 1983 erteilten Genehmigung zur Wohnraumzweckentfremdung, während die CDU sich dagegen entschied mit der Begründung das dies rechtlich nicht durchsetzbar sei.&amp;lt;ref&amp;gt;''Samen-Hahn: Nur die CDU folgt dem Bürgermeister'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 07.02.1987, Ausgabe Nr. 32, Seite 28&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch der Magistrat entschied zu diesem Zeitpunkt gegen den Widerruf der Genehmigung, da er keine rechtliche Grundlage für diesen Vorstoß sah. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im April 1987 wurde der Widerspruch Shobeiris gegen die Ablehnung des Abbruchantrags von 1985 abgewehrt, woraufhin er Klage beim Verwaltungsgericht einreichte. Er stützte seine Klage dabei auf die Auffassung eines Gutachters, welcher ihm bestätigte das der Erhalt des Gebäudes in diesem Zustand nicht zumutbar sei, obwohl die Fassade zur Bahnhofstraße grundsätzlich schützenswürdig sei &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im September 1987 stellte Shobeiri sogar eine neue Bauvoranfrage zur Planung eines nunmehr einstöckigen Gebäudes als &amp;quot;Gaststättendorf&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;88/2/13&amp;quot;&amp;gt; Das &amp;quot;Gaststättendorf&amp;quot; kann nicht entstehen; Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.02.1988, Ausgabe Nr. 37, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; mit zwei zusätzlichen Parkdecks, reichte aber keinen neuen Bauantrag ein, welcher auch mit den Vorstellungen der Stadt hätte vereinbart werden können. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bebauungsplan mit Veränderungssperre ====&lt;br /&gt;
Die SPD-Mitte forderte daraufhin im Februar 1988 einen neuen Bebauungsplan mit Veränderungssperre, sodass der Klage Shorbeiris auf Abriss des Gebäudes nicht irgendwann stattgegeben hätte werden können. &amp;lt;ref name=&amp;quot;88/2/13&amp;quot;/&amp;gt; Darauffolgend wurde sogleich die geforderte Veränderungssperre angewandt, welche mit den Stimmen von SPD, Grünen und FDP in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen worden war. Aufgrund &amp;quot;formalrechtlicher Bedenken&amp;quot; beteiligte sich die CDU nicht an dieser Abstimmung. &amp;lt;ref&amp;gt; Das &amp;quot;Gaststättendorf&amp;quot; kann nicht entstehen; Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.02.1988, Ausgabe Nr. 37, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; So wurde auch Shobeiris Antrag von September 1987 abgelehnt mit der Begründung das die Gestaltungsvorgaben der Stadt damit nicht umgesetzt würden. Diese Gestaltungsvorgaben beinhalteten einen Bau, welcher zur Straße hin wenigstens dreigeschossig und zur Innenseite terassenförmig verlaufen sollte. Außerdem sah der Magistrat mit Zustimmung des Parlaments die Gewerbeflächen im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss vor, mit Ausnahme von Vergnügungsstätten, sowie zwei Parkdecks mit einer Anzahl von bis zu 120 PKW-Parkplätzen und ein Flachdach mit Dachbegrünung. Diese Vorgaben setzten jedoch voraus dass das Eckgebäude in einem Abstand von sechs Metern zum Neubau erhalten bliebe, was nicht im Sinne des Eigentümers beschlossen worden war. &amp;lt;ref name=&amp;quot;88/2/13&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gebäudebegehung und Einstufung ====&lt;br /&gt;
[[Datei:EntwurfG1 09.jpeg|thumb|right|350px|Beiplan zum Bebauungsplanentwurf G1/09 von 1990]]&lt;br /&gt;
Im März 1988 entschieden die Fraktionen von CDU, SPD und FDP eine Begehung des Gebäudekomplexes zusammen mit Shobeiri um die Bauplanungen vor Ort erläutert zu bekommen. Die Grünenfraktion wurde von Shobeiri zu diesem Ortstermin nicht eingeladen, da dieser sich von deren Kritik angegriffen fühlte. So stellten die Anwesenden fest, dass bereits vom vorherigen Eigentümer Stahlträger zum Ersatz von tragenden Wänden eingebaut wurden und der Dachstuhl längst baufällig geworden war. Insbesondere die denkmalgeschützte Fassade und die Eckgestaltung erschien den Gutachtern dennoch erhaltenswert. Der Eigentümer plante jedoch den Abriss des kompletten Gebäudes und statt der Erhaltung die Fassade und den Erker mit dem Originalmaterial in derselben Gestaltung wieder aufzubauen. Die Möglichkeit das Gebäude auszukernen (Komplettabriss bis auf die Fassaden) bestand, wäre jedoch mit sehr großem Aufwand und der Gefahr des Zusammenbrechens der Außenwände verbunden gewesen.&amp;lt;ref&amp;gt; Direkter Kontakt der Fraktionen mit Shobeiri; Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.03.1988, Ausgabe Nr. 60, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraufhin beschloss die Stadt 1989 für das Samen-Hahn Gelände zwischen Bahnhofstraße und Reichensand einen neuen, eigenen neuer Bebauungsplan (G 1/09 &amp;quot;Reichensand&amp;quot;) aufzustellen. Dieser sah eine ein- bis zweigeschossige Tiefgarage unter dem Gebiet vor und erwägte, bei zusätzlich benötigten Stellplätzen die Obergeschosse des Gebäudes am Reichensand, das direkt am Parkhaus Westanlage anliegt, mit zu nutzen. Grund für die Aufstellung dieses Bebauungsplanes, der auch Teile des Bebauungsplan 56 &amp;quot;Stadtmitte II&amp;quot; berührt, war dass er grundlegende Richtwerte setzte für die Gebäude, die zuvor in den Bebauungsplänen nicht definiert wurden. &amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;&amp;gt; [[Medium:DS 262 aus 1990.pdf | ''Aufstellung des Bebauungsplanes G 109 &amp;quot;Reichensand&amp;quot; mit integrierter Satzung gem. § 118 HGO'']], Antrag des Magistrats vom 19.04.1990, Vorlage: DS I/262 &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig gibt dieser vor, dass bei Sanierung des Samen-Hahn Gebäudes Dach und Außenwände gleich bleiben und die Außenfenster der Gebäude am Reichensand sich am Samen-Hahn Gebäude orientieren müssen. &amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Laufe der Aufstellung des Bebauungsplanes kam es insbesondere durch die Industrie- und Handelskammer aus Bedenken gegen den Zweck des Denkmalschutzes und dem Eigentümer zu Protesten gegen den Erhalt des Eckgebäudes. Der Eigentümer schlug somit eine Entkernung bei Erhalt der äußeren Hülle vor. Hingegen kam man seinen Forderungen dem Einbau von Wohnungen insoweit nach, dass nur in den obersten Geschossen eine Wohnbebauung vorgeschrieben wurde. &amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schützenswert oder nicht? ====&lt;br /&gt;
Die Industrie-und Handelskammer Gießen äußerte sich im Februar 1990 mit der Ansicht, dass &amp;quot;die Einstufung als Baudenkmal sachlich nicht gerechtfertigt&amp;quot; sei, da es &amp;quot;im Innern des baufälligen Hauses und an den rückwärtigen Fassaden keine einziges Stilelement aus der Spätgründerzeit&amp;quot; gäbe &amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;&amp;gt; Streit geht weiter: Kulturdenkmal oder nicht?; Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.07.1990, Ausgabe Nr. 175, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt;, wohingegen der städtische Denkmalpfleger Bachmann das Doppelhaus als &amp;quot;repräsentatives Einzelobjekt der Spätgründerzeit beurteilt hatte, welches unbedingt schützenswert sei. Er nannte dafür &amp;quot;das Mansardendach, die qualitätvolle Verarbeitung des zweifarbigen Klinkermaterials und die sehr gute Ecklösung durch einen vorgehängten Erker mit Balkon&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;/&amp;gt;. Bei diesen Überlegungen wurde jedoch nur &amp;quot;der ideelle Wert des Hauses&amp;quot; bedacht, während &amp;quot;die materielle Zumutbarkeit seiner Erhaltung&amp;quot; nicht miteinbezogen wurde. &amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gestaltungsvorgaben, der sogenannte &amp;quot;Bebauungsplan Reichensand&amp;quot;, welcher mit der Veränderungssperre im Februar 1988 festgelegt wurde, ist dann im August 1990 als satzungsreif kategorisiert worden. Außerdem erhielt damit dieser Bebauungsplan auch eine Erhaltungssatzung, womit der Abriss des Gebäudes abgelehnt werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;'' Die &amp;quot;Lex Shobeiri&amp;quot; ist fertig'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.08.1990, Ausgabe Nr. 200, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies schmeckte dem Eigentümer folglich gar nicht; dieser wünschte sich das Gebäude komplett abreißen zu können um dessen Architektur nicht in einen Neubau einfließen lassen zu müssen. Erneut gab es daraufhin Proteste aus der Öffentlichkeit. Eine Gruppe von Mitgliedern der Jusos Gießen-Nord machte an dem Doppelhaus mit Plakaten auf die Wohnungsnot in Gießen aufmerksam. Sie kritisierte im Besonderen Shobeiris Vorgehen und forderte ihn dazu auf das Gebäude umgehend sanieren zu lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Mit Transparenten'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 10.12.1990, Ausgabe Nr. 286, Seite 7&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorübergehende Nutzung für Räumungsverkauf ====&lt;br /&gt;
Ab Ende März 1991 wurden tatsächlich Teile des Erdgeschosses des Doppelhauses wieder genutzt, wenn auch nur vorübergehend. Ein Teppichhaus entschied die Räume für einen Räumungsverkauf anzumieten. &amp;lt;ref name=&amp;quot;91/4/04&amp;quot;&amp;gt; Haus &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; wieder in Nutzung; Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.04.1991, Ausgabe Nr. 78, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt; Anfang April bereits wurde dieses durch die IHK Gießen wegen &amp;quot;zahlreicher Rechtsverstöße&amp;quot; jedoch wieder geschlossen.&amp;lt;ref&amp;gt; ''Räumungsverkauf wurde beendet'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 09.04.1991, Ausgabe Nr. 82, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Angebot der Stadt Shobeiri das Reichensand-Gelände für 1026 DM pro Quadratmeter abzukaufen lehnte der als &amp;quot;lächerlich&amp;quot; ab. &amp;lt;ref name=&amp;quot;91/4/04&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Symbolische Hausbesetzung und Verbot des Abrisses ====&lt;br /&gt;
In regelmäßigen Abständen äußerten sich Bürger zu dem katastrophalen Zustand des leerstehenden Gebäudes, so wie im Mai 1991, wo eine Gruppe von 14 jungen Männern und Frauen das Gebäude besetzte um auf die Wohnungsnot in Gießen aufmerksam zu machen. Schon nach wenigen Stunden jedoch verließen diese bei Polizeiaufgebot friedfertig das Gebäude. Auf diese Aktion folgte auch eine Reaktion der SPD Nord, welche den Polizeieinsatz zur friedlichen &amp;quot;symbolischen&amp;quot; Hausbesetzung als &amp;quot;unverhältnismäßig&amp;quot; einschätzte und Shobeiri aufforderte das Gebäude zu sanieren und wieder als Wohnraum verfügbar zu machen.&amp;lt;ref&amp;gt;''SPD Nord solidarisch mit Hausbesetzern'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.06.1991, Ausgabe Nr. 132, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; Daraufhin bot Shobeiri den Jungsozialisten das Objekt &amp;quot;zur mietfreien Nutzung&amp;quot; an bis eine entgültige Entscheidung über das weitere Verfahren feststände. Im Dezember 1991 erklärten die Jusos dass Shobeiri nicht zu Verhandlungen bereit gewesen sei, während dieser die Ansicht vertrat bloß noch eine Zusicherung über den schnellstmöglichen Auszug von Bewohnern bei vorliegender Entscheidung über die Nutzung beziehungsweise den Abriss des Hauses verlangt hätte. Darunter zählte er eine &amp;quot;Bürgschaftserklärung der Stadt&amp;quot; unter welche auch etwaige Schäden durch Bewohner fallen sollten. Das Ansinnen der Jusos es sei Shobeiris Aufgabe das Anwesen für die Nutzung &amp;quot;bewohnbar zu machen&amp;quot; lehnte dieser strikt ab und stoppte damit alle weiteren Diskussionen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Eckhaus Reichensand/Bahnhofstraße bleibt leer'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 25.02.1992, Ausgabe Nr. 47, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 1993 drückten die Jungsozialisten erneut ihren Unmut über den Stillstand und die Tatenlosigkeit von Seiten des Eigentümers und der Stadt aus. Sie fragten in einem offenen Brief an den Magistrat wegen möglicher Zwangsmaßnahmen bei Wohnraumspekulation und die Dauer des Verwaltungsgerichtsverfahrens zum Gebäudeabriss an. &amp;lt;ref&amp;gt;''Jungsozialisten erinnern an leeres Samen-Hahn-Gebäude'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 25.06.1993, Ausgabe Nr. 144, Seite 16&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Am 9. November 1995 gab der Verwaltungsgerichtshof Kassel schlussendlich bekannt das das Gebäude nicht abgerissen werden dürfe. Des weiteren sah dieser den Parkplatz als nicht legal an. Shobeiri war es nicht erlaubt zu diesem Urteil Revision einzulegen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Prognosen '95: Das wäre richtig gewesen...'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.01.1996, Ausgabe Nr. 11, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig kündigte der Eigentümer Habibollah Shobeiri im April 1995 an, aus Resignation vor der Politik der Grünen und dem Stadtrat Dammann, denen er die Schuld am Scheitern seiner Bauvorhaben am Samen-Hahn-Komplex gab, die Stadt Gießen zum Jahresende nach 24 Jahen verlassen zu wollen. Neben Samen-Hahn waren zu diesem Zeitpunkt die Gebäude Westanlage 30/32 und Südanlage 10 im Besitz Shobeiris.&amp;lt;ref&amp;gt;''Shobeiri: Ich werde Gießen verlassen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.04.1995, Ausgabe Nr. 88, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; Tatsächlich blieb er Gießen als Bürger treu.&amp;lt;ref&amp;gt;''Arbeitskämpfer, Prügelknaben und Rekorde'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.02.2008, Ausgabe Nr. 46, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ende Januar 1996 äußerte sich dann Bürgermeister Schüler zu dem Urteil und befand weiterhin das eine &amp;quot;einvernehmliche Lösung&amp;quot; mit dem Eigentümer angebracht sei mit dem Bemühen um eine Einigung die Wohnraumzweckentfremdung betreffend.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Wir prozessieren nicht um dann zu verzichten&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.01.1996, Ausgabe Nr. 26, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Eigentümer kam der Schließung des Parkplatzes freiwillig nach, verteilte jedoch auch Flugblätter an die Autofahrer mit welchen er diese zum Einsatz für die Wiederöffnung des Parkplatzes ermutigte. Außerdem gab er bekannt nach Pachtinteressenten für das geplante kombinierte Geschäfts-und Wohngebäude zu suchen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Der Reichensand-Parkplatz ist geschlossen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 06.02.1996, Ausgabe Nr. 31, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Spekulant Shobeiri und der Verfall eines Gründerzeithauses ====&lt;br /&gt;
Aus einem Briefwechsel Shobeiris mit der Stadt im August 1996 wurde ersichtlich dass Shobeiri durchaus bewusst war das der jahrelange Leerstand des Gebäudes bei einer Sanierung seinen Tribut fordert und diese somit entsprechend teuer ausfallen würde. Daher bot er im Zuge dessen der Stadt an das Gebäude für 30 Jahre zu mieten für einen &amp;quot;symbolischen Preis von einem Pfennig pro Jahr&amp;quot;, wohingegen die Stadt dann die Renovierungskosten tragen sollte. Er nannte einen Betrag von 3,5 Millionen DM Renovierungskosten und 750000 DM als Parkplatzablöse falls das geplante Parkhaus nicht seinen Platz finden könnte. Dieses Ansinnen nahm die Stadt jedoch nicht Ernst und vor allem Hagemann, Stadtverordnetenvorsitzende der Grünen, zeigte sich verärgert. Sie machte Shobeiri dann auch darauf aufmerksam dass die Instandsetzung des Gebäudes laut &amp;quot;dem hessischen Wohnraumzweckentfremdungsgesetz&amp;quot; in seiner Verantwortung liegt und er sich den durch die Vernachlässigung entstandenen Schaden selbst zuzuschreiben hat. Sie erklärte jedoch das ein &amp;quot;kaufmännisch korrektes Angebot&amp;quot; von den Grünen durchaus akzeptiert werden könne, um das Gebäude letztlich &amp;quot;gemeinnützigen Zwecken&amp;quot; zuführen zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;''Areal &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; gammelt weiter vor sich hin'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.08.1996, Ausgabe Nr. 191, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der SPD-Parteichef Becker gab eine Erklärung an den Magistrat ab, in welcher er Shobeiris Wohnraumzweckentfremdung und das willentliche verfallen lassen des Gebäudes zu Bedenken gibt. In diesem Zuge solle das &amp;quot;öffentliche Wohl Vorrang vor dem Profitstreben einzelner Immobilienspekulanten&amp;quot; haben.&amp;lt;ref&amp;gt;''Becker: &amp;quot;Verhöhnung des Magistrats&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 03.09.1996, Ausgabe Nr. 205, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt; Zum öffentlichen Wohl gehört sicher auch ein ganzes Anwesen mit umliegendem Gelände nicht vermüllen zu lassen, sodass es über Jahre und Jahrzehnte von den Bürgern nur noch als Schandfleck angesehen werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;''Die Stadt, der Müll, das Programm und die Taten'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.02.1997, Ausgabe Nr. 36, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; So fragten auch immer wieder Leser der Gießener Allgemeinen Zeitung in Leserbriefen und zum Beispiel bei einer Befragung der Spitzenkandidaten zur Kommunalwahl 1997 nach der weiteren Verwertung des Gebäudes und baten den vergammelten Zustand von Gebäude und umliegendem Gelände schnellstmöglich zu beseitigen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Meinungstreff: Gießen im Jubiläumsjahr'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 20.08.1997, Ausgabe Nr. 192, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;''Shobeiri sieht sich und Stadt in der Pflicht'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.02.1998, Ausgabe Nr. 36, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bild: Verwahrloste und vermüllte Rückseite des Hauses&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---&amp;gt;&lt;br /&gt;
==== Baugebot oder einvernehmliche Lösung? ====&lt;br /&gt;
Bereits im Dezember 1992 hatte die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat beauftragt, für das Samen-Hahn Gelände ein Baugebot entsprechend des im Vorjahr aufgestellten Bebauungsplanes zum Erlass vorzulegen und auch mit dem Eigentümer über einen möglichen Verkauf zu verhandeln (Ja: SPD, GR, Stv. Micheler; Nein: CDU, FDP). Die im Antrag vorgesehene Zustimmung zur Einleitung eines Enteignungsverfahrens wurde durch einen Initiativantrag der SPD-Fraktion gestrichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DS 0920 aus 1992.pdf | ''Erlaß eines Baugebots für das &amp;quot;Samenhahn-Grundstück&amp;quot; am Reichensand/Einleitung eines Enteignungsverfahren'']], Antrag des fraktionsunabhängigen Stadtverordneten Ludwig Micheler vom 16.11.1992, Vorlage: DS I/0920&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowohl CDU als auch Grüne versprachen den Bürgern bei einer Befragung erneut dem Eigentümer Auflagen zur &amp;quot;wirtschaftlichen Nutzung&amp;quot; des Geländes zu machen, wobei die Grünen einen Bauplan mit Bau-und Erhaltungsgebot in Erwägung zogen.&amp;lt;ref&amp;gt;''AZ-Leser fragen Spitzenkandidaten zur Kommunalwahl (Teil 1)'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 27.02.1997, Ausgabe Nr. 49, Seite 28 &amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Baugebot von Seiten der Stadt hieße das Shobeiri die Sanierung zahlen müsste, während die Stadt sich dann um die Umsetzung kümmerte. &amp;lt;ref&amp;gt; Gestern jede Menge kostenlose Parkplätze; Gießener Allgemeine Zeitung vom 03.05.1997, Ausgabe Nr. 102, Seite 25 &amp;lt;/ref&amp;gt; Im Februar 1998 äußerte sich Stadtplanungsdezernentin Hagemann einmal mehr zu den Vorgängen und Gesprächen zwischen Eigentümer Shobeiri und der Stadt. Sie war der Meinung dass der Eigentümer von sich aus zu einer Lösung kommen müsse, ohne dass ein durch die Stadt initiiertes Baugebot ihn dazu zwingt.&amp;lt;ref&amp;gt; Stadt und Besitzer reden über Samen-Hahn-Areal; Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.02.1998, Ausgabe Nr. 35, Seite 24 &amp;lt;/ref&amp;gt; Immer wieder kamen Bürger auf den &amp;quot;Schandfleck Reichensand/Bahnhofstraße&amp;quot; zu sprechen, so zum Beispiel ein Leser im Meinungstreff der Gießener Allgemeine Zeitung vom Februar 1998. Er bedauerte, ähnlich wie viele andere Gießener, dass das Gebäude nach dem Kauf durch Hernn Shobeiri nie einer sinnvollen Nutzung zugeführt wurde und gab sich auch verärgert über die Duldung des Zustandes von Seiten der Stadt.&amp;lt;ref&amp;gt; Substanz wird wissentlich dem Verfall Preis gegeben; Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.02.1998, Ausgabe Nr. 41, Seite 29 &amp;lt;/ref&amp;gt; Wenn es um &amp;quot;häßliche Baulücken und heruntergekommene Altbauten&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt; &amp;quot;Sehen und Gesehenwerden müssen zählen&amp;quot;; Gießener Allgemeine Zeitung vom 30.04.1998, Ausgabe Nr. 100, Seite 24 &amp;lt;/ref&amp;gt; geht, war und ist das Samen-Hahn-Gelände immer ein Paradebeispiel. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im August 1997 veranlasste der damalige Bürgermeister Schüler kurz vor dem Regierungswechsel ein Instandsetzungsgebot gegen Eigentümer Shobeiri wegen Wohnraumzweckentfremdung. Die Auflagen Schülers gegen Shobeiri beinhalteten dass vier Wohnungen im Ober-und im Dachgeschoss saniert und damit nutzbar gemacht werden solten. Diese Investition sollte sich dann in einer Frist von zehn Jahren mit den Mieteinkünften rentieren. Nach einer Klage Shobeiris gegen dieses Vorhaben scheiterte Schülers Ansinnen im August 1999. Das Verwaltungsgericht stellte fest dass die Kosten für die Investition auch in zehn Jahren nicht wieder eingeholt hätten werden können. Shobeiri gab daraufhin auch bekannt dass sein &amp;quot;Gastronomie-Konzept&amp;quot; zwar &amp;quot;planungsrechtlich&amp;quot; möglich gewesen sei, aber keine geeigneten Mieter vorhanden gewesen wären und er &amp;quot;die guten Zeiten&amp;quot; zur Umsetzung eines Bauplanes &amp;quot;verpasst&amp;quot; habe.&amp;lt;ref&amp;gt;''Späte Niederlage von Schüler gegen Shobeiri'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.08.1999, Ausgabe Nr. 185, Seite 17&amp;lt;/ref&amp;gt; Prompt äußerte sich der ehemalige Bürgermeister Schüler dann in einem Leserbrief in der Gießener Allgemeine Zeitung zu dem Verfahren mit den Worten &amp;quot;Herr Shobeiri benutzt unseren Rechtsstaat nur zu seinem Vorteil. Das Gebot des Grundgesetzes 'Eigentum verpflichtet' lässt er nicht für sich gelten. (...) Leitragende sind die Gießener Bürgerinnen und Bürger, die tagtäglich die Schandflecken in der Bahnhofstraße und in der Südanlage ertragen müssen.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt; Shobeiri nutzt Rechtsstaat nur zu seinem Vorteil; Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.08.1999, Ausgabe Nr. 190, Seite 28 &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
In einem Vortrag im Juli 2000 ging der Leiter des Stadtplanungsamtes, Dettling, dann auch auf das Grundstück Samen-Hahn ein, wobei er ein Baugebot als &amp;quot;stumpfes Schwert&amp;quot; bezeichnete, da in diesem Fall die Bebauung oder Sanierung zum Zeitpunkt der Diskussion für den Eigentümer &amp;quot;wirtschaftlich (nicht) vertretbar&amp;quot; gewesen sei. &amp;lt;ref&amp;gt; Nordstadt: Planungsamtschef warnt vor Euphorie; Gießener Allgemeine Zeitung vom 06.07.2000, Ausgabe Nr. 154, Seite 20 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bürgergruppe Lokale Agenda 21 und AK Innenstadtentwicklung der SPD ====&lt;br /&gt;
Zwischenzeitig wurde die Akte Samen Hahn auch zum Thema in einer Bürgergruppe der [[Lokale Agenda 21|Lokalen Agenda 21]] &amp;lt;ref&amp;gt; Mehr Flair, weniger Autos und ein City-Treff; Gießener Allgemeine Zeitung vom 01.11.1999, Ausgabe Nr. 254, Seite 7 &amp;lt;/ref&amp;gt; und im, im Dezember 1999, neu gegründeten Arbeitskreis zur Innenstadtentwicklung der SPD-Stadtverordnetenfraktion, welche schnell eine Lösung für die Bebauung der Flächen zu finden gedachten. &amp;lt;ref&amp;gt; SPD: Bellof Sprecher von AK Innenstadt; Gießener Allgemeine Zeitung vom 01.12.1999, Ausgabe Nr. 280, Seite 26 &amp;lt;/ref&amp;gt; In einem Vortrag im Juli 2000 ging der Leiter des Stadtplaungsamtes, Dettling, dann auch auf das Grundstück Samen-Hahn ein, wobei er ein Baugebot als &amp;quot;stumpfes Schwert&amp;quot; bezeichnete, da in diesem Fall die Bebauung oder Sanierung zum Zeitpunkt der Diskussion für den Eigentümer &amp;quot;wirtschaftlich (nicht) vertretbar&amp;quot; gewesen sei. &amp;lt;ref&amp;gt; Nordstadt: Planungsamtschef warnt vor Euphorie; Gießener Allgemeine Zeitung vom 06.07.2000, Ausgabe Nr. 154, Seite 20 &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Entwicklung des Viertels und Parkplatznutzung ====&lt;br /&gt;
Nachdem die Parkplatznutzung am Reichensand im November 1995 als illegal gestoppt wurde, kam die CDU Gießen im Juli 2000 zu dem Schluss dass, vor allem zu Festen in der Innenstadt, die Parksituation für von auswärts anreisende Gäste kritisch sei. Daher wünschte sich der damalige CDU-Vorsitzende Möller &amp;quot;eine kurzfristige und zeitlich beschränkte Erweiterung des städtischen Parkraumangebotes&amp;quot; im Rahmen einer &amp;quot;Ausnahmeregelung&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt; CDU fordert Konzept für den Marktplatz; Gießener Allgemeine Zeitung vom 01.08.2000, Ausgabe Nr. 176, Seite 18 &amp;lt;/ref&amp;gt; , wobei er seine Ausführungen auch auf das Samen-Hahn-Gelände bezog, wofür aber keine Nutzungsgenehmigung bestand.&amp;lt;ref&amp;gt; Reichensand und Berliner Platz: Rechtliche Hürden für  Parkplatzwünsche der CDU; Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.07.2000, Ausgabe Nr. 164, Seite 17&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem forderte der CDU-Vorsitzende im Oktober 2000 ein &amp;quot;Entwicklungskonzept&amp;quot; für den Innenstadtbereich Schanzenstraße/Bahnhofstraße. Er kritisierte die Entwicklung des Viertels hin zu Leerständen von Geschäftshäusern und &amp;quot;Rückgang an Publikumsverkehr&amp;quot;, sodass eine &amp;quot;zunehmende Verschmutzung&amp;quot; und die &amp;quot;Gegenwart zweifelhafter Personenkreise&amp;quot; in diesem Bereich immer mehr zunehme. Er plante die Attraktivität des Viertels für den Einzelhandel, die Kunden und die Anwohner vor allem durch neue Straßenverkehrsregelungen und damit verstärkte Nutzung des Areals zu stärken.&amp;lt;ref&amp;gt; Entwicklungskonzept für Bahnhofstraße gefordert; Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.10.2000, Ausgabe Nr. 253, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung entschied dann auch dafür die Durchfahrtsperre in der Bahnhofstraße aufzuheben und das Viertel somit wieder zu beleben. Außerdem hatte diese sich für eine Ausnahmeregelung bei Gelegenheiten wie größeren Festen, die Parkflächen betreffend, ausgesprochen.&amp;lt;ref&amp;gt; Bahnhofstraße:Koalition will freie Fahrt für Pkw; Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.08.2001, Ausgabe Nr. 179, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kunstprojekte und Bebaungsplanung durch Schüler der LLS ====&lt;br /&gt;
Es beschäftigten sich nun sogar Schüler der zehnten Klassen der Landgraf-Ludiwig-Schule im Erdkundeunterricht mit der Bebauung des Areals. Innerhalb von vier Monaten zwischen Februar und Mai 2001 tüftelten diese an einem Plan für die Sanierung des Doppelhauses mit Eigentumswohnungen und Mietwohnungen sowie die Ansiedlung eines Geschäfts im Erdgeschoss. Daneben planten sie einen &amp;quot;dreistöckigen Gebäudekomplex&amp;quot; mit Tiefgarage, welcher unter anderem ein Burger King beherbergen sollte für den kleinen Hunger nach dem Kinobesuch. &amp;lt;ref&amp;gt; Tunnel ab E-Klo und Burger King bei Samen-Hahn; Gießener Allgemeine Zeitung vom 25.05.2001, Ausgabe Nr. 120, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; Sogar ein Kunstprojekt beschäftigte sich mit dem verfallenen ehemaligen Samen-Hahn Doppelhaus. Im Rahmen der Landeskunstausstellung &amp;quot;Hessiale&amp;quot; wurde im April 2002 die &amp;quot;bröckelnde Fassade&amp;quot; der Rückseite des Hauses von Roswitha Berger-Gentsch in ihrem Projekt mit dem Thema &amp;quot;'Wunden sprechen'&amp;quot; mit dem Wort &amp;quot;liebe&amp;quot; in Leuchtfarbe verziert. &amp;lt;ref&amp;gt; Leibchen an Platanen und Besen an der Bahnüberführung; Gießener Allgemeine Zeitung vom 30.04.2002, Ausgabe Nr. 100, Seite 27&amp;lt;/ref&amp;gt; Beim &amp;quot;Kunstspektakulum 'Fluss mit Flair'&amp;quot; 2010 veränderte der Künstler Carsten Hirth in einer Fotografie von der Rückansicht des  Samen-Hahn-Hauses das Wort &amp;quot;liebe&amp;quot; in &amp;quot;Gier&amp;quot; und gab diesem damit eine ganz neue Aussage. &amp;lt;ref&amp;gt; Tausende Menschen flanierten an der Wieseck;  Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.06.2010, Ausgabe Nr. 140, Seite 5&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Immer wieder wurden auch Bauvoranfragen des Grundstückseigentümers zwar positiv beschieden, jedoch wurde kein Bauantrag gestellt, sodass die Geltungsdauer dieser Voranfragen ungenutzt ablief. Auch seien in Beratungsgesprächen Möglichkeiten einer Bebauung dargestellt worden und Abweichungen, die gefordert wurden, auch in Aussicht gestellt, ohne das etwas durch den Eigentümer verwirklicht worden wäre. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Neue Eigentümerpläne für eine Markthalle ====&lt;br /&gt;
Aus diesen Bauvoranfragen heraus beantragten die Eigentümer, die Shobeiri und Würtele GbR, am 30. Januar 2003 einen vorhabenbezogenen Bebauuungsplan, der vorsah, auf das Gebäude an der Ecke Bahnhofsstraße/Reichensand das Gelände ein völlig neues Gebäude gebaut werden sollte, in das das Eckgebäude integriert werden sollte. Dabei war geplant dass das denkmalgeschützte Gebäude ein Cafe, eine Kindertagesstätte und Lager-/Büroräume beherbergen sollte, während zum Reichensand das Parkhaus Karstadt/Westanlage um ca. 130 Stellplätze erweitert werden sollte bzw. im Erdgeschoss 1250m² Raum für eine Markthalle geboten worden wären.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS694&amp;quot;&amp;gt; [[Medium:DS694 aus 2003.pdf|Bebauungsplan Nr. Gi 1/09 &amp;quot;Reichensand&amp;quot;, 1. Änderung; hier: Beschluss über die Aufstellung eines vorhabenbezogenene Bebauungsplanes'']], Antrag des Magistrats vom 17.02.2003, Vorlage: 694/03&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf diese Pläne basierend wäre der Teil des Doppelhauses mit der Adresse Bahnhofstraße 35 abgerissen worden um dort Platz für Markthalle und Parkhaus zu machen. Der kulturhistorisch wertvolle Eckteil des Gebäudes an Reichensand/Bahnhofstraße wäre so erhalten geblieben und in den Neubau integriert worden. Auch die &amp;quot;&amp;quot;Rekonstruktion des historischen Untergeschosses&amp;quot; von Reichensand 2 war Teil des Plans unter Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde. &amp;lt;ref&amp;gt; Samen-Hahn-Haus müsste teilweise Parkhaus weichen; Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.01.2003, Ausgabe Nr. 14, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im November 2002 wurde nach der Begehung des Gebäudes eine vollständige Sanierung als unwirtschaftlich eingestuft &amp;lt;ref&amp;gt; Aus dem Parlament; Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.02.2003, Ausgabe Nr. 33, Seite 31&amp;lt;/ref&amp;gt;, sodass die Landesdenkmalpflege im Bezug auf einen möglichen Teilabriss ihre Zustimmung äußerte. Für die Umsetzung dieser Pläne war jedoch zunächste eine Veränderung des Bebauungsplans notwendig. &amp;lt;ref&amp;gt; Landesdenkmalpflege: Keine Bedenken gegen Teilabriss; Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.01.2003, Ausgabe Nr. 18, Seite 24&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Antrag änderte die Stadtverordnetenversammlung einstimmig dahingehend, dass dem Bebauungsplan mit der Maßgabe stattgegeben werde, dass für den wegfallenden Wohnraum im ehemaligen Samen-Hahn Gebäude Ersatzwohnraum in gleicher Größe geschaffen wird. Der so geänderte Antrag wurde von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen (JA: CDU/SPD/GR/FWG/FDP/BLG; Nein: PDS) &amp;lt;ref name=&amp;quot;DS694&amp;quot;/&amp;gt;, jedoch scheiterte das Projekt am Ende trotz bestehender Baugenehmigung, da die Eigentümer das Projekt nicht weiterführten. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Skizze des Bebauungsplans von Januar 2003 - Vorderseite &amp;lt;ref&amp;gt; Samen-Hahn-Haus müsste teilweise Parkhaus weichen; Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.01.2003, Ausgabe Nr. 14, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Annahme des Markthallenkonzepts vor Wochenmarktbeschickern ====&lt;br /&gt;
Im September 2003 führte die Gießener Allgemeine Zeitung eine Umfrage unter Wochenmarktbeschickern durch, um ein generelles Meinungsbild zur geplanten Markthalle auf dem ehemaligen Samen-Hahn-Gelände zu erlangen. Auch die Eigentümergemeinschaft hatte ein solches Meinungsbild in Form eines &amp;quot;Marktfrühschoppen(s)&amp;quot; für die Beschicker des Wochenmarktes geplant. So äußerten sich die Befraten in der GAZ-Umfrage zu der mit 1600 Quadratmetern möglicherweise zu gering bemessenen Größe der Markthalle sowie zu den Mietpreisen, welche jedoch noch nicht in die Planungen der Eigentümer miteinbezogen wurden. Auch die geplanten Öffnungszeiten wurden eher kritisch beäugt; diese wurden mit täglicher Öffnung von 8 bis 20 Uhr beziffert und zusätzlichen abendlichen Kulturveranstaltungen. Nicht zuletzt sahen einige der Befragten ein Konkurrenzdenken der Eigentümer gegenüber dem traditionellen Gießener Wochenmarkt, welches diese jedoch bestritten. Ihnen sei es ein Anliegen vor allem Erzeuger regionaler Produkte in die Markthalle zu locken; eine Liste von 50-100 Interessenten lag auch bereits vor. &amp;lt;ref&amp;gt; Markthalle Reichensand: Zustimmung und Skepsis; Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.09.2003, Ausgabe Nr. 217, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; 20 Interessenten fanden sich dann zum Marktfrühschoppen im &amp;quot;Alt Gießen&amp;quot; ein, wo ihnen verkündet wurde das bereits Anfang des Jahres 2004 eine Bebauung des Geländes starten sollte. Je nach Standgröße waren 40 bis 70 Plätze geplant. Auch über eine Gepäckaufbewahrung und 150 Parkplätze über der Markthalle wurde nachgedacht. Die Interessenten machten sich vor allem Sorgen über die tatsächliche Frequentierung und Nachfrage durch Kunden des täglich 12 Stunden geöfneten Marktes, äußerten sich sonst jedoch durchaus positiv zum Gesamtkonzept der Kleinmarkthalle. &amp;lt;ref&amp;gt; Markthalle: &amp;quot;Das Konzept ist hervorragend&amp;quot;; Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.09.2003, Ausgabe Nr. 220, Seite 7&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Stillstand und städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen ====&lt;br /&gt;
Im März 2004 jedoch gab es noch keine entsprechenden Bauvoranfragen oder einen Bauantrag von Seiten der Eigentümergemeinschaft für das Samen-Hahn-Gelände. &amp;lt;ref&amp;gt; Noch ist Gießen eine Stadt der Brachflächen; Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.03.2004, Ausgabe Nr. 71, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Verantwortlich für die Projektentwicklung waren Michael Rosenberg der Carpe Diem GmbH sowie der Architekt Holger Datz aus Langgöns. &amp;lt;ref&amp;gt; 80-Betten-Hotel an der Westanlage geplant; Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.06.2004, Ausgabe Nr. 134, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Gießener Verwaltung fehlte es vor allem auch an weiteren Vorgaben der Eigentümer, um eine Änderung des Bauantrages auf den Weg bringen zu können. &amp;lt;ref&amp;gt; Der städtebauliche Befreiungsschlag blieb aus; Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.04.2005, Ausgabe Nr. 92, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang August 2005 ging die S&amp;amp;W Theaterpark GmbH mit Gesellschafterin Sylvia Würtele Pleite. Diese war Teil der Eigentümergemeinschaft und verantwortlich für die Planungen zur Bebauung der Südanlage 10. &amp;lt;ref&amp;gt; Auch bürgerliche Koalition vorerst an &amp;quot;Schandflecken&amp;quot; gescheitert; Gießener Allgemeine Zeitung vom 05.08.2005, Ausgabe Nr. 180, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt; Für dieses Gelände plante die Stadt Anfang 2007 &amp;quot;einen Bebauungsplan mit der 'Zielrichtung einer besonderen städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme'&amp;quot; zu erarbeiten, mit welchem die Eigentümer im Verfahren entscheiden müssten ob es ihnen möglich ist die Bebauung voranzutreiben oder zu verkaufen. Bei der Entscheidung zum Verkauf bekäme die Stadt ein Vorkaufsrecht und würde den Verkehrswert des Geländes an den Eigentümer entrichten. &amp;lt;ref&amp;gt; Südanlage 10: Koalition setzt Eigentümer unter Druck Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.01.2007, Ausgabe Nr. 11, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Anders als im Fall von der Südanlage 10 war dies beim Samen-Hahn-Gelände nicht möglich, da das Gebäude unter Denkmalschutz stand und es sich sehr viel schwieriger gestaltet hätte dafür einen neuen Investor zu finden, sodass die Stadt nicht &amp;quot;auf den Immobilien sitzen&amp;quot; bliebe. Das Gelände der Südanlage 10 hat die Eigentümergemeinschaft dann auch an die Stadt veräußert. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bürgerstimmen und städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen ====&lt;br /&gt;
Zum 25. 'Geburtstag' des Sorgenkinds Samen-Hahn Anfang Juli 2006 errichtete der SPD-Ortsverein Mitte einen Informationsstand und sammelte Unterschriften der Bürger gegen den &amp;quot;Schandfleck&amp;quot;. Eine Initiative im Parlament sei jedoch nicht geplant gewesen. &amp;lt;ref&amp;gt; SPD sammelte Unterschriften gegen &amp;quot;Schandfleck&amp;quot;; Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.07.2006, Ausgabe Nr. 152, Seite 24&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei einer Anliegerversammlung zum Sanierungsgebiet Schanzenstraße/Bahnhofstraße kam durch Rufe aus dem Publikum immer wieder das Thema Samen-Hahn zur Sprache bis der anwesende Habibollah Shobeiri der Eigentümerfamilie sich schließlich auch äußerte und sagte das &amp;quot;das Grundstück im Reichensand 'seit 27 Jahren abgeschrieben'&amp;quot; sei und er es der Stadt für einen Euro anbiete. Baudezernent Rausch nahm dieses Angebot jedoch nicht für bahre Münze. &amp;lt;ref&amp;gt; Shobeiri will nicht länger &amp;quot;Prügelknabe&amp;quot; sein; Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.02.2008, Ausgabe Nr. 44, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sogar ein Wohnungsloser hatte sich auf dem verwahrlosten Gelände im Oktober 2008 schon einmal häuslich eingerichtet. &amp;lt;ref&amp;gt; &amp;quot;Aufsuchende&amp;quot; Betreuung lässt auf sich warten; Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.10.2008, Ausgabe Nr. 243, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bild?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine GAZ-Leserin schlug vor Herrn Shobeiri doch zum Bau des geplanten Gießener Großkinos auf dem Samen-Hahn-Gelände zu bewegen, welches wegen seiner Innenstadtlage &amp;quot;ideal&amp;quot; (gewesen) wäre. &amp;lt;ref&amp;gt; Einen anderen Platz für das Großkino suchen; Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.10.2008, Ausgabe Nr. 249, Seite 33&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
2010 äußerte sich auch die CDU mit der Bitte an die Eigentümerfamilie doch ihre Ideen und Planungen an die Stadt weiter zu geben, damit mit dem Grundstück etwas passieren kann. Der Stadtverbandsvorsitzende Möller war der Meinung dass es &amp;quot;keine Schande&amp;quot; sei, wenn die nötigen finanziellen Mittel für die Sanierung von Seiten der Eigentümer nicht aufgebracht werden könnten, jedoch sei es definitiv &amp;quot;eine Schande&amp;quot; den &amp;quot;Verfall historischer Gebäude, von denen die Stadt ohnehin wenige hat&amp;quot; so ohne weiteres hinzunehmen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-CDU-nimmt-Eigentuemer-von-Samen-Hahn-in-die-Pflicht-_arid,170352_regid,1_puid,1_pageid,113.html CDU nimmt Eigentümer in die Pflicht''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.03.2010 ([https://web.archive.org/web/20140818220743/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-CDU-nimmt-Eigentuemer-von-Samen-Hahn-in-die-Pflicht-_arid,170352_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge der immer wieder scheiternden Gespräche zwischen Stadt und Eigentümer, wie das Samen-Hahn Gelände weiter genutzt werden könne, beschloss die Stadtverordnetenversammlung am 24. März 2011, dem Magistrat umgehend mit der Einleitung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme für den Bereich Samen-Hahn beginnen zu lassen und zudem sämtliche rechtliche zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bis zur letzten Instanz zu nutzen, die zur Umsetzung erforderlich seien (Ja: CDU/GR/FDP/FW/BLG; StE: SPD/LINKE) &amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/3554/2011&amp;quot;&amp;gt; [http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12005 Entwicklungsmaßnahmen &amp;quot;Schandfleck Samen-Hahn&amp;quot;], Antrag der Fraktionen CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP vom 04.02.2011, STV/3554/2011 &amp;lt;/ref&amp;gt;, jedoch ist ein Berichtsantrag auf dem März 2012, der nach den seitdem ergriffenen Maßnahmen fragt, bis heute vom Magistrat unbeantwortet geblieben. &amp;lt;ref&amp;gt;[[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12859 ''Berichtsantrag betreffend Entwicklungsmaßnahme „Schandfleck Samen Hahn“''], Antrag der CDU-Fraktion vom 25.02.2012, Vorlage: STV/0746/2012&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Abriss des Eckgebäudes ====&lt;br /&gt;
[[Datei:SamenHahn2011.jpg|thumb|right|350px|Rückseite des Eckgebäudes an der Bahnhofstraße/Reichensand, Stand 2011]]&lt;br /&gt;
Im April 2012 beantragte der Eigentümer aufgrund eines Gutachtens, das das Samen-Hahn Gebäude an der Ecke Reichensand/Bahnhofstraße für akut einstürzgefährdet einstuft, den Abbruch dieses Gebäudes. Dieser, der gemeinsam mit dem Gutachten bei der städtischen Bauverwaltung eingereicht wurde, führte umgehend zu Straßensperrungen am Kreuzungsbereich Bahnhofstraße/Reichensand/Schanzenstraße sowohl für den Fahr- als auch für den Fußverkehr. Infolge dessen wurde von der Stadt eine Überprüfung der Statik beauftragt und ein Gutachten über die Frage der Sicherung und des Erhaltes der Fassaden des denkmalgeschützten Gebäudes in Auftrag gegeben. &amp;lt;ref&amp;gt; [http://www.giessen.de/index.phtml?call=detail&amp;amp;css=&amp;amp;La=1&amp;amp;FID=684.8808.1&amp;amp;&amp;amp;sNavID=1894.1&amp;amp;ffmod=pres&amp;amp;ffsm=1 Samen-Hahn Gebäude einsturzgefährdet - Straßensperrung] - Pressemitteilung der Stadt Gießen vom 12.04.2012 ([https://web.archive.org/web/20140805152737/http://www.giessen.de/index.phtml?call=detail&amp;amp;css=&amp;amp;La=1&amp;amp;FID=684.8808.1&amp;amp;&amp;amp;sNavID=1894.1&amp;amp;ffmod=pres&amp;amp;ffsm=1 Archivierte Version]) &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der Stadtverordnetenversammlung vom 24.05.2012 forderten die Abgeordneten den Magistrat auf, keine Genehmigung für den Abiss der historischen Fassade des Gebäudes &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; zu erteilen, bis der zuständige Fachausschuss in einer kurzfristigen Sondersitzung informiert worden ist (Ja: SPD, CDU, FR, FW, LINKE, FDP; StE: PIR, LB/BLG),&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12980 ''Reichensand/Bahnhofstraße (ehem. Samen-Hahn)''], Antrag der Fraktionen SPD und Bündnis 90/Die Grünen vom 27.04.2012, Vorlage: STV/0856/2012&amp;lt;/ref&amp;gt; zudem wird der Beschluss von 24.03.2011 &amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/3554/2011&amp;quot;/&amp;gt; bekräftigt, mit der Einleitung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme zu beginnen (Ja: SPD, CDU, GR, FW, LINKE, FPD, LB/BLG; StE: PIR) und den Magistrat zu beauftragen, sämtliche rechtlich zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bis zur letzten Instanz zu nutzen, die zur Umsetzung der Maßnahme erforderlich sind (Ja: SPD, CDU, GR, LINKE, FDP, LB/BLG; Nein: FW; StE: PIR). &amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;/&amp;gt; Zudem wurde der Magistrat aufgefordert, die haushaltsrechlichen Möglichkeiten für einen Erwerb des Gebäudes zu schaffen (Ja: SPD, CDU, GR, LINKE, FDP; Nein: FW, LB/BLG; StE: PIR).&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Einreichung eines Gutachtens über die Gefährdung des Einsturzes des Samen-Hahn Doppelhauses, entschied die Stadt das Haus im Juni 2012 nach 114 Jahren einschließlich 30 Jahren Leerstand abzureißen. Dazu gab es dann ganz unterschiedliche Standpunkte aus der Bevölkerung. Während die einen den Abriss bedauerten, äußerten die anderen sich erleichtert darüber dass sich nun endlich etwas bewegte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gaz-2012-06-23&amp;quot; /&amp;gt; Ein Abbruchspezialist äußerte sich dazu mit den Worten &amp;quot;Selten habe man eine derart 'faule Bude' abgerissen&amp;quot;. &amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Abriss-Ab-Donnerstag-sollen-Strassen-wieder-frei-sein-_arid,350637_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''Samen-Hahn-Abriss: Ab Donnerstag sollen Straßen wieder frei sein''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 26.06.2012 ([https://web.archive.org/web/20120630031004/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Abriss-Ab-Donnerstag-sollen-Strassen-wieder-frei-sein-_arid,350637_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der folgenden Sitzung am 27. Juni 2012 beschloss die Stadtverordnetenversammlung infolge der Entscheidung,das Eckhaus abzureißen einstimmig die Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes &amp;quot;GI 01/36 Reichensand/Bahnhofstraße&amp;quot;, der den gesamten Block zwischen Reichensand, Bahnhofstaße und Westanlage umfasst und setzten als Sanierungsziel fest, dass ein Neubau an der Straßenecke Bahnhofstraße/Reichensand sich in Kubtur, Gestalt und Materialität am Vorgängerbau &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; orientieren muss. Davon sind sowohl Teile des Bebauungsplanes Nr. 56 &amp;quot;Stadtmitte II&amp;quot;, als auch, mit Ausnahme der Vehrkehrsflächen, der gesamte Bebauungsplan G 1/09 betroffen, die durch diesen neuen ersetzt werden sollen. Gleichzeitig gehört das Gebiet zum [[Sanierungsgebiet &amp;quot;Schanzenstraße/Mühlstraße&amp;quot;]], bei dem ein wesentliches Ziel darin besteht, die Blockrandbebauung in der Bahnhofstraße zu erhalten. &amp;lt;ref&amp;gt; [http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=13049 ''Aufstellung eines Bebauungsplanes GI 01/36 &amp;quot;Reichensand/Bahnhofstraße&amp;quot;; hier: Einleitungsbeschluss, Bekanntmachung''], Antrag des Magistrats vom 29.05.2012, Vorlage: STV/0920/2012 &amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser befindet sich weiterhin in Planung. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Umfrage der GAZ nach den Wünschen der Leser für das Jahr 2013 wird deutlich das die anderen Gebäude im Besitz der Eigentümerfamilie Shobeiri, wie beispielsweise die Alte Post nicht das gleiche Schicksal ereilen soll wie dem Samen-Hahn-Gebäude. Außerdem wünschten sich viele Bürger das das freie Gelände doch einer &amp;quot;attraktiven Nachfolgenutzung (...)&amp;quot; zugeführt werden solle.&amp;lt;ref&amp;gt;''Auch Scheich soll Gartenschau-Fan werden'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.01.2013, Ausgabe Nr. 6, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Stadt ließ durch das Frankfurter Büro Meurer mit Architekten, Stadtplanern und Ingenieuren eine Studie ausstellen, welche mögliche Neubauplanungen für die Brachfläche darlegen soll. Diese wurden dann im März 2013 in einem Bürgergespräch im Rathaus vorgestellt und diskutiert. &amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Bürgergespräch&amp;quot; zum Samen-Hahn-Areal'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 16.03.2013, Ausgabe Nr. 64, Seite 31&amp;lt;/ref&amp;gt; Professor Dr. Meurer stellte vier unterschiedliche Bebauungsstudien vor, von einem Nachbau des Originals über die Nachahmung der Fassade, einer Kombination aus alter Struktur und neuen modernen Materialien bis zu einem modernen Neubau ohne historische Elemente. Die dritte und vierte Variante besäßen fünf Geschosse, während die erste und zweite wie das abgerissene Samen-Hahn-Gebäude nur vier erreichen würde. Die Stadtverordnetenversammlung beauftragte jedoch &amp;quot;bei einem Neubau die Kubatur des Originals zu erhalten&amp;quot;. Eine originalgetreue Nachbildung des Gebäudes würde jedoch kaum möglich sein, da dafür nicht ausreichend Dokumente der Gründerzeit vorlägen. Aus diesem Grund wurde die zweite Variante in Betracht gezogen, da mit der Fassadenkonstruktion weniger Probleme anfielen. Diese Planungen beschäftigen sich nur mit dem Neubau des abgerissenen Hauses; es sind jedoch drei weitere Häuser auf der restlichen Freifläche geplant. Hauptsächlich würden die Gebäude dann für Wohnungen genutzt, außerdem eventuell Büro- und Geschäftsräume im Erdgeschoss. Für die PKWs ist eine Tiefgarage angedacht. Professor Meurer versprach eine Bebauung bis 2017. Die anwesenden Bürger äußerten sich gemischt zu den vorgestellten Bebauungsplänen; keine der Varianten wurde abgelehnt. Auch der Grundstückseigentümer Karim Shobeiri interessierte sich für die Planungen und gab an &amp;quot;eine Neubebauung 'so schnell wie möglich umzusetzen'&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Bebauung-bis-2017-_arid,409025_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''Samen-Hahn_bebauung bis 2017?''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.03.2013 ([https://web.archive.org/web/20130323071239/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Bebauung-bis-2017-_arid,409025_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In mehreren Leserbriefen sprachen sich Bürger für Variante 1 oder eventuell Variante 2 aus, um den Stil des abgerissenen historischen Gebäudes in einem Neubau wieder aufleben zu lassen. &amp;lt;ref&amp;gt; Für Plan Nummer 1; Gießener Allgemeine Zeitung vom 10.04.2013, Ausgabe Nr. 83, Seite 27&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;''Magistrat muss sich durchsetzen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 03.04.2013, Ausgabe Nr. 77, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Sitzung des Denkmalbeirats der Stadt Gießen im Dezember 2013 wurde auch besprochen dass von Seiten der Eigentümer ein Lebensmittelmarkt un dein Wohnkonzept für die Neubebauung gewünscht ist, dies jedoch mit den Plänen des Architektenteams für einen offenen Bau nicht zu vereinbaren ist.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---[Datei: Protokoll vom 19.12.2013.pdf]---&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der Stadtverordnetenversammlung im Februar 2014 wurde jedoch geäußert dass die Bebauungspläne von Seiten des Architekten Meurer weiter entwickelt werden könnten um den Wünschen der Eigentümer gerecht zu werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=14235 ''Berichtsantrag zum Grundstück des abgerissenen Samen-Hahn-Gebäudes''], Antrag der CDU-Fraktion vom 12.12.2013, Vorlage: STV/1972/2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Stattdessen wird dieser vorraussichtlich nach der Sommerpause 2014 der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Counter}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Shobeiri]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan GI 01/36]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan GI 01/09]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan G57a]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CUcke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.giessen.wiki/index.php?title=Samen-Hahn-Gel%C3%A4nde&amp;diff=825</id>
		<title>Samen-Hahn-Gelände</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.giessen.wiki/index.php?title=Samen-Hahn-Gel%C3%A4nde&amp;diff=825"/>
		<updated>2014-08-19T11:08:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CUcke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Sahmen-Hahn.jpg|thumb|right|400px|Das Samen-Hahn Gebäude vor dem Abriss (2012)]]&lt;br /&gt;
Das ehemalige Samen-Hahn-Gebäude an der Bahnhofsstraße 35/Reichensand 2 war ein seit über 30 Jahren leer stehendes und zu diesem Zeitpunkt bereits einsturzgefährdetes ehemals denkmalgeschütztes Gebäude, das am 22.Juni 2012 abgerissen wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gaz-2012-06-23&amp;quot;&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Hessen/Artikel,-Samen-Hahn-Nach-114-Jahren-kommt-der-Abrissbagger-_arid,350354_regid,1_puid,1_pageid,11.html ''Nach 114 Jahren kommt der Abrissbagger''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.06.2012 ([https://web.archive.org/web/20140818222456/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Hessen/Artikel,-Samen-Hahn-Nach-114-Jahren-kommt-der-Abrissbagger-_arid,350354_regid,1_puid,1_pageid,11.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 1898 im spätgründerzeitlichen Stil errichtete Gebäude, das zwischenzeitlich auch als Weinstube und Möbelhaus genutzt wurde, bestand aus klar gliedernden Formelementen wie z.B. in Sandstein ausgeführten Fenstergewänden und -bögen und Mansarddach. Zudem besaß das Gebäude eine qualitätvolle Verarbeitung des zweifarbigen Klinkermaterials, weswegen der Bau eine Einstufung als Kulturdenkmal aus künstlerischen Gründen einforderte. Darüber hinaus ist das Haus städtebaulich besonders wichtig, da ein optischer Bezug zu weiteren dortigen Gebäuden besteht.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?obj=60382&amp;amp;event=Query.Details Samen-Hahn Gebäude auf denkmalpflege-hessen.de] ([https://web.archive.org/web/20140804152556/http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?obj=60382&amp;amp;event=Query.Details Archivierte Version]) &amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem ist das Gebäude Teil der denkmalgeschützten Gesamtanlage &amp;quot;Gesamtanlage I&amp;quot;, die Bahnhofstraße und Westanlage umfasst.&lt;br /&gt;
== Samen-Hahn im Besitz von Shobeiri ==&lt;br /&gt;
==== Grundstücksverkauf und Gebäudeabriss auf ehemaligem Samen-Hahn-Gelände ====&lt;br /&gt;
Am 1. Juli 1981 ging das gesamte Samen-Hahn-Gelände für zwei Millionen DM an die Shobeiri GmbH und Co. KG. Nur einen Tag später wurde bereits ein Biedermeierhaus von 1830 auf dem Gelände abgerissen. Es war eines der ĺetzten Gebäude dieser Art in Gießen. Unter Berufung auf die Aussagen des Bezirksdenkmalpflegers Dr. Bentmann dass das Biedermeierhaus jedoch mit seiner Lage als Hinterhofhaus nicht in das moderne Stadtbild integriert und daher auch nicht als denkmalschutzwürdig eingestuft werden konnte &amp;lt;ref name=&amp;quot;81/7/11&amp;quot;&amp;gt; Beyer: &amp;quot;Es lagen Erkenntnisse auf mögliche Besetzung vor&amp;quot; Walldorf: &amp;quot;Wir brauchen Zusage für Wohnraum-Schaffung&amp;quot;; Gießener Allgemeine Zeitung vom 07.11.1981, Ausgabe Nr. 157, Seite 21 &amp;lt;/ref&amp;gt;, entschied sich der damalige Bürgermeister der CDU-Fraktion Dr. Beyer für den Abriss. Mitglieder der Grünenfraktion sowie der SPD widersprachen dem jedoch mit der Erklärung auf eine Vertagung der Entscheidung über den Abriss durch Bezirksdenkmalpfleger Bentmann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;81/8/22&amp;quot;&amp;gt; Woher kommen die eindeutigen Widersprüche?; Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.08.1981, Ausgabe Nr. 193, Seite 28&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch gab es widersprüchliche Aussagen von Seiten der Polizeibehörde was die Gefahr der Besetzung der Gebäude betraf.&amp;lt;ref&amp;gt;''Abriß Samen-Hahn nun auch Landtagsthema'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.10.1981, Ausgabe Nr. 246, Seite 11&amp;lt;/ref&amp;gt; Wie der SPD-Landtagsabgeordnete Mutz dann im Februar 1982 mitteilte, lag die Entscheidung des Denkmalpflegers zum Zeitpunkt des Abrisses tatsächlich noch nicht vor und der Abriss wurde somit ohne dessen Zustimmung durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Den Denkmalpfleger trifft keine Schuld&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.02.1982, Ausgabe Nr. 46, Seite 14&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzig das oben beschriebene Eckhaus Reichensand 2/Bahnhofstraße 35 sollte erhalten bleiben. Geplant war damals ein neues 18-Millionen-DM teures Gebäude mit einer Kombination aus Wohnungen und Geschäftsräumen zur Stärkung von Arbeitsmarkt und Wirtschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;''Die Bagger griffen nach Bausubstanz von 1830 und 1880: Kulturdenkmäler machen für 18-Millionen-Projekt Platz'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 03.07.1981, Ausgabe 150, Seite 13&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Abriss zog ein breites Echo in der Öffentlichkeit mit sich, unter anderem einen &amp;quot;Schweigemarsch&amp;quot; mit 250 Demonstranten&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Schweigemarsch&amp;quot; bei den Trümmern in der Bahnhofstraße'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.07.1981, Ausgabe Nr. 154, Seite 11&amp;lt;/ref&amp;gt; und Beschwerden seitens des Mietervereins zur Zerstörung von bei Wohnungsknappheit nutzbaren Anwesen, zum Beispiel als Studentenwohnungen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;Magistrat stelte Politik der Zerstörung einmal mehr unter Beweis&amp;quot;, Gießener Allgemeine Zeitung vom 10.07.1981, Ausgabe Nr. 156, Seite 10&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer gesonderten Versammlung während der sitzungsfreien Zeit kam es am 06.07. zu einer hitzigen Debatte über die Richtigkeit und Rechtmäßigkeit des Abrisses, für den, nach Antrag der Grünen-Fraktion, der Magistrat gerügt werden sollte. Hierbei kam es zudem zu Räumungen auf der linken oberen Tribüne, auf der mehrmals Spruchbänder hingehängt wurden. Hingegen wurde jedoch durch die CDU-Mehrheit beschlossen, dem Oberbürgermeister Anerkennung für den Erhalt der Gebäude Bahnhofstraße 35 und Reichensand 2 auszusprechen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DS 47_aus_1981.pdf | ''Abrißgenehmigung Gebäudekomplex &amp;quot;Samenhaus Hahn&amp;quot;'']], Antrag der Stv. Stilke und Wieberg, DIE GRÜNEN vom 06.07.1981, Vorlage: DS I/47&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;''Keine Rüge, sondern Anerkennung für den Magistrat Räumung der Zuschauer-Tribüne wegen Störung'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 10.07.1981, Ausgabe Nr. 156, Seite 11&amp;lt;/ref&amp;gt; Bereits die vormalige Regierung aus FDP und SPD hatte den Abriss der Gebäude und eine vollständige Sanierung des Geländes vorgesehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;81/7/11&amp;quot;/&amp;gt; Trotz gegenteiliger Behauptungen durch Dr. Beyer wurde auch das Eckhaus Reichensand 2 / Bahnhofsstraße 35 erst am 21. Juli 1981 vollständig in die Denkmalliste eingetragen, sodass auch dieses bis dahin vom Abriss gefährdet war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;81/8/22&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Erste Bauvorhaben für das Doppelhaus Ecke Reichensand/Bahnhofstraße ====&lt;br /&gt;
Nach dem Abriss der Gebäude auf dem Samen-Hahn-Gelände, mit Ausnahme des Eckhauses, wurde die Freifläche zunächst als Parkplatz genutzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;82/8/14/&amp;quot;&amp;gt;''Bauvoranfrage ist am Mittwoch im Bauausschuß: Stimmt RP der Bebauungsplan-Befreiung zu?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 14.08.1982, Ausgabe Nr. 186, Seite 27&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eigentümer stellten nun für das verbliebene Doppelhaus eine Bauvoranfrage für ein Wohn- und Geschäftsgebäude mit fünf Geschossen, welche vom Magistrat genehmigt wurde unter der Voraussetzung, dass bei einer geplanten &amp;quot;geschlossenen Bebauung anstelle der festgesetzten offenen Bebauung (...) ein Architektenwettbewerb stattfindet&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DS 395 aus 1982.pdf | ''Bauvoranfrage des Formea H.Shobeiri GmbH &amp;amp; Co KG, zum Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses in Gießen'']], Antrag des Magistrats vom 07.07.1982, Vorlage: DS I/395&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bild des ersten Entwurfs für eine Neugestaltung des Eckgebäudes von 1981 (gaz_1983-08-26_197_16.pdf)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Architektenbüro hatte bereits den Zuschlag als im April 1983 die Stadt bekannt gab das die Pläne Shobeiris nicht ganz ihren Vorstellungen entsprächen, da diese mit dem umliegenden Stadtbild nicht vereinbar wären, sodass keine Baugenehmigung ausgestellt werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;''Noch keine Genehmigung für &amp;quot;Shobeiri-Bau&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.04.1983, Ausgabe 80, Seite 18&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Juni 1983 gab es dann bereits die ersten Überlegungen den Erker des Eckgebäudes in einem Neubau &amp;quot;nachzuempfinden&amp;quot; und im Bereich des Daches eine Glaskuppel zu installieren&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;&amp;gt;''Auch das Vorderhaus wird verschwinden'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.06.1983, Ausgabe Nr. 127, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt;, wobei der Erhalt der Baussubstanz oder der Fassade als sehr kostspielig verworfen wurden, obwohl die Fassade auf Grund ihres Baustils schon &amp;quot;in der Gründerzeit als schützenswert eingestuft und ins vorläufige Denkmalbuch eingetragen&amp;quot; worden war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;/&amp;gt; Daher wurden auch auf diesen Beschluss wieder Stimmen laut, die Stadt möge doch &amp;quot;unter dem Druck von Seiten des Bauinteressenten&amp;quot; den Denkmalschutz nicht vernachlässigen. &amp;lt;ref name=&amp;quot;83/6/4&amp;quot;/&amp;gt; Die ständige Veränderung der Baupläne durch den Eigentümer führte dazu, dass die Stadt ihm eine Baugenehmigung immer wieder verwehren musste (Stand 26. August 1983).&amp;lt;ref name=&amp;quot;83/8/26&amp;quot;&amp;gt;''Bleibt der Reichensand-Komplex ein Phantom?'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 26.08.1983, Ausgabe Nr. 197, Seite 16&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies betrifft zum Beispiel den Bau von einer gewissen Anzahl von PKW-Stellplätzen, welche für den ursprünglichen Vorschlag Shobeiris für ein fünfstöckiges Wohn-und Geschäftsgebäude mit 149 Plätzen, davon 133 im Gebäudekomplex, veranschlagt wurde und so auch genehmigt hätte werden können. So war im Januar 1983 noch angedacht dass im Keller 88 Stellplätze für die künftigen Hausbewohner, 45 durch die Verlängerung des Karstadt-Parkhauses und die restlichen 16 mit einer Ablösesumme an die Stadt hinreichend geplant wären. Im August des selben Jahres führten die Überlegungen des Eigentümers aber schon dazu dass 100 der Parkplätze angemietet werden sollten, so zum Beispiel im Karstadt-Parkhaus und in der Tiefgarage Schanzenstraße. Die Stadt gab Shobeiri dafür ihr Einverständnis, der Regierungspräsident als Bauaufsicht willigte jedoch nicht ein, da die &amp;quot;Stellplatz-Satzung&amp;quot; mit diesem Vorschlag nicht erfüllt werden konnte. &amp;lt;ref name=&amp;quot;83/8/26&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Neubewertung in Denkmalschutzfragen ====&lt;br /&gt;
Die bedauernde Einschätzung des Denkmalpflegers von 1983, das Doppelhaus sei stark sanierungsbedürftig und die Beseitigung der Mängel könnte dem Eigentümer, vor allem finanziell, nicht zugemutet werden, wurde 1985 neu überdacht. Infolgedessen schätzte die Untere Denkmalschutzbehörde das Gebäude wieder als schützenswert ein und aus diesem Grund wurde der Abbruchantrag Shobeiris im Dezember 1985 abgelehnt. Als Begründung für dieses Umdenken wurden &amp;quot;städtebauliche, geschichtliche und künstlerische Gründe&amp;quot; genannt.&amp;lt;ref&amp;gt; Streit geht weiter: Kulturdenkmal oder nicht? Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.07.1990, Ausgabe Nr. 175, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im März 1986 bekam Shobeiri für den Bebauungsplan wieder Einschränkungen auferlegt, welche von der vorherigen Regierung bereits aufgehoben worden waren. Darunter zählt die Anzahl der Geschossflächen, welche nun auf 2,0 anstatt 3,0 festgelegt wurde sowie die Miteinbeziehung des Hauses an der Ecke Bahnhofstraße.&amp;lt;ref&amp;gt; Schließung der Baulücke Reichensand in Sicht; Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.03.1986, Ausgabe Nr. 65, Seite 17&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bürgerbegehren gegen Verfall und Abriss des Doppelhauses ====&lt;br /&gt;
Die Bürgerinitiative Mühlstraße wendete sich im November 1986 in einem offenen Brief an den Bürgermeister Schüler, in welchem sie ihre Bedenken gegen den Verfall und Abriss des Gebäudes als &amp;quot;denkmalschutzwürdiges Ensemble&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;''Gegen Abrißerlaubnis für Eckbau Reichensand'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.11.1986, Ausgabe Nr. 277, Seite 29&amp;lt;/ref&amp;gt; äußerte und damit die Genehmigung der Stadt zur &amp;quot;Zweckentfremdung&amp;quot; des Komplexes &amp;quot;ohne zeitliche Begrenzung&amp;quot; von Seiten Shobeiris in Frage stellte. Im Juli 1987 wendet sich diese Bürgerinitiative erneut an die Presse und beschrieb den ihrer Ansicht nach &amp;quot;desolaten Zustand&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;&amp;gt;''Schleichender Verfall eines Gründerstilhauses'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.07.1987, Ausgabe Nr. 172, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt; des Gebäudes welcher bei einer Besichtigung der Innenräume durch die Mitglieder dieser Bürgerinitiative zu Tage kam. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Demnach drang durch zerstörte Fenster Feuchtigkeit ein, der Holzschwamm habe sich massiv ausgebreitet und mehrere Propangasflaschen stellten außerdem ein Explosionsrisiko dar. Nach Einschätzung der Bürgerinitiative seien &amp;quot;diese Schäden nicht durch bloßen Verfall des Hauses enstanden, sondern vorsätzlich herbeigeführt worden, um den Verfall des Gebäudes zu beschleunigen&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;/&amp;gt;. In Bezug auf diese Annahmen äußerten sie auch große Bedenken den Eigentümer betreffend, welcher ein &amp;quot;Spekulant&amp;quot; sei und versuche &amp;quot;das wenig aussichtsreiche Verfahren einer Abbruchgenehmigung zu umgehen und hinter dem Rücken der Öffentlichkeit mit einer gezielten Verwahrlosung des Gebäudes vollendete Tatsachen zu schaffen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;/&amp;gt; Der der Bürgerinitiative angehörende Rechtsanwalt Michael Roth sprach sich außerdem für den Widerruf der Genehmigung zur Zweckentfremdung aus. Zu den Gründen dafür nannte er die Auflagen unter welchen die Genehmigung überhaupt erst rechtmäßig sei; dazu zählt auch das er Wohnraum dem Verfall überlassen habe und nicht für entsprechenden Ersatz sorgte. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Fall ging es konkret um 500 qm Wohnraum. Denkmalpfleger Bachmann der Stadt Gießen entschied daraufhin die Äußerungen der Bürgerinitiative zunächst prüfen zu wollen, um das zu Beginn des Jahres 1987 in die Arbeitsliste für Kulturdenkmäler aufgenommene Eckhaus vor Witterungsschäden zu bewahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/7/29&amp;quot;/&amp;gt; Auch der Mieterverein Gießen kritisierte das Vorgehen der Stadt bezüglich dieser Zweckentfremdung, was auch die Nutzung der Freifläche als Parkplatz einschließt, und forderte diese auf die Genehmigung zu widerrufen und den Abrissantrag entgültig abzulehnen.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Fatale Folgen übereilter Baupolitik&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.12.1986, Ausgabe Nr. 287, Seite 24&amp;lt;/ref&amp;gt; Später stellte sich auch heraus das die Gruppe der Bürgerinitiative unbefugt in das Haus eingedrungen war, worauf sie vom Eigentümer angezeigt, die strafrechtliche Verfolgung jedoch eingestellt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt; ''Direkter Kontakt der Fraktionen mit Shobeiri'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.03.1988, Ausgabe Nr. 60, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bild des Eckhauses von außen und Fußboden eines Innenraums (Stand Juli 1987) (gaz_1987-07-29_172_15.pdf)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---&amp;gt;&lt;br /&gt;
==== Entscheidung der Stadt gegen den Abriss ====&lt;br /&gt;
Die Stadt gab auf den offenen Brief der Bürgerinitiative und die Kritik des Mietervereins bekannt das &amp;quot;aus rechtlichen Gründen&amp;quot; erst die entgültige Ablehnung des Antrages auf Abriss des Gebäudes von Seiten der Bauaufsicht zum Verbot der Wohnraumzweckentfremdung für das Eckgebäude führen kann. Die Befreiung von diesem Verbot wurde 1983 für das genannte Gebäude festgelegt. Baudezernent Dammann äußerte sich jedoch gegenteilig mit der Auffassung dass die Stadt die Möglichkeit habe ohne gravierende Folgen eine Wohnraumzweckentfremdung zu verbieten. &amp;lt;ref name=&amp;quot;87/1/14&amp;quot;&amp;gt; Magistrat fühlt sich von Shobeiri &amp;quot;veralbert&amp;quot;; Gießener Allgemeine Zeitung vom 14.01.1987, Ausgabe Nr. 11, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Widerspruch Shobeiris auf die Ablehnung der Abrissgenehmigung von Seiten des Anhörungsausschusses ging mit der Vorlage dieses Begehrens nun im Januar 1987 an den Regierungspräsidenten. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadtverordnetenversammlung entschied zu diesem Zeitpunkt eine Abrissgenehmigung des Gebäudes weiterhin abzulehnen. Baudezernent Dammann hingegen plante das Gebäude, trotz eines gescheiterten Versuchs aus dem Jahre 1983, noch unter Denkmalschutz zu stellen. &amp;lt;ref name=&amp;quot;87/1/14&amp;quot;/&amp;gt; Zu diesem Zweck waren im Januar 1987 auch weitere Auflagen geplant, welche die &amp;quot;Erhaltung der denkmalschutzwürdigen Häuser&amp;quot; sichern sollten und im Bauauschuss der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurden. Auch das widersprüchliche Verhalten Shobeiris bezüglich seiner Baupläne wurde hier kritisiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;87/1/14&amp;quot;/&amp;gt; SPD und Grüne stimmten für den Widerruf der 1983 erteilten Genehmigung zur Wohnraumzweckentfremdung, während die CDU sich dagegen entschied mit der Begründung das dies rechtlich nicht durchsetzbar sei.&amp;lt;ref&amp;gt;''Samen-Hahn: Nur die CDU folgt dem Bürgermeister'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 07.02.1987, Ausgabe Nr. 32, Seite 28&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch der Magistrat entschied zu diesem Zeitpunkt gegen den Widerruf der Genehmigung, da er keine rechtliche Grundlage für diesen Vorstoß sah. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im April 1987 wurde der Widerspruch Shobeiris gegen die Ablehnung des Abbruchantrags von 1985 abgewehrt, woraufhin er Klage beim Verwaltungsgericht einreichte. Er stützte seine Klage dabei auf die Auffassung eines Gutachters, welcher ihm bestätigte das der Erhalt des Gebäudes in diesem Zustand nicht zumutbar sei, obwohl die Fassade zur Bahnhofstraße grundsätzlich schützenswürdig sei &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im September 1987 stellte Shobeiri sogar eine neue Bauvoranfrage zur Planung eines nunmehr einstöckigen Gebäudes als &amp;quot;Gaststättendorf&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;88/2/13&amp;quot;&amp;gt; Das &amp;quot;Gaststättendorf&amp;quot; kann nicht entstehen; Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.02.1988, Ausgabe Nr. 37, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; mit zwei zusätzlichen Parkdecks, reichte aber keinen neuen Bauantrag ein, welcher auch mit den Vorstellungen der Stadt hätte vereinbart werden können. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bebauungsplan mit Veränderungssperre ====&lt;br /&gt;
Die SPD-Mitte forderte daraufhin im Februar 1988 einen neuen Bebauungsplan mit Veränderungssperre, sodass der Klage Shorbeiris auf Abriss des Gebäudes nicht irgendwann stattgegeben hätte werden können. &amp;lt;ref name=&amp;quot;88/2/13&amp;quot;/&amp;gt; Darauffolgend wurde sogleich die geforderte Veränderungssperre angewandt, welche mit den Stimmen von SPD, Grünen und FDP in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen worden war. Aufgrund &amp;quot;formalrechtlicher Bedenken&amp;quot; beteiligte sich die CDU nicht an dieser Abstimmung. &amp;lt;ref&amp;gt; Das &amp;quot;Gaststättendorf&amp;quot; kann nicht entstehen; Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.02.1988, Ausgabe Nr. 37, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; So wurde auch Shobeiris Antrag von September 1987 abgelehnt mit der Begründung das die Gestaltungsvorgaben der Stadt damit nicht umgesetzt würden. Diese Gestaltungsvorgaben beinhalteten einen Bau, welcher zur Straße hin wenigstens dreigeschossig und zur Innenseite terassenförmig verlaufen sollte. Außerdem sah der Magistrat mit Zustimmung des Parlaments die Gewerbeflächen im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss vor, mit Ausnahme von Vergnügungsstätten, sowie zwei Parkdecks mit einer Anzahl von bis zu 120 PKW-Parkplätzen und ein Flachdach mit Dachbegrünung. Diese Vorgaben setzten jedoch voraus dass das Eckgebäude in einem Abstand von sechs Metern zum Neubau erhalten bliebe, was nicht im Sinne des Eigentümers beschlossen worden war. &amp;lt;ref name=&amp;quot;88/2/13&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gebäudebegehung und Einstufung ====&lt;br /&gt;
[[Datei:EntwurfG1 09.jpeg|thumb|right|350px|Beiplan zum Bebauungsplanentwurf G1/09 von 1990]]&lt;br /&gt;
Im März 1988 entschieden die Fraktionen von CDU, SPD und FDP eine Begehung des Gebäudekomplexes zusammen mit Shobeiri um die Bauplanungen vor Ort erläutert zu bekommen. Die Grünenfraktion wurde von Shobeiri zu diesem Ortstermin nicht eingeladen, da dieser sich von deren Kritik angegriffen fühlte. So stellten die Anwesenden fest, dass bereits vom vorherigen Eigentümer Stahlträger zum Ersatz von tragenden Wänden eingebaut wurden und der Dachstuhl längst baufällig geworden war. Insbesondere die denkmalgeschützte Fassade und die Eckgestaltung erschien den Gutachtern dennoch erhaltenswert. Der Eigentümer plante jedoch den Abriss des kompletten Gebäudes und statt der Erhaltung die Fassade und den Erker mit dem Originalmaterial in derselben Gestaltung wieder aufzubauen. Die Möglichkeit das Gebäude auszukernen (Komplettabriss bis auf die Fassaden) bestand, wäre jedoch mit sehr großem Aufwand und der Gefahr des Zusammenbrechens der Außenwände verbunden gewesen.&amp;lt;ref&amp;gt; Direkter Kontakt der Fraktionen mit Shobeiri; Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.03.1988, Ausgabe Nr. 60, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraufhin beschloss die Stadt 1989 für das Samen-Hahn Gelände zwischen Bahnhofstraße und Reichensand einen neuen, eigenen neuer Bebauungsplan (G 1/09 &amp;quot;Reichensand&amp;quot;) aufzustellen. Dieser sah eine ein- bis zweigeschossige Tiefgarage unter dem Gebiet vor und erwägte, bei zusätzlich benötigten Stellplätzen die Obergeschosse des Gebäudes am Reichensand, das direkt am Parkhaus Westanlage anliegt, mit zu nutzen. Grund für die Aufstellung dieses Bebauungsplanes, der auch Teile des Bebauungsplan 56 &amp;quot;Stadtmitte II&amp;quot; berührt, war dass er grundlegende Richtwerte setzte für die Gebäude, die zuvor in den Bebauungsplänen nicht definiert wurden. &amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;&amp;gt; [[Medium:DS 262 aus 1990.pdf | ''Aufstellung des Bebauungsplanes G 109 &amp;quot;Reichensand&amp;quot; mit integrierter Satzung gem. § 118 HGO'']], Antrag des Magistrats vom 19.04.1990, Vorlage: DS I/262 &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig gibt dieser vor, dass bei Sanierung des Samen-Hahn Gebäudes Dach und Außenwände gleich bleiben und die Außenfenster der Gebäude am Reichensand sich am Samen-Hahn Gebäude orientieren müssen. &amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Laufe der Aufstellung des Bebauungsplanes kam es insbesondere durch die Industrie- und Handelskammer aus Bedenken gegen den Zweck des Denkmalschutzes und dem Eigentümer zu Protesten gegen den Erhalt des Eckgebäudes. Der Eigentümer schlug somit eine Entkernung bei Erhalt der äußeren Hülle vor. Hingegen kam man seinen Forderungen dem Einbau von Wohnungen insoweit nach, dass nur in den obersten Geschossen eine Wohnbebauung vorgeschrieben wurde. &amp;lt;ref name=&amp;quot;DS I/262&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schützenswert oder nicht? ====&lt;br /&gt;
Die Industrie-und Handelskammer Gießen äußerte sich im Februar 1990 mit der Ansicht, dass &amp;quot;die Einstufung als Baudenkmal sachlich nicht gerechtfertigt&amp;quot; sei, da es &amp;quot;im Innern des baufälligen Hauses und an den rückwärtigen Fassaden keine einziges Stilelement aus der Spätgründerzeit&amp;quot; gäbe &amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;&amp;gt; Streit geht weiter: Kulturdenkmal oder nicht?; Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.07.1990, Ausgabe Nr. 175, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt;, wohingegen der städtische Denkmalpfleger Bachmann das Doppelhaus als &amp;quot;repräsentatives Einzelobjekt der Spätgründerzeit beurteilt hatte, welches unbedingt schützenswert sei. Er nannte dafür &amp;quot;das Mansardendach, die qualitätvolle Verarbeitung des zweifarbigen Klinkermaterials und die sehr gute Ecklösung durch einen vorgehängten Erker mit Balkon&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;/&amp;gt;. Bei diesen Überlegungen wurde jedoch nur &amp;quot;der ideelle Wert des Hauses&amp;quot; bedacht, während &amp;quot;die materielle Zumutbarkeit seiner Erhaltung&amp;quot; nicht miteinbezogen wurde. &amp;lt;ref name=&amp;quot;90/7/31&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gestaltungsvorgaben, der sogenannte &amp;quot;Bebauungsplan Reichensand&amp;quot;, welcher mit der Veränderungssperre im Februar 1988 festgelegt wurde, ist dann im August 1990 als satzungsreif kategorisiert worden. Außerdem erhielt damit dieser Bebauungsplan auch eine Erhaltungssatzung, womit der Abriss des Gebäudes abgelehnt werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;'' Die &amp;quot;Lex Shobeiri&amp;quot; ist fertig'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 29.08.1990, Ausgabe Nr. 200, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies schmeckte dem Eigentümer folglich gar nicht; dieser wünschte sich das Gebäude komplett abreißen zu können um dessen Architektur nicht in einen Neubau einfließen lassen zu müssen. Erneut gab es daraufhin Proteste aus der Öffentlichkeit. Eine Gruppe von Mitgliedern der Jusos Gießen-Nord machte an dem Doppelhaus mit Plakaten auf die Wohnungsnot in Gießen aufmerksam. Sie kritisierte im Besonderen Shobeiris Vorgehen und forderte ihn dazu auf das Gebäude umgehend sanieren zu lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Mit Transparenten'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 10.12.1990, Ausgabe Nr. 286, Seite 7&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorübergehende Nutzung für Räumungsverkauf ====&lt;br /&gt;
Ab Ende März 1991 wurden tatsächlich Teile des Erdgeschosses des Doppelhauses wieder genutzt, wenn auch nur vorübergehend. Ein Teppichhaus entschied die Räume für einen Räumungsverkauf anzumieten. &amp;lt;ref name=&amp;quot;91/4/04&amp;quot;&amp;gt; Haus &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; wieder in Nutzung; Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.04.1991, Ausgabe Nr. 78, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt; Anfang April bereits wurde dieses durch die IHK Gießen wegen &amp;quot;zahlreicher Rechtsverstöße&amp;quot; jedoch wieder geschlossen.&amp;lt;ref&amp;gt; ''Räumungsverkauf wurde beendet'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 09.04.1991, Ausgabe Nr. 82, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Angebot der Stadt Shobeiri das Reichensand-Gelände für 1026 DM pro Quadratmeter abzukaufen lehnte der als &amp;quot;lächerlich&amp;quot; ab. &amp;lt;ref name=&amp;quot;91/4/04&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Symbolische Hausbesetzung und Verbot des Abrisses ====&lt;br /&gt;
In regelmäßigen Abständen äußerten sich Bürger zu dem katastrophalen Zustand des leerstehenden Gebäudes, so wie im Mai 1991, wo eine Gruppe von 14 jungen Männern und Frauen das Gebäude besetzte um auf die Wohnungsnot in Gießen aufmerksam zu machen. Schon nach wenigen Stunden jedoch verließen diese bei Polizeiaufgebot friedfertig das Gebäude. Auf diese Aktion folgte auch eine Reaktion der SPD Nord, welche den Polizeieinsatz zur friedlichen &amp;quot;symbolischen&amp;quot; Hausbesetzung als &amp;quot;unverhältnismäßig&amp;quot; einschätzte und Shobeiri aufforderte das Gebäude zu sanieren und wieder als Wohnraum verfügbar zu machen.&amp;lt;ref&amp;gt;''SPD Nord solidarisch mit Hausbesetzern'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.06.1991, Ausgabe Nr. 132, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; Daraufhin bot Shobeiri den Jungsozialisten das Objekt &amp;quot;zur mietfreien Nutzung&amp;quot; an bis eine entgültige Entscheidung über das weitere Verfahren feststände. Im Dezember 1991 erklärten die Jusos dass Shobeiri nicht zu Verhandlungen bereit gewesen sei, während dieser die Ansicht vertrat bloß noch eine Zusicherung über den schnellstmöglichen Auszug von Bewohnern bei vorliegender Entscheidung über die Nutzung beziehungsweise den Abriss des Hauses verlangt hätte. Darunter zählte er eine &amp;quot;Bürgschaftserklärung der Stadt&amp;quot; unter welche auch etwaige Schäden durch Bewohner fallen sollten. Das Ansinnen der Jusos es sei Shobeiris Aufgabe das Anwesen für die Nutzung &amp;quot;bewohnbar zu machen&amp;quot; lehnte dieser strikt ab und stoppte damit alle weiteren Diskussionen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Eckhaus Reichensand/Bahnhofstraße bleibt leer'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 25.02.1992, Ausgabe Nr. 47, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 1993 drückten die Jungsozialisten erneut ihren Unmut über den Stillstand und die Tatenlosigkeit von Seiten des Eigentümers und der Stadt aus. Sie fragten in einem offenen Brief an den Magistrat wegen möglicher Zwangsmaßnahmen bei Wohnraumspekulation und die Dauer des Verwaltungsgerichtsverfahrens zum Gebäudeabriss an. &amp;lt;ref&amp;gt;''Jungsozialisten erinnern an leeres Samen-Hahn-Gebäude'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 25.06.1993, Ausgabe Nr. 144, Seite 16&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Am 9. November 1995 gab der Verwaltungsgerichtshof Kassel schlussendlich bekannt das das Gebäude nicht abgerissen werden dürfe. Des weiteren sah dieser den Parkplatz als nicht legal an. Shobeiri war es nicht erlaubt zu diesem Urteil Revision einzulegen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Prognosen '95: Das wäre richtig gewesen...'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.01.1996, Ausgabe Nr. 11, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig kündigte der Eigentümer Habibollah Shobeiri im April 1995 an, aus Resignation vor der Politik der Grünen und dem Stadtrat Dammann, denen er die Schuld am Scheitern seiner Bauvorhaben am Samen-Hahn-Komplex gab, die Stadt Gießen zum Jahresende nach 24 Jahen verlassen zu wollen. Neben Samen-Hahn waren zu diesem Zeitpunkt die Gebäude Westanlage 30/32 und Südanlage 10 im Besitz Shobeiris.&amp;lt;ref&amp;gt;''Shobeiri: Ich werde Gießen verlassen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.04.1995, Ausgabe Nr. 88, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; Tatsächlich blieb er Gießen als Bürger treu.&amp;lt;ref&amp;gt;''Arbeitskämpfer, Prügelknaben und Rekorde'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 23.02.2008, Ausgabe Nr. 46, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ende Januar 1996 äußerte sich dann Bürgermeister Schüler zu dem Urteil und befand weiterhin das eine &amp;quot;einvernehmliche Lösung&amp;quot; mit dem Eigentümer angebracht sei mit dem Bemühen um eine Einigung die Wohnraumzweckentfremdung betreffend.&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Wir prozessieren nicht um dann zu verzichten&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.01.1996, Ausgabe Nr. 26, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Eigentümer kam der Schließung des Parkplatzes freiwillig nach, verteilte jedoch auch Flugblätter an die Autofahrer mit welchen er diese zum Einsatz für die Wiederöffnung des Parkplatzes ermutigte. Außerdem gab er bekannt nach Pachtinteressenten für das geplante kombinierte Geschäfts-und Wohngebäude zu suchen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Der Reichensand-Parkplatz ist geschlossen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 06.02.1996, Ausgabe Nr. 31, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Spekulant Shobeiri und der Verfall eines Gründerzeithauses ====&lt;br /&gt;
Aus einem Briefwechsel Shobeiris mit der Stadt im August 1996 wurde ersichtlich dass Shobeiri durchaus bewusst war das der jahrelange Leerstand des Gebäudes bei einer Sanierung seinen Tribut fordert und diese somit entsprechend teuer ausfallen würde. Daher bot er im Zuge dessen der Stadt an das Gebäude für 30 Jahre zu mieten für einen &amp;quot;symbolischen Preis von einem Pfennig pro Jahr&amp;quot;, wohingegen die Stadt dann die Renovierungskosten tragen sollte. Er nannte einen Betrag von 3,5 Millionen DM Renovierungskosten und 750000 DM als Parkplatzablöse falls das geplante Parkhaus nicht seinen Platz finden könnte. Dieses Ansinnen nahm die Stadt jedoch nicht Ernst und vor allem Hagemann, Stadtverordnetenvorsitzende der Grünen, zeigte sich verärgert. Sie machte Shobeiri dann auch darauf aufmerksam dass die Instandsetzung des Gebäudes laut &amp;quot;dem hessischen Wohnraumzweckentfremdungsgesetz&amp;quot; in seiner Verantwortung liegt und er sich den durch die Vernachlässigung entstandenen Schaden selbst zuzuschreiben hat. Sie erklärte jedoch das ein &amp;quot;kaufmännisch korrektes Angebot&amp;quot; von den Grünen durchaus akzeptiert werden könne, um das Gebäude letztlich &amp;quot;gemeinnützigen Zwecken&amp;quot; zuführen zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;''Areal &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; gammelt weiter vor sich hin'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.08.1996, Ausgabe Nr. 191, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der SPD-Parteichef Becker gab eine Erklärung an den Magistrat ab, in welcher er Shobeiris Wohnraumzweckentfremdung und das willentliche verfallen lassen des Gebäudes zu Bedenken gibt. In diesem Zuge solle das &amp;quot;öffentliche Wohl Vorrang vor dem Profitstreben einzelner Immobilienspekulanten&amp;quot; haben.&amp;lt;ref&amp;gt;''Becker: &amp;quot;Verhöhnung des Magistrats&amp;quot;'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 03.09.1996, Ausgabe Nr. 205, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt; Zum öffentlichen Wohl gehört sicher auch ein ganzes Anwesen mit umliegendem Gelände nicht vermüllen zu lassen, sodass es über Jahre und Jahrzehnte von den Bürgern nur noch als Schandfleck angesehen werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;''Die Stadt, der Müll, das Programm und die Taten'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.02.1997, Ausgabe Nr. 36, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; So fragten auch immer wieder Leser der Gießener Allgemeinen Zeitung in Leserbriefen und zum Beispiel bei einer Befragung der Spitzenkandidaten zur Kommunalwahl 1997 nach der weiteren Verwertung des Gebäudes und baten den vergammelten Zustand von Gebäude und umliegendem Gelände schnellstmöglich zu beseitigen.&amp;lt;ref&amp;gt;''Meinungstreff: Gießen im Jubiläumsjahr'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 20.08.1997, Ausgabe Nr. 192, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;''Shobeiri sieht sich und Stadt in der Pflicht'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.02.1998, Ausgabe Nr. 36, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bild: Verwahrloste und vermüllte Rückseite des Hauses&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---&amp;gt;&lt;br /&gt;
==== Baugebot oder einvernehmliche Lösung? ====&lt;br /&gt;
Bereits im Dezember 1992 hatte die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat beauftragt, für das Samen-Hahn Gelände ein Baugebot entsprechend des im Vorjahr aufgestellten Bebauungsplanes zum Erlass vorzulegen und auch mit dem Eigentümer über einen möglichen Verkauf zu verhandeln (Ja: SPD, GR, Stv. Micheler; Nein: CDU, FDP). Die im Antrag vorgesehene Zustimmung zur Einleitung eines Enteignungsverfahrens wurde durch einen Initiativantrag der SPD-Fraktion gestrichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Medium:DS 0920 aus 1992.pdf | ''Erlaß eines Baugebots für das &amp;quot;Samenhahn-Grundstück&amp;quot; am Reichensand/Einleitung eines Enteignungsverfahren'']], Antrag des fraktionsunabhängigen Stadtverordneten Ludwig Micheler vom 16.11.1992, Vorlage: DS I/0920&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowohl CDU als auch Grüne versprachen den Bürgern bei einer Befragung erneut dem Eigentümer Auflagen zur &amp;quot;wirtschaftlichen Nutzung&amp;quot; des Geländes zu machen, wobei die Grünen einen Bauplan mit Bau-und Erhaltungsgebot in Erwägung zogen.&amp;lt;ref&amp;gt;''AZ-Leser fragen Spitzenkandidaten zur Kommunalwahl (Teil 1)'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 27.02.1997, Ausgabe Nr. 49, Seite 28 &amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Baugebot von Seiten der Stadt hieße das Shobeiri die Sanierung zahlen müsste, während die Stadt sich dann um die Umsetzung kümmerte. &amp;lt;ref&amp;gt; Gestern jede Menge kostenlose Parkplätze; Gießener Allgemeine Zeitung vom 03.05.1997, Ausgabe Nr. 102, Seite 25 &amp;lt;/ref&amp;gt; Im Februar 1998 äußerte sich Stadtplanungsdezernentin Hagemann einmal mehr zu den Vorgängen und Gesprächen zwischen Eigentümer Shobeiri und der Stadt. Sie war der Meinung dass der Eigentümer von sich aus zu einer Lösung kommen müsse, ohne dass ein durch die Stadt initiiertes Baugebot ihn dazu zwingt.&amp;lt;ref&amp;gt; Stadt und Besitzer reden über Samen-Hahn-Areal; Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.02.1998, Ausgabe Nr. 35, Seite 24 &amp;lt;/ref&amp;gt; Immer wieder kamen Bürger auf den &amp;quot;Schandfleck Reichensand/Bahnhofstraße&amp;quot; zu sprechen, so zum Beispiel ein Leser im Meinungstreff der Gießener Allgemeine Zeitung vom Februar 1998. Er bedauerte, ähnlich wie viele andere Gießener, dass das Gebäude nach dem Kauf durch Hernn Shobeiri nie einer sinnvollen Nutzung zugeführt wurde und gab sich auch verärgert über die Duldung des Zustandes von Seiten der Stadt.&amp;lt;ref&amp;gt; Substanz wird wissentlich dem Verfall Preis gegeben; Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.02.1998, Ausgabe Nr. 41, Seite 29 &amp;lt;/ref&amp;gt; Wenn es um &amp;quot;häßliche Baulücken und heruntergekommene Altbauten&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt; &amp;quot;Sehen und Gesehenwerden müssen zählen&amp;quot;; Gießener Allgemeine Zeitung vom 30.04.1998, Ausgabe Nr. 100, Seite 24 &amp;lt;/ref&amp;gt; geht, war und ist das Samen-Hahn-Gelände immer ein Paradebeispiel. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im August 1997 veranlasste der damalige Bürgermeister Schüler kurz vor dem Regierungswechsel ein Instandsetzungsgebot gegen Eigentümer Shobeiri wegen Wohnraumzweckentfremdung. Die Auflagen Schülers gegen Shobeiri beinhalteten dass vier Wohnungen im Ober-und im Dachgeschoss saniert und damit nutzbar gemacht werden solten. Diese Investition sollte sich dann in einer Frist von zehn Jahren mit den Mieteinkünften rentieren. Nach einer Klage Shobeiris gegen dieses Vorhaben scheiterte Schülers Ansinnen im August 1999. Das Verwaltungsgericht stellte fest dass die Kosten für die Investition auch in zehn Jahren nicht wieder eingeholt hätten werden können. Shobeiri gab daraufhin auch bekannt dass sein &amp;quot;Gastronomie-Konzept&amp;quot; zwar &amp;quot;planungsrechtlich&amp;quot; möglich gewesen sei, aber keine geeigneten Mieter vorhanden gewesen wären und er &amp;quot;die guten Zeiten&amp;quot; zur Umsetzung eines Bauplanes &amp;quot;verpasst&amp;quot; habe.&amp;lt;ref&amp;gt;''Späte Niederlage von Schüler gegen Shobeiri'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.08.1999, Ausgabe Nr. 185, Seite 17&amp;lt;/ref&amp;gt; Prompt äußerte sich der ehemalige Bürgermeister Schüler dann in einem Leserbrief in der Gießener Allgemeine Zeitung zu dem Verfahren mit den Worten &amp;quot;Herr Shobeiri benutzt unseren Rechtsstaat nur zu seinem Vorteil. Das Gebot des Grundgesetzes 'Eigentum verpflichtet' lässt er nicht für sich gelten. (...) Leitragende sind die Gießener Bürgerinnen und Bürger, die tagtäglich die Schandflecken in der Bahnhofstraße und in der Südanlage ertragen müssen.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt; Shobeiri nutzt Rechtsstaat nur zu seinem Vorteil; Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.08.1999, Ausgabe Nr. 190, Seite 28 &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
In einem Vortrag im Juli 2000 ging der Leiter des Stadtplanungsamtes, Dettling, dann auch auf das Grundstück Samen-Hahn ein, wobei er ein Baugebot als &amp;quot;stumpfes Schwert&amp;quot; bezeichnete, da in diesem Fall die Bebauung oder Sanierung zum Zeitpunkt der Diskussion für den Eigentümer &amp;quot;wirtschaftlich (nicht) vertretbar&amp;quot; gewesen sei. &amp;lt;ref&amp;gt; Nordstadt: Planungsamtschef warnt vor Euphorie; Gießener Allgemeine Zeitung vom 06.07.2000, Ausgabe Nr. 154, Seite 20 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bürgergruppe Lokale Agenda 21 und AK Innenstadtentwicklung der SPD ====&lt;br /&gt;
Zwischenzeitig wurde die Akte Samen Hahn auch zum Thema in einer Bürgergruppe der [[Lokale Agenda 21|Lokalen Agenda 21]] &amp;lt;ref&amp;gt; Mehr Flair, weniger Autos und ein City-Treff; Gießener Allgemeine Zeitung vom 01.11.1999, Ausgabe Nr. 254, Seite 7 &amp;lt;/ref&amp;gt; und im, im Dezember 1999, neu gegründeten Arbeitskreis zur Innenstadtentwicklung der SPD-Stadtverordnetenfraktion, welche schnell eine Lösung für die Bebauung der Flächen zu finden gedachten. &amp;lt;ref&amp;gt; SPD: Bellof Sprecher von AK Innenstadt; Gießener Allgemeine Zeitung vom 01.12.1999, Ausgabe Nr. 280, Seite 26 &amp;lt;/ref&amp;gt; In einem Vortrag im Juli 2000 ging der Leiter des Stadtplaungsamtes, Dettling, dann auch auf das Grundstück Samen-Hahn ein, wobei er ein Baugebot als &amp;quot;stumpfes Schwert&amp;quot; bezeichnete, da in diesem Fall die Bebauung oder Sanierung zum Zeitpunkt der Diskussion für den Eigentümer &amp;quot;wirtschaftlich (nicht) vertretbar&amp;quot; gewesen sei. &amp;lt;ref&amp;gt; Nordstadt: Planungsamtschef warnt vor Euphorie; Gießener Allgemeine Zeitung vom 06.07.2000, Ausgabe Nr. 154, Seite 20 &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Entwicklung des Viertels und Parkplatznutzung ====&lt;br /&gt;
Nachdem die Parkplatznutzung am Reichensand im November 1995 als illegal gestoppt wurde, kam die CDU Gießen im Juli 2000 zu dem Schluss dass, vor allem zu Festen in der Innenstadt, die Parksituation für von auswärts anreisende Gäste kritisch sei. Daher wünschte sich der damalige CDU-Vorsitzende Möller &amp;quot;eine kurzfristige und zeitlich beschränkte Erweiterung des städtischen Parkraumangebotes&amp;quot; im Rahmen einer &amp;quot;Ausnahmeregelung&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt; CDU fordert Konzept für den Marktplatz; Gießener Allgemeine Zeitung vom 01.08.2000, Ausgabe Nr. 176, Seite 18 &amp;lt;/ref&amp;gt; , wobei er seine Ausführungen auch auf das Samen-Hahn-Gelände bezog, wofür aber keine Nutzungsgenehmigung bestand.&amp;lt;ref&amp;gt; Reichensand und Berliner Platz: Rechtliche Hürden für  Parkplatzwünsche der CDU; Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.07.2000, Ausgabe Nr. 164, Seite 17&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem forderte der CDU-Vorsitzende im Oktober 2000 ein &amp;quot;Entwicklungskonzept&amp;quot; für den Innenstadtbereich Schanzenstraße/Bahnhofstraße. Er kritisierte die Entwicklung des Viertels hin zu Leerständen von Geschäftshäusern und &amp;quot;Rückgang an Publikumsverkehr&amp;quot;, sodass eine &amp;quot;zunehmende Verschmutzung&amp;quot; und die &amp;quot;Gegenwart zweifelhafter Personenkreise&amp;quot; in diesem Bereich immer mehr zunehme. Er plante die Attraktivität des Viertels für den Einzelhandel, die Kunden und die Anwohner vor allem durch neue Straßenverkehrsregelungen und damit verstärkte Nutzung des Areals zu stärken.&amp;lt;ref&amp;gt; Entwicklungskonzept für Bahnhofstraße gefordert; Gießener Allgemeine Zeitung vom 31.10.2000, Ausgabe Nr. 253, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung entschied dann auch dafür die Durchfahrtsperre in der Bahnhofstraße aufzuheben und das Viertel somit wieder zu beleben. Außerdem hatte diese sich für eine Ausnahmeregelung bei Gelegenheiten wie größeren Festen, die Parkflächen betreffend, ausgesprochen.&amp;lt;ref&amp;gt; Bahnhofstraße:Koalition will freie Fahrt für Pkw; Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.08.2001, Ausgabe Nr. 179, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kunstprojekte und Bebaungsplanung durch Schüler der LLS ====&lt;br /&gt;
Es beschäftigten sich nun sogar Schüler der zehnten Klassen der Landgraf-Ludiwig-Schule im Erdkundeunterricht mit der Bebauung des Areals. Innerhalb von vier Monaten zwischen Februar und Mai 2001 tüftelten diese an einem Plan für die Sanierung des Doppelhauses mit Eigentumswohnungen und Mietwohnungen sowie die Ansiedlung eines Geschäfts im Erdgeschoss. Daneben planten sie einen &amp;quot;dreistöckigen Gebäudekomplex&amp;quot; mit Tiefgarage, welcher unter anderem ein Burger King beherbergen sollte für den kleinen Hunger nach dem Kinobesuch. &amp;lt;ref&amp;gt; Tunnel ab E-Klo und Burger King bei Samen-Hahn; Gießener Allgemeine Zeitung vom 25.05.2001, Ausgabe Nr. 120, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt; Sogar ein Kunstprojekt beschäftigte sich mit dem verfallenen ehemaligen Samen-Hahn Doppelhaus. Im Rahmen der Landeskunstausstellung &amp;quot;Hessiale&amp;quot; wurde im April 2002 die &amp;quot;bröckelnde Fassade&amp;quot; der Rückseite des Hauses von Roswitha Berger-Gentsch in ihrem Projekt mit dem Thema &amp;quot;'Wunden sprechen'&amp;quot; mit dem Wort &amp;quot;liebe&amp;quot; in Leuchtfarbe verziert. &amp;lt;ref&amp;gt; Leibchen an Platanen und Besen an der Bahnüberführung; Gießener Allgemeine Zeitung vom 30.04.2002, Ausgabe Nr. 100, Seite 27&amp;lt;/ref&amp;gt; Beim &amp;quot;Kunstspektakulum 'Fluss mit Flair'&amp;quot; 2010 veränderte der Künstler Carsten Hirth in einer Fotografie von der Rückansicht des  Samen-Hahn-Hauses das Wort &amp;quot;liebe&amp;quot; in &amp;quot;Gier&amp;quot; und gab diesem damit eine ganz neue Aussage. &amp;lt;ref&amp;gt; Tausende Menschen flanierten an der Wieseck;  Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.06.2010, Ausgabe Nr. 140, Seite 5&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Immer wieder wurden auch Bauvoranfragen des Grundstückseigentümers zwar positiv beschieden, jedoch wurde kein Bauantrag gestellt, sodass die Geltungsdauer dieser Voranfragen ungenutzt ablief. Auch seien in Beratungsgesprächen Möglichkeiten einer Bebauung dargestellt worden und Abweichungen, die gefordert wurden, auch in Aussicht gestellt, ohne das etwas durch den Eigentümer verwirklicht worden wäre. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Neue Eigentümerpläne für eine Markthalle ====&lt;br /&gt;
Aus diesen Bauvoranfragen heraus beantragten die Eigentümer, die Shobeiri und Würtele GbR, am 30. Januar 2003 einen vorhabenbezogenen Bebauuungsplan, der vorsah, auf das Gebäude an der Ecke Bahnhofsstraße/Reichensand das Gelände ein völlig neues Gebäude gebaut werden sollte, in das das Eckgebäude integriert werden sollte. Dabei war geplant dass das denkmalgeschützte Gebäude ein Cafe, eine Kindertagesstätte und Lager-/Büroräume beherbergen sollte, während zum Reichensand das Parkhaus Karstadt/Westanlage um ca. 130 Stellplätze erweitert werden sollte bzw. im Erdgeschoss 1250m² Raum für eine Markthalle geboten worden wären.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DS694&amp;quot;&amp;gt; [[Medium:DS694 aus 2003.pdf|Bebauungsplan Nr. Gi 1/09 &amp;quot;Reichensand&amp;quot;, 1. Änderung; hier: Beschluss über die Aufstellung eines vorhabenbezogenene Bebauungsplanes'']], Antrag des Magistrats vom 17.02.2003, Vorlage: 694/03&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf diese Pläne basierend wäre der Teil des Doppelhauses mit der Adresse Bahnhofstraße 35 abgerissen worden um dort Platz für Markthalle und Parkhaus zu machen. Der kulturhistorisch wertvolle Eckteil des Gebäudes an Reichensand/Bahnhofstraße wäre so erhalten geblieben und in den Neubau integriert worden. Auch die &amp;quot;&amp;quot;Rekonstruktion des historischen Untergeschosses&amp;quot; von Reichensand 2 war Teil des Plans unter Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde. &amp;lt;ref&amp;gt; Samen-Hahn-Haus müsste teilweise Parkhaus weichen; Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.01.2003, Ausgabe Nr. 14, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im November 2002 wurde nach der Begehung des Gebäudes eine vollständige Sanierung als unwirtschaftlich eingestuft &amp;lt;ref&amp;gt; Aus dem Parlament; Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.02.2003, Ausgabe Nr. 33, Seite 31&amp;lt;/ref&amp;gt;, sodass die Landesdenkmalpflege im Bezug auf einen möglichen Teilabriss ihre Zustimmung äußerte. Für die Umsetzung dieser Pläne war jedoch zunächste eine Veränderung des Bebauungsplans notwendig. &amp;lt;ref&amp;gt; Landesdenkmalpflege: Keine Bedenken gegen Teilabriss; Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.01.2003, Ausgabe Nr. 18, Seite 24&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Antrag änderte die Stadtverordnetenversammlung einstimmig dahingehend, dass dem Bebauungsplan mit der Maßgabe stattgegeben werde, dass für den wegfallenden Wohnraum im ehemaligen Samen-Hahn Gebäude Ersatzwohnraum in gleicher Größe geschaffen wird. Der so geänderte Antrag wurde von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen (JA: CDU/SPD/GR/FWG/FDP/BLG; Nein: PDS) &amp;lt;ref name=&amp;quot;DS694&amp;quot;/&amp;gt;, jedoch scheiterte das Projekt am Ende trotz bestehender Baugenehmigung, da die Eigentümer das Projekt nicht weiterführten. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Skizze des Bebauungsplans von Januar 2003 - Vorderseite &amp;lt;ref&amp;gt; Samen-Hahn-Haus müsste teilweise Parkhaus weichen; Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.01.2003, Ausgabe Nr. 14, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Annahme des Markthallenkonzepts vor Wochenmarktbeschickern ====&lt;br /&gt;
Im September 2003 führte die Gießener Allgemeine Zeitung eine Umfrage unter Wochenmarktbeschickern durch, um ein generelles Meinungsbild zur geplanten Markthalle auf dem ehemaligen Samen-Hahn-Gelände zu erlangen. Auch die Eigentümergemeinschaft hatte ein solches Meinungsbild in Form eines &amp;quot;Marktfrühschoppen(s)&amp;quot; für die Beschicker des Wochenmarktes geplant. So äußerten sich die Befraten in der GAZ-Umfrage zu der mit 1600 Quadratmetern möglicherweise zu gering bemessenen Größe der Markthalle sowie zu den Mietpreisen, welche jedoch noch nicht in die Planungen der Eigentümer miteinbezogen wurden. Auch die geplanten Öffnungszeiten wurden eher kritisch beäugt; diese wurden mit täglicher Öffnung von 8 bis 20 Uhr beziffert und zusätzlichen abendlichen Kulturveranstaltungen. Nicht zuletzt sahen einige der Befragten ein Konkurrenzdenken der Eigentümer gegenüber dem traditionellen Gießener Wochenmarkt, welches diese jedoch bestritten. Ihnen sei es ein Anliegen vor allem Erzeuger regionaler Produkte in die Markthalle zu locken; eine Liste von 50-100 Interessenten lag auch bereits vor. &amp;lt;ref&amp;gt; Markthalle Reichensand: Zustimmung und Skepsis; Gießener Allgemeine Zeitung vom 18.09.2003, Ausgabe Nr. 217, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; 20 Interessenten fanden sich dann zum Marktfrühschoppen im &amp;quot;Alt Gießen&amp;quot; ein, wo ihnen verkündet wurde das bereits Anfang des Jahres 2004 eine Bebauung des Geländes starten sollte. Je nach Standgröße waren 40 bis 70 Plätze geplant. Auch über eine Gepäckaufbewahrung und 150 Parkplätze über der Markthalle wurde nachgedacht. Die Interessenten machten sich vor allem Sorgen über die tatsächliche Frequentierung und Nachfrage durch Kunden des täglich 12 Stunden geöfneten Marktes, äußerten sich sonst jedoch durchaus positiv zum Gesamtkonzept der Kleinmarkthalle. &amp;lt;ref&amp;gt; Markthalle: &amp;quot;Das Konzept ist hervorragend&amp;quot;; Gießener Allgemeine Zeitung vom 22.09.2003, Ausgabe Nr. 220, Seite 7&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Stillstand und städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen ====&lt;br /&gt;
Im März 2004 jedoch gab es noch keine entsprechenden Bauvoranfragen oder einen Bauantrag von Seiten der Eigentümergemeinschaft für das Samen-Hahn-Gelände. &amp;lt;ref&amp;gt; Noch ist Gießen eine Stadt der Brachflächen; Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.03.2004, Ausgabe Nr. 71, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Verantwortlich für die Projektentwicklung waren Michael Rosenberg der Carpe Diem GmbH sowie der Architekt Holger Datz aus Langgöns. &amp;lt;ref&amp;gt; 80-Betten-Hotel an der Westanlage geplant; Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.06.2004, Ausgabe Nr. 134, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Gießener Verwaltung fehlte es vor allem auch an weiteren Vorgaben der Eigentümer, um eine Änderung des Bauantrages auf den Weg bringen zu können. &amp;lt;ref&amp;gt; Der städtebauliche Befreiungsschlag blieb aus; Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.04.2005, Ausgabe Nr. 92, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang August 2005 ging die S&amp;amp;W Theaterpark GmbH mit Gesellschafterin Sylvia Würtele Pleite. Diese war Teil der Eigentümergemeinschaft und verantwortlich für die Planungen zur Bebauung der Südanlage 10. &amp;lt;ref&amp;gt; Auch bürgerliche Koalition vorerst an &amp;quot;Schandflecken&amp;quot; gescheitert; Gießener Allgemeine Zeitung vom 05.08.2005, Ausgabe Nr. 180, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt; Für dieses Gelände plante die Stadt Anfang 2007 &amp;quot;einen Bebauungsplan mit der 'Zielrichtung einer besonderen städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme'&amp;quot; zu erarbeiten, mit welchem die Eigentümer im Verfahren entscheiden müssten ob es ihnen möglich ist die Bebauung voranzutreiben oder zu verkaufen. Bei der Entscheidung zum Verkauf bekäme die Stadt ein Vorkaufsrecht und würde den Verkehrswert des Geländes an den Eigentümer entrichten. &amp;lt;ref&amp;gt; Südanlage 10: Koalition setzt Eigentümer unter Druck Gießener Allgemeine Zeitung vom 13.01.2007, Ausgabe Nr. 11, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Anders als im Fall von der Südanlage 10 war dies beim Samen-Hahn-Gelände nicht möglich, da das Gebäude unter Denkmalschutz stand und es sich sehr viel schwieriger gestaltet hätte dafür einen neuen Investor zu finden, sodass die Stadt nicht &amp;quot;auf den Immobilien sitzen&amp;quot; bliebe. Das Gelände der Südanlage 10 hat die Eigentümergemeinschaft dann auch an die Stadt veräußert. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bürgerstimmen und städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen ====&lt;br /&gt;
Zum 25. 'Geburtstag' des Sorgenkinds Samen-Hahn Anfang Juli 2006 errichtete der SPD-Ortsverein Mitte einen Informationsstand und sammelte Unterschriften der Bürger gegen den &amp;quot;Schandfleck&amp;quot;. Eine Initiative im Parlament sei jedoch nicht geplant gewesen. &amp;lt;ref&amp;gt; SPD sammelte Unterschriften gegen &amp;quot;Schandfleck&amp;quot;; Gießener Allgemeine Zeitung vom 04.07.2006, Ausgabe Nr. 152, Seite 24&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei einer Anliegerversammlung zum Sanierungsgebiet Schanzenstraße/Bahnhofstraße kam durch Rufe aus dem Publikum immer wieder das Thema Samen-Hahn zur Sprache bis der anwesende Habibollah Shobeiri der Eigentümerfamilie sich schließlich auch äußerte und sagte das &amp;quot;das Grundstück im Reichensand 'seit 27 Jahren abgeschrieben'&amp;quot; sei und er es der Stadt für einen Euro anbiete. Baudezernent Rausch nahm dieses Angebot jedoch nicht für bahre Münze. &amp;lt;ref&amp;gt; Shobeiri will nicht länger &amp;quot;Prügelknabe&amp;quot; sein; Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.02.2008, Ausgabe Nr. 44, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sogar ein Wohnungsloser hatte sich auf dem verwahrlosten Gelände im Oktober 2008 schon einmal häuslich eingerichtet. &amp;lt;ref&amp;gt; &amp;quot;Aufsuchende&amp;quot; Betreuung lässt auf sich warten; Gießener Allgemeine Zeitung vom 17.10.2008, Ausgabe Nr. 243, Seite 25&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bild?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine GAZ-Leserin schlug vor Herrn Shobeiri doch zum Bau des geplanten Gießener Großkinos auf dem Samen-Hahn-Gelände zu bewegen, welches wegen seiner Innenstadtlage &amp;quot;ideal&amp;quot; (gewesen) wäre. &amp;lt;ref&amp;gt; Einen anderen Platz für das Großkino suchen; Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.10.2008, Ausgabe Nr. 249, Seite 33&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
2010 äußerte sich auch die CDU mit der Bitte an die Eigentümerfamilie doch ihre Ideen und Planungen an die Stadt weiter zu geben, damit mit dem Grundstück etwas passieren kann. Der Stadtverbandsvorsitzende Möller war der Meinung dass es &amp;quot;keine Schande&amp;quot; sei, wenn die nötigen finanziellen Mittel für die Sanierung von Seiten der Eigentümer nicht aufgebracht werden könnten, jedoch sei es definitiv &amp;quot;eine Schande&amp;quot; den &amp;quot;Verfall historischer Gebäude, von denen die Stadt ohnehin wenige hat&amp;quot; so ohne weiteres hinzunehmen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-CDU-nimmt-Eigentuemer-von-Samen-Hahn-in-die-Pflicht-_arid,170352_regid,1_puid,1_pageid,113.html CDU nimmt Eigentümer in die Pflicht''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 24.03.2010 ([https://web.archive.org/web/20140818220743/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-CDU-nimmt-Eigentuemer-von-Samen-Hahn-in-die-Pflicht-_arid,170352_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge der immer wieder scheiternden Gespräche zwischen Stadt und Eigentümer, wie das Samen-Hahn Gelände weiter genutzt werden könne, beschloss die Stadtverordnetenversammlung am 24. März 2011, dem Magistrat umgehend mit der Einleitung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme für den Bereich Samen-Hahn beginnen zu lassen und zudem sämtliche rechtliche zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bis zur letzten Instanz zu nutzen, die zur Umsetzung erforderlich seien (Ja: CDU/GR/FDP/FW/BLG; StE: SPD/LINKE) &amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/3554/2011&amp;quot;&amp;gt; [http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12005 Entwicklungsmaßnahmen &amp;quot;Schandfleck Samen-Hahn&amp;quot;], Antrag der Fraktionen CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP vom 04.02.2011, STV/3554/2011 &amp;lt;/ref&amp;gt;, jedoch ist ein Berichtsantrag auf dem März 2012, der nach den seitdem ergriffenen Maßnahmen fragt, bis heute vom Magistrat unbeantwortet geblieben. &amp;lt;ref&amp;gt;[[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12859 ''Berichtsantrag betreffend Entwicklungsmaßnahme „Schandfleck Samen Hahn“''], Antrag der CDU-Fraktion vom 25.02.2012, Vorlage: STV/0746/2012&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Abriss des Eckgebäudes ====&lt;br /&gt;
[[Datei:SamenHahn2011.jpg|thumb|right|350px|Rückseite des Eckgebäudes an der Bahnhofstraße/Reichensand, Stand 2011]]&lt;br /&gt;
Im April 2012 beantragte der Eigentümer aufgrund eines Gutachtens, das das Samen-Hahn Gebäude an der Ecke Reichensand/Bahnhofstraße für akut einstürzgefährdet einstuft, den Abbruch dieses Gebäudes. Dieser, der gemeinsam mit dem Gutachten bei der städtischen Bauverwaltung eingereicht wurde, führte umgehend zu Straßensperrungen am Kreuzungsbereich Bahnhofstraße/Reichensand/Schanzenstraße sowohl für den Fahr- als auch für den Fußverkehr. Infolge dessen wurde von der Stadt eine Überprüfung der Statik beauftragt und ein Gutachten über die Frage der Sicherung und des Erhaltes der Fassaden des denkmalgeschützten Gebäudes in Auftrag gegeben. &amp;lt;ref&amp;gt; [http://www.giessen.de/index.phtml?call=detail&amp;amp;css=&amp;amp;La=1&amp;amp;FID=684.8808.1&amp;amp;&amp;amp;sNavID=1894.1&amp;amp;ffmod=pres&amp;amp;ffsm=1 Samen-Hahn Gebäude einsturzgefährdet - Straßensperrung] - Pressemitteilung der Stadt Gießen vom 12.04.2012 ([https://web.archive.org/web/20140805152737/http://www.giessen.de/index.phtml?call=detail&amp;amp;css=&amp;amp;La=1&amp;amp;FID=684.8808.1&amp;amp;&amp;amp;sNavID=1894.1&amp;amp;ffmod=pres&amp;amp;ffsm=1 Archivierte Version]) &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der Stadtverordnetenversammlung vom 24.05.2012 forderten die Abgeordneten den Magistrat auf, keine Genehmigung für den Abiss der historischen Fassade des Gebäudes &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; zu erteilen, bis der zuständige Fachausschuss in einer kurzfristigen Sondersitzung informiert worden ist (Ja: SPD, CDU, FR, FW, LINKE, FDP; StE: PIR, LB/BLG),&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=12980 ''Reichensand/Bahnhofstraße (ehem. Samen-Hahn)''], Antrag der Fraktionen SPD und Bündnis 90/Die Grünen vom 27.04.2012, Vorlage: STV/0856/2012&amp;lt;/ref&amp;gt; zudem wird der Beschluss von 24.03.2011 &amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/3554/2011&amp;quot;/&amp;gt; bekräftigt, mit der Einleitung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme zu beginnen (Ja: SPD, CDU, GR, FW, LINKE, FPD, LB/BLG; StE: PIR) und den Magistrat zu beauftragen, sämtliche rechtlich zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bis zur letzten Instanz zu nutzen, die zur Umsetzung der Maßnahme erforderlich sind (Ja: SPD, CDU, GR, LINKE, FDP, LB/BLG; Nein: FW; StE: PIR). &amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;/&amp;gt; Zudem wurde der Magistrat aufgefordert, die haushaltsrechlichen Möglichkeiten für einen Erwerb des Gebäudes zu schaffen (Ja: SPD, CDU, GR, LINKE, FDP; Nein: FW, LB/BLG; StE: PIR).&amp;lt;ref name=&amp;quot;STV/0856/2012&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Einreichung eines Gutachtens über die Gefährdung des Einsturzes des Samen-Hahn Doppelhauses, entschied die Stadt das Haus im Juni 2012 nach 114 Jahren einschließlich 30 Jahren Leerstand abzureißen. Dazu gab es dann ganz unterschiedliche Standpunkte aus der Bevölkerung. Während die einen den Abriss bedauerten, äußerten die anderen sich erleichtert darüber dass sich nun endlich etwas bewegte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gaz-2012-06-23&amp;quot; /&amp;gt; Ein Abbruchspezialist äußerte sich dazu mit den Worten &amp;quot;Selten habe man eine derart 'faule Bude' abgerissen&amp;quot;. &amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Abriss-Ab-Donnerstag-sollen-Strassen-wieder-frei-sein-_arid,350637_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''Samen-Hahn-Abriss: Ab Donnerstag sollen Straßen wieder frei sein''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 26.06.2012 ([https://web.archive.org/web/20120630031004/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Abriss-Ab-Donnerstag-sollen-Strassen-wieder-frei-sein-_arid,350637_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der folgenden Sitzung am 27. Juni 2012 beschloss die Stadtverordnetenversammlung infolge der Entscheidung,das Eckhaus abzureißen einstimmig die Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes &amp;quot;GI 01/36 Reichensand/Bahnhofstraße&amp;quot;, der den gesamten Block zwischen Reichensand, Bahnhofstaße und Westanlage umfasst und setzten als Sanierungsziel fest, dass ein Neubau an der Straßenecke Bahnhofstraße/Reichensand sich in Kubtur, Gestalt und Materialität am Vorgängerbau &amp;quot;Samen-Hahn&amp;quot; orientieren muss. Davon sind sowohl Teile des Bebauungsplanes Nr. 56 &amp;quot;Stadtmitte II&amp;quot;, als auch, mit Ausnahme der Vehrkehrsflächen, der gesamte Bebauungsplan G 1/09 betroffen, die durch diesen neuen ersetzt werden sollen. Gleichzeitig gehört das Gebiet zum [[Sanierungsgebiet &amp;quot;Schanzenstraße/Mühlstraße&amp;quot;]], bei dem ein wesentliches Ziel darin besteht, die Blockrandbebauung in der Bahnhofstraße zu erhalten. &amp;lt;ref&amp;gt; [http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=13049 ''Aufstellung eines Bebauungsplanes GI 01/36 &amp;quot;Reichensand/Bahnhofstraße&amp;quot;; hier: Einleitungsbeschluss, Bekanntmachung''], Antrag des Magistrats vom 29.05.2012, Vorlage: STV/0920/2012 &amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser befindet sich weiterhin in Planung. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Umfrage der GAZ nach den Wünschen der Leser für das Jahr 2013 wird deutlich das die anderen Gebäude im Besitz der Eigentümerfamilie Shobeiri, wie beispielsweise die Alte Post nicht das gleiche Schicksal ereilen soll wie dem Samen-Hahn-Gebäude. Außerdem wünschten sich viele Bürger das das freie Gelände doch einer &amp;quot;attraktiven Nachfolgenutzung (...)&amp;quot; zugeführt werden solle.&amp;lt;ref&amp;gt;''Auch Scheich soll Gartenschau-Fan werden'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 08.01.2013, Ausgabe Nr. 6, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Stadt ließ durch das Frankfurter Büro Meurer mit Architekten, Stadtplanern und Ingenieuren eine Studie ausstellen, welche mögliche Neubauplanungen für die Brachfläche darlegen soll. Diese wurden dann im März 2013 in einem Bürgergespräch im Rathaus vorgestellt und diskutiert. &amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;Bürgergespräch&amp;quot; zum Samen-Hahn-Areal'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 16.03.2013, Ausgabe Nr. 64, Seite 31&amp;lt;/ref&amp;gt; Professor Dr. Meurer stellte vier unterschiedliche Bebauungsstudien vor, von einem Nachbau des Originals über die Nachahmung der Fassade, einer Kombination aus alter Struktur und neuen modernen Materialien bis zu einem modernen Neubau ohne historische Elemente. Die dritte und vierte Variante besäßen fünf Geschosse, während die erste und zweite wie das abgerissene Samen-Hahn-Gebäude nur vier erreichen würde. Die Stadtverordnetenversammlung beauftragte jedoch &amp;quot;bei einem Neubau die Kubatur des Originals zu erhalten&amp;quot;. Eine originalgetreue Nachbildung des Gebäudes würde jedoch kaum möglich sein, da dafür nicht ausreichend Dokumente der Gründerzeit vorlägen. Aus diesem Grund wurde die zweite Variante in Betracht gezogen, da mit der Fassadenkonstruktion weniger Probleme anfielen. Diese Planungen beschäftigen sich nur mit dem Neubau des abgerissenen Hauses; es sind jedoch drei weitere Häuser auf der restlichen Freifläche geplant. Hauptsächlich würden die Gebäude dann für Wohnungen genutzt, außerdem eventuell Büro- und Geschäftsräume im Erdgeschoss. Für die PKWs ist eine Tiefgarage angedacht. Professor Meurer versprach eine Bebauung bis 2017. Die anwesenden Bürger äußerten sich gemischt zu den vorgestellten Bebauungsplänen; keine der Varianten wurde abgelehnt. Auch der Grundstückseigentümer Karim Shobeiri interessierte sich für die Planungen und gab an &amp;quot;eine Neubebauung 'so schnell wie möglich umzusetzen'&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Bebauung-bis-2017-_arid,409025_regid,1_puid,1_pageid,113.html ''Samen-Hahn_bebauung bis 2017?''], Gießener Allgemeine Zeitung vom 21.03.2013 ([https://web.archive.org/web/20130323071239/http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Samen-Hahn-Bebauung-bis-2017-_arid,409025_regid,1_puid,1_pageid,113.html Archivierte Version])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In mehreren Leserbriefen sprachen sich Bürger für Variante 1 oder eventuell Variante 2 aus, um den Stil des abgerissenen historischen Gebäudes in einem Neubau wieder aufleben zu lassen. &amp;lt;ref&amp;gt; Für Plan Nummer 1; Gießener Allgemeine Zeitung vom 10.04.2013, Ausgabe Nr. 83, Seite 27&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;''Magistrat muss sich durchsetzen'', Gießener Allgemeine Zeitung vom 03.04.2013, Ausgabe Nr. 77, Seite 26&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Sitzung des Denkmalbeirats der Stadt Gießen im Dezember 2013 wurde auch besprochen dass von Seiten der Eigentümer ein Lebensmittelmarkt un dein Wohnkonzept für die Neubebauung gewünscht ist, dies jedoch mit den Plänen des Architektenteams für einen offenen Bau nicht zu vereinbaren ist.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---[Datei: Protokoll vom 19.12.2013.pdf]---&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der Stadtverordnetenversammlung im Februar 2014 wurde jedoch geäußert dass die Bebauungspläne von Seiten des Architekten Meurer weiter entwickelt werden könnten um den Wünschen der Eigentümer gerecht zu werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://parlamentsinfo.giessen.de/vo0050.php?__kvonr=14235 ''Berichtsantrag zum Grundstück des abgerissenen Samen-Hahn-Gebäudes''], Antrag der CDU-Fraktion vom 12.12.2013, Vorlage: STV/1972/2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Stattdessen wird dieser vorraussichtlich nach der Sommerpause 2014 der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Counter}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Shobeiri]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan GI 01/36]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan GI 01/09]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bebauungsplan G57a]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CUcke</name></author>
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